Kapitel 5:
Draco saß nun schon seit einer geschlagenen Stunde in Zaubereigeschichte und hatte seit dem Verlassen des Kerkers kein Wort mehr gesprochen. Immer wieder fragte er sich, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, sich so offensiv gegenüber Potter zu verhalten, ob es nicht zu gefährlich war, quasi alles Bisherige aufs Spiel zu setzen. Es war ihm ziemlich schwer gefallen, seine ‚Ich-bin-sowieso-der-Beste'-Miene aufzusetzen, während er dem Gryffindor das kleine Päckchen überreicht hatte. Dadurch, dass die Idee ziemlich spontan gekommen war, war er auch dementsprechend aufgeregt gewesen und hatte nur gehofft, dass Potter nicht ausrasten würde. Am liebsten würde er dem Gryffindor eine reinhauen, dafür, dass er seine Gedankenwelt rund um die Uhr beherrschte.
Er merkte, dass Blaise ihn immer wieder fragend ansah, doch glücklicherweise wusste der Schwarzhaarige, wann er Draco am besten ansprechen würde und wann nicht und dafür war er ihm sehr dankbar. Für ihn war es einfach noch zu unwirklich, um darüber sprechen zu können, was er da vor ungefähr einer Stunde gemacht hatte.
Dracos Gefühl sagte ihm, dass er die Aktion noch bereuen würde. Dieses Gefühl hatte er einfach schon zu oft in seinem Leben gehabt, als dass er es einfach ignorieren könnte.
Er verbrachte auch die letzte Unterrichtsstunde dieses Tages ohne sich wirklich bei Gesprächen zu beteiligen, ging danach nur stumm neben Blaise her, bis sie im Gemeinschaftsraum der Slytherins ankamen und es Blaise zu bunt wurde. „Draco… Jetzt mal ganz im Ernst, du machst es mir nicht gerade leicht, ein guter Freund zu sein. Bis vorhin warst du noch ganz normal und dann kommst du aus dem Klassenraum, versteinerte Miene, keinerlei Farbe im Gesicht -und das will bei dir schon was heißen- und sagst keinen Ton mehr. Also raus mit der Sprache." Draco verdrehte die Augen und seufzte. Hatte er seinen Freund nicht gerade noch wegen dessen Geduld gelobt?
„Na schön, aber nicht hier. Komm mit." Wieder einmal verschwanden die beiden in ihrem Zimmer. Draco zögerte noch, doch dann entschloss er sich, die gesamte Geschichte zu erzählen, schließlich war es Blaise gewesen, der ihm geraten hatte, offensiver an die Sache mit Potter ranzugehen, doch während Draco erzählte, wurden die Augen seines Freundes immer größer und der Mund stand am Ende ganz weit offen. Es dauerte einige Minuten, bis Blaise seine Sprache wiedergefunden hatte.
„Das… ist… der absolute Hammer. Und du hast das wirklich gemacht und nicht nur einen Tagtraum gehabt? Mann, Draco… jetzt wird die Sache richtig spannend." Draco beobachtete, wie sich die Miene seines Freundes von zutiefst fassungslos zu gefährlich abenteuerlustig veränderte.
„Da hast du wirklich mal auf mich gehört und ich bekomme die Hälfte nicht mit. Warum erzählst du mir nicht vorher, was du für geile Aktionen machst?" Mit gespielt schmollenden Lippen boxte er seinen Freund an den Oberarm. „Oh Blaise… jetzt nerv mich nicht. Ich steh schon genug unter Strom. Außerdem war das Ganze spontan, wenn du mir richtig zugehört hättest…" „Jaja, hab ich doch. Aber sag mal, was willst du jetzt machen? Ich meine, wie soll das weitergehen? Du musst ja schon bald los. Hast du dir einen Plan zurecht gelegt?" Draco stöhnte gequält. „Nein. Ich habe gehofft, mir kommt noch eine spontane Idee…" Blaise grinste breit, das hieß nix gutes. „Also ich hätte da schon eine Idee…" Und so kam Draco nicht umhin, sich den Plan seines besten Freundes anzuhören und hier und da ein paar Einwände einzuwerfen, bis Blaise zufrieden strahlte. „Und jetzt solltest du dich fertig machen, sonst wird's eng.", waren Blaise letzte Worte, bevor er Draco ins Bad schickte.
Harry hatte das Abendessen ausgelassen und war nach dem Unterricht geradewegs in den Schlafsaal verschwunden. Ron und Hermine hatte er erzählt, dass er keinen Hunger hätte und etwas Ruhe haben wollte. Die beiden hatten zwar etwas misstrauisch geschaut, es aber akzeptiert. Und nun saß er hier auf seinem Bett und sah sich das kleine flache Päckchen an. Es war aus gefaltetem Pergament und schien etwas zu beinhalten, da es leicht gewölbt war. Zuerst hatte Harry Zweifel, ob er wirklich etwas, dass ihm Draco Malfoy zugesteckt hatte, einfach so bedenkenlos öffnen konnte, doch andererseits war er sich sicher, dass es nichts gefährliches sein konnte. Der Slytherin war schließlich seit Ende des Krieges nicht mehr auffällig gewesen. Mal abgesehen von den letzten Tagen.
