Anmerkung der Autorin: Liebe Leser, es tut mir furchtbar Leid, dass ich euch schon wieder so lange habe warten lassen. Eine chaotische Prüfungszeit an der realen Uni hat leider ihren Tribut gefordert. Aber ich hoffe, dass die nächsten Kapitel um einiges schneller kommen werden. Tausend Dank für eure wunderbaren Reviews - ich habe mich riesig gefreut! Reviewantworten gibt es heute am Ende des Kapitels.
Viel Spaß beim Lesen!
Anmerkung:
Liebe Studierende,
anbei wie gewohnt das Material für die kommende Vorlesung.
Wie üblich möchte ich Sie jedoch auch darum bitten, sich in Eigenregie mit unserem Themenkomplex bekannt zu machen (ein Blick auf den Vorlesungsplan wird Ihnen verraten, dass das Thema der nächsten Sitzung „Halb und Halb" lautet und wir uns mit dem Aspekt von Muggelgeborenen und sogenannten Halbblütern in der Zaubererwelt auseinandersetzen werden) oder sich zu überlegen, wie Sie ganz persönlich mit diesem Thema umgehen. Ich bin mir sicher, auch in Ihrem Bekanntenkreis gibt es nicht nur reinblütige Zauberer, die ihren Stammbaum bis zu Merlin zurückverfolgen können.
Und erinnern Sie sich an das, was ich Ihnen angekündigt habe: Sie werden es nicht bereuen, sich gut vorbereitet zu haben.
Ihnen eine schöne Woche und bis zur Vorlesung.
Anlage 1
F: Guten Morgen. Vielen Dank, dass Sie sich zu diesem Interview bereit erklärt haben.
A: Ich bitte Sie, das war doch selbstverständlich. Ich meine, ich verstehe zwar nicht allzu viel von allem, aber durch Mione habe ich natürlich mitbekommen, dass es da offenbar ... äh ... Differenzierungen gibt, was die Familienherkunft anbelangt. Und wenn man daran etwas ändern kann, möchte ich gerne meinen Teil dazu beitragen.
F: Das erste Stichwort haben Sie mir eben schon geliefert. Wie haben Sie denn damals reagiert, als Sie erfahren haben, dass es, nunja, Magie und Zauberei wirklich gibt? Und dass Ihre Tochter Teil dieser Welt sein soll?
A: Ich muss zugeben, dass war nicht ganz einfach. Es gab da diesen Vorfall mit der Eule, verstehen Sie? Meine Frau ist ... mh ... kein besonderer Freund von übermäßig großen Vögeln und war dementsprechend beunruhigt, als wir bemerkten, dass diese Eule draußen vor unserem Wohnzimmerfenster saß und sich einfach nicht verscheuchen ließ.
F: Da hatten Sie ja noch Glück, dass Sie offenbar an eine geduldige Eule geraten sind. Bei mir sitzen die nie einfach nur auf dem Fensterbrett, sondern hacken ungestüm auf die Scheibe ein, damit ich sie endlich hereinlasse.
A: Glauben Sie mir, das haben wir im Laufe der Jahre auch noch gemerkt. Jedenfalls habe ich dann ganz vorsichtig das Fenster geöffnet und die Eule hat mir ihr Bein entgegengestreckt, an dem zu meiner Verwunderung ein Brief befestigt war. Den habe ich ihr abgenommen und da ist sie im nächsten Moment auch schon davon geflogen. Meine Frau war deutlich erleichtert und hat weiter den Tisch gedeckt. Es war nämlich Miones elfter Geburtstag und wir wollten sie überraschen.
F: Sie hat zu dem Zeitpunkt noch geschlafen?
A: Sie war gerade im Badezimmer. Und ich stand da also, habe der Eule nachgestarrt, den Brief in meinen Händen, und als ich mir den Umschlag etwas genauer ansah, bemerkte ich, dass er an meine Tochter adressiert war. Hätte ich das nicht mit eigenen Augen gelesen und wäre Mione selbst mit dem Brief erschienen, hätte ich vermutlich erst einmal gedacht, dass sie sich, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, einen Scherz mit uns erlauben wollte.
F: Haben Sie den Brief geöffnet?
A: Nein, der war ja für meine Tochter. Ich habe mich gesetzt und gemeinsam mit meiner Frau erstmal ein Tässchen Tee zur Beruhigung getrunken. Das kann ja manchmal wahre Wunder wirken. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt ja noch gar nicht wusste, was in dem Brief stand, war mir dennoch ganz anders zumute.
F: Sie sind nicht der Erste, von dem ich das höre. Offenbar kann es vorkommen, dass die erste Hogwartspost eine solche Wirkung auf nichtmagische Menschen hat und ein bestimmtes Gefühl von kribbeliger Anspannung oder Vorahnung hervorruft. Wie hat denn Ihre Tochter reagiert?
A: Als Hermione kam, haben wir ihr natürlich erstmal gratuliert, Tee eingeschenkt, Geburtstagskuchen angeschnitten, all sowas, bevor ich ihr den Brief gereicht habe. Sie hat ihn geöffnet und gelesen, ganz ruhig, ganz konzentriert, während meine Frau und ich daneben saßen und von Minute zu Minute nervöser wurden. Dann war Mione fertig, legte den Brief beiseite, sah uns an und erklärte uns, dass wir uns um ihre Schulausbildung jetzt keine Sorgen mehr machen müssten, weil sie an einer Schule für Hexen und Zauberer aufgenommen sei.
