Epilog 2

Am nächsten Wochenende stieg Matthew noch mit flauem Gefühl in den Flieger, doch es gab kein Zurück mehr als er abhob.

Er landete gut ein paar Stunden später am Flughaufen.
Feliciano konnte man schon von Weitem sehen. Wild wedelte er mit seinen Armen Matthew zu. Seine Sachen waren wieder so fein, als wären sie frischen vom Schneider angefertigt, was eventuell Eindruck hinterlassen hätte, würde er nicht wie ein kleines Kind freudig Matthews Namen rufen und seine Arme so schnell schwingen, dass sie drohten abzufallen.

Matthew konnte einfach nicht anders, als zu lächeln und gleichzeitig fühlte er sich schlecht, weil er Zweifel an Feliciano hatte.
Es war äußerst mild, als sie aus dem Flughafen gingen. Matthew hatte sich eindeutig zu dick angezogen.
Die Wirbellungen seiner Arme hörte erst auf, als er die Hände ans Lenkrad seines Wagen legte.
Mit viel zu hoher Geschwindigkeit rasten sie zu Feliciano und Lovinos Haus.

Feliciano ließ sich ein Willkommensessen nicht ausreden und nach etlichen Versuchen gab Matthew es dann auch auf. Lovino ließ alles über sich ergehen, warum sollte man auch gutes Essen ausschlagen?

Feliciano redete beim Essen wie ein Wasserfall von Gott und die Welt, was Lovino und Matthew über sich plätschern ließen. Nach dem Essen hatte Feliciano Matthew mit seiner guten Laune angesteckt - nur Lovino schien dagegen vollkommen immun zu sein - und er hegte keinen einzigen Zweifel mehr.

Lovino machte sich aus dem Staub und die beiden blieben allein zurück. Beim Abwaschen fing Feliciano an:
"So Matthew. Wie kann ich dir helfen?"
'Jetzt geht es also los.' Matthew atmete tief ein.
"Ich suche jemanden."
"Oh, in Italien?"
"Nein das nicht. Er müsste in Kanada sein, doch ich habe nicht einmal ein Bild von ihm. Francis hat mir erzählt wie gut du darin bist Gesichter zu zeichnen, von denen man dir nur erzählt."
Feliciano hielt inne und sah Matthew mit weichen Augen an. Das uralte Leid, das in ihnen lag gab Matthew ein schlechtes Gewissen.

'Wir Nationen vergessen fast gar nichts. Es war doch ein Fehler ihn darauf anzusprechen. Jetzt erinnert er sich daran. Ich hätte doch einfach irgendwo einen Phantomzeichner auftreiben sollen…'
"Ja, ich habe gewisse Übung darin. Es freut mich, wenn ich dir helfen jemanden wiederzufinden. Lass uns gleich in mein Atelier gehen.", sagte er und trocknete sich die Hände ab. Mit einem Wink bedeutete er Matthew ihm die Stufen hinauf zu folgen.