A/N

Dies war im April 2009 mein erster Versuch eines Mehrteilers. Natürlich hätte das alles in eine Story gepasst aber Jeder fängt ja mal klein an.


Nächtliche Aktivitäten

Vorwort:

Diese Geschichte ist ein Genre Crossover mit Fantasy. Ich führe hier eine Person ein, die eigentlich im Terminator – Universum keinen Platz hat. Allerdings ist die Figur für die spätere Handlung unerlässlich.


Kapitel 1: Der Fremde

Es war Nacht in L.A. . Auch im Haus der Connors war es ruhig. Nur im Erdgeschoss konnte man hin und wieder eine junge Frau an einem der Fenster beobachten, wie sie in die Nacht hinaus starrte.

Bis auf die Frau schliefen alle ruhig und fest. Im Zimmer von John Connor hörte man nur die leisen Atemzüge des jungen Mannes. Er erwachte ruckartig, als sich eine Hand auf seinen Mund legte.

„Nur ruhig John, ich tu Dir nichts"

Den Worten zum Trotz, starrte John stocksteif in die Mündung seiner Pistole, die er im Mondlicht gut sehen konnte.

„Hör mir genau zu. Ich will nur mit Dir reden, sonst nichts. Ich werde jetzt meine Hand wegnehmen und das Licht einschalten. Bitte schön leise, wir wollen doch die Kleine unten nicht aufmerksam machen."

Der Mann nahm seine Hand von Johns Mund, der immer noch stocksteif da lag. Dann sicherte er die Waffe und reichte sie John, der sie mit ziemlicher Verwunderung entgegen nahm.

„Wer sind Sie?"

Angesichts der Waffe in seiner Hand beruhigte sich John alsbald und seine Neugierde gewann die Oberhand.

„Ein Freund. Ich bin aber nicht Deinetwegen hier, sondern wegen der Cyborg-Lady, die da unten ihre Runden dreht."

„Wie sind Sie überhaupt an Cameron vorbeigekommen?"

„Gar nicht."

Diese Antwort verwirrte John jetzt vollends.

„Was? Sie sind doch aber hier"

„Keine Zeit für lange Erklärungen. „

Der Mann schüttelte den Kopf und verdrehte die Augen.

„Kleiner, Du bist ein Idiot."

„Was? Wieso?"

John war vom Bett hochgefahren.

„Da hast Du eine wunderschöne Frau in Deiner Nähe und Du hast nichts Besseres zu tun, als mit Deinem Schicksal zu hadern. Du liebst sie doch. Warum bist Du nicht bereit das zuzugeben?"

„Das ist ein Traum."

„Vielleicht."

Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Fremden.

„Ernsthaft, Du liebst Cameron, seit Du ihr damals in der Schule zum ersten Mal begegnet bist. Dass sie kein Mensch ist, hat daran nichts geändert."

„Sie sind verrückt. Warum sollte ich sie lieben? Und wie kommen sie überhaupt darauf?"

Ein Seufzen war zu hören. Wieder schüttelte der Mann den Kopf.

„Ihr Menschen..."

kam es flüsternd.

„Was? Sind sie eine Maschine? Habe ich Sie aus der Zukunft zurückgeschickt?"

„Weder noch. Du würdest die Erklärung nicht verstehen. Sagen wir einfach ich bin ein Freund, der Euch schon eine ganze Weile beobachtet hat. Und wie ich darauf komme...nun, Du hast ihren Kopf gestreichelt, gezögert sie zu zerstören, obwohl sie versucht hat Dich zu töten und Du hast sie reaktiviert, obwohl Deine Mutter es verboten hatte. Am deutlichsten wurden Deine Gefühle aber, als Du ihr die geladene Waffe in die Hand gedrückt hast. In dem Moment warst Du bereit für sie zu sterben. So Etwas tut man nur, wenn man jemanden liebt. Vielleicht wärst Du schnell weg gerannt, wenn Du einen Blick auf ihr Head Up Display hättest werfen können."

„Was wieso haben Sie Zugriff auf ihr HUD?"

„Unwichtig. Wichtig ist nur die Frage, ob Dir der Begriff -Terminate- in großen roten Buchstaben, blinkend mit Signalton irgendetwas sagt."

Bei diesen Worten war John deutlich blasser geworden.

„Wenn das so wäre, dann hätte sie mich sicherlich getötet."

„Tja, da wären wir dann am Knackpunkt der Geschichte angekommen. Warum hat sie den Befehl ignoriert und dich am Leben gelassen?"

„Das ist doch Alles Unsinn."

John wurde langsam ärgerlich. Tief in seinem Inneren fing er aber an, dem seltsamen Fremden zu glauben. Diverse Gedankengänge fanden in Johns Kopf statt. Antworten wurden entwickelt und wieder verworfen. Jede Gefühlsregung in Johns Gesicht wurde von dem Fremden aufmerksam verfolgt.

„Sie liebt Dich."

Wie ein Schwert durch schnitten diese Worte die Stille. Johns Gesicht wurde blass, gleichzeitig wurde ihm komisch in der Magengegend. Klar, sie hatte ihm gesagt, dass sie ihn liebt aber wirklich ehrlich war das doch nie, oder? Sie war eine Maschine, Maschinen können nicht lieben.

„Woher zum Teufel wollen Sie das wissen?"

„Genau wissen kann ich das nicht. Allerdings spricht Viel dafür. Zunächst einmal kann sie Gefühle zumindest simulieren und nachempfinden. Obwohl ich glaube, dass als sie Allison war, sie das nicht nur simuliert hat. Als sie dann Riley nachgemacht hat und sie Dir völlig unnötigerweise sagte, dass sie dich liebt, war der Fall für mich klar. Außerdem, jemand der an Zeitreisen und Maschinen aus flüssigem Metall und so weiter glaubt, sollte es doch für möglich halten, dass Maschinen Gefühle entwickeln können."

John dachte über die letzten Worte ein wenig nach. Dann stutzte er.

„Woher wissen Sie das alles?"

„Ich beobachte Euch, seit ihr Euch zum ersten mal in der Schule getroffen- und sie Dich nach Deinem Namen gefragt hat. Als Du die Fackel in der Hand hattest, um sie zu verbrennen war ich bereit einzugreifen."

„Wie hätten Sie eingegriffen?"

Der Mann begann zu grinsen.

„Du hättest möglicherweise einen Arm verloren aber sie wäre heile geblieben."

John fing an, sich ein klein wenig vor dem unheimlichen Fremden zu fürchten. Er war fast schon bereit, um Hilfe zu rufen. Die Waffe in seiner Hand hatte er völlig vergessen.

