Anmerkung: Es gibt keine gute Entschuldigung dafür, dass ich ein dreiviertel Jahr für ein neues Kapitel gebraucht habe. Es gab (und gibt) nur so viel zu tun, so viel neben Schreiben, dass ich irgendwie keine Zeit gefunden habe. Ich hoffe, der eine oder andere Leser erinnert sich noch an diese Geschichte und freut sich vielleicht über die längst überfällige Fortsetzung.

Das heutige Kapitel möchte ich gerne Windspiel widmen. Dafür, dass sie mich daran erinnert hat, dass diese Geschichte es verdient hat, weiter erzählt zu werden.

Viel Spaß beim Lesen!


Vom Brauchen und Gebrauchtwerden

Teil Neun

i)

„Ja, doch", murmelt Alicia und gähnt, als sie barfuß den Flur entlang schlurft, um herauszufinden, was dieser Lärm vor ihrer Wohnungstür zu bedeuten. Obwohl sie eine ziemlich konkrete Vermutung hat, denn diese Stimme, die vor zwei Minuten laut nach ihr gerufen hat, klang sehr nach Katie. Jemand trommelt erneut energisch gegen die Tür und Alicia verdreht die Augen. „Ich komme ja schon!", ruft sie und wirft im Vorübergehen schnell einen Blick auf die Uhr in der Küche. 6.48 Uhr. Das ist selbst für Heilerlehrlinge früh und sie fragt sich, ob vielleicht etwas passiert ist, etwas Furchtbares, denn irgendwas muss doch geschehen sein, dass Katie freiwillig vor 9 Uhr aufsteht.

Alicia öffnet die Tür und ein erster Blick verrät ihr, dass definitiv nichts Furchtbares passiert ist. Katie strahlt ihr entgegen, das Gesicht ein einziges Lächeln, in den Händen hält sie drei riesige, braune Papiertüten, aus denen es verführerisch duftet, und Katie trompetet „Überraschung!" in einer Lautstärke, dass es Alicia wundert, dass ihre Nachbarn noch nicht Alarm geschlagen haben. „Morgen", lächelt Alicia ein bisschen ungläubig, „Komm rein, bevor du das ganze Haus aufweckst, du Verrückte."

„Wieso?", will Katie verwirrt wissen, stellt die Tüten im Flur ab und schlüpft aus Schuhen, Jacke und Schal, „Hast du etwa noch geschlafen?" Alicia schaut an sich herunter und fragt sich, ob das nicht eindeutig ist, so, wie sie gerade aussieht, mit Schlafanzug und Morgenmantel und schlafzerknittertem Gesicht. „Wie kommst du denn auf die Idee?", erwidert sie daher halb amüsiert und halb sarkastisch, aber es ist an Katie sowieso verloren, weil ihre gute Laune Alicias Restmüdigkeit einfach wegspült. „Ist Angelina bei dir?", erkundigt sich Katie, während sie sich erneut ihre Tüten schnappt und damit in Alicias Küche spaziert.

Alicia nickt. „Schläft auf dem Sofa", antwortet sie, „Irgendwie war ihr gestern Abend nicht danach, in ihre leere Wohnung zurückzugehen." „Prima", stellt Katie fest, platziert die Tüten auf dem Tisch und macht sich an den Schränken zu schaffen, um Teller und Tassen herauszukramen, „Das würde nämlich erklären, warum mir bei ihr niemand die Tür aufgemacht hat. Außer ihrem Nachbarn, aber mit dem wollte ich dann doch nicht so gerne frühstücken. Obwohl er süß aussah, so mit zerstrubbeltem Haar und in einem viel zu großen T-Shirt."

Alicia schmunzelt und ergänzt „Und vermutlich hat der arme Kerl einen leichten Schock bekommen, als ihm aufgefallen ist, dass ein Quidditchstar in seinem Treppenhaus steht und morgens vor sieben schon bei jemandem Sturm klingelt." Katie winkt ab und beschäftigt sich damit, ihre riesigen Tüten auszuräumen. „Kannst du vielleicht Kaffee kochen?", bittet sie Alicia, „Du weißt doch, meiner wird immer ungenießbar. Und vielleicht sollten wir dann Lina mal wecken, damit sie das beste Frühstück der Welt nicht verpasst." Alicia lacht und greift nach ihrem Teekessel, um ihn mit Wasser zu füllen. Sie dreht die Herdplatte auf die höchste Stufe und löffelt dunkles, duftendes Kaffeepulver in die Presse, die sie zu ihrem Einzug von ihren Eltern geschenkt bekommen hat.