F: Immer gerade heraus, so kennt man Ihre Tochter ja. Wie haben Sie darauf reagiert?
A: Ich glaube, ich befand mich in einem kleinen Schockzustand. Ich muss wohl eine ganze Weile da gesessen und Mione angestarrt haben, weil ich nicht verstehen konnte, was sie mir da gerade mitgeteilt hatte. Bei jedem anderen Kind hätte ich vermutlich gedacht, es wolle sich einen Scherz erlauben. Aber Mione ... das ist nicht ihre Art. Sie war schon immer ein kluges Mädchen und ich habe sie stets ernst genommen.
F: Bis zu diesem Moment?
A: Naja, meine Frau und ich waren logischerweise sehr verwirrt, doch Mione blieb ganz ruhig und gelassen und erklärte uns äußerst sachlich, dass ihr in den letzten Monaten einige Veränderungen an ihr aufgefallen waren, die sich nur durch magische Fähigkeiten erklären ließen. Dann hat sie uns den Brief gereicht und vergnüglich gefrühstückt. Etliche Jahre später hat sie uns dann mal erzählt, dass sie bereits einige Monate vorher versucht hatte, fachliche Recherche zum Thema Magie zu betreiben, weil sie plötzlich in der Lage war, Dinge geschehen zu lassen, wie sie es nannte. Offenbar ist das recht häufig der Fall, wenn sich die erwachende Magie zu Wort meldet.
F: Ja, das ist es. Erinnern Sie sich denn noch an Ihren ersten Besuch in der magischen Welt?
A: Nur allzu deutlich, ja. Wir mussten ja Miones Schulsachen besorgen und sind dafür in die Winkelgasse gegangen. Das war vielleicht ein Abenteuer! Wissen Sie, eigentlich finde ich es unhöflich, Menschen anzustarren, doch ich fürchte, ich habe das damals ein wenig getan ... Diese langen Roben! Geschäfte, die Zauberstäbe verkaufen und Besen, die man zum Fliegen statt zum Fegen verwendet, dazu absonderliche Zaubertrankzutaten und Kobolde, die unser Geld wechselten. Es war in der Tat höchst kurios.
F: Das kann ich mir vorstellen. Aber Sie scheinen sich ganz gut damit arrangiert zu haben?
A: Ich glaube, das gesamte erste Jahr über befanden meine Frau und ich uns in einer Art Trance. Dann kamen die Sommerferien, Mione kam zurück nach Hause und hat erzählt und erzählt und ganz langsam begann es uns zu dämmern, dass diese andere Welt sehr real war. Und dass unsere Tochter anfing, sich dort ebenfalls zu Hause zu fühlen.
F: Sie haben natürlich vom Dunklen Lord gehört und Sie wissen vermutlich selbst am besten, welche Rolle Ihre Tochter im Krieg gespielt hat. Als Sie mitbekommen haben, was genau der Dunkle Lord verabscheut und wogegen er kämpft – was haben Sie da gedacht?
A: Ich habe es, ehrlich gesagt, nicht ganz verstanden. Wir haben Hermione von klein auf dazu erzogen, allen Menschen mit dem gleichen Respekt zu begegnen. Ich dachte, vielleicht lässt sich diese Frage um ... familiäre Herkunft damit vergleichen, wie viele Vorurteile Europäer gegen Einwanderer hatten und haben, gegen Menschen, denen man ansehen kann, dass sie aus einem anderen Land kommen. Aber das konnte ich auch nie nachvollziehen.
F: Hat Hermione je von Anfeindungen erzählt, die sie selbst erlebt hat?
A: Oh, bitte. Sie kennen doch Hermione. Sie regelt so etwas gerne alleine, für sich. Manchmal hat sie allgemein davon erzählt, dass es für Muggelgeborene nicht so leicht ist wie für andere, die in Zaubererfamilien hineingeboren werden. Aber mehr auch nicht.
F: Ist Ihnen als Außenstehender eine Veränderung in der Zaubererwelt aufgefallen, seitdem der Dunkle Lord besiegt wurde?
A: Als Hermione das erste Mal nach dem Krieg gemeinsam mit uns durch die Winkelgasse gelaufen ist, kam es mir vor, als wäre alles noch bunter, noch chaotischer, noch ausgelassener. Die Menschen lächelten mehr und sie liefen nicht mehr so gehetzt durch die Straßen.
F: Sind Sie stolz darauf, dass Ihre Tochter eine Hexe ist?
A: Es ist ja nicht so, als hätte ich irgendwas damit zu tun. Ich bin stolz auf meine Tochter, ja, aber das wäre ich in jedem Fall.
Anlage 2
Artikel aus dem Tagespropheten vom 23. August 2004
Pub Zum Tropfenden Kessel wird wieder eröffnet!
Wie gestern bekannt gegeben wurde, darf sich der allseits beliebte Pub Zum Tropfenden Kessel, der seit jeher als Bindeglied zwischen der Winkelgasse und Muggellondon gilt, über eine neue Chefin freuen. Lange wurde gegrübelt, wer wohl die Nachfolge (und vermutlich auch das schwere Erbe, schließlich galt es, einen geborenen Wirt zu ersetzen) antreten wird und gestern hatte das Rätselraten schließlich ein Ende: ab dem 01. September wird Mrs Hannah Longbottom, geborene Abbott, den Pub übernehmen und gemeinsam mit ihrem Mann, Neville Longbottom, auch die dazugehörige Wohnung beziehen.
