Broken
Kapitel 33
In Sicherheit
FLASHBACK
Draco ging ziellos durch die Gänge. Es war schon kurz vor der Sperrstunde und ihm war langweilig. Er wollte nicht in den Slytherin Gemeinschaftsraum und sich mit Crabbe und Goyle abgeben und er konnte auch nicht in Pansys Zimmer gehen. Als er sich gerade umdrehen und zurück in die Kerker gehen wollte, sah er, wie Ginny in etwas Entfernung vorbei lief und in Richtung der Eulerei davon ging. Er stand da und überlegte, ob er ihr folgen sollte oder nicht.
Draco beschloss, Ginny zu vergessen und zurück in den Gemeinschaftsraum zu gehen. Auf dem Weg in die Kerker musste er aber feststellen, dass er Ginny doch nicht so einfach vergessen konnte, wie er es gedacht hätte. Ihr Gesicht, ihre Augen, ihr Lächeln, ihr Lachen, ihre Stimme und Blaises Worte über sie gingen ihm durch den Kopf. Draco blieb auf halbem Wege zum Gemeinschaftsraum stockstill stehen. Er wusste, er musste zurückgehen und mit ihr sprechen, er konnte es einfach nicht mehr ertragen. Er verfluchte sich leise, weil er weich geworden war, wirbelte herum und lief in den Hauptteil des Schlosses und hoch zur Eulerei.
"Ginny?", rief Draco in die Dunkelheit und in den anscheinend verlassenen runden Raum.
Er trat ein paar Schritte nach vorne. Das einzige Geräusch, das er hören konnte, kam von seinen Schuhen, die auf dem Eulendreck knirschten. Federn lagen auf dem kalten Steinboden herum. Er hätte wissen müssen, dass sie nicht die ganze Nacht lang hier sein würde. Draco sah sich ein letztes Mal um, drehte sich um und begann, in Richtung des Ausganges zu gehen. Plötzlich ließ ihn ein Geräusch erstarren. Es hörte sich an wie ein leichtes Wimmern. Draco wirbelte herum und ging weiter in den Raum hinein.
Er stolperte beinah über etwas, das wie eine Pfütze aussah. Er sah hinab und merkte, dass es Stoff war. Draco beugte sich hinab und hob ihn hoch. Das leichte Material floss durch seine Hände und sein Gesicht verzog sich vor Wut. Potter.
Draco warf den Tarnumhang wütend zu Boden und ging vorsichtig ein paar Schritte weiter. Wenn Ginny hier herauf gekommen und Potter ihr unter diesem Tarnumhang gefolgt war, dann war Ginny wahrscheinlich immer noch hier und es war mehr als nur wahrscheinlich, dass sie gerade große Schmerzen litt. Draco hielt seinen Blick auf den Boden gerichtet und ging vorsichtig in den hinteren Teil der Eulerei.
Draco hörte ein weiteres kleines Wimmern direkt vor ihm. Er blieb stocksteif stehen. Ginny war hier in der Nähe. Er sah nach unten und sah ein Höschen vor seinen Füßen liegen. Was zur Hölle war das? Hatte Potter etwa ...? Draco ging langsam und vorsichtig Zentimeter für Zentimeter weiter. Er hielt seine Augen weiterhin auf den Boden gerichtet und sah schließlich wieder etwas. Ginnys Schuhe lagen dicht vor ihm. Wenn er einen weiteren Schritt gegangen wäre, wäre er auf sie getreten. Er ging um ihre Füße herum und sah nun ihren Körper und ihr Gesicht. Ihr Oberteil war in Fetzen gerissen und ihr Gesicht war ganz zerschlagen. Draco wusste, was geschehen war. Es war ganz offensichtlich, aber glauben konnte er es nicht. Draco beugte sich sanft nach unten und krabbelte zu Ginny.
"Ginny?", fragte er sanft. Ginny zuckte ein wenig und bewegte sich ganz seltsam dabei. Erst jetzt merkte Draco, dass sie gefesselt war. Potter hatte sie gefesselt und dann ...
"Liberatio", sagte Draco und deutete mit seinem Zauberstab auf die Seile.