Harry schob endgültig alle Bedenken beiseite und fing an, das Pergament zu entfalten. Zum Vorschein kam eine mittlerweile vertraute, kleine blaue Blume. Harrys Herzschlag beschleunigte sich. Würde er vielleicht jetzt die Wahrheit erfahren? Das Pergament, in dem die Blume eingewickelt war, war auf der Innenseite beschrieben. Vorsichtig legte er das Vergissmeinnicht auf seinem Laken ab, entfaltete und glättete das Pergament und las:
Du willst die Wahrheit wissen?
Komm zu dem Ort, an dem alles anfing.
Heute. Um 19:00 Uhr.
Hinterher wird jedoch nichts mehr so sein, wie es mal war.
Harry schaute auf seine Armbanduhr. 18:21 Uhr. Er las die Zeilen noch mal. Sollte das wirklich heißen, dass Malfoy ihm erklären wollte, was mit ihm in den zwei Nächten passiert war? Das würde aber auch heißen, dass seine Vermutungen sich bewahrheiten würden und Malfoy wirklich daran beteiligt war oder immer noch ist. Andererseits konnte das auch eine Falle sein. Woher sollte Harry wissen, dass der Slytherin nicht einfach auf irgendeine kranke Idee gekommen ist, als er diesen in der Eulerei verdächtigt hatte, etwas getan zu haben, wovon dieser gar keine Ahnung hatte. Das konnte er wohl nur herausfinden, wenn er der Einladung folgen würde. Aber wo sollte das sein? Der Ort, an dem alles anfing. Harry überlegte eine Weile und ging in seinem Kopf verschiedene Orte durch. Am meisten Sinn machte jedoch das unbenutzte Klassenzimmer im 6. Stock. Dort wäre er relativ schnell und konnte schon mal die Lage checken.
Er entschloss sich dazu, für alle Fälle seinen treuen Begleiter, den Tarnumhang, mitzunehmen. Eine halbe Stunde etwa hatte er noch Zeit. In zehn Minuten wäre er in dem Kassenzimmer. Er musste einfach die Wahrheit herausfinden. Harry nahm das kleine Vergissmeinnicht in die Hand und besah es sich etwas genauer. Eine Blüte war leicht geknickt und am Stängel hingen mehrere Blätter, an denen Teile fehlten. Harry stockte. Konnte es sein, dass das das Blümchen war, das Malfoy im Eulenturm in der Hand gehabt hatte? Kurz bevor sie aneinander geraten sind und dann… Die Erinnerungen an ihren Kuss bescherte Harry einen trockenen Mund. Er leckte sich über die Lippen und schluckte hart. Wie konnte so etwas nur geschehen sein? Malfoy und er waren seit ihrer ersten Begegnung Erzrivalen und die küssten sich nicht. Gerade dann nicht, wenn sie beide Männer waren. Und doch hatte es sich nicht schlecht angefühlt.
Harry schüttelte langsam den Kopf. Es brachte nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Er sprang von seinem Bett auf, versteckte das Pergament und die Blume unter seinem Kissen, schnappte sich den Tarnumhang und flüchtete aus dem Schlafsaal. Es wäre sicher nicht verkehrt, etwas früher da zu sein. Als er schwungvoll die Tür öffnete, lief er geradewegs Neville in die Arme. „Hallo Harry. Du hast es aber eilig." „Entschuldige, Neville. Ich muss noch etwas erledigen." Harry betrat schon die erste Stufe, die hinunter zum Gemeinschaftsraum führte. „Pass aber auf, wo du hinläufst. Das kann sonst ins Augen gehen.", rief ihm Neville noch leicht besorgt hinterher. Harry drehte sich um und grinste seinem Freund entgegen. „Mach ich. Danke." Harry überbrückte die letzten Stufen mit einem Sprung und verschwand kurze Zeit später durch das Portrait der Fetten Dame.
Als er im richtigen Korridor angekommen war, machte er kurz Halt. Er zog sich den Tarnumhang über und blieb ein paar Minuten an einer Wand gelehnt stehen. Harry konnte die Tür zum Klassenzimmer sehen. Es waren noch ca. 10 Meter, die ihn von einer möglichen Falle oder der Wahrheit trennten. Er versuchte seine Atmung so ruhig wie möglich zu halten, als er plötzlich ein Geräusch ganz in der Nähe wahrnahm. Er blickte sich um, sah jedoch nichts. Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass es 18:45 Uhr war. Da Harry nicht mit Sicherheit wusste, ob in der Nachricht das Klassenzimmer gemeint war oder nicht, entschloss er sich dazu, dieses schon mal zu betreten. Vielleicht fand er ja auch irgendwelche Hinweise.
