~~~~~~~~~~~~~~Der Umzug/Angst~~~~~~~~~~~~~
Ganz langsam kam ich wie aus einem Tunnel ins Licht.
Ich lag im Bett und fühlte mich schwach und benommen.
Wie viel Blut mir Kaname genommen hatte, weiß ich nicht. Aber ich bin froh, dass ich ihm helfen konnte auch wenn es mir zugesetzt hatte.
Jemand klopfte an die Tür und trat ein. Es war Kaname, der wohl gespürt hatte, dass ich aufgewacht war.
"Ein Glück, du bist schnell wieder aufgewacht. Wie geht es dir?", sagte er sichtlich erleichtert.
"Ich...fühle...mich nicht besonders gut.", sagte ich noch immer erschöpft.
"Das kann ich verstehen und es tut mir leid. Die Vampire haben dir große Teile deiner Kraft genommen und ich habe es noch schlimmer gemacht, da ich dir doch zu viel Blut genommen habe, das war alles zu viel. Es tut mir schrecklich leid. Nimm etwas von meinem Blut, damit du wieder zu Kräften kommst."
Ich wollte mich eigenständig aufrichten und stütze mich auf meinen Ellbogen, doch er schüttelte den Kopf und zog mich sanft nach oben, sodass es für mich nicht anstrengend war. Und wieder kam die Bestie zum Vorschein.
Aber dieses Mal konnte auch ich mich nicht halten, da ich so kraftlos war wollte ich unbedingt Kanames Blut.
Ich biss zu und merkte schon beim ersten Zug das meine Kraft zurück kam und ich sah wieder die Bilder des Kampfes aus Kanames Perspektive, wie er in Sorge um mich alles niederschlug um mich zu beschützen. Und dann war es auch schon vorbei.
"Ich bin so froh das dir nichts passiert ist.", sagte O-nii-sama noch immer erleichtert als ich zu ihm aufsah. Als er dann weiter sprach war seine Stimme jedoch wieder sehr ernst: "Wir werden bald von hier weg gehen. Durch ein paar Maßnahmen sind wir hier für den Moment geschützt. Wir werden denselben Weg nehmen, auf dem wir auch gekommen sind."
Ich konnte in dem Moment nichts sagen, denn obwohl mir das Blut Kraft gab, war ich immer noch nicht stark genug mich auf eine solche Reise zu begeben.
Ich wollte mich zurück in die Kissen fallen lassen, doch Kaname ließ mich ganz langsam zurück gleiten.
"Keine Sorge, Liebste, wir werden nicht eher aufbrechen bis du nicht wieder ganz bei Kräften bist und du im Stande bist dich auch ohne mich zu verteidigen. Ich werde nicht noch einmal ein solches Risiko eingehen."
Ja, das konnte ich verstehen. So schwach wie ich mich fühlte würde ich es ja noch nicht einmal schaffen das Stück durch den Wald zu laufen.
"Ich lass dich jetzt besser noch einige Stunden schlafen und bevor wir aufbrechen solltest du deinen Hunger auch noch einmal stillen." Mit diesen Worten stand er von der Bettkante auf und ging durch die Tür.
Als ich diesen Mal aufwachte, war es mitten in der Nacht. Ich merkte, dass meine Kraft schon wieder zu großen Teilen zurückgekehrt war, denn ich konnte mich ohne Probleme und ohne Hilfe aufsetzen.
"Geht es dir jetzt wieder besser?", fragte Kaname. Ich erschrak kurz, weil ich ihn gar nicht bemerkt hatte. Er hatte bewegungslos an meinem Bett gesessen.
"Ja ich fühle mich fast mehr als gut =)", bemerkte ich.
"Dann bin ich aber beruhigt. Wir wollen bald aufbrechen. Brauchst du noch etwas?", fragte er.
"Nein, ich denke durch den viele Schlaf bin ich doch wieder ganz fit geworden."
Ich war wirklich wieder fit, aber ich wollte auch nicht das Kaname sich unnötig Sorgen machte.
"Gut", sagte er. "Während du am schlafen warst habe ich schon mal alles fertig gemacht. Deine Sachen sind jetzt, bis auf das was du anhast und das was Ruka dir rausgelegt hat, in die Koffer verpackt und ins Auto geladen worden. Bitte zieh dich jetzt an dann können wir aufbrechen."
Kaname ging aus dem Zimmer um mit einen Moment für mich zu geben, damit ich mich anziehen konnte und vor allem auch Artemis sicher an meinem Bein mit dem Gurt befestigen konnte.
Als ich dann zur Tür ging, wurde sie gerade geöffnet und Kaname trat herein. Da ich schon fertig war, nahm er meine Hand, machte auf dem Absatz kehrt und wir gingen zu dem unterirdischen Portal durch das wir vor einem Jahr herein gekommen sind.
Wir gingen recht schnell und in Begleitung von Ruka und Aido-senpai durch den Wald. Daher kamen wir nach wenigen Minuten beim Auto an und stiegen ohne einen Blick zurück ein.
Ich saß still im Auto, denn der kurze Weg hatte mir doch in gewisser Weise zugesetzt.
Also lehnte ich mich an Kaname, der bemerkte, dass mein Kopf schwer an seine Schulter sank, einen Arm um mich schlang und mich damit aufrecht hielt.
"Yuki?", hörte ich eine sanfte Stimme sagen, während mich die Person an der Schulter schüttelte.
"Yuki, wach auf wir sind da. Du kannst dich gleich in einer bequemeren Position ausruhen.", sagte Kaname und die anderen schmunzelten.
