4. Ungeplant

„Hey Ariana! Wie siehts aus, wollen wir heute baden gehen? Ich kenn da so eine abgelegene Bucht! Ist wirklich schön und es sind nur selten Leute da!", fragte Zoey, als sie und Ariana das Klassenzimmer verließen. Ariana drehte sich zu Zoey um und sagte: „Würde mich freuen. Also bis später!", rief Ariana noch bevor sie sich umdrehte und in entgegengesetzte Richtung verschwand. Zoey freute sich sehr, dass Ariana zugesagt hatte. Sie wollte sowieso baden gehen, da es zur Zeit ziemlich warm war und auch bald die Sommerferien anfangen würden. Mit einem Lächeln im Gesicht ging sie zu ihrem nächsten Kurs.

„Wo willst du denn so schnell schon wieder hin?", fragte Brittany, als Zoey die Treppe hinunter gerannt kam. „Ich gehe mit Ariana baden! Ich bin schon spät dran, also bis später, Mom!", rief Zoey und verschwand aus der Tür. Ihre Mutter sah ihr kopfschüttelnd, aber auch lächelnd hinterher. Sie freute sich, dass ihre Tochter eine gute Freundin gefunden hatte. Draußen wartete Ariana schon auf Zoey. „Du bist spät dran.", bemerkte sie fröhlich. „Jaja ich weiß.", meinte Zoey, „Können wir jetzt los?". Ariana nickte und die Beiden liefen die Straße runter Richtung See. Zoey führte ihre Freundin einen Feldweg entlang und schließlich bog die auf einen kleinen Pfad in den Wald. Ariana wusste, dass hinter dem Wald der See lag und folgte Zoey deshalb ohne Wiederworte. Der Pfad sah wirklich so aus, als würde er nur selten benutzt werden und als die beiden Freundinnen schließlich den See erreichten, stellte Ariana fest, das es wirklich eine schöne, abgelegene Ecke war. „Hier würde uns nie jemand finden.", meinte Zoey und sah Ariana dabei an. „Ich weiß.", antwortete diese und lachte. Die Sonne brannte und nirgends war eine Wolke am Himmel zu entdecken. „Wir sollten ins Wasser gehen!", schlug Zoey vor und Ariana stimmte zu. Als Diese dann im Bikini vor Zoey stand, musterte Zoey ihre Freundin von oben bis unten. Es war nicht zu bestreiten, dass Ariana einen tollen Körper hatte und Zoey konnte kaum die Augen von ihr abwenden. Sie schien es selbst nicht einmal zu bemerken.

Die Beiden waren in der Zwischenzeit richtig gute Freunde geworden und so lachten sie und hatten zusammen Spaß.

Langsam fing es an zu dämmern. Doch es war noch genauso warm wie am Mittag und so waren Zoey und Ariana immer noch im See. „Ariana?", rief Zoey, weil sie diese nirgends sehen konnte. Sie war getaucht und bis jetzt noch nicht wieder aufgetaucht. Zoey drehte sich suchend um sich selbst, doch Ariana war nirgendwo zu sehen. Langsam bekam Zoey Panik, doch plötzlich tauchte Ariana hinter ihr auf und erschreckte Zoey heftig. Diese drehte sich zu Ariana um und erschreckte noch ein zweites Mal, weil Ariana so dicht hinter ihr gestanden hatte. Sie standen jetzt so nah beieinander, dass Zoey die Wärme, die von Ariana ausging, spüren konnte. Die Beiden sahen sich tief in die Augen. So standen sie eine Weile im Wasser, das ihnen bis zum Bauch reichte und beide waren unfähig zu sprechen oder sich zu bewegen. Zoey fiel einmal mehr auf, dass Ariana wunderschön war. Ihre roten Haare klebten an ihrem Rücken und die Wassertropfen perlten von ihrer braun gebrannten Haut ab. Dieser eine Moment schien Ewigkeiten anzudauern, bis Zoey sich schließlich leicht nach vorne lehnte und mit ihren Ariana's Lippen berührte. Sie hatte aus einem Impuls heraus gehandelt und bevor sie darüber nachdenken konnte, küsste sie Ariana vorsichtig. Diese wich jedoch nicht zurück. In Zoey breitete sich ein gutes Gefühl aus, doch dann realisierte sie, was sie gerade tat und machte abrupt einen Schritt nach hinten. „Ich.. Es tut mir Leid.. Ich.. Ich weiß nicht was das war..", stammelte Zoey und wollte noch einen Schritt nach hinten machen, doch Ariana hielt sie zurück. Sie fasste Zoey's Hand und zog sie wieder an sich, um sie leidenschaftlich zu küssen. Zoey stieß Ariana heftig zurück und sah sie entsetzt an. Sie machte ein paar Schritte nach hinten und sagte: „Ich sollte jetzt gehen." Damit ging sie schnell zum Strand zurück, packte hastig ihre Sachen und lief schnell den Weg entlang zum Feldweg. Ariana stand noch lange im Wasser ohne sich zu bewegen. Sie konnte nicht fassen, dass Zoey sie so einfach weggestoßen hatte. Langsam tropfte ihr die erste Träne vom Kinn.

Was war da passiert? Diese Frage stellte sich Zoey immer wieder. Es war nur ein dummer Unfall, redete sie sich ein, doch sie wusste, dass das nicht stimmte. Sie hatte Ariana geküsst und das war kein Zufall. Sie hatte ein gutes Gefühl dabei gehabt, man konnte sogar sagen, dass es ihr gefallen hatte. ‚Aber das ist doch nicht möglich! Ich liebe doch Liam!', dachte sie immer und immer wieder. Zoey konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie erreichte die Straße. Zoey rannte weiter, ohne auf die Leute zu achten, die sich verwundert nach ihr umdrehten. Ihr war schon vorher aufgefallen, dass sie sich irgendwie komisch Ariana gegenüber verhalten hatte, doch sie hatte sich nie genauer darüber Gedanken gemacht. Und jetzt spürte sie tief in sich das Gefühl, umkehren zu wollen. Zurück zu Ariana und sie einfach weiter zu küssen. Zoey wehrte sich gegen dieses Gefühl und lief einfach weiter. Sie wollte nicht so fühlen! Sie wollte die Zeit zurück drehen, Ariana nie kennenlernen und mit Liam glücklich werden. Bei diesem Gedanken fing Zoey an zu weinen. Sie wusste, dass es nicht möglich war und sie spürte, dass ihr Herz das auch nicht mehr wollte.

Zoey erreichte das Haus ihrer Eltern. Sie riss die Tür auf und stürzte die Treppe hinauf. Dabei bemerkte sie nicht, wie Santana, die am Küchentisch saß, fragte: „Wie wars, Schatz?". Zoey schlug die Tür ihres Zimmers heftig hinter sich zu und als sie in ihrem Zimmer stand, brach sie auf dem Boden zusammen und fing an hemmungslos zu weinen. Sie hatte das alles nie gewollt.