Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer: Es tut mir entsetzlich Leid, dass die Fortsetzung so furchtbar lange hat auf sich warten lassen. Ich hoffe, dass es noch ein, zwei Leser gibt und dass euch das neue Kapitel gefällt, damit sich das Warten wenigstens gelohnt hat. Vielen herzlichen Dank an Meta Capricorn, Sachita, Windspiel und allen voran Nina für ihre wunderbaren Reviews. Dankedankedanke. Ihr seid der Zuckerguss auf meinen Zitronentörtchen. Danke für eure Rückmeldungen.
Nina: Nachdem ich dir ja leider auf FFNet nicht richtig antworten kann, nun also auf diesem Weg: Danke. Dein Review kam für mich sehr überraschend und hat mich sehr, sehr glücklich gemacht und gefreut. Ich hoffe, die Geschichte gefällt dir auch weiterhin.
Liebe Grüße und ich hoffe, bis zum nächsten Teil lasse ich euch nicht so lange warten.
Eure Maia
Vom Brauchen und Gebrauchtwerden
Teil Sieben
i)
Oliver steckt noch zwischen dem ersten und dem zweiten Schluck Kaffee, es ist früh am Morgen, zu früh eigentlich, denkt er seufzend, aber was will man schon machen, wenn man unbedingt Qudditchprofi werden möchte und der eigene Trainer ein fröhlicher, sadistischer Morgenmensch ist, der prinzipiell niemals später als sechs Uhr aufsteht und das Training deshalb die meiste Zeit für halb acht morgens ansetzt. Ein paar seiner Kollegen fallen regelmäßig beinahe vom Besen und erklären ihrem Trainer in aller Ruhe, dass das Koffein noch nicht angefangen hat zu wirken und lassen sich nicht im Geringsten vom darauffolgenden Geschrei und der Standpauke beeindrucken.
Oliver ist da anders. Vielleicht fehlt ihm einfach nur die Erfahrung, aber er hat keine Lust, seine gerade steil aufstrebende Karriere dadurch zu beenden, dass er seinem Trainer ein paar Mal zu häufig widersprochen hat, also stellt er sich den Wecker auf halb sechs und trinkt vier Tassen Kaffee. Ja, er weiß, dass das nicht gerade ein gesunder Lebenswandel ist.
(Er fragt sich, wie es Katie mit dem Profiquidditch geht. Er sollte sie öfter sehen, wirklich.)
(Er fragt sich, wie es seinem Team früher ergangen ist, damals, vor hundert Jahren, in einem anderen Leben, als er noch Käpt'n und sadistischer Trainer war und ihnen allen mit seinem Quidditchwahn vermutlich schrecklich auf die Nerven gegangen ist. Und wenn er ehrlich zu sich selbst ist: welcher männliche Jugendliche schafft es denn bitte, so gut wie alle Wochenenden während seiner Hogwarts-Schulzeit mit Quidditchtraining und dem Austüfteln neuer Strategien oder dem Spionieren anderer Teams zu verbringen, statt sich Freitag Abends mit Freunden zusammenzusetzen und damm am nächsten Tag auszuschlafen?)
Es hat ja doch keinen Sinn, denkt Oliver düster. Er greift sich seine heiße Kaffeetasse und wandert vom Küchentisch hinüber in sein kleines Wohnzimmer. Im Kamin flackert ein magisches Feuer und Oliver lässt sich träge auf dem uralten, gemütlichen Sessel nieder, den er von seinem Großvater geerbt hat. Er hebt seinen Zauberstab und murmelt „Accio Photoalbum". Wenn er schon in Erinnerungen schwelgt, dann kann er das auch richtig tun, findet er.
Oliver lässt seine Kaffeetasse neben sich in der Luft schweben und schlägt behutsam die erste Seite auf. Es ist eine Weile her, dass er das Buch zuletzt in der Hand hatte. Er hat es als Abschiedsgeschenk von seinem Team bekommen und nachts im Schlafsaal unter der Decke angeschaut, heimlich, nur mit seinem Stablicht, und auf seinem Gesicht gaben sich Trauer und Freude die Hände.
Er hasst Abschiede. Und er weiß noch zu genau, wie schwer er geschluckt hat, damals, bei der Vorstellung, Hogwarts am nächsten Tag zu verlassen und sein Team (sein Team, Merlin, seine Freunde und Sportskameraden) auf unbestimmte Zeit nicht mehr sehen zu können. Man wirft ein paar gemeinsam verbrachte Jahre nicht einfach weg.
(Und das ist es doch, was er getan hat, oder nicht, in den letzten Monaten? Wie oft – nein, wie selten – hat er mal darüber nachgedacht, wie es den Anderen ergangen ist? Und dabei wusste er doch, was mit Fred passiert ist, dabei wusste er, wie es Angelina und George – und Alicia, dann – gehen musste, verdammt, Oliver hat Jahre mit ihnen allen verbracht und er kennt sie besser, als sie vielleicht ahnen.)
