~~~~~~~~~Die Wahrheit~~~~~~~~~

Da lag ich in meinem Zimmer auf dem Boden umringt von Büchern und auf einem Stapel Bücher stand die in Harz gegossene Rose, die ich vor zwei Jahren von Kaname geschenkt bekommen habe.

Und wie ich da lag dachte ich an alles was passiert war.

Ich dachte an die wenigen Jahre mit meinen Eltern, die zehn Jahre bei Rektor Cross, die vier Jahre in denen ich nicht wusste, dass Zero ein Vampir ist, an Shizuka Hio, an O-jii-sama Rido, einfach an alles.

Ich wüsste gerne wie es Zero gerade geht.

Ich liebte ihn noch immer aber auch Kaname hatte einen Platz in meinem Herzen. Und als reinblütige Prinzessin hatte ich gesagt, dass ich bei ihm bleibe. Ich wartete nur noch darauf, dass ich irgendwann nochmal die Außenwelt zu sehen bekam.

Als ich am Ende dieses Gedankenganges angekommen war beschloss ich Kaname danach zu fragen. Ich stand auch und ging durch die Gänge um ihn zu suchen, bis ich auf Aido-senpai traf.

"Was machst du hier?", fragte er mich.

"Ich dachte ich hätte O-nii-samas Geruch wahrgenommen und daher bin ich ihm gefolgt bis hier hin.", antwortete ich wahrheits gemäß. "Ist er nicht da?", fragte ich.

"Nein, er ist heute früh abgereist, aber ich denke er wird bald zurück sein. Bitte geh zurück auf dein Zimmer und wandere nicht einfach so umher. Ich werde ihm sofort Bescheid sagen, dass du ihn sprechen möchtest, sobald er zurück ist."

"Danke Aido-senpai.", antwortete ich und wandte mich ab um zurück in mein Zimmer zugehen.

"Du wolltest mich sprechen."

Dieser Satz mit der Stimme meines Bruders riss mich aus meinen Gedanken.

"Warum", fragte ich nur.

"Warum was, Yuki?", fragte Kaname offensichtlich verwirrt. Er wusste nicht was ich wollte, natürlich warum auch, meine Frage hatte überhaupt keinen Zusammenhang.

"Warum kannst du mir nicht einfach alles erzählen? Ich weiß, du möchtest, dass ich in Sicherheit bin, aber warum kannst du mir nicht sagen wovor du mich beschützen willst. Ich...würde es so gern verstehen, aber du sagst mir nichts! Warum behandelst du mich wie ein Kind, das von nichts wissen darf?"

Während ich sprach kam er zu mir und fasst mich an den Schultern, und ich schaute auf in seinen immer so traurigen Blick.

"Yuki.. Es war nicht meine Absicht gewesen, dich im Dunkeln tappen zu lassen."

Ich schaute ihn überrascht an. "-Gewesen?"

"Ja, gewesen."

Ich konnte es nicht ganz fassen, dass er mir nun doch alles erzählen würde.

"Soll das etwa bedeuten, dass du mir von nun an alles erzählen wirst, dass du Geheimnisse mehr vor mir haben wirst?", fragte ich.

"Ja"

Ich konnte es immer noch nicht fassen, er würde mir von nun an alles erzählen.

"Yuki, ich habe dir gesagt, dass du hier bist um in Sicherheit zu sein. Das mache ich nur, weil es dort draußen jemanden gibt, der, wie Rido, dich verschlingen möchte. Aber dafür muss er uns erst einmal finden. Deshalb gehe ich immer auf die Suche nach ihm, damit ich ihn finde bevor er uns findet.", erklärte er.

"Wer ist es?", fragte ich. "Und... warum sind all diese Leute immer auf mich aus? Du bist doch mein Bruder, dieser Vampir müsste doch auch hinter dir her sein. Oder nicht?"

"Er ist hinter dir her, weil du das jüngste Kuran-Blut hast. Dein Blut ist sehr mächtig.", sagte er.

Ich verstand überhaupt nicht was er mir damit sagen wollte.

"Ich verstehe nicht ganz. Du bist doch nicht sehr viel älter als ich, aber er ist nur hinter mir her wie Rido und wenn er dich findet was wird dann geschehen?"

Ich musste ihm meine Verwirrung klar machen damit er mir auch die Antworten gab, die ich brauchte um zu verstehen.

"Yuki", sagte er und nahm mich in den Arm. "Es gibt da etwas das ich dir sagen muss, denn O-too-sama und O-kaa-sama wussten es schließlich auch."

Er atmete einmal tief durch. Es kostete ihn wohl große Überwindung mir das zu sagen.

"Ich hoffe das, dass was ich dir jetzt erzähle nichts zwischen uns verändert. Ich bin nicht dein richtiger Bruder. Ich bin der Urahn des Kuran-Clans, wurde von Rido aus meinem Sarg erweckt und von Juri und Haruka aufgezogen."

"Was! Nein!" Ich…konnte...seine Worte zwar hören aber den Sinn dahinter wurde mir erst nach einigen Sekunden bewusst.

Ich wich unsicher einen Schritt zurück, sodass etwas Abstand zwischen mir und Kaname war.

Daher musste Kaname mich aus seiner Umarmung lösen und ließ mir meinen Abstand.

Er sagte jedoch: "Das heißt nicht, dass du Angst haben musst. Ich bin nur schon einmal gestorben und wieder erweckt worden und seitdem du und Kiryu-kun Rido erlegt habt bin ich frei."

Noch immer war ich in meiner Fassungslosigkeit wie eingefroren. Also sagte ich nur:

"Ich...weiß nicht was ich sagen soll… Wollen deswegen alle mein Blut? Weil ich Harukas und Juris wahre Tochter bin?"

Jetzt wurde mir auch das klar warum Kaname nie so sehr in Gefahr war wie ich, immerhin konnte er sich jeder Zeit selbst verteidigen konnte.

"Ja, aber meine Gefühle sind trotzdem dieselben für dich und ich hoffe deine ändern sich jetzt nicht."

"Ich brauche ein wenig Zeit um darüber nachzudenken.", sagte ich fast mechanisch.

"Ja, das kann ich verstehen aber ich hoffe inständig, dass dies keinen Keil zwischen uns treibt und eins noch du sollst wissen das ich dich immer beschützen werde egal was sein sollte."

"Danke und ich glaube nicht, dass sich bei meinen Gefühlen irgendetwas verändern wird."

Kaname zeigte sein trauriges Lächeln und zog mich an seine Brust und strich mit seiner Hand über meinen Kopf und sagte:

"Das freut mich zu hören, denn du hast dich dafür entschieden für immer bei mir zu bleiben."

Auf einmal umarmte er mich ein wenig fester, vielleicht sogar zu fest und er sagte:

"Du hörst mein Blut durch meine Adern fließen. Ich habe dir gesagt was du wissen wolltest und wie gesagt du bist kein Kind mehr, also versorge dich mit deinen eigenen Zähnen."

Mit diesen Worten kniete Kaname vor mir nieder, sodass ich besser an seinen Hals kam.

Und als ich ihn sah, diesen wunderschönen weißen Hals konnte ich die Bestie in meinem Inneren nicht mehr halten, die diesen Hals zerbeißen wollte.

Ich konnte die Bestie nicht mehr bremsen und biss zu.

Ich spürte wie seine Gefühle langsam und mit jedem Schluck den ich nahm, in mich hineinflossen und langsam die Bestie befriedigt wurde.

Nun war mein Hunger, der Hunger der Bestie gestillt.