Alfred soll keinen Kaffee mehr trinken. Nachdem ihr ein gemütliches, kleines Café zwei Straßen von seiner Schule entfernt aufgesucht habt, hat er dir das gestanden. Kakao ist in Ordnung, Kaffee – und Koffein generell – jedoch nicht. Vorerst zumindest.

Schlussendlich habt ihr also mit Kakao bewaffnet an einem Tisch gesessen und geredet. Nicht über seine Krankheit, sondern erst mal über andere Alltäglichkeiten. Darüber, wie ihr Weihnachten feiern werdet, was ihr für eure Freunde und Verwandten gekauft habt, was ihr euch gewünscht habt und was traditionell bei euch auf den Tisch kommt. Du hast demnächst sogar Urlaub, weil deine Kollegin Jamie Weihnachten wie die Pest hasst und deswegen am liebsten Doppelschicht arbeitet, um ihrer „widerwärtigen Sippschaft" (Zitat: Jamie) zu entkommen. Dir soll's recht sein, immerhin hast du gegen ein paar freie Tage nichts einzuwenden. Nicht nach all den nervenaufreibenden Wochen, die hinter dir liegen.

Nach der ersten Runde Kakao habt ihr euch noch ein Getränk zum Mitnehmen geben lassen und dann das Café verlassen, um ein Weilchen am sicheren Rande des nahe gelegenen Parks spazieren zu gehen. Umgeben von schneidend kalter Luft und tänzelnden Schneeflöckchen, habt ihr so viel gelacht wie selten zuvor. Dein Blick ist zwischen den mit Lichterketten geschmückten Ästen der hohen Bäume und dem gestochen scharfen Sternenhimmel hin- und hergesprungen, wenn er nicht gerade an Alfreds Gesicht klebte.

Irgendwie hat es dich fasziniert, in seiner Gegenwart keine Minute zu frieren. Erst recht nicht, als er dir den Arm umgelegt und in dir das Gefühl genährt hat, sein Körper passe optimal zu deinem. Die Zweisamkeit mit ihm fühlt sich ganz ursprünglich, ganz natürlich an. In deinem Unterbewusstsein ist dabei die Erkenntnis erblüht, wie für Alfreds Präsenz geschaffen zu sein. Er ist der Mensch, nach dem sich dein Inneres eine schiere Ewigkeit gesehnt hat und der dein Herz auf eine Weise berühren kann, wie es niemand anderes jemals tun konnte.

Als ihr kurz darauf in der Bahn sitzt, jeder einen Ohrstöpsel im Ohr und die Finger verwoben, fängst du euer Spiegelbild in der Fensterscheibe ein. Da bist du, die so offenherzig und verliebt drein schaut, und da ist er, der leise zur Musik in dein Ohr singt.
„Wo fahren wir noch mal hin?", versuchst du ihm zum unzähligsten Male zu entlocken, was er dir nicht verraten will. Auch jetzt grinst er bloß geheimnisvoll, zuckt mit den Schultern und speist dich mit einem „Überraschung!" ab.

Du wirst ihn trotzdem noch einige Male fragen, bis du ahnst, wohin eure Reise euch führt und ihr tatsächlich vor dem gigantischen Baum im Rockefeller Center zu stehen kommt. Die geschätzten 30.000 Lichtchen, die den Baum von Kopf bis Fuß funkeln lassen, machen dich sprachlos und lassen dich New Yorks Menschenmengen sowie den bevorstehenden Feiertagsstress völlig vergessen. Hinter dir witterst du Alfred, der dich sanft umarmt und dazu verleitet, dich an ihn zu lehnen, während er dich erzählerisch in die Geschichte um die Tradition des Weihnachtsbaumes im Rockefeller Center entführt.


