A/N
Mit einem Tag Verspätung (der Sonntag war hektisch) mein nächstes Werk.
Hier habe ich mich an der Gegenwartsform versucht. Im Nachhinein aber festgestellt, dass es für eine Story nicht das Richtige ist. Man stolpert über zu viele Formulierungen und gerät durcheinander, wenn man doch einmal etwas in einer anderen Zeitform einfügen muss.
Gott, wie könnte man...
Jahr 2021
Unter der Führung von John Connor und Kyle Reese gelang einigen hundert Menschen die Flucht aus dem Skynet Arbeitslager Los Angeles.
Über 6 Jahre hinweg hatte John Connor aus dem Arbeitslager heraus Vorbereitungen für eine Flucht getroffen.
Durch heimlich gebaute Funkgeräte und einigen mutigen Männer, die sich als Kuriere durch unterirdische Gänge zu den diversen freien Gruppen durchschlugen, gelang es ihm eine funktionierende Widerstandsbewegung aufzubauen.
Im Zuge dieses Aufbaues waren auch einige am Stadtrand gelegene alte Bunkeranlagen, von deren Existenz Skynet offenbar nichts wusste, besetzt und sogar weiter ausgebaut worden. Des Weiteren wurden Tunnel bis in die Nähe des Arbeitslagers vorangetrieben.
Dadurch hatte es John Connor geschafft, mit minimalen Verlusten fast alle Menschen zu retten.
Er selbst erlitt bei der Flucht schwere Verletzungen, als er einige Kinder vor den Maschinen rettete. Kaum Jemand hat damit gerechnet, dass John diese Verletzungen überleben würde. Aals er aber nach 42 Stunden Bewusstlosigkeit erwachte, war es schwer ihn am Aufstehen zu hindern.
Vom Bett aus arrangierte er die Bildung von Funktionierenden Zivilen Kommandostrukturen innerhalb der Bunkerstädte, die verwaltungstechnische Aufgaben übernehmen sollten.
Des Weiteren organisierte Er militärisch notwendige Unternehmungen, um die Widerstandsarbeit zu ermöglichen. Jeden Tag war er viele Stunden damit beschäftigt, mit allen möglichen Leuten zu sprechen.
Nach drei Wochen konnte er endlich sein Bett verlassen. Trotz Schmerzen war er fast überall anzutreffen. Von der größten Bunkeranlage aus hatte er ein Netz gesponnen, in dem sich Skynet verfangen sollte.
Viele Menschen konnten nicht begreifen, woher der einsame Mann soviel Energie nahm.
Nur sein Freund und Kampfgefährte Kyle Reese wusste, dass John oft in ruhigen Momenten auf ein altes Foto starrte, dass er mit ins Arbeitslager geschmuggelt hatte.
Als Kyle ihn im Arbeitslager einmal nach dem Foto fragte, auf dem eine junge Frau abgebildet war, sieht John ihn nur an und schüttelte lächelnd den Kopf. Eine Antwort hat er nie erhalten.
Jahr 2022 ( )
16 Monate nach der Flucht aus dem Arbeitslager verschwanden John Connor und Kyle Reese spurlos.
Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile und die Menschen bangten um das Leben des von Allen verehrten Anführers.
Als die beiden nach 9 Tagen in einer der außen gelegenen Bunkeranlagen wieder auftauchten, wurden sie von einer jungen hübschen Frau begleitet, die John Jedem freudestrahlend als seine Ehefrau vorstellt.
Niemand nahm hingegen Notiz von dem nun verschlossen wirkenden Kyle Reese, der sich direkt am nächsten Tag freiwillig für einen riskanten Einsatz meldete.
Als er nach drei Tagen zurückkehrt wirkt er immer noch verschlossen und mied weiterhin John und seine Frau. Auf Fragen der aufmerksam gewordenen Leute antwortete er nur ausweichend.
Erst drei Wochen später zu Heiligabend stand er vor Johns Tür. Als er Stunden danach wieder in Richtung seines Quartiers geht wirkte er nachdenklich aber wieder freundlich wie die Leute ihn kannten.
Jahr 2024 (Neujahr, 10 Uhr)
Im zentralen Bunkerbereich, in dem die technischen Labore liegen, herrscht rege Betriebsamkeit. Es wurden die Überreste einiger Maschinen zur Untersuchung hergebracht.