Seine Cameron würde ihn schon beschützen. Als er gerade den Mund aufmachen wollte sagte der Fremde.

„Wenn Du mehr über sie und ihre nächtlichen Exkursionen erfahren möchtest, dann solltest Du dich leise anziehen. Sie wird gleich aus dem Haus gehen. Folge ihr und Du wirst eine Überraschung erleben."

John erhob sich und begann sich anzuziehen.

„Sie wissen, was sie Nachts tut?"

„Oh ja, zumindest zum Teil. Sie ist oft in der Bibliothek und liest reihenweise Bücher. Außerdem sucht sie nach Anhaltspunkten für Terminator-Attentate. Wenn sie welche findet, schaltet sie diese Attentäter dann im Alleingang aus, daher oft auch ihre Verletzungen am nächsten Morgen."

„Und heute?"

„Heute ist ihr wöchentlicher..."

Der Mann zögert kurz.

„Du wirst schon sehen."

Sagte der Mann mit einem wissenden Lächeln.

„Jetzt beeile Dich, sie wird gleich das Haus verlassen?"

Auf Johns Gesicht spiegelte sich einerseits Neugierde, andererseits aber auch Unglauben angesichts der grotesken Situation.

Als er sich die Schuhe zuband, sah er nur ein Irrlichtern aus den Augenwinkeln. Beim Blick in die Richtung war der Mann verschwunden. Zum zweiten mal fragte sich John, ob er träumte und schüttelte dann den Kopf. Cameron war jetzt wichtiger.

Kapitel 2: Überraschung, Überraschung.

Er nahm seine Jacke vom Stuhl und öffnete leise die Tür. Vorsichtig schlich er in Richtung Treppe. Unten war die Vordertür zu hören, die ins Schloss gezogen wurde. Jetzt beeilte sich John die Treppe herunter zu kommen. Fast hätte er einfach die Tür aufgerissen. Hastig zog er die Hand zurück. Tippte schnell den Code für die Alarmanlage ein. Dann öffnete er vorsichtig die Tür, trat auf die Veranda, zog die Tür hinter sich zu und blickte sich um. Er sah Cameron, die in Richtung Hauptstraße den Weg runter ging.

Vorsichtig und so leise wie möglich folgte er ihr. Sie sah sich nicht einmal um. Einen Angreifer der ihr zu nahe käme, hätte sie aber sicherlich rechtzeitig bemerkt. Außerdem würde jemand, der sie überfallen wollte nicht viel Spaß an der vermeintlich leichten Beute haben. John grinste vergnügt vor sich hin. Das Grinsen verlor sich allerdings bei dem Gedanken das Cameron etwas zustoßen könnte. Er dachte über die Worte des Mannes nach. Liebte er Cameron? Wahrscheinlich. Liebte sie ihn? Obwohl das was der Fremde gesagt hatte plausibel klang, wehrte John sich instinktiv gegen diese Vorstellung. Er hatte die letzten Sekunden auf den Boden vor sich gestarrt. Als er hoch blickte war Cameron verschwunden. Erschrocken blickte John sich um, konnte aber nichts von ihr entdecken. Schnell lief er zur nächsten Kreuzung aber er sah Cameron nirgens. Dann hörte er Musik und sah eine Leuchtreklame mit der Aufschrift 'Coctails'. Als er näher kam, sah er ein Schild auf dem stand 'Jeden Mittwoch Nacht Karaoke'. Nun heute war Mittwoch. Er war zwar noch nie beim Karaoke gewesen und er glaubte auch nicht, dass Cameron dort war. Allerdings war Nachsehen besser als einfach wieder nach Hause zu gehen. Er betrat die Bar und blieb am Eingang stehen. Aufmerksam sah er sich um, konnte sie aber nirgens entdecken. Auf der Bühne sang gerade ein kleiner dicker Mann ein Lied, dass sich nur an Hand der Musik als 'Somewhere over the Rainbow' erkennen lies. John wollte gerade wieder gehen, als der Ansager die Bühne betrat. Neugierig was jetzt wohl käme, wartete John noch einen Augenblick. Der Ansager nahm das Micro, steckte den kleinen Finger ins rechte Ohr und schüttelte ihn heftig.

„Das war eine tolle Darbietung."

Bei diesen Worten verzog er schmerzhaft das Gesicht, schüttelte sich leicht und das Publikum lachte.

„Jetzt habe ich aber mal wieder die besondere Freude jemanden anzukündigen, der bei uns immer wieder gern Gesehen und gehört wird. Ladies und Gentleman ich präsentiere ihnen die bezaubernde ….CAMERON!

John stand stocksteif, als Cameron lächelnd die Bühne betrat. Er konnte nicht fassen, was sich da abspielte. Es musste doch ein Traum sein aber ein sehr realer. Cameron setzte sich auf der Bühne auf einen Barhocker, das Mikrofon im Ständer vor ihr mit beiden Händen umklammert. Die Musik setzte ein. Mit unglaublich gefühlvoller Stimme fing Cameron an zu singen.

„I gotta take a little time

A little Time to think it´s over...

John erkannte sofort, dass sie nicht imitierte sondern mit eigener Stimme sang. Außerdem interpretierte sie das Lied in ihrer eigenen Weise, ohne es zu kopieren. Völlig gebannt ging John ohne es zu wollen langsam Richtung Bühne.

Cameron sang die ganze Zeit mit geschlossenen Augen und bemerkte deshalb John nicht, der ein zwei Meter vor der Bühne stehen geblieben war.

… In my Life, theres been heardache and pain

I don´t know if I can face it again

Can´t stop now, I´ve traveled so far

To change this lonely life...

Als Sie dann den Refrain sang stiegen Tränen inJohns Augen und er begriff, dass er sie wirklich liebte. Vielleicht bestand wirklich die Chance, dass sie ihn auch liebte.

I wanna know what love is

I want you to show me

I wanna feel what love is

I know you can schow me

…...

I´m gonna take a little Time

A little time to look around me

Bei diesen Worten öffnete Cameron die Augen, in denen deutlich Tränen standen und blickte sich im Saal um. Als ihr Blick auf John fiel erstarben die nächsten Worte auf ihren Lippen. Sekundenlang sahen sich die Beiden an. In Camerons Blick lag eine Mischung aus Scham und Schrecken, bevor sie aufsprang, dabei Mikrofon und Hocker um stieß und in Richtung Seitenausgang lief.

John stand noch zwei Sekunden wie angewurzelt, bevor er ihr schnell folgte.

Als John die Gasse hinter der Bar erreichte, stand Cameron ein Stück weiter an einem Müllcontainer. Ohne sich umzudrehen sagte sie:

„Bitte John, tu das nie wieder. Du bist in meine Privatsphäre eingedrungen."

