Disclaimer: I do not own them. Transformers Prime belongs to Hasbro!

Kapitel 2

Bumblebee hätte wirklich alles dafür gegeben, wenn es nur nicht ausgerechnet der Mech war, von dem er nicht wollte, dass dieser seine Nachricht abfing.

"Ja ja. Die schwirren hier schon seit fast drei Tagen umher." tönte Smokescreens Stimme. "Wie aufgescheuchte Mücken oder so. Hm? warum ich das erst jetzt sage? Bee', die sind nur etwas angefressen weil einer ihrer Leute ins Gras gebissen hat. Optimus hat echt weitaus wichtiger Probleme, um die er sich kümmern muss."

Ja, das stimmte wohl. Die Decepticons hatten den guten Ruf ihrer Rasse zerstört. Die meisten Menschen wussten nun, dass es sie gab. Riesige Roboter von einem anderen Planeten.

Doch der erste öffentlich Kontakt hätte nicht so sein müssen. Es gab eine Menge zu erklären und eine Menge wieder gut zu machen. Die Menschen hatten zu große Angst vor ihnen und wer konnte es ihnen verdenken.

Und trotzdem, es wäre Smokescreens Pflicht gewesen, die Flieger zu melden. Und das sagte er ihm auch.

"Man, jetzt reg dich nicht so auf. Ich werd mich schon darum kümmern, wenn es dich beruhigt."

Oh nein, das tat es eigentlich nicht.

"Ich werd mir einfach einen von ihnen schnappen und gut ist."

Er konnte doch nicht einfach seinen Posten verlassen. Hatte er in den letzten Tagen überhaupt nichts dazu gelernt?

"Bin dann mal unterwegs. Tschau." und es war nur noch ein leises Rauschen zu hören.

Bumblebee ließ ein wütendes Brummen ertönen. Raffael lächelte verschmitzt und tätschelte behutsam das Armaturenbrett. "Es ist noch nicht alles verloren. Vielleicht lernt er ja doch irgendwann etwas hinzu."


Smokescreen genoss die Sonne, die durch die Wolkendecke brach. Es dauerte länger einen Decepticon zu finden, als er gedacht hatte. Und wenn er schon einfach nur dumm rumstand um auf einen geeigneten Moment zuwarten, dann konnte er genauso gut auch einfach mal die Sonne genießen. Jeder Moment draußen war leichter zu ertragen, als mehrere Stunden in ihrer Basis. Zu sehen, wie Optimus immer tiefer in Selbstmitleid versank, war einfach nicht auszuhalten. Er war sich sicher, dass das, was gerade mit den Decepticons los war, Abwechslung bringen würde. Und endlich mal wieder einen richtigen Kampf. Unglaublich, wenn man mal einen braucht, ist keiner zu finden. grummelte er zu sich selbst, und seufzte tief. Was solls, er hatte ja Zeit. Grinsend streckte er sich lang und dachte an die Decepticons, die nun erheblich an Kämpfermangel litten. Also Krieger, keine hirnlosen Drohnen, die nicht nachdachten, sondern nur Befehle befolgten. Endlich sah er einen Flieger, zielte und schoss. Ziemlich zufrieden mit sich selbst sah er zu, wie der Jet strauchelte, Rauch aufstieg und schließlich zu Boden stürzte. Roter Staub wirbelte umher und nahm Smokescreen für kurze Zeit die Sicht. Eigentlich mochte er diesen roten Sand nicht. Er war irgendwie... unspektakulär, mal davon abgesehen, dass er an seiner Außenrüstung haften blieb und sein Getriebe zum knirschen brachte.

Na also, ein perfekter Schuss, dachte er als er den Decepticon am Boden liegen sah, mit einer qualmenden Schusswunde in der Leistengegend. Die Drohne gab knirschende Geräusche von sich. Der Schaden schien größer zu sein, als es von außen den Anschein hatte. Er hatte auf jeden Fall nicht mehr lange zu leben.

"Also gut, ich mach es kurz. Was soll der Mist? Was ist passiert, dass ihr hier herumschwirrt wie ein Schwarm aufgescheuchter Bienen?"

Die Drohne antwortete nicht, sondern sah ihn nur an.

"Wirds bald?"

Langsam wurde er ungeduldig. Er packte den Flieger beim Hals und hob ihn hoch. "Ich hab nicht ewig Zeit." grummelte er ihn an und ließ ihn dann wieder fallen. Die Drohne krümmte sich kurz, wahrscheinlich vor Schmerz, richtete sich dann aber so gut auf wie sie konnte. "Ankrrz."

"Äh, was?"

"Angrffrz."

"Sorry, ich versteh kein Wort."

So langsam kam ihm der Gedanke, dass es vielleicht nicht sehr gut gewesen war, ihn in den Rumpf zu schießen.

"Angrrrrrzt. Wir...wurden...angegrzzzt!"

Jetzt hatte er verstanden.

"Ihr wurdet angegriffen? Von wem?"

Die Drohne wollte antworten, schaffte es aber nicht. Etwas, dass so aussah wie ein greller Blitz traf den Flieger in den Kopf. Erschrocken sah Smokescreen die Reste zu Boden fallen, die vor kurzem noch ein Gesicht gewesen waren. Energon quoll dickflüssig aus der Wunde und er wurde sich der Spritzer bewusst, die er abbekommen hatte. Als er in den Himmel sah, konnte er noch erkennen, wie etwas davon schwirrte, umdrehte und auf ihn zu flog.

