The planet is fine, the people are fucked.
( watch?v=c5yhSNN50sE)
Deprimiert starrte ich aus dem Autofenster, während mein Kater Napoleon sich an mich kuschelte.
Meine Adoptiveltern Carlisle und Esme redeten gerade darüber, wie unser neues Haus aussieht.
Meine Adoptivgeschwister Rosalie, Emmett, Jasper und Alice fuhren im Auto hinter uns.
Wir ziehen von unserer alten Heimat, Houston, zur unserer neuen Heimat, Forks.
Urgh. Forks ist ein kleines, grünes, regnerisches Kaff.
Ich wusste wirklich nicht was Esme daran gefiel.
Sie hatte als Kind hier für ein paar Jahre gelebt und hatte es geliebt.
Natürlich wusste ich, das sie sich erhofften, das ich mit einer neuen Umgebung wieder ganz gesund werde.
Ich litt jahrelang an einer Sozialen Phobie und tue es immer noch. Ich wurde an meiner alten Schule für Hochbegabte von einer Gruppe Mädchen gemobbt. Am Anfang waren es nur fünf Mädchen, aber schon bald war es die ganze Schule.
Meine Geschwister gingen auf eine normale Schule und wussten, wie meine Eltern, nichts von meinen Problemen. Ich konnte es überraschend gut verbergen.
Ich verkroch mich immer mehr und hatte panische Angst mich irgendwie zu blamieren oder mich überhaupt den Menschen zu zeigen.
Ich wollte einfach unsichtbar sein.
Ich hatte Angst vor allen Menschen, außer meiner Familie.
Sie wussten das etwas nicht mit mir stimmen konnte, aber sie wussten nicht was es war. Verzweifelt versuchten sie dahinter zu kommen. Doch ich wollte nicht das sie etwas erfahren. Was wenn sie denken werden, dass ich verrückt bin?
Was wenn sie mich dann nicht mehr wollen?
Eines Tages wurde es mir zu viel und ich rannte weg.
Meine Familie suchte überall nach mir. Sie riefen sogar die Polizei, damit auch sie, erfolglos nach mir suchen konnten.
Keiner fand mich, bis auf Jasper. Er war schon immer sehr verständnisvoll und konnte schon fast die Gefühle der Anderen spüren.
Dazu hatte ich mich in unserem alten Versteck versteckt.
Er kam zu mir, sagte nichts und nahm mich einfach in seine Arme. Nach einer Weile erzählte ich ihm alles.
Über das was passierte, über meine Gedanken und meine Gefühle.
Er hörte mir zu, tröstete mich und gab mir Mut. Dann rief er Carlisle an und sagte ihm wo wir waren.
Darauf folgten Therapien und ein Schulwechsel.
Ich bin meiner Familie unendlich dankbar. Wir hielten immer zusammen. Es klingt vielleicht kitschig, aber es ist wahr. Zwar sind wir alle nicht wirklich verwandt, aber das macht eine Familie nicht aus. Familie sind Menschen die sich gegenseitig lieben und beschützen.
Ich war mir sicher, die Leute in Forks werden sich ihre Mäuler über uns zerreißen.
Nicht nur das wir alle adoptiert sind, es gibt auch Paare bei uns.
Emmett und Rosalie, genauso wie Alice und Jasper.
Sie passen wirklich gut zusammen und werden sich wahrscheinlich nie trennen.
Wahre Liebe eben.
Ich war die Einzige in unserer Familie die keinen Freund oder sowas hatte. Aber das machte mir auch gar nichts aus.
Bella, wach auf. Wir sind da!", erklang die fröhliche Stimme von Esme. Ich stieg aus und betrachtete unser Haus.
Naja, Haus kann man das nicht nennen.
Eher eine Villa.
Auf einer riesigen Lichtung erstreckte sich eine moderne und verglaste Villa. Mom arbeitete als Architektin und hat das Haus zum Teil mitentworfen.
"Und gefällt es euch?", fragte sie.
"Es sieht umwerfend aus!" Alice sprang schon auf und ab vor Freude, "Es ist ein Traum! Und es ist so groß, und all das Glas-".