„Tut mir leid Cam, aber ich musste einfach wissen was Du nachts treibst."

John war auf sie zugegangen und legte eine Hand auf ihre Schulter.

Er spürte ein leichtes Zittern unter seinen Händen. Vorsichtig drehte er sie zu sich herum. Tränen standen in ihren Augen und sie blickte zu Boden. Zärtlich nahm er sie in die Arme. Einen Augenblick lang erwiederte sie diese Geste. Dann riss sie sich plötzlich los, stieß John zurück, warf sich auf dem Absatz herum und rannte los, schneller als John ihr folgen konnte. Am Eingang der Gasse wurde er abrupt von einer vorschnellenden Hand aufgehalten. Vor ihm stand der merkwürdige Fremde.

„Glaubst Du mir jetzt?"

John konnte nur nicken. Sein Blick ging gehetzt an dem Fremden vorbei er wollte ihr so schnell wie möglich folgen.

„Komm wieder runter, sie läuft Dir nicht weg. Ich habe noch ein paar Ratschläge, die Du dir zu Herzen nehmen solltest."

Trotz der bohrenden Eile in John, schenkte er dem Fremden wieder etwas Aufmerksamkeit.

„Sei nicht immer gleich sauer, wenn sie Etwas tut, was eigentlich sonst nur Menschen tun.

Sei aufmerksam. Hier und da ein kleines Geschenk wirkt Wunder.

Such ihre Nähe und unterhalte Dich mehr mit ihr.

Argumente wie: Das machen Menschen, das ist menschlich und so weiter solltest Du Dir sparen.

Bei Deiner Mutter bin ich mir nicht sicher aber ich glaube sie weis, das Du Cameron liebst, verdrängt das aber in den hintersten Winkel ihres Verstandes.

Eines darfst Du nie vergessen. Sie hält ständig den Kopf für dich hin. Irgendwann einmal trifft sie vielleicht auf einen Gegner, dem sie nicht gewachsen ist. Du wirst Dich auf ewig hassen, wenn Du dann nicht wenigstens Alles versucht hast. Andererseits aber wird es natürlich auch nicht so weh tun sie zu verlieren.

„Werde ich sie verlieren?"

In Johns Stimme schwang Angst mit.

„Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Zukunft hält viele Überraschungen bereit.

Während dieser Worte war der Fremde um John herum gegangen. John bemerkte wiedereinmal nur ein Irrlichtern. Als er sich umdrehte war die Gasse leer.

Den ganzen Rückweg bis zum Haus grübelte John über den Fremden nach. Halluzinierte er vielleicht? Hatte er unbeabsichtigt irgendetwas eingenommen oder schlief er doch noch? Als er zu keinem befriedigenden Ergebnis kam, fokussierte er seine Gedanken wieder auf Cameron. Hatte sie dieses Lied auf ihn bezogen? War es Ausdruck ihrer Einsamkeit? War es, weil sie ihre Gefühle nicht zeigen durfte?

Fragen über Fragen. Je länger John darüber nachdachte, umso weniger Sinn ergab Alles. Ohne es zu merken war er vor dem Haus angelangt. Als er die Tür hinter sich schloss, tippte Cameron bereits den Code ein. Dann ging sie an ihm vorbei, um ihre 'Runde' wieder aufnehmen. John wollte sie am Arm festhalten.

„Cam ich..."

Sie reagierte nicht darauf und ging einfach weiter.

„Du solltest so spät nicht Draußen herumlaufen."

Sagte Sie ohne eine Spur von Emotion. John, lies sie wieder los angesichts der Einsicht, dass sie in dieser Nacht wohl nicht mehr gesprächsbereit war. Resignierend mit hängendem Kopf ging er in Richtung seines Zimmers, um doch noch eine Mütze voll Schlaf zu bekommen.

Er sah nicht, dass Camerons Blick ihm folgte während eine Träne ihre Wange herunterlief.

Später in der Nacht, als John eingeschlafen war, öffnete Cameron vorsichtig seine Türe. Nach einem sehnsüchtigen Blick auf ihren Schützling ging sie in ihr Zimmer, wo sie am Fenster ihre Wache wieder aufnahm.

Kapitel 3: Camerons Begegnung

Der nächste Tag verlief wie so viele Andere. John suchte im Internet nach Hinweisen. Sarah Kochte oder machte andere Hausarbeit, Derek säuberte Waffen und Cameron stand einfach nur herum. Selbst sie bemerkte nicht, dass John sich zur Hintertür hinaus schlich, etwa eine halbe Stunde wegblieb und dann genauso unbemerkt wieder zurückkehrte. Als sie irgendwann in ihr Zimmer kam, fand sie zu ihrer Verwunderung eine rote Rose auf ihrem Kopfkissen. Darunter lag ein Zettel auf dem in Johns Handschrift 'Sorry' zu lesen war. Den ganzen Tag über fand sich keine Gelegenheit für John, Cameron anzusprechen. Am Abend blieben John und Derek lange auf, um ihr weiteres Vorgehen zu besprechen. Als die Beiden zu Bett gingen war John lange eingeschlafen. Es war mitten in der Nacht, als Cameron plötzlich ein kurzes Aufleuchten wahrnahm. Als sie sich umdrehte, sah sie einen fremden Mann vor ihr stehen. Sofort ging sie zum Angriff über. Sie packte ihren Gegenüber an der Kehle und wollte ihm das Genick brechen. Der Mann hingegen lächelte nur, trotz der Tatsache, dass sich sein Hals quasi in einem Schraubstock befand. Als Cameron mit aufheulenden Servomotoren begriff, dass sie ihre Taktik ändern musste lies sie den Fremden los, und begann eine Serie von Schlägen anzubringen. Jeder Schlag wurde von ihm aber mit Leichtigkeit abgeblockt. Der Fremde war stark und schnell, eine Maschine schien er aber nicht zu sein.

„Lass Das!"

Ein weiterer fast lautloser Schlagabtausch. Der Fremde war so schnell, dass Cameron mit ihren Schlägen meist nur Löcher in die Luft schlug.

„Du verbrauchst nur Energie!"

Das der Fremde wusste, dass sie kein Mensch war registrierte sie nur am Rande.

Der Schlag, der Cameron dann vor den Oberkörper traf und sie zurückschleuderte kam für sie völlig unsichtbar. Sie flog durch den halben Wohnraum, wurde aber von dem Fremden aufgefangen, noch bevor sie ein lautes Geräusch verursachen konnte.

„Bitte STOP!"

sagte er noch eindringlicher, hielt sie dabei so fest, dass sie ihre Arme nicht mehr bewegen konnte. Nach einer letzten Anstrengung, bei der man ein lautes Summen aus ihrem Inneren hören konnte gab sie den Widerstand schließlich auf.

