Notes:

Konventionen:
„Text" - Rede
‚Text' - Gedanken

Viel Spaß beim Kapitel.


Es war ein wunderschöner Herbsttag. Nana Sawada saß auf der Couch und streichelte ihren riesigen Babybauch. Die Wehen konnten nun jeden Tag einsetzen. Iemitsu war vor einer Woche wiederabgefahren, obwohl sie hochschwanger war und seine Hilfe gebrauchen könnte. Sie seufzte, so hatte sich ihre Ehe nicht vorgestellt. Sie wollte ihr Leben mit ihren Ehemann teilen. Nana liebte ihn mit ganzen Herzen. Doch seit ihren Flitterwochen vor neun Monaten, hatte sie ihn nur für eine Woche gesehen. Sie war so glücklich gewesen, als er vor zwei Wochen angekommen war. Irrtümlicherweise hatte sie geglaubt, dass er für die Geburt bleiben und helfen würde. Aber ihr Mann war ohne triftigen Grund wieder abgereist. Jetzt war sie niedergeschlagen und hatte Probleme sich zu motivieren etwas zu tun. Plötzlich durchfuhr sie ein stechender Schmerz und ihre Fruchtblase platzte. Glücklicherweise, hatte sie das Telefon neben sich gelegt. Sie nahm es und rief ihren Nachbar an.

„Nana-chan, ist alles in Ordnung?"

„Sal-niisan, bitte komm rüber. Meine Fruchtblase ist geplatzt." stöhnte Nana.

„Ok, bleibe ruhig. Ich bin gleich bei dir."

Zwanzig Minuten später, kamen die beiden am Krankenhaus an. Eine Krankenschwester wartete schon mit einem Rollstuhl auf sie. Sal half Nana in den Rollstuhl und hielt ihre Hand auf dem Weg zum Kreißsaal.

„Bitte bleib bei mir, Sal-niisan. Ich habe Angst und möchte nicht alleine sein. Iemitsu wird nicht kommen."

Sie schaute ihn mit tränenreichen Augen an. Sal lächelte sie traurig an und küsste ihre Stirn.

„Natürlich, niemand sollte bei einer Geburt alleine sein. Und du bist wie eine kleine Schwester für."

Mehrere Stunden später, erklungen im Kreißsaal die Schreie von zwei Neugeborenen. Nana war total erschöpft von der Geburt der Zwillinge, aber hatte noch genügend Energie zu lächeln. Die Krankenschwester übergab ihr ein Baby mit dem Kommentar, dass es ihr Erstgeborener wäre. Die frischgebackene Mutter schaute sich den kleinen Jungen genau an, um sich alles einzuprägen.

„Willkommen in der Familie Tsunayoshi." murmelte Nana und küsste seine Stirn.

Sal nahm ihr Tsunayoshi ab und begrüßte ihn. Die Krankenschwester reichte ihr den zweiten Jungen. Wie zuvor, prägte sich Nana alles an ihm ein. Sie entdeckte eine Narbe in Form eines Blitzes auf seiner Stirn.

„Willkommen in der Familie Raidon." murmelte Nana und küsste die Narbe auf seiner Stirn.

Danach schlief sie zufrieden mit einem strahlenden Lächeln ein. Sal nahm ihr das zweite Baby ab und begrüßte auch ihn. Er war glücklich, dass es keine Komplikationen gegeben hatte. Die nächsten Monate würden für Nana ohne Iemitsu stressig werden. Aber er würde ihr soviel wie möglich helfen.


Wie vorhergesehen, waren die nächsten Monate hektisch und anstrengend für die junge Mutter. Aber nach sechs Monaten beruhigte sich alles ein wenig und sie hatte Zeit ein bisschen durchzuatmen. Nana saß auf der Couch und beobachtete ihre kleinen Jungs im Laufstall spielen. Sie liebte es den beiden beim Spielen zuzuschauen. Die Zwillinge sahen bis auf die Haar- und Augenfarbe identisch aus. Tsuna hatte braune Haare und Honigbraune Augen. Raidon hatte rabenschwarze Haare und jadegrüne Augen.

Nana hatte sich vor einigen Monaten entschieden, sich ausschließlich auf die Zwillinge zu konzentrieren. Iemitsu war seit der Geburt nicht nach Hause gekommen. Sie hatte mehrfach versucht ihn anzurufen, konnte ihn aber nie erreichen. Er hatte zwar zurückgerufen, aber seit dem einen Anruf, gab es keinen Kontakt. Abgesehen von diesen albernen monatlichen Postkarten. Ohne Sal, hätte sie es nie geschafft. Die Haustür schloss sich und sie riss sich von ihren schwarzen Gedanken.

„Nana-chan, ist alles Ok?" fragte Sal, der einen Meter von ihr entfernt stand.

„Mir geht es gut." antwortete Nana mit einem gezwungenem Lächeln.

Sie konnten ihn aber nicht zum Narren halten. Er schaute sie betrübt an. Sal setzte sich neben sie und hob sie in seinen Schoss, um sie in die Arme nehmen zu können. Die letzten Monate musste er sich zusammenreißen, den Bastard Iemitsu nicht umzubringen. Nana schmiegte sich an seine Brust und fing an zu weinen. Sal rieb ihren Rücken, um sie zu beruhigen.

„Alles wird gut werden. Ich werde dich nicht verlassen, kleine Schwester."

Solche Zusammenbrüche waren die letzten Monate üblich, mindestens zweimal pro Woche bekam er einen mit. Es schmerzte ihn, seinen kleinen Sonnenschein so zu sehen, aber das waren die ersten Schritte für ihre Heilung.


