Broken

Kapitel 31

Konfrontationen


Ginny Weasley saß am Slytherin Tisch und hatte sehr schlechte Laune.

Es war Anfang Februar und überall, wohin sie sah, erblickte sie rosa und rote Herzen, verzauberte Engel, dumme, kitschige Plakate und viele Pärchen. ÜBERALL waren Pärchen!

Die Tatsache, dass der Valentinstag vor der Tür stand und anscheinend jeder einen Partner hatte, außer Ginny, ärgerte sie jedoch nicht so sehr. Es lag nicht am Monat, an diesem Feiertag, an den Dekorationen oder den ganzen verliebten Pärchen. Es lag an dem Blondschopf, der etwa fünf Plätze von ihr entfernt saß.

Draco Malfoy.

In dem Moment, in dem Ginny sich mit Pansy und Blaise zum Abendessen gesetzt hatte, hatte sich ihr relativ guter Tag in absolut beschissen verwandelt. Draco saß bei Crabbe und Goyle und unterhielt sich laut genug mit ihnen, dass Ginny jedes Wort hören konnte. An jedem anderen normalen Tag wäre es ihr komplett egal gewesen. Aber offenbar war heute kein normaler Tag. Denn heute unterhielten sie sich über sie.

Sie hatte gehofft, als Draco mit ihr Schluss gemacht hatte, dass es ein schöner, sauberer Schnitt wäre, und sie hatte gehofft, dass Draco und sie in gewisser Weise Freunde bleiben konnten.

Aber Hoffnung war für Dummköpfe.

Draco tat alles in seiner Macht stehende, um dafür zu sorgen, dass Ginny ihn wieder hasste. Jetzt im Moment wollte sie einfach aufstehen, hinüber stapfen und ihm eine in sein selbstgerechtes Gesicht knallen.

Ginny war guter Laune in die große Halle gekommen. Aber sobald sie sich gesetzt hatte, hatte sie Dracos Stimme gehört.

"Sie ist toll. Das kann keiner von euch bestreiten", sagte er gerade zu Crabbe und Goyle.

Ginnys Herz flatterte ein wenig bei seinen Worten. Sie war sich nicht ganz sicher, dass er von ihr sprach, aber sie hatte ihn nie so über jemand anderen sprechen hören außer über Pansy, Blaise und sie selbst. Auch wenn er nicht von ihr sprach, dachte und hoffte sie, dass er sich wirklich geändert hatte.

Sie lag aber so falsch.

Als sie gerade an diese angenehmen und erstaunlichen Dinge dachte, sagte Draco etwas, das all ihre Hoffnung mit einem Schlag zertrümmerte.

"Du hast uns immer noch nicht verraten, wieso du dich überhaupt entschlossen hattest, mit einer Weasley Blutverrräterin zusammen zu sein", sagte Crabbe oder Goyle. Ginny war sich nicht sicher, welcher es war.

"Tja ... wenn ihr es unbedingt wissen müsst", begann Draco langsam und schnarrend. Ginny hätte schwören können, dass er jedes Wort in die Länge zog und ein klein wenig lauter sprach. "Ich war mit ihr zusammen, weil sie klasse aussieht und weil sie den Anschein erweckte, als wäre sie toll in der Kiste. Ich wollte bloß einen schnellen, guten Fick und ich war bereit, alles dafür zu tun", sagte Draco.

Ginny konnte spüren, wie er grinste.

Crabbe und Goyle begannen zu lachen und Ginny klinkte sich aus dem Rest ihrer Unterhaltung aus. Sie sah hinüber zu Pansy und Blaise und merkte, dass sie genauso oder sogar noch geschockter als sie aussahen.

Ginny spürte das vertraute Brennen in ihren Augen. Sie war kurz davor zu weinen. Verdammter Mist! Sie wollte absolut nicht, dass Draco oder sonst jemand sie weinen sah. Sie blickte zurück zu Pansy und Blaise und konnte sagen, dass sie sie verstanden. Mit einem Nicken stand sie langsam und ruhig von ihrem Platz auf und machte sich auf den Weg, um die große Halle zu verlassen. Sie spürte, wie sie ihr mit den Blicken zur Halle hinaus folgten, aber sie nahm an, dass bloß Harry und Ron oder Pansy und Blaise ihr nachsahen, denn sie ging einfach weiter und sah nicht zurück.