Deine Lippen kommen dir verzaubert vor, als du spät abends wieder Zuhause bist und glaubst, eine Brausetablette löse sich wild sprudelnd in deinem Bauch auf. Alles kitzelt und prickelt und du bist viel zu aufgewühlt, um jetzt schon schlafen zu gehen. Auf Fernsehen hast du aber genauso wenig Lust, also schmeißt du dich vor den Laptop; im Hinterkopf all die Eindrücke, die Alfred an und in dir hinterlassen hat. Du wünschtest, er wäre hier, aber du solltest nichts überstürzen. Zwar hast du ihn nicht danach gefragt, allerdings bist du dir ziemlich sicher, dass er noch nie eine Freundin hatte. Er feixt und tänzelt um dich herum wie ein junger Hund um sein neues Lieblingsspielzeug. Der Vergleich mag hinken; du bist dir deines Wertes immerhin genauso bewusst wie er. Das ändert aber nichts am Spieltrieb an sich.

Dich auf dein Bett fläzend, ziehst du deinen Laptop zu dir heran und informierst deine gute Freundin, die immerfort mit Nachrichten auf dem Laufenden gehalten wird, über den aktuellen Stand im Falle Alfred. Das Grinsen auf deinem Gesicht scheint nicht zu versiegen, während deine Finger wohlwollende Worte erschaffen.

Als nächstes checkst du deine übrigen E-Mails, die dir unerhört leicht von der Hand gehen. Dann hast du bloß noch eines im Kopf: die Blogadresse.
Sie juckt zu sehr in deinen Fingerspitzen, als dass du dem Drang nicht nachgeben könntest. Im Nu hast du die Adresse in deinen Browser eingegeben und hältst gespannt die Luft an, als sich wahrhaftig eine Seite aufbaut. Alfred war vorhin auf seinem iPhone eingeloggt. Jetzt siehst du den dazugehörigen Blog dazu, dessen Titel „Life, Liberty and the pursuit of Happiness" lautet. Im Sidebar des Blogs sind ein paar spartanische Angaben zu finden:

17 / m / NYC

Direkt über den kargen Worten ist ein auf 200*200 Pixel verkleinertes Foto von einem Kakaosmiley zu entdecken. Der Schatten seiner Brille sowie seine weizenblonden Haarspitzen haben sich ins Bild gemogelt und verraten Alfred.

Eine richtige Navigation ist jedoch nicht vorhanden, lediglich die Punkte main und archive. Die Postings erscheinen rechts neben dem kleinen Sidebar und sind in zwei Kolumnen unterteilt. Es gibt phantastische Fotos, die Alfred offenbar gefallen und die er zum Teil von anderen community Mitglieder rebloggt hat, und es gibt Einträge. Persönlich von ihm geschriebene Einträge, unter denen der tag fyeah!–that's me... prangt. Sein letzter Eintrag ist von heute Abend, bevor ihr euch getroffen habt. Du weißt, du solltest seinen privaten Blog nicht ausspionieren – aber du hast bereits angefangen zu lesen, bevor du so recht darüber nachdenken kannst.

Ich bin gerade in der Schule und wow! Die Projekte sind so geil geworden. Echt, die anderen haben so coole Ideen gehabt und die auch super umgesetzt! Ich wär heute Mittag gern zur Preisverleihung gegangen, aber ich hab mich nicht getraut -_-

Meine Gruppe hätte doch eh nur gefragt, was ich hier zu suchen hab. Ich versteh das ja. Ich war echt scheiße zu ihnen und es tut mir auch total leid! Ich hab mich doch auch entschuldigt (zwar nicht sofort, aber ich hab's gemacht!). Trotzdem, nicht mal mehr Kiku will mit mir reden. Er ist zwar der Einzige, der mich in der Schule überhaupt noch grüßt, aber ich glaub, das macht der nur, weil er nicht unhöflich sein will. Es ist mittlerweile echt genau wie im letzten Schuljahr: keiner aus meiner Klasse will mehr so wirklich mit mir was zu tun haben. Ich hab's mal wieder versaut!

Hier sind noch ein paar Fotos von den Projekten:

Tatsächlich hat Alfred Fotos der verschiedenen Projektarbeiten hochgeladen und mit Kommentaren darüber versehen, was ihn besonders begeistert und beeindruckt. Seine Worte verraten dir, dass er den Einfallsreichtum seiner Mitschüler durchaus zu schätzen weiß und dass er mehr als nur bedauert, kein Teil einer Projektgruppe oder der Klassengemeinschaft mehr zu sein...