Auf der ersten Seite strahlen sie ihm alle entgegen. Sie halten den Quidditchpokal in ihren Händen, McGonagall reicht ihm, Oliver, ein Taschentuch und tupft sich selbst die Tränen von den Wangen, während die Mädchen und die Zwillinge und Harry in die Kamera lachen und winken und so begeistert mit dem Pokal wedeln, dass der Photo-Oliver mit erschrockenem Gesichtsausdruck dazwischen geht und den Pokal an sich reißt.
Oliver muss über sich selbst schmunzeln. Auf der Photographie fängt nun ein kleines Gerangel an, Katie stemmt empört die Hände in die Hüften, die Zwillinge tanzen ausgelassen um die ganze Meute herum und Harry lächelt ein bisschen überfordert und hebt die Schultern, als wolle er sagen Ich kann nichts dafür, diese Idioten verhalten sich immer so verrückt, was will man schon machen.
Er blättert weiter.
Und bricht in Lachen aus. Das nächste Photo ist eine Aufnahme von Percy, wie er seelenruhig schlafend in seinem Bett liegt, allerdings verschönert von Fred und George, mit aufgemalten Besen, Klatschern und Quidditchspielern auf Wangen, Nase, Stirn. Ein kleiner, goldener Schnatz schimmert auf dem rechten Ohrläppchen und Oliver glaubt sich erinnern zu können, dass es die Rache der Zwillinge dafür war, dass ihr Schulsprecherbruder ihnen Nachsitzen für einen harmlosen Streich aufgebrummt hatte und sie deshalb ihrem irren, vollkommen übergeschnappten Käpt'n erklären mussten, dass sie ein Training versäumen würden. Natürlich war Oliver fuchsteufelswild gewesen und hatte ein Straftraining angesetzt und auf wundersame Weise war Percy am nächsten Tag zum Frühstück mit griesgrämiger Miene und diesen Verzierungen aufgetaucht, unfähig, sie wegzuzaubern oder abzuwaschen.
Die Zwillinge. Olivers Photoalbum ist voll mit ihnen, schließlich konnte man sich Quidditch ohne Fred und George kaum vorstellen. Zwei sommerbesprosste, ständig grinsende Gesichter unter Wolken aus wirrem, rotem Haar. Nichts als Streiche und Unfug im Kopf (und die besten Treiber, die Oliver sich hätte wünschen können). Merlin, wie sie manchmal seine Nerven strapaziert hatten. Und wie oft sie ihn zum Lachen gebracht hatten, immer in den unpassendsten Momenten, immer dann, wenn er den strengen Käpt'n raushängen ließ und seine Mundwinkel verdächtig zuckten.
(Nicht darüber nachdenken. Nicht. Nicht überlegen, was passiert, wenn eine Hälfte des Ganzen verlorengeht.)
Das nächste Photo zeigt seine drei Mädchen, nicht in Quidditchausrüstung, sondern in Frreizeitkleidung, mit Jeans und bunten T-Shirts, wahrscheinlich auf dem Weg nach Hogsmeade. Sie sehen hübsch aus und jung und glücklich. (Welch ein Unterschied zu- .) Es muss in Olivers sechstem Jahr gewesen sein, Katie hat auf dem Photo noch die kurzen Haare, die sie sich damals selbst abgeschnitten hatte. Oliver sieht die Drei an und betrachtet ihre Gesichter, als würde er sie gerade zum ersten Mal erblicken.
Sie lachen strahlend und ausgelassen, sie haben die Arme umeinander geschlungen und halten sich fest (und wie verdammt symbolisch das ist, nicht wahr? Sie tun das noch heute.) und Oliver denkt, dass diese Drei vermutlich (hoffentlich) nichts und niemand auseinander reißen kann, weder Tod noch Verderben, weder Liebe noch Hass. Er lächelt ein bisschen, fast schon stolz, weil er der einzige Käpt'n mit derartiger Frauenpower im Team gewesen ist (und bereut, dass er es seinen Mädchen vielleicht nicht oft genug und deutlich genug gezeigt hat).
Eine Seite weiter rangeln Lee und Professor McGonagall um das Magische Megaphon. Lee hat die Stirn in wilde Furchen gelegt und zerrt wie wild an dem Megaphon, während ihre Lehrerin empört nach Luft schnappt und den armen Lee vermutlich gerade darüber belehrt, dass er sich mit seinen Äußerungen gegenüber allen Teams, die nicht Gryffindor sind, gefälligst zurückhalten soll, weil sie sonst dafür sorgen wird, dass er das nächste Spiel mit Sicherheit nicht kommentieren wird.