"Hey! Was soll der..."

Ein zweiter Schuss traf einige Zentimeter vor ihn in den Boden. Smokescreen sprang zurück und ließ den toten Flieger los. Wieder drehte der fremde Jet um, flog aber diesmal davon. "Den krieg ich.." knurrte Smokescreen und raste dem Jet nach. Er beschleunigte, so gut er konnte. Jetzt war die Sonne alles andere als angenehm. Ihm wurde heiß und es machte ihn wütend, dass er ihn nicht einholen konnte.

Natürlich nicht, Idiot. Ein Flieger ist immer schneller. Reis dich zusammen, man!

Plötzlich bog der fremde Flieger ab, weg von der Straße. Und Smokescreen verfolgte ihn weiter und weiter, auf ein paar hohe rote Felsen zu. Er bremste scharf, als er sah, dass der Flieger in eine Höhle direkt vor ihm geflogen war. In dieser Gegend gab es lächerlich viele Höhlen und er hatte sie alle selber erkundet(wenn er Zeit dazu gefunden hatte). Aber jetzt zögerte er etwas. Irgendwie kam es ihm falsch vor, so Hals über Kopf in dieses dunkle Loch zu laufen. Ohne vorher jemandem Bescheid gegeben zu haben.

Ein kalter Lufthauch traf ihn, so als ob die Höhle ausgeatmet hätte. Und täuschte er sich, oder hörte er ein leises Lachen aus dem Loch kommen?

Er schüttelte den Kopf und aktivierte sein Kampfsystem.

"Einen Flieger werd ich wohl noch alleine hinkriegen. Ein Kinderspiel."

Er zögerte noch ein paar Sekunden, dann rannte er in das Dunkel.

Mit jedem weiterem Schritt schien die Dunkelheit immer größer zu werden. Und auch wenn er im Dunkel sehen konnte, wohl fühlte er sich trotzdem nicht.

"Na komm schon. Komm heraus, wo immer du auch bist..."

Die Stille war zu erdrückend.

Er ging immer weiter, irgendwann war auch der Eingang nicht mehr zu sehen. Ihm kam es jetzt auf einmal sehr dumm vor, dass er niemanden Kontaktiert hatte. Und schließlich zweifelte er daran, ob der Flieger wirklich in diese Höhle geflogen ist. Vielleicht hatte er sich auch getäuscht und sollte einfach umkehren. Und mit leeren Händen zurück kommen?

Er senkte die Waffen und kratzte sich am Kopf.

"So ein Dre.." Bevor er den Satz zu Ende sagen konnte, sah er sie. Ein paar gelber Augen. Sie starrten ihn aus einer Ecke heraus an.

Er erstarrte, und eine Faust schlug in sein Gesicht.

Es war ein schneller Schlag gewesen. Zu schnell. Er konnte ihn nicht parieren. Genauso wenig wie den zweiten, der ihn wieder im Gesicht traf.

Er taumelte, seine Sicht verschwamm.

Er versuchte auszuholen und Schlug blind zu. Doch seine Faust traf nur harten Stein.

Jemand umklammerte seinen Arm, riss ihn zur Seite und grub wieder seine Faust in Smokescreens Gesicht. Glas splitterte, als seine Augen zersprangen.

Er war nun vollkommen blind. Energon lief ihm aus den Mundwinkeln und er keuchte vor Schmerz, als sich ein spitzes Knie unterhalb seiner Brustplatte grub. Der Schmerz zwang ihn auf die Knie, ein weiterer in seinem Rückrat riss ihn zu Boden. Als er versuchte aufzustehen, trat jemand seine Arme weg und traktierte ihn mit mehreren Schlägen.

Dann Gekicher.

Er erstarrte.

Noch nie war er so hilflos gewesen.

Er konnte nichts mehr sehen.

Und die Schmerzen wollten nicht aufhören.

"Hör auf! Bitte! Hör auf!"

Aber der Fremde hörte nicht auf.

Wieder leises Gekicher.

Verzweifelt versuchte er sein Gesicht zu schützen, doch immer wieder fanden diese fremden Fäuste einen Weg zwischen seine Arme hindurch und schlugen immer wieder zu.

Immer und immer wieder.

Er wimmerte, und die Schläge hörten auf. Er konnte hören, wie sein Angreifer atmete, ruhig und bestimmt. Schließlich packte eine feingliedrige Hand seinen Kopf und hob ihn an. Energon troff auf den Boden und füllte seinen Mund aus.

"Erste Warnung." schnarrte eine Stimme. Sie war tief und eigentlich wohltuend, aber auch gefüllt mit Kälte.

Smokescreen sagte nichts. Er wagte es nicht.

"Leg dich nie wieder mit jemanden an, von dem du nicht weist, was er drauf hat. Verstanden?"

Smokescreen nickte, und die Hand ließ ihn los. Und ohne noch etwas weiteres zu sagen, verließ ihn der war das leise Klackern seiner Schritte verstummt.

Und Smokescreen fiel ins Dunkle.