Dein Zeigefinger schwebt über dem Touchpad, dann klickst du entschlossen den fyeah!–that's me...-tag an, damit dir nur noch Postings aus dieser Kategorie angezeigt werden. Die Sortierung sorgt dafür, dass du mit den aktuellsten Einträgen beginnst. Dein Körper ist davon in etwa so wenig abzuhalten, als habe man dir Streichhölzer in die Augen geklemmt. All das hier meinst du gewiss nicht böse. Du bist nur leider so schrecklich neugierig...

Ich bin heute wieder in der Schule gewesen. Eigentlich wollte ich gar nicht. Bis gestern hab ich gefehlt. Meine Mom hat vorletzte Woche in der Schule angerufen und irgendwas von Nasennebenhöhlenentzündung geredet. Na besser als wenn sie die Wahrheit rumerzählt. Aber ich glaub, das tut sie eh nicht. Ich glaub, ihr ist das total peinlich, dass ich gestört bin. Mir egal, wie der Arzt das nennt. Es bedeutet doch trotzdem, dass ich verrückt bin... :-(

Die letzten Tage ging's mir echt beschissen. Mir ist sau schlecht von diesen Tabletten, die ich nehmen muss. Meine Eltern zwingen mich, morgens und abends mit ihnen und M. zu essen. Dann wird mir erst recht übel und ich leg mich wieder hin.
Meistens ruft meine Mom mich mittags an und M. ist auch immer sofort nach der Schule hier. Der lässt im Moment extra sein Eishockeytraining sausen, nur um mich zu beaufsichtigen -_-
Echt, das ist mal voll übertrieben! Ich bin doch kein Baby mehr! Ich kann auf mich selber aufpassen!

Außerdem helfen mir diese scheiß Tabletten überhaupt nicht! Wieso bin ich da nur hingegangen? Jetzt behandeln mich alle wie ein rohes Ei und ich kann nie wieder zu meinem Stern zurück. Die merkt doch sofort, dass der Doc was gefunden hat und dann war's das. Ich kann ja auch nicht so tun, als wär alles ok. Das kauft die mir nie im Leben ab. Es ist wohl echt das Beste, wenn ich sie nie wieder seh. Dann muss ich ihr auch nix erklären und sie stellt keine komischen Fragen und überhaupt. So ein tolles Mädchen kann doch wen viel besseres haben. Jemanden, der normal ist...

Der Eintrag ist von Anfang der letzten Woche und lässt dich schwer schlucken. So als würde man dich zwingen, eine Schaufel Sand hinunter zu würgen. Betroffen scrollst du weiter, tiefer in Alfreds Leben hinein.

Der Psychodoc hat mich total ernst genommen. Der wollte erst mal mit mir alleine reden und ich hab ihm dann irgendwie so alles versucht zu erzählen. Wie ich manchmal gar nicht mitkrieg, wie überdreht ich bin und dann ist plötzlich wieder alles anders und ich komm tagelang nicht ausm Bett und hab nur so strange Gedanken...
Er hat mir geschätzte 10.000 Fragen gestellt und später hat er meine Eltern dazu geholt. Die waren total angefressen, weil sie so lange im Wartezimmer sitzen mussten. Mein Dad hätte eigentlich ne sau wichtige Besprechung gehabt heute, die er aber extra wegen mir abgesagt hat...

Jetzt steh ich „unter Beobachtung" und krieg so merkwürdige Tabletten, die meine „Stimmung regulieren" sollen, weil ich im Moment wieder so down bin (ja wie auch nicht, wenn das ganze Leben im Arsch ist, weil man weiß, dass man irre ist und einem nicht mal die eigenen Eltern glauben?!).
Der Doc meinte, dass es noch zu früh ist, um schon ne richtige Diagnose stellen zu können. Ich muss erst mal jeden Tag so ein blödes Stimmungstagebuch machen und er will, dass ich jede Woche zu ihm komme wegen Therapie. Eigentlich hat der gar keine Termine mehr frei, aber er meint, da dürfe man nicht warten...