Draco Malfoy sah auf, als Ginny aufstand und die große Halle verließ.

Aber er war nicht der Einzige ...


Ginny lief an den einzigen Ort, von dem sie dachte, dass niemand ihr folgen würde. Ins Klo der maulenden Myrthe. Sie warf die Tür auf und stapfte hinüber zum Waschbecken. Die maulende Myrthe hatte anscheinend ein Talent dafür, Leute zu finden, die noch größeren Schmerz litten als sie selbst, denn binnen Sekunden, nachdem Ginny das WC betreten hatte, stürmte sie herein.

"Oooohhh ... Was haben wir denn hier? Das arme kleine Weasley Baby", sagte sie in ihrer üblichen weinerlichen Stimme. "Was stimmt denn heute nicht? Haben Potter und der ältere Weasley dich wieder geschlagen?"

Ginny bereute es wirklich, dass sie Myrthe das erzählt hatte, aber nach ihrem zweiten Jahr hatte sie viel Zeit in diesem WC verbracht und Myrthe hatte ihr dies eines Nachmittags entlockt, als sie wieder besonders schlimm von Ron geschlagen worden war.

"Geh weg, Myrthe", sagte Ginny kräftig, trotz ihrer Tränen.

"Zügle dein Temperament. Warum kommst du mich nicht mehr besuchen?" Myrthe klang beinahe deprimiert, weil Ginny schon länger nicht mehr hier gewesen war. "Früher, in deinem ersten Jahr, bist du mich immer besuchen gekommen. Oder bin ich dir jetzt egal, weil Tom nicht mehr jede deiner Bewegungen kontrolliert?" Ginny hörte den höhnischen Tonfall aus ihrer Stimme heraus.

Natürlich hatte Myrthe sich schon früher deprimiert angehört, sie klang immer deprimiert. Ginny hätte wissen sollen, dass sie Tom vorbringen würde. Ein weiterer Fehler auf Ginnys Seite.

"Myrthe?", sagte Ginny und blickte zu dem Geist hoch.

"Mmmhmmm?"

"GEH VERDAMMT NOCHMAL WEG!", schrie sie.

Ginny sah, wie die transparenten Tränen sich in Myrthes Augen bildeten. An einem anderen Tag hätte sie nicht so reagiert, nicht so jedoch heute. Myrthe schwebte davon und verzog sich in ihren Abfluss, wo sie den größten Teil ihrer Zeit verbrachte. Ginny blieb wieder einmal alleine zurück und starrte in den Spiegel.

Ginny verlor jegliches Zeitgefühl, während sie weinte und ihr eigenes Spiegelbild böse ansah. Sie hasste es, wie sie wegen ein paar Worte von Draco reagier thatte. Sie wusste, wenn er das vor einem Jahr gesagt hätte, wäre es ihr egal gewesen. Aber nun, da sie gesehen hatte, dass Draco nicht so war, wie es immer den Anschein erweckte, konnte sie ihn einfach nicht los lassen. Egal wie schlecht er sich früher und nach ihrer Trennung benommen hatte, sie war sich sicher, dass er immer noch der selbe Draco war, der sonst so geduldig und sanft und liebevoll war.

Das Geräusch der Tür, die sich öffnete, riss Ginny aus ihren Gedanken. Sie wischte sich rasch die Tränen weg, denn so wollte sie nicht gesehen werden. Ginny machte sich nicht die Mühe, zur Tür zu sehen, denn sie war sich sicher, dass es nur eine Erstklässlerin sein konnte, die nichts von der maulenden Myrthe wusste. Nach einem Moment der Stille, in dem Ginny in den Spiegel gestarrt hatte, war sie bereit, denjenigen zu verscheuchen, der sie anstarrte.