„Irgendwann", sagt Alicia, „werde ich dir beibringen, wie man Kaffee kocht. Ehrlich. So schwierig ist das doch nicht. Und du kannst nicht den Rest deines Lebens in Cafés frühstücken, nur weil dir dann jemand diese schwierige Aufgabe abnimmt." Katie legt Croissants und Blaubeermuffins auf einen Teller, Pfannkuchen auf einen zweiten, holt vorsichtig eine Schüssel mit Rührei aus den Tüten hervor, dann eine mit gebackenen Bohnen, und platziert mehrere Scheiben Toast in einem kleinen Brotkörbchen. „Ganz einfach", meint sie, zuckt die Achseln und zwinkert Alicia zu, „Kaffeekochen wird ein weiterer Punkt auf der langen Liste an Voraussetzungen für einen Freund."

Bevor sie sich zurückhalten kann, hat Alicia schon betont beiläufig „Oliver kann das ganz gut" gesagt und rettet sich kichernd ins Wohnzimmer, um Angelina zu wecken, während Katies empörter Blick und ein lautes „Unverschämt!" ihr folgen. Alicia lässt sich davon nicht stören (im Gegenteil, eher bestätigen, aber sie wird den Teufel tun und Katie das verraten), sondern schleicht sich leise ins Wohnzimmer. Angelina hat die Vorhänge nicht zugezogen und von draußen fällt Licht der Straßenlaternen in den Raum. „Lina", flüstert Alicia, „Lina, bist du wach?"

Angelina ist auf dem Sofa unter mindestens zwei Decken vergraben und grummelt unwillig. Beinahe hätte Alicia vergessen, wie morgenmuffelig Angelina sein kann, wenn man sie zu früh weckt. Beinahe. Sieben Jahre Schlafsaal lassen sich nicht so einfach auslöschen und all die Schimpftiraden auf einen Tyrannen, der sie aus dem Bett wirft, um sie anschließend auf dem Quidditchfeld quälen zu können, schon gleich dreimal nicht. „Aufstehen!", lächelt Alicia und kommt näher, um neben Angelina in die Hocke zu gehen, „Komm schon, du Schlafmütze."

„Früh!", stößt Angelina hervor und vergräbt ihren Kopf tiefer im Kissen, „Viel zu früh. Lärm. Warum? Lärm!" Nebenan in der Küche hat Katie das Radio angeschaltet und singt laut und fröhlich und schrecklich schief mit, während sie polternd irgendwas mit Töpfen oder Pfannen anstellt, was Alicia gar nicht so genau wissen möchte. Hauptsache, ihre Küche bleibt heil. „Katie hat Frühstück mitgebracht", versucht sie, Angelina unter der Decke hervorzulocken, „Und ich koche frischen Kaffee. Es gibt Pfannkuchen und Eier und ich glaube, sogar gebratenen Speck. Bist du dabei?"

Angelina grummelt noch ein bisschen, aber dann hebt sie den Kopf und dreht ihn zu Alicia. „Versprochen, dass du den Kaffee kochst?", erkundigt sie sich misstrauisch, „Ich trinke dieses Zeug nicht mehr, von dem Katie behauptet, es wäre der beste Kaffee der Insel." Alicia grinst. „Versprochen", sagt sie, „Kommst du jetzt raus? Du hast fünf Minuten zum Wachwerden, dann erwarten wir dich in der Küche. Und ich kann dir nicht garantieren, dass wir dir einen Blaubeermuffin aufheben, wenn du zu spät bist." Es gibt Argumente, die funktionieren immer, und so schlägt Angelina widerwillig die Decke zurück und schlüpft in dicke Wollsocken.

„Warum ist Katie überhaupt so früh da?", will sie wissen und streckt sich, „Das ist doch sonst nicht ihre Art. Und dann noch diese unnatürlich gute Laune, zu dieser Uhrzeit." Alicia zuckt die Achseln. „Keine Ahnung", muss sie zugeben, „Aber das wird sie uns bestimmt gleich verraten." Gemeinsam gehen sie nach nebenan und finden eine singende und tanzende Katie vor, die wie ein Wirbelwind durch die Küche fegt. Auf dem Tisch hat sie ein wahres Festmahl aufgebaut und Angelina fragt sich verschwommen, ob sie etwas verpasst hat, irgendeinen Geburtstag vielleicht oder sonst etwas Wichtiges.

Der Teekessel pfeift und Alicia gießt Wasser in ihre Kaffeepresse, während Katie Angelina ein „Guten Morgen!" entgegenschmettert und sie auf einen Stuhl drückt. „Dreh mal die Musik leiser!", brüllt Angelina zurück und verdreht die Augen, als Katie „Was? Ich kann dich nicht verstehen!" ruft. Alicia erbarmt sich schließlich und macht das Radio leiser, damit sie zumindest ein Gespräch führen können. „Du bist ja verrückt!", erklärt Angelina kopfschüttelnd und deutet auf das Essen, „Wo hast du das her? Morgens vor 7 Uhr? Und warum bist du so früh wach? Und warum hast du so gute Laune?"

