Broken

Kapitel 8

Alle guten Dinge haben ein Ende


Am nächsten Morgen wachte Ginny voll Panik auf. Sie wusste nicht, wo sie war. Langsam setzte sie sich auf und sah sich um. Sie lag auf einem Sofa und war mit einer grünen Decke zugedeckt. Sie sah sich um und sah Draco, der am Lehnstuhl zusammengekauert schlief, und Blaise, der am Boden lag.

Plötzlich fielen ihr die Ereignisse der letzten Nacht wieder ein. Sie erinnerte sich daran, wie sie vom Slytherin-Trio „gekidnappt" wurde, und sie erinnerte sich an die Unterhaltung mit Pansy, während Blaise und Draco das Essen holten. Sie erinnerte sich auch daran, mit allen zusammen zu sitzen und über alles und nichts zu reden. Das hatte sie noch nie zuvor getan. Noch nie hatte sie sagen dürfen, was sie gerade dachte. Sie hatte ihre Worte immer genau abwägen müssen. Auch vergangene Nacht hatte sie anfangs ihre Worte sorgfältig überlegt. Aber nach einer Weile war sie lockerer geworden und hatte sich mit allen unterhalten. Die letzte Erinnerung, die sie hatte, war die, wie sie gähnte und ihren Kopf an Dracos Schulter lehnte. Er musste sie irgendwann bewegt haben, weil sie für eine Sekunde aufgewacht war. Pansy, Blaise und Draco waren noch wach gewesen, während sie auf Dracos Beinen geschlafen hatte.

Sie hörte, dass sich die Tür zu Pansys Schlafzimmer öffnete, und blickte hinüber. Das Slytherin-Mädchen kam mit einem schläfrigen Gesichtsausdruck ins Zimmer.

„Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?", fragte Pansy mit einem Grinsen. „Auf Dracos Schoß?", fügte sie mit einem noch breiteren Grinsen hinzu.

„Yeah, ich hab wirklich gut geschlafen", sagte Ginny und spürte, wie sie im Gesicht und Nacken ganz rot wurde. „Wann hat er mich hingelegt?", fragte sie, als Pansy nichts weiter sagte.

„Oh, er hat dich nicht hingelegt. Du hast dich selbst auf ihn gelegt, aber er sah gar nicht böse aus deswegen."

„Oh Gott!", sagte Ginny leise und errötete nur noch mehr.

„Mach dir keine Sorgen. Draco wird nichts sagen. Aber Blaise könnte dich eine Weile deswegen aufziehen." Pansy setzte sich neben Ginny.

„Hast du Hunger?"

„Ja."

„Gehen wir in die Küche. Ich schätze, wir sollten ihnen heute Morgen das Frühstück bringen, weil sie uns gestern das Abendessen gebracht hatten", sagte Pansy und deutete mit dem Kopf auf die beiden schlafenden Slytherins.

„Äh ... mir ist aber nicht gerade wohl dabei, in diesem Outfit irgendwo hin zu gehen", sagte Ginny und deutete auf ihre Kleidung.

„Oh, natürlich nicht. Komm mit, ich habe tausende Sachen, die du anziehen kannst."

Die zwei Mädchen standen auf und gingen schnell in Pansys Zimmer. Ginny ging weiter ins Badezimmer, um ihr Haar zu kämmen, während Pansy ihren Schrank nach ein paar Kleidungsstücken für Ginny durchwühlte. Als Ginny wieder zurück kam, war Pansy bereits angezogen und hatte ein paar Sachen für Ginny auf ihrem Bett bereit gelegt.

„Du kannst dich hier umziehen, ich gehe sowieso jetzt ins Bad und mache meine Haare und so einen Scheiß. Komm einfach rein, wenn du angezogen bist", sagte Pansy, während Ginny die Sachen nahm. Pansy hatte ein schwarzes Tank-Top und eine enge, schwarze Jeans für Ginny ausgesucht. Wieder war unter dem Top ein wenig Bauch zu sehen.

Ginny zog sich um und ging zu Pansy ins Bad. Pansy war mit ihrem Haar bereits fertig und hatte nun begonnen, Makeup aufzutragen.

