"Quiet people have the loudest minds."
-Stephen Hawking

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In meinem Traum war es dunkel, sehr dunkel. Alles um mich herum war schwarz. Es fühlte sich an, als würde ich auf einem riesigen Bett aus Stacheln liegen. Wie einer dieser Fakire aus Indien.

Ich kannte diesen Traum. Ich hatte ihn schon sehr oft. Immer war er der Gleiche. Das schlimmste war, dass der Traum immer schrecklich war. Man müsste meinen, dass es nach so vielen Malen nicht mehr so schlimm war, aber das war nicht so.

Die Stacheln bohrten sich in meine Kehrseite. Sie stachen in meine Haut ein. Ich konnte das Blut spüren. Immer mehr und mehr. Ich konnte es riechen.

Mittlerweile war mein ganzer Körper mit Blut bedeckt. Kleine Wesen kletterten über meinen Körper und nagten an meiner roten Haut. Sie wollten mich auffressen.

Mir tat alles weh. "Du bist das Böse. Wegen dir leiden alle. Du bist schlecht. Du verdienst all den Schmerz. Du verdienst es nicht geliebt zu werden. Du solltest sterben.", sangen die Wesen.

Ihre Stimmen wurden immer lauter. Sie schrien mich an. Mein ganzer Körper war mit Blut bedeckt. Es drang in meinen Mund und ich bekam keine Luft mehr. Ich würde ersticken, würde sterben.

Während ich nach Luft rang, geschah etwas merkwürdiges. Ein riesiges Licht erschien vor mir. Es erhellte die Dunkelheit. Ein Engel schwebte auf mich zu. Was hatte das zu bedeuten?

Der Engel kam immer näher. Erst jetzt fiel mir auf, dass er wie der Junge aus Biologie aussah, Edward. Er kam näher und strahlte Ruhe aus. Sein Licht blendete mich schon fast. Ich war sowas nicht gewöhnt. Normalerweise umhüllte mich immer die Dunkelheit. Was machte Edward in meinen Träumen?

"Komm mit mir. Ich werde dir deinen größten Traum erfüllen."

"Steh auf!" Wer. Wagte. Es. Mich. Zu. Aufzuwecken?! Abrupt öffnete ich meine Augen und sah Alice vor mir stehen. "Warum weckst du mich so früh?!" Ich war definitiv kein Morgenmensch und Alice wusste das.

"Es ist schon spät, Dummy. Und Mum hat gesagt ich soll dich wecken." Sie streckte mir die Zunge raus und ließ mich dann alleine.

Was hatte der komische Traum zu bedeuten? Ich hatte schon seit meiner Kindheit Alpträume, aber noch nie so einen... Ich beschloss mir darüber keine weiteren Gedanken zu machen und ging mich duschen.

***

Die Fahrt über war ich überraschend ruhig. Das könnte daran liegen, dass ich heute kein Spanisch hatte.

Jedoch zeigte sich das die Ruhe unberechtigt war. Als ich zu Englisch lief schauten mich alle an und in ihren Blicken lag etwas neugieriges, aber gleichzeitig belustigtes.

Der Rest des Schultages verlief ohne weitere Zwischenfälle. Zwar wurde ich immer noch angestarrt, aber nicht mehr.

Nach der Schule gingen Rose, Alice und ich Schoppen. Ich war kein Fashion-freak wie Alice, aber ich mochte es trotzdem. Zudem war es befreiend, einfach wieder mal mit meinen Schwestern zu lachen.

"Also Bellalein, willst du uns etwas erzählen?" Alice grinste. Wie liefen gerade durch die Shoppingmeile von Seattle. "Hä? Was meinst du?", fragte ich sie. Ich wusste wirklich nicht was sie meinte.

"Wirklich nicht? Und was war das dann heute Morgen?" Ihr Grinsen wurde noch breiter und Rose kicherte. Was zur Hölle meinte sie?! "Alice, jetzt rück schon mit der Sprache raus. Was meinst du?" Langsam ging mir das auf die Nerven.

"Okay, als ich heute Morgen zu dir gekommen bin. Bevor ich dich geweckt habe hast du "Edward" geflüstert." Ich starrte sie ungläubig an. Die Beiden fielen in ein schallendes Gelächter.

"Oooooh wie süß! Unsere kleine Bella wird erwachsen.", sagte Alice und lachte weiter. "Wer ist Edward", fragte mich Rose grinsend.

Oh. Mein. Gott. Hatte ich das wirklich gesagt? Gut möglich. Ich sprach immer im Schlaf. Eine Angewohnheit, die meine Familie witzig und süß fand. Ich fand sie einfach nur nervig,

"Ehm.. Also er ist.. Also, er ist...", stammelte ich. Wie sollte ich ihnen erklären, dass ich über einen Fremden träumte? "Er ist dein Lover!", schrie Alice und lachte noch mehr. "Alice! Halt die Klappe. Die Leute gucken schon. Tatsächlich schauten uns schon viele an. Bestimmt dachten sie wir wären verrückt oder so.

"Bella hat einen Freund! Bella hat einen Freund!", sang kann eine Einzige Person so nervig sein? "Du hast doch nicht wirklich was mit ihm am laufen, oder?", fragte mich Rose halb belustigt und halb besorgt. "Gott! Nein. Ich habe nicht mal mit ihm gesprochen."