Bei der Untersuchung einer Energiezelle geschieht ein folgenschwerer Unfall. Durch den Defekt eines Untersuchungsgerätes gelangt ein starker Energiestoß in die Energieversorgung der Bunkerstadt.
Jahr 2024 (Neujahr, 2 Stunden vorher)
Im Wohnbereich schlendert eine junge Frau wie jeden Morgen vergnügt durch die Gänge.
Sie scheint überall beliebt zu sein und grüßt auch jeden freudestrahlend, den sie trifft.
Wie jeden Morgen geht sie in Richtung des Kindergartens, wo sie den Kindern immer etwas vorliest oder ihnen Geschichten aus der Zeit vor dem Tag der Abrechnung erzählt.
Die schöne Frau mit den braunen Augen betritt leise den Raum, wo eine ältere Frau hilflos versucht, Ordnung in das Chaos der Kinder zu bringen. Es dauert nicht lange, bis die junge Frau von der Meute bemerkt und sogleich fast umgerannt wird.
„Hallo Cameron". Die ältere Frau atmet sichtlich auf.
„Hallo Susan, komme ich etwa ungelegen?" Fragt Cameron Connor Frau leicht sarkastisch.
„Aber nicht doch, ohne John Connors Frau wäre dieser Affenstall doch gar nicht zu bändigen."
„Gern geschehen."
Cameron Connor beginnt die Kinder in Richtung der Sitzecke zu scheuchen.
Unbeachtet hat der Chef der Bunkerpolizei das Schauspiel beobachtet. Mit nachdenklichem Gesicht geht er weiter.
110 Minuten später gellt ein Alarm durch die Gänge.
„Keine Angst Kinder, ich erzähle Euch die Geschichte noch zu Ende. Beachtet den Alarm gar nicht."
In der Ferne sind einige kleinere Explosionen zu hören.
Ein paar Minuten später treffen die ersten Mütter ein, um nach ihren Kindern zu sehen.
Vereinzelte Explosionen sind immer noch zu hören.
Plötzlich beginnt das Licht zu flackern und ein Schaltschrank in der Ecke des Raumes beginnt laut zu summen.
Ohne nachzudenken, springt Cameron auf und wirft sich zwischen den Schrank und zwei Kinder die in dessen Nähe spielen.
Sie deckt die Kinder mit ihrem Körper als der Schrank mit einem lauten Knall explodiert.
Diverse Metallschrapnelle fliegen durch den Raum aber glücklicherweise wird niemand ernstlich verletzt.
Lediglich Cameron und die zwei Kinder waren in der unmittelbaren Umgebung des Schrankes.
Als sich der Rauch langsam lichtet, laufen die Kinder in Richtung der eingetroffenen Mütter.
Nur Cameron hockt am Boden, ihre rechte Wange mit der Hand abdeckend.
„Cameron, ist Alles in Ordnung?".
„Alles fein ist nichts passiert, nur ein Kratzer."
Susan hockt sich neben Cameron und fährt mit einem Aufschrei zurück, als sie mehrere Metallsplitter sieht, die in Camerons Rücken stecken.
„Schnell einen Arzt, John Connors Frau ist verletzt!"
Cameron steht auf und weicht langsam zurück. „Es ist nichts, nur ein paar Kratzer.
An der Tür erscheint ein Mann im weißen Kittel: „Wo ist denn die Verletzte?"
Der Polizist deutet wortlos mit dem Kopf in Camerons Richtung.
Der Arzt nähert sich der jungen Frau, die offensichtlich unter Schock steht. „Cameron, ich muss mir Deine Verletzung ansehen."
„Ist nur ein Kratzer, es geht schon wieder." Hören die Anwesenden die junge Frau sagen, die sich bei annähern des Arztes an der Wand zusammenkauert. „John, wo ist John? John soll kommen."
Cameron dreht sich vom Arzt weg. Der atmet ersteinmal tief ein, als er die fingerlangen Splitter sieht, die in Camerons Rücken stecken. Nun energischer werdend, greift er nach Camerons Armen, um sie zu sich heranzuziehen, damit er ihre Wunden untersuchen kann.
Dabei verrutscht ihre linke Hand und in ihrem Gesicht wird eine Risswunde sichtbar, in der deutlich Metall schimmert.
Der Arzt fährt mit einem Aufschrei zurück."METALL! METALL! SIE IST EINE MASCHINE!"