„Du kannst alles verwenden, was du möchtest", sagte Pansy und deutete auf die Schminksachen.

„Oh, ist schon gut."

„Ich hab noch nie gesehen, dass du Makeup getragen hast", sagte Pansy, als sie inne hielt und Ginny ansah. „Nicht, dass du es wirklich nötig hättest", fügte sie mit einem Lächeln hinzu. Die zwei Mädchen standen schweigend da, während Ginny wartete, bis Pansy fertig war. „Lass mich deines auftragen", sagte Pansy mit einem Schmollmund.

„Nein, ist schon gut, wirklich."

„Komm schon, ich werde dich schon nicht verunstalten, versprochen", sagte Pansy.

„Na schön", stimmte Ginny zögerlich zu. Pansy begann, indem sie Ginnys Haar nach hinten und somit aus dem Gesicht steckte. Langsam trug sie Kajal auf Ginnys Lider auf. Sie trug ein wenig Rouge auf ihre Wangen auf und danach noch mehr Kajal auf ihren unteren Lidern. Sie trat kurz zurück, um das Gesamtbild zu betrachten, aber ließ Ginny nicht in den Spiegel blicken. Dann trat sie wieder vor und trug ein wenig silbernen Lidschatten auf.

„Fertig. Du siehst ziemlich gut aus", sagte Pansy mit einem Lächeln und drehte Ginny zum Spiegel herum. Ginny musste ihr im Stillen zustimmen. Ihre Augen gefielen ihr am besten. Und sie bemerkte, dass durch das Rouge ihre Sommersprossen nicht so betont wurden.

„Danke", sagte Ginny. Pansy nahm die Klammer aus Ginnys Haar und strich ihr ein paar Strähnen ins Gesicht. So gefiel Ginny sich sogar noch besser.

„Kein Problem. Komm schon, ich sterbe vor Hunger."

Die zwei liefen zurück ins Wohnzimmer und verdrehten ihre Augen, da Draco und Blaise ein wenig im Schlaf grunzten. Sie gingen großteils in Stille den Korridor hinab zur Küche. Als sie das Gemälde mit der Obstschüssel erreichten, kitzelte Ginny die Birne und sie betraten die geschäftige Küche.

„Was können wir Ihnen bringen, Misses?", fragten zwei der Hauselfen Ginny und Pansy mit einem Lächeln.

„Wir brauchen Frühstück für acht Personen", sagte Pansy. Die Hauselfen nickten und liefen davon, um das Essen zuzubereiten.

„Acht Personen?", fragte Ginny mit einer erhobenen Augenbraue.

„Blaise isst wirklich viel, und ich will nicht zu Mittag schon wieder hier herunter laufen", sagte Pansy mit einem Schulterzucken.

Sie warteten in Stille. Ginny dachte darüber nach, wie Ron wohl reagieren würde, wenn sie wieder zurück war. Langsam machte sie sich Sorgen. Pansy spürte, wie Ginny sich fühlte, und legte tröstend einen Arm um ihre Schultern. Sie mussten nur wenige Minuten warten, bis die Hauselfen mit dem Essen zu ihnen zurück kamen.

„Danke", sagte Ginny zu den Elfen, die sich einfach verbeugten und wieder davon gingen. „Bereit für den Rückweg?", fragte sie und drehte sich zu Pansy.

„Ja. Ich will nicht, dass diese zwei aufwachen und versuchen, in mein Zimmer zu gelangen", sagte Pansy mit einem Grinsen. „Nicht, dass sie es etwa schaffen würden."

„Warum nicht?", fragte Ginny, als sie zurück zu Pansys Zimmer gingen.

„Ich habe meine Tür mit Schutzzaubern belegt, also wenn man versucht, hineinzugelangen, hört man ein schrilles Kreischen, und das würde sie einige Stunden lang taub machen ... oder zumindest zum Teil taub", sagte Pansy mit einem bösen Grinsen. Ginny lachte nur und lief neben ihr weiter.

Als sie das Zimmer betraten, sahen sie, dass Blaise und Draco gerade aufwachten. Draco zog sich sein Shirt an und Ginny errötete ein wenig. Sie wusste nicht, warum sie nicht schon vorhin, als sie aufgewacht war, bemerkt hatte, dass er kein Shirt trug.

