A/N 2014

Noch eine Story aus Mai 2009. Ich war fleissig damals. Mit über 4500 Worten eine der längeren kurzen


Evolution

Kapitel 1

Wie auch immer es dazu gekommen war, sie saßen in der Klemme.

Cromartie hatte sie in eine Falle gelockt. Den einzigen nutzbaren Ausgang hatte die Maschine blockiert. Ohne Schweißgerät oder Bolzenschneider war die Kette nicht aufzubekommen und die Tür war aus Stahl.

Derek lag irgendwo im ersten Stock, nachdem Cromartie ihn durch eine Wand gedroschen hatte.

John versteckte sich irgendwo im Gebäude und Sarah war mal wieder angeschossen worden. Die Kugel steckte in ihrem Bein. Sie hatte notdürftig einen Verband angelegt und zog sich langsam und mühevoll die Treppe hoch in Richtung des Lärmes, den Cameron und Cromartie produzierten.

Man konnte die Krachenden Geräusche bis in den Keller hören, so laut war es. Wie eine Abrisskolonne zerschmetterten die Beiden eine Wand nach der Anderen.

Während Cameron ihr geringeres Gewicht und kleinere Statur durch Schnelligkeit zu kompensieren versuchte, setzte Cromartie alles auf pure Kraft. Cameron brachte immer wieder Schläge gegen Cromartie an, die dieser aber locker wegsteckte. Nur ihre große Schnelligkeit hatte bislang verhindert, dass sie unterlag. Wortlos und verbissen kämpften die Beiden nun schon seit einer viertel Stunde miteinander.

Cameron wusste, wenn es ihr nicht bald gelang, einen entscheidenden Vorteil zu erringen, würde sie unterliegen. Sie hatte keine Ahnung, wo sich John zur Zeit aufhielt. Zuletzt hatte sie ihn gesehen, wie er auf ihren verzweifelten Zuruf hin um eine Ecke verschwand. Sie wusste aber auch, dass er sicherlich in der Nähe sein würde, um eventuell helfend eingreifen zu können.

Der Gedanke daran, dass John auf die Idee kommen könnte, Cromartie mit bloßen Händen anzugreifen machte Cameron Angst Es war nicht das erste mal, das sie soetwas wie Emotionen verspürte. Nach der Autobombe war sie in der Lage gewesen ihre erwachten Gefühle über ihre Programmierung zu stellen. Bisher hatte sie vermieden, mit John darüber zu reden. Seit er mit Riley zusammen war, war es für Cameron nicht immer leicht gewesen ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Es war aber besser, wenn John sie auch weiterhin für 'nur eine Maschine' hielt.

Wieder schmetterte Cromartie sie gegen eine Wand, die unter der Belastung nachgab. Sie revanchierte sich mit einem Tritt, der ihn durch den Raum schleuderte. Dieses Spiel betrieben sie nun schon eine ganze Weile. Das sich in dem Raum nichts befand, was einer der Beiden als Waffe nutzen konnte, stand das Spiel bis jetzt unentschieden.

Das Gebäude war ehemals eine kleine Textilfirma gewesen, in der illegale Einwanderer aus Asien für einen Hungerlohn schuften mussten. Nachdem die Fabrik von der Polizei ausgehoben wurde, wurde das gesamte Inventar versteigert, um die Kosten für das Verfahren zu decken. Deshalb standen die Räume absolut leer, nur eine dicke Staubschicht bedeckte den Boden. Und sie wurde immer dicker.

Als Cromartie Cameron ein zweites mal gegen die gleiche Wand stieß, gab diese unter der Belastung nach und wiedereinmal verlagerte sich das Geschehen in einen anderen Raum. Diesesmal handelte es sich wohl um den Maschinenraum des Lastenaufzuges, denn er stand voll mit großen Antriebsmotoren, den dazugehörigen Seilwinden mit dicken Stahlseilen und diversen Schaltschränken. Cameron hoffte inständig, dass der Strom abgestellt war denn früher oder später würde Cromartie sie gegen einen der Schaltschränke schleudern.

Kapitel 2

Als Sarah mit letzter Kraft den 2. Stock erreichte, sah sie nur noch, wie aus einem großen Loch zu einem Nebenraum flackerndes Licht in die große Halle schien. Gleichzeitig hörte sie das Geräusch von starken Kurzschlüssen und dann plötzlich nichts mehr.