"Alice, wir haben es verstanden. Es sieht toll aus und fertig." Rosalie war, ähnlich wie ich, nicht davon begeistert dass wir hierher zogen.
"Können wir jetzt bitte rein? Ich glaub es fängt schon gleich an zu regnen." Ich schaute zum Himmel hoch, und tatsächlich. Der Himmel war grau gefärbt und es fielen schon einzelne Tropfen.
Innen war das Haus sogar schöner als von außen. Im Erdgeschoss kam man erst in eine große Eingangshalle und von dort aus, ging es ein paar Stufen runter in das Wohnzimmer. Im ersten Stockwerk sind die Küche, das Esszimmer und Carlisle's und Esme's Zimmer.
Im zweiten Stockwerk fand man dann das Gästezimmer, Rosalie's und Emmett's Zimmer und Carlisle's Arbeitszimmer.
Im dritten Stockwerk sind dann noch Alice' und Jasper's Zimmer und mein der Schlafzimmer verfügte über ein eigenes Bad.
"Gefällt es euch?", fragte Esme erneut nach der Führung.
"Es ist wunderschön.", schwärmte ich.
Die Anderen sparten auch nicht mit Komplimenten. Das machte sie natürlich froh, denn es war nämlich sehr viel Arbeit gewesen.
Mein Zimmer ist rot und weiß, Esme hatte genau meinen Geschmack getroffen.
Erschöpft ließ ich mich am Abend in mein Bett fallen. Und dann kam schon wieder die Angst. Meine Geschwister und ich werden morgen an die örtliche High School gehen. Das hieß viele Menschen und das machte mich panisch.
Zwar war meine Phobie jetzt besser, aber immer noch schlimm. Es würde einfacher werden, da meine Geschwister auch da waren, aber trotzdem.
Wenn ich daran denke, dass alle mich anschauen werden... Mein Herz fing an zu rasen und ich geriet in Atemnot. Was wenn sie mich nicht mögen werden?
Was wenn wieder das Gleiche, wie an meiner alten Schule passieren wird? Ich wurde noch panischer und es fühlte sich so an, als hätte jemand meine Kehle zugeschnürt. Was wenn wieder alles passiert? Was wird dann geschehen? Ich zitterte am ganzen Körper und Tränen rannen meine Wangen runter.
Am Morgen erwachte ich durch das Klingen meines Weckers auf. Den Rest der Nacht konnte ich nicht besonders gut schlafen, aber am Ende schlief ich vor Erschöpfung ein.
Ich zog mich um und ging runter in die Küche.
Keiner war wach, außer Esme.
Sie bereitete gerade das Frühstück vor.
"Guten Morgen, Schätzchen. Gut geschlafen?", fragte sie mich.
"Jap, sehr gut.", log ich und half ihr beim kochen.
Langsam kamen auch die Anderen. Alice war schon ganz aufgeregt und konnte kaum still halten.
Rosalie war genervt, da sie definitiv kein Morgenmensch war.
Emmett stürzte sich auf sein Essen und Jasper versuchte Alice ruhig zu kriegen.
Und ich? Ich saß einfach nur da und aß mein Brot mit Nutella.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Essen liebe?
Ich liebe es abgöttisch.
Ich esse so ziemlich alles und immer. Zum Glück werde ich nie dick, sonst wäre ich jetzt fettleibig oder so.
"Rosalie! Beeil dich verdammt nochmal!", schrie Jasper. Wir standen gerade in der Eingangshalle und warteten auf Rosalie dir nur "kurz" mal ihren Lipgloss nachziehen wollte.
"Ich komme ja schon!", schrie diese zurück. Obwohl Jasper und Rosalie Zwillinge sind, streiten sie sich pausenlos.
Wir nahmen den Volvo und fuhren los. Ich wurde langsam wieder panisch. Meine Hände fingen an zu zittern und mein Herz raste. Was wenn alles wieder von vorne beginnt? Was wenn mir diesmal keiner hilft? Bella, alles in Ordnung?", fragte mich Emmett. Auch die Anderen schauten mich besorgt an.
"Ja, alles okay. Bin nur ein bisschen nervös.", ich lächte noch extra süß dazu. Rosalie, die neben mir saß, nahm meine Hand und streichelte sie leicht. Sie wusste das mich das normalerweise beruhigte. Es half auch diesmal, aber ich hatte immer angst.