Unter dem Tarnumhang versteckt schlich er zur Tür und öffnete sie vorsichtig. Die letzten beiden Male, als Harry hier gewesen war, war es mitten in der Nacht gewesen und der Raum war damals durch vereinzelte Kerzen beleuchtet. Jetzt war es draußen noch hell genug, sodass etwas Licht durch die schmutzigen Fenster fiel. Sein Blick durchstreifte den Raum und er erkannte erst mal nichts Besonderes. Tische und Stühle standen verstaubt an eine Stelle gerückt, in den Ecken standen Schränke und Vitrinen mit Büchern drin und vereinzelt konnte er mehr oder weniger große Haufen, die mit Laken abgedeckt waren, ausmachen. Das Lehrerpult ganz in der Nähe hatte zwar auch Staub auf der Platte, doch hier war eine große Stelle nahezu Staubfrei, genauso wie ein Teil der Tafel hinter dem Pult.
Harry ahnte, dass diese Stellen deshalb staubfrei waren, weil dort jemand gewesen sein musste. Er wollte sich gerade das Pult etwas genauer ansehen, als er plötzlich wieder ein Geräusch vernahm. Nach kurzer Zeit konnte er dieses als Schritte ausmachen, die näher zu kommen schienen. Er bemerkte, dass es mittlerweile nur noch fünf Minuten dauern würde, bis die angesetzte Uhrzeit erreicht war. Sein Puls beschleunigte sich. Sollte er den Tarnumhang schon abnehmen, oder lieber warten? Die Entscheidung wurde ihm genommen, als sich die schon einen Spalt offen stehende Tür weiter öffnete und ein bekannter Blondschopf mit erstauntem Blick im Raum umsah. Offensichtlich hatte dieser erwartet, jemanden anzutreffen.
Nachdem der Slytherin feststellte, dass niemand da war, betrat er mit enttäuschter Miene den Raum und schloss die Tür hinter sich. Dann sah er auf seine Uhr und bewegte sich Richtung Harry. Harry versuchte so leise wie möglich zur Seite auszuweichen, als Draco haarscharf an ihm vorbeiging und sich gegen das Pult lehnte, die Arme vor der Brust verschränkt. Harry fiel auf, dass der Blonde anders aussah, als am Nachmittag. Er trug eine schwarze Stoffhose, und oben rum waren das weiße Hemd und der schwarze Pullunder einem langärmligen, grünen Hemd gewichen. Auch seine Haare sahen frischer und besser gestylt aus, als noch vor wenigen Stunden. Dieser verdammte Slytherin sah nun auch noch verboten gut aus.
Harry schluckte hart. Er musste aufhören, SO von seinem Erzrivalen zu denken. Aber immerhin sah es momentan so aus, als hätte der Blonde nichts Hinterlistiges im Sinne. Er beobachte den Anderen gerade, als dieser auf seine silberne Armbanduhr schaute. „Nicht mal pünktlich kannst du sein, Potter…", murmelte Draco. Das war Harrys Zeichen, er zog sich den Tarnumhang vom Körper und sagte gleichzeitig: „Ich war schon lange vor dir hier, Malfoy." Harry hatte definitiv das Überraschungsmoment auf seiner Seite und konnte in Ruhe seinen Zauberstab zücken, als Malfoy erschrocken vom Pult aufstand und in eine verteidigende Haltung ging. „Bist du verrückt, Potter? Willst du mich umbringen?" „Oh, das wollte ich schon so oft. Wäre doch DIE Gelegenheit. Aber vorher will ich wissen, was hier los ist."
Draco entspannte sich wieder etwas und stellte sich selbstbewusst vor Harry. „Nimm erst mal deinen Zauberstab aus meinem Gesicht. Und jetzt mal im Ernst: Du besitzt einen Tarnumhang? Warum wundert mich das jetzt nicht?!" Harry ließ langsam seinen Zauberstab etwas sinken und Draco hob fragend eine Augenbraue. „Du vertraust mir auch gar nicht, oder?!" „Wieso sollte ich? Du gibst mir keinerlei Grund dazu. Und jetzt rück raus mit der Wahrheit. Deswegen sind wir doch hier." Harry blieb weiterhin angespannt. Es konnte doch noch sein, dass der Blonde etwas im Schilde führte und er wollte nicht den Fehler machen, unaufmerksam zu sein.
„Okay, Potter. Vorher habe ich aber noch eine Bedingung." Draco ging einen Schritt auf Harry zu, sodass ihre Gesichter eine halbe Zauberstablänge voneinander entfernt waren. Harry sah in zwei sturmgraue Augen, die ihn einerseits faszinierten und andererseits tierisch aufregten. Wegen ihnen hatte Harry schon mal seine Fassung verloren. Harry versuchte seinen Blick auf etwas anderes zu richten, doch als er bei den Lippen ankam, merkte er, dass das nicht wesentlich besser war. Diese schmalen, fein geschwungenen Lippen waren mindestens genauso fesselnd, wie die Augen. Und plötzlich bewegten sie sich. „Ich will, dass du mich ein letztes Mal küsst, bevor du die Wahrheit erfährst." Harry fühlte sich plötzlich wieder hellwach.