Neville Longbottom ist uns allen noch als ehemaliger Klassenkamerad Harry Potters bekannt. Nach Ende des Kriegs arbeitete er als Auror, bevor er sich dem Studium der Kräuterkunde widmete. Aus geheimer Quelle wurde uns zugetragen, dass er offenbar mit dem Gedanken spielt, als Lehrer für eben dieses Fach an seine ehemalige Schule zurückzukehren.
Seine Frau, Hannah, war ebenfalls Jahrgangskameradin von Harry Potter. Aufgewachsen in einer halbblütigen Familie, musste sie als Sechzehnjährige einen schweren Schicksalsschlag ertragen, als ihre Mutter von Todessern ermordet wurde. Hoffen wir, dass ihr die Arbeit im Pub Freude bereitet und sie den leicht in die Jahre gekommenen Tropfenden Kessel wieder etwas aufpolieren kann. Wir freuen uns auf unseren ersten Besuch bei der bezaubernden Wirtin!
Anlage 3
F: Dein Studienwunsch war ja doch recht, nun, ausgefallen, selbst unter Zauberern. Wie bist du darauf gekommen? Warum wolltest du unbedingt das machen und nichts Anderes?
A: Ich weiß nicht genau. Ich habe das nie streng analysiert, da war einfach der Drang, so etwas zu machen, und ich habe ihm nachgegeben.
F: Aber woher kam der Drang?
A: Ich glaube, es hat viel mit meiner Kindheit zu tun. Wenn du so aufwächst, dass ein Elternteil magisch ist und das andere nichtmagisch, bist du immer irgendwie hin- und hergerissen. Jemand erklärt dir, wie du einen Besen fliegst; jemand sagt „Schau her, das ist ein Telefon, da kannst du Nummer eintippen und mit jemandem reden." - manchmal denke ich, ich konnte gar nicht anders, als etwas zu studieren, was die magische und die Muggelwelt auf seltsame Art und Weise zusammenbringt.
F: Und Magische Technologie tut das?
A: Unbedingt! Naja, zumindest meiner Ansicht nach. Ich greife ja auch verschiedene Dinge auf, die ich aus der Muggelwelt kenne, und versuche dann, sie auf die Zaubererwelt zu übertragen. Das wird höchstens dadurch erschwert, dass die Zaubererwelt oftmals einen Schritt voraus ist. In der Muggelwelt haben sie erst seit gut zwanzig Jahren Mobiltelefone, bei uns gab es schon längst Zwei-Wege-Spiegel, die auf einem ähnlichen Prinzip basieren.
F: Du sagst selbst und auch sehr offen, dass dich deine Kindheit sehr geprägt hat. Würdest du sagen, dass es eine glückliche Kindheit war?
A: Auf jeden Fall! Natürlich ist es ein wenig seltsam, wenn deine Mutter morgens nur ihren Zauberstab schwingen muss, um dir heißen Kakao zu kochen, während dein Vater darüber verzweifelt, dass im Winter das Auto nicht anspringen will, aber das geht jedem so, der in einer Familie aufwächst, die halb und halb ist, denke ich. Man bekommt das Beste aus zwei Welten. Und man lernt, tolerant zu sein. Warum sollte ich etwas gegen Zauberer und Hexen sagen, wenn meine Mutter dazu gehört? Warum sollte ich etwas gegen Muggel haben, wenn mein Vater einer ist?
F: Das stimmt natürlich; du hast dadurch von klein auf gelernt, dass Magie nicht alles ist im Leben und nichts über die Persönlichkeit eines Menschen verrät. Hat dein Vater denn von Anfang an gewusst, worauf er sich einlässt?
A: Nein, hat er nicht. Er hat mir mal erzählt, dass er ein bisschen Verdacht geschöpft hat, als er mit meiner Mutter gemeinsam die Nacht durchgefeiert hat, ihm am nächsten Morgen absolut übel war und sie ihm etwas zu trinken gegeben hat, was die Kopfschmerzen sofort vertrieben hat. Das war kurz nach ihrer Verlobung, aber die Wahrheit hat sie ihm erst gesagt, als sie verheiratet waren. Ich schätze, er hätte es sonst spätestens gemerkt, als ich auf der Welt war und meine frühmagischen Anfälle hatte.
F: Was wäre gewesen, wenn du sie nicht gehabt hättest? Wenn du als Squib auf die Welt gekommen wärst?
A: Dann wäre ich auf meiner Muggelschule geblieben und hätte hinterher etwas Kluges studiert. Es wäre kein Weltuntergang gewesen, wenn du darauf anspielst. Meine Eltern sind ziemlich glücklich miteinander; ich schätze, es wäre ihnen relativ egal gewesen, auch wenn meine Mum sich natürlich gefreut hat, dass ich in der Hinsicht nach ihr komme.
F: Weißt du, wie ihre Eltern es aufgenommen haben, als sie ihnen mitgeteilt hat, dass sie einen Muggel heiraten will?
A: Ich hab' sie mal gefragt, ja. Es ist komisch für mich: mittlerweile haben sich meine Großeltern völlig an meinen Vater gewöhnt und kommen wunderbar mit ihm aus, deswegen kann ich mir nur schwer vorstellen, dass sie früher nicht gerade begeistert von der Ehe waren.
F: Weshalb nicht?
A: Sie konnten einfach nicht glauben, dass es gutgehen würde, wenn man zwei Welten miteinander verknüpft. Sie hatten Angst, dass mein Vater meine Mum nicht versteht, nicht akzeptiert. Und sie dachten, dass meine Mum vergessen würde, wo sie herkommt, wie sie aufgewachsen ist, wenn sie zu Muggeln zieht.