Die High School liegt nur einen Steinwurf vom Highway entfernt. Aus dem Autofenster sah ich, dass alle uns anstarrten.
Ich bekam es mit der Angst zu tun. Warum schauen sie alle so komisch? Habe ich schon was falsch gemacht?
Ich hyperventilierte schon fast.
Nein, dachte ich mir, sie haben mich nichtmal gesehen.
Sie schauen nur das Auto an.
In so einem kleinen Kaff wie Forks gibt es solche Autos nicht.
Sie sind nur neugierig.
"Du schaffst das", flüsterte Rosalie mir zu. Oh liebe Rose, wie ich hoffe das du recht behälst.
Wir stiegen aus und liefen zum Sekretariat. Ich hielt meinen Blick, krampfhaft auf dem Boden und versuchte nicht in Panik zugeraten. Rosalie hielt immernoch meine Hand, wofür ich ihr dankbar war. Rosalie passte immer auf mich auf. Auch wenn ich 17 bin, bin ich relativ schwach. Jedoch Rosalie machte Kickboxen und kannte sich wirklich sehr gut mit Kampfkünsten aus. Auf andere mochte sie vielleicht arrogant und kalt wirken, doch das war sie nicht.
Das Sekretariat war ein einfach ein großer Raum. Ich hatte es auch nicht anders erwartet. "Hallo, wir sind die neuen Schüler.", stellte Alice uns vor. "Oh, hallo! Ihr seid die Cullens richtig? Euer Vater hat euch schon angemeldet. Also, hier sind eure Stundenpläne und für jeden eine Karte von der Schule. Ich hoffe ihr habt einen schönen ersten Tag." Wir bedankten uns und gingen raus."Was habt ihr jetzt?", fragte Emmett. "Eine Doppelstunde Mathe, bah!", Alice verzog ihr Gesicht. Kein Wunder sie ist auch eine Niete darin. "Ich hab jetzt auch Mathe", Jasper grinste sie an. Rosalie hatte Spanisch und Emmett Politik. Na toll, schon die erste Stunde hatte ich allein, Französisch. "Viel Glück, Kleines.", flüsterte Rosalie mir zu, als wir uns trennten.
Bleib ruhig, es kann dir nichts passieren. Niemand wird dir was tun. In Gedanken redete ich mir immer wieder Mut zu. Ich behielt meinen Blick wieder auf den Boden und schaute niemanden an, während ich durch die Flure von Haus 3 ging. Als ich an meiner Klasse ankam, geriet ich schon wieder in Panik.Werden sie mich anstarren? Werde ich mich blamieren? Sollte ich jetzt lieber wegrennen? Meine Hände zitterten. Immer weiter laufen und nicht in Panik geraten, ermahnte ich mich selbst. Ich gab meiner Lehrerin, Madame Couper, meinen Laufzettel und ging schnell zu meinem Platz. Zum Glück war noch ein Platz ganz hinten frei. So ist es für die Schüler schwerer mich anzustarren, doch sie schafften es trotzdem. Manche machten es dezent, andere drehten sich mit ihrem ganzen Oberkörper zu mir.
Wie unhöflich waren die in diesem verdammten Kaff eigentlich?!
Der Rest der Stunde verlief eigentlich relativ friedlich. Nach Französisch hatte ich Mathe, ich mag es.
Ja, es klingt vielleicht komisch, aber es ist wahr. Und zu meiner weiteren Freude, hatte ich es mit Emmett. Das konnte doch nur gut werden.
"Und wie war Mathe?", fragte uns Alice, als wir uns zum Mittagessen zu ihnen setzten.
"Scheiße.", antwortete ich kurz und übelgelaunt, und sie lachte. Mein Mathelehrer Mr. Throne war ein Arsch. Anders konnte man ihn nicht beschreiben. Nicht nur das wir uns vorstellen mussten, nein, er hat noch blöde Bemerkungen über meine Nervosität gemacht. Ich hasste ihn. Doch ich hasste nicht nur ihn, sondern diese ganze gottverdammte Schule. Und die Schüler auch. Ich hasste einfach alles.