„Zu schade. Wenn die zwei taub wären, wäre das so lustig gewesen", sagte Ginny mit einem Grinsen zu Pansy.

„Oh, mach dir keine Sorgen, das wird schon noch passieren. Die zwei sind neugieriger, als es gut für sie ist", antwortete Pansy mit einem Grinsen.

„Ooooh ... ihr bringt uns Frühstück ans Bett", sagte Blaise verschlafen.

„Woher willst du wissen, dass du etwas davon bekommst?", sagte Ginny grinsend. Damit überraschte sie Pansy, aber sie lächelte nur und machte mit.

„Ja, wir haben Hunger, also haben wir uns Essen geholt. Wenn ihr hungrig seid, könnt ihr euch selbst etwas holen", sagte Pansy.

„Komm schon, Pansy, wir haben gestern auch für alle Essen geholt", sagte Blaise und tat so, als ob er verletzt wäre.

„Gib zumindest mir ein bisschen was ab. Ich bin gestern Nacht ja freiwillig gegangen", sagte Draco, als er aufstand.

„In Ordnung, Draco kann etwas haben", sagten Ginny und Pansy gemeinsam.

„Okay, das wird jetzt unheimlich", sagte Draco.

„Hey, warum bekomme ich nichts? Ich hab gestern Nacht schließlich angeboten mitzugehen", sagte Blaise.

„Fein", sagte Pansy mit einem Seufzen und verdrehte die Augen.

„Also, Ginny, war Dracos Schoß letzte Nacht bequem?", fragte Blaise mit einem ziemlich anzüglichen Grinsen. Ginny errötete und Draco starrte Blaise böse an. „Was? Ich hab nur nett gefragt, womit habe ich den Todesblick verdient?", sagte Blaise, während er seinen Teller mit Essen belud.

„Lass sie in Frieden, Blaise", zischte Draco, sodass ihn sonst niemand hören konnte. Blaise grinste nur und begann zu essen.

Pansy blickte hinüber zu Ginny und grinste. Sie war froh, dass Ginny wegen Blaise nicht allzu peinlich berührt war, und geschockt, dass Draco sich für sie einsetzte, obwohl es nur ein böser Blick war. Vielleicht passiert es schneller als gedacht, dachte sie im Stillen. Die vier saßen beisammen und aßen und unterhielten sich stundenlang.

„Findet das sonst auch noch jemand seltsam?", fragte Ginny nach einer Weile.

„Was?", fragte Draco und wandte seine Aufmerksamkeit von Pansy ab. Pansy warnte die Jungs gerade wieder, sich von ihrem Zimmer fernzuhalten.

„Tja, ich meine, wenn jemand herein kommen und drei Slytherins und eine Gryffindor sehen würde, die zusammen lachen und sich unterhalten, würde man doch glauben, dass Hogwarts unter irgendeinem Zauber stünde", sagte Ginny.

„Oh ja, das ist wirklich seltsam. Beschwerst du dich also über uns? Wärst du lieber bei ein paar anderen Leuten?", fragte Blaise mit einer erhobenen Augenbraue.

„Das hab ich nicht gesagt, oder?", fragte Ginny.

„Gut. Mit irgendjemand anderem hättest du sowieso nicht so eine gute Zeit wie mit uns", sagte Blaise mit einem Grinsen.

„Sind alle Slytherins so arrogant wie du?", fragte Ginny mit einer erhobenen Augenbraue.

„Hey. Da fühle ich mich auch angegriffen", sagte Pansy. „Aber niemand kann so arrogant sein wie diese beiden", fügte sie hinzu, als Ginny eine Augenbraue hob.

„Du weißt schon, dass wir direkt neben dir sitzen. Du brauchst nicht so zu sprechen, als wären wir gar nicht hier", drohte Draco.

„Ja, das ist rüde", fügte Blaise hinzu. „Du bist keine sehr nette Gastgeberin", fügte er mit einem Grinsen hinzu.

„Das muss ich auch nicht. Die ersten paar Male, die ihr hier gewesen seid, wart ihr Gäste. Aber nachdem ihr jedes Wochenende hier herumlümmelt, habt ihr diesen Titel verloren", sagte Pansy mit einem bösen Blick.