Als sie sich umdrehte, wallte allerdings eine neue Welle der Wut in ihr auf. Es war Ron, der vor ihr stand und sie beobachtete. Ginny wirbelte herum.

"Was willst du?", fragte sie bitter.

"Was stimmt denn nicht?", fragte Ron, der ihre Tränen bemerkt hatte.

Ginny konnte es nicht glauben. Machte er sich wirklich Sorgen? Sie sah ihm in die Augen und stieß ein Seufzen aus. Ohne darüber nachzudenken, erzählte sie ihm, dass Draco während des Abendessens Scheiße über sie erzählt hatte, aber sie wagte nicht, ihm zu sagen, was er genau gesagt hatte. Ron trat vor und Ginny zuckte unbewusst zurück. Ron trat aber nicht zurück, stattdessen hob er seine Arme und schlang sie um sie. Ginny war von seiner plötzlichen Verhaltensänderung so schockiert, dass sie vergaß, vorsichtig deswegen zu sein. Sie erwiderte dankbar seine Umarmung. Das hatte sie so dringend gebraucht, das hatte sie immer von Ron gewollt. Sie spüre, wie Ron nach einer Minute seinen Kopf hob, dann verspannte sich sein ganzer Körper.

"Was? Was stimmt denn nicht?", fragte Ginny und zog sich ein wenig zurück. Ron starrte an die Tür. Ginny drehte den Kopf, um nachzusehen, wohin er so gebannt starrte, aber es war nichts mehr zu sehen. Ron verstärkte seinen Griff und zog sie näher.

"Ich sagte dir doch, dass Malfoy keine gute Idee war", flüsterte er.

"Ich weiß."

"Du hättest auf mich hören sollen. Wenn du einfach getan hättest, was ich dir gesagt habe, wärst du nicht in diese Schwierigkeiten geraten." Ginny gefiel dieser Tonfall nicht. Rons Stimme hatte sich verändert. Er klang viel ... bedrohlicher.

Sie versuchte, sich zurückzuziehen, aber er hielt sie bloß noch fester. Er griff mit seiner Hand ihren Rücken hinauf in ihren Nacken. Er schnappte sich eine Faust voll ihrer Haare und zog damit ihren Kopf zurück.

"Das wäre alles nicht passiert, wenn du einfach zugehört hättest", fauchte er.

Ron wirbelte Ginny so rasch herum, dass sie die Chance nicht nützen und sich nicht befreien konnte. Er zwang sie, in den Spiegel zu sehen.

"Sieh, was aus dir geworden ist! Du dumme Hure!"

"Sieh, was aus dir geworden ist", fauchte Ginny zurück.

Ginny sah, dass Ron böse in den Spiegel blickte. Er ergriff ihren Ellenbogen und festigte den Griff in ihrem Nacken. Mit einem letzten Grinsen stieß er sie so fest wie möglich gegen den Spiegel.

Ihre Stirn traf auf das Glas und es zersplitterte in hundert Stücke. Ginny spürte, wie ihre Haut aufgeschnitten wurde und ihr Blut langsam hinabsickerte. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass Ron sie losgelassen und das WC verlassen hatte. Langsam und so vorsichtig wie möglich stand sie auf und ging zu einem anderen Spiegel. Auf ihrem ganzen Gesicht und an ihrem Hals befand sich Blut. Der Kragen ihrer Bluse hatte sich bereits rot verfärbt. Verflucht sei Ron. Wie konnte sie nur so dumm sein!

Ginny wusch sich, so schnell und so sanft sie konnte, und verließ die Toilette.


"Ich komme mir einfach so dumm vor."

Ginny Weasley saß mit Pansy, Blaise, Fred und George in Pansys Zimmer.

"Es ist nicht deine Schuld, Gin", sagte Fred.

"Niemand wusste, dass Ron sich so benehmen würde", fügte George hinzu.

"Das war einfach ... tief", sagte Pansy traurig.

"Ich glaube, wir müssen dem lieben Ronniekins bald einen neuen 'Geschenkskorb' schicken", sagte George und sein übliches Witzbold-Funkeln blitzte in seinen Augen auf.

