8. Neuigkeiten

Zoey fühlte sich wohl. Sie lag in Ariana's Armen, auf Ariana's Bett. Diese streichelte sie leicht am Arm und die letzten Strahlen der untergehenden Sonne fielen durch das Fenster. Alles in allem eine romantische Stimmung. „War es schwer?", fragte Ariana unvermittelt. „Was?", Zoey wusste nicht wovon Ariana sprach und diese antwortete: „Na mit Liam Schluss zu machen!" Zoey starrte auf ihre Hände. „Ähm.. Es ging schon.. Er hat es gut aufgenommen.. Wir sind aber noch Freunde.", sagte sie nur. Ariana sah sie liebevoll an: „Du weißt gar nicht, wie glücklich ich darüber bin, dass wir jetzt richtig zusammen sein können! Aber trotzdem will ich nicht, dass es jemand erfährt." Dazu sagte Zoey nichts. Sie lächelte nur träge ihren Händen entgegen. „Wir sollten jetzt nicht darüber reden", meinte dann Ariana, „Wie wärs mit einem Film? Titanic?" Zoey antwortete: „Film ist gut aber bitte nicht Titanic! Den kenn ich auswendig! Meine Mom will den ständig sehen!" Die beiden Mädchen fingen heftig an zu lachen als Ariana mehr zum Spaß fragte: „Welche von beiden?". Schließlich legten sie irgendeinen älteren Film ein und machten es sich auf dem Bett bequem. Doch viel von diesem Film bekamen sie nicht mit, da sie viel bessere Beschäftigungen fanden. Sie küssten sich so lange, das sie ab und zu Pausen einlegen musste, damit sie nicht erstickten und sie genossen beide diese ungestörten schönen Momente zusammen.

Schließlich entschloss Zoey sich nach Hause zu gehen, sehr zum Missfallen von Ariana. Am liebsten hätte sie die ganze Nacht so weiter gemacht.

Zoey lag auf ihrem eigenen Bett, ihre Eltern waren schon schlafen gegangen. Dann klingelte ihr Handy. Eine Nachricht. Von Liam. Auf dem Display stand: „Hey, Süße! Ich hoffe du schläfst noch nicht, denn ich wollte dir noch eine wunderschöne Nacht wünschen und dass du schön von mir träumst! Dein Liam". Als Zoey das las, über kam sie ein schlechtes Gefühl. Ihr war übel. Sie hatte Ariana angelogen. Sie hatte nicht mit Liam Schluss gemacht. Sie war auf dem Weg zu ihm und als sie dann vor ihm stand und in seine wunderschönen klaren Augen sah, konnte sie es einfach nicht. Sie hatten so viel zusammen durchgemacht, sie konnte ihm das nicht antuen! Ihr war klar, dass sie Scheiße gebaut hatte. Sie konnte doch nicht mit beiden gleichzeitig zusammen sein! Oder konnte sie das doch? Sie dürften nur nichts von einander erfahren. ‚Theoretisch würde es schon gehen', überlegte Zoey. ‚Aber nur solange, bis ich mich für einen der Beiden entschieden habe.' Ich weiß, dass ich mit Ariana glücklich werden will, ich kann aber Liam nicht loslassen. Hieß das, dass sie beide liebte? War das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie sollte es dann weiter gehen? Letztendlich würde sie sich entscheiden müssen, und zu lange durfte sie auch nicht warten, sonst würde sie beide verlieren. Zur Zeit brauchte sie jedoch die weichen Lippen Ariana's genauso sehr, wie die starken Arme von Liam. Ihr tat es weh, dass sie so beide belog, und irgendwie auch sich selbst, doch sie wusste keinen anderen Rat. Sie würde es irgendwann spüren, dachte sie, doch ob das stimmte konnte sie nur hoffen.

Am nächsten Tag war wieder Glee Club. Als Zoey und Liam im Show-Chor-Raum ankamen, waren Mr. Hudson und Mr. Puck schon da. Sie standen am Klavier und besprachen irgendetwas. Als dann schließlich alle da waren und es klingelte, drehten sie sich zu den Schülern um und Mr. Hudson fing an zu sprechen: „Leute, wir haben euch eine große Sache anzukündigen! Wir waren ein Schulmusical aufführen!" Mr. Puck drehte sich zu Tafel um und schrieb ganz groß darauf: ‚West Side Story'. Alle begannen aufgeregt zu tuscheln und sich zu freuen. „Das Vorsprechen beginnt am Donnerstag und ich würde mich sehr freuen, ein paar von euch in den Hauptrollen zu sehen!", sagte Mr. Puck. Mr. Hudson nickte und schrieb unter die Überschrift einige Namen. Dann zeigte er darauf und sagte: „Also, wir brauchen Maria, Tony, Bernado, Anita und Riff. Wir haben auch einige Nebenrollen, wie Consuela oder Chino." Den Rest der Stunde sprachen sie über die Auswahl der Songs für die Sectionals. Doch keiner konnte sich wirklich darauf konzentrieren.