"Gin, komm schon, du musst aufwachen", sagte Draco sanft. Ginny zuckte jedes Mal, wenn er ihren Namen sagte.
Er merkte, dass sie wohl nicht aufwachen würde, also ging Draco auf die Knie und zog seinen Pullover aus. Er legte den Pullover über sie, damit er sicher gehen konnte, dass sie nicht fror, und er versuchte, sie damit so gut es ging zu bedecken. Vorsichtig legte er seine Hände unter sie und hob sie hoch in seine Arme.
"Bitte, es muss alles wieder gut werden."
FLASHBACK ENDE
"Mr. Malfoy, was glauben Sie eigentlich, wieso Sie mitten in der Nacht durch das Schloss spazieren können?", sagte Madam Pomfrey, als Draco den Krankenflügel betrat.
Dämliche Frau, dachte Draco im Stillen und verdrehte seine Augen. Konnte sie den schlaffen Körper nicht sehen, den er in seinen Armen hielt?
"Madam Pomfrey, sie braucht Hilfe", sagte Draco in einem ruhigeren Tonfall, als er es für möglich gehalten hätte. Er hätte sie liebend gern angeschrien, aber dadurch würde Ginny auch nicht schneller Hilfe erhalten.
"Oh Grundgütiger!", rief Pomfrey. "Legen Sie sie sofort auf das Bett, Mr. Malfoy", sagte Madam Pomfrey, während sie hastig ihre Tränkeregale absuchte. "Wo haben Sie dieses Mädchen gefunden?", fragte Madam Pomfrey.
"Dieses Mädchen ist Ginny Weasley. Und ich habe sie in der Eulerei gefunden", sagte Draco durch zusammengebissene Zähne.
"Natürlich, Verzeihung, mein Lieber", sagte Madam Pomfrey. Es war klar, dass Miss Weasley Mr. Malfoy sehr wichtig war.
"Ich glaube, sie wurde vergewaltigt", sagte Draco. Er beschloss, den fragenden Blick, den Madam Pomfrey ihm zuwarf, zu ignorieren.
"Ich werde das überprüfen", war alles, was sie sagte.
Madam Pomfrey begann ihre Untersuchung. Sie bemerkte all die Blutergüsse, Schnitte und Quetschungen an Ginnys Gesicht und Oberkörper. Sie zog daraufhin einen Vorhang vor und untersuchte, ob sie vergewaltigt worden war. Nach ein paar Minuten kam sie hinter dem Vorhang hervor und sah Draco an.
"Sie wurde vergewaltigt. Es tut mir so Leid", sagte Madam Pomfrey grimmig. "Sie können hier bei ihr sitzen bleiben, aber wecken Sie sie nicht auf. Sie braucht die Ruhe, um zu heilen, körperlich und geistig", sagte Madam Pomfrey in traurigem Tonfall. Bitte holen Sie mich, wenn sich ihr Status irgendwie verändert", fügte sie hinzu, klopfte Draco auf die Schulter und ging langsam davon.
Draco nickte und setzte sich ohne ein Wort auf den Sessel, der neben ihrem Bett stand. Er wollte sich nicht zu ihr auf das Bett setzen, weil er sie nicht stören wollte. Er wünschte bloß, dass Ginny und er jetzt in Pansys Zimmer gemeinsam im Bett liegen könnten.
"Madam Pomfrey", rief Draco leise und lief in Richtung ihres Büros.
"Ja?", sagte Madam Pomfrey, als sie aus ihrem Arbeitszimmer kam.
"Kann ich ein paar Leuten Bescheid geben? Nur zwei, nein, warten Sie ... vier. Sie wären wütend, wenn ich ihnen nicht erzähle, was passiert ist, und ich will sie nicht verlassen, für den Fall, dass sie aufwacht", sagte Draco.
"Ich weiß nicht ... Wer sind diese vier? Mr. Potter und Mr. Weasley haben schon in der Vergangenheit hier jede Menge Ärger gemacht ...", begann Madam Pomfrey, aber Draco unterbrach sie.