Augenblicke später hörte man das kreischende Geräusch von misshandeltem Metall. Dann kam der Körper Camerons durch das Loch geflogen und rutschte und rollte ein paar Meter bis zur gegenüberliegenden Wand.

Sarah sah, dass Camerons Arme mithilfe von kleineren Stahlträgern an ihren Körper gebunden waren.

Cromartie kam hinter Cameron her durch das Loch gestapft, ging zu ihr hin und kniete sich auf ihren Rücken.

Nur Sekunden später öffnete Cameron ihre Augen. Nach einigen Versuchen war ihr klar, dass sie sich nicht aus der Fesselung befreien konnte, solange Cromartie auf ihr kniete.

„John Connor! Komm her und sieh zu, wie ich deinem Cyborg Mädchen den Chip entferne. Stell dich und ich werde ihren Chip vielleicht nicht zu Krümeln zerdrücken."

Cromartie wartete einen Augenblick, dann waren aus dem Stockwerk darüber Geräusche zu hören.

„Warte Du Ratte, ich komme!" Rief John.

Sarah sah ihn als Erste, wie er zornesrot mit finsterer Mine die Treppe herunterkam, bewaffnet mit einer Eisenstange. Als Sarah in sein Gesicht sah wusste sie, dass das das Ende sein würde.

Schoneinmal hatte John sich gegen alle Anderen gestellt, um Camerons Zerstörung zu verhindern. Er hatte Camerons Chip gegen ihren Willen wieder in Camerons Kopf geschoben und dann eine Waffe auf sie, Derek und Charlie gerichtet. Den selben Gesichtsausdruck wie Damals hatte er jetzt wieder. Er würde für Cameron sterben.

Nur diesmal bestand die Gefahr nicht in Cameron selbst, sondern in der Killermaschine, die triumphierend breitbeinig über Cameron stand, als John den Raum betrat.

„John!" Rief Sarah aber er reagierte nicht. Er starrte nur auf die Szene, die sich ihm bot.

„JOHN!" Diesmal war es Cameron, die aufschrie. Sarah bemerkte verwundert einen Ausdruck von Panik auf Camerons Gesicht. „JOHN NEIN! LAUF WEG!" Schrie Cameron in wilder Panik.

„Mach Dir keine Sorgen." Seine Stimme klang völlig ruhig.

Sarah ahnte, dass ihr Sohn bereits mit dem Leben abgeschlossen hatte.

Übergangslos sprach John weiter. Leise kamen die Worte aus seinem Mund aber so deutlich, das sowohl Sarah als auch Cameron und Cromartie ihn hören konnten.

„Ich rette Dich Cam."

Cameron hob den Kopf soweit wie möglich.

John hatte sie noch niemals einfach nur 'Cam' genannt. Dieser Kosename erzeugte ein warmes und zuversichtliches Gefühl in ihrem Inneren.

Cromartie hingegen fasste in seine Tasche und holte ein Klappmesser hervor, dass er auch sofort öffnete. Ohne den Blick von John zu nehmen näherte er das Messer Camerons rechter Kopfseite.

Als John das sah, hob er die Eisenstange und ging langsam aber zielstrebig in Cromarties Richtung.

Betont langsam begann Cromartie nun in Camerons Kopfhaut zu schneiden. Ein kratzendes Geräusch war zu hören, als das Messer über ihren Coltan Schädel glitt.

John war noch drei Meter weit weg, als Cromartie den Portdeckel abhebelte und Cameron ein letztes mal schrie „NEIN JOHN, RENN WEG!"

In dem Moment stürmte John plötzlich vor und schmetterte die Eisenstange gegen Cromarties Hals. Den zweiten Schlag fing Cromartie mit seinem Unterarm ab, genauso wie den dritten.

Grenzenlose Wut stand in Johns Augen, als er immer wieder auf Cromartie einschlug.

Währenddessen versuchte sich Cameron aus ihrer Fesselung zu lösen aber die zwei Stahlträger und Cromartie der auf ihrem Rücken kniete waren einfach zu viel.

Plötzlich fing Cromartie Johns Eisenstange mit der Hand ab und riss sie ihm aus der Hand.

Unvorbereitet auf diese Wendung stolperte John nach vorne, direkt in Reichweite von Cromarties Faust.

Sarah in ihrem geschwächten Zustand sah nur, dass John von Cromartie getroffen wurde und schrie entsetzt auf: „JOHN!" Sie sah, wie ihr Junge gegen die Wand flog, als wäre er eine leere Flasche.

