2. Die Neue

Zoey wachte auf. Sie rieb sich verschlafen die Augen und sah auf die Uhr auf ihrem Nachtisch. 6:00. Sie fragte sich, warum sie schon aufgewacht war, denn eigentlich musste sie erst in einer halben Stunde aufstehen! Und dann hörte sie den Grund für ihr Erwachen erneut. Ein lautes Krachen drang durch ihr geschlossenes Fenster. Langsam setzte sich Zoey auf und machte sich auf den Weg zum Fenster. Draußen vor dem Nachbargrundstück stand ein großer Umzugswagen und zwei Männer trugen große Kisten in das Haus. Offensichtlich hatte man das Haus, welches ein halbes Jahr leer gestanden hatte, wieder verkauft. Zoey öffnete das Fenster undlehnte sich etwas nach draußen. „Und das musste jetzt wirklich um 6:00 morgens sein?! In der Schulzeit?!", schrie Zoey und verfluchte diese Leute in Gedanken. Die Männer sahen auf und Zoey schloss das Fenster schnell und laut wieder. Normalerweise war sie nicht so unfreundlich zu neuen Anwohnern, doch sie fand, dass es berechtigt war, denn schließlich hatte man sie um 6:00 morgens geweckt!

Zoey war klar, dass sie nun nicht mehr schlafen konnte und so beschloss sie, sich etwas anzuziehen und sich für die Schule fertig zumachen. Gesagt getan. Zwanzig Minuten später verließ Zoey ihr Zimmer und machte sich auf den Weg die Treppe herunter zur Küche. Dort saß Santana schon am Küchentisch und trank Kaffee. Als ihre Tochter die Küche betrat sah sie von der Zeitung auf und lächelte. „Guten Morgen, Schatz. Warum schon so früh wach?". Zoey setzte sich mit an den Tisch und antwortete: „Morgen, Mom. Der Umzugswagen draußen." Mehr sagte sie nicht, doch Santana wusste was sie meinte. Santana ließ ihre Tochter dann lieber in Ruhe, denn sie hatte scheinbar schlechte Laune. Doch als Zoey zum Schrank ging, sich eine Tasse herausnahm und sich einen Kaffee einschenken wollte, sagte sie: „Was wird das? Kein Kaffee! Hab ich schon oft genug gesagt!". Zoey drehte sich um: „Aber Mom! Ich bin 16! Kein kleines Kind mehr!". „Ich habe Nein gesagt!", meinte Santana und ihre Tochter verdrehte genervt die Augen und stellte die Tasse wieder zurück. Santana lächelte zufrieden und als Brittany die Treppe herunter kam, wurde das Lächeln noch breiter. „Guten Morgen, Schatz!", wiederholte Santana und Brittany lachte: „Guten Morgen!". Dann kam sie die letzten Stufen herunter und küsste ihre Tochter auf die Stirn. „Warum schon so früh wach, Süße?", fragte Brittany dann. Bevor Zoey antworten konnte, tat es Santana: „Der Umzugswagen!". Brittany musste lachen, schüttelte leicht den Kopf und drehte sich zum Kaffee um. Zoey sah auf und fragte Brittany: „Mom, krieg ich einen Kaffee?". Ruckartig sah Santana auf und wartete auf Brittany's Antwort. „Warum nicht?", sagte Brittany und füllte eine Tasse für ihre Tochter. Diese stand auf um sich den Kaffee zu holen und sah noch aus den Augenwinkeln wie Santana den Kopfschüttelte und weiter Zeitung las.

Dann war es Zeit sich auf den Weg zur Schule zu machen und gerade als Zoey die Tür schloss hörtesie noch wie Santana zu Brittany sagte: „Ich hab ihr gesagt sie darf keinen Kaffee trinken! Sie ist noch zu jung!". Zoey musste lächeln.

Als sie an der Bushaltestelle ankam, sah sie Liam schon von weitem auf sie zu kommen. Man erkannte ihn sofort an seinem strohblonden Haar und den markanten Gesichtszügen. Er war etwas größer als Zoey und braun gebrannt von seinem letzten Urlaub in Spanien. „Hey Süße!", rief er und kam freudestrahlend näher. „Hi Liam!", sagte Zoey, bevor er sie in seine Arme zog und leidenschaftlich küsste. Als sie sich wieder von einander lösten sah Zoey lange in Liam's eisblaue Augen. Er sah einfach fantastisch aus, das stellte sie jedes Mal, wenn sie ihn sah, fest.

Als sie in der Schule ankamen, musste Zoey zu Biologie also teilte sich das Paar. Also Zoey den Raum betrat fiel ihr sofort etwas auf. Ein Mädchen in der hintersten Reihe. Sie war neu, keine Frage. Zoey hatte sie noch nie gesehen und doch kam ihr das Mädchen sympathisch vor. Zoey stellte fest, dass sie hübsch war. Sie hatte rote lange Haare und plötzlich sah sie auf. Dunkel grüne Augen, Grasgrün. Eine Wahnsinnsmischung!, dachte Zoey. Sie wusste nicht wo das auf einmal herkam und dann wurde ihr bewusst, dass sie bestimmt schon zwei Minuten ihn der Tür gestanden hatte. Also bewegte sie sich auf ihren Platz zu, etwa in der Mitte des Klassenzimmers.

Den ganzen Unterricht konnte sich Zoey nicht konzentrieren, ständig drehte sie sich zu der Neuen um und wusste nicht einmal wieso. Sie war ja nichts besonderes, mal davon abgesehen, dass rote Haare hier an der Highschool wirklich selten waren. Als es dann schließlich klingelte, beschloss Zoey die Neue kennenzulernen. Also stand sie auf und bevor die Neue aus dem Zimmer verschwinden konnte, ging sie zu ihrem Platz hinüber. „Hey. Du bist neu hier, richtig?", fragte Zoey und sah sie an. Die Andere lächelte unsicher und meinte: „Ja. Mein erster Tag hier." Dann sah sie wiederauf ihre Tasche, obwohl sie eigentlich schon alle ihre Sachen eingepackt hatte. „Also.. Ich bin Zoey!". Zoey lächelte die Neue nun aufmunternd an und diese sagte schließlich: „Mein Name ist Ariana. Schön dich kennenzulernen, Zoey!".

Wie Zoey und Ariana feststellten, hatten sie fast den gleichen Stundenplan. Also gingen sie zum nächsten Zimmer und Ariana meinte: „Ich hab schon von dir gehört, Zoey." Als diese Ariana fragend ansah, fügte sie hinzu: „Wir sind eure neuen Nachbarn! Und mein Vater und mein Bruder hatten heute schon eine nette kleine Begegnung mit dir!". „Oh nein! Tut mir Leid. Ich mag es nur einfach nicht so früh geweckt zu werden!", Zoey war die ganze Sache peinlich. Doch zum Glück nahm Ariana ihr das nicht übel und schlug stattdessen vor, dass sie sich ja heute Nachmittag treffen könnten.