Alicia stellt die Presse auf dem winzigen Fleckchen ab, das auf der Tischplatte noch frei ist, und macht es sich neben Angelina bequem. Katie lässt sich ihnen gegenüber auf einen Stuhl sinken und grinst. „Immer der Reihe nach", verkündet sie, „Das Essen ist von Madam Edwina's. Für, naja, besondere Gäste öffnen sie auch mal ein bisschen früher. Und ich bin so früh wach, weil ich um 9 Uhr Training habe, aber vorher mit euch frühstücken wollte. Und ich habe so gute Laune, weil ..." Sie macht eine Kunstpause, bis Angelina es nicht mehr aushält und unter dem Tisch versucht, Katie gegen das Schienbein zu treten.

„Hey", beschwert sich Katie, „Ich brauche mein Bein noch. Du kannst ja gerne meinem Trainer erklären, warum ich für das nächste Spiel leider ausfalle." „Quatsch", erwidert Angelina seelenruhig, „So fest kann ich gar nicht treten. Und wenn doch, könnte dich Alicia schon wieder zusammenflicken." Alicia hebt skeptisch die Augenbrauen und beschließt, sich besser nicht in diese Diskussion einzumischen. Stattdessen beschäftigt sie sich lieber damit, den Stempel der Presse nach unten zu drücken und sich Kaffee in ihre Tasse zu gießen. „Kaffee?", fragt sie in die Runde und erntet enthusiastisches Nicken. „Bitte", stöhnt Angelina, „Und ich bin dafür, dass Katie erst dann Kaffee bekommt, wenn sie uns ihre Überraschung verraten hat."

„Das ist gemein", findet Katie empört und verschränkt die Arme vor dem Oberkörper, „Alicia, du wirst das doch wohl nicht unterstützen. Das ist schlichtweg Erpressung!" Aber Alicia grinst nur breit und kann nicht anders als zu denken, dass dieser furchtbar frühe Morgen einer der besten in einer ganzen langen Reihe von Morgen ist. „Na gut", knurrt Katie und wirft Angelina einen finsteren Blick zu, „Du Sklaventreiber. Ich hoffe, ihr Zwei habt am Samstag noch nichts vor, denn wir, meine Lieben, haben Karten, um uns anzuschauen, wie unserem ehemaligen Käpt'n der Quaffel um die Ohren gehauen wird." Sie schaut strahlend in die Runde und Alicia schaut ein bisschen ungläubig zurück.

„Du hast Karten für das Quidditchspiel?", vergewissert sie sich, „Ehrlich?" Und Katie lacht und nickt und dann schreien sie alle drei gleichzeitig los, als wären sie wieder dreizehn und würden von der Profiliga träumen, von Besen so wunderschön, dass sie zum Fliegen fast zu schade wären, von Spielern, die schneller werfen als man sich vorstellen kann, von jubelnden Menschenmengen auf den Rängen, von Preisen und Lobeshymnen in den Zeitungen, von Ehre und Ruhm, aber vor allem von Freiheit, wie man sie nur erleben kann, wenn man auf einem Besen durch die Lüfte saust.

„Darauf müssen wir anstoßen", findet Alicia und alle drei rühren hastig Milch und Zucker in den Kaffee, heben ihre Tassen und lassen sie klirrend gegeneinander stoßen. „Auf die beste Freizeitbeschäftigung der Welt!", verkündet Alicia. „Auf unseren alten Käpt'n, dem die Anderen hoffentlich das Spiel ein bisschen schwierig machen!", grinst Angelina mit diesem Glitzern in den Augen, das Alicia schon viel zu lange nicht mehr gesehen hat. „Auf mich!", sagt Katie gut gelaunt, „Immerhin habe ich uns die Karten besorgt. Es geht doch nichts über ein paar Kontakte ..." Angelina verdreht die Augen und nimmt einen großen Schluck Kaffee.

„Ach", macht Katie und seufzt behaglich, nachdem sie ihre Tasse halb ausgetrunken hat, „das wird ein Spaß werden. Ich kann's kaum erwarten, Olivers Gesicht zu sehen, wenn er uns erklären muss, warum sie haushoch verloren haben." Angelina zerpflückt einen Blaubeermuffin und kichert. „Bestimmt hat er tausend Ausreden bereit", überlegt sie, „Ihr kennt ihn doch. Mit Sicherheit haben die Anderen den Schiedsrichter bestochen oder er war auf der Seite, auf der ihn die Sonne geblendet hat, oder hundert andere Ungerechtigkeiten. Der gute Wood kann nicht verlieren." Alicia lächelt und schaufelt sich Rührei auf den Teller, während ihre beiden Freundinnen sich gegenseitig mit albernen Ausreden überbieten.

Und obwohl ein neuer, langer Tag vor ihr liegt, den sie damit verbringen wird, kranken Menschen Beistand zu leisten, kann Alicia nicht anders, als zu denken, dass alles vielleicht doch noch gut werden wird. Sie hat Pfannkuchen und Toast vor sich stehen, der Kaffee schmeckt nicht zu stark, sondern genau richtig, in zwei Tagen wird sie ein Quidditchspiel sehen können und ihre beiden besten Freundinnen sitzen neben ihr und lachen. Katie kann das, denkt Alicia veschwommen, Katie kann das, einfach in eine Wohnung zu kommen und gute Laune mitzubringen und es nicht zu dulden, dass man sich in seiner Trauer vergräbt wie in einer dicken Decke.