F: Kein gesellschaftskritischer Aspekt?
A: Meine Großeltern sind keine Reinblutfanatiker. Mein Opa kommt aus einer recht alten Familie, aber bei meiner Oma waren wohl auch schon mehrere Mischehen in der Familie. Ich schätze, sie haben sich eher Sorgen darüber gemacht, wie meine Mutter dann in der Gesellschaft da stehen würde. Sie hatten Angst um ihre Tochter. Damals gewann der Dunkle Lord ja gerade an Macht und da war ihre Tochter, eine Hexe, die sich in einen Muggel verliebte und ihn heiratete. Sie hatten Angst, dass meine Eltern das Opfer eines Anschlags werden könnten.
F: Und? Ist etwas Schlimmes passiert?
A: Zum Glück nicht. Vor ihrer Hochzeit hat meine Mum beim Ministerium gearbeitet, sie hat dann aufgehört, als sie schwanger wurde, und ich weiß, dass sie in der Zeit auch viele Drohbriefe erhalten hat, dass man „so jemanden wie sie" nicht beim Ministerium will. Aber sie spricht nie darüber. Sie wird wütend, wenn man sie fragt, warum sie einen Muggel geheiratet hat. Liebe kann man sich schließlich nicht aussuchen, sagt sie immer.
F: Und dein Vater?
A: Der versteht das alles nicht so ganz. Ich glaube, in gewisser Hinsicht sind etliche Muggel viel toleranter als einige Zauberer und Hexen. Mein Dad liebt meine Mum, also hat er sie geheiratet, also hat er eine Familie mit ihr gegründet. Er versteht nicht, wie jemand etwas dagegen haben kann.
F: Warum bist du während deiner Schulzeit Dumbledores Armee beigetreten?
A: Weil unser Unterricht in Verteidigung gegen die Dunklen Künste lächerlich war. Immer nur Theorie, niemals Praxis. Weil ich Harry geglaubt habe, als er gesagt hat, dass der Dunkle Lord zurück ist. Weil ich lernen wollte, wie ich mich – und meine Freunde – im Ernstfall verteidigen kann. Weil es richtig war.
F: Du hast gesagt, deine Eltern haben dir beigebracht, tolerant zu sein, jedem offen zu begegnen. Hast du das immer beherzigt?
A: Glaub nicht, ich wüsste nicht, worauf du hinauswillst: auf meine Schulzeit und die Häuserfeindlichkeiten. Oder etwa nicht?
F: Erwischt. Aber du musst zugeben, dass sich das Thema anbietet. Schon allein deshalb, weil ihr Ravenclaws ja doch eher eine kleine Sonderposition einnehmt.
A: Stimmt, genau wie Hufflepuffs. Wir liegen eben nicht an den Enden eines Spektrums, sondern in der Mitte. Was deine Frage angeht: natürlich hat mir meine Mum einiges über Hogwarts erzählt, ehe ich selbst in die Schule gekommen bin. Ich wusste Bescheid über die verschiedenen Häuser und ich wusste, dass der Dunkle Lord ein Slytherin gewesen war. Das ist, glaube ich, die schlechteste Werbung, die die Slytherins überhaupt bekommen können. Ob man nun Vorurteile hat oder nicht – diese Tatsache lässt sich nun einmal nicht wegdiskutieren, verstehst du?
F: Klar. So ist es nun einmal. Aber das muss ja nicht unbedingt konform gehen mit deinen eigenen Erlebnissen mit Slytherins.
A: Ich habe es schon einmal gesagt und ich bleibe dabei: die Slytherins, die ich kennengelernt habe, waren keine Heiligen, im Gegenteil. Die Markantesten unter ihnen waren fies und gemein und hatten mehr Flüche parat als mancher Sechstklässler. Nur, was ich damals nicht gesehen habe: es gab auch genügend, sie sich im Hintergrund gehalten haben. Heute denke ich manchmal, dass wir ein ganzes Haus aufgrund einiger weniger Schüler beurteilt und verurteilt haben.
F: Was denkst du heute über sie, über deine ehemaligen Klassenkameraden?
A: Auch da kann ich mich nur wiederholen: In gewisser Weise bewundere ich sie. Sie waren stolz und trotzig und selbstbewusst genug, die Köpfe zu recken und furchtlos durchs Leben nach dem Krieg zu schreiten, trotz all der Steine, die ihnen so häufig in den Weg geworfen wurden. Ich glaube, wir sind alle ein Stück weit erwachsen geworden.
Anlage 4
Anfangs dachte ich, es sei ein Scherz. Ein ziemlich gutgemachter Scherz, aber trotzdem nichts weiter als das: ein Scherz. Jemand hatte sich die Mühe gemacht, von irgendwoher altes Pergament zu besorgen und smaragdgrüne Tinte und mir einen Brief zu schreiben, in dem stand, dass ich ein Zauberer sei und eine Schule namens Hogwarts besuchen solle. Wie dieser Jemand es geschafft hatte, dass mir eine Eule den Brief überbrachte, wusste ich nicht. Da hatte die Phantasie ein Ende.
Meine Eltern waren ratlos. Ich auch. Ich habe mich nicht getraut, dem Brief zu glauben, obwohl ich doch genau wusste, dass ... seltsame Dinge mit mir passiert waren. Manchmal, wenn ich alleine in meinem Zimmer war, im Bett lag und unbedingt noch mit etwas spielen wollte, das ich gerade nicht finden konnte, dann schloss ich die Augen und wenn ich sie wieder öffnete, lag das Spielzeug neben mir. Meinen Eltern sagte ich nichts davon.
