So, nach fast einem Jahr Funkstille geht's endlich mal wieder hier weiter! Ich entschuldige mich bei allen meinen Lesern für die lange Wartezeit und hoffe, dass ihr trotzdem noch diese FF weiterverfolgt :)

Auch möchte ich mich bei meiner lieben Reviewerin mittelding für die bisherigen Reviews bedanken! :)


Kapitel 5- Angst

Remus Lupins müde Augen überflogen den Brief nun schon zum x-ten Mal um sicherzugehen dass er auch nicht das kleinste Detail übersehen hatte. Dann legte er das pechschwarze Pergament auf seinen wuchtigen Mahagonischreibtisch auf dem der reinste Papierkrieg wütete. Er rieb seine grauen Augen und stützte seinen Kopf auf eine Hand während er sein Gehirn antrieb nachzudenken.

Luna saß ihm gegenüber in einem schwarzen Sessel und sah den Stellvertretenden Vorsitzenden, der wie sie herausgefunden hatte ein Werwolf war – das erklärte die Narben auf seinem Gesicht – genau an. Ihre Stimme zitterte leicht als sie die Stille durchbrach: „W-Was soll ich tun Remus?"

Lupin seufzte und stand auf um rastlos in seinem kleinen mit Regalen vollgestopften Büro umherzugehen. Aus den Schubladen und Fächern der hölzernen Möbelstücke quoll alles Mögliche hervor. Eine alte Großvateruhr stand neben der Türe und tickte etwas unregelmäßig vor sich hin.

Tik-tok. Tik-tok.

Das nervtötende Geräusch machte Luna fast wahnsinnig als sie darauf wartete dass der ältere Mann etwas sagen würde. Remus Lupin seufzte noch einmal bevor er schließlich dazu ansetzte etwas zu sagen: „Also… Als erstes darfst du niemanden der nicht zu uns gehört sagen dass du ein Mitglied des Ordens bist! Absolut niemanden, hast du verstanden Luna?" Die Blonde nickte schnell und biss sich auf die Unterlippe. Remus fuhr mit einer Hand durch sein graumeliertes Haar. Luna bemerkte dass seine Hand ein wenig zitterte.

„Dann solltest du auf jeden Fall hingehen! Denn das dümmste was du machen kannst ist nicht hinzugehen; damit machst du dich schon mal verdächtig." Die junge Hexe legte ihren Kopf in den Nacken und starrte an die steinerne Decke. Sie schloss kurz die Augen und atmete tief durch. „Und steht wirklich nichts drin warum sie mich in die Festung des Dunklen Lords einladen?" Ein hoffnungsvoller Tonfall hatte sich in ihre Stimme geschlichen. Einen Brief von den ranghöchsten Todessern zu bekommen war alleine schon beängstigend aber dazu nicht zu wissen warum sie zu einem Empfang in die Festung eingeladen wurde war Lunas Meinung nach noch beunruhigender!

Remus Lupin kam um seinen Schreibtisch herum und tätschelte der blonden Hexe beruhigend die Schulter. „Ich weiß dass das ziemlich viel verlangt ist aber ich möchte dass du dich in der Gegenwart der Todesser so verhältst als stündest du zumindest halbwegs auf ihrer Seite; alleine deiner Sicherheit wegen!"

„Okay.", Luna nickte und setzte sich wieder aufrecht hin. Im Augenblick fühlte sie sich so als wäre sie komplett in Watte gepackt. Alles nahm sie nur durch eine Art Schleier wahr und auch Remus Lupins Stimme drang zu ihr durch als wäre sie unter Wasser und er versuchte sie von ganz weit weg zu erreichen. „Tut mir Leid dass ich dir nichts genaueres sagen kann außer dass du auf dich aufpassen sollst…", dem stellvertretenden Vorsitzenden schien es wirklich leidzutun. Er sah unglaublich müde aus. „Und sieh es mal so: Vielleicht kannst du so ja ein paar Insiderinformationen aus dem Lager des Feindes in Erfahrung bringen."

Die blonde Hexe lächelte leicht. Ja, diese Aussicht machte das Ganze nicht ganz so furchtbar. Sie stand auf und griff nach dem schwarzen Pergament mit der silbernen Aufschrift und stopfte es zurück in den Umschlag. Sie nahm ihren blauen Mantel von der kleinen Garderobe neben der Türe und schlang sich ihren pinken Schal um den Hals. Sie wusste nicht was für ein Wetter draußen herrschte aber weil sie London kannte war Luna mit einem Regenschirm bewaffnet. „Na dann werde ich mich mal wieder auf den Weg machen.", Luna nickte Lupin zum Abschied zu. „Tut mir Leid wenn ich dich von wichtiger Arbeit abgehalten habe aber ich dachte ich sollte dir den Brief zeigen…"

Lupin machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ach, das macht doch nichts! Es war genau richtig was du getan hast. Gute Nacht!" Luna Lovegood lächelte. „Ja, gute Nacht!" Dann verließ sie das kleine Büro von Nymphadoras Ehemann und ging – zum zweiten Mal an diesem Tag – zurück in den Gang der sie an die Erdoberfläche zurückbringen würde.

