6. Einen Schritt zu weit

Es kam Zoey vor wie eine Ewigkeit, in der sie einfach nur den Moment genossen hatte, bis Ariana ihre Hand griff und sie ohne ein Wort zu sagen mit ins Haus zog. Zoey war bis jetzt noch nie hier gewesen, doch Zeit sich alles genau anzusehen hatte sie später noch genug. Jetzt zählten nur Ariana und sie. In ihrem Zimmer angekommen ging Zoey direkt auf das große Bett zu, während Ariana noch schnell die Tür abschloss. Dann ließ sie sich neben Zoey fallen, sodass diese mit nach hinten gezogen wurde und nun fast auf ihr drauf lag. Doch Zoey dachte gar nicht daran, sich wieder neben Ariana zu legen, stattdessen rutschte sie nun komplett auf sie drauf. Ariana entfuhr nur ein leises stöhnen, als sie Zoey's Körper auf ihrem spürte und dann hielt sie es nicht mehr aus. Sie wollte Zoey hier und jetzt!

Am nächsten Morgen wurde Zoey durch die ersten Sonnenstrahlen geweckt, die ihr Gesicht trafen. Langsam öffnete sie die Augen und kurz musste sie überlegen, ob das alles, was passiert war nur ein Traum war oder ob sie gestern Abend wirklich mit ihrer besten Freundin geschlafen hatte. Doch dann spürte sie Ariana's Atem direkt neben ihrem Ohr und da sie hatte ihre Antwort. Vorsichtig hob sie ihre Hand, um damit leicht über Ariana's Arm zu streichen, woraufhin auch diese ihre Augen öffnete und Zoey anlächelte. Plötzlich fiel Zoey ein, dass ihre Eltern nicht wussten, dass sie hier übernachten würde und sie sagte, dass sie schnell wieder gehen müsse. Doch Ariana gab ihr nur einen Kuss auf die Stirn und sagte, dass sie sich beruhigen solle und ihre Eltern ihnen wahrscheinlich schon längst mitgeteilt hätten, dass sie bei ihnen wäre. Dann nahm sie Zoey in ihre Arme und flüsterte ihr ins Ohr: „Und, wie fandst du die letzte Nacht?" „Wunderschön!", entgegnete Zoey. „Es war ja das erste Mal, dass ich mit einem Mädchen.. naja du weißt schon.. Aber ich hätte es mir nicht besser vorstellen können. Es war einfach der Wahnsinn!" Ariana grinste sie an und sagte: „Geht mir genauso, Süße."
Nachdem sie eine Weile einfach nur eng aneinander gekuschelt im Bett lagen, stand Ariana plötzlich auf und meinte, sie ginge Frühstück holen. Sie zog sich schnell eine Hose und ein T-Shirt an. Als sie aus dem Raum verschwunden war, stieg auch Zoey aus dem Bett und zog sich an. Dann holte sie ihr Handy aus der Tasche und sah auf das Display. 4 Anrufe in Abwesenheit. Sie tippte darauf, um zu sehen, von wem sie waren und als sie den Namen der Person sah, verließen sie alle guten Gefühle, die sie soeben noch bei Ariana gespürt hatte und Schuldgefühle stiegen in ihr auf. Durch das ganze Chaos mit Ariana hatte sie ihren Freund Liam komplett vergessen! Sie kam sich mies vor. Und dann kam ihr ein Gedanke, der ihr ein noch schlechteres Gefühl verlieh: Sie hatte ihn betrogen! Mit einem Mädchen! Sie wusste nicht was sie tun sollte und in diesem Moment kam Ariana zurück ins Zimmer. „Hey, Süße. Ich hab Frühstück gemacht.", sagte sie und lächelte. „Ich sollte gehen!", rief Zoey hastig und stürmte aus dem Zimmer. Auf halbem Weg nach Draußen, fragte Ariana, die ihr gefolgt war: „Was? Warum?". Zoey erreichte die Tür und sagte nur noch: „Wegen Liam." Und schon war sie verschwunden. ‚Liam', dachte Ariana. ‚Er ist wohl ihr Freund.' Und plötzlich war Ariana zum Weinen. Sie stieg die letzten Stufen der Treppe hinab, lehnte sich gegen die geschlossene Tür und rutschte daran herunter. Zoey hatte einen Freund und sie hatte ihn mit keinem Wort erwähnt. Bei diesem Gedanken fing Ariana an zu weinen.

Als Zoey das Grundstück verlassen hatte, hörte sie auf zu rennen. Sie lief langsam die wenigen Meter bis zu ihrem eigenen Haus rüber und dachte dabei über alles nach, was in den letzten Tagen passiert war. Sie dachte an Ariana, die sie gerade einfach stehen lassen hatte, ohne ihr zu erklären, warum sie gehen musste und ohne ihr zu sagen, dass sie eigentlich mit Liam zusammen war. Dann überlegte sie auch, wie sie Liam erklären sollte, dass sie ihn gerade betrogen hatte. Denn anlügen wollte sie ihn auf keinen Fall, soviel war ihr klar. Langsam öffnete sie die Haustür und sah in den Flur, um zu sehen, ob ihre Eltern da waren. Denn was sie jetzt machen würde, war nicht gerade einfach. Brittany und Santana saßen beide im Wohnzimmer und unterhielten sich gerade über irgendetwas, als Zoey den Raum betrat. Als sie ihre Tochter bemerkten, blickten sie auf und fragten, warum sie denn erst jetzt nach Hause käme. Zoey sah die beiden nur ernst an und sagte zögerlich: „Ich kann euch doch immer alles erzählen oder? Es gibt da etwas, dass ihr vielleicht wissen solltet.."