Was sie nicht gesehen hatte war, dass Cromartie im letzten Moment seine Faust geöffnet und John nur einen harten Stoß mit der Handfläche verpasst hatte. Das genügte aber schon.

John wurde die Luft aus den Lungen gepresst und er hörte einige Rippen brechen, blieb aber auch nach dem Aufprall an der Wand bei Bewusstsein. Allerdings war er jetzt so geschwächt, dass er sich nicht mehr bewegen konnte.

Mit einem satanischen Grinsen im Gesicht zog Cromartie eine Zange aus der Tasche und griff nach Camerons Chip.

Cameron fragte sich, warum er das tat. Sie waren zum töten konstruiert, nicht aber um derart grausam zu sein.

Dann erstarben ihre Bewegungen, als Cromartie den Chip entriegelte.

Kapitel 3

Bevor er jedoch den Chip herauszog, passierte Etwas, was nicht nur Sarah und John verwunderte, nein selbst Cromartie war so geschockt, dass er 'vergaß' den Chip herauszuziehen. So konnte auch Cameron miterleben was nun geschah.

In der Mitte des Raumes entstanden Blitze aus dem Nichts. Wenig später bildete sich eine blau-weiß strahlende Blase, die alles in ihrer Umgebung auflöste, was nicht viel war, da der Raum bis auf den Bodenbelag und die Trümmer des Kampfes leer war.

Als die Blase verschwand sah Sarah auf den Rücken eines Mannes. Verwundert fragte sie sich, warum er nicht nackt war, was sie aber noch mehr verwunderte ja eher erschreckte war dass der Mann oder wahrscheinlich eher Terminator ein Titan war.

Sarah schätzte seine Größe auf mehr als zwei Meter, seine Schulterbreite war unbeschreiblich. Er sah aus wie einer der Catcher aus dem TV. Ein Riese an Statur überragte er den sicherlich nicht kleinen Cromartie fast um Haupteslänge. Was dann kam hätte Sarah in einer anderen Situation sicherlich zum Lachen gereizt jetzt aber runzelte sie nur die Stirn und bemerkte nichteinmal, dass ihre Mundwinkel zuckten als der Riese zu sprechen begann.

„Pussy, komm her Pussy."

Sanft klangen die Worte aus seinem Mund. Dann setzte er sich langsam in Richtung Cromartie in Bewegung.

„Pussy, komm her zu mir."

John, der den Riesen mit geweiteten Augen beobachtete wurde von diesem gar nicht beachtet. In weniger als einem Meter Abstand passierte er John, ohne diesen auch nur einmal zur Kenntnis zu nehmen.

Cromartie, der den Riesen stumm aber mit unverhohlener Neugierde beobachtet hatte brachte sich angesichts des vermeintlichen neuen Gegners in eine Art Kampfposition.

„Pussy, da bist Du ja." Einen halben Meter vor Cromartie war der Riese stehengeblieben und sah nun zunächst zu Cameron, die bewegungsunfähig aus ihrem Blickwinkel nicht mehr sehen konnte was passiert. Dann sah er auf Cromartie herab, der nun seinerseits zu ihm aufschauen musste.

„Identifiziere Dich. Was für ein Modell bist Du?" Fragte Cromartie.

Der Riese sah Cromartie nur an und legte seinen Kopf leicht auf die Seite.

Kapitel 4

„Pussy?" Fragte der Riese und sah dabei noch immer auf Cromartie herab.

Bevor Cromartie noch Etwas sagen konnte schnellte die Hand des Riesen vor und griff ihm an den Hals. Als Cromartie daraufhin zuschlagen wollte, fing der Riese seinen Arm mit spielerischer Leichtigkeit ab und verdrehte ihn solange, bis selbst Sarah ein Knirschen hören konnte.

Dann mit einem Heftigen Ruck riss der Riese Cromartie einfach den Arm aus dem Gelenk und schleuderte diesen zur Seite.

Weiterhin drehte er Cromartie mit der Hand am Hals einfach herum und und begann den zweiten Arm ebenfalls so zu verdrehen, dass der Bolzen im Gelenk mit einem hässlichen Knirschen nachgab.

Übergangslos wurde der Armlose Cromartie wie eine Puppe durch den Raum geworfen und schmetterte etwa 5 Meter neben Sarah gegen die Wand.

