3. Das Treffen
Zoey lag auf ihrem Bett. Sie hatte ein schlechtes Gefühl wegen Liam. Eigentlich hatten sie sich verabredet, doch Zoey hatte abgesagt, wegen dem Treffen mit Ariana. Zoey wusste nicht, warum sie zugesagt hatte. Sie hatte sich auf das Treffen mit Liam gefreut, doch als Ariana gefragt hatte, war das nicht mehr so wichtig gewesen. Liam hatte gesagt, dass es okay sei und doch hatte sie ein schlechtes Gefühl. Und dann dachte sie daran, dass Ariana in wenigen Minuten hier sein würde und plötzlich verwandelte sich das schlechte in ein gutes Gefühl. Warum konnte sie nicht sagen. So lag sie noch eine Weile lächelnd auf ihrem Bett und starrte an die Decke. Sie dachte darüber nach, worüber sie mit Ariana reden sollte und was sie machen könnten, bis plötzlich jemand an ihre Tür klopfte. Kurz fragte Zoey sich, ob sie sich das Klopfen nur eingebildet hatte, denn es war nur sehr leise gewesen, doch dann öffnete sich die Tür einen Spalt breit und Ariana streckte ihren Kopf ins Zimmer. „Hey Zoey, darf ich reinkommen?", fragte sie schüchtern. „Ja klar, komm rein!", antwortete Zoey sofort und lächelte sie an. „Wie bist du ins Haus gekommen?", wollte Zoey wissen. „Deine Mutter hat mich reingelassen.. Also eine von beiden..", erklärte Ariana leicht verunsichert, während sie nach einer Möglichkeit suchte, sich hinzusetzen. Da sie dabei aber offenbar keinen Erfolg hatte, blieb sie mitten im Raum stehen und sah Zoey an. „Willst du da jetzt wirklich stehen bleiben?", fragte diese leicht verwirrt. „Setz dich doch lieber mit zu mir aufs Bett, ist um einiges bequemer." Zoey rutschte leicht zur Seite, sodass Ariana genug Platz hatte, sich zu setzen. Zoey war in der kurzen Zeit, in der sie Ariana jetzt kannte, noch nie so richtig aufgefallen, wie wunderschön ihre langen roten Haare eigentlich aussahen. Vor allem, wie sie so in der Sonne glitzerten. Außerdem passten sie einfach perfekt zu ihren strahlenden grünen Augen, die sie nun ausgiebig betrachteten. ‚Was denk ich denn da?', dachte Zoey. Langsam wurde es echt verwirrend für sie. Zoey merkte, dass Ariana wohl aufgefallen war, dass sie sie lange ansah und fragte Ariana, um die peinliche Stille zu überbrücken: „Also.. woher kommst du eigentlich?" Ariana sah ihr nun direkt in die Augen. „Wir haben vorher in einer kleineren Wohnung in New York gelebt, aber mein Dad hat jetzt einen Job hier in Ohio gefunden, also ist unsere ganze Familie hergezogen. Außerdem hatten wir keine Lust mehr auf den vielen Verkehr und den ständigen Lärm in New York und mussten da einfach mal raus. Deshalb sind wir hier." „Wow, also eine echte New Yorkerin!", staunte Zoey, „meine Moms haben mir schon viel über diese Stadt erzählt, aber ich war noch nie da.." „Naja, so besonders ist es nun auch wieder nicht..", erzählte Ariana, „Ich würde viel lieber mehr über deine Heimat erfahren! Wie ist es hier so?" „Ach eigentlich ganz gewöhnlich, wie in jeder anderen Stadt halt auch. Aber wenn du willst, führ ich dich hier ein bisschen rum und zeig dir meine Lieblingsecken..", schlug Zoey vor. „Ja, das ist eine super Idee!", Ariana sprang lächelnd auf. „Ich muss nur noch kurz rüber meinen Eltern Bescheid sagen und dann können wir los!" Zoey musste lachen, weil Ariana so plötzlich aufgesprungen war. „Ok dann bis gleich!", rief Zoey ihr noch hinterher, als sie schon fast außer Hörweite war. ‚Das könnte wirklich witzig werden', freute sie sich und schnappte sich ihre Jacke, um unten vor dem Haus auf Ariana zu warten. Zwei Minuten später kam sie auch schon wieder und Zoey zog sie mit sich die Straßen entlang. Sie blieben ziemlich oft stehen, da Zoey so gut wie jede einzelne Ecke der Stadt kannte und Ariana alles ganz genau zeigen wollte. An einem kleinen See im Park fanden sie eine Bank und setzten sich für eine Weile, da die Sicht auf das Wasser vor ihnen einfach unbeschreiblich war. Wenig später kamen sie schließlich auch an Zoeys Lieblingspizzeria vorbei und beschlossen, sich noch etwas zu essen zu bestellen. Als sie den Laden eine gute Stunde später wieder verlassen hatten, merkten sie, dass es draußen schon langsam dunkel wurde. „Ich bin der Meinung, wir sollten wieder nach Hause gehen. Hier im Dunkeln sehe ich doch sowieso nichts von der Gegend.", schlug Ariana vor. „Ja ist wahrscheinlich besser..", sagte Zoey. Und so machten sich die beiden Mädchen auf den Rückweg. Sie mussten ungefähr eine halbe Stunde laufen, da sie ziemlich weit weg von ihren Häusern gewesen sind. Sie redeten währenddessen nicht viel miteinander, doch Zoey sah immer wieder zu Ariana. Sie konnte sich selber nicht erklären warum, doch sie konnte ihre Augen einfach nicht von ihr lassen. Dabei bemerkte Zoey, dass Ariana ebenfalls ständig herüber sah und musste unweigerlich lächeln. Und als sie schließlich wieder in ihrer gewohnten Umgebung ankamen, war es nun auch komplett dunkel. „Willst du noch eine Weile bleiben?", fragte Zoey, „meine Eltern hätten bestimmt nichts dagegen." Zoey und Ariana blieben vor Zoey's Haus stehen. „Ich würde wirklich gerne noch ein bisschen mit rein kommen, aber ich soll abends wieder zu Hause sein, sonst machen sich meine Eltern nur Sorgen um mich. Aber es war wirklich ein wunderschöner Nachmittag mit dir!", sagte Ariana. „Fand ich auch!", freute sich Zoey, „Und wir sehen uns ja morgen in der Schule. Vielleicht können wir uns ja auch mal wieder treffen wenn wir Zeit haben..", sagte sie hoffnungsvoll. „Ja, das wäre echt schön.", lächelte Ariana, bevor sie Zoey zur Verabschiedung umarmte und sich dann umdrehte und rüber in ihr eigenes Haus ging. Zoey sah ihr noch eine Weile nach, bis Ariana nicht mehr zu sehen war und ging dann ebenfalls ins Haus. Sie hatte während der Zeit mit Ariana keinen Gedanken an Liam verschwendet, was sonst nie vorkam.
