A/N 2014:

Mai 2009


Nur ein Traum?

Wow, war das eine Nacht. Den Traum konnte man schon fast einen Albtraum nennen.

Gestern ist Mom mal wieder angeschossen worden. Sie lag in ihrem Zimmer vollgepumpt mit Schmerzmitteln und schlief tief und fest. Derek hatte es erwischt. Kopfschuss. Ich hatte den letzten Menschen verloren, der für mich noch so Etwas wie Familie war. Ich neigte zwar dazu, meinen Cyborg Protector auch zur Familie zu zählen, das sollte nur niemand Mom erzählen. Allerdings machte es Cameron einem in ihrer emotionslosen Art auch nicht immer einfach.

Dann war da noch das kleine rothaarige Mädchen. Savannah war ihr Name. Sie schlief mit ihrem Teddy in Dereks Bett. Wie dem auch sei, ich war erschöpft und dachte noch, dass ich hoffentlich wenigstens diesmal ohne Albtraum schlafen könne. Es kam natürlich mal wieder anders.

Ähnliche Träume hatte sicherlich jeder Junge in meinem Alter aber Soetwas wie DAS...

Gut es war ja auch nicht jeder Junge zum Retter der Menschheit auserkoren.

Ich Träumte, es wäre mitten in der Nacht, als plötzlich etwas unglaublich Schweres auf mir lastete. Als ich die Augen öffnete sah ich meinen Beschützer über mir. Cameron lies sich auf mich fallen und tat Dinge, die unbeschreiblich schienen. Ich wollte schreien „DAS IST NICHT RICHTIG!" , nur versagte meine Stimme. Sie wegstoßen, nur gehorchte mir mein Körper nicht.

Mit einer Hand hielt sie meine beiden Handgelenke fest, mit der Anderen tat sie meinem Körper ungeahnte Grausamkeiten an.

Dann Bewegte sie sich in einem Rhythmus, so alt wie die Menschheit und schließlich versagte auch meinem Geist die Stimme.

Schließlich war er da, der -Judgement Day-, der Tag der Abrechnung und die Welt um mich herum zerbarst in grellem Licht und die Erde schüttelte sich.

Jeder Muskel in meinem Körper verkrampfte sich und jeder Nerv sandte heftigste Schmerzimpulse an mein Gehirn. Übergangslos wurde es dunkel um mich herum und ich fiel in den tiefen Schacht des nahenden Todes.

Als ich dann erwachte, Quer auf meinem Bett, nur halb zugedeckt, mit einem üblen Geschmack im Mund und mit dem Gefühl von einem LKW überfahren worden zu sein war mein erster Gedanke: ‚DAS WAR KEIN TRAUM!' Dann schalt ich mich selbst einen Narren, natürlich war das ein Traum, ein sehr realistischer aber eben doch nur ein Traum.

Es war zwar 4 Uhr nachts aber ich war Schweißgebadet und beschloss daher, kurz zu Duschen.

Nach der Dusche ging ich runter in die Küche, um ein Glas Cola zu trinken, da mein Hals trocken war wie Schmirgelpapier.

Als ich danach wieder am Wohnraum vorbeikam stand Cameron wiedereinmal wie üblich am Fenster. Ich wollte zu ihr gehen und mit ihr reden. Mein Körper wollte sie umarmen, mein Mund wollten sie küssen aber im Gegensatz zu meinem Traum hatte nun wieder mein Verstand die Kontrolle über meinen Körper und so ging ich wortlos die Treppe hoch zurück in mein Zimmer.

John sah nicht mehr, wie Cameron den Kopf drehte und ihm wehmütig nachsah. Er sah auch nicht das Zucken ihrer Hand. Und er sah nicht, wie sie die Augen verdrehte und schloss, als sie die optischen und sensorischen Aufzeichnungen der letzten Stunde noch einmal ablaufen lies.

Und er sah auch nicht die einzelne Träne auf ihrer Wange.

(ENDE)