Achtlos warf der Riese den zweiten Arm über seine Schulter und drehte sich wieder in Richtung Cameron. Er ging zu ihr hin und kniete sich langsam neben ihrem Kopf hin.

John bekam Panik als er das sah. „NEEEEIIINN! GEH WEG VON IHR, FASS SIE NICHT AN!"

Als der Riese diese Worte hörte sah er zum ersten Mal in Richtung John, der begonnen hatte, auf Cameron zuzukriechen.

Übergangslos erhob sich der Riese und bewegte sich langsam auf John zu, dessen Blick aber nur auf Camerons Chip fixiert war.

Sarah wollte aufschreien, als sich der Riese zu John hinunterbeugte. Sie blieb aber stumm, als sie sah wie unendlich vorsichtig er den verletzten John vom Boden hob und dann neben der regungslosen Cameron absetzte.

Ohne weiter auf den Riesen zu achten ergriff John die Zange und verriegelte Camerons Chip wieder.

Übergangslos begann sie sich wieder zu regen, hielt aber noch solange still, bis John auch wieder den Deckel aufgesetzt hatte.

Der Riese hingegen hatte sich umgedreht und war zu dem zappelnden Cromartie hinübergegangen.

Erneut ergriff er Cromarties Hals und zu Aller Verwunderung sagte er in mit einer tiefen Bassstimme: „Du bist terminiert, PUSSY!"

Eine schnelle Bewegung und Cromartie war Schrott.

Während Cameron dem verletzten John auf die Beine half und den Riesen aus den Augenwinkeln beobachtete, sammelte dieser Cromarties Einzelteile ein, hängte sich den Körper über die Schulter und ging dann zu Sarah, die mit offenem Mund die Vernichtung ihres größten Gegners beobachtet hatte.

Entsetzt sah Sarah, wie der Riese auf sie zu kam, sich herabbeugte, eine Hand hinter ihrem Rücken unter ihren Po schob und sie einfach wie ein Baby auf den Arm nahm.

Der Riesige Terminator drehte den Kopf und sah, wie John gestützt auf Cameron hinter ihm her kam. Als er sich wieder der Treppe zuwandte sah Sarah zu ihrer Verwunderung ein kleines Lächeln auf dem sonst emotionslosen Gesicht.

Sarah verbiss sich ein Stöhnen, als der Unheimliche Terminator wie ein Bär die Treppe hinunterstapfte.

Als sie an der ersten Etage vorbeikamen, kam gerade ein völlig benebelter Derek Reese sich an der Wand abstützend um die Ecke. Erstaunt hob er den Kopf als der Riese mit Sarah auf dem Arm und Cromartie über der Schulter an ihm vorbei die Treppe herunterstapfte.

„Was zum...?" Fragte Derek, als John und Cameron an ihm vorbeikamen.

John zuckte nur mit den Schultern, was ihn sogleich aufstöhnen lies.

Die verschlossene Eisentür war kein Problem mehr. Der Riese ergriff einfach die Kette, mit der Cromartie die Türe gesichert hatte und zerriss diese wie Nähgarn. Er öffnete die Türe und betrat den Hof.

Der PickUp und der Jeep mit dem Die Connors gekommen waren standen unversehrt vor der Tür.

Der Riese ging zum PickUp und warf Cromarties Überreste achtlos auf die Ladefläche.

Dann ging er zur Beifahrertüre und setzte Sarah vorsichtig auf den Sitz. Schließlich bedeckte er die Ladefläche mit einer Plane und befestigte diese an den Seiten.

Als Nächstes griff er dem daraufhin heftigst protestierenden Derek an den Kragen und schob ihn mehr oder weniger unsanft auf den Fahrersitz.

Währenddessen hatte Cameron John auf den Rücksitz des Jeep geholfen. Eigentlich hatte sie den vor Schmerzen stöhnenden einfach in den Sitz gehoben.

Der Riese näherte sich dem Wagen und griff zur Beifahrertür. Er sah Cameron an und sie nickten sich wortlos zu, bevor sie einstiegen.

Kapitel 5

Die Rückfahrt verlief ruhig. Sowohl John als auch Sarah im anderen Wagen hatten Schmerzen und waren deshalb nicht zum Reden aufgelegt.

Allerdings war Derek derart hartnäckig, das Sarah ihm eine kurze Zusammenfassung gab.