Das Radio spielt leise Musik und sie sitzen und lachen und frühstücken, bis die Uhr halb neun schlägt und Katie aufspringt als hätte ihr jemand in den Hintern gehext. „Verdammt", jammert sie, „Ich muss los, ich muss mich noch umziehen und meine Trainingssachen zusammensuchen und dann muss ich rüberflohen und, Merlin, mein Trainer wird mich umbringen!" Angelina fällt vor Lachen fast vom Stuhl, aber Alicia erbarmt sich und hilft Katie, ihre verstreuten Kleidungsstücke im Flur wieder zu finden und anzuziehen. Katie hüpft auf einem Bein zur Wohnungstür und versucht, ihren zweiten Schuh zu binden und sich gleichzeitig den Schal um den Hals zu schlingen.

Alicia will sich gerade verabschieden und die Tür schließen, als Katie sie ernst anschaut und sich zu ihr beugt. „Was?", fragt Alicia sofort leise, „Katie, was ist los?" Katie zuckt die Achseln und macht ein Gesicht, als wüsste sie nicht so recht, wie sie es Alicia beibringen soll. Sie holt tief Luft. „Die Jungs kommen auch mit", erklärt sie dann, „George und Lee. Ich hoffe, das ist okay. Wir, ich, also, naja, eigentlich war das Ganze Lees Idee und ich habe nur ein bisschen mit den Karten geholfen und bitte sag, dass es okay ist, denn wenn du George nicht sehen willst oder wenn du denkst, dass es für Angelina besser wäre, dann – aber ich fände es wirklich toll, euch alle mal wieder -"

Auch wenn sie sich nicht im Geringsten danach fühlt, kann Alicia nicht anders als einfach zu lachen. „Schon okay", sagt sie rasch in Katies Redefluss hinein, „Wirklich. Wir kommen. Überlass Angelina mir. Und danke, Katie." Katie nickt und umarmt Alicia. „Ich freu mich", wispert sie Alicia ins Ohr, „Ihr seid die Besten." Alicia schüttelt den Kopf und flüstert „Nein, du bist die Beste" zurück. „Immerhin hast du Frühstück mitgebracht. Und jetzt ab mit dir. Ich will nicht dafür verantwortlich sein, dass dir dein Trainer den Kopf abreißt", grinst sie. Katie lacht und winkt und ist schneller verschwunden als Alicia zwinkern kann.


ii)

„Espresso", sagt Lee und klettert auf einen Barhocker, „Doppelt. Mit viel Zucker. Und bitte schnell."

„Morgen", erwidert Oliver und schafft es gerade noch, das Lachen in ein nicht sonderlich überzeugendes Husten zu verwandeln, ehe Lees Mörderblick ihn trifft. „Morgen", knurrt Lee zurück und gibt einen ordentlichen Schwung Zucker in die winzige Espressotasse, die vor ihm abgestellt wird. „Schlecht geschlafen?", erkundigt sich Oliver und lässt sich neben Lee auf einem zweiten Barhocker nieder. „Es ist 9 Uhr morgens", konstatiert Lee und rührt frenetisch, „Das heißt, dass ich gerade mal drei Stunden geschlafen habe. Ob gut oder schlecht ist da verdammt nochmal egal, es sind immer nur drei Stunden. Drei Stunden, Wood!"

„Ist ja gut!", grinst Oliver und bestellt einen Tee, „Ich hab's kapiert: du bist kein Morgenmensch." „Nein", müffelt Lee zurück, trinkt seinen Espresso in einem Zug aus und verzieht das Gesicht. „Ich brauche dringend einen Milchkaffee", murmelt er und fährt sich mit einer Hand über die Augen, „Ehrlich, was hast du dir dabei gedacht, dich derart früh mit mir zu treffen?" Oliver zuckt die Achseln und wirft Lee einen erstaunten Blick zu. „Du warst es doch, der panisch seinen Kopf in meinen Kamin gesteckt und mir gesagt hat, dass wir uns unbedingt sehen müssen", meint er verwirrt, „Oder nicht?"

„Schon", gibt Lee seufzend zu und nickt dem Mädchen hinter der Theke dankbar zu, als es ihm seine Tasse Milchkaffee und Tee für Oliver bringt, „Aber da dachte ich nicht, dass du so eine furchtbare Uhrzeit vorschlagen würdest." Oliver betrachtet ihn amüsiert und fragt sich, wie Lee eigentlich sieben Jahre in Hogwarts überstehen konnte. Professor McGonagall wird mit Sicherheit keine Rücksicht auf seine Schlafgewohnheiten genommen haben.