Lee. Oliver ist froh, dass er ihn getroffen hat, und froh, dass sich ihr kleiner Streit ebenso schnell wieder in Luft aufgelöst hat wie er begonnen hat. Er fände es schön, wenn Lee ins Profigeschäft wechseln würde. Oliver hat nichts gegen die Stadionsprecher der Liga, aber sie sind langweilig und farblos, wenn man jahrelang mit dem Klang und den frechen Kommentaren von Lee Jordan im Ohr gespielt hat.
Das nächste Bild sorgt dafür, dass Oliver hastig nach seiner Kaffeetasse greift und eilig einen großen Schluck nimmt, in dem verzweifelten Versuch, seinen aufsteigenden Schmerz herunterspülen zu können. Angelina und Fred sitzen auf einem der Sessel im Gemeinschaftsraum, eng verschlungen und so dicht aneinander geschmiegt, dass man kaum weiß, wo der Eine anfängt und der Andere aufhört. Freds Hände liegen auf ihrer Taille und Angelinas Finger sind in Freds Haar vergraben. Sie schauen sich an und lächeln und weil sie gerade den Quidditchpokal gewonnen haben und es irgendwie nichts zu verlieren gibt, beugen sie sich vor und küssen sich.
Als er das Photo zum ersten Mal gesehen hat, hat sich Oliver gefühlt wie ein Eindringling (gut, mal abgesehen davon, dass er nachts im Schlafsaal beinahe ausgerastet ist, weil er sich gefragt hat, wie bei Merlin er auf der Feier hatte verpassen können, was da zwischen zwei seiner Spieler lief), weil die Beiden so völlig versunken in ihrer eigenen Welt sind, dass es falsch ist, sie dabei zu beobachten, wie sie so ungeheuer vertraut und intim miteinander umgehen, nur für einen kurzen Augenblick, nur für eine Nacht, weil Fred Weasley bei all seinen Späßen und vorlauten Kommentaren nunmal ein Angsthase ist (war), sobald es um echte Gefühle geht.
Oliver hat ganz vergessen, wirklich, wie gut er sein Team kennt. Fred und George, die nicht ohne einander können, die alles miteinander teilen (außer vielleicht die Mädchen), die keine Geheimnisse haben, die sich in- und auswendig kennen und blind wissen, wie der Andere reagieren wird, die sich vertrauen, vorbehaltlos, die Hogwarts einfach ein wenig bunter und vergnügter und lebendiger gestaltet haben (und es ist nicht fair, denkt Oliver verschwommen, es ist nicht fair, dass es Einen von ihnen nicht mehr gibt und es den Anderen beinahe umbringt in seinem Schmerz).
Katie mit ihrer sprühenden Art und dem ansteckenden Lachen, Alicia, die sich schon immer um alles und jeden gekümmert hat, zu der man kommt, wenn einen Kummer und Sorgen plagen, Angelina, so stark und verletzlich zugleich, wenn sie genug Vertrauen gefasst hat, um einen hinter die Maske blicken zu lassen. Seine drei Mädchen.
Harry, mit der Last der Welt auf seinen Schultern und dem schüchternen Lächeln auf den Lippen. Der beste Sucher, den Oliver sich hätte wünschen können (und der ärmste, schmächtigste, bemitleidenswerteste Elfjährige, den er je kennengelernt hat. Wie sich die Dinge doch wandeln können. Wie das Leben eben manchmal spielt.).
Und da, da ist er selbst, Oliver, eingefangen in einem Moment, in dem ihm gar nicht bewusst gewesen ist, dass jemand ein Photo geknipst hat. Es ist Sommer, seine Haare sind einen Tick zu lang und er hat die Hosenbeine hochgekrempelt, um barfuß am Seeufer entlang zu spazieren. Er lacht, hat die Hände in die Hosentaschen geschoben und sieht einfach nur jung und glücklich aus (bevor der Krieg kam und -).
Manchmal wünscht sich Oliver diesen quidditchverrückten Jungen zurück, der noch nicht wusste, was die Zeit für ihn und all die, die ihm wichtig waren, bereithalten würde.
Aber nicht jetzt. Nicht jetzt. Jetzt wartet sein eigener Trainer und dem ist es, zumindest an der Oberfläche, vollkommen egal, was für eine Ausrede Oliver ihm präsentiert, wenn er vom Besen kugelt. Also klappt er das Album zu und trinkt seufzend seinen Kaffee.
ii)
„Bitte sehr, Kaffee, Toast, Croissant, Marmelade, Honig, Müsli, Joghurt und frische Früchte." Die junge Hexe im knallgelben, kurzen Kellnerumhang strahlt Katie gutgelaunt an und lässt drei Tabletts auf den Tisch herunterschweben. Katie hebt verwirrt den Kopf. „Aber", beginnt sie und löst ihre Augen von der Speisekarte, obwohl sie die längst auswendig kann, „ich hab' doch noch gar nicht bestellt." Die Hexe gluckst amüsiert. „Ich weiß", grinst sie, „Der junge Herr dort drüben hat mir aufgetragen, Ihnen das zu bringen. Die Blaubeermuffins kommen auch gleich." Sie deutet auf einen Tisch in der Ecke und beugt sich nach unten, um Katie verschwörerisch ins Ohr zu flüstern, „Ganz unter uns ... Wenn Sie ihn nicht wollen, ich würde mich seiner annehmen."
