~~~~~~~~~Erste Anzeichen~~~~~~~~~

"Ich denke dein Hunger ist gestillt. Aber wie du weist bin ich verwundet", sagte Kaname und zeigte mir sein groteskes Handgelenk. "Und außerdem bin ich auch hungrig und beides zusammen macht mich doch gefährlicher als sonst."

"Gefährlich?", fragte ich.

"Ja, weil ich nicht weiß was ich dir antun könnte wenn ich die Selbstbeherrschung verliere und mich nur von meinem Hunger leiten lasse."

Ich erschauderte bei seinen Worten. Um ihn nicht weiter zu quälen bat ich ihn:

"Dann trink. Trink bevor dein Hunger unstillbar wird."

Doch bevor er seine in meinen Hals grub erklärte er:

"Ein Vampir kann seinen Hunger nur mit der Person stillen die er liebt. Deswegen konntest du nicht widerstehen, als ich eben vor dir niederkniete."

"Ja", gab ich zu. "So ist es. Bitte trink. Ich verweigere es dir ja nicht."

Als ich das sagte, beugte sich Kaname zu mir runter und ich konnte seinen Atem an meinem Hals spüren kurz darauf biss er zu.

Obwohl ich nun wusste, dass er nicht wirklich mein Bruder war, war ich mir in diesem Moment mehr als je zuvor klar, dass ich diesen wunderschönen, oft traurig blickenden Mann nie wieder allein lassen wollte und als hätte er meine Gedanken gelesen, legte er einen Finger unter mein Kinn und hob mein Gesicht an und schaute mir tief in die Augen.

Ob er meinen Entschluss darin las? Ich hoffte es, denn ich wünschte mir nichts sehnlicher als meine Ewigkeit mit ihm zu verbringen.

Dann sagte er: "Komm wir machen einen Spaziergang. Aber wir sollten uns doch eine Jacke anziehen, der Winter bricht langsam herein. Wir wollen uns doch nicht erkälten."

Zum ersten Mal sah ich ein Lächeln das nicht nur von Traurigkeit beherrscht wurde.

Wir gingen ein paar Treppen hinauf. Genauso wie an dem Abend der Soiree. Und dann stand ich vor einem großen Portal. Das war die letzte Tür die mich von meiner Umwelt noch abschnitt.

"Bereit?", fragte O-nii-sama und nahm meine Hand mit seiner neuen Hand die ich bisher gar nicht bemerkt hatte. Seit wann hatte er seine verlorene Hand wieder?

Ich überlegte kurz weiter doch dann sah ich das es etwas gab das mir jetzt wichtiger war die Außenwelt.

"Ja", sagte ich und mit seiner freien Hand öffnete Kaname die Tür.

Ich spürte die frische Waldluft. Es war herrlich wieder einmal die frische Luft zu atmen.

Kaname sah meine Freude ließ meine Hand los, sodass ich ein Stück auf den freien Platz laufen konnte. Als ich fast am Waldrand angekommen war merkte ich das Kaname mir erst nicht folgte, da ich erst jetzt die Tür ins Schloss fallen hörte.

Und als wäre das der Startschuss gewesen, war ich plötzlich von unzähligen feindlichen Vampiren umgeben.

Und nicht nur ich sondern auch Kaname. Als Vorsichtsmaßnahme hatte ich Artemis eingesteckt was sich für mich jetzt als Vorteil herausstellte, so konnte ich mich wenigstens kurz ohne Kanames Hilfe verteidigen, denn im Augenwinkel sah ich das mehr Vampire um Kaname herum standen damit er mir erst gar nicht zur Hilfe kommen sollte. Dann hörte ich von weit her ein leises Flüstern das den Vampiren befahl:

"Greift an!" Die Vampire um mich herum sprangen auf mich zu, ich sah nichts mehr außer den Händen meiner Angreifer die Versuchten mich zu packen. Dies gelang ihnen auch, weil so schnell nicht Artemis ziehen konnte.

"Nein, lasst mich los.", schrie ich. "KANAME!"

Ich schrie immer weiter und so laut es ging. Ich wandte mich aus ihren Griffen.

"Meister! Wir haben die Prinzessin.", rief einer zum Himmel.

Er wusste wohl, dass sein Meister ihn hören konnte.

Dann hörte ich das Flüstern erneut: "Gut, bringt sie zu mir. Kuran, du siehst, dein Widerstand hat nichts genützt. Ist sie getrennt von dir bist du zwar stark aber deine Schwester ist schwach. Bringt ihn mit wir werden schon eine Verwendung für ihn finden."

