15. Weiße Betten

Die Scheinwerfer strahlten ihr ins Gesicht, das Publikum applaudierte, die Musik begann zu spielen. Wie in Trance verkörperte Zoey die Rolle der Maria. Alles, woran sie in diesem Augenblick denken konnte, war, dieses Musical so schnell wie möglich und am besten ohne sich zu blamieren hinter sich zu bringen.
Die ersten beiden Akte verliefen besser als gedacht. Zoey hatte immer mal wieder unauffällig ins Publikum gesehen, doch bislang keine Spur von Ariana. Sie konnte es sich selbst nicht erklären, doch auf eine seltsame Art und Weise beruhigte Zoey das Wissen, dass ihre Exfreundin sie im Moment nicht sehen konnte. Also konzentrierte sie sich weiter voll und ganz auf etwas viel wichtigeres - ihre Rolle.
Doch schon zu Beginn des 3. Aktes spielte sich genau diese Szene ab, vor der Zoey so lange Angst gehabt hatte. In wenigen Sekunden würde Maria Tony das erste Mal küssen. Langsam schritt sie auf ihn zu und sprach unwillkürlich die letzten Sätze vor dem großen Moment. Ihre Gedanken jedoch waren ganz wo anders. ‚Wo Ariana jetzt wohl war? Was sie dazu wohl dazu sagen wird, wenn sie erfährt, dass ich Liam geküsst habe, obwohl ich ihr versprochen habe, es nicht zu tun um ihr damit zu beweisen, dass ich sie liebe? Ob sie es verstehen würde? Ob ich sie komplett verlieren werde?'
Zoey war kurz vorm Verzweifeln. Und damit war sie weg, die Sicherheit, die sie noch vor wenigen Minuten gespürt hatte.
Und plötzlich wurde ihr schwarz vor Augen. Sie musste sich an einer der Requisiten hinter ihr festhalten, um nicht zusammen zu brechen, da ihre Beine drohten, nachzugeben. Entfernt nahm sie die Stimmen um sich herum noch wahr und kurz darauf spürte sie den dumpfen Aufschlag ihres Kopfes auf den Boden. Alles drehte sich. Die Welt im Hintergrund schien dunkel zu werden. Nur ein einzelner roter Punkt hob sich aus der Masse hervor, und Zoey bekam teilweise noch mit, wie dieser sich über sie beugte und immer wieder ihren Namen rief. Dann wurde alles zu einem einheitlichen schwarz.

Langsam öffnete Zoey die Augen. Sie war sich sicher, ihr Kopf würde gleich explodieren, so heftig schmerzte er. Immer noch wie benebelt schaute sie sich um. Doch alles, was sie zu sehen bekam, war nichts als weiß. Weiße Wände, ein weißer Tisch, weiße Schränke.. Und dann dieses unbequeme weiße Bett, in dem sie lag. Allmählich wurde ihr klar, wo sie war. Dabei hatte sie gehofft, nie in eine solche Lage zu kommen. Und nun lag sie hier, mutterseelenallein, im Krankenhaus.
Zoey versuchte sich mit der rechten Hand auf dem Bett aufzustützen, um sich umdrehen zu können. Sie erschrak, als sie sah, dass sie doch nicht so allein war, wie sie gedacht hatte. Auf einem Sofa in der Ecke des Zimmers saß sie und schlief – die Person, die sie über alles liebte. Die sie niemals verlieren wollte und vor allem, bei der sie eine Menge wieder gut zu machen hatte.
Mit Mühe erhob sie sich und ging auf Ariana zu. Unsicher, was sie tun sollte, stand sie eine Weile einfach nur regungslos vor ihr. Dann entschloss sie sich aber, ihre Exfreundin zu wecken. Zoey trat direkt vor sie, beugte sich hinunter und was sie nun tat, konnte sie sich selbst nicht erklären. Sanft drückte sie Ariana einen Kuss auf die Lippen, woraufhin diese verwirrt und auch leicht erschrocken die Augen öffnete und sich zunächst total perplex umschaute. Doch ihr Gesichtsausdruck änderte sich von einer Sekunde auf die nächste, als sie Zoey vor sich stehen sah. Sie sprang auf und schloss die junge Frau in ihre Arme. Mehrere Minuten standen die beiden Mädchen einfach nur so da, und Zoey fühlte zum ersten Mal seit viel zu langer Zeit wieder diese Geborgenheit, die sie bei Ariana immer gespürt hatte. Dann löste sich diese aber von ihr und ihr Blick wurde wieder ernst, als sie Zoey in die Augen sah. „Bitte versprich mir, dass du sowas nie wieder machst! Ich war krank vor Sorge um dich, als du gestern bei deiner Aufführung einfach umgekippt bist! Die Ärzte meinten zwar, es sei nicht so schlimm, aber du hast nur davon geredet, das du Liam nicht küssen wirst.." Dann sah sie sogar ein wenig belustigt aus. „Außerdem meintest du die ganze Zeit ‚Ich vermisse Ariana', ‚Ich will nur noch zu ihr, ich liebe sie'" Als sie aufgehört hatte, zu sprechen,sah Zoey zu Boden und Ariana wusste, wie peinlich ihr die ganze Sache war. Doch diese ging nur einen weiteren Schritt auf sie zu, um ihr ein leises „Ich liebe dich auch, Zoey. Das habe ich immer getan!" ins Ohr flüstern zu können. Fast hätte Zoey es überhört, so leise hatte Ariana gesprochen. Damit zog sie sie erneut in einen nun viel leidenschaftlicheren Kuss, von dem beide hofften, er würde niemals enden.

THE END

so Leute das war!

die ff ist beendet, hoffe sie hat euch gefallen!