Zwei anwesende Polizisten reißen ihre Plasmawaffen hoch und zielen auf die mit angstgeweiteten Augen zurückweichende Cameron.
Noch bevor die Polizisten etwas unternehmen können ertönt ein angstvoller Schrei: „CAMERON!" John rast die Leute zur Seite wirbelnd durch den Raum und wirft sich schützend über seine Frau, die angstvoll wimmernd in der Ecke die Arme um ihn wirft.
Betroffenes schweigen macht sich breit. Niemand kann sich die Vorgänge erklären. Die Frau von John Connor soll eine Maschine sein? Das erscheint den Leuten unmöglich. Sie Alle kennen die schöne liebenswerte Frau John Connors persönlich.
„WAS IST HIER LOS?" Jeremy Oliver, der Polizeichef betritt den Raum und sieht John und Cameron eng umschlungen in der Ecke des Raumes Hocken, während seine zwei Leute mit ihren tödlichen Plasmawaffen auf sie zielen.
„Ich frage nicht nochmal."Bei dieser Bemerkung in scharfem Unterton fahren die Leute sichtbar zusammen.
Wenn der stärkste Widersacher John Connors so spricht ist man lieber vorsichtig.
Einer der Polizisten fängt an, mit weiterhin angeschlagener Waffe Erklärungen abzugeben.
„Waffen sichern und zurücktreten." Sagt daraufhin der Polizeichef.
Zögerlich sichern die Beide ihre Waffen und treten zurück, behalten aber den Daumen am Sicherungshebel.
Jeremy Oliver nähert sich langsam den beiden Personen in der Ecke des Raumes. „John? John, was ist hier los? Was hat das zu bedeuten?"
„Sie ist meine Frau," hört er leise.
Als er sich weiter im Bogen den Beiden nähert, kann er die Verletzung in Camerons Gesicht sehen. Scharf zieht er die Luft ein. „Habe ich es mir doch gedacht."
Von Cameron kommt nur ein ängstliches Schluchzen.
John Connor sagt leise, ohne den Kopf zu drehen: „Jeremy, egal was Du jetzt denkst, sie ist meine Frau. Ihr dürft ihr nichts tun."
Keiner der Anwesenden hat den mittlerweile 27 Jahre alten Mann , der sich mutig jeder Gefahr entgegengestellt hat, jemals so verzweifelt und ängstlich gehört.
„John, darüber reden wir später. Jetzt lass ich ersteinmal den Raum und den Gang räumen und dann gehen wir zur Polizeistation".
Er erteilt seinen Leuten die Anweisung den Raum zu räumen und den Weg zur Polizeistation freizuhalten.
Nur widerwillig lassen sich die Leute nach draußen schicken. Jeder möchte sehen was passiert.
Die Polizisten verlassen ebenfalls den Raum und Jeremy Oliver gelingt es die ineinander Verschlungenen langsam in Richtung des Ausganges zu dirigieren.
Langsam, von vorne und Hinten sichernd werden die Connors zur Polizeistation dirigiert, stets begleitet von einer großen Gruppe von Leuten.
Auf der ganzen Strecke zur Station sagt niemand ein Wort. Jeremy Oliver öffnet die Doppelflügeltür zur Station und lässt John und Cameron eintreten. Er erteilt Anweisung, Verbandszeug zu holen.
„Ein Mann sichert die Tür von Außen, einer von innen!"
Er lässt seinen Untergebenen eintreten und verriegelt dann das Tor.
„John, ich habe keine Wahl. Ich muss Cameron einsperren."
„Ich bleibe bei ihr." Kommt es leise zurück.
„Wenn du nicht John Connor wärst, hätten meine Leute trotzdem das Feuer eröffnet. Wie ist das Alles möglich? Du weißt, dass sie eine Maschine ist?"
"Das ist sie nicht, nicht wirklich... nicht mehr." Jeremy Oliver schüttelt den Kopf.
Der Polizist vor der Station reicht Verbandszeug herein. Jeremy nimmt es entgegen.
Braucht ihr den Arzt?" „Nein, wir kommen klar, das sind wir immer." Resignation klingt aus Johns Worten.
„Jeremy, bitte hilf uns" Leise klingen Camerons Worte."
„Ich kann jetzt nichts mehr tun." Leicht abweisend klangen diese Worte, was er sogleich bereut, als er in Camerons tränenerfüllte Augen sieht.