Cameron hingegen hatte es Aufgegeben, dem Riesen Fragen zu stellen, da dieser ihr nicht antwortete.

Auf jede Frage hin hatte er sie nur angesehen und sie angelächelt. Hin und wieder sah er nach hinten zu John, ergriff dessen Hand und schien ihn zu scannen.

Nach der Rückkehr zum Haus, Stieg die unheimliche Maschine aus und ging zum ebenfalls eingetroffenen PickUp. Erneut ergriff er Sarah und trug sie vorsichtig zum Haus.

Die verschlossenen Türe stellte für ihn kein Problem dar. Ohne auf Sarahs Proteste über das demolierte Schloss einzugehen ging der Riese zum Sofa und setzte sie dort ab.

Dann ging er wieder nach Draußen und Befreite den PickUp von der Plane. Er nahm Cromarties Überreste und brachte sie rüber in die Garage, in der immer noch das Becken zur Vernichtung der Terminatoren aufgebaut war. Er legte Cromartie hinein und vernichtete alles, was noch übrig war.

Währenddessen war John mit Camerons Hilfe zum Haus gegangen. Sie brachte den leise stöhnenden die Treppe hinauf in sein Zimmer, wo sie sogleich begann, ihm einen Stützverband für seine Rippen anzulegen, nicht aber ohne ihn noch einmal zu scannen.

Derek hingegen versorgte die Schusswunde an Sarahs Bein. Er hatte die Stelle lokal betäubt und dann die Kugel entfernt. Zum Schluss legte er ihr noch einen Verband an.

Der Riesige Terminator kehrte zurück ins Haus. Bei jeder Türe musste er sich bücken, um hindurchkommen zu können. Er warf nur einen kurzen Blick auf Sarah und ging dann die Treppe hoch.

Derek sprang auf, um zu protestieren, wurde aber von Sarah zurückgehalten. „Lass ihn, ohne ihn wären wir alle tot und wenn er eine Gefahr wäre, könnten wir in sowieso nicht aufhalten."

„Aber...?"

„Er hat mit Cromartie gespielt, wie mit einer Puppe. Derek, er hat ihm einfach die Arme ausgerissen. Und du weißt, wie schwer diese Dinger zu zerstören sind."

Derek schüttelte nur den Kopf und räumte danach das Verbandszeug weg.

Im oberen Stockwerk stand der Riese vor Johns Zimmertüre und beobachtete stumm, wie Cameron John sehr vorsichtig einen Verband für seine gebrochenen Rippen anlegte.

Ihm entging auch nicht, dass Cameron mehr als nötig ihre Hände über Johns Oberkörper gleiten lies.

Der Riese drehte sich um und ein Beobachter hätte ein breites Lächeln auf seinem Gesicht beobachten können.

Dann ging er zurück hinunter in den Wohnraum, wo er zu Sarahs und Dereks grenzenloser Verblüffung Den Fernseher einschaltete und sich in einen Sessel setzte.

Währenddessen hatte Cameron ihre Arbeit beendet.

John lehnte sich zurück gegen das Kopfende des Bettes. „Was ist mit Dir?" Fragte er Cameron, die sorgfältig das restliche Verbandszeug wieder einräumte. „Du hast diverse Schusswunden im Rücken, soll ich Dir helfen die Kugeln herauszuholen?"

Cameron lächelte ihn jetzt an. „Das wäre schön, manchmal ist es gut, ein wenig Hilfe zu haben." Nach diesen Worten reichte Cameron John eine Zange, drehte ihren Rücken zu ihm herum und zog ihr Shirt über den Kopf.

Der verblüffte John sah auf Camerons Rücken die Einschusslöcher von sieben Kugeln. Vorsichtig begann er die einzelnen Projektile aus Camerons Rücken zu entfernen. Jedes mal, wenn er dabei ihre Haut mit den Händen berührte, lief ein merkwürdiges Gefühl seinen Rücken rauf und runter. Ihre Haut war warm und weich und langsam bildete sich ein Klumpen in seinem Magen. Er war froh als er endlich fertig war.

Er versorgte die Verletzungen noch mit Verbandszeug, bevor sich Cameron bedankte und Richtung Badezimmer ging, um die Schusswunden auf ihrer Vorderseite zu versorgen.