Sie zwinkert Katie zu und verschwindet dann wieder in der Küche. Katie verrenkt sich beinahe den Hals, um in Richtung des Tisches schauen zu können, auf den die Hexe gedeutet hat. Drüben am Fenster, mit einem überdimensional großen, selbstbewussten Lächeln im Gesicht sitzt ... „Lee!", lacht Katie und macht hektische Handbewegungen, um ihrem Freund zu signalisieren, dass er gefälligst seinen Hintern an ihren Tisch bewegen soll.
„Guten Morgen", begrüßt sie ihn, nachdem er gelassen zu ihr geschlendert ist, „Setz dich, du Verrückter, und bediene dich an dem Frühstück, das du mir so großzügig gesponsort hast." Sie umarmen sich kurz und Lee nimmt gegenüber von Katie Platz. Er schenkt sich heißen, dampfenden Kaffee ein und rührt Milch und Zucker dazu. „Wie hast du mich gefunden?", erkundigt sich Katie amüsiert und Lee schenkt ihr ein fast schon mitleidiges Lächeln.
„Katie, Liebling", beginnt er, „Das ist nun wirklich nicht weiter schwer. Du frühstückst hier jeden Mittwoch um neun und zwar immer alleine. Mein Job ist es, so viel wie nur möglich über Quidditchspieler herauszufinden. Und du, meine Liebe, bist mit Abstand mein leichtestes Opfer." Er zwinkert ihr zu und raunt mit tiefer Stimme, „Wie fühlt sich das an, beobachtet zu werden?"
Katie kichert und stößt ihn an. „Du bist verrückt", erklärt sie unumwunden, „Aber ich vertraue darauf, dass du unsere Freundschaft nicht ausnützt und keinem deiner moralisch nicht ganz so gefestigten Kollegen verrätst, wo man mich finden kann." Lee schlürft seinen Kaffee und zuckt die Achseln. „Keine Sorge", sagt er, „Die denken allesamt, du würdest dich mit deinem heimlichen Geliebten in einem Schloss in den schottischen Highlands treffen, um dich dort bei Shortbread, Tee und flackerndem Kaminfeuer auf einem Schaffell zu wälzen und dann hastig in deine Klamotten zu hüpfen, wenn dein Training anfängt."
Einen Augenblick lang starrt Katie ihn sprachlos an, dann bricht sie in beinahe hysteriches Gelächter aus und schnappt nach Luft. Ihre Kaffeetasse zittert bedenklich in ihren Händen. „Du machst Witze", stößt sie zwischen Lachen und Atmen hervor, „oh, bitte, sag mir, dass du Witze machst." Lee lässt sie kurz zappeln, bevor sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht niederlässt. „Klar", antwortet er, „Aber wenn du willst, kann ich dieses Gerücht gerne verbreiten."
Katie schüttelt hektisch den Kopf und verschluckt sich an ihrem Kaffee. „Bloß nicht!", röchelt sie, „Meine Eltern würde der Schlag treffen. Willst du das etwa verantworten?" Lee lehnt sich auf seinem Stuhl zurück. „Achso", macht er gedehnt, „Darum geht's. Und ich dachte schon, du willst nicht, dass ein bestimmter ehemaliger Gryffindor-Käpt'n denkt, du wärst vergeben." Seine Worte reißen ein Loch in Katies Magengegend und sie kneift die Augen zusammen. „Was soll das denn heißen?", erkundigt sie sich betont ruhig, streicht sich jedoch nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Lees Gesicht spricht Bände. „Volltreffer!", lacht er leise, „Gib dir erst gar keine Mühe, irgendwas zu verbergen, Katie. Ich habe meine Quellen eben überall. Aber keine Sorge, dein Geheimnis ist bei mir sicher." Katie stöhnt entnervt auf. „Leeee", macht sie langgezogen, „Da gibt es kein Geheimnis. Ich habe Oliver zufällig getroffen und dann waren wir mal eine heiße Schokolade trinken. Also verrate mir jetzt gefälligst, wer deine verfluchte Quelle ist. Ich habe nämlich keine Lust, morgen im Tagespropheten irgendwelchen Klatsch und Tratsch über mich zu lesen."
Lee beugt sich nach vorne und legt ihr kurz eine Hand auf den Unterarm. „Hey", sagt er leise, „Hey, Katie, ganz ruhig. Ich bin's doch. Schon vergessen? Ich reiße meine Sprüche, aber ich würde nie etwas tun, was dir schadet oder wehtut. Ich mache nur Spaß. Okay? Ich wollte dich ein bisschen necken ..." Er sieht sie unsicher an und es passt so überhaupt nicht zu seinem üblichen Selbstbewusstsein, dass Katie lachen muss. „Weiß ich doch", murmelt sie, „Ich bin nur ein wenig paranoid, was die Presse angeht ... Und jetzt sag mir, wer deine geheime Quelle ist."