"Nein! Nicht Potter und Weasley", begann Draco, so ruhig er konnte. Der Gedanke daran, dass diese zwei hier bei Ginny wären, während es ihr so schlecht ging, brachte sein Blut zum Brodeln. "Pansy Parkinson, Blaise Zabini und Fred und George Weasley." Als er die Zwillinge erwähnte, verschmälerte sich Pomfreys Mund zu einer dünnen Linie.
"Die Weasley Zwillinge?", fragte sie. Es war klar, dass sie mit dieser Auswahl an Gästen nicht gerade zufrieden war.
"Sie stehen ihr ziemlich nahe und ich verspreche Ihnen, sie werden keine Schwierigkeiten machen", sagte Draco. Er tat das, was er sonst auch immer tat, wenn es nicht nach seinem Willen ging. Er schenkte Madam Pomfrey ein Lächeln und bettelte sie still mit seinen Augen an.
"Oh, na schön. Sie können den Kamin hier benutzen, um sie zu kontaktieren", sagte sie und deutete in ihr Büro. "Aber Sie können nicht die ganze Nacht lang hier bleiben", rief Madam Pomfrey. Draco lächelte und lief in ihr Büro.
Er ging zum Kamin und nahm sich eine Handvoll Flohpulver. Er warf das Puder in die Flammen und rief laut: "Pansy Parkinsons privates Zimmer." Die Flammen wurden smaragdgrün und Draco steckte seinen Kopf hinein.
"Pansy! Blaise! Kommt hier herüber!", rief er in die Flammen.
"Was, Draco?", sagte Blaise zornig. Offenbar war er immer noch wegen ihrer Unterhaltung vorhin böse.
"Es geht um Ginny", begann Draco.
"Sie ist nicht hier. Sie ist vor ein paar Stunden gegangen", sagte Blaise.
"Ich weiß, sie ist hier. Wir sind im Krankenflügel. Sie wurde geschlagen und vergewaltigt."
"Oh mein Gott! Pansy!" Blaises Augen wurden groß.
"Was?", hörte Draco Pansy rufen.
"Es geht um Ginny, wir müssen los", sagte Blaise. "Wir sind in einer Minute da, Draco." Und damit unterbrach Blaise die Verbindung, bevor Draco noch mehr sagen konnte.
Draco griff nach einer weiteren Handvoll Flohpulver und warf es wieder in die Flammen.
"Weasleys Zauberhafte Zauberscherze!", rief er in die Flammen. Und wieder wurden die Flammen smaragdgrün und eine Sekunde später erschien der Kopf von Fred oder George, er wusste nicht von welchem genau, in den Flammen.
"Oh, du bist es", sagte Fred oder George bitter. "Was willst du?"
"Es geht um Ginny. Sie ist hier bei mir im Krankenflügel. Sie wurde verprügelt und vergewaltigt", sagte Draco.
"WAS? Fred, komm her!", rief George.
"Was?", sagte Fred, der zu seinem Zwilling kam.
"Ginny ist im Krankenflügel", sagte George.
"Wir sind auf dem Weg", sagte Fred zu Draco, bevor er die Verbindung beendete.
Draco stand auf und verließ Madam Pomfreys Büro. Er ging zurück zu Ginnys Bett und begann, ihr Gesicht und ihr Haar zu streicheln. Innerhalb weniger Minuten tauchten Blaise und Pansy auf und liefen zu Draco und der bewusstlosen Ginny.
"Geht es ihr gut?", fragte Blaise. Er merkte, dass dies eine dumme Frage war.
"Es wird ihr wieder gut gehen", antwortete Draco.
"Was ist passiert?", fragte Pansy. Sie setzte sich zu Ginny und griff nach ihrer Hand.
"Das erzähle ich euch, wenn die Zwillinge da sind", flüsterte Draco, damit Madam Pomfrey ihn nicht hören konnte.
Die drei Slytherins saßen in Stille da und beobachteten Ginny. Pansy liefen die Tränen über die Wangen und Blaise sah aus, als könnte er töten. Dracos Gesichtsausdruck war komplett leer. Er konnte es nicht ertragen, sie so zu sehen, aber er wollte sie auch nicht alleine lassen. Wenn er nicht so ein Idiot gewesen wäre, wäre das alles nicht passiert. Soviel dazu, dass du sie beschützen wolltest, dachte Draco sich im Stillen. Etwa zehn Minuten später kamen Fred und George herein und liefen herüber zu Ginnys Bett.