„Willst du mich verarschen, Malfoy? Weißt du was? Du kannst mich mal. Ich werde auch ohne deine Hilfe herausfinden, was hier gespielt wird." Harry war geladen. Er hätte wissen müssen, dass es nicht so einfach werden würde. Aber er war nicht auf den Slytherin angewiesen. Er drehte sich auf dem Absatz und wollte gerade gehen, als er merkte, wie eine Hand seinen Arm festhielt und ihn mit geringer Kraftausübung zurückzog. Harry verlor sein Gleichgewicht in der halben Drehung, die dieser Ruck mit sich brachte und strauchelte gegen den Blonden. Dieser zog ihn mit einem weiteren Ruck so nah an sich ran, dass er Harrys Kinn umfassen konnte und ihn so zwang, in sein Gesicht zu schauen. Als nächstes legte er behutsam seine Lippen auf die des Gryffindors und schloss die Augen.
Harry wusste nicht, wie er reagieren sollte. Er wollte nicht schon wieder in dieser Situation sein. Es war einfach so absurd, dass er hier stand, direkt vor seinem Rivalen und dieser ihn schon wieder küsste. Und gleichzeitig fühlte es sich so verdammt gut an. Harry seufzte in den Kuss hinein. Dann lösten sich die Lippen wieder von seinen und Malfoy stand schmunzelnd vor ihm. „Mehr wollte ich doch nicht, Potter. Und jetzt, wie versprochen, die Wahrheit." Draco zog seinen Zauberstab hervor und richtete ihn auf Harry. „Hey, was soll das werden?" Harry stand unter Schock. Er war noch viel zu abgelenkt von dem Kuss um schnell genug zu realisieren, dass Draco mit erhobenem Zauberstab vor ihm stand und etwas am Murmeln war.
Harry riss sich zusammen, hob ebenfalls seinen Zauberstab und wollte sein Gegenüber schon entwaffnen, da ließ Draco seinen Zauberstab sinken und hob eine Hand als Zeichen dafür, dass er aufgehört hatte. „Was hast du gemacht, Malfoy? Ich schwör dir, ich bring dich um, wenn du jetzt nicht redest!" Harry drückte die Spitze seines Zauberstabs in Dracos Brust. „Bevor du das machst, ruf dir erst mal in Erinnerung, was du letzten Samstagabend und vergangen Sonntagabend gemacht hast." Harry schaute den Slytherin verwirrt an. „Das kann ich nicht, ich habe daran doch keinerlei…" Harry stockte. Er hatte zwar unterbewusst an besagte Tage gedacht, jedoch mit dem Wissen, dass er sich an nichts erinnern würde. Doch plötzlich sah er Bilder vor seinem inneren Auge, die ihm merkwürdig vertraut vorkamen.
Harry erinnerte sich an alles. Bilder, wie Nathalie Bolden ihn zwei Mal dazu gebracht hatte, von ihren Pralinen zu probieren, wie er liebestoll der Anweisung folgte, in dieses Klassenzimmer zu kommen, weil dort das Objekt seiner Begierde warten würde und auch Dinge, die er mit dem blonden Slytherin getan hatte und von denen er nicht mal zu träumen gewagt hätte, tauchten in seinem Gedächtnis auf. Harry schüttelte langsam den Kopf. „Das ist nicht wahr. Das kann nicht wahr sein…" Wie in Trance versuchte er, seine soeben wiedererlangte Erinnerung zu verarbeiten und entfernte sich dabei unterbewusst immer weiter von Malfoy.
„Wir haben nicht…" Harry flüsterte vor sich hin. Er konnte es nicht glauben.
„Doch Potter, all das, was jetzt wieder zu deiner Erinnerung gehört, ist unwiderruflich geschehen. Vielleicht sollte ich dir auch beichten, dass du unter dem Bann des Amortentia standest…"
Harry löste sich aus seiner Schockstarre und sah den Slytherin an. „Das kann nicht dein Ernst sein. Du hast mir Amortentia eingeflößt? Aber wie…?" Doch schlagartig, wurde Harry klar, dass die Pralinen den Trank enthalten haben mussten. „Nathalie…", flüsterte er leise. Er erinnerte sich noch genau daran, wie Ron vor ein paar Jahren fälschlicherweise solche Pralinen gegessen hatte und wie das ganze ausgegangen war. Er erinnerte sich auch daran, dass Malfoy ihm zwei Mal eine Flüssigkeit zu trinken gegeben hatte. Das musste ein Gegengift gewesen sein. Doch für Harry war das Ganze immer noch nicht greifbar genug.
