6.

Das nächste Mal als Matthew aufwachte, war es schon Tag und er fühlte sich etwas besser.
Er ließ keine Sekunde verstreichen als er merkte, dass er fit genug war zu laufen.
Voll ausgerüstet stapfte Matthew durch den Schnee.
"Die Richtung, aus der ich kam, kann ich schon einmal ausschließen. Ich habe keine Höhle oder einen anderen Unterschlupf gesehen." Er wusste nicht in welche Richtung er laufen sollte. Er sah sich um, um einen Hinweis zu entdecken, aber das Weiß gab nichts preis.
"Ich kann nicht länger warten." Matthew lief einfach los, voller Zweifel, ob es die richtige Richtung war, in die er lief.

In regelmäßigen Abständen markierte Matthew die Bäume mit Pfeilen, damit er wusste in welche Richtung er schon gegangen war. Es verging viel zu viel Zeit wie er durch den ewig gleich aussehenden Wald stapfte. Das einzige, dass von Leben zeugte, waren die spärlichen Tierspuren, die die ebene Fläche des Schnees durchbrachen. Wie immer in einem Wald sah man die Abdrücke, aber nie die Tiere selbst. Sie waren wie Phantome.
Matthew gönnte sich keine Pause und suchte immer weiter den Wald nach Hinweisen ab. Er entdeckte immer wieder Baumstümpfe und einen Wasserlauf, der mit voller Kraft dagegen kämpfte vollends zuzufrieren. Ebenso ein paar Tannen, die, schief gewachsen wie sie waren, der Schneelast nachgegeben hatten und abgebrochen im Schnee ruhten. Matthew fror auf seinem Weg kein einziges Mal, er trieb sich ständig weiter vorwärts zu gehen. Der Mann könnte jede Sekunde erfrieren. Matthew glaubte jetzt daran, dass etwas etwas passiert sein musste. Er hätte einen Wanderer durch diesen Wald mit Sicherheit bemerkt, wäre er hier durchgekommen.

Plötzlich strauchelte er über etwas, dass keine Wurzel war und sah, dass er mit seinem Schneeschuh eine Fellmütze aufgegabelt hatte.
Ein erstes Zeichen!
Die Mütze war nicht viel überschneit worden, also kann sie noch nicht lange hier gelegen haben. Und sie bestätigte, dass etwas ungeahntes dem Fremden passiert sein musste. Niemand lässt in dieser Gegend freiwillig oder aus Versehen seine Mütze fallen.
"Wo ist der Mensch dazu?" Er sah sich noch einmal genauer um. Nichts als Wald und Schnee, aber halt! Ein paar Meter vor sich sah er eine frisch umgefallene Tanne, die Schneehaufen darum waren noch unförmig, wie gerade erst herabgefallen. Aus diesen ragten einige abgebrochene Äste heraus und ein ganz besonders komischer Ast.
"Oh nein! Ein Stiefel!" stellte Matthew fest. Er hatte ihn gefunden! Das muss er sein!