"Ginny?", sagte Fred. Sein Gesicht war aschfahl und in seinen Augen schimmerten die Tränen.
"Was ist passiert?", fragte George, der den selben Gesichtsausdruck trug wie sein Zwillingsbruder.
"Setzt euch hin, dann erzähle ich es euch", sagte Draco mit matter Stimme.
Fred und George setzten sich und sahen zwischen Draco und Ginny hin und her. Draco sah auch noch einmal zu Ginny. Mit traurigem Gesichtsausdruck griff er nach ihrer Hand und drehte sich zurück zu den anderen.
"Okay, also ihr wisst alle, dass ich mit Ginny Schluss gemacht habe, in dem Versuch, sie vor Potter und Ron zu beschützen, weil sie besonders wütend waren, weil sie eben mit mir zusammen war", begann Draco.
"Das wussten wir nicht", sagten die Zwillinge gemeinsam.
"Tja, jetzt wisst ihr es", fauchte Draco. "Ja, ich war ein Idiot, das weiß ich jetzt auch, aber ich kann nicht rückgängig machen, was ich getan habe", sagte Draco beinah entschuldigend.
Die anderen nickten und er fuhr fort. "Heute Nacht hat Ginny Pansys Zimmer verlassen und war durch die Gänge gelaufen. Ich ebenfalls, weil ich nicht zurück in den Gemeinschaftsraum gehen wollte. Ich sah Ginny, wie sie gerade zur Eulerei ging, und dachte daran, ihr zu folgen, damit wir uns unterhalten könnten. Ich beschloss aber, zurück in die Kerker zu gehen und sie zu vergessen, aber das war schwerer, als ihr euch vorstellen könnt. Also ging ich wieder den Weg zurück zur Eulerei. Als ich dort ankam, sah ich zuerst niemanden, also dachte ich, Ginny war schon gegangen. Ich wollte selbst schon wieder gehen, als ich etwas hörte, das wie ein Wimmern klang. Ich habe mich umgedreht und mich genauer in der Eulerei umgesehen. Potters Tarnumhang lag am Boden, also wusste ich, dass Ginny auch noch hier sein musste, wahrscheinlich schwer verletzt." Draco musste kurz eine Pause machen. Er wollte diese Geschichte nicht erzählen, aber er hatte keine andere Wahl.
"Ich habe mich weiter umgesehen und im hintersten Teil sah ich ... sah ich ..." Draco brach an dieser Stelle beinah zusammen. Er musste tief Luft holen.
"Ich sah ihr Höschen am Boden. Und dann fand ich sie. Sie sah genauso aus wie jetzt, nur dass sie gefesselt war. Ich habe sie hierher gebracht und Pomfrey hat festgestellt, dass sie vergewaltigt wurde. Dann habe ich euch gerufen", beendete Draco seine Erzählung. Er sah zurück zu Ginny und sagte ihr im Stillen, wie Leid das alles ihm tat.
Die anderen saßen da und starrten Draco scheu an. Sie sahen gleichzeitig mit grimmigen Gesichtern zu Ginny. Niemand konnte glauben, dass ihr das angetan worden war. Warum war immer sie diejenige, die geschlagen, gequält und missbraucht wurde? Was ihr über all die Jahre geschehen war, war schon schlimm genug, und nun kam auch noch das zu all dem hinzu. Alle dachten sie das selbe. Wie hatte sie das alles so lang ausgehalten? Wie wird es ihr danach gehen? Einen Moment später kam Madam Pomfrey mit einem Tablett voll Tränke, Cremen und Verbänden herein.
"Gebt mir etwas Platz, damit ich meine Arbeit tun kann, oder ihr müsst hier alle raus", sagte Pomfrey. Sie konnten alle sagen, dass sie irritiert war, weil so viele Menschen in ihrem Krankenflügel waren und die gesamte Menge an einem Bett versammelt war. Pansy und Blaise standen sofort auf, gefolgt von den Zwillingen, nur Draco bewegte sich nicht. Er blieb neben Ginny und hielt ihre Hand, so fest er konnte, ohne sie zu brechen.
