Kapitel 6 8. Januar … immer noch

Harry hatte fast den ganzen Tag gearbeitet und ignorierte dabei seine Bedürfnisse und ignorierte Draco. Letzterer wurde ärgerlich, dass er ignoriert wurde. Er konnte es nicht leiden als sie in der Schule waren und er hasste es nun da er aufrichtige Liebe für den dunkelhaarigen Mann spürte.

Draco stand vor der verschlossenen Tür von Harrys Büro und rang mit sich ob er klopfen oder einfach hineingehen sollte.

Er wusste, dass Harry seine Privatsphäre viel bedeutete und würde sich miserabel fühlen, wenn Harry wütend auf ihn wäre.

Am Ende siegte seine gute Erziehung und sein gesunder Menschenverstand über die rücksichtslose Dummheit und er klopfte höflich.

„Es ist offen!" erklang die verwirrte Antwort. Tief durchatmend ergriff er die Türklinke und öffnete die Tür.

Harrys Arbeitszimmer war ganz und gar nicht so, wie er es erwartet hatte. Er hatte jede Menge Rot und Gold erwartet und bunt karierte Möbel.

Stattdessen sah es seinem eigenen Büro zu Hause sehr ähnlich. Harrys Schreibtisch war aus dunklem Mahagony, der Stuhl auf dem er saß war aus schwarzen Leder und sah wahnsinnig bequem aus. Das Zweiersofa vor dem Kamin besaß die gleiche Farbe wie der Schreibtischstuhl und an der gesamten Wand stand Regal über Regalen mit Büchern.

Als er die Titel überflog sah er, dass etwa zehn davon Bücher von Harold Porter waren.

"Was ist, Draco?" fragte Harry und sah von seinem Rechner auf.

Dracos Herz machte einen lustigen kleinen Sprung, als er seinen Namen aus Harrys Mund hörte.

„Ich denke wir müssen reden, Potter."

„Ich bin beschäftigt." schnappte Harry zurück und sah wieder auf seinen Monitor.

„Verdammt, Harry!" schnappte Draco verärgert.

„Verpiss dich, Malfoy!"

„Nein ich werde mich nicht verpissen, Potter! Du hast mich den ganzen verdammten Tag ignoriert und das macht mich verrückt!"

"Du magst es nicht ignoriert zu werden, oder?"

„Nein! Ich hasse es, verdammt!"

„Nun ja, zu schade, dass ich gerade beschäftigt bin. Jetzt verpiss dich!" Harry tippte weiter. Dunkel knurrend ging Draco um den Tisch herum, packte Harrys Shirt und zog ihn herum um ihn anzusehen.

„Was zum Teufel, Malfoy?" fauchte Harry. Seine Augen waren dunkel voller Wut und noch etwas anderem.

„Ich liebe dich, du verdammter Arsch!"schnappte Draco bevor er seine Lippen gegen Harrys presste-

Der Kuss war zumindest intensiv. Da war nur Hitze, Wut und Leidenschaft. Dann legte Harry seine Hände an Dracos Wangen und seinen Kopf zu drehen und der Kuss veränderte sich. Er war sanft und voller Liebe aber nicht weniger leidenschaftlich.

Als der Kuss vorüber war, waren beide knallrot und hatten geschwollene Lippen.

Die starrten sich gegenseitig an, geschockt von dem, was gerade geschehen war.

„Draco" flüsterte Harry und sein Herz schlug heftig in seiner Brust.

„Harry. I-Ich habe nicht Fuck!" stotterte Draco und trat schnell zurück- Draco war von seinem eigenen Handeln beängstigt. Das Letzte was er wollte, war Harry einen weiteren Grund zu geben ihn zu hassen. Bevor Harry reagieren konnte, drehte sich Draco auf dem Absatz um und rannte davon.

Ohne Rücksicht auf seine eigene Sicherheit rannte Draco nach draußen, mitten in den Sturm der immer noch tobte. Die beißende Kälte und Nässe drang sofort in seinen Körper ein, aber er rannte trotzdem weiter.

Nach einer Meile überwältigte ihn schließlich die Kälte und er sank zu Boden. Ihm wurde schwarz vor Augen bevor sein Kopf den Schnee berührt hatte.

Harry beobachtete wie Draco aus dem Zimmer rannte und dachte, dass dieser sich einen Platz suchen würde, wo er sich verstecken konnte. Er rechnete jedoch nicht damit, dass Draco mit nicht als der Kleidung die er an hatte aus dem Haus laufen würde.

„Draco! Warte!" schrie Harry. Draco schien ihn nicht zu hören. „Scheiße!"

Er kletterte schnell in seinen Schneeanzug und achtete darauf einige Decken und Kleidung für den Notfall für Draco mitzunehmen. Zeus bellte ihn an.

„Nein Junge. Es ist zu gefährlich für dich dort draußen und es wird dunkel. Ich kann ihn allein schneller finden." erklärte Harry seinem Haustier. Zeus wimmerte und trat mit einer Tatze gegen Harrys Stiefel. „Ja ich werde vorsichtig sein." Zeus bellte erneut. „Ich weiß nicht was passiert, wenn ich ihn finde aber ich versichere dir, dass ich ihn nicht so einfach davonkommen lasse." Trotz des Ernstes der Lage kicherte Harry.

Er setzte sich seine Schneebrille auf und machte sich auf den Weg in die immer dunkler werdende Nacht.

Mit Hilfe seiner inneren Magie fand er Draco in einer kleinen Rinne etwa eine Meile von seinem Haus entfernt. Er sah die fast blaue Haut und tastete schnell nach dem Puls. Er war spürbar aber nur sehr schwach.

"Du Idiot!" zischte Harry, hob den Mann schnell auf seine Arme und ging zurück zum Haus.

Er zog den Blonden schnell aus, bevor er Draco in sein eigenes Bett legte und beeilte sich als Draco unkontrolliert zu zittern begann. Er entzündete ein Feuer, ging sicher, dass es erdrückend heiß wurde und entledigte sich dann seiner eigenen Kleidung. Mit dem Wissen, dass Draco an Unterkühlung litt, kletterte er neben ihn und umarmte mit seinem schlanken Körper den blassen vor ihm. Dabei nutzte er seine natürliche Körperwärme und seine Magie um Draco zu heilen. Dann betete er zu allen Göttern, die auf ihn hören wollten, dass diese Dracos Leben retten sollten.