18.
Das Feuer brannte und Matthew packte sich wieder in den zu großen Winterklamotten ein, um Wasser zu holen.
In der Hütte war es mollig warm als er wieder kam. Er füllte eine Flasche zum trinken ab und das restliche Wasser im Eimer stellte er in eine Ecke und breitete ein Tuch davor aus und legte zwei Handtücher in die Nähe.
"Möchtest du erst etwas essen oder dich zuerst waschen?"
"Ich wasche mich erst." Matt schlug die Decken und Felle zurück und versuchte aufzustehen. Etwas schwankend stand er vor dem Bett und Matthew vergrub sein Gesicht in den Händen. Schnell sagte er:
"Ich gehe in den Keller. Was zu Essen holen."
Er sprintete zur Luke um den nicht gerade schlechten Anblick von Matt zu entgehen.
'Warum bin ich so? Es hatte mir auch nichts ausgemacht als ich ihn gefunden hatte und ihn hier in der Hütte ausziehen musste.' fragte sich Matthew verwirrt.
Im Keller nahm er wieder Früchte mit und Kartoffeln. Es würde Bratkartoffeln geben.
Matt war gerade dabei sich abzutrocknen als Matthew kochte.
Die Stunden verflogen wieder viel zu schnell. Sie hatten das Bett ausgelüftet, Matthews Sachen gewaschen, gegessen und wieder Schach gespielt. Matthew kam sich ganz schlecht dabei vor, als er die entspannte Stimmung unterbrechen musste.
"Es freut mich, dass du wieder fast gesund bist, Matt, aber jetzt muss ich dich um etwas bitten.", Es entstand eine lange Pause. "Ich habe Verpflichtungen zuhause, die ich nicht länger vernachlässigen kann. Ich meine, ich mag es hier Matt. Aber ich kann nicht bleiben." Matthew ließ Matt beim Sprechen nicht aus den Augen, befürchtete jegliche Reaktion von ihm.
"Das ist ein Problem.", fing er an, "Die Tanne hat auch meinen Schlitten zerstört und meinen Elch verjagt."
"Du hattest einen Elch?", fragte Matthew verblüfft.
"Ja?" Matt fuhr fort: "Bevor es taut kommen wir nicht zur nächsten Stadt." Er legte diesen Fakt offen auf dem Tisch und Matthew beschlich leise die Panik.
'Bis es taut?! So lang kann ich nicht warten! Was soll ich nur tun?' Matt musste Matthews verzweifeltes Gesicht bemerkt haben und hakte nach.
"Ist es wirklich so dringend?", fragte er.
Matthew hob wieder den Kopf. Matt sah ihn nicht an und Matthew wurde das Herz schwer. 'Bitte mach es doch nicht schwerer als es schon ist, Matt.'
"Ja, ist es. Selbst wenn es nicht so dringend wäre, ich gehöre nicht hier raus in die Wildnis. Sieh mich an, wie könnte ich hier lange durchhalten?", versuchte Matthew weiter zu begründen und ihm rutschte noch etwas heraus:
"Warum kommst du nicht einfach mit mir?"
Jetzt war es Matt der überrascht den Kopf hob. Matthew lief, wie so oft in den letzten Tagen, rot an.
"Was sage ich da. Ha… ha…", stotterte Matthew und fuhr sich nervös durch die Haare.
"Ich kann dir erst im Frühjahr helfen nach Hause zu kommen.", antwortete Matt und hielt inne bevor er einen zweiten Satz sagen konnte. Sein Gesicht war wieder unergründlich.
"Doch Oliver könnte dir eher helfen."
"Oliver? Dein Ziehvater?"
"Hmm.", brummte Matt bestätigend.
"Matthew, du weißt, dass ich nicht sterben kann." Matthew nickte. Das Gespräch nahm eine komische Wendung an. Was hatte das Ganze mit Oliver zu tun? Wie konnte er Matthew aus dem Nirgendwo holen, wenn es selbst Matt nicht konnte?
"Und ich vertraue dir, dass du niemanden davon erzählst. Deswegen kann ich dir noch etwas anderes verraten."
Matt machte eine Pause und suchte nach den richtigen Worten.
"Es gibt hunderte Länder auf der Welt." Matthew runzelte die Stirn. Was sollte denn das jetzt?
"Und so wie es die Natur wollte, hat sie, warum auch immer, was komisches erschaffen."
Matt redete um den heißen Brei herum. Das sah ihm gar nicht ähnlich. Was versuchte er ihm zu sagen?
Matt dachte angestrengt nach um sich Sätze zu bilden, doch gab es mit einem Kopfschütteln auf.
"Ganz anders. Ich habe keine Ahnung wie ich es erklären soll. Dann so: Für jedes Land auf der Welt gibt es eine Person, die dieses verkörpert."
Matthews Augen weiteten sich. 'Sag mir nicht, dass…'
"Wirklich verkörpert, meine ich. Ich zum Beispiel bin Matt Williams und verkörpere die Nation Kanada."