„Für welche Rolle willst du vorsprechen?", fragte Zoey und öffnete ihr Schließfach. „Ich weiß noch nicht. Vielleicht für Riff.", sagte Liam. „Riff?! Du könntest glatt Tony sein! Du hast echt eine Hauptrolle verdient!" „Naja, ich weiß nicht. Und was ist mit dir? Maria, oder?", fragte Liam und lehnte sich gegen die Wand. „Ja ich denke, ich werde ‚I feel pretty' singen." „Schöner Song", bemerkte Liam, „Aber auch ziemlich schwer.." „Ich weiß", stimmte Zoey ihm zu, „ich hoffe wirklich ich bekomme die Rolle. Du weißt ja, die anderen singen auch verdammt gut. Es könnte also echt schwierig für mich werden." Als Liam den verunsicherten Blick seiner Freundin sah, versuchte er sie zu beruhigen. „Keine Angst Zoey, du bist die geborene Maria. Da haben die anderen doch gar keine Chance mehr!" Zoey wusste, wie gut Liam darin war, andere Leute und vor allem sie aufzumuntern und musste lächeln. „Du wirst das Vorsingen rocken!" sagte Liam und zog sie in eine Umarmung. Genau in diesem Moment hatte auch Ariana Schulschluss und kam um die Ecke. Eigentlich war sie nur hier, um auf Zoey zu warten und wie immer mit ihr nach Hause zu gehen. Doch als sie sie und Liam Arm in Arm auf dem Gang sah blieb sie sofort stehen. Zoey hatte ihr zwar immer wieder gesagt, dass sie und Liam nur Freunde seien, doch Ariana fühlte trotzdem jedes Mal die Eifersucht in ihr, wenn sie die beiden gemeinsam sah. Glücklicherweise hatten sie sie noch nicht bemerkt, deshalb beschloss Ariana sich einfach wieder umzudrehen und allein nach Hause zu gehen. Zoey war ja augenscheinlich sehr beschäftigt.

Noch am selben Nachmittag verabredeten sich Zoey und Liam, um gemeinsam ihre Songs für das große Vorsingen in der nächsten Woche zu üben. Als Zoey pünktlich zur ausgemachten Zeit die ihr so vertraute Einfahrt betrat, kam Liam schon strahlend auf sie zugelaufen. „Hey Zoey! Weißt du eigentlich, dass es schon eine Ewigkeit her ist, seit du das letzte Mal hier warst!?" Waren seine ersten Worte, die Zoey etwas überraschten. „Ja ich weiß", versuchte sie sich rauszureden, „hatte in der letzten Zeit ziemlich viel um die Ohren, du weißt ja, unsere neuen Nachbarn.. Ich habe ihnen ein bisschen geholfen sich hier zurecht zu finden und so..", ‚was ja auch irgendwie stimmt', dachte sich Zoey und versuchte so unschuldig wie nur möglich zu gucken. „Schon gut", sagte Liam. „Wir gehen besser erst mal rein, damit wir mit der Auswahl meines Songs beginnen können." „Du weißt immer noch nicht, welchen Song du singen willst?", fragte Zoey auf dem Weg in sein Zimmer und sah ihn von der Seite an. „Nein, aber dafür habe ich ja jetzt dich!", grinste Liam, während er Zoey die Tür aufhielt. Sie verbrachten gut eine halbe Stunde damit, darüber zu diskutieren, welcher Song der Beste wäre. Denn Zoey war der Meinung, dass er mit ‚Something`s coming' die größten Chancen hatte, doch Liam war der Überzeugung, er könnte mit ‚Cool' am meisten punkten. So stritten sie weiter, bis Zoey schließlich nachgab und Liam seinen Song singen ließ. Den Rest des Nachmittags probten sie gemeinsam ihre Lieder und gaben sich hin und wieder Tipps, was der andere noch verbessern könnte. Einmal hatte Liam die letzte Note seines Songs mit Absicht so schief gesungen, dass Zoey einen Lachkrampf bekam und für mehrere Minuten nicht mehr aufhören konnte, sich über ihren Freund lustig zu machen. Sie hatte durch die ganze Sache mit Ariana völlig vergessen, wie süß und witzig Liam eigentlich war. Die Stunden vergingen wie Minuten, doch kurz nach 8 vibrierte Zoeys Handy. „Meine Mom meint, ich soll wieder nach Hause kommen, da es gleich Essen geben wird.", sagte Zoey traurig, als sie auf ihr Display geschaut hatte. „Nicht so schlimm", meinte Liam und nahm Zoeys Hand. „Wir sind mittlerweile so gut, dass wir die anderen im Schlaf besiegen werden! Außerdem sehen wir uns ja auch morgen in der Schule wieder." Damit gab er ihr einen kurzen Kuss und sie verabschiedeten sich. „Danke, dass du mir bei meinem Song geholfen hast!", rief Zoey ihm zu, als sie den Weg zur Straße hinunter ging und Liam ihr noch von der Haustür aus nachsah. Dann bog sie um die Ecke und machte sich auf den Weg zu ihrem Haus.