Ginny hörte ihnen zu und dachte, dass Pansy letzte Nacht vielleicht nicht von ihr gesprochen hatte, die sich in jemanden verliebte. Es machte nämlich den Anschein, als würden Pansy und Blaise sich ineinander verlieben. Die zwei neckten sich gegenseitig und Draco und Ginny sahen ihnen mit belustigten Gesichtsausdrücken zu. Draco warf Ginny einen Blick zu, der sagte: ‚Er steht auf sie.' Und Ginny musste sich auf die Lippe beißen, damit sie nicht loslachte. Als sie zurück zu Draco blickte, sah sie, dass er ziemlich erleichtert aussah. Sie versuchte herauszufinden warum, aber er legte schnell wieder seine Maske auf und Ginny vergaß es wieder.

Etwa eine Stunde später hörten Blaise und Pansy mit dem Herumstreiten auf und die vier unterhielten sich wieder miteinander. Sie sprachen über alles, die Schule, ihre Familien, ihre Lehrer, und wie sie sich das Leben nach der Schule vorstellten. Die drei Slytherins begannen, über ihr Leben vor Hogwarts zu sprechen, als sie sich alle zum ersten Mal begegnet waren, und Ginny hörte ihnen einfach zu. Sie war ein wenig neidisch, weil sie nie zuvor solch eine Beziehung gehabt hatte. Dies war das erste Mal in ihrem Leben, dass Ginny echte Freunde hatte. Die plötzliche Erkenntnis deprimierte sie ein wenig und es kostete sie einiges, um einen neutralen Gesichtsausdruck zu bewahren. Doch Draco musste etwas bemerkt haben, denn er lehnte sich nah zu Ginny und flüsterte: „Geht's dir gut?"

Ginny nickte und drehte sich lächelnd zu ihm. Er sah sie durchdringend und mit einem leichten Stirnrunzeln an, und Ginny fühlte sich peinlich berührt, da sie so intensiv gemustert wurde. Sie spürte, wie ihr Nacken errötete, aber sie weigerte sich, den Blick von seinen Augen abzuwenden.

„Möchtest du spazieren gehen? Nur wir beide?", flüsterte er nach ein paar Minuten der Stille. Sie dachte kurz nach, dann beschloss sie, dass sie eigentlich keinen Grund hatte, nein zu sagen, also nickte sie und stand langsam auf.

„Wohin geht ihr beiden?", fragte Blaise, als er merkte, dass sie in Richtung Türe gingen.

„Spazieren", sagte Draco. Blaise stand auf und wollte ihnen folgen, aber Pansy hielt ihn zurück.

Ginny und Draco begannen, den Gang in Stille entlang zu gehen. Ginny kam sich ein wenig komisch vor, aber beschloss, nichts zu sagen. Sie wusste nicht, was sie mit Draco reden sollte. Dabei war es leicht, mit ihm zu reden, wenn Blaise und Pansy dabei waren. Als sie den Gang schon ein Stück entlang gelaufen waren, bemerkte Ginny, dass wenn sie noch weiter gingen, sie in einen der wichtigsten Gänge des Schlosses stoßen würden, und wenn Harry, Ron oder Hermione sie sahen, dann würde sie tief in der Tinte sitzen. Sie blieb abrupt stehen und hielt Dracos Arm fest.

„Was ist los?", fragte Draco mit einem Stirnrunzeln.

„Wenn wir noch weiter gehen, könnten wir gesehen werden ...", meinte Ginny. Sie wollte nicht daran denken, was Ron ihr antun könnte. „Was soll ich tun, wenn ich zurück in meinen Gemeinschaftsraum komme?", fragte sie niemanden speziell. Draco sagte gar nichts. Er brodelte vor Wut. Alles, was er tun wollte, war Ron und Harry genauso zu verletzen, wie sie Ginny über all die Jahre verletzt hatten.

„Ich weiß es nicht, Ginny. Vielleicht solltest du einfach für den Rest des Schuljahres bei Pansy bleiben. Ich glaube nicht, dass es ihr etwas ausmachen würde", sagte Draco, legte eine Hand auf ihre Schulter und drehte sie herum, damit sie zurück zu Pansys Zimmer gehen konnten.