„Meine Mum", gibt Lee zerknirscht zu, „Sie war in der Winkelgasse einkaufen und hat euch zufällig im Café sitzen sehen. Und natürlich musste sie dann gleich vorbeiflohen und mir berichten, dass sie zwei meiner Quidditchfreunde bei einem Rendezvous beobachtet hat. Du weißt ja, wie sie ist. Eben heillos romantisch." Katie verzieht amüsiert das Gesicht. Ohja, sie kennt Mrs Jordan. Schon seit Jahren hält Lee seine kleinen, belanglosen Affären vor ihr geheim, weil sie in jedem Mädchen, von dem Lee mal spricht, ihre potentielle Schwiegertochter und zukünftige Mutter ihrer ungeborenen Enkelkinder sieht.
„Also läuft da nichts zwischen dir und unserem guten Wood?", erkundigt sich Lee beiläufig, während Katie an ihrem Toast knabbert. „Nein!", erwidert sie hastig, „Gute Güte, Lee, seit wann interessierst du dich denn derart für mein Liebesleben?" Lee stellt vorsichtig seine Tasse Kaffee auf dem Tisch ab und meint, „Ich glaube einfach nur, dass es euch beide gut tun würde, das ist alles. Zwei einsame Quidditchspieler, beide auf dem Weg nach ganz oben, begegnen sich in der Luft und finden die Liebe ... Wäre das nicht wunderbar?"
Katie grinst breit. „Ohja", stimmt sie ihm zu, „Das wäre phantastisch. Alles rosarot. Und das passt ja so hervorragend zu Oliver und mir. Wie wär's, soll ich dich gleich jetzt engagieren, um auf unserer Hochzeit die Rede zu halten? Ich bin mir sicher, kaum jemand könnte mich so gut blamieren wie du." Lee legt sich dramatisch eine Hand dorthin, wo er sein Herz vermutet, und haucht gequält, „Ich bin zutiefst verletzt. Als ob ich dich jemals blamieren würde."
„Spinner", sagt Katie ungerührt und futtert ihren Toast auf. „Hat es eigentlich einen bestimmten Grund, dass du mir heute hier aufgelauert hast?", erkundigt sie sich dann, „Sonst flohst du doch einfach vorbei, wenn du ein bisschen plaudern willst." Sie kann an Lees Gesicht ablesen, dass er nicht hier ist, um einen Kaffeeklatsch mit ihr abzuhalten.
„Du hast vermutlich gehört, dass George gerade in St. Mungo's liegt", beginnt er und spielt mit unruhigen Fingern mit seinem Kaffeelöffel, „Scherzartikelunfall. Nichts allzu Schlimmes, soweit ich das beurteilen kann. Naja, jedenfalls hat Alicia dafür gesorgt, dass ich ihn heimlich besuchen kann. Und das ist, gelinde ausgedrückt, eher katastrophal verlaufen. Ich weiß langsam nicht mehr, was ich mit diesem verdammten Sturkopf anstellen soll, Katie."
Katie schweigt, weil sie nicht weiß, was sie erwidern soll. Sie war dabei, sie hat mitbekommen, wie Lee immer und immer wieder versucht hat, an George heranzukommen, ihm Briefe zu schreiben, ihn besuchen zu gehen. Sie war dabei, als nichts geklappt hat, als Lee langsam die kreativen Idee ausgingen, als die Trauer und Verzweiflung langsam unbändiger Wut wich. Sie kann sich ungefähr vorstellen, wie es Lee jetzt gehen muss und es tut weh, so verdammt weh, dass sie auch ihm nicht wirklich helfen kann (dass sie niemandem wirklich helfen kann, nicht einmal sich selbst).
Lee hebt den Kopf und schaut sie an. „Alicia hab ich auch gesehen", spricht er leise weiter, „Katie ... du hast mir gar nicht gesagt, wie absolut beschissen sie aussieht. Sie wirkt vollkommen übermüdet und überarbeitet, sie hat diese furchtbaren Augenringe und nicht einmal ihre blöde Heilerrobe kann verbergen, wie dünn sie geworden ist. Isst sie überhaupt irgendwas? Oder ist sie viel zu beschäftigt damit, Menschen zu retten und nebenbei Angelinas Leben zu organisieren?" Er klingt zynisch und hilflos und aggressiv und Katie kennt ihn gut genug, um zu wissen, dass das eben seine Art ist, damit umzugehen, dass er nichts für Alicia tun kann, in diesem Moment.