„Woher soll ich wissen, dass du mir keine falschen Erinnerungen eingepflanzt hast?" Harry wurde wütend. Verdammt wütend. „Sag mir eins: Was soll mich jetzt noch davon abhalten, dir einen Cruciatus an den Hals zu hexen? Sag mir nur einen Grund." Harry hob seinen Zauberstab und richtete ihn direkt auf Dracos Gesicht. Dieser schaute ihn mit ausdrucksloser Miene an.
„Ich kann dir keinen Grund geben. Ich hätte es verdient. Ich weiß aber auch, dass du das nie könntest, weil du nicht so bist." Draco versuchte an Harrys Vernunft zu appellieren und es schien zu funktionieren. „Das hast du verdammt richtig erkannt, Malfoy. Ich bin nicht so wie du, aber auch ich habe mich verändert und glaub mir, ich kenne noch weitaus schlimmere Sachen, als den Cruciatus."
Harry presste seine Zähne zusammen, er war bis aufs Äußerste angespannt und würde sich nicht bremsen können, würde der Andere jetzt auch nur einen Fehler machen.
„Das glaub ich dir, Potter. Aber wenn du mir nicht glauben willst, dann zieh deine Hose runter und begutachte mal die Innenseite von deinem linken Oberschenkel. Ich denke, du weißt, was du da finden wirst." Harry brauchte nicht lange zu überlegen. In seinem Kopf erschien eine Szene, bei der er halb auf dem Pult gelegen hatte, nur mit Shorts bekleidet und Malfoys Blondschopf zwischen seinen Beinen, um ihm einen ordentlichen Knutschfleck an der Innenseite seines linken Oberschenkels zu hinterlassen.
Harry spürte, wie die Hitze in seinen Kopf stieg. „Du lügst. Das ist nur ein Trick von dir. Ich glaube dir kein Wort, Malfoy." Harry verlor sichtbar an Selbstsicherheit. Wenn der Slytherin wirklich Recht hatte, und er hätte einen Knutschfleck an besagter Stelle, war das denn Beweis genug, dass das Alles wirklich geschehen war? Harry war verunsichert. Er wollte nicht länger mit dem Anderen in einem Raum sein, er wollte einfach raus und alleine wieder einen klaren Kopf bekommen.
„Ich schwöre dir, das wird noch ein Nachspiel haben.", zischte Harry, bevor er sich umdrehte und den Blonden stehen ließ.
Malfoy hatte Recht gehabt. Harry wäre nie in der Lage gewesen, diesem derartig wehzutun, wie er es angekündigt hatte. Und doch fühlte Harry sich total machtlos und verzweifelt. Er wurde mit einer Wahrheit konfrontiert, die er so nicht akzeptieren wollte und wusste noch nicht mal, ob das alles der Realität entsprach. Völlig kopflos rannte er den Korridor entlang bis zu den schwebenden Treppen und hatte Glück, dass er nicht noch in ein Stockwerkt geleitet wurde, in das er gar nicht wollte. Ein wenig atemlos kam er bei der Fetten Dame an, fauchte ihr das Passwort entgegen und krabbelte erst nach einem Vortrag, wie unhöflich er doch sei, kurze Zeit später durch das Portal zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum.
Er hatte gerade mal eine knappe halbe Stunde mit dem Blonden in dem Klassenzimmer verbracht, dementsprechend war der Gemeinschaftsraum auch ziemlich voll, da viele Schüler mit Abendessen fertig waren und hier den Tag ausklingen lassen wollten. Harry ärgerte sich über sich selbst, nicht vor dem Betreten des Raumes den Tarnumhang übergeworfen zu haben, denn schon sah er Hermine auf sich zukommen. „Harry, wo kommst du denn her? Ron war oben im Schlafsaal und du warst nicht da. Er ist jetzt unterwegs, auf der Suche nach dir. Wir haben schon befürchtet, dass…", sie sah sich um und senkte die Stimme. „… du weißt schon…" Harry schaute sie düster an. „Ich hab mich mit Malfoy getroffen."
Hermines Augen wurden groß. „Du hast WAS?" Zu Harrys Leidwesen, hatte sie das Gesagte sehr laut ausgesprochen und so die Aufmerksamkeit einiger in der Nähe sitzender Schüler auf sie gezogen. „Nicht so laut! Ich kann dir noch nichts erzählen, ich brauch einfach erst mal meine Ruhe." „Aber… geht's dir denn wenigstens gut?" „Ja… passt schon. Ich geh jetzt schlafen." Harry drückte sich an seiner Freundin vorbei und nahm immer zwei Stufen gleichzeitig die Wendeltreppe hinauf in den Schlafsaal. Dort angekommen bemerkte er, dass Dean und Seamus anwesend waren und sich über Quidditch unterhielten.