„Das könnte ich nicht. Nicht nur, weil ich mir vorkommen würde, als wäre ich ein Eindringling. Ich würde mir auch vorkommen, als würde ich mich verstecken", sagte Ginny, als sie wieder weitergingen.

„Warum hast du noch nie jemandem etwas davon erzählt?", fragte Draco, nachdem er ein paar Schritte vor Pansys Tür stehen geblieben war.

„Ich weiß nicht, warum ich früher mit niemandem darüber gesprochen habe, aber momentan sehe ich keinen Grund, etwas zu sagen."

„Warum nicht?"

„Weil ich sowieso alle bald verlassen werde, da dies mein letztes Schuljahr ist", antwortete Ginny in einem gefühllosen Tonfall. Draco war ein wenig überrascht, dass es ihr anscheinend egal war, ob sie ihre Familie jemals wieder sehen würde, aber er konnte ihr nichts vorwerfen. „Ich hoffe nur, dass Harry später aufhört", fügte Ginny ohne nachzudenken hinzu.

„Was meinst du damit? Ich dachte, du hättest gesagt, dass du sie nach diesem Jahr nicht mehr sehen müsstest."

„Ich bin Harry versprochen. Und ich glaube nicht, dass ich sie nie wieder sehen muss, nur sehr selten."

„Was meinst du mit ‚versprochen'?", fragte Draco, als sein Blut zu kochen begann.

„Ich meine das, was ich gesagt habe. Ich bin Harry versprochen. Ich muss ihn heiraten", sagte Ginny mit einem Zittern.

„Aber er misshandelt dich ja genauso!", rief Draco aus.

„Ich weiß, und deshalb bin ich ihm ja versprochen. Meine Familie weiß, dass er mit ihnen auf gleicher Linie ist", sagte Ginny im selben gefühlskalten Tonfall.

„Heirate ihn nicht, Gin. Er wird dir weiter weh tun", sagte Draco in einem ehrlichen, fürsorglichen Tonfall.

„Ich habe keine Wahl. Wenn ich eine hätte, würde ich ihn nicht heiraten."

„Ich schwöre, wenn er dir weh tut ...", begann Draco, wurde aber unterbrochen.

„Was? Wie würdest du ihn aufhalten? Oder einen der anderen? So ist nun mal mein Leben", sagte Ginny und lief weiter in Richtung Pansys Zimmer. Sie wünschte, sie hätte nichts gesagt. Jetzt wäre nichts mehr wie vorher. Sie war noch einen Meter von Pansys Türe entfernt, als sie es sich anders überlegte und sich umdrehte. „Es tut mir Leid, dass ich euch alle in das mit hineingezogen habe. Ich hätte dafür sorgen sollen, dass das nie passiert, aber ich höre jetzt damit auf", sagte Ginny zu Draco und lief an ihm vorbei.

Sie war an ihm vorbei, bevor er die Gelegenheit hatte, etwas zu sagen. Als er ihren Namen rief, begann sie zu rennen. Sie konnte das nicht mehr. Das konnte nicht gut ausgehen. Sie lief zurück in den belebteren Teil des Schlosses und ging dann hoch zum Gryffindorturm.


Draco hörte ihre Worte und war verwirrt. Als es schließlich Klick machte, war sie schon zwei Meter weit entfernt.

„GINNY!", rief Draco, aber es war vergebens, sie war weg.

Langsam ging Draco zurück zu Pansys Zimmer. Er hatte Ginny von sich weggestoßen und wusste nicht einmal wie. Jetzt war sie sicher schon zurück im Turm und Ron würde sie schlagen. Er öffnete die Tür und das erste, das er sah, war ein grinsender Blaise. Das Grinsen verschwand, als Blaise Dracos Gesicht erblickte. Pansy sah hinter Draco, um Ginny zu suchen, und fragte sich, was passiert war.

„Wo ist sie?", fragte sie in einem besorgten Tonfall.

„Sie ist gegangen", war alles, was Draco sagen konnte. Er ging zur Couch und ließ sich in die Kissen sinken.