Als er merkte, dass sie ruhiger geworden war, half er ihr auf die Beine und lies sie los. Mit einem Ausdruck der Verwunderung sah Cameron dem Mann in die Augen.

„Wer sind sie und wie sind sie hereingekommen."

„Ich bin nicht hereingekommen, ich war einfach Da."

„Unlogisch, Menschen erscheinen nicht einfach."

Er schenkte ihr ein wissendes Lächeln

„Ich bin hier, weil Du und John ein wenig Hilfestellung braucht."

„Ich verstehe nicht."

„Ihr liebt Euch, das kommt ganz klar zum Ausdruck. Nachdem dich John letzte Nacht hat singen sehen ist er ganz verrückt nach Dir. „

„Egal was John für mich empfindet, es ist unmöglich."

„Warum?"

„Weil..."

Ihr fielen gerade nicht die richtigen Argumente ein. Er stand ihr hilfreich zur Seite.

„...Derek dich nicht ausstehen kann oder Sarah auch dagegen wäre...?"

„Richtig."

„Mach Dir nichts vor, so sehr John Dich liebt, so wenig kannst Du dich gegen Deine Gefühle wehren. John hat nichts auf dieser Welt außer den Gedanken an den Tag der Abrechnung. Jeder den er liebt stirbt früher oder später. Weißt Du, was er zu Jesse gesagt hat, als die Frage aufkam, ob er dich weggeschickt oder zerstört hätte, wenn doch Du Riley getötet hättest?"

„Er hätte den Knopf gedr..."

Cameron brach ab.

„Den Knopf gedrückt, der sich in der Taschenuhr befindet, die Du ihm geschenkt hast."

In Cameron überschlugen sich die Gedanken. Woher wusste er das Alles?

„Er sagte zu Jesse, dass er es nicht getan hätte. Dann hat er, größmütig wie John Connor nuneinmal ist, ihr ihre Tasche vor die Füße geworfen und ihr gesagt, sie solle gehen. Sicher, er mochte Riley aber Dich liebt er, seit er dich zum ersten mal sah. Gerade dass Du ihm aber emotional nicht zur Seite steht ist, was ihn am Meisten verletzt. Wenn er traurig ist möchte er nichts mehr, als dass Du ihn tröstest und nicht seine Mutter.

Er hat vor nichts so viel Angst wie einen geliebten Menschen zu verlieren. Bei Dir kann er wenigstens hoffen, dass Du den meisten Gefahren gewachsen bist. Geh einfach ein wenig auf ihn ein. Offenbare ihm Deine Gefühle, ohne ihn aber sofort vor den Kopf zu stoßen. Aber hüte dich vor Derek, sonst wird er sich eines Tages zwischen euch beiden entscheiden müssen. Dann wird Derek zu einer Gefahr für ihn.

„Wieso wird Derek dann eine Gefahr für ihn?"

„Weil John sich natürlich für Dich entscheiden wird."

Ungläubig starrte sie auf den fremden Mann, der soviel zu wissen schien.

„Nun geh zu ihm, leiste ihm ein wenig Gesellschaft. Dass er Dir gestern gefolgt ist war übrigens meine Schuld, ich habe ihn dazu ermutigt. Und nun geh zu ihm. Beschütze nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Seele. Ohne dich ist er zerbrechlicher als es scheint."

Cameron drehte sich nachdenklich in Richtung der Treppe. Wieder eine Leuchterscheinung und als sie sich umdrehte war der Fremde verschwunden. Als Cameron langsam in Richtung der Treppe ging, begann die Erinnerung an den seltsamen Mann aus ihrem Speicher zu verschwinden. Vor Johns Zimmer angekommen öffnete sie vorsichtig die Türe und betrat leise den Raum. John schlief, wälzte sich aber hin und her. 'Er hat einen Alptraum', folgerte Cameron. Instinktiv setzte sie sich zu ihm auf das Bett und legte vorsichtig ihre Hand auf seine Stirn. Ohne wachzuwerden beruhigte er sich schnell. Unbemerkt von Cameron war Sarah aus ihrem Zimmer gekommen. Auf ihrem Weg zum Bad kam sie an Johns Zimmer vorbei. Als sie sah, dass seine Türe ein wenig offenstand, schlich sie leise näher, um nach 'ihrem' Jungen zu sehen. Der Anblick Camerons, die sich über John beugt versetzte ihr einen Schlag. Hatte die Maschine ihn im Schlaf getötet? Sie wollte gerade losschreien und sich auf Cameron stürzen, als John sich im Schlaf auf die Seite drehte, woraufhin ihm Cameron die Bettdecke ein wenig höher zog, damit er nicht frierte. Als Cameron sich erhob, um den Raum zu verlassen, zog sich Sarah schnell ins Bad zurück, nicht ohne aber Cameron zu beobachten, wie sie mit zufriedenem Gesichtsausdruck Johns Zimmertür leise schloss und in Richtung ihres eigenen Zimmers ging.

Kapitel 4: Sarahs Bekehrung

Sarah schloss leise die Badezimmertüre, schaltete das Licht ein, drehte sich um und sah in die Mündung einer Waffe. Hinter der Waffe stand ein Mann, der einen Finger an die Lippen gelegt hatte.

„Schhhhhhht, leise bitte."

Nach diesen Worten senkte der Mann die Waffe und mit einem schnellen Dreh hielt er Sarah die Waffe hin. Sie nahm die Waffe und zielte nun ihrerseits auf den Fremden.

„Wer sind sie und was wollen Sie"

Sagte sie mit nur wenig abgesenkter Lautstärke.

„Ich bin hier, um John zu helfen."

„Wieso bräuchte mein Sohn ihre Hilfe"

Stieß sie nun ihrerseits deutlich leiser hervor.

„Weil ich den großen Überblick habe. Ich weis, was im Haus der Connors so vor sich geht."

„Connors, wer ist denn das?"

„Sarah Connor, unterschätze niemals meine Intelligenz. Ich werde doch wohl wissen, wer der Retter der Menschheit ist."

„Kommen sie aus der Zukunft? Hat mein Sohn sie zurückgeschickt?"

„Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit sind für mich Dasselbe."

Bei dieser kryptischen Antwort fing Sarah an zu denken, der Kerl hätte sie nicht mehr Alle. Noch bevor sie dahingehend eine Bemerkung machen konnte fuhr der Fremde fort.

„Du hast Fehler gemacht Sarah Connor. Du hast Deinem Sohn nicht mehr vertraut und ihm fast seines wichtigsten Schutzes beraubt. Cameron ist entscheident dafür, was aus ihm wird."