Er nickte ihnen kurz zu, bevor er sich auf sein Himmelbett setzte, die Vorhänge rundherum zuzog und sich auszog. Als er nur noch in seinen schwarzen Boxershorts gekleidet auf seinem Bett lag, fielen ihm wieder die Worte des Slytherin ein. Er zog vorsichtig und voller Erwartungen das Stück lockeren Stoff an seinem linken Bein nach oben, bis zu der Stelle, wo der Knutschfleck sein müsste. Und tatsächlich, nicht weit von seiner Leiste entfernt sah er eine kleine, runde, rötliche Verfärbung, die ihm bis dato noch nicht aufgefallen war. Harry hielt die Luft an. Es musste also wahr sein. All seine Erinnerungen waren real. Alles, was er mit dem Slytherin gemacht hatte, war wirklich geschehen. Auch wenn es der Wirkung des Amortentia zuzuschreiben war.
Harry stöhnte gequält. Warum hatte er sich auch darauf eingelassen, zu diesem Treffen zu erscheinen? Er verfluchte seine verdammte Neugier und den Drang alles herausfinden zu müssen.
Und wie sollte er das nur seinen Freunden beibringen? Harry ließ sich stöhnend in sein Kissen fallen. In nicht mal mehr zwei Wochen wären Osterferien und die brauchte er unbedingt. Er hoffte nur, das Malfoy dann nicht in der Schule blieb. Wobei, wenn Harry genau nachdachte, hätte Malfoy momentan ja nicht viele Möglichkeiten, woanders unterzukommen. Es gab viele Gerüchte, was mit dessen Eltern, nach dem Sieg gegen Voldemort passiert war. Glücklicherweise arbeitete Rons Vater immer noch im Ministerium und wusste so natürlich, dass sowohl Lucius, als auch Narzissa beide in Azkaban saßen und das Haus der Malfoys immer noch einer großen Untersuchung unterzogen wurde und niemand, selbst Draco, das Haus nicht betreten durfte.
Harry dachte gerade darüber nach, wo dieser wohl hingehen würde, wenn die Sommerferien beginnen würden, doch da wurden seine Gedankengänge von einem lauten Ruf unterbrochen.
„HARRY! Wo hast du denn die ganze Zeit gesteckt? Ich hab dich überall gesucht." Ron hatte die Vorhänge seines Himmelbettes beiseitegeschoben und sah ihn, etwas aus der Puste, besorgt an. „Nachdem wir vom Abendessen zurückgekommen sind, dachte ich, ich würde dich hier oben finden, um noch mal zu besprechen, wie wir weiter vorgehen könnten. Und du warst einfach nicht da. Kannst du dir vorstellen, was ich gedacht habe?" „Es tut mir leid, Ron. Ich wollte nicht, dass du dich so sorgst. Mir ist noch etwas dazwischen gekommen." „Dazwischen gekommen? Was denn bitte?" Ron schaute ihn misstrauisch an. „Das erzähl ich dir ein anderes Mal. Ich hätte jetzt echt gerne meine Ruhe."
Harry tat es leid, seinen Freund einfach so abzuservieren, doch er konnte jetzt einfach noch nicht über das Geschehene reden. „Na gut, wie du meinst. Aber beim nächsten Mal renn ich nicht durch das halbe Schloss und lass mich von diesen blöden Treppen dahin bringen, wo ich ausgerechnet nicht hin wollte, nur um dich zu finden." Schmollend zog Ron die Vorhänge wieder zu und Harry hörte, wie der Rothaarige die Tür öffnete und etwas zu laut wieder ins Schloss fallen ließ. Harry war sich sicher, dass sein Freund sich bald wieder beruhigen würde. Ron würde sich jetzt erst mal bei Hermine auskotzen und am nächsten Morgen wäre wieder alles gut. Harry zog sich ein T-Shirt über und legte seine Brille auf dem Nachttisch ab. Er schloss die Augen und versuchte schnellstmöglich in einen erholsamen Schlaf zu fallen. Doch so recht wollte ihm das nicht gelingen. Jedes Mal, wenn er die Augen schloss, hatte er wieder die Bilder seiner zurückgewonnen Erinnerungen vor Augen.
Er versuchte sie chronologisch zu ordnen, weil sie sich immer noch überschlugen. Angefangen hatte alles letzte Woche Samstag, als er auf dem Weg zu Hagrid war. Er hatte das große Eingangsportal noch nicht durchschritten, da war ihm schon Nathalie Bolden hinterhergelaufen gekommen. Sie hatte ihn gebeten Pralinen zu probieren, die angeblich eine Freundin von ihr für ihn gemacht hatte und die wissen wollte, ob sie ihm auch schmeckten. Harry hatte ihr den Gefallen getan und eine probiert und dann hatte das ganze Dilemma schon angefangen. Er hatte eine Praline nach der anderen verspeist, weil sie durch den Amortentia natürlich genau so geschmeckt hatten, wie er es am liebsten mochte und das Verlangen nach den Pralinen wechselte dann relativ schnell in ein anderes Begehren.