Jeremy Oliver senkt den Blick, was Cameron zu einem erstickten Aufschluchzen bringt.
„Hättet ihr doch nur früher etwas gesagt..." Wie leer doch diese Worte klingen. Was ändert das angesichts der vielen Menschen, die die Maschinen getötet haben.
Kopfschüttelnd verlässt er die Zelle und schließt sie hinter sich ab. Er setzt sich an seinen Schreibtisch. Gedankenverloren starrt er auf das Monitorbild der Überwachungskamera.
Er sieht, wie John seiner Frau die Metallsplitter aus dem Rücken zieht und ihr dann hilft, ihre Sachen auszuziehen. Dann verbindet er ihr die Verletzungen.
Als sich Cameron dann der Kamera zuwendet dreht sich Jeremy herum, um sie nicht betrachten zu müssen. Sie war eine schöne Frau... Die Gedanken kreisen in seinem Kopf.
Er lässt noch einmal die Monate Revue passieren, seit Cameron da ist. Eine Stunde später beginnt Jeremy eine hektische Aktivität zu entwickeln.
Jahr 2024 (2. Januar morgens 2.15 Uhr.)
Jeremy Oliver sitzt wieder an seinem Schreibtisch und sieht auf dem Monitor der Überwachungskamera John und Cameron eng umschlungen auf dem Bett der Zelle liegen.
Jeremy hat Kopfschmerzen. Er hat selten so viel an einem Tag schaffen müssen. Er legt sich in einer Zelle aufs Bett und ist fast sofort eingeschlafen.
Jahr 2024 (2. Januar morgens 9.15 Uhr.)
Dringlichkeitssitzung des Zivilrates einschließlich Polizeichef Jeremy Oliver. Anwesend sind auch Vertreter aus anderen Zufluchtsorten.
Des Weiteren sind die Zuschauerränge des großen Sitzungssaales voll belegt.
Wildes Stimmengemurmel ist zu vernehmen.
Als sich die Türe öffnet und John Connor den Saal betritt, an seinem Arm die völlig eingeschüchtert wirkende Cameron, die von 2 Polizisten mit Plasma-Waffen flankiert wird, verstummen alle Gespräche.
Während John langsam Richtung Tischende geht, sieht sich Cameron vorsichtig im Saal um.
Ihr Blick trifft fast nur auf neutrale Gesichter. Einige wenige, darunter auch die Kindergärtnerin und einige Mütter nicken ihr freundlich zu.
Das scheint ihr Mut zu machen und sie richtet sich auf, was die Wachen dazu bringt, ihre Waffen zu heben, woraufhin sich Cameron wieder ängstlich zuzsammenduckt.
Alle Rede-Berechtigten einschließlich John tragen ein Headset.
Als er das Ende Des Tisches erreicht bleibt er kurz stehen und drückt die Sprechtaste des Headsets. „Die Sitzung ist eröffnet"
Leise und heiser kommen die Worte über die Lautsprecher-Anlage, Ausgesprochen von einem 27 jährigen, der jetzt eher wie ein alter Mann wirkt.
Statt sich hinzusetzen nimmt John sein Headset aus dem Ohr, lässt es auf den Tisch fallen und geht dann langsam mit Cameron in den Hintergrund des Raumes, wo noch einige leere Stühle stehen. Beide setzen sich nebeneinander und kauern sich Arm in Arm zusammen.
Alle im Saal starren die beiden an.
Jeremy Oliver räuspert sich lautstark . Alle Blicke wenden sich dem Mann zu, der für die Sicherheit der Bunkerstädte verantwortlich ist und als größter Kritiker John Connors gilt.
„Als verantwortlicher Ermittler ergreife ich als Erster das Wort. Es geht hier um den Status der ..." er zögert kurz,"...Frau von John Connor. Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass sie eine Maschine ist."
Ein Raunen geht durch die Zuschauer.
„ Als John Connor damals verschwand und Tage später mit ihr zurück kam, war sofort mein Argwohn geweckt. Es waren nur Kleinigkeiten, die meine Aufmerksamkeit erweckten. Erstens Gewisse Regelmäßigkeiten oder besser Stereotypen in ihren Antworten. Dinge, die sie im haargenauen Wortlaut wiederholte, wenn man sie fragte. Menschen ändern wenigstens ein paar Worte von Antwort zu Antwort, sie jedoch benutzte immer die gleichen Worte".