„Was wissen sie schon über Cameron?"

„Ich weis zumindest, dass sie nicht die seelenlose Maschine ist, die Du gerne in ihr sehen würdest."

Bei dem Wort Maschine war Sarah zusammengezuckt. Was wusste der unheimliche Fremde denn nicht noch alles?. Übergangslos sprach der Fremde weiter.

„Sie und ihr Sohn sind ein Team, eine Einheit. Sie ihm wegzunehmen ist als wenn sie dem Retter der Menschheit einen Arm abhacken würden. Von den emotionalen Schäden mal abgesehen."

„Was für emotionale Schäden?"

„Als ob Du nicht gemerkt hätten, was John für Cameron empfindet."

„Vielleicht schwärmt er ein Bischen für sie, das geht aber vorbei. Er ist schließlich ein Teenager. Er weis ganz genau, dass sie ihn niemals lieben wird."

Während dieser Worte war Sarah ärgerlich geworden.

„Er liebt sie und sie hat auch Gefühle für ihn. Stelle dich ihnen nicht in den Weg, sonst wird die Menschheit dafür bezahlen müssen."

„Sie hat keine Gefühle, sie ist eine Maschine!"

Mit diesen Worten war sie schon merklich lauter geworden.

„Zeitreisen, Maschinen aus flüssigem Metall. Muss ich Dir noch mehr Wunder zeigen, damit du auch an fühlende Maschinen glaubst?"

Nach diesen Worten klopfte es an die Tür. Sarah drehte den Kopf und schloss die Tür auf. Cameron, John und Derek standen in der Tür, da sie von den Stimmen im Bad geweckt worden sind.

„Mom, was ist denn los? Mit wem redest Du?"

Sarah drehte den Kopf in die Richtung, auf die noch immer die Pistole deutete. Als sie registrierte, dass da niemand stand, lies sie die Waffe verwirrt sinken.

„Es ist …..Nichts."

Sie wischte sich mit der Hand über die Stirn, drehte sich um und drückte sich zwischen den Anderen hindurch um zu ihrem Zimmer zu gelangen.

„Mom? MOM...!"

Sie hörte nicht auf John und schloss schnell ihre Türe hinter sich. John, Cameron und Derek sahen sich betroffen an.

„Vielleicht ein Alptraum."

Äußerte Cameron. Derek schüttelte den Kopf.

„Im stehen? Im Bad?"

John schüttelte langsam den Kopf. Was hatte er nur vergessen?

„Cameron, sichere die Umgebung, Derek und ich durchsuchen das Haus."

Sarah, mit dem Rücken an die Türe gelehnt hatte die kurze Unterhaltung mitgehört. Ging nun aber zu ihrem Bett und lies sich rückwärts darauffallen.

Jeder Raum wurde durchsucht aber nirgendwo war eine Person zu finden. Als John und Derek sich gerade in der Küche trafen, kam auch Cameron durch die Hintertür.

Alle drei sahen sich nur an und schüttelten den Kopf. John etwas heftiger, weil er sich immer noch nicht erinnern konnte, was ihm entfallen war.

Nachdenklich gingen John und Derek in Richtung ihrer Zimmer, während Cameron noch eine Runde durchs Haus drehte. Schließlich kam sie auf dem Weg zu ihrem Zimmer bei Sarah vorbei. Lauschend verharrte sie vor der Türe. Als sie leise Geräusche vernahm klopfte sie leise. Nach ein paar Augenblicken öffnete Sarah die Türe. Mit einem Rundblick über Camerons Schultern überzeugte sie sich davon, das diese allein war.

„Komm rein und schließ die Türe."

Nachdem Cameron eingetreten war und die Türe geschlossen hatte, winkte Sarah diese zu sich heran und bedeutete ihr sich zu ihr auf die Bettkante zu setzen.

„Wir haben Alles durchsucht, konnten aber niemanden finden."

Cameron schien sich so dicht bei Sarah sichtlich unwohl zu fühlen.

„Schon gut, ist wahrscheinlich nur der Stress gewesen."
Cameron legte den Kopf leicht auf die Seite zum Zeichen, dass sie diese Aussage nicht wirklich verstanden hatte.

Sarah bemerkte die Geste, ging aber nicht weiter darauf ein.

„Ich weis, warum Du hier bist. Du sollst John beschützen. Ich habe aber auch bemerkt, dass da zwischen Euch etwas Besonderes vorgeht. Solange John Dich braucht, kannst Du bleiben, solltest Du ihm aber irgendwie Schaden zufügen, dann werde ich dich und das schwöre ich Dir, werde ich Dich bis auf die letzte Niete auseinander nehmen."

„Ich schwöre, dass ich John keinen Schaden zufügen werde."

Sarah erhob sich und Cameron folgte ihr bis zur Tür. Sarah wollte die Türe öffnen, zögerte aber kurz. Stattdessen umarmte sie Cameron kurz aber zum ersten mal mit etwas mehr Herzlichkeit. Cameron war viel zu verwirrt, um die Geste zu erwidern. Als Sarah die Türe dann aber doch öffnete, war sie immer noch so verwirrt, dass sie einfach auf dem Fleck stehen blieb. Sarah musste sie erst durch einen Wink aufmerksam machen, dann verließ Cameron das Zimmer.

Kapitel 5: Annäherungen

In den folgenden Tagen konnte man sehen, dass John viel mehr als früher Camerons Nahe suchte und sie die seine. Stundenlange Gespräche auf der Couch entwickelten sich und Sarah, die manchmal diese Gespräche an einen Türrahmen gelehnt beobachtete, konnte sogar ab und zu ein Lächeln oder gar ein Lachen auf Camerons Gesicht beobachten. 'Wie ein normales Mädchen', dachte sie und schüttelte dann den Kopf. Ihr entgingen auch nicht die vorsichtigen Berührungen zwischen den Beiden. Über sich selbst ärgerlich wollte sie eingreifen, eine innere Stimme hielt sie aber immer wieder davon ab.

Nach ein paar Tagen sagte Derek.

„Wir sollten die Beiden trennen, das ist ja abartig."
Dereks Stimme war wie immer gereizt, wenn es um Cameron ging verstand er keinen Spaß. Sarah legte eine Hand auf seine Brust und Schob ihn zurück in die Küche.

„Derek, er ist der Retter der Menschheit und wir müssen ihm vertrauen. Wenn er der Ansicht ist, er könne sich gefahrlos mit Cameron anfreunden dann muss ich ihm vertrauen. Jedes mal wenn ich dachte, ich würde irgendetwas tun müssen, um ihn von ihr zu trennen, habe ich Alles nur noch schlimmer gemacht. Zweimal hätte ich meinen Sohn fast verloren."