Plötzlich wurde ich hochgehoben und aus dem Wagen getragen. Wir betraten das Haus und ich wurde von Kaname in ein Zimmer getragen, wo auch schon meine Koffer standen.
Ich war schon fast wieder eingeschlafen, als ich merkte das Kaname mich auf das große Bett legte und mich besorgt anschaute.
"Vielleicht hättest du doch vorher noch etwas Blut trinken sollen. Du siehst nicht gut aus.", sagte er.
Ich erwiderte seinen Blick. Mir fielen wieder die Augen zu. Doch Kaname sagte: "Bevor du schläfst bitte trink etwas Blut dann geht es deinem Körper und meinem Gewissen besser."
Und damit legte er seine Arme um mich und zog mich vorsichtig hoch.
Ich biss zaghaft zu und trank in ganz kleinen Schlücken. Ich wollte schon von ihm ablassen, weil ich einfach nicht mehr wollte, doch Kaname hatte eine Hand an meinen Hinterkopf gelegt und übte leicht Druck aus, als ich mich zurückziehen wollte.
"Bitte Yuki, ich habe fast nichts gespürt. "
Also legte ich meine Zähne wieder in die von mir gebissenen Löcher und versuchte stärker zu saugen.
Dann strich Kaname mit der Hand, die zuvor an meinem Hinterkopf lag hinunter bis sie auf meinem Rücken lag.
"Ruh' dich aus es war vielleicht doch zu früh mit dem Umzug aber es ging leider nicht anders."
Jetzt wo ich doch etwas mehr Blut genommen hatte gings mir schon besser. Vielleicht brauchte ich einfach nur ein wenig Blut in den nächsten Tagen und viel Schlaf und dann könnte ich bald lernen wie mal kämpft denn Kaname sagte ja, dass ich es lernen soll damit ich für den nächsten Ernstfall, sollte er kommen, kampfbereit bin.
Mit diesen Gedanken schlief ich schließlich ein.
Ich wusste nicht wo ich war und konnte nichts sehen. Ich versuchte mich zu bewegen, doch da merkte ich, dass ich mich auch nicht bewegen konnte, denn meine Arme waren über mir ausgestreckt und festgebunden. Genauso wie meine Beine.
Ich bekam Panik.
Wo war ich und warum und wie war ich in dieser misslichen Lage?
Ich fing an zu schreien, denn das war wohl die einzige Möglichkeit die ich jetzt hatte.
Auf einmal wurde eine Tür geöffnet und Licht drang herein.
Jedoch konnte ich das Gesicht nicht sehen, da das Licht auf den Rücken der Person fiel.
Der Statur nach zu urteilen würde ich sagen, dass es ein Mann ist.
"Hör auf zu schreien dir kann niemand helfen", sagte ein Mann, dessen Stimme mir äußerst bekannt vorkam.
Ich find an mich zu winden, doch es half alles nichts.
"Yuki! Yuki, wach auf du träumst!", sagte Kaname.
Der Mann kam näher zu mir und legte eine Hand an meinen Kopf und drückte ihn leicht zur Seite. Nun näherte er sich mit seinem Kopf und seinen Zähnen meinem Hals.
"Yuki! Wach gefälligst auf." Nun schüttelte mich nun doch heftiger, denn er versuchte mich aus diesem Albtraum zu holen.
"Zeit für einen kleinen Leckerbissen", sagte der Mann.
Schreiend fuhr ich hoch und Kaname wich im letzten Moment zurück, sonst wäre ich gegen ihn geprallt.
"Zum Glück, du bist wach", sagte er sichtlich erleichtert.
Er setzte sich auf die Bettkante und ich krallte mich an ihn und fing an zu weinen.
Dieser Traum war schlimmer als alles was ich bisher geträumt hatte. Und ich hatte diesen Mann erkannt, der mein Blut wollte.
Es war Rido.
Aber das konnte doch nicht sein Zero und ich hatten ihn doch getötet. Kaname zog mich in seine Arme und versuchte mich zu trösten.
"Yuki, was ist los was hast du geträumt?", fragte er noch immer besorgt. Aber ich konnte ihn verstehen, wenn er seine kleine Schwester erst nicht wach bekommt und wenn sie dann schreiend aufwacht sich sofort weinen an ihm festhält.
"Ich...ich war...", begann ich doch die Tränen übermannten mich, ich hatte solche Angst.
"Ich weiß nicht wo ich war. Aber ich konnte mich nicht bewegen, weil meine Arme und Beine festgebunden waren", ich schluchzte es war nicht schön sich daran zu erinnern.
"Also fing ich an zu schreien. Und dann... dann kam jemand in diesen Raum den ich nicht erkannt er sagte etwas und seine Stimme klang wie... wie die... von Rido."
Kaname erstarrte doch dann sagte er: "Aber Yuki, das kann nicht sein. Er ist tot. Du und Zero, ihr habt ihn getötet. Das weist du doch."
Ich hob mein Gesicht an um ihn anzuschauen und sagte:
"Das weiß ich, aber er war wieder hinter meinem Blut her. Er wollte gerade zubeißen als ich erwachte.", sagte ich wieder recht gefasst.
"Aber...", doch das war schnell vorbei.
"Aber.. ich konnte mich nicht wehren."
Kaname umarmte mich fester.
"Was wenn er doch noch nicht besiegt ist und zurück kommt um mich zu holen?"
"Das werde ich nicht zulassen. Wir werden dir zeigen wie du dich verteidigen kannst und wir werden dich auch mit allen Mitteln beschützen. Aber der Angreifer damals, das konnte Rido nicht gewesen sein. Er ist tot."