Während die feindlichen Vampire von ihrem Meister Anweisungen bekamen, hatte sich Kaname zu mir durch gekämpft.

"Yuki!", sagte er und ich spürte, dass er mich fest um die Taille fasste und mich an seinen Körper zog. Dieser Griff war nicht so grob wie die anderen.

"Wir müssen sofort weg von hier", sagte Kaname. "Die Schutzbarriere, die die Vampire grade davon abhält uns anzugreifen, hält ihnen nicht lange stand."

"Aber sobald der Schutz weg ist fallen sie über mich her", sagte ich und war den Tränen nah.

Als ich meinen Satz beendet hatte brach der Schutz.

Ich sah Kanames entschlossenen Blick, aber sie wollten auch ihn, auch wenn sie mehr nach mir gierten, und er ist doch eine härtere Nuss als ich.

Während Kanames Kampf durch die Menge zurück zum Haus, rissen und bissen die feindlichen Vampire an mir und Kaname.

Wieder wehrte ich mich so gut es ging gegen die vielen Hände und sie schafften es mich aus Kanames Griff zu zerren.

"Nein!", hörte ich Kaname rufen. "Yuki!"

Sofort schoben sich wieder viele zwischen uns und ich versuchte wieder zu ihm zu gelangen doch ich konnte nicht sehen wo ich hinlief und so übersah ich eine hochstehende Wurzel und stolperte über sie. Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte, doch die Hände die mich hoch zogen waren derart grob, dass ich wusste, dass sie nicht die waren die mir helfen würden.

Nun hielten sie mich an den Handgelenken fest, sodass ich mich nicht mehr mit den Händen wehren konnte und da sie mir so nahe waren konnte ich mich mit meinen Füßen auch nicht ordentlich wehren.

Verdammt, dachte ich. Was soll ich jetzt machen?

Plötzlich spürte ich niemanden mehr um mich herum, da auf einmal um mich herum nur noch Eis war.

Die Vampire waren eingefroren. Dann sah ich nur noch wie hoch Flammen in die Luft schlugen.

Jetzt wusste ich, wer uns zu Hilfe kam: Die Night-Class Schüler.

"Yuki! Los weg von hier!", knurrte Kaname und zog mich mit sich, da ich da stand wie angewurzelt.

Kaname überließ den andern den Kampf ihm war es jetzt viel wichtiger mich wieder ins Haus zu schaffen.

Ich war heilfroh, dass es vorbei war.

Im Haus angelangt ließ Kaname mich los und schloss die Tür und ich lehnte mich an die Wand und rutschte vor Erschöpfung hinunter auf den Boden.

"Alles in Ordnung mit dir?", fragte Kaname.

Ich konnte ihm nicht antworten vor Entsetzen. Ich sah einen immer größer werdenden Blutfleck und schaute zu Kaname auf der nun vor mir stand.

"Du bist verletzt!", sagte ich.

"Yuki", sagte er. "Bitte verzeih um was ich dich jetzt bitten muss, aber meine Regenationskräft sind erschöpft bitte ich braucht Blut um mich vollends zu erholen."

Er streckte mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie und er zog mich hoch.

Ich konnte ihm diese Bitte nicht verwehren, denn ich wollte ja, dass er wieder gesund wurde.

Und jetzt kamen mir wieder seine Worte in den Sinn die er mir beim letzten Mal sagte:

Man kann seinen Durst nur mit der Person stillen die man liebt.

Da war aber noch etwas das mir nun wieder ins Gedächtnis gerufen wurde.Und ich wollte ihm lieber erst meine Bedenken äußern:

"Du sagtest mir, dass du verwundet seiest und nicht wüsstest was passiert wenn du die Selbstbeherrschung verlierest."

Kaname bemerkte meine Angst, da er mich noch nie um Blut bat, sondern wir uns es immer freiwillig gaben.

"Yuki, ich schwöre dir, „, sagte er." Dass ich bei klarem Verstand bin."

Dadurch, dass er mir hoch half, war etwas Platz zwischen uns frei geworden. Er kam langsam näher und als er genau vor mir stand strich er mir schon leicht die Haare von der linken Schulter.

Erst spürte ich nur seinen Atem an meiner Haut. Aber dann spürte ich wie sich seine Zähne in meinen Hals bohrten.

Es musste wohl am vorausgegangenenKampf gelegen haben, denn nach ein paar kräftigen Zügen von Kaname, fühlte ich mich so komisch, mein Körper wurde so schwer.

Kaname bemerkte mein schwindendes Bewusstsein und fing mich auf.

Das letzte, das ich in diesem Moment wahrnahm war Kanames besorgte Stimme die meinen Namen rief.