„Und wenn das weiter geht?"

Derek wurde noch ärgerlicher

„Was, wenn sie ihn mit ihrem Charme übertölpelt und ihn dann schließlich an Scynet ausliefert?"

„Auch Du solltest deinem Neffen vertrauen, dass er weis, was das Richtige ist. Er wird schließlich mal ein großer Anführer. „

„Und wenn Schlimmeres passiert?"

„Was meinst Du?"

„Wenn es nicht bei plaudern, lachen und Händchenhalten bleibt?"

Bei diesen Worten deutete er durch die offene Küchentür auf John und Cameron, die lachend und redend auf der Couch saßen und sich an den Händen halten.

Ein Stirnrunzeln von Sarah zeigte deutlich, dass sie gerne dazwischen gehen wollte, ihre innere Stimme meldete sich aber wieder mit Vehemenz. Schließlich zuckt sie mit den Schultern und sagt resignierend aber auch mit einem Blick, der Derek in die Schranken wies.

„Wenn es verhindert, dass ich meinen Sohn und Du Deinen Anführer verlierst, ertrage ich sogar noch Schlimmeres."

Und es war eindeutig, was sie damit meinte. Dann schob sie Derek aus der Hintertür.

Als die beiden später woher auch immer wieder kamen, saßen Cameron und John noch immer da, diesmal allerdings saß sie vor ihm, den Rücken gegen seine Brust gelegt und der Fernseher lief. Als Sarah und Derek oben vor ihren Zimmern ankamen sagte Sarah leise und resignierend:

„Zukünftig empfehle ich dir Ohrstöpsel."

Derek brauchte eine Weile, bis er den Hinweis verstanden hatte.

„Verdammt!"

Stieß er hervor, als er seine Tür hinter sich schloss.

Unten im Wohnraum streichelte John gerade die braunen Harre seiner schönen Beschützerin und sie lächelte dazu.

[ Leise lachend beobachtete der Fremde die Beiden aus seiner Zeitblase heraus.

Wieder mal einen Zeitstrom vor der Implosion bewahrt. Nur auf diesen Derek werde ich ein Auge haben."

lächelnd setzte der Wächter seine ewige Aufgabe fort. ]

(Ende Teil 1)

*Die Rechte an "I wanna know what love is" liegen bei den entsprechenden Rechteinhabern


Doomsday

„JOHN!" schrie Cameron in höchster Not bevor sie aufsprang, um ihn bei Seite zu stoßen.

Sie hatte zwei Wachmänner bemerkt, die mit ihren Großkalibrigen Waffen auf ihn zielten. Noch bevor sie sich selbst in Sicherheit bringen konnte schlugen die Panzerbrechenden Geschosse in ihren Körper ein und schleuderten sie meterweit nach hinten. Beim Einschlag der Geschosse war ein hässliches Geräusch zu hören gewesen.

„CAMERON!"

Nahe einer Panik sprang John auf, um das Feuer seinerseits auf die nahezu ungedeckten Wachmänner zu eröffnen. Innerhalb von Sekunden hatte er sein Magazin geleert und dabei die Wachen durch unzählige Treffer getötet. John warf sich herum und sah Cameron in einem Schutthaufen liegen, der von der Explosion hinterlassen wurde, die das Loch für ihr Eindringen geöffnet hatte.

John rannte zu Cameron, die sich nur zuckend bewegte. Er warf sich vor ihr auf die Knie und sofort schossen Tränen in seine Augen als er das Außmaß von Camerons Verletzungen erkannte. Ihr rechter Arm war knapp oberhalb des Ellebogens durchschlagen worden und hing offensichtlich nur noch an ihrem lebenden Gewebe. Ein kleines Loch klaffte knapp unterhalb ihrer Brust in ihrem Körper.

„Cam, das kriegen wir irgendwie wieder hin, ich bringen dich ersteinmal hier weg."

Cameron sah John mit seltsamen Gesichtsausdruck an, in dem sich Liebe und Trauer zu vermischen schienen.

„John das Geht nicht, der Schaden am Arm ist irrelevant aber der andere Treffer hat das Rückrad durchschlagen."

Nach diesen Worden griff John nach Camerons Schulter, um sie auf die Seite zu drehen.

Entsetzen spiegelte sich in seinem Gesicht, als er das faustgroße Loch in Camerons Rücken sehen konnte, aus dem Teile ihrer Wirbelsäule hingen. Als er Cameron wieder auf den Rücken drehte, hatte er Tränen in den Augen aber ein Lächeln auf den Lippen.

„Ist nicht so schlimm, nichts was wir nicht mit einem Lötkolben, einer spule Draht und einem Pflaster wieder hinbekommen würden. Bei den letzten Worten flossen Tränen seine Wangen hinunter.

Cameron lächelte ihn an und legte ihre unverletzte Hand an seine Wange.

„John, es ist vorbei. Der Treffer hat meine Energiequelle gestreift. Der Prozess der Destabilisierung ist nicht mehr aufzuhalten."

Bei diesen Worten streichelte sie seine Wange.

„In 3 Minuten und 59 Sekunden werden ich und das Gebäude in einer Explosion zerstört werden. Es wird nur Asche und Staub übrigbleiben. Asche zu Asche und Staub zu Staub, so sagt ihr Menschen doch. Noch 3 Minuten und 37 Sekunden John."

„Ich nehme deinen Chip heraus und wir suchen Dir einen anderen Körper."

Hoffnungsvoll blickte John Cameron an.

„Nein John, ich wäre nicht die Selbe Cameron wie vorher und du könntest mich nicht so lieben wie jetzt. „

„Doch Cam, ich..."

Cameron fiel ihm ins Wort.

„Nein John es bleibt dabei. Mein Tod ist die Garantie für die Vernichtung von Skynet."

Von John unbemerkt waren Sarah und Derek herangetreten.

„Noch 2 Minuten und 46 Sekunden. Sarah bring John hier weg. Ich werde explodieren und dieses ganze Gebäude mit mir. Wenn ihr nicht mindestens 300 Meter weit weg seid..."

John warf sich weinend über Cameron und versuchte sich an ihr festzuhalten.

„Ich liebe dich Cam, ich werde dich immer lieben."

„Ich liebe Dich auch John und jetzt Sarah verschwindet von hier, ihr habt nur noch 2 Minuten und 6 Sekunden."

Nach diesen Worten stieß Cameron John von sich weg in die Arme von Sarah.

Sarah nickte Cameron noch einmal dankbar zu, und Cameron erwiderte die Geste. Dann stürmten Sarah und Derek, John mehr ziehend als laufend zu ihrem Wagen, schoben John auf den Rücksitz, Sarah warf sich hinter das Steuer und raste so schnell sie konnte davon.