Im Tropfenden Kessel ist es angenehm ruhig, außer ihnen sitzen nur ein paar alte Hexen zusammen an dem runden Tisch hinten am Fenster und frühstücken miteinander. Die Winkelgasse erwacht eben erst zum Leben, vereinzelt huschen einige Ladenbesitzer durch den Gastraum, nicken grüßend und verschwinden wieder. Seit es Mädchen gibt, die ihn regelrecht jagen, um sein Autogramm zu ergattern, weiß Oliver es erst richtig zu schätzen, mal in Ruhe gelassen zu werden. Obwohl in Ruhe gelassen werden nicht unbedingt funktioniert, wenn man einen unausgeschlafenen Lee Jordan neben sich sitzen hat.

„Was gibt's denn eigentlich so wahnsinnig Wichtiges?", erkundigt sich Oliver und bestellt eine riesige Schüssel Porridge für sich. „Für dich auch?", fügt er rasch hinzu und Lee winkt mit gequältem Gesichtsausdruck ab. „Bloß nicht", wehrt er sich und nimmt stattdessen einen Schluck Milchkaffee, „Wie kannst du dieses schleimige Etwas nur essen?" „Liegt mir im Blut", erwidert Oliver gelassen, „Aber was ist nun? Muss ich dich erst fesseln und an den Füßen kitzeln oder verrätst du mir freiwillig, warum du mich hierher bestellt hast?"

Lee seufzt und nickt und kramt derart ungeschickt in seiner Hosentasche, dass Oliver schon Angst haben muss, er würde gleich von seinem Hocker fallen und unsanft auf dem Boden landen. „Also", beginnt Lee und zieht ein zerknittertes Stück Pergament hervor, „du spielst doch am Samstag Quidditch." Oliver legt die Stirn in Falten und nickt. Irgendwie wird er das Gefühl nicht los, dass dieses Gespräch desaströs enden wird; es muss einfach, wenn es mit seinem Spiel zusammenhängt. Lee bemüht sich währenddessen, das Pergament zu glätten und schnappt sich die Salz- und Pfefferstreuer, die auf der Theke stehen, um das Blatt mit ihnen zu beschweren.

Oliver kann ein gutes Dutzend schwarzer Kreuze erkennen und jede Menge Linien, aber er hat wirklich nicht die geringste Ahnung, was ihm das sagen soll. Und wenn sich jemand mit wirren Zeichnungen auskennt, dann ist das Oliver Wood. Man ist nicht jahrelang Quidditchkapitän in Gryffindor, ohne sich im Lauf der Zeit nicht mindestens dreiundzwanzig verrückte Spielzüge auszudenken und den hoffnungslosen Versuch zu starten, seinem Team diese Spielzüge beizubringen.

„Klär mich auf", meint Oliver und beugt sich über das Pergament, „Was schauen wir uns hier an?" „Das", sagt Lee mit stolzgeschwellter Brust, „ist mein Schlachtplan für Samstag." Oliver hebt verwirrt den Kopf und vergisst, seinen Tee zu trinken. „Dein Schlachtplan für Samstag?", echot er verwirrt, „Wofür bei Merlin brauchst du einen Schlachtplan? Hab' ich was verpasst und sie haben dich endlich eingestellt, damit du unser Spiel kommentierst?" Lee schnaubt und verrät Oliver damit, dass er vollkommen daneben gelegen hat und es tut ihm Leid, weil er Lee bestimmt nicht mit der Nase darauf stoßen wollte, dass er es noch immer nicht geschafft hat, sondern dass sein unerfüllter Traum bisher genau das geblieben ist.

„Du hast am Samstag ein paar ganz besondere Zuschauer", sagt Lee nun ohne Umschweife, „Mich, George, Alicia, Angelina und die quidditchspielende Konkurrenz – Katie. Und dieses hübsche kleine Stückchen Pergament ist mein Schlachtplan, um sicherzustellen, dass wir alle eine phantastische Zeit haben werden, ohne dass Angelina in Tränen ausbricht oder George und Alicia sich gegenseitig anschreien, obwohl sie doch eigentlich viel lieber ganz andere Dinge miteinander anstellen würden. Du verstehst?"

Wie könnte er nicht, denkt Oliver sarkastisch, immerhin war Lee gewohnt offen. „Und, äh, was hast du dir da so vorgestellt?", hakt er nicht gerade überzeugt nach, „Willst du jemanden abkommandieren, der euch die ganze Zeit im Auge behält? Nicht, dass ich dir nicht einiges zutrauen würde, aber nicht einmal du schaffst es, die Vier zu kontrollieren. Und was mich angeht: ich schwebe eindeutig zu weit oben in der Luft, um den Retter in der Not spielen zu können." „Das wird Katie schwer enttäuschen", spottet Lee und grinst breit, als Oliver nach Luft schnappt und ganz offensichtlich verzweifelt versucht, sich eine passende Antwort einfallen zu lassen.