"Ich habe gerade genau das selbe gedacht, mein lieber Bruder", sagte Fred mit dem selben Gesichtsausdruck.

Blaise, Pansy, Fred und George begannen zu überlegen, welche "Leckereien" sie in den Geschenkskorb geben könnten. Ginny saß in Stille daneben. Als sie das WC verlassen hatte, war sie direkt zu Pansys Zimmer gegangen. Nachdem sie Ginnys Gesicht gesehen hatten, kontaktierte Blaise die Zwillinge und Pansy kümmerte sich um die schlimmsten Verletzungen in Ginnys Gesicht.

Fred und George kamen binnen weniger Sekunden und sahen selbst nach Ginny. Jeder hatte gesagt, dass es ihr gut ging. Ginny hatte schon mehr als einmal bei weitem Schlimmeres überlebt.

"Es könnten ein paar Narben zurück bleiben, aber sie sollten nicht allzu sehr auffallen", versicherte Blaise ihr.

Pansy, Blaise und die Zwillinge versuchten, sie zu überreden, die Verletzungen professionell heilen zu lassen. Aber Ginny weigerte sich. Es war ihr jetzt egal, die Leute konnten sie sehen, sie anstarren, sie ignorieren, urteilen, Fragen stellen oder Gerüchte verbreiten. Ihr war einfach alles egal.

Nun, da sie mit allen beisammen saß, brannte die Erinnerung an Rons Gesicht im Spiegel in ihren Gedanken. Denn nun verspürte sie ein dumpfes Stechen an der weichen Haut ihres Porzellangesichts. Alles, an das sie denken konnte, war Draco.

Warum ignorierte er sie?

Warum war er so nett gewesen, als er Schluss gemacht hatte?

Weshalb benahm er sich jetzt so?

Warum sprach er von ihr?

Was war mit dem Draco geschehen, den sie kannte?

Warum machte sie sich darüber Gedanken?

Ginny spürte Pansys Blick auf sich ruhen. Sie begann rasch, ihre Gefühle zu beruhigen. Pansys Gabe konnte manchmal nervig sein.

Sie wusste, dass ihre Gefühle stark von ihr ausgestrahlt wurden, wenn Pansy sie aufgreifen konnte, ohne es intensiv zu versuchen. Pansy sagte immer, dass sie nie in den Gefühlen anderer graben würde, ohne ihre Erlaubnis zu haben, solang es nicht unbedingt notwendig oder zu vermeiden war. Und Ginny dachte nicht, dass Pansy es jetzt anders handhaben würde.

Pansys Augen richteten sich langsam wieder auf die anderen. Ginny versuchte, sich darauf zu konzentrieren, worüber die anderen sprachen, aber es war vergebens. Sie musste mit Draco sprechen. Bald.


Ginny ging allein zu den Haupttoren der Eingangshalle. Blaise und Pansy hatten versucht, mit ihr mitzukommen, aber sie musste sich allein mit Draco treffen. Nachdem sie ihnen dies drei Mal auf verschiedene Weise erklärt hatte, stimmten sie ihr schließlich zu und zogen sich zurück.

Sie sah sich um und sah, dass Draco am See stand, und leider war er nicht allein.

"Ich kann jetzt nicht zurück", sagte Ginny sich im Stillen. Das war eine Lüge. Natürlich konnte sie zurückgehen, sie konnte sofort umdrehen und umkehren und sich mit Pansy und Blaise treffen, um zu versuchen, Draco aus ihren Gedanken zu verdrängen. Aber sie wusste, dass dies nicht funktionieren würde. Wenn Ginny ihn aus ihren Gedanken bekommen wollte, dann musste sie wohl zuerst mit ihm sprechen.

Sie ging langsam und nicht direkt auf ihn zu. Sie wollte nicht den Anschein erwecken, dass sie nach ihm suchte. Er würde sie sofort durchschauen. Draco durchschaute Ginny immer sofort, ein weiterer Grund, warum sie ihn momentan hasste. Wie konnte man jemanden hassen und sich trotzdem noch Gedanken machen, was er über einen dachte und für einen empfand? Wie konnte man sich um jemanden Sorgen machen, wenn man sich den halben Tag lang wünschte, die Decke würde über ihm zusammenbrechen? Wie konnte man jemanden gleichzeitig lieben und hassen?