Ich war gerade dabei meine Pommes zu essen, als Jessica kam.
Sie war die Oberschlampe der Schule. Ihr Rock reichte ihr gerade mal bis zum Ende ihres Po's und ihr Top war durchsichtig.
Fror sie eigentlich nicht? Ich hätte nicht gedacht, dass es sowas an einem kleinen Ort wie Forks gab. Ich hatte mit ihr schon Bekanntschaft in Mathe gemacht. Sie hatte mich nicht wirklich beachtet, worüber ich froh war. Ich verachtete sie und hatte gleichzeitig Angst vor ihr. Sie schien, wie einer dieser Mädchen zu sein, die die ganze Schule beherrschten. Und mit solchen kann ich wirklich keine Probleme gebrauchen.
"Hey Süßer!", sagte sie zu Emmett und hielt ihm dabei ihre falschen Brüste ins Gesicht. Soll das sexy sein? "Hallo Schlampe.", er widmete sich wieder seinen Pommes. "Na, heute schon was vor?". "Ja, das hab ich. Könntest du also bitte gehen?", sagte er genervt. Was bildete Die sich ein? Man konnte doch sehen, das Emmett und Rosalie ein Paar waren. Rose war übrigens kurz vor'm ausraten. Ich glaubte, ihr Gabel verbog sich schon.
"Ach komm schon, Süßer. Willst du heute Abend nicht zu mir kommen?". Und dann reichte es Rosalie. "Okay Schlampe, wenn du dich nicht sofort verziehst, werde ich dir in deine überschminkte Fresse schlagen. Verstanden?", ihre Hände bildeten sich zu Fäusten. "Ach und was willst du machen, Barbie?". Langsam fragte ich mich ernsthaft ob sie ein Gehirn besitzt.
"Pass auf, sonst hole ich Abschminktücher." Wie Jessica wohl ohne Schminke aussieht? Noch schlimmer als jetzt? Schon allein bei dem Gedanken erschauderte ich. "Würdest du bitte gehen? Ich möchte noch gerne fertig essen und da ich mich übergeben muss, wenn ich dein Gesicht seh, gestaltet sich das einbisschen schwer.", schaltete sich nun auch Alice ein und Jessica klappte der Mund auf. Ich kicherte bei dem Anblick und dann ging sie auf mich los.
"Was lachst du so dumm, Freak?". Ich erstarrte und mein Herz fing an zu rasen.
Warum ich?
Was habe ich falsch gemacht?
"Dir wird noch dein Lachen vergehen.", sagte sie und ging weg. Es fühlte sich an als wäre mit das Blut in den Adern gefroren. Mein herz schlug noch schneller und meine Hände zitterten so sehr, dass ich nicht mal die Gabel festhalten konnte. Mein Blick war auf den Tisch gerichtet.
Beginnt alles wieder von vorne?
Wird es diesmal schlimmer?
Warum musste das passieren?
"Bella Süße, sag doch was.", Rosalie rüttelte leicht an meiner Schulter.
Ich konnte nicht reden, meine Kehle war wie zugeschnürt. Stattdessen sah ich sie an. "Wir werden auf dich aufpassen. Dir wird nichts passieren, verstanden?". Doch auch ihre sonst so beruhigenden Worte halfen mir diesmal nicht.
Was wenn sie mir was antun?
Was wenn sie mich nicht in Ruhe lassen werden?
Den Rest der Mittagspause sitze ich einfach nur da. Mein Appetit war verflogen. "Bist du dir ganz sicher das du zur nächsten Stunde gehen willst?", fragte Alice mich, als es klingelte. Ich bejahte und ging zu meinem Unterricht. Wenn ich jetzt nicht gehen würde, würden die anderen nur noch mehr tuscheln. Und das konnte ich sicherlich nicht gebrauchen.
Die nächste Stunde war Biologie. Mein Lehrer, Mr. Banner, schickte mich zum einzigen freien Platz der Klasse, zu einem Jungen. Ich bekam wieder Angst.
Doch als ich in die smaragdgrünen Augen des Jungen sah,überkam mich eine unbekannte Ruhe.
We always put on a show for other people.