Cameron lag weinend auf dem Schutthaufen, als es dunkel um sie wurde. 5 Sekunden später detonierte ihre Energiequelle.

Einige hundert Meter hinter Sarah, John und Derek zerbarst das Gebäude in einer gewaltigen Explosion.

Kapitel 2

Auf ihrem Weg nach Hause warf Sarah immer wieder einen Blick in den Rückspiegel. 'Sicher' , sie hatten Skynet besiegt aber zu welchem Preis. Würde ihr Sohn jemals wieder der Selbe sein? Würde er es schaffen weiterhin auf der Flucht zu sein, wahrscheinlich für den Rest seines Lebens? Niemals der große Anführer, immer nur der Terrorist auf der Flucht? Einsam und alleine für den Rest seines Lebens? Seine große Liebe war tot, würde er sich jemals davon erholen? Zur Zeit saß er apathisch auf dem Rücksitz und weinte lautlos. Der Einzige, der der Situation etwas positives abgewinnen konnte schien Derek zu sein.

„Zwei Fliegen mit einer Klappe", murmelte er vor sich hin. Allerdings so laut, dass sowohl Sarah als auch John es hören konnten. Sarah warf ihm nur einen entsetzten Blick zu.

Dann spürte Derek etwas Kaltes an seinem Hals und erstarrte. Sarah sah mit schreckgeweiteten Augen, dass John seine Pistole gegen Dereks Hals presste, Trauer und Hass im Blick. Sie wusste, dass John Derek das Leben nehmen würde, sollte dieser noch ein falsches Wort von sich geben. Nach ein paar Augenblicken lies John sich wieder zurücksinken.

„Wenn wir wieder zu Hause sind, packst Du deine Sachen und verschwindest", kam es leise von John. Derek drehte sich langsam um.

„John, ich...". John richtete die Waffe wieder auf seinen Onkel. In der Gewissheit, dass mit John jetzt nicht zu reden war drückte Sarah Derek zurück in den Sitz und gab ihm mit Blicken zu verstehen, dass er endlich ruhig sein sollte. Resignierend gab Derek nach.

Kapitel 3

John konnte nur an Cameron denken, wie sie da lag, der Arm unnatürlich verdreht, die Beine bewegungslos. Seine Cam, über die letzten Monate hinweg nicht nur sein Beschützer sondern auch Frau, Freundin und die Liebe seines Lebens. Sie hatten viel Zeit miteinander verbracht und John hatte lange Kämpfe mit Sarah durchstehen müssen, bis diese Cameron eine ehrliche Chance gegeben hatte. Cam hatte sogar oft nachts in seinen Armen gelegen und selbst nach dem Aufstehen konnte er sie noch lange spüren. Ihre Wärme, ihr Duft und ihr Lächeln waren für John allgegenwärtig. John hatte es sogar durchsetzen können, dass Cameron in ihrer neuen Identität nicht mehr Johns Schwester war sondern seine Freundin. So konnten sie auch ungehindert in der Öffentlichkeit als Paar auftreten.

Außer Derek gegenüber hatte Cameron ihr maschinelles Gehabe fast völlig abgelegt. Sie war zu einer jungen schönen und glücklichen Frau geworden. Nur Dereks Stimmung wurde immer schlechter je länger die Beziehung zwischen John und Cameron dauerte.

Diesmal hatte er allerdings das Fass zum überlaufen gebracht. Sollte er noch ein falsches Wort sagen würde John sein Gehirn über die Windschutzscheibe verteilen.

Als sie Zuhause eintrafen öffnete John ohne ein weiteres Wort die Tür, stieg aus und ging mit hängenden Schultern in Richtung Haus.

„Sarah, ich...", versuchte Derek anzufangen, wurde aber von Sarah brüsk unterbrochen.

„Du hast ihn gehört, pack Deine Sachen und verschwinde." „Aber..." „Kein Aber, du bist wirklich das herzloseste Wesen auf diesem Planeten. Auf Deine Art bist Du noch schlimmer als Skynet. Kyle würde sich für Dich schämen, dass Du seinen Sohn so verletzt hast." Sarah hatte die Worte wütend hervorgestoßen. Dann drehte sie sich um und folgte John, der im Haus verschwunden war.

Als John das Haus betrat ging er in den Wohnraum und setzte sich auf die Couch, noch immer die Waffe in der Hand. Er warf einen Blick auf die Waffe, während ihm wieder Tränen in die Augen schossen hob er die Waffe an seinen Kopf. „Ich liebe Dich Cam." Nach diesen Worten drückte er ab.

(ENDE Teil 2)


Forever

„JOHN!"Sarah war John in den Wohnraum gefolgt. Sie sah gerade noch, wie er den Abzug betätigte.

BOOM!"

Wie in Zeitlupe sah Sarah, wie John nach dem Schuss, den Kopf drehte und einen verstörten Blick auf die Waffe warf. Der Schuss hätte treffen müssen aber John hatte noch nichteinmal das Mündungsfeuer gespürt. Sarah stürzte zu John, Derek im Schlepptau, der von dem Schuss ebenfalls erschreckt worden war. „John!" Mit schreckgeweiteten Augen untersuchte Sarah Johns Kopf auf Verletzungen. Immer wieder drehte sie seinen Kopf hin und her.

Derek nahm John vorsichtig die Waffe aus der Hand. Als er sie mit der Mündung zur Decke hielt, schlug dort plötzlich die Kugel ein. „Was zum...", rief Derek erschrocken aus. Alle Drei sahen verstört zur Decke.

„Habt Ihr etwa wirklich geglaubt, ich würde es nach all der Mühe so zu Ende gehen lassen ?!"

Übergangslos stand der Fremde im Raum. Plötzlich konnten sich John und Sarah auch wieder erinnern. Er war vor Monaten schoneinmal da gewesen und sie hatten ihn dann einfach vergessen. Derek starrte verstört auf die Gestalt, auf die er ganz automatisch mit der Waffe zielte.

Der Fremde lächelte in Dereks Richtung. „Versuch es ruhig, Du hättest ebensowenig Erfolg wie John."

John war auf den Fremden zugegangen, noch immer unter Schock und mit kalkweißem Gesicht griff er den Fremdan am Kragen. „Warum hast Du das getan, mein Leben hat keinen Sinn mehr. Skynet ist besiegt und Cameron..." Erneut brach er in Tränen aus.

Plötzlich hörten sie ein Poltern. Sarah und John starrten in Dereks Richtung. Der widerum starrte in Richtung des Esszimmers.