Kapitel 6

30 ereignislose Minuten später wachte John auf. Als er merkte, dass die Natur ruft quälte er sich aus dem Bett und ging Richtung Bad. Als er die Tür öffnete froren seine Füße auf der Stelle fest. Cameron stand oben herum völlig unbekleidet vor dem Spiegel.

„Aargh, CAMERON!", Entfuhr es ihm, bevor er herumwirbelte. „Wenn du das machst, schließ gefälligst die Türe ab." Entfuhr es ihm, als er draußen neben der Türe an der Wand herunter zu Boden ging.

„Tut mir leid John." Hörte er noch, bevor Cameron die Türe wieder schloss und diesmal auch den Schlüssel herumdrehte.

Während sich Cameron im Bad verzweifelt fragte, ob John sie so abstoßend fand, polterten Derek gefolgt von Sarah und dem riesen Terminator die Treppe rauf.

„John!" Rief Sarah schon von Weitem. „Was hat sie dir getan?"

Derek hatte seine Waffe schussbereit in der Hand. Als John den Kopf hob und das sah, schlug er die Hände vor die Augen.

„Nichts, gar nichts," sagte er mit Verzweiflung in der Stimme. „Sie hat gar nichts getan, im Gegenteil." John quälte sich wieder auf die Füße.

Der 'Ruf der Natur' war bei Camerons Anblick abrupt verstummt und so ging er nachdenklich zurück in sein Zimmer.

Derek warf einen fragenden Blick auf Sarah, die aber nur mit den Schultern zuckte.

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Der Rest des Tages verlief ereignislos. Früh gingen Alle zu Bett. Selbst Cameron lies sich nicht mehr blicken, sie verlies ihr Zimmer erst wieder als alle Anderen bereits eingeschlafen waren.

Auf ihren Runden durch das Haus kam sie immer wieder im Wohnraum bei der unheimlichen Maschine vorbei, die die halbe Nacht das Fernsehgerät an hatte. Erst Stunden später war es abgeschaltet und der Riese hatte die Augen geschlossen und schnarchte im Sitzen leise vor sich hin, was Cameron zu einem Stirnrunzeln veranlasste.

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Am nächsten Morgen, als alle aufstanden und in die Küche gingen, war das Frühstück bereits fertig.

Entgegen Sarahs sonstiger Gewohnheiten hatte sie anscheinend Omelett, Spiegeleier und ähnliche Köstlichkeiten vorbereitet. Ein paar Pancakes waren auch dabei.

Erst als John und Derek in Sarahs völlig verblüfftes Gesicht sahen, merkten sie, dass diese ebenso überrascht war.

John warf einen Seitenblick auf Cameron. Die sah ihn nur an und schüttelte den Kopf. Dann sah sie in Richtung Wohnraum, wo der Riese vor dem Fernseher saß.

John runzelte nur die Stirn.

Während des Frühstücks diskutierten alle über die Ereignisse am Vortag. Immer wieder warfen sie Blicke in Richtung des riesen Terminators, der dies geflissentlich ignorierte.

Nach dem Essen, als Alle wieder ihren Beschäftigungen nachgehen wollten, klingelte es an der Tür.

John war am nächsten und so ging er die Türe zu öffnen, dicht gefolgt von Cameron.

Draußen stand Riley, die kurz die Hand hob und „Hi," sagte. Ihr leichtes Lächeln verschwand allerdings, als Cameron hinter John auftauchte. Ihre Bestürzung verwandelte sich aber in Schock, als eine Große Hand John einfach in Camerons Arme schob.

Der Hand folgte ein Riese von einem Mann. Er bückte sich unter dem Türrahmen durch und zog entgegen Johns Protesten die Tür hinter sich zu, während Riley mit schreckgeweiteten Augen vor dem Riesen zurückwich.

Als Riley mit dem Rücken gegen den Stützpfeiler der Veranda stieß und nicht mehr zurückweichen konnte, beugte der Riese sich langsam hinab, bis sich sein Mund direkt neben Rileys Ohr befand.

John und Cameron konnten nicht hören, was der Riese der zwei Köpfe kleineren Riley ins Ohr flüsterte aber sie sahen, wie Rileys Gesichtsausdruck von Angst und Schrecken auf schieres Entsetzen und Panik wechselte.

Als sich der Riese wieder aufrichtete, drückte sich Riley mit Tränen in den Augen an dem Pfosten vorbei, ohne den Unheimlichen aus den Augen zu lassen. Plötzlich wirbelte sie herum , schnappte sich ihr Fahrrad und fuhr so schnell sie konnte davon.