Ich war gut in der Schule. Ich hatte ausgezeichnete Noten und meine Eltern hatten mir einen Platz in Eton besorgt. Das ist ziemlich umwerfend in der Muggelwelt, wenn man zehn Jahre alt ist und davon träumt, später irgendwas ganz Tolles zu studieren.
Naja. Ich bin nie nach Eton gegangen. Vielleicht wäre es auch die Hölle auf Erden gewesen, keine Ahnung. Stattdessen ging ich nach Hogwarts.
Obwohl ich dachte, dass der Brief ein Scherz sein musste, habe ich ihn meinen Eltern gezeigt. Danach kamen weitere Briefe, Briefe, die uns erklärten, wie wir in die sogenannte Winkelgasse kämen, wo wir meine Schulsachen besorgen könnten, wo es einen Laden mit Zauberstäben gab und eine Bank, in der wir Geld wechseln konnten. Es klang vollkommen verrückt, aber ich war elf und nur allzu bereit, an Wunder und geheimnisvolle Welten zu glauben.
Meine Eltern taten mir den Gefallen und gemeinsam sind wir an einem Samstag im August aufgebrochen, zu einem schäbigen, kleinen Pub, der uns in den Briefen beschrieben worden war. Der Pub hieß Zum Tropfenden Kessel und heute kenne ich ihn ziemlich gut. Wir sind hineingegangen und überall saßen seltsame Gestalten, in langen, fließenden Gewändern, bunt wie ein Regenbogen und ungeheuer exzentrisch. Sie starrten uns an und ich starrte zurück.
Meine Eltern hatten die Briefe dabei, in denen uns erklärt wurde, wie wir in diese Winkelgasse gelangen würden. Allerdings stand dort auch, dass wir einen Zauberstab benötigten und den hatte ich ja nicht. Also ist mein Vater zu dem Wirt gegangen und hat ihn gefragt. Ich glaube, mein Vater war ziemlich nervös, dass sie doch alles als schlechter Scherz herausstellen würde und er sich nun denkbar lächerlich machen würde, wenn er einen anderen Erwachsenen fragt, ob er zufällig ein Zauberer sei.
Aber der Wirt – Tom, wie ich längst weiß – hat nur gelächelt, mir aufmunternd zugenickt und gefragt „Neuer Erstklässler, was?" Ich war ziemlich verschüchtert, habe genickt und zu dritt sind wir hinter Tom hergelaufen, der uns auf den Hinterhof geführt hat und dort einen Stein in der Mauer mit seinem Zauberstab berührte. Der Zauberstab war aus dunklem, mattem Holz und ich konnte einfach nicht wegschauen. Ich dachte, das alles kann doch gar nicht echt sein, das alles kann gerade nicht wirklich passieren, aber genau das tat es.
Wir stolperten also in die Winkelgasse und die magische Welt hat uns verschluckt. Ich war wie in Trance, meine Eltern auch. Wir haben Geld getauscht und dann die Liste abgearbeitet, die mir zugeschickt worden war. Ich bekam schwarze Roben, einen Zauberstab, ein Sortiment an Kesseln und Zaubertrankzutaten. Ich sah Schaufenster mit Besen, die offenbar zum Fliegen gedacht waren, Käfige mit wunderschönen Eulen, noch mehr Menschen in bunten Gewändern und mit spitzen Hüten auf dem Kopf und es kam mir vor, als würde die Luft sirren.
Am Abend saßen meine Eltern und ich sprachlos im Wohnzimmer und starrten an, was wir gekauft hatten. Wir mussten feststellen, dass die Briefe gestimmt hatten, dass sich niemand einen schlechten Scherz erlaubt hatte, dass ich wirklich und wahrhaftig ein Zauberer sein sollte. Ich war aufgeregt. Ich dachte, jetzt liegt mir die ganze Welt zu Füßen. Ich dachte, ich sei einer unter Wenigen, jemand ganz Besonderes, weil doch meine Eltern beide nicht magisch waren, aber ich schon.
Es dauerte genau eine Zugfahrt, um mir klarzumachen, dass das Gegenteil der Fall war. Wer Nichtmagier als Eltern hatte, wurde seltsam angeschaut. Ja, wir waren besonders – allerdings nicht gerade im positiven Sinne.
Ich hatte Glück. Ich teilte mir mein Abteil mit einem Jungen, der später mein bester Freund werden würde – Ernie Macmillan. Er war ein Reinblut und er war der Erste, der mir erklärte, dass man Muggelgeborene wie mich in bestimmten Kreisen nicht gerade gerne sah. Er erzählte mir, dass sich die alten, reinblütigen Familien eigentlich alle untereinander kannten und dass man immer sofort wusste, wer nichtmagische Eltern hatte. Und er sagte mir, dass man es in diesen Kreisen als „Versehen" betrachtet, wenn jemand wie ich nach Hogwarts komme.
In der Schule selbst habe ich das anfangs gar nicht so recht wahrgenommen. Die meisten Lehrer behandelten uns alle gleich und es gab, wie ich erleichtert feststellte, genügend Schüler aus Zaubererfamilien, die mit den gleichen Problemen im Unterricht zu kämpfen hatten wie ich. Und es gab die Überflieger, wie Hermione, die alles konnten und die, metaphorisch gesprochen, trotzig all denen die Zunge herausstreckten, die darüber dozierten, wie unfähig Muggelgeborene doch seien.