"Oh na schön", sagte Pomfrey mit einem schweren Seufzen, als Draco zu ihr hoch sah. Sie verdrehte die Augen.
"Was genau stimmt denn nicht mit ihr?", fragte Pansy.
"Sie hat multiple Verletzungen und wurde vergewaltigt. Ich bin mir sicher, Mr. Malfoy hat ihnen das schon erzählt?", sagte Pomfrey, ohne Pansy anzusehen. Madam Pomfrey begann, einen Trank auf ihre Wunden aufzutragen.
"Ja, das hat er uns erzählt, aber welche Verletzungen hat sie?", fragte Pansy diesmal ein wenig beharrlicher.
"Von dem, was ich ohne einer vollen Untersuchung feststellen konnte, hat sie ein paar gebrochene Rippen, ein verstauchtes oder gar gebrochenes Handgelenk, eine Fraktur am Wangenknochen und viele Schnitte und Blutergüsse. Und ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube nicht, dass sie innere Blutungen davongetragen hat", sagte Pomfrey, ohne von Ginny hochzublicken.
Alle blieben still und ließen Madam Pomfrey ihre Arbeit tun. Sie fuhr mit ihren Tränken und Cremen fort und begann, Ginnys Handgelenke einzubandagieren. Dann kümmerte sie sich um Ginnys Bauch und ihre Brust. Ginny hatte massive Blutergüsse an den Seiten, Schnitte und Kratzer, und es sah aus, als würde eine ihrer Rippen unnatürlich hervorstechen.
"Definitiv mindestens eine gebrochene Rippe", murmelte Madam Pomfrey leise.
Sie trug eine dünne Schicht eines tiefblauen Trankes auf Ginnys Blutergüsse und Schnitte auf. Darüber trug sie eine dicke Schicht einer Creme auf und begann, Ginnys Oberkörper zu bandagieren.
"Tun Sie nichts wegen ihrer Rippe?", fragte Blaise verwirrt.
"Ich muss warten, bis sie wach ist. Jetzt momentan ist sie schwer betäubt und es wäre nicht weise, jetzt zu versuchen, dies magisch wieder einzurenken. Momentan kann ich nicht mehr tun als das", sagte sie und deutete zu dem Tablett voll halbleerer Flaschen und Cremen.
"Schwer betäubt?", fragte George.
"Wann wird sie wieder aufwachen?", sagte Fred.
Pomfrey lächelte ein wenig. "Die Betäubung wird in spätestens vierundzwanzig Stunden nachlassen. Aber ich kann Ihnen nicht sagen, wann sie wieder aufwachen wird. Es ist möglich, dass sie mehrere Tage lang, bis hin zu einer Woche lang durchschläft."
Alle wurden bei Madam Pomfreys Worten still. Draco konnte nicht länger still sitzen und zusehen, wie Madam Pomfrey mit den Bandagen herumhantierte. Und nun zu hören, dass Ginny eine Woche lang nicht aufwachen könnte, war mehr, als er ertragen konnte. Er drückte rasch Ginnys Hand, stand auf und begann, zur Tür hinaus zu gehen. Er war noch nicht mal bis zur Tür gekommen, da hielt Blaise ihn auf.
"Was tust du?", fragte Blaise mit einem verwirrten Gesichtsausdruck.
"Ich kann hier nicht herumsitzen und tatenlos zusehen. Nicht jetzt", sagte Draco. Es war so untypisch für ihn, sich wegen all dem Sorgen zu machen, und er liebte Ginny dafür, dass sie diese Seite in ihm erweckt hatte, aber gleichzeitig hasste er sich selbst, weil er dies zugelassen hatte.
"Also gehst du einfach?" Blaise war schockiert.
"Einstweilen. Ich werde zurückkommen, aber ich kann jetzt wirklich nicht hier sein."
"In Ordnung", sagte Blaise. Draco konnte das Mitgefühl und das Verständnis in seinen Augen erkennen. "Solang du wieder zurückkommst." Und damit drehte Blaise sich um und ging zurück zu Ginnys Bett.
"Vielleicht."