Weder Cameron noch John sahen das impertinente Feixen auf dem Gesicht des Riesen. Als sich dieser herumdrehte, war sein Gesicht wieder genauso ausdruckslos wie üblich.

Er ging einfach kommentarlos, ohne auf Johns Fragen zu reagieren, zurück in den Wohnraum und setzte sich auf seinen 'Stammplatz'.

Kapitel 7

Knapp eine Stunde später kam ein Wagen vorgefahren.

Die Tür ging auf, und eine Riley mit teilweise blutig geschlagenem Gesicht stieg aus, ging um den Wagen herum und zerrte eine gefesselte und geknebelte Gestalt aus dem Kofferraum.

Riley schob die Gestalt auf die Veranda zu, als John die Tür öffnete.

„Riley, was ist los?"

„Wir Beide hier," dabei sah sie auf ihr Mitbringsel, „haben Dir etwas zu erzählen."

Derek war mittlerweile auch an der Tür eingetroffen. Seine Augen weiteten sich, als er die ebenfalls blutig geschlagene, gefesselte Person erkannte.

„Jesse!" entfuhr es ihm.

Jetzt warf ihm John einen nachdenklichen Blick zu und Sarah sah verwundert auf Derek.

Riley hingegen schob Jesse an den Anderen vorbei in den Wohnraum. Sie stieß Jesse in Richtung des Riesen, zu dessen Füßen sie zu Boden ging.

„Kann mir jetzt mal endlich Jemand erklären, was hier los ist!?" Sarah war ziemlich aufgebracht.

„Das würde mich auch interessieren." Fügte John noch hinzu.

Daraufhin begann Riley zu erzählen. „Jesse und ich kommen aus der Zukunft. Sie hat mich aufgelesen, um mich mit John zu verkuppeln, damit er nicht mehr so nah bei Cameron ist. Der da", sie zeigte auf den Riesen, „hat mir Jesses tatsächlichen Plan verraten. Cameron sollte mich töten, damit John sie tötet." Mehr sagte sie nicht.

John mit offensichtlicher Wut im Gesicht ging zu Jesse und löste den Knebel.

„Stimmt das?" Fragte er mit einem Blick seiner grünen Augen, die etwas hypnotisches an sich hatten.

„Ja verdammt, der große John Connor hat nur noch mit dem Metall verkehrt. Die da," Sie deutete mit dem Kopf auf Cameron, „hat übernommen. Er stand völlig unter ihrem Einfluss."

John warf einen Blick auf Cameron, die aber nur den Kopf schüttelte. Das genügte John.

„Riley, geh nach Hause zu Deinen Pflegeeltern, Du bist hier nicht mehr willkommen. Jesse, Du..."

Er wurde abrupt durch den Riesen unterbrochen. Der hatte sich erhoben. Er griff in seine Tasche und holte ein kleines diskusförmiges Gerät mit ca. 20 cm Durchmesser hervor.

„Jesse Flores," dröhnte seine Bassstimme, „Du wurdest des Verrates überführt. Das Tribunal erwartet Dich."

Nach diesen Worten öffnete er eine kleine Klappe an dem Gerät, betätigte einen Schalter und wenig später bildete sich eine Zeit-Transportblase, gerade groß genug für Jesse. Dann war sie verschwunden und der Riese setzte sich wieder hin.

Wie vorher auch reagierte er auf keine Frage. Riley hatte stumm vor Entsetzen zugesehen und ging jetzt langsam rückwärts Richtung Türe und verschwand dann aus Johns Leben.

John holte tief Luft und wandte sich an Derek. „Hast Du davon etwas gewusst?"

Derek sah John mit geweiteten Augen an. „Ich wusste, dass sie einen Plan hat, mehr aber auch nicht." Kleinlaut klangen diese Worte.

„Keine Spielchen mehr, Cameron bleibt und damit basta." Diese Stimme duldete keinen Widerspruch.

John ging an den Anderen vorbei in Richtung seines Zimmers.

Cameron, Sarah und vor Allem Derek sahen noch immer auf den Fleck, an dem Jesse verschwunden war. Dann starrten sie einen Moment lang auf den Riesen, der mit stoischem Gesichtsausdruck auf den Fernseher starrte.

Kapitel 8. Die Wahrheit.