„Frechheit", schimpft er da auch schon, „Wärst du jemals in meinem Team gewesen, Jordan, dann wüsstest du, dass ein bisschen nötiger Respekt angebracht wäre." Lee winkt ab und trinkt seinen Milchkaffee, bis Oliver sich wieder ein wenig beruhigt hat. „Also", macht Lee weiter, als wäre nichts passiert, „du siehst diese kleinen Kreuze, ja? Das da", er deutet auf einen Punkt ziemlich in der Mitte des Pergaments, „bin ich, das links von mir ist Katie und das rechts Alicia." Oliver hebt die Augenbrauen in die Höhe und schaut ihn skeptisch an. „Beginnen alle deine Pläne damit, dass du dich ganz zufällig zwischen zwei hübschen Mädchen wiederfindest?", will er wissen.

„Die meisten", antwortet Lee unbefangen, „Hat sich bisher immer gelohnt. Und du findest also, dass Katie hübsch ist, ja? Interessant. Ich bin mir sicher, dass es ein paar Leute gibt, die für diese kleine Information einige Galleonen springen lassen würden." „Jordan", knurrt Oliver zwischen zusammengebissenen Zähnen, „komm zum Punkt. Und ich schwöre, wenn ich in irgendeiner Zeitung etwas lese, was in Verbindung mit diesem Gespräch steht, dann -" Lee hebt die Hände und lacht. „Ganz locker", sagt er, „Ehrlich mal. Traust du mir das zu, ja? Aber schon interessant, dass du so in Panik gerätst, wenn man andeutet, der Presse etwas über dich und Katie zukommen zu lassen."

Und obwohl Oliver ganz genau weiß, dass es Lee ziemlich viel Freude bereitet, ihn derart aufzuregen, kann er nicht verhindern, dass er trotzdem knallrot anläuft und nicht so recht weiß, wohin mit all der aufgestauten Gereiztheit. „Wenn du willst, dass du deinen Plan noch erleben kannst, dann hältst du dich jetzt besser mal mit deinen Kommentaren zurück", faucht Oliver und kann an Lees Grinsen erkennen, dass er offenbar verdammt zufrieden mit sich ist. Oliver flucht unterdrückt und zieht in Gedanken seinen Hut vor sämtlichen Lehrern, die es derart lange geschafft haben, Lee Jordan und die Weasley-Zwillinge zu bändigen, ohne einem von ihnen den Hals umzudrehen.

„Zurück zum Thema", schlägt Lee gelassen vor, „Also, ich stehe da, Katie und Alicia neben mir, George neben Alicia und Angelina neben Katie. Soweit alles klar?" Oliver nickt und schielt auf das Pergament. „Was soll das denn darstellen?", erkundigt er sich und deutet auf einen Haufen schwarzer Kreuze, die wild übereinander gemalt sind. „Das ist unser Freudentaumel", erklärt Lee mit Unschuldsmiene, „Du weißt schon, das große Umarmen, wenn du dich da oben in der Luft aufregst, weil es jemand geschafft hat, an dir vorbeizukommen."

Oliver zwingt sich, ruhig ein- und auszuatmen. Er schließt sogar die Augen und zählt stumm bis zehn, aber es nützt nicht sonderlich viel, denn Lee plappert einfach weiter und erzählt von anschließenden Siegesfeiern und ob Oliver denn eigentlich immer noch versuche, sich unter der Dusche zu ertränken, wenn sein Team verliert. „Einmal", sagt Oliver mit bemüht beherrschter Stimme, „Einmal, Jordan. Ich habe das einmal getan und es war eine Ausnahmesituation, verflucht! Warum sitze ich überhaupt hier und höre mir deine schwachsinnigen Pläne an?"

„Hey!", empört sich Lee und tippt mit dem Zeigefinger auf ein weiteres Kreuz, „Das hier ist wichtig, also konzentrier dich gefälligst. Dieses Kreuzchen ist Angelina, sollte sie sich aufregen und in lauter unglücklichen oder glücklichen Erinnerungen versinken. Ich weiß nicht genau, was für sie schlimmer ist. Jedenfalls: sollte sie anfangen zu weinen, dann ist es meine Aufgabe, George von ihr wegzubringen. Siehst du? Hier, diese Linie. Ich dachte, es kann nicht besonders gut sein, wenn Angelina an Fred denkt und dann George direkt vor ihr steht. Und da, Alicia und Katie laufen auf direktem Weg zu Angelina und trösten sie. Alles klar?"

Oliver schweigt und versteckt sein Gesicht in der Schüssel Porridge, die die Kellnerin ihm zuschiebt. Nichts ist klar, denkt er, und ein Blick zu Lee verrät ihm, dass es Lee wohl auch klar ist. „Etwas Besseres habe ich nicht", sagt Lee leise, faltet das Pergament zusammen und packt es wieder ein, „Verstehst du? Ich will, dass alles glatt läuft und dass wir alle eine gute Zeit haben, aber ich kann es nicht kontrollieren. Ich kann es den Mädels nicht versprechen. Und ich weiß nicht, wie George möglicherweise reagieren wird, wenn wir alle da sind, nur Fred nicht. Der Plan ist das Beste, was ich habe."