„Du willst sicher zu Draco Malfoy, hab ich Recht?", hatte das blonde Mädchen ihn gefragt, woraufhin er heftig zu nicken angefangen hatte. Er wurde daraufhin in das Klassenzimmer im 6. Stock geführt, Nathalie verschwand und Malfoy tauchte auf. Und dann führte das Eine zum Anderen. Malfoy kam relativ schnell zur Sache und fing an, ihn zu küssen. Harry selbst konnte es zu diesem Zeitpunkt kaum abwarten, von dem Blonden berührt zu werden und stieg ebenso begeistert in den Kuss ein. Das Ganze ging so lang, bis sie sich beide gegenseitig bis auf die Unterwäsche ausgezogen hatten und erst dann kamen die Szenen, die Harrys Gesicht erröten ließen: Malfoy hatte sich Harrys Hand geschnappt und sie sich in die Unterhose gesteckt und dann selbst in Harrys Schritt gegriffen. Gegenseitig hatten sie sich dann bis zum Höhepunkt gebracht. Und danach folge etwas, das Harry noch weniger verstand, als die unanständigen Handlungen: Malfoy hatte mit einem Schwenk seines Zauberstabs das nahestehende Pult in ein Bett verwandelt und sie beide hatten bis zum Ende dieses Abends nur ineinander verknotet dagelegen und sich geküsst und berührt, bis Malfoy sich irgendwann wieder angezogen, Harry den Gegentrank gegeben und seine Erinnerung gelöscht hatte.
Auch die Erinnerung an den letzten Sonntag war Harry sehr klar im Gedächtnis. Hier hatte ihn Nathalie auf dem Rückweg vom Quidditchfeld zum Schloss abgefangen, gleiche Vorgehensweise, gleiches Ergebnis, auch wenn es dieses Mal länger gedauert hatte, bis Harry endlich eine der Pralinen genommen hatte. Malfoy hatte ihn schon heiß erwartet und zur Begrüßung voller Verlangen gegen die Tafel gedrückt und sehnsuchtsvoll geküsst. Auch dieses Mal hatten sie sehr schnell ihre Kleidung verloren, doch nun ist Harry von Draco auf das Pult geschoben worden und dieser hatte ihm dann den Knutschfleck hinterlassen. Als Entschädigung hatte er etwas weiter westlich mit dem Saugen weitergemacht. Nachdem Harry seinen Höhepunkt erreicht hatte, hatte er das gleiche bei dem Blonden machen dürfen.
Harry schluckte hart bei dem Gedanken an diese Erinnerung. Zu seinem Leidwesen bemerkte er, dass er schon wieder hart war. Malfoy hatte ihn etwas machen lassen, das er nie im Leben freiwillig gemacht hätte. Doch jetzt im Nachhinein erregte ihn die Vorstellung, genau dies noch einmal zu wiederholen. Harry biss sich auf die Lippe. Er durfte so etwas nicht denken. Malfoy war sein Erzrivale und außerdem ein Mann. Seit wann erregte es ihn, sich so etwas mit einem Mann vorzustellen? Harry war total durcheinander. Für heute war einfach genug passiert. Er versuchte an etwas anderes zu denken. Vor Beginn der Osterferien würde es noch ein Quidditchspiel gegen Slytherin geben. Darauf musste er sich konzentrieren. Und so ging er im Kopf verschiedene Möglichkeiten durch, sein Team für das anstehende Spiel zu optimieren, bevor er endlich in einen unruhigen Schlaf fand.
Harry befand sich wieder in dem komplett grün gestalteten Raum mit dem großen Spiegel an der Wand. Er sah sich um, stellte jedoch fest, dass er alleine war. Harry trat vor den Spiegel und sah sich an. In dem dämmrigen Licht erkannte er, dass er noch seine Schuluniform trug. Ohne zu hinterfragen begann er, sich seinen Umhang von den Schultern zu streifen und zog sich seinen Pullover über den Kopf. Dann lockerte er den Knoten seiner rot-goldenen Krawatte, zog sich auch diese über den Kopf und wollte sie zu den anderen Kleidungsstücken auf den Boden fallen lassen. Doch dort landete sie nicht, denn plötzlich stand Draco hinter ihm und hielt die Krawatte in seiner Hand. Graue Augen trafen auf grüne.
„Ich habe auf dich gewartet, Harry.", raunte der Slytherin ihm zu und legte seine Lippen an Harrys Hals. Harry legte seinen Kopf etwas zur Seite und schloss die Augen, während er die Berührungen genoss. Er fühlte, wie sich zwei Hände an seinem Hemd zu schaffen machten und langsam Knopf für Knopf öffneten. Nachdem alle offen waren, streifte Draco ihm das Hemd über die Schultern und setzte dort Küsse auf Harrys Haut. Harry öffnete die Augen wieder und erkannte, dass der andere ihn immer noch intensiv ansah. Dracos Hände wanderten währenddessen an Harrys Seiten nach unten, was diesem eine Gänsehaut bescherte, und legten sich vorne an den Bund seiner Jeans, um den Knopf zu öffnen und den Reißverschluss herunterzuziehen.