Natürlich gab es auch dunkle Stunden. Natürlich gab es auch Lehrer, die ihre Lieblinge hatten – und zu denen gehörte man nicht, wenn man Hufflepuff und muggelgeboren war. Dennoch komme ich mir heute ein wenig schäbig vor, wenn ich darüber schreibe, weil ja mittlerweile bekannt ist, dass Professor Snape (jetzt ist es wohl vorbei mit der schönen Anonymität) jahrelang als Spion gearbeitet und eben nicht vollkommen die Ansichten vertreten hat, die der Dunkle Lord propagierte – und trotzdem war es damals in der Schule nicht unbedingt leicht für mich, in seinem Zaubertränkeunterricht zu sitzen.
Dann kam unser zweites Jahr, die ganzen Ereignisse um die Kammer des Schreckens und plötzlich waren wir Muggelgeborene wie Gebrandmarkte. Jeder wusste, welcher seiner Mitschüler reinblütig war und wer nicht; jeder wusste, wer gefährdet war und uns wurde auf recht brutale Art klargemacht, dass wir für unsere Herkunft bestraft oder belohnt werden würden. Es war keine schöne Zeit damals. Ich bin eigentlich immer stolz gewesen auf meine Eltern und darauf, dass ich Magie im Blut hatte und ich war störrisch genug, gerade dann in Hogwarts zu bleiben, aber ich hatte auch Angst. Meine Herkunft machte mich zu einer Zielscheibe für Spott und Häme, sogar für körperliche Angriffe.
Meinen Eltern habe ich das lange nicht erzählt. Ich versuchte, sie so gut wie möglich aus meiner anderen Welt herauszuhalten, meine beiden Welten getrennt voneinander zu bewohnen. Meine Eltern waren so stolz auf mich und meine Leistungen – wie hätte ich ihnen da erklären sollen, dass es Menschen, ja, sogar Mitschüler, gab, die der Ansicht waren, dass „Abschaum" wie ich einer war nichts auf der Schule zu suchen hatte, die die Meinung vertraten, dass Muggel und Muggelgeborene als Sklaven der Zauberer dienen sollten?
Ich hätte es nicht gekonnt.
Auch später, als der Krieg ausbrach, habe ich ihnen das Ganze nur sehr grob erklärt. Es ginge da um verschiedene Ansichten, wer wie viel Macht ausüben sollte, behauptete ich. Erst, als die Schlacht bereits gewonnen war und langsam der Alltag wieder einkehrte, habe ich ihnen die Wahrheit gesagt. Ich hatte Recht: sie verstehen es nicht.
Anlage 5
F: Hast du immer schon gewusst, was du später beruflich machen willst?
A: Eigentlich nicht, nein. Meine Mutter war Kindergärtnerin und liebte ihre Arbeit. Mein Vater arbeitete im Ministerium, genau wie meine Tante. Die Beiden habe ich früher ab und zu besuchen dürfen, vielleicht hat mich das nachhaltig geprägt.
F: Dein Vater ist Zauberer, deine Mutter eine Muggel. Wann ist dir das bewusst geworden?
A: Es muss ziemlich früh gewesen sein. Irgendwann habe ich einfach mal gemerkt, dass mein Vater so ein lustiges Stück Holz hat, das er schwingt und mit dem er Dinge passieren lassen kann. Und meine Mutter hatte das nicht.
F: Hast du deine Eltern danach gefragt?
A: Klar! Kinder fragen doch immer alles. Und natürlich wollte ich wissen, warum meine Mama stundenlang in der Küche steht und Gemüse putzt, wenn mein Vater das Gleiche mit seinem Stück Holz in wenigen Minuten erledigen kann.
F: Was haben sie dir geantwortet?
A: Sie haben mir erklärt, dass es eben diese zwei Möglichkeiten gibt: entweder man kann zaubern oder man kann es nicht.
F: War das für dich verbunden mit einer Wertung?
A: Du meinst, ob eine dieser beiden Möglichkeiten besser ist als die andere?
F: Ja, genau.
A: Nein. Manchmal tat mir meine Mutter Leid, weil bei ihr das Kochen und Putzen so lange dauerte. Aber meinem Vater nützte sein Zauberstab auch nicht immer etwas: meine Mutter buk trotzdem die leckereren Scones und meine Eltern erzählen heute noch gerne, dass ich mich als Kind grundsätzlich geweigert habe, etwas zu essen, was mein Vater gezaubert hatte.
F: Du hattest also keinen der Beiden lieber als den anderen, nur weil der eine magisch veranlagt war und der andere nicht?
A: Nein! Man hat Eltern doch meistens gleich lieb, oder nicht? Jedenfalls ging es mir so. Mir war egal, ob meine Mutter zaubern konnte oder nicht.
F: Wann und wie hast du mitbekommen, dass diese Einstellung jedoch nicht der Normalfall ist?
A: Ich muss wohl neun oder zehn gewesen sein, es war jedenfalls vor Hogwarts. Ich habe meine Tante beim Arbeiten besucht, sie hat ja im Zaubereiministerium in der Abteilung für Magische Strafverfolgung gearbeitet. Sie bekam einen Fall, in dem einige Zauberer ziemlich hässlichen Schabernack mit ein paar Muggeln getrieben hatten. Als wir alleine waren, wurde sie erst wütend, dann traurig. Ich habe nicht verstanden, was los war. Sie hat es mir erklärt.
F: Wie hast du darauf reagiert?