„Ja, sie isst", antwortet Katie, „Nicht genug, vermutlich, aber ich sorge schon dafür, dass sie uns nicht verhungert, okay? Und was ihr Arbeitspensum angeht ... Sie behauptet, dass jeder in der Heilerausbildung so viel arbeiten muss. Ich schätze nur eben, dass die Anderen keine todunglückliche Freundin als Dauergast bei sich auf dem Sofa campieren lassen. Und natürlich geht es ihr furchtbar an die Nieren, dass sie George nicht mehr beistehen kann, dass er sie nicht an sich heranlässt. Immerhin ...", Katie räuspert sich, „Immerhin waren oder sind oder was auch immer die beiden ein Paar."
Lee stürzt seinen Kaffee hinunter. Er denkt an sein Gespräch mit George und fragt sich, welche Zukunft eine Beziehung wie diese hat. „Alicia braucht Ablenkung", überlegt er und grinst Katie anzüglich an, „Was meinst du, vielleicht sollte ich mal ...?" Katie sieht ihn an und sagt scharf: „Nein. Nein, Lee. Vergiss es. Wenn das ein Scherz gewesen sein soll, dann war es ein ziemlich mieser. Denk nicht einmal im Traum daran, dich an Alicia ranzumachen. Ist das klar?"
Er zuckt die Achseln und hebt beschwichtigend beide Hände. „Ganz ruhig", meint er, „Du kennst mich doch. Außer Quidditch, Streichen und Sex nicht viel im Hirn. Und da sich Alicia weder für Quidditch noch für Streiche sonderlich begeistern kann, dachte ich, ich schenke ihr eben anderweitig meine Aufmerksamkeit." Katie zieht die Brauen zusammen und schaut Lee nachdenklich an. Er liebt es, sein Klischee zu spielen, doch sie glaubt, dass er manchmal vergisst, wie gut sie ihn kennt. Harte Schale, weicher Kern. Lee ist einer, der seine Qualitäten herabspielt und sein Licht unter den Scheffel stellt, weil er für sich selbst eine Rolle aufgebaut hat, der er gerecht werden muss, eine Rolle, die dafür sorgt, dass seine Gegner oder Rivalen oder Kollegen ihn ständig unterschätzen, weil er eben doch mehr ist als nur QuidditchStreicheSex.
„Lass es, Lee", wiederholt Katie, „Sag sowas nicht einmal im Spaß. Es würde alles kaputtmachen."
Lee lacht und nickt und versichert Katie, dass er doch nur Blödsinn von sich gibt, aber er denkt an George, der Alicia vorwirft, dass sie sich nicht bei ihm gemeldet hat, und er denkt an Alicia, die fast verschwindet in ihrem Schmerz und er denkt, dass es so wie bisher auf gar keinen Fall weitergehen darf.
iii)
„Hast du Hunger? Ich könnte dir Kartoffelsuppe warm machen und dazu vielleicht ein bisschen frisches Brot. Oder möchtest du etwas Anderes? Vielleicht was Süßes? Oder Obst? Soll ich dir heiße Schokolade kochen?" Arthur legt seiner Frau sanft eine Hand auf den Unterarm und sagt lächelnd, „Molly, Liebes, lass den Jungen doch erstmal reinkommen und sich hinsetzen, ja? Er ist doch schon groß. Er wird dir schon sagen, worauf er Appetit hat."
George sieht ein bisschen überfordert aus, aber er lässt zu, dass ihm sein Vater aus dem Umhang hilft und dann läuft er langsam und noch ein wenig unsicher ins Wohnzimmer, wo er sich auf einem Sessel niederlässt. Er ist ganz froh, dass niemand zu Hause ist außer seinen Eltern. Allzu viel Gesellschaft und Aufregung hätte er nicht ertragen. Sie haben ihm erzählt, mit besorgten, entschuldigenden Mienen, dass Charlie wieder nach Rumänien musste, weil die Arbeit eben rief, dass Bill beschäftigt ist mit Arbeit und Fleurs Schwangerschaft, dass Percy ebenfalls arbeitet und Ginny wieder nach Hogwarts musste.
Ron ist im Laden, schon den zweiten Tag in Folge, und George denkt, dass er ab morgen wieder übernehmen muss, weil Kingsley sonst vermutlich ausrasten wird, dass einer seiner Auroren in spe seine wertvolle Arbeitszeit in familieneigenen Scherzartikelladen verbringt. Und das hat Ron nicht verdient, schließlich hat er doch nur getan, was getan werden musste, schließlich hat er es für George getan (und ja, George ist dankbar, aber er hat verlernt, wie man das zeigt).
„Ist schon in Ordnung, Mum", sagt er nun und kuschelt sich an ein großes Kissen, „Eine Tasse Tee wäre nicht schlecht." Er legt die Füße hoch auf die Couch und schließt die Augen. Heilerin Dowes hat ihm eingeschärft, dass er sich gefälligst schonen und ausruhen soll. Das dürfte ihm leicht fallen, denn er hat in der vergangenen Nacht kaum geschlafen. In seinem Kopf spukte Alicia herum, eine weinende Alicia, und er war Schuld daran. Sie hatte seinetwegen geweint. George hatte nicht gewusst, dass ein schlechtes Gewissen derart schmerzhaft sein konnte.
