13. Gedanken
Die nächsten Tage verliefen für Zoey wie die Hölle auf Erden. Sie konnte sich weder auf die Schule konzentrieren, da ihr Ariana 24h am Tag im Kopf rumschwirrte, noch auf die Probe für die Aufführung von West Side Story, in der sie die Hauptrolle bekommen hatte.
Also blieb ihr nichts anderes übrig, als zu warten und die einzelnen Stunden über sich ergehen zu lassen. Natürlich nutzte sie jede einzelne Pause, um nach Ariana zu suchen, doch diese ging ihr seit Tagen erfolgreich aus dem Weg, was Zoey an den Rand der Verzweiflung brachte.
Noch am selben Nachmittag beschloss sie, ihre Nachbarin besuchen zu gehen und hoffte so, ein wenig mit ihr reden zu können. Pünktlich um 3 Uhr verließ sie die Schule, ging so schnell wie nur möglich nach Hause und achtete auch nicht weiter auf Brittany, die sie nur verwundert ansah und wissen wollte, wo sie den so eilig hin müsse. „Ich geh rüber zu Ariana!", rief sie ihrer Mutter zu, bevor die Tür hinter ihr ins Schloss fiel.
Kurze Zeit später stand sie vor ihrem Haus und blickte auf die kleine Klingel vor ihr, unsicher, ob sie sie drücken sollte. Vielleicht kam ja jemand raus, der ihr sagen konnte, ob Ariana da war. Doch so lang wollte sie nicht warten. ‚Du musst da durch! Du liebst sie, also kämpf um sie!', sagte Zoey sich immer wieder und schließlich hatte sie sich wirklich dazu gebracht, zu klingeln. Als Schritte im Flur zu hören waren, bekam sie Panik. Zoey wollte schon wieder umdrehen und einfach gehen, doch in diesem Augenblick öffnete jemand die Tür. Ariana hatte die Arme verschränkt sah sie fragend an. „Du hast zwei Minuten.", fauchte sie.
„Die reichen mir!", sagte Zoey schnell, bevor Ariana es sich doch noch einmal anders überlegte. „Ich bin nur hier, um mich bei dir zu entschuldigen und dir zu sagen, dass ich dich wirklich liebe. Ich habe Liam gesagt, dass ich mich für dich entschieden habe." Unsicher biss sie sich auf die Lippe, da Zoey nur hoffen konnte, dass sie ihre Entschuldigung annehmen würde. „Du liebst mich?", war Ariana's Kommentar, „dann beweis es mir!". Damit knallte sie Zoey die Tür vor der Nase zu und verschwand im Haus.
Zoey öffnete verschlafen ihre Augen und sah sich um. Der nächste Morgen kam einfach viel zu schnell. Sie hatte die halbe Nacht damit verbracht, sich von einer Seite auf die andere zu drehen und zu überlegen, wie sie Ariana beweisen sollte, dass sie sie liebte.
Zoey spielte mit dem Gedanken, es einfach in die Welt zu schreien. Doch als ihr einfiel, dass Ariana einmal gesagt hatte, wie froh sie war, dass niemand von ihr und Zoey wusste, schob sie diesen Gedanken für's Erste zur Seite.
Außerdem war da noch West Side Story, das Schulmusical, indem sie die Hauptrolle hatte und somit die andere Hauptrolle -Liam- küssen musste. Vielleicht sollte sie das Stück Ariana zu liebe verlassen. Aber was würden ihre Mütter dann von ihr denken? Sie hatten sich doch so darüber gefreut, dass Zoey die Rolle der Maria übernehmen durfte. Außerdem konnte sie die Anderen nicht im Stich lassen! Man würde keine neue Besetzung für die Maria auf die Schnelle finden.
Es war zum Verzweifeln. Und egal, wie Zoey die Gedanken hin und her schob, sie kam einfach zu keinem Entschluss. Und so langsam verließ sie auch die Vorfreude auf die kommenden Tage und Wochen.
Noch immer nicht ganz wach zog sie sich an und frühstückte wenig später gemeinsam mit ihren Müttern. In Gedanken war sie immer noch bei Ariana und leider kein Stück weiter als letzte Nacht. Mit einem unguten Gefühl im Bauch machte sie sich schließlich auf den Weg zur Schule und hoffte dabei wirklich, dass dien Schulzeit schnell und ohne größere Zwischenfälle verging.
Zoey hatte Glück. Ariana war nicht in der Schule gewesen und Liam ignorierte sie zwar noch immer, doch wenigstens bekam sie so mehr Zeit, sich zu überlegen, was sie nun wegen der beiden tun sollte.
Auch die nächsten Tage verliefen ähnlich. Liam würdigte sie noch immer keines Blickes und Ariana ließ sich seit Montag gar nicht mehr blicken.
Zu allem Unheil rückte auch die Aufführung immer näher. Doch so seltsam es klingen mag, auch das hatte seine guten Seiten. Wenn Zoey nicht in der Schule oder bei Freunden war, verbrachte sie die Nachmittage damit, sich darauf zu konzentrieren, ihren Text zu lernen, was ziemlich wenig Platz für Gedanken an Ariana ließ. Dennoch schaffte es hin und wieder einer in ihren Kopf und jedes Mal stand Zoey die Nervosität ins Gesicht geschrieben, wenn sie daran dachte, Liam vor der gesamten Schule und wahrscheinlich auch Ariana küssen zu müssen.