A: Ich war ziemlich verwirrt, ehrlich gesagt. Meine Mama war schließlich die beste Mama auf der ganzen Welt und meine Großeltern waren auch toll, also wieso sollte jemand etwas gegen Menschen wie sie haben?
F: Deine Tante hat jahrelang in der Magischen Strafverfolgung gearbeitet, dein Onkel Edgar hatte im Orden des Phönix gekämpft und wurde mit seiner gesamten Familie von Todessern ermordet, du selbst warst in Dumbledores Armee tätig – liegt euch der Gerechtigkeitssinn im Blut?
A: Ich weiß es nicht. Aber glaub mir: du würdest dich auch engagieren, wenn du betroffen bist. Wenn jemand deine geliebte Mum und deine Familie beleidigt. Wenn man dir sagt, dass du minderwertig bist und eigentlich gar nicht nach Hogwarts gehörst. Dann gibst du auch nicht einfach klein bei und kuschst. Das liegt uns nämlich definitiv nicht.
F: Warum hast du dich Dumbledores Armee angeschlossen?
A: Weil es mich etwas anging. Es ging uns alle etwas an, fand ich, aber mich besonders. Da draußen war ein Irrer, der vorhatte, Muggelgeborene und Halbblüter auszurotten, der Zauberer und Hexen bestrafen wollte, die sich mit Muggeln eingelassen hatten. Was hätte ich denn sonst tun sollen? Zurücklehnen und zuschauen, während jemand versucht, etwas zu zerstören, das ich liebe? Bestimmt nicht. Ich war wütend. Und ich hatte Angst. Ich wollte etwas tun, etwas lernen, ich wollte mich nicht länger nutzlos fühlen. Ich wollte mich verteidigen können, mich und alle, die ich liebe.
F: Das ist schließlich ja auch gelungen. Wie schätzt du die Situation heute ein?
A: Ich bin mir nicht sicher. Ich denke, es gibt auch heute noch Zauberer, die im Stillen an den alten Vorurteilen gegenüber Muggelgeborenen festhalten, doch ich schätze, sie werden immer weniger. Es gibt so viele Menschen, die die alten Reinblüter eines Besseren belehrt haben – Hermione hat den besten Abschluss seit – ach, ich hab' vergessen, seit wie vielen Jahren gemacht; Seamus hat sein Buch geschrieben und einen großen Schritt in Richtung Rehabilitation von Slytherins gemacht; die Reinblüter sterben sowieso langsam, aber sicher aus, weil gar nicht mehr genügend von ihnen übrig sind, um nur untereinander heiraten zu können.
F: Wie wird die Zukunft aussehen?
A: Ich glaube, gemischten Familien wie der meinen gehört die Zukunft. Und ich hoffe, dass noch mehr Vorurteile bekämpft werden.
Anlage 6
Irgendwann war es mir egal. All das Gerede und Getuschel hinter meinem Rücken, all die Leute, die in der Winkelgasse mit dem Finger auf mich zeigten und dann, später, als es deutlich wurde, auf meinen wachsenden Bauch. Es kümmerte mich nicht. Ich reckte den Kopf und lächelte und ging arbeiten. Selbst wenn sie es mir angeboten hätten, hätte ich das Geld meiner Familie niemals angenommen. Ich war keine mehr von ihnen. Ich hatte aufgehört zu existieren.
Und warum? Weil ich einen Mann liebte und heiratete, dessen Eltern Muggel waren, der in der Muggelwelt aufgewachsen war, der nicht einmal geahnt hatte, dass so etwas wie Magie wirklich existierte. Weil ich sein Kind gebären würde, ein elendes Wechselbalg, wie meine Mutter es genannt hatte. Ein Kind, für das ich mein ach so reines Blut verschmutzt hatte.
Ich war verliebt. Es war anders als alles, was ich vorher erlebt hatte. Es war nicht: an einem Tisch im Garten sitzen, Tee trinken und über Politik reden. Es war nicht: ihm zu erlauben, meine Hand zu halten, wenn wir uns in der Öffentlichkeit zeigten. Es war nicht: in den wohlwollenden Blicken meiner Eltern zu baden und das scharfe, leicht spöttische Lächeln meiner Schwester im Rücken zu spüren.
Ich habe mehr gelacht, wenn ich mit ihm zusammen war. Es ging mir besser, ich war freier, ungezwungener, lebendiger. Ich habe nicht alles hinterfragt, was ich getan habe, sondern habe es stattdessen einfach gemacht. Ich habe ihn geküsst, mitten in der Winkelgasse, weil ich wollte, dass jeder weiß, dass er zu mir gehört. Ich war so irrsinnig stolz auf ihn, den Muggelgeborenen, der Schulsprecher war und einen hervorragenden Abschluss gemacht hatte. Am liebsten hätte ich mich hingestellt und es all diesen Reinblütern zugerufen.
Ich war wütend. Wütend, weil meine Familie nicht verstehen konnte, dass ich ihn liebte, dass ich mich nicht darum scherte, was für eine Herkunft er hatte. Ich war wütend, weil sie ihn nicht akzeptierten, weil sie nicht einmal mehr mich akzeptierten. Ich hatte schon einen Vorgeschmack erlebt, als Sirius enterbt worden war, aber ich hätte niemals gedacht, dass mir so etwas passieren würde.
Ich war froh und stolz, jemanden gefunden zu haben, den ich liebte und der mich liebte. Das war mir mehr wert als all der Reichtum meiner Familie. Aber es tat weh, plötzlich nicht mehr nur über Politik zu reden, sondern selbst im Zentrum des Interesses zu stehen. Jeder redete über mich und meine Ehe. Es tat weh. Es ging niemanden etwas an, fand ich, ich war glücklich und fertig. Dummerweise sah das nicht jeder so wie ich.