„Einen Tee. Natürlich!", nickt seine Mum hastig und ist sofort in der Küche verschwunden. Arthur hängt seinen Umhang an der überquillenden Garderobe auf und kommt dann bedächtig ins Wohnzimmer. George öffnet seine Augen wieder, als er merkt, wie sein Vater sich neben ihm auf der Couch niederlässt. „Deine Mutter hat sich große Sorgen gemacht", sagt er leise, „Wir alle haben uns große Sorgen gemacht. Man bekommt schließlich nicht jeden Tag die Nachricht, dass der Sohn einen Unfall in seinem Scherzartikellabor hatte und ins St. Mungo's musste."
George schweigt und hört zu. Er hat das Bedürfnis, seinem Vater zu erklären, dass er es nicht mit Absicht getan hat, wirklich nicht, dass er nicht vorhatte, sich etwas anzutun, aber er will es nicht aussprechen, denn wenn er es ausspricht, wird es real und er ist doch nicht derart labil, dass man befürchten müsste, er würde sich absichtlich selbst ein paar Löcher in den Körper sprengen, indem er an einem explodierenden Federkiel lutscht. Er ist vielleicht gerade nicht allzu scharf auf das Konzept von Leben ohne Fred, aber er hat bestimmt nicht vor, sich umzubringen.
(Er hofft nur, dass das seiner Familie bewusst ist.)
Sein Dad legt ihm behutsam eine Hand auf die Schulter. „George", macht er, „Bitte sei in Zukunft noch vorsichtiger, ja? Es gibt auch Scherzartikel, die nicht ganz so gefährlich sind in ihrer Herstellung, oder? Vielleicht ... vielleicht könntest du erst einmal mit denen weitermachen. Oder zumindest jemanden anstellen, außer deiner Verkaufsassistentin, der dir beim Experimentieren hilft oder einfach da ist, falls ... falls etwas passiert."
George nickt. Sein Vater hat ja Recht. Es geht nicht mehr, dass er Sonntags alleine tüftelt, wenn niemand da ist, der im Notfall Hilfe rufen kann. Er braucht (Fred) jemanden. „Okay", murmelt er und kann sehen, wie sein Dad erleichtert aufatmet und ihn aufmunternd anlächelt, „Okay, ich kümmere mich darum. Und ich bin vorsichtig. Versprochen."
„So, hier ist dein Tee", verkündet seine Mum in dem Moment und betritt das Wohnzimmer mit einer riesigen, dampfenden Tasse in den Händen. Sie reicht sie vorsichtig an George weiter und der erste Schluck ist süß und heiß und angenehm. „Danke", sagt er leise, und bemerkt, fast schon erschrocken, wie dieses eine Wort genügt, dass seine Mutter ganz verlegen an ihrem Rock zupft und das Gesicht abwendet, damit er nicht bemerkt, wie sie sich über die Augen reibt. „Es ist nur Tee", wehrt sie hastig ab und eilt zurück in die Küche, vermutlich, um Essen zu kochen, das George alleine gar nicht verspeisen kann.
„Die Anderen haben versprochen, nachher mal vorbeizuschauen", beginnt sein Dad betont munter ein Gespräch, während George schweigend an seinem Tee nippt, „Charlie natürlich nicht, der ist schon längst wieder in Rumänien bei seinen heißgeliebten Drachen, aber Bill meinte, er floht nach der Arbeit vorbei. Und Ron kommt selbstverständlich nach Hause. Du wirst ja bestimmt wissen wollen, wie es ihm im Laden ergangen ist und ob er auch alles richtig gemacht hat."
George kann nicht anders, als in seinen heißen Tee hineinzugrinsen. Egal, wie groß und angeblich erwachsen Ron mittlerweile ist, egal, dass er zur Aurorenakademie geht und eine richtige, ernsthafte Beziehung führt – er ist irgendwie noch immer der kleine Bruder, den man erschrecken kann, weil man seinen Teddybären in eine Spinne verwandelt. Nicht, dass George das heute noch tun würde. (Oh doch.) Nur rein theoretisch gesprochen.
Die Haustür knallt zu und Ron brüllt „Bin da!" durch den Flur. Sein Vater verdreht neben George die Augen und murmelt was von wegen „Wann wird der Junge endlich lernen, dass man die Tür auch einfach schließen kann ...?". Schritte kommen näher, bis Ron den Kopf ins Wohnzimmer steckt und verkündet „Merlin, wie sehr ich diese Mittagspause brauche ...". Er lässt sich auf den Sessel fallen und wirft George einen Blick zu, der zwischen Nervosität und Neugier schwankt.