Nana war nervös. Sie hatte heute Morgen eine Nachricht von ihrem *hust* Ehemann *hust* bekommen, dass er heute Abend nach Hause kommen würde. Er sollte jetzt jede Minute ankommen. Sie hatte ihn seit drei Jahren nicht gesehen. Sie konnte seine Anrufe an einer Hand abzählen. Sal nahm die Zwillinge mit zu seinem Haus, um auf sie aufzupassen. Die beiden Kinder sollten nicht anwesend sein, falls es zu einem Konflikt kam. Die Haustür öffnete sich. ‚Ich bin stark genug. Ich kann ihn konfrontieren.' dachte sie und wiederholte es als Mantra in ihrem Kopf.

„Nana-chan, ich bin zurück."

Nana bewegte sich nicht und blieb sitzen. Iemitsu lief an dem Wohnzimmer vorbei zur Küche. Aber es war niemand in dort.

„Nana-chan, ich bin zu Hause. Wo bist du?"

Sie reagierte wieder nicht. Iemitsu kam in das Wohnzimmer und runzelte die Stirn. So hatte sich seine Frau noch nie verhalten. Normalerweise, würde sie in der Küche auf ihn warten mit hausgemachten Essen.

„Nana-chan, ich bin wieder zurück. Ich habe Hunger. Wo ist das Essen?"

„Ich habe dich das erste Mal gehört. Es gibt kein Essen. I hatte Besseres zu tun, als für dich zu kochen."

„Was ist wichtiger?"

„Sich um die Zwillinge zu kümmern, zum Beispiel. Du hättest mich früher informieren können, heute Morgen war zu kurzfristig."

„Wo sind die Zwillinge?"

„Nicht hier. Bevor du sie sehen kannst, müssen wir noch verschiedene Dinge klären."

„Nana, das sind meine Kinder…"

„Nein! Sie kennen dich nicht. Die Zwillinge sind fast drei und sie haben dich noch nie gesehen. Du hast weder an ihren Geburtstag noch an irgendwelchen Feiertagen angerufen. Du hast keine Rechte. Wie lange wirst du dieses Mal bleiben?"

„Eine Woche."

„Eine Woche" schnaubte Nana, „Lass mich raten, dass nächste Mal wirst du wieder erst in drei Jahren kommen. Du wirst sie nicht sehen."

„Warum? Ich habe Rechte!"

„Weil ich sie trösten muss, wenn du wieder abreist. Sie werden es nicht verstehen, warum ihr Vater sie zurücklässt. Im schlimmsten Fall denken sie, dass es ihre Schuld sei. Ich werde dieses Risiko nicht eingehen… Hier sind ein paar Bilder von ihnen. Ich habe dein Wunsch erfüllt, du hast sie gesehen."

Iemitsu's Handy find an zu läuten. Er schaute sie entschuldigend an and verließ den Raum. Nana schnaubte. ‚Natürlich, eine Woche. I wette, dass er gleich wieder weg muss.' Einige Minuten später kam er wieder in das Wohnzimmer.

„Entschuldige, ich muss aber wieder zurück. Es sind bei der Arbeit ein paar ernsthafte Probleme aufgetreten. Wir werden das nächste Mal weiterreden."

„Ok, bis zum nächsten Mal."

Iemitsu verließ das Haus. Nana brach auf der Couch zusammen und fing an zu weinen. Nach ein paar Minuten kam Sal und hob sie in seinen Schoss, um sie zu trösten.

„Warum liebe ich Inns sehr? Nach allem was er getan oder besser nicht getan hat."

Sie schaute ihn mit traurigen Augen an. Tränen strömten über ihre Wangen. Sal küsste ihre Stirn.

„Hast du je von Flammen des Todeswillens gehört?"

Sie runzelte ihre Stirn.

„Ich denke, ich habe schon mal etwas davon gehört. Mama erwähnte die Flammen, als ich ein Teenager war."

Sal hielt seine Hand aus und konzentrierte sich. Einige Momente später, erschien ein kleiner Feuerball mit Indigo Flammen.

„Hast du solche Flammen schon mal gesehen? Andere Farben sind möglich."

Sie schaute die Flammen wie hypnotisiert an und ihre Augen verloren den Fokus.

„Ja, als Teenager. Ich entzündete gelbe Flammen und bra… brachte jemanden, der mich angriff, um. Meine Mutter fand mich und erklärte mir die Flammen des Todeswillens. Ich konnte aber nicht ertragen, dass ich jemanden umgebracht habe. Ich verdrängte alles."

Sal streichelte ihre Wange.

„Alles wird gut. Dir geht es gut. Komm zurück!"

Nana schüttelte ihren Kopf.

„Du hast deine Flammen verdrängt, sie sind aber noch aktiv. Iemitsu hat auch aktive Flammen. Er hat Himmelsflammen mit der Eigenschaft Harmonie. Personen mit anderen Flammentypen wie Nebel wie ich oder Sonne wie du, werden von Himmelsflammen angezogen. Wir wollen mit einem Himmel harmonisieren, was dem Finden einer Heimat entspricht."

E schaute sie an und bemerkte, das sie verstand.

„Ich vermute, dass ein großer Teil seiner Anziehungskraft mit seinen Flammen zu tun hat. Meiner Meinung nach, benutzt er es bewusst. Da er einerseits weiß, dass du flammenaktiv bist und andererseits weiß er über die Anziehungskraft Bescheid. Entschuldige, aber ich konnte keine eindeutige Antwort abgeben, bevor ich ihn nicht getroffenen habe."

„Du hast keine Schuld daran. Ich verstehe es jetzt. Danke, onii-san."

Nana stand auf und wischte die Tränen von ihrem Gesicht. Sal lächelte sie an.

„Das ist die richtige Einstellung. Komm, Lu-chan hat Abendessen vorbereitet."