Als meine Tochter geboren wurde, habe ich mir geschworen, niemals den gleichen Fehler zu begehen wie meine Eltern. Ich wollte meiner Tochter nicht erklären, dass manche Menschen besser sind als andere, nur weil sie Magie beherrschen. Ich wollte sie nicht einschränken. Ich wollte nicht, dass sie intolerant wird und auf Menschen herabblickt. Ich wollte, dass sie glücklich wird.
tbc.
Reviewantworten:
Imobilus: Vielen herzlichen Dank für deine liebe Rückmeldung! Ich freue mich riesig, dass dir die Geschichte offenbar so viel Spaß macht (und ja, du hattest bereits Reviews da gelassen, keine Bange :) Aber selbst wenn nicht, wäre das doch nicht schlimm!). Was deine Vermutungen angeht: in der nächsten Vorlesung werden uns nur ehemalige Schüler begegnen, die entweder muggelgeboren oder halb/halb sind, allerdings kein Reinblüter. Ron scheidet also aus. Und auch Harry passt viel besser in eine spätere Vorlesung. Hermione ist natürlich ein Paradebeispiel. Vielleicht haben dir ja die Anlagen noch ein paar Ideen gegeben, wer so auftauchen könnte ... Was den Dozenten angeht: richtig starke Hinweise wird es da wohl nie geben, nur immer wieder kleine Andeutungen. Und dann natürlich am Ende die Auflösung. Ich hoffe, das findest du nicht allzu furchtbar.
WanderingAlbatros: Ich muss zugeben: ich fühle mich ganz wahnsinnig geehrt, dass du was Anderes abgebrochen hast, um mein neues Kapitel zu lesen und hoffe inständig, dass dich die Geschichte auch weiterhin nicht enttäuschen wird. Mh, zur Hemdfarbenauswahl sage ich mal: unserem Dozenten ist es jedenfalls wichtig, nicht von vorneherein in eine Schublade gesteckt zu werden. Und was die Stille im Hörsaal angeht: sie fürchten ihn nicht (im Sinne von: wie man vielleicht Snape gefürchtet hat), sondern sie haben Respekt vor ihm (vergleichbar mit McGonagall). Und nein, der arme Boreas Flynn denkt nicht in Schwarz und Weiß – in meiner Vorstellung und im „Ein bisschen wie Sterben" -Universum ist der Ausdruck „sogenannte 'Blutsverräter'" für eine Geschichtsvorlesung völlig legitim, da er als Ausdruck feststeht. Das war von Boreas also nicht im Geringsten abwertend gemeint! Ich bin gespannt, ob dir das heutige Kapitel dabei geholfen hat, dir über die Identitäten unserer drei Gäste klar zu werden. Liebe Grüße!
Dea1963: Vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Schön, dass du bereits seit Anfang an mitliest und dir die Geschichte offenbar immer noch gefällt – das freut mich sehr! Was deine Vermutung angeht: Draco tut tatsächlich das, was in einer der vorherigen Anlagen angesprochen wurde: er arbeitet als Tränkemeister in der Alchimistengilde. Lucius ist (übrigens weder bei JKR noch bei mir) nicht in Azkaban, sondern lebt (nach Gefängnis- und Krankenhausaufenthalt) gemeinsam mit Narcissa in einem hübschen, kleinen Landhaus. Und Draco ist zu dem Zeitpunkt, zu dem „Ein bisschen wie Sterben" spielt, längst mit Astoria verheiratet und hat einen Sohn; er ist also an Weihnachten nicht alleine. Da geht es unserem Dozenten ein wenig anders. Aber keine Sorge, es wird immer wieder kleie Hinweise geben. Ich hoffe, dass dir die Geschichte auch weiterhin Spaß machen wird!
Zissy: Ohweia, wenn ich das so lese, traue ich mich kaum zu fragen, was du denn studierst – Geschichte wird es wohl nicht sein :) Aber, wenn es dich tröstet, bei mir an der Uni laufen die Vorlesungen auch anders ab. Naja, man wird ja noch ein bisschen träumen dürfen, wie es denn sein könnte ... Auch dir vielen herzlichen Dank für dein Review!
Mrs. Moony. Padfoot: Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung! Schön, dass es dir so gut gefällt. Ich gebe mir auch Mühe, dass sich die Kapitel recht gut aneinander fügen, immerhin stellen sie den Verlauf eines Semesters dar. Heute gibt es erst einmal die Anlagen, doch im nächsten kommen dann die Gäste zu Besuch und werden deiner Erwartung hoffentlich gerecht. Was deine Vermutung anbelangt, kann ich dir auch nur sagen: Draco arbeitet tatsächlich als Tränkemeister und nicht als Geschichtsdozent. Aber es kommen ja noch ein paar Kapiteomml und somit auch einige Hinweise.
Kleine Alraune: Herzlich Willkommen an Bord dieser Geschichte; schön, dass du sie gefunden hast und sie dir offenbar gefällt, das freut mich sehr. Ich gebe mir Mühe, jedem seine eigene Stimme zu geben, wenn ich die Interviews schreibe; es sind ja immerhin auch unterschiedliche Persönlichkeiten, die jeweils dahinter stecken. Schön, dass dir das gefällt! Tut mir Leid, dass du so lange auf ein neues Kapitel warten musstest; ich hoffe, dass die nächsten wieder schneller kommen.