Ich lieg gerade im Bett und guck fern. Ich will nicht wieder heulen. Warum bin ich in den letzten Tagen wieder so verdammt müde und traurig? Wie ich das hasse! :-(


M. ist letzte Nacht zu mir gekommen und hat mich getröstet. Sau peinlich, wenn man mit 17 so laut heult, dass der eigene Bruder im Zimmer nebenan nicht schlafen kann...


Das war so schlimm eben. Ich hab meinen Eltern gesagt, dass ich bei unserem Hausarzt war und dass der mir einen Termin beim Psychodoc gegeben hat und einer von ihnen mitkommen muss, weil ich nicht volljährig bin. Mein Dad ist total ausgerastet und meine Mom hat auch nur rumgeschrieen, weil ich mich ja mal wieder aufspiele. Die beiden verstehen mich null! Ich konnt's ihnen auch gar nicht erklären. Ich kann das niemandem erklären. Also hab ich gesagt, dass ich den Termin wieder absage und dann hat M. gesagt, dass ich das nicht tun soll und dass er es für gut hält, wenn ich mal mit einem Fachmann rede. M. hält mich also auch für irre :-( Ich glaub, das denkt der echt schon voll lange. Er hat sich nur nie getraut, mir das zu sagen.

Was soll ich denn nur machen, wenn dieser Psychodoc auch sagt, dass ich verrückt bin?


Ich hab den blöden Arzttermin gemacht. Ich weiß auch nicht, warum. Ich musste irgendwie die ganze Zeit an meinen Stern denken und was sie gesagt hat. Wieso musste ausgerechnet sie was merken? Was soll ich bloß machen, wenn der Doc sagt, dass ich verrückt bin? Dann will die doch nie mehr mit mir reden... :-(
Ich glaub, ich frag M., ob er mit zum Doc kommt. Ich will da nicht allein hingehen. Ich hab echt tierisch Schiss davor. Wie soll ich das denn erklären? Oh Mann...

Ich geh nicht wieder zu ihr ins Café. Es geht einfach nicht...

Doch, es geht. Das mit euch beiden geht. Ihr wisst es jetzt, aber es berührt dich tief, wie viele Gedanken Alfred sich darum gemacht hat. Offenbar immerzu. Willkürlich scrollst du weiter und liest bruchstückhaft, anstatt dir die Einträge als Ganzes anzutun. Sie tun dir weh und sie machen dich traurig. Selbst wenn du Postings liest, in denen sich Alfred vor lauter Euphorie überschlägt:

Ich muss sie wiedersehen! Unbedingt! Sie ist so süß und lustig und lieb! Ich geh morgen wieder hin!

Oder dass er Dinge online gestellt hat, die er, als er wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist, gelöscht hat:

Hab die letzten Einträge alle gelöscht. Das war alles nicht so gemeint! Echt nicht! Was ist nur schon wieder los mit mir?!

Deine Augen rupfen hier und dort Informationen an sich. Du erfährst mitunter, dass Alfred im letzten Schuljahr hängen geblieben ist. Dass er unglaublich viel Stress Zuhause hatte, weil er gegen Ende des vergangenen Schuljahres nur noch geschwänzt hat und seine Eltern die unentschuldigten Fehlstunden auf seinem Zeugnis gesehen haben.

M. hat gefragt, warum ich nicht zur Schule geh. Keine Ahnung, hab ich gesagt. Was weiß ich...
Warum sollte ich noch? Die Noten stehen doch eh schon! Mir ist das alles echt egal...
M. hat gesagt, ich soll wenigstens aufstehen. Ich bin aber so müde und kann abends gar nicht einschlafen und dann kommt der nächste Tag und es ist wieder genau so schrecklich und ich bin total fertig, wenn mein Wecker klingelt! Ich hab Angst und in meiner Klasse hassen mich eh alle! Ich will einfach nur noch schlafen und nie wieder irgendwas tun müssen.
M. hat mich gefragt, warum ich traurig bin. Ich hab gelacht und ihm gesagt, dass ich gar nicht traurig bin. Er hat mich daraufhin nur so komisch angesehen und mir seinen Kumajiro gegeben (das ist so ein riesen Eisbär aus Stoff, den er hat, seit wir klein sind). Der hört immer zu, hat M. gesagt.