„Zweitens ist Sie ist ebenfalls in der Lage Antwort in jeder hier bei uns vertretene Sprache zu geben".
„Und drittens habe ich festgestellt, dass sie jedem Hund, der hier in der Stadt herumläuft ausgewichen ist." Jeremy Oliver kratzte sich kurz am Kopf.
„Jedes dieser Dinge im Einzelnen wäre unauffällig, zusammengenommen brachten sie mich zum Nachdenken. Deshalb habe ich in den vergangenen Wochen mehr oder weniger ständig John Connors Nähe gesucht, um festzustellen, inwieweit er unter ihrer Kontrolle steht".
Ein Raunen ging durch den Saal.
„Dafür konnte ich keinerlei Anzeichen finden", fuhr er fort. „Im Gegenteil, sie scheint eine ganz normale Frau zu sein. Auch ihre Reaktionen sind absolut menschlich. Sie hat Humor und ist eine reizende Gastgeberin."
Bei den letzten Worten heben John und Cameron den Kopf, einen Hoffnungsschimmer im Gesicht.
„Dennoch gilt es, hier eine Entscheidung zu treffen. Ich habe deshalb gestern eine Reihe Gespräche geführt. Unter anderem habe ich mit Kyle Reese gesprochen, der mir die Geschichte der Beiden erzählt hat. Zu viel, um jetzt hier wiederholt zu werden. Leider steht er zur Zeit nicht für eine Aussage zur Verfügung."
Bei diesen Worten erlischt der Hoffnungsschimmer, der sich in Camerons Gesicht gezeigt hat.
„Weiterhin habe ich mich mit den Eltern der Kinder getroffen, um mit diesen über die Gefährdung ihrer Kinder zu sprechen.
Bei dem Wort Gefährdung zuckt Cameron sichtbar zusammen.
John starrt nur vor sich hin, krampfhaft Camerons Arm haltend.
„Die Eltern haben einstimmig einem Experiment zugestimmt."
Auf seinen Wink hin entfernen sich die beiden Wachen von John und Cameron.
Stille herrscht im Saal.
Ein Nicken von Jeremy Oliver und die Wachen an der Tür öffnen diese.
Zum Erstaunen aller Ratsmitglieder werden die Kinder aus dem Kindergarten und einige weitere in den Saal geführt. Vorne weg die Beiden, die Cameron vor der Explosion gerettet hat.
Cameron hebt den Kopf, Unverständnis und beginnende Furcht im Blick. Sollte sie etwa vor den Augen der Kinder hingerichtet werden?
Auch John war aufmerksam geworden. Eine steile Falte bildet sich auf seiner Stirn.
„TANTE CAMERON!"
Ein vielstimmiger Schrei aus mehr als einem Dutzend Kinderkehlen schallt durch den Saal.
Einige der Ratsmitglieder sind beim Eintritt der Kinder protestierend von ihren Stühlen aufgefahren.
Die Kinder indes haben sich von ihrer Begleitung losgerissen und stürmen lachend und kreischend auf Cameron zu, die fassungslos von ihrem Stuhl auf die Knie rutscht und automatisch die Arme ausbreitet.
„ERZÄHL UNS EINE GESCHICHTE!" Gellt der vielstimmige Schrei auf.
Cameron versucht alle Kinder gleichzeitig zu umarmen.
Als die Ratsmitglieder sehen, wie unendlich zärtlich Camerons Berührungen sind und die Tränen in ihren Augen sehen, setzen sie sich sichtlich erschüttert hin.
Eine Diskussion unter den Ratsmitgliedern entbrennt, während Cameron beginnt den Kindern etwas zu erzählen.
„Ich erzähl Euch heute die Geschichte, von dem jungen John Connor und seiner Beschützerin aus der Zukunft."
„Bist Du eine böse Maschine?" fragt eines der Kinder.
Camerons Gesicht umwölkt sich. „Als ich geschaffen wurde war ich Böse, aber John Connor hat mich gut gemacht."
Ein Lächeln erscheint auf dem Gesicht der Kinder. Nicht nur die Kinder aus dem Kindergarten, sondern auch deren ältere Geschwister haben sich um Cameron versammelt, um ihrer Geschichte zu lauschen.
Als Cameron dann auch noch vorsichtig beginnt, in ihren Erzählungen die Stimmen der Personen zu imitieren ist der Spaß für die Kinder riesengroß.