Lunas Vorahnung bestätigte sich! In London stürmte es und sie musste ihren Schirm mit einem Zauber zusätzlich schützen um den dicken Regentropfen zu trotzen. Gedankenverloren setzte die Blonde einen Fuß vor den anderen als sie zügig den Heimweg antrat. Sie bemühte sich darum dass sie niemand beim Betreten und Verlassen des Grundstückes sah auf dem der alte Schuppen und somit der Eingang zum Hauptquartier des Ordens lag. Erst als sie eine etwas größere Straße erreichte verlangsamte sie ihren Schritt ein wenig und erlaubte ihren Gedanken ein wenig zu wandern.

Sie hatte ihre Hände tief in den Taschen ihres Mantels vergraben wobei eine Hand den verhängnisvollen Brief berührte. Eine eisige Kälte kroch ihren Rücken hinauf und wie schon so oft auf dem Weg zur Danvers Street fühlte sich Luna Lovegood beobachtet. Der jungen Hexe wurde auf einmal bewusst wie verlassen die Straße auf der sie entlangschritt im Schein vereinzelter Straßenlaternen dalag. Der nasse Asphalt schimmerte in deren Licht und Luna bemühte sich die Passagen die sie fast in kompletter Dunkelheit zurücklegen musste so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.

Luna blieb erst bei der nächsten Straßenlaterne stehen und sah zurück. Die Straße hinter ihr war komplett verlassen; was hätte sie auch sonst sein sollen? Die Hexe wollte sich gerade umdrehen und wieder weitergehen als sie eine schemenhafte Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm. Mit einem Ruck drehte sie sich wieder um und starrte mit vor Schreck geweiteten Augen auf die nach wie vor verlassene Straße. Aber ich war mir sicher dass sich da gerade etwas bewegt hat!

Normalerweise hätte sich Luna wieder umgedreht und hätte mit schnelleren Schritten dafür gesorgt dass sie so schnell wie möglich nach Hause kam aber da ihre Nerven aufgrund des Briefes von den Todessern eh schon sehr angekratzt waren schien in ihrem Kopf irgendeine Sicherung durchzubrennen.

Luna rannte los. Sie hatte unglaubliche Angst!

Mit rasendem Puls jagte sie um Häuserecken und nahm Abkürzungen durch enge Seitengassen. Sie konnte das Gefühl nicht loswerden dass ihr jemand folgte! Aber Luna wagte es nicht einen Blick über die Schulter zu werfen.

Ihr Herz tat einen erleichterten Sprung als Luna endlich die Umrisse des Wohnblocks in dem sie ihre Wohnung hatte in der Dunkelheit der Nacht erkennen konnte.

Wie eine Wahnsinnige rannte sie die Stufen zur mächtigen Eingangstüre hoch, fingerte wie wild an ihrem Schlüsselbund und suchte verzweifelt nach dem richtigen Schlüssel. Als sie ihn endlich gefunden hatte steckte sie ihn mit klammen Fingern in das Schloss und sperrte es umständlich auf. Die ganze Zeit über blickte sie einige Male gehetzt hinter sich, entdeckte jedoch niemanden.

Als Luna schließlich komplett außer Atem in ihrer Wohnung ankam ließ sie sich erst mal völlig fertig in ihrem Schaukelstuhl nieder. Soweit hatten die Todesser sie schon! Wegen dieser bescheuerten Einladung war sie zu einem kompletten Angsthasen mutiert und wegen einer kleinen Bewegung – die mit Sicherheit gar keine gewesen war sondern nur eine Einbildung ihrer sehr produktiven Fantasie – den ganzen Weg zu ihrer Wohnung im Norden Londons gesprintet war.

Aber Lunas Selbstbeherrschung hatte sich im Nu wieder aufgebaut. So etwas wird mich nicht nochmal derartig aus der Fassung bringen! Mit einem schnellen Schwenk ihres Zauberstabs beschwor sie ein Glas Whiskey herauf. Sie trank sonst nie Alkohol aber nach dem Schrecken von eben hatte sie das Gefühl konnte sie ruhig einen Schluck vertragen.


Badam… Okay, ich hoffe doch sehr, dass diese letzte Szene dem Titel des Kapitels gerecht wurde ^^

Bis zum nächsten Mal – und das wird schon sehr bald sein, versprochen ;)

watercave