Daran, wie Alfred das Verhalten seines Zwillingsbruders beschreibt, ist deutlich zu erkennen, dass Matthew etwas gemerkt hat, es aber nicht in Worte fassen konnte. Also hat er schlicht und ergreifend versucht, bestmöglich für Alfred da zu sein. Doch es ist schwierig, überhaupt an Alfred ranzukommen, wenn dieser sich hinter weiten Lächeln verbarrikadiert. Du weißt das ja aus eigener Erfahrung...

In einem der nächsten Einträge erzählt Alfred von der Beule, die er vor lauter Übermut in den Wagen seines Vaters gefahren hat. Doch weil er zu jener Zeit eh schon permanent Stress mit seinen Eltern hatte, hat Matthew den Schaden auf seine Kappe genommen. Nur um Alfred vor noch mehr Ärger zu schützen, obwohl sie in den vergangenen zwei Wochen kaum ein Wort miteinander gewechselt haben. Alfreds Schuld. Zu viel giftiger Enthusiasmus.

Und dann ist da die Erwähnung von Matthew, der Alfred regelrecht vor die Tür zwingt. Ins Café. Obwohl Alfred der knallharten Überzeugung ist, dass du ihn hasst, weil er dich beleidigt hat. Außerdem schreibt er, nicht rausgehen zu wollen. Er ist müde. Er ist traurig. Er kann nicht mehr. Man muss kein Genie sein, um an seinen kargen Worten zu erkennen, dass er völlig depressiv war, als er den Eintrag verfasst hat.

Mit schwerem Herzen hältst du inne und musst den Blick vom Bildschirm abwenden. Beinahe bereust du, Alfreds Blog gelesen zu haben. Du bist zwar noch längst nicht durch alle Postings durch, doch irgendwie kommst du dir schäbig vor, ihn so hinterrücks auszukundschaften. Wenn er mit dir über diese Dinge sprechen möchte, wird er das gewiss tun. So wie er heute Abend mit dir gesprochen hat – noch immer mit Vorbehalten, doch das dürfte völlig normal sein in seiner Situation.

Schuldig auf der Unterlippe kauend, greifst du zu deinem Smartphone. Seine Nummer hast du mittlerweile. Komisch, dass du ewige Monate nicht danach fragen konntest und heute hat sich im Laufe eines Abends so viel entspannt zwischen euch. Vielleicht, weil Alfred mal nicht Hals über Kopf davon gestürmt ist. Vielleicht auch, weil es gut und wichtig war, ihm zu zeigen, woran er bei dir ist. Für gewöhnlich heißt es immer, die Männer sollen den ersten Schritt machen, doch in eurem Fall hat euch das nur unnötige Zeit und Energie gekostet.

Flink tippst du ihm eine Nachricht, um ihm eine gute Nacht zu wünschen. Die Antwort kommt prompt und lässt dich strahlen.

Mit einem deutlich besseren Gefühl in der Magengegend schließt du deinen Browser. Du hast Alfreds Blog heute zum ersten und auch zum letzten Mal besucht. Es gehört sich einfach nicht; es ist sein Universum und du respektierst seine Privatsphäre. Deine Entscheidung ist endgültig.
Sie sorgt dafür, dass du nie den Eintrag siehst, den er in genau diesem Moment schreibt und in dem er sich vor Freude darüber, dich als Freundin gewonnen zu haben, überschlägt. Du musst diesen Eintrag aber auch gar nicht sehen. Alfreds Verhalten – all seine Blicke, all seine Worte und all seine Gesten – haben heute für sich gesprochen.