Mehr als 2 Stunden diskutieren die Ratsmitglieder, was nun geschehen soll.
Nur drei der am nächsten Sitzenden beteiligen sich nicht an der Diskussion sondern lauschen der Erzählung Camerons.
Einer der Drei fragt Jeremy Oliver: „Ist das wahr, was sie da erzählt?"
Jeremy nickt langsam. „Sie lässt nur die schlimmen Dinge aus oder verändert sie etwas ansonsten ist das genau die Geschichte, die mir Kyle Reese erzählt hat."
„Erstaunlich."
Etwas später werden die Kinder auf einen Wink hin aus dem Saal geführt. Nicht aber ohne sich von Cameron das Versprechen geben zu lassen, dass sie ihnen die Geschichte am nächsten Morgen weitererzählt.
Jeremy Oliver ergreift erneut das Wort: „Meine Damen und Herren, ich habe keine Ahnung, wie es möglich ist, dass eine Maschine absolut natürlich wirkende Emotionen zeigt aber in diesem Fall ist das so. So wie ich das sehe, kommen Ihre Reaktionen spontan und immer auf die richtige Motivation hin. Meiner Meinung nach zeigt sie nicht nur Gefühle, sie hat sie tatsächlich. Des Weiteren isst und trinkt sie, was ich für besonders erwähnenswert halte".
„Wenn sie sich wundern sollten, warum ich als größter Widersacher John Connors so sehr für ihn spreche, dann muss ich ihnen sagen, dass ich zwar nicht mit Allem einverstanden bin, was er entscheidet, dies aber lange noch nicht bedeutet dass ich weniger treu zu ihm stehe als alle Anderen."
Nach diesen Worten geht er zu den Connors, die wieder nebeneinander diesmal mit hoffnungsvollem Blick auf den Stühlen sitzen, bleibt vor den beiden stehen und sagt:
„Hiermit erneuere ich meinen Treueeid für John Connor und erweitere ihn auch auf seine Frau, der ich ebenfalls gelobe, sie mit meinem Leben zu verteidigen, koste es was es wolle."
Nach diesen Worten dauert es keine 10 Minuten mehr, bis der Rat sich einig ist.
Der gewählte Sprecher erhebt sich und bittet nachdrücklich um Ruhe. „Wir räumen der Frau Cameron Connor hiermit die vollen Bürgerrechte ein. Sie hat damit uneingeschränkten Zugang zu allen öffentlichen Einrichtungen. Die Sitzung ist beendet."
„HALT!" Einer der Elternbeiräte auf der Zuschauertribüne hat sich erhoben.
Bei diesem Wort sind Cameron und John erschreckt zusammengefahren.
Selbst Jeremy Oliver hatte nicht mehr damit gerechnet, einen Einspruch zu hören.
„Der Elternbeirat hat getagt und folgendes beschlossen."
Cameron bekommt bei dem Gedanken, dass man ihr die Besuchserlaubnis für den Kindergarten entziehen könnte, weiche Knie.
„Durch ihren selbstlosen Einsatz wurden zwei Kinder bei der stattgefundenen Explosion vor dem sicheren Tod bewahrt. Wir geben hiermit dem Antrag von John und Cameron Connor auf Erteilung einer Adoptionserlaubnis statt."
Nach diesen Worten sehen sich Cameron und John freudestrahlend in die Augen.
Der hinzugetretene Polizeichef wird sogleich von Cameron umarmt. „Danke Jeremy. Danke für alles." Ein Kuss auf seine Wange lässt den sonst so harten Jeremy betreten zu Boden blicken.
Mittlerweile sind auch die Eltern von der Zuschauertribüne heruntergekommen. Alle wollen John und Cameron gratulieren.
Johns Hand wird sooft geschüttelt, dass er fürchtet sie könnte abbrechen.
Ohne Ausnahme wird Cameron hingegen umarmt.
So glücklich sind die Beiden seit ihrer Hochzeit nicht mehr gewesen.
Jeremy Oliver, der sich vor dem Ansturm zurückgezogen hat wirft noch einen letzten, wehmütigen Blick auf Cameron. Bevor er den Saal in Richtung Polizeistation verlässt flüstert er noch fast unhörbar:
„Gott, wie könnte man diese schöne Frau nicht lieben."
(ENDE)