Harry hielt die Luft an, als er spürte, wie Draco langsam mit seiner Hand über seinen Bauch nach unten in seine Hose fuhr. Harry beobachtete im Spiegel, wie die Hand des Blonden sich reibend in seiner Hose bewegte, während er gleichzeitig spürte, wie gut es sich anfühlte, was der Blonde da mit ihm machte. Harry wollte sich umdrehen und den Blonden ebenfalls berühren, ihm ebenfalls solchen Genuss bereiten. Er wandte sich leicht zur rechten Seite, da merkte er, wie der Slytherin den Körperkontakt zwischen ihnen trennte und drohend flüsterte: „Spiel nicht mit mir…" Harry stand dem Anderen nun gegenüber und streckte die Hand nach diesem aus, doch kaum hatte er ihn berührt, da löste sich der Slytherin kreischend in einer grünen Rauchwolke auf und Harry schrie laut.
Sein eigener Schrei ließ ihn aus dem Traum aufschrecken. Er saß kerzengerade im Bett, alles um ihn herum war dunkel und er musste erst mal realisieren, dass er sich im Gryffindor-Schlafsaal befand und nicht in diesem unbekannten Raum. Er war schweißnass gebadet und sein T-Shirt klebte an seinem Oberkörper. Er atmete schwer und suchte seinen Zauberstab, um etwas Licht heraufzubeschwören, da stellte er fest, dass plötzlich ein Streifen Licht durch einen Spalt zwischen seinen Vorhängen fiel. „Ey… was war das für ein markerschütternder Schrei? Ist alles in Ordnung?" Harry krabbelte aus seinem Bett, öffnete seinen Vorhang und sah, dass Dean aus seinem Bett aufgesprungen war, mit erhobenem und leuchtendem Zauberstab und in seine Richtung leuchtete.
Auch die anderen öffneten die Vorhänge um ihre Betten und beobachteten verschlafen die Szenerie, die sich ihnen bot. Harry winkte entschuldigend. „Es tut mir Leid, Leute. Ich hatte einen Alptraum. Es ist alles in Ordnung. Ihr könnt weiterschlafen." „Mann Harry, Voldemort ist seit fast einem Jahr tot. Kann doch nicht sein, dass du immer noch von ihm träumst…" Ron hatte sich ins Gespräch mit eingeklinkt und sah ihn besorgt an. Dann kam plötzlich Neville auf ihn zu und drückte ihm ein Fläschchen in die Hand. „Hier, ein paar Tropfen reichen aus, und du schläfst ohne zu träumen. Ich habe es schon lange nicht mehr benutzt. Du kannst den Rest behalten." Müde lächelnd verkroch er sich wieder in seinem Bett. „Sehr gut, dann wünsche ich euch allen eine weiterhin gute Nacht.", richtete sich Dean an alle, löschte das Licht an seinem Zauberstab und legte sich ebenfalls wieder schlafen. Auch Ron zog seinen Vorhang wieder zu.
Für Harry war momentan jedoch gar nicht an Schlaf zu denken. Er hielt immer noch das Fläschchen in der Hand, unfähig sich zu bewegen. Der Traum war ihm so verdammt real vorgekommen. Und warum verfolgte dieser verdammte Slytherin ihn jetzt auch noch im Schlaf? War das Geschehene nicht schon schlimm genug? Musste sich das Ganze jetzt auch in seinen Träumen wiederholen? Was ihn jedoch am meisten beunruhigte war die Tatsache, dass er panische Angst um den Slytherin verspürt hatte. Und das sogar noch nach dem Wachwerden. Zu Voldemorts Zeiten hätte er vermutlich jetzt alles in Bewegung gesetzt, um herauszufinden, ob Malfoy etwas zugestoßen war. Doch das war jetzt unwahrscheinlich. Harry musste versuchen wieder runterzukommen.
Die Uhr zeigte Mitternacht. Er hätte noch die ganze Nacht vor sich, bevor der nächste Tag beginnen würde. Harry seufzte. Vielleicht war es gar nicht so verkehrt, etwas von dem Trank zu nehmen, obwohl er für die nächste Zeit erst mal genug von Zaubertränken hatte. Er schaute das Fläschchen hin- und hergerissen an. „Was soll's…" Ein paar Tropfen hatte Neville gesagt. Harry schraubte den Verschluss ab und setzte das Fläschchen an seinen Lippen an. Ein kleiner Schluck der leicht salzig schmeckenden Flüssigkeit lief über seine Zunge, bis er das Fläschchen wieder absetzte. Das würde wohl erst mal reichen. Er stellte den Rest auf dem Nachttisch ab und hoffte nun, so schnell wie möglich wieder einzuschlafen.
