17.

Matthew konnte auf gar keinen Fall mit im Bett schlafen. Matt war nicht mehr unterkühlt, also würde Matthew sich mit dem Stuhl begnügen müssen. Das sagte er Matt auch, als er fragte warum Matthew sich, eingewickelt in eine Decke, auf dem Stuhl platzierte. Er widersprach nicht und Matthew wartete ab bis Matt eingeschlafen war, bevor er selber die Augen schloss.

Und erwachte in der Waagerechten. Im Bett.
'Wie zur Hölle?', wunderte er sich. Es war noch fast dunkel. nur ein schwacher Schein der aufgehenden Sonne lugte durch das einzige Fenster der Hütte.
Matt lag selig schlafend neben ihm und hatte den Rücken zugewandt.

Matthew konnte sich die Situation, die nachts stattgefunden hatte, c.a. vorstellen. Er lag nämlich in seinem Deckenburrito, dieses Mal, an der Wand. Matt musste ihn in das Bett gelegt haben.
'Hat er über seinen Gesundheitszustand gestern gelogen? Wie hat er mich hier rein bekommen, gestern konnte er gerade erst Schachfiguren bewegen. Er musste mich natürlich an die Wand legen. Jetzt kann ich nicht einmal aufstehen, ohne dass ich ihn aufwecke. Verdammt!'
Es war zum Haareraufen. Man konnte sich scheinbar in einer solchen kleinen Hütte nicht fernbleiben, auch wenn man es versuchte.
'Es ist geradezu unmöglich, wenn der andere es selbst nicht will.', dachte Matthew seufzend.
'Merkt Matt es gar nicht? Kommt ihm nicht in den Sinn, dass ich wieder zurück in die Stadt muss? Könnte ich doch nur in seinen Kopf reinschauen!' Nach einer Weile weiterem Kopfzerbrechen kam Matthew zu dem Schluss, dass er Matt nicht nur wenig einschätzen konnte, sondern absolut gar nicht.

Er wollte gerade wieder einschlafen - dieses Mal wollte er nicht derjenige sein, der den Anderen weckt - als Matt sich regte. Sofort stellte sich Matthew schlafend und kniff nervös die Augen zu. Den folgenden Bewegungen urteilend, musste Matt sich nun umgedreht und aufgesetzt haben.
Matthew wurde jetzt noch nervöser, weil er nicht sagen konnte, was Matt ab jetzt machte und befand kurz darauf, das sein Verhalten vollkommen kindisch war.
Da legte Matt sanft seine Hand auf Matthews Kopf und strich über seine Haare. Dieser bekam bei der Berührung Gänsehaut am ganzen Körper und zuckte kurz zusammen. Er drehte den Kopf zu Matt. Mit merkbar hochrotem Gesicht. Diese Schauer waren beängstigendes Neuland für ihn. Er hatte ihn doch nur so kurz berührt!
Matt sah auf Matthew herab und begrüßte ihn mit einem:
"Guten Morgen." Die Miene von ihm war wieder völlig ausdruckslos.
"Morgen.", stammelte Matthew. Matt hatte außer der Mütze, die er immer zum Schlafen trug, immer noch nichts an. Was alles um keinen Deut besser machte.

"Wie bin ich denn hier gelandet?", fragte Matthew. Matt zeigte eine kleine Regung von Verblüffung. "Das weißt du nicht? Du bist vom Stuhl gefallen und lagst zitternd auf dem Boden."
'Das klingt ganz nach mir.', dachte Matthew. Er würde selbst den Weltuntergang verschlafen.

"Geht es dir also besser? Ich meine, so leicht bin ich nun wirklich nicht."
"Hmm." war die Antwort, gepaart mit einem Schulterzucken.

"Dann werde ich wohl wieder Feuer machen und heute kannst du dich waschen, wenn du stehen kannst. Ich hole nur das Wasser." Matthew schlängelte sich umständlich aus seinem Burrito und kletterte über Matt aus dem Bett. Dieser beobachtete wieder alles und das mit einem kleinen Lächeln.