Der Rest des Shopping Tages verlief ohne weitere Zwischenfälle. Zwar gab es hier und da ein paar Sticheleien, aber sonst ließen sie mich in Ruhe.

"Ich kann nicht mehr." Erschöpft ließ ich mich neben Jasper auf das Sofa fallen. Wir hatten insgesamt 40 Kleidungsstücke gekauft. Und das war für Alice noch zu wenig. "Das kommt davon, wenn man mit den Beiden Schoppen geht." Jasper kicherte.

Nach dem Abendessen schauten wir noch alle gemeinsam "Harry Potter und der Feuerkelch" an.

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"Habt ihr eigentlich schon Freunde gefunden?", fragte uns Carlisle. "Das sind alles Idioten. Mit solchen will ich nicht befreundet sein.", kam es prompt von Rose. "Ach komm schon, es kann gar nicht so schlimm sein.", sagte Carlise. Oh, er hatte keine Ahnung. "Nein wirklich Dad. Die sind alle scheiße.", mischte sich Alice ein. "Die rauchen auf den Gängen und die Mädchen tragen mehr Make Up als Kleider."

Carlisle seufzte. "Und du, Bells?". Haha. Sollte das ein Scherz sein. Genau, die extrem schüchterne und verrückte Isabella soll Freunde gefunden haben. Wir alle kannten die Antwort.

"Wie schon gesagt, es sind alles Idioten. Ich mag sie nicht." Ich schaute die ganze Zeit auf den Fernsehr. Ich wollte nicht sein enttäuschtes Gesicht sehen, das er versuchte zu verstecken.

Mitten im Film bekam ich eine SMS. Ja, ich hatte tatsächlich immer mein Handy dabei. Die SMS stammte von Unbekannt:

"Hahahahahaha! Dein Facebookstatus xD Bitch!"

Mein Herz setzte für einen Schlag aus. Welcher Post? Was soll ich geschrieben haben? Was ist passiert?

"Bella, alles okay?", fragte mich Esme besorgt. Nein! Nichts ist in Ordnung. Alles ist scheiße.

Ohne zu antworten rannte ich hoch in mein Zimmer und fuhr so schnell wie möglich mein Laptop hoch. Was soll ich geschrieben haben? Was habe ich schon wieder falsch gemacht? Warum? Ich loggte mich in Facebook ein. Mein Herz raste wie verrückt und meine Augen waren weit aufgerissen. Und dann las ich den Status.

"Ich bin geil und ich Blase dir einen für 10 Cent."

Ein Schrei erklang. Ich glaube das war ich. NEIN! NEIN! NEIN! Ich schmiss meinen Laptop irgendwo hin. Tränen rannten meine Wangen runter. Ich atmete viel zu flach und mein ganzer Körper zitterte so schlimm wie noch nie.

Womit hatte ich das verdient? Was hatte ich ihnen getan? Meine Beine konnten mich nicht mehr halten und ich fiel auf den Boden. Warum immer ich? Wer hat das getan? Warum? Ich schrie und weinte gleichzeitig.
Was habe ich falsch gemacht? Womit hatte ich das verdient? Warum hasst mich jeder? Warum tun sie mir das an? Warum?

"Bella? Bella! Was ist los?" Ich glaubte es war Esme. Aber ich war mir nicht sicher. "Bella! Schau mich an!", schrie sie. Ja, jetzt war ich mir ganz sicher, das es Esme war. Sie wollte mich hoch heben.

Was wollen sie von mir? Was habe ich ihnen je getan? Ich habe nichts gemacht!

Ich zog an meinen Haaren und schrie abermals. "Bella! Schau mich an!" Esme nahm meinen Kopf in ihre Hände und zwang mich sie anzusehen. Ich sah ihr panisches Gesicht und all die Angst und Sorge.

Als ich meinen Kopf einbisschen nach links drehte, sah ich auch den Rest meiner Familie. Alice schaute mich traurig und schockiert an. Rose weinte in Emmetts Armen.

Alles meine Schuld! Weshalb wurde mir das wohl angetan? Weil ich es nicht anders verdiene! Und ich mach auch noch meine Familie traurig. Ich dreckiges, unwürdiges Miststück!

Emmett sah geschockt und wütend aus. Jasper starrte ausdruckslos auf die Wand, er war zu geschockt. Carliles Miene war undeutbar. Eine Mischung aus unendlicher Traurigkeit und Wut.

Warum bin ich so? Warum kann ich nicht normal sein? Ich bin verrückt und unwürdig. Kein Wunder das mich keiner mag.

Ich weinte immer noch ununterbrochen. Mein Atem verlief stockend und ich hatte meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle.

"Schhh... Alles ist okay. Ich bin da.", flüstere mir Esme zu. Sie bette meine Kopf auf ihre Halsbeuge. Es beruhigte mich. Carlisle schickte die Anderen weg. Er selbst ging auch und schloss die Tür hinter sich. Nur noch Esme war da. "Schh... Alles ist okay. Beruhig dich. Ich bin für dich da."

Und in den Armen meiner Mutter brach ich zusammen.

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