"Hallo Draco." Ginny konnte nicht glauben, dass sie es so weit geschafft hatte. Sie erinnerte sich nicht mehr daran, zu ihm gelaufen zu sein. Und sie erinnerte sich nicht mehr daran, an diese Worte gedacht zu haben, bevor sie sie ausgesprochen hatte.

"Was willst du? Wiesel?", schnarrte Draco.

Autsch.

"Ich muss mit dir reden", sagte Ginny mit starker Stimme. Sie wollte jetzt nicht kneifen.

"Warum würde ich mit einem Wiesel sprechen wollen? Ich glaube, ich brauche eine Dusche, wenn ich dir näher als zehn Meter bin." Dracos Worte klangen bitter. Nicht so wie der Draco, den sie kannte.

"Es ist mir scheißegal. Ich werde mit dir sprechen, und du wirst zuhören, und dann wirst du mir all meine Fragen beantworten." Crabbe und Goyle begannen, ihre Hände zu Fäusten zu ballen. Ginny weigerte sich aber, zusammenzuzucken. Sie hatte keine Angst vor Crabbe und Goyle, aber sie hatte diese Bewegung in der Vergangenheit schon so oft gesehen, immer bevor sie geschlagen wurde. Als Crabbe und Goyle das taten, sah sie dahinter bloß ihre Familie und Harry.

"Schön, sprich. Wenn du dich nachher verziehst. Du hast fünf Minuten", sagte Draco und starrte seine Fingernägel gelangweilt an.

"Warum hast du in der großen Halle solche Scheiße über mich erzählt? Warum benimmst du dich in letzter Zeit wie ein Idiot? Warum hast du den Anschein erweckt, du wolltest mit mir befreundet bleiben, nachdem du Schluss gemacht hast, wenn du diese ganze Scheiße doch geplant hattest? Was ist mit dir passiert?", sagte Ginny mit bettelndem Tonfall. Sie wusste, dass sie verzweifelt klang, aber sie musste es wissen, damit sie mit all dem abschließen konnte.

"Ist das alles?", fragte Draco mit einer hoch gezogenen Augenbraue. "Ich bin ein Trottel. Ich habe beim Schluss machen nur so nett getan, damit ich nicht mit ansehen musste, wie du weinst. Nichts ist mit mir, ich bin so, wie ich bin. Du hast mich nie wirklich gekannt", schnarrte Draco zu ihr hinab, während er sprach. Es war, als wäre sie nicht einmal gut genug, um ein Dreckfleck auf der Sohle seines polierten Schuhs zu sein. "Oh, und ich habe in der großen Halle keine Scheiße über dich erzählt. Ich habe die volle Wahrheit gesagt. Alles, das ich von dir wollte, war ein guter Fick oder auch zwei, und ich war bereit, alles dafür zu tun, um das zu bekommen. Aber ich hatte das Warten satt. Du bist nicht einmal gut genug, um dich benutzen zu lassen." Dracos letzte Worte verletzten sie mehr als alles zuvor.

Ginny spürte wieder, dass sie kurz davor war, in Tränen auszubrechen. Ihre Traurigkeit verwandelte sich rasch in eine Welle der puren, weißen, heißen Wut. Sie trat einen Schritt auf Draco zu und schlug ihm direkt in sein selbstgefälliges Gesicht. Ohne ein weiteres Wort wirbelte sie auf dem Absatz herum und ging davon, bevor si eendlich die Tränen kommen ließ.

Draco konnte nicht glauben, was er gerade gesagt hatte. Er war ein guter Schauspieler, aber sie davon gehen zu sehen und zu wissen, dass sie wegen ihm weinte, brach ihm das Herz. Und was war mit ihr geschehen? Wie hatte sie sich all diese Schnitte im Gesicht zugezogen?