Er umklammert seine Tasse mit beiden Händen und starrt den Milchschaum an, als könne er ihm die Lösung verraten. „Ich verstehe", erwidert Oliver, „Der Plan ist gut, Lee. Aus dir wäre bestimmt ein prima Quidditchstratege geworden." „Schwachsinn", kontert Lee, „Der Plan ist Mist und ich konnte schon immer besser reden als fliegen, aber trotzdem Danke. Ich weiß es zu schätzen. Und jetzt lass uns nochmal über Katie sprechen. Sollte ich da besser meine Finger bei mir lassen, wenn ich keinen Ärger mit dir bekommen will?" Er grinst und zwinkert und Oliver fragt sich, wie Lee das alles verarbeitet, wie bei Merlin er es schafft, noch Späße zu machen und ganz der alte Witzbold zu sein, wenn doch nichts mehr so ist wie es einmal war.


iii)

Es hat seine Vorteile, Siebtklässler zu sein, findet Ginny. Vor einer halben Stunde hat Professor McGonagall im Gemeinschaftsraum vorbeigeschaut und mit strenger Miene den Jüngeren eine Gute Nacht gewünscht, aber der Rest von ihnen durfte unbescholten weiter in den kuschligen Sesseln am Feuer sitzen und den Abend genießen. Draußen, auf der anderen Seite der Fensterscheiben, ist es dunkel und frostig und das macht den Sessel nur noch gemütlicher. Irgendjemand hat eine Platte aufgelegt und ein paar Mädchen tanzen lachend durch den Raum.

Ginny starrt in die Flammen und versucht, herauszufinden, was sie mit diesem Pergament anstellen soll, das auf ihrem Schoß liegt. Vorhin hat sie es noch für eine gute Idee gehalten, Harry zu schreiben, doch dann hat Julia Lachley erzählt, dass es nie sinnvoll ist, einem Jungen allzu regelmäßig zu schreiben, weil er sich dann in Sicherheit wiegt und denkt, dass ihm das Mädchen ja sowieso nie weglaufen wird, und welcher Junge will schon ein Mädchen, das er sowieso hat? Die Gedanken sind ein bisschen verquer und machen Ginny ganz wirr im Kopf.

Sie knabbert an dem Ende ihrer Schreibfeder und wünscht sich, Hermione wäre hier. Hermione wüsste, was zu tun wäre, immerhin hatte Hermione auch genügend Geduld, um sieben Jahre lang darauf zu warten, dass Ron von selbst merken würde, dass er vielleicht ein bisschen mehr für seine beste Freundin empfand als er sich bisher eingestanden hatte. Ginny seufzt und denkt, dass es ungerecht ist. Ihre ganze verfluchte Jugend war schon kompliziert genug und jetzt ist der Krieg vorbei und eigentlich sollte alles ganz einfach sein, aber nein, hier sitzt sie und muss sich mit der Frage plagen, ob ein Brief pro Woche nun zu regelmäßig ist oder nicht.

Vielleicht sollte sie einfach Hermione schreiben. Oder Charlie. Sie haben sich kaum zu Gesicht bekommen, während Charlie kurz zu Hause war, um nach George zu sehen. George. Ginny seufzt und verkriecht sich tiefer in ihrem Sessel. Es tut weh, George nicht mehr lachen zu hören. Zu merken, dass er keine blödsinnigen Scherze mehr macht oder sich darüber kaputtlacht, dass ihre Mum zum wiederholten Mal auf einen der Juxzauberstäbe hereingefallen ist. Es macht keinen Spaß, alleine, hat er gesagt, als Ginny ihn während der Ferien überreden wollte, dem Rest der Familie einen kleinen Streich zu spielen.

Lieber George, schreibt sie, ihre Buchstaben sind schwarze, verschlungene Zeichnungen auf einem leeren Blatt Pergament,

Hogwarts ist leer und leise und furchtbar langweilig ohne dich, ohne euch alle. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr ich euch alle mit der Schule verbinde, bis ihr plötzlich nicht mehr hier seid. Geschichte der Zauberei ist noch öder als sonst, wenn man genau weiß, dass es niemanden gibt, der möglicherweise für ein bisschen Unruhe sorgt und dafür, dass die Stunde früher endet als geplant. Ich glaube, sogar Professor McGonagall vermisst euch. Sie wirkt, als wüsste sie nicht so recht, was sie mit ihrer freien Zeit anstellen soll, wenn niemand da ist, dem sie Vorträge darüber halten kann, dass es nicht witzig ist, einen Wachstumstrank in Professor Flitwicks Morgentee zu schütten.