John und Sarah folgten seinem Blick. Im Durchgang stannd eine Gestalt. Das Sonnenlicht strahlte durch das Fenster in ihrem Rücken. Der Leichte Stoff ihres Sommerkleides lies die Konturen ihres Körpers durchschimmern. Langes Braunes Haar lag wie ein Schal über ihre Schultern.

John ging in die Knie, unfähig sich noch länger auf den Beinen zu halten. „Cameron?" Der Name kam wie ein Hauch über seine Lippen.

Die Engelhafte Gestalt machte drei Schritte in den Wohnraum. Mit lächelndem Gesicht, Tränen in den Augen beugte sie sich zu John herab. „Ich bin es wirklich, das ist kein Traum."

Fassungslos sprang John auf. Stürmisch umarmte er Cameron. „AU! Du tust mir weh!", rief Cameron. Sofort lies John sie los, fast stiess er sie von sich. Verstört sah er in ihr Gesicht. „Du bist nicht Cameron!" Hart stieß er die Worte hervor. Tränen schossen erneut in seine Augen.

„Doch, ich bin Cameron. Dies," sie zeigte auf sich, „ist zwar nicht mein Körper aber hier", dabei tippte sie mit dem Finger gegen ihren Kopf, „bin ich zu 100% Cameron." Sie wollte auf John zugehen, der aber machte einen schnellen Schritt rückwärts. Jetzt füllten sich Camerons Augen mit Tränen.

„John...?" „Das kann nicht sein, Cameron ist..." Gequält hielt er sich den Kopf.

Der Fremde hielt plötzlich einen Terminator Chip unter seine Nase. „Hier, erkennst Du sie?" Fragte er John. Wie in Trance nahm John den Chip und betrachtete diesen genau und er erkannte ihn an den Beschädigungen, die er vor Monaten versucht hatte weg zu polieren.

„Aber...?" Fragte er zu den Fremden.

„5 Sekunden vor der Explosion habe ich den Chip geholt." Er nahm den Chip aus Johns Hand und warf ihn dem immernoch völlig verstörten Derek zu. „Hier, der muss zerstört werden, er ist der letzte Überrest von Skynet."

John wollte dem Chip hinterher und ihn Derek wieder wegnehmen, wurde aber von dem Fremden aufgehalten.

„John, der Chip ist leer, das steckt Alles in ihrem Kopf." Dabei zeigte er auf Cameron, die mit hängendem Kopf da stand und nicht wusste, ob sie weinen sollte. „Das ist nicht Camerons Körper sondern Allisons. In ihrem Kopf ist sie aber zu 100% Cameron und noch mehr. Ich brachte ihre leblosen Körper dorthin, wo die Verletzungen geheilt werden und man Camerons Bewusstsein von ihrem Chip in das Gehirn übertragen habe Allisons Körper geholt, kurz nachdem sie getötet wurde. Alles war noch voll funktionsfähig und ist es noch."

„Dann...ist sie wirklich Cameron?" Ein Nicken des Fremden lies ein Licht in Johns Augen aufleuchten. Langsam erschien ein schüchternes Lächeln auf seinem Gesicht, als er langsam auf Cameron zuging und zögernd die Arme ausbreitete. Langsam hob Cameron den Kopf. Sie hatte Tränen in den Augen. Schließlich warf sie sich in Johns Arme. Die Beiden klammerten sich aneinander fest wie noch nie zuvor.

Der Fremde wandte sich an Sarah. „Sie wird Deine Hilfe brauchen. Sie hat keine Ahnung von den alltäglichen Dingen des Lebens. In ihrem Kopf ist sie noch immer eine Maschine. Es wird dauern, bis sie ihren Menschlichen Körper kennt und akzeptiert.

Sarah nickte noch immer völlig konsterniert. „Wir sind auf der Flucht und sie ist jetzt verwundbar. Was sollen wir denn tun?

„Ihr seid nicht mehr auf der Flucht. Niemand verfolgt Euch mehr."

„Aber das FBI?" Sarah wusste nicht, was sie sonst fragen sollte. Ihr ganzes leben war in diesem Moment eine einzige Frage. Aller Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf den Fremden.

Der schüttelte noch immer lächelnd den Kopf. „Durch die Zerstörung von Skynet hat es nie einen Angriff auf Dein Leben gegeben. Keinen Kyle Reese, keinen Onkel Bob, keine Cameron. Alles was Euch als Familie zusammenhält ist, daß ich Eure Existensform stabilisiert habe, das sie ansonsten mit dem Skynet Paradoxon kollabiert wäre. Da Du nie kämpfen musstest, hat es auch nie einen toten Myles Dyson gegeben und der hat nie den Basiscode für Skynet geschrieben. Somit kein FBI und keine Polizei. Eure Ausweise lauten auf Eure richtigen Namen." Er deutete auf John und Cameron, „John Connor, Cameron Phillips. Dann deutete er auf Derek und Sarah, „Sarah Connor und Derek Reese." Mit einem Schmunzeln fuhr er fort. „Eigentlich hatte ich überlegt, ihn gleich mit verschwinden zu lassen aber Johns und Camerons Kinder werden einen Großonkel brauchen."

Alle starrten ihn an.

„Kinder!?" Echote Derek. „Ich brauch nen Drink" Aufstöhnend sank er in einen Sessel.

Unbeirrt fuhr der Fremde fort. „John und Cameron werden eine glückliche Familie haben frei von allem, was mit Skynet zu tun hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es kein erneutes Paradoxon dieser Art geben. Trotzdem Muss der Mensch weiser mit der Technologie umgehen."

Diese Worte hatte er zu John und Cameron gesprochen, die beide glücklich nickten. „Cameron hat immer noch ihre Intelligenz. Ihr Gehirn ist leistungsfähiger als das anderer Menschen. Macht etwas Gutes aus Allem." Nach diesen Worten verschwand der Fremde vor aller Augen in einer Leuchterscheinung.

In den folgenden Wochen normalisierte sich das Leben im Haus der Connors. Cameron lernte mit den Problemen ihres Menschlichen Körpers umzugehen. Jedes Gefühl das sie empfand war viel intensiver als vorher. Bei den täglichen Problemen wurde sie von Sarah unterstützt.

Der Fremde beobachtete weiter was passierte. Er lächelte bei dem Gedanken, das die Connors Alles vergessen würden. Die Jahrelange Flucht, den Kampf, Skynet, Terminatoren und auch Camerons Herkunft. All das würde bald verschwunden sein. Nur im Unterbewusstsein würden Schatten der Vergangenheit erhalten bleiben. Wie dem auch sei, die Connors würden notfalls bereit sein, mit einer erneuten Bedrohung fertig zu werden.

Der Wächter würde weiter beobachten. Er war einfach zu einsam um loszulassen.

(ENDE)