„Hi", sagt er schließlich mit rauer Stimme, „Alles ... äh ... alles okay? Geht's dir besser? Was haben die Heiler gesagt?" Ron rutscht auf seinem Sessel ein bisschen hin und her, es ist ein seltsames Gefühl, zuzusehen, wie der kleine Bruder seinetwegen aufgeregt ist. Als würde ein falsches Wort dafür sorgen, dass George entweder zusammenbricht oder ausrastet. Er ist nicht ganz so empfindlich, wie sie scheinbar alle glauben.
George verzieht das Gesicht zu einer Grimasse. „Heilerin Dowes hat mir ziemlich unmissverständlich klar gemacht, dass sie sich einen Dreck darum schert, wie alt ich bin und wie peinlich mir das Ganze wäre und dass sie keinerlei Probleme damit hätte, mir in aller Öffentlichkeit den Hintern zu versohlen, sollte ich ihr in der nächsten Zeit noch einmal wegen innerer Explosionen unter die Augen kommen", berichtet er, „Ich schätze, das ist ihre Art, mir mitzuteilen, dass ich ihr Lieblingspatient war."
Ron lacht auf und einen Augenblick lang ist beinahe alles gut. George genießt das Gefühl. „Jetzt im Ernst", grinst Ron, „Du bist wieder gesund? Keine Explosionen mehr?" George nickt. „Keine Explosionen mehr", berichtet er, „Ich musste irgendwelche furchtbare Medizin schlucken und versprechen, mich in der nächsten Zeit von meinen Explodier-Federkiel-Prototypen fernzuhalten. Und wie geht's dir? Steht mein Laden noch? Ansonsten drohen dir nämlich furchtbare Strafen."
Sein Vater schüttelt betont missbilligend den Kopf, kann sein breites Grinsen jedoch nur schlecht hinter der vorgehaltenen Hand verbergen. „Also wirklich", sagt er amüsiert, „Seid nett zueinander."
Ron hat es sich auf dem Sessel bequem gemacht und stöhnt bei Georges Frage leise auf. „Ehrlich", antwortet er düster, „Ich habe keine Ahnung, wie du das aushältst. All diese winzigen Kinder, die ihre Eltern anbetteln, dass sie ihnen doch bittebitte dieses und jenes kaufen sollen. Dauernd habe ich Angst, dass sie was runterwerfen oder kaputtmachen und die Eltern sind ja noch viel schlimmer als die Kinder! Die achten überhaupt nicht auf ihre kleinen Rotzlöffel, sondern stehen selbst mit total verzücktem Gesicht vor den Scherzartikeln und schwelgen offenbar in Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit."
„Eines ist jedenfalls ganz klar", kommentiert ihr Dad Rons kleine Schimpftirade gelassen, „Du wirst mal ein ganz wundervoller Vater werden. Ich bin mir sicher, meine Enkel werden nicht als Rotzlöffel aufwachsen. Dafür wird Hermione schon sorgen." George prustet los, mitten in seinen Tee hinein, und als er Rons entsetztes Gesicht sieht, lacht er noch lauter. „Was heißt denn hier Vater?", erkundigt sich Ron entrüstet, „Wer sagt denn, dass ich Kinder haben will?"
George kichert immer weiter, während Ron sich darüber ereifert, ob es denn nicht reichen würde, dass Bill demnächst Vater wird und ob Charlie sich nicht erst einmal eine Beziehung zulegen sollte, bevor er, Ron, an der Reihe sei, seine Eltern mit Enkelkindern zu beglücken. „Wer bekommt Enkelkinder?", erkundigt sich Molly, als sie mit einer Tasse Tee für Ron ins Wohnzimmer spaziert. „Du und Dad", gibt Ron gereizt zurück, „Hermione ist schwanger mit Drillingen, habe ich das noch nicht erwähnt?"
Molly streicht ihm über die Haare und antwortet zerstreut, „Das ist schön, mein Schatz". Ron schnaubt leise auf, George bekommt Schluckauf vor Lachen und Arthur schüttelt lächelnd den Kopf. „Hör nicht auf den Jungen", versichert er seiner Frau, „Ron hat nur gerade Muffensausen, was wohl passiert, wenn er eines Tages mal Vater wird." Ron bekommt vor Verlegenheit knallrote Flecken auf den Wangen und beginnt, mit lauter Stimme über die Verkaufszahlen des letzten Tages zu sprechen.
„Jetzt lasst doch den Kleinen in Ruhe", verlangt Molly gutmütig, „Er hat ja noch ein paar Jährchen Zeit. Und übrigens ist das Essen fertig. Kommt ihr rüber in die Küche?" Ihre drei Männer stehen gehorsam auf und verkneifen sich brav jeglichen Kommentar über Kindererziehung, sondern genießen die heiße Suppe und die ungewöhnlich heitere Stimmung.
George ist froh, dass er nach Hause gekommen ist.
tbc.