Momentan gibt es keine Quidditchspiele. Wir sind alle noch dabei, die Teams wieder auf die Beine zu bringen und dann zu trainieren. Das erste Spiel soll noch vor Weihnachten stattfinden. Hab' ich es dir eigentlich erzählt, letzte Woche? Professor McGonagall hat mich zur Mannschaftskapitänin gemacht. Vor zwei Wochen hat sie mich plötzlich nach Zaubertränke abgefangen und in ihr Büro geschleppt. Ich musste mich setzen und sie hat mir zwei von ihren Shortbread aufgezwungen. (Lecker, übrigens. Glaubst du, die gute McGonagall stellt sich in ihrer Freizeit an den Herd und backt selbst?)

Weasley, hat sie gesagt und mich streng angesehen, Sie haben sich im letzten Jahr und davor recht wacker geschlagen. Ihnen ist vermutlich aufgefallen, dass wir während des Sommers keine Quidditchkapitäne gekürt haben. Wir waren noch nicht sicher, ob es uns gelingen würde, alles wieder rechtzeitig aufzubauen, verstehen Sie? Nun, hier. Nehmen Sie schon. Ich werde das Anzeichen bestimmt nicht tragen. Sie hat mir das Kapitänsabzeichen einfach in die Hand gedrückt und mich so lange gemustert, bis ich es mir angesteckt hatte.

Sehr schön, verkündete sie, Ich erwarte, dass Sie bald mit den Auswahlverfahren beginnen und ein erstklassiges Team zusammenstellen. Der Quidditchcup gehört nach Gryffindor. Das sehen Sie hoffentlich genauso. Ich habe natürlich genickt. (Als ob sich irgendjemand trauen würde, etwas Anderes zu tun als zuzustimmen, wenn sie einen so anschaut!) Quidditchkapitän, George! Wie Charlie. Ich muss es ihm unbedingt noch schreiben. Ich freu mich ja so. Wir werden die Anderen plattmachen.

Und wie geht es dir? Hast du wieder angefangen zu arbeiten? Du solltest es langsam angehen, weißt du. (Entschuldige. Ich wollte mich nicht wie Mum anhören.) Obwohl. Egal. Vergiss es. Ich will mich sehr wohl wie Mum anhören, wenn ich dadurch sicherstellen kann, dass du auf dich aufpasst und dich nicht wieder versehentlich in die Luft sprengst.

Hast du überhaupt eine Ahnung, wie sehr ich mich erschrocken habe, als McGonagall auf mich zukam, mit diesem Gesicht, das mir verraten hat, dass irgendwas Furchtbares passiert war? Ich konnte es genau sehen. Sie hatte diesen traurigen Blick und ihre Augen sagten Als ob die Weasleys nicht schon genug erdulden mussten und ich dachte, Charlie wurde von Drachen zerfleischt oder einer von euch wurde angegriffen, aber wie kannst du es eigentlich wagen, dich in die Luft zu sprengen, verdammt nochmal?

Reicht es denn nicht, dass wir Fred verloren haben? Musst du mir so eine Angst einjagen? Ich dachte – ich dachte – ich dachte, ich hätte dich verloren, George. Verstehst du? Kannst du dir vorstellen, was für ein Gefühl das war? Ihr seid meine Helden. Du und Fred. Bill war der Große, Erwachsene und Charlie der Quidditchfanatiker und Percy der Kluge und Ron mein Verbündeter, aber ihr, ihr ward meine Helden. Weißt du noch? Immer, wenn ich geweint habe und nicht mehr einschlafen wollte, hat Mum euch beide zu mir geschickt und ich weiß nicht, was ihr gemacht habt, aber es hat gewirkt und ich habe gelacht und zwei Minuten später war ich eingeschlafen.

Ich ertrage es nicht, George. Ich ertrage es nicht, dich so zu sehen. So einsam. Du seilst dich von uns allen ab, ist dir das bewusst? Warum tust du das, George? Warum lässt du nicht zu, dass ich dich in den Arm nehme und mich an dich kuschele und so lange heule, bis dein Pullover ganz nass ist? Willst du nicht sehen, wie traurig ich bin oder weißt du einfach nicht, wie du damit umgehen sollst?

Wo ist dein Lachen hin? Manchmal denke ich, wir haben es mit Fred begraben. Lass das nicht zu, George. Ich mag es so gern, wenn du lachst. Ich brauche dich. Verdammt, ich brauche dich mehr als jemals zuvor. Wer soll mich denn zum Lachen bringen wenn nicht du? Es hat doch schon funktioniert, als ich fünf war, es klappt auch jetzt noch. Und wer soll mir sagen, dass ich großartig bin, wenn ich mal wieder alle Jungs der Welt verfluche?

Ginny legt die Schreibfeder beiseite und seufzt. Es hat keinen Zweck, findet sie. Sie knüllt das Pergament zusammen und wirft es in das prasselnde Feuer, schaut zu, wie die gierigen Flammen daran lecken und es langsam verschlingen, bis am Ende nur noch Asche übrig bleibt. Und Ginny schwört sich, dass ihr das mit ihrem Leben bestimmt nicht passieren wird.


tbc.