Mitten in der Nacht saß der Riese immer noch vor dem Fernseher. Er langweilte sich schrecklich. Die ganze Zeit immer nur völlig unbeteiligt zu tun, war sehr anstrengend, selbst für ihn.

Jetzt allerdings war der richtige Moment gekommen. Cameron war draußen und streifte ums Haus, Derek und John schliefen. Nur Sarah war noch wach und auf genau die hatte er es abgesehen.

Absolut lautlos schlich der riesige Terminator die Treppe herauf., es schien unglaublich, dass er sich so leise bewegen konnte, wo er sich vorher doch immer nur tapsig wie ein Bär bewegt hatte.

Alles maschinenhafte war von ihm abgefallen. Er stoppte nur kurz vor Sarahs Türe und lauschte, bevor er leise klopfte.

Sarah war verwundert, das mitten in der Nacht jemand an ihre Türe klopfte.

Sie griff zur Waffe und sagte „herein".

Sie war unheimlich verwundert, als der riesige Terminator sich bückend den Raum betrat.

„Darf ich nähertreten?" Fragte er leise.

Nach kurzem Zögern nickte Sarah kurz.

Er schloss die Türe.

Sarah war verwundert, wie geschmeidig und menschlich der Riese wirkte. In Ermangelung eines Stuhles hockte er sich einfach neben das Bett.

„Ich werde versuchen, alle deine Fragen zu beantworten aber erst einmal lass mich einiges erklären. Zunächsteinmal bin ich kein Terminator."

Sarah wollte aufbegehren, er aber schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab.

„Ich wurde als Mensch geboren und besitze noch alle Organe einschließlich meines Gehirnes. Nur Arme, Beine Rückrad und die Panzerung meines Körpers sind aus einer speziellen Coltan Legierung. Lediglich ein kleiner Chip ist in mein Gehirn implantiert, um die künstlichen Gliedmaßen steuern zu können."

Jetzt wartete er kurz auf die unvermeidliche Frage.

Sarah überlegte nur kurz. „Aus welchen Jahr kommst Du?"

„2083. Wie Du vielleicht gemerkt hast, hat sich die Zeitreisetechnik bis dahin weiterentwickelt. Ich habe mich freiwillig der Operation unterzogen. John hat Skynet besiegt aber es gibt auch in meiner Zeit noch Viel wieder aufzubauen. Alle in meiner Familie haben Großes geleistet, wie könnte ich da zurückstehen. Übrigens ist das meine natürliche Größe, liegt wohl nicht an den Genen." Jetzt lächelte er ein wenig.

„Ich darf Dir nicht viel von der Zukunft erzählen aber meine Aufgabe ist beendet. Ich habe übrigens noch etwas für Dich" Sagte er und zog ein kleines pistolenähnliches Gerät aus der Tasche.

„Das hat meine Schwester entwickelt, es ist eine Impfung gegen Krebs." Sagte er und bevor Sarah reagieren konnte hatte er das Gerät an ihrer Schulter angesetzt und ihr das Mittel verabreicht.

Übergangslos sprach er weiter. „Wie viel Du den Anderen erzählst ist Deine Sache, ich denke, Du wirst weise handeln. Ich möchte Dich noch um Eines bitten."

„Ich denke einen Gefallen hast Du Dir verdient." Warf Sarah verblüfft ein."

„Gib Cameron eine Chance."

Wie eine Ohrfeige hatte Sarah diese Bitte getroffen. „Aber sie..."

„Sie ist besser als Du glaubst und sie Spielt ihre Gefühle nicht nur."

Jetzt saß Sarah mit weit aufgerissenen Augen da. „Warum Cameron?" Fragte Sarah nach ein paar Sekunden.

„Sie ist meine Großmutter." Sagte der Riese in ernsthaftem Ton.

Nun erhob er sich und ging langsam in die Mitte des Raumes. Er zog ein ebensolches Diskus-förmiges Gerät hervor, dass er bei Jesse benutzt hatte. Bevor er es aktivierte sah er wieder auf die mit offenem Mund dasitzende Sarah.

„Mein Name ist übrigens Danny Kyle Connor." Dann drückte er den Schalter.

Sarah schossen die wildesten Gedanken durch den Kopf aber sie fragte nur: „Aber wie...?"

„John und Cameron werden es gemeinsam herausfinden. Leb wohl Urgroßmutter Sarah."

Das waren seine letzten Worte, bevor er verschwand.

(ENDE)