A/N 2014

August/September 2009. Gut 6000 Wörter


Episode 2.08 (Alternativ)

Kapitel 1

Cameron hatte sich umgezogen. Statt ihrer Jeans trug sie jetzt mehr als kurze Shorts. Desweiteren trug sie ein transparentes Top, durch dass man den BH sehen konnte. Allerdings entsprach dies auch der gängigen Mode.

Sie wollte John von der Notwendigkeit überzeugen Riley nicht wieder zu sehen. Sie wusste John hatte Gefühle für sie. Nicht zuletzt glaubte sie einen auf Männer anziehend wirkenden Körper zu haben. Als sie seine Tür erreichte suggerierte ihr Infiltrationsprogramm den Effekt noch zu verstärken, die modische aber für diese Mission unzweckmäßige Jacke abzulegen. Sie lies die Jacke vor Johns Tür einfach auf den Boden fallen bevor sie klopfte.

Ein leises „Ja" ertönte und sie öffnete die Tür. „Bist Du beschäftigt?"

John musterte seinen Cyborg Protector von oben bis unten. „Nein", entgegnete er.

Cameron schloss die Tür und näherte sich dem Bett, auf dem John mit hinter dem Kopf verschränkten Händen lag. „Umgezogen?" Fragte John erstaunt.

„Heiß Draußen", entgegnete Cameron.

„Seit wann fühlst du Hitze?" Fragte er während sie sich weiter näherte.

Als sie Anstalten machte, sich zu ihm aufs Bett zu begeben machte er ihr Platz. „Ich fühle Hitze", war ihre Antwort. Als sie sich zu ihm legte.

Er musste lachen. „Hoffst Du, dass uns Riley im Bett zusammen sieht und für den Rest ihres Lebens traumatisiert ist oder so etwas?"

„Nein, ist es nicht normal für Bruder und Schwester gemeinsam auf dem Bett Konversation zu machen?" Fragte Cameron ganz unschuldig.

John sah zu ihr herüber. Sein Blick wanderte von ihren Augen zu ihrem Mund, hinunter zu ihrem Top und dann zu den Kampfstiefel bewehrten Beinen Camerons. „Nicht wenn die Schwester ein Cyborg-Mädchen ist, das versucht den angeblichen Bruder mit aufreizender Kleidung vor einer Dummheit zu bewahren.

Cameron öffnete den Mund, um etwas zu sagen aber John redete weiter. „Glaubst Du im Ernst, ich würde nicht bemerken, dass Du hier versuchst mit einem sexy Outfit meine Aufmerksamkeit auf Dich zu ziehen. Hälst Du mich wirklich für so dämlich?" Fragte er angriffslustig.

„Ich halte Dich nicht für dämlich aber manchmal machst Du dämliche Sachen. Es würde mir helfen zu verstehen warum", Entgegnete Cameron defensiv. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er ihren Plan durchschauen würde. Insgeheim war sie deshalb stolz auf ihn.

John dachte einen Augen Blick nach, bevor er leicht den Kopf schüttelte. „Menschen machen dämliche Sachen. Also kümmer Dich nicht drum und sei froh, dass Du eine Maschine bist.

„Ich bin eine Maschine, ich kann nicht froh sein", entgegnete Cameron verwirrt.

John lies sie nicht weiter zu Wort kommen. Er drehte sich zu ihr und stützte sich auf einen Arm, so dass er zu ihr herabsehen konnte. „Ich denke, dass ist eine Deiner weiteren Lügen. Deine Handlungen und vor Allem deine Blicke für Riley lassen eine andere Vermutung aufkommen. Wie dem auch sei, Du hast das Spiel begonnen, jetzt musst Du es auch zu Ende bringen", sagte er und beugte sich zu ihr hinab, um seine Lippen sanft auf ihre zu pressen.

Der Kuss dauerte nur eine Sekunde aber Cameron riss die Augen auf. Das Gefühl, dass ihren Körper durchströmte war völlig neu. Sie hatte das Gefühl, ihre Energiezelle würde überhitzen, so warm war ihr. Entgegen dem teilte ihr HUD mit, dass alles im Bereich von 100 % arbeitete.

Während ihrer Selbstdiagnose waren Emotionen über ihr Gesicht gehuscht. John hatte diese Regungen aufmerksam beobachtet. Er lächelte sie an. Sie hingegen sah sich genötigt einzuschreiten. Diese Art von Nähe war nicht vorgesehen, wenn Zukunfts-John ihr diesbezüglich auch keinerlei Missions-Parameter vorgegeben hatte. „John, ich bin nur eine Maschine", stellte sie fest.

„Wir werden sehen, wir werden sehen", sagte er bevor er sie erneut küsste.

Dieses mal dauerte der Kuss länger. Camerons Körper schien sich aufzuheizen. In ihrem Bauch schien sich ein Knoten zu bilden und ihr HUD brachte eine Warnung nach der anderen. Schließlich deaktivierte sie ihr HUD und konzentrierte sich ganz auf die Berührungen Johns. Seine Lippen, seine Zunge, die gerade Ihre Lippen berührte und seine Hand, die ihren Schenkel streichelte. Ohne es zu wollen schlang sie ihre Arme um seinen Hals. Leider war sie so abgelenkt, dass sie nicht hörte, wie sich Schritte näherten.

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Sarah wollte wissen, was John gerade tat, vor Allem war sie sich nicht darüber klar, was Cameron gerade anstellte.

Sie zögerte eine Sekunde, dann griff sie die Klinke und öffnete die Tür. „John..." brachte sie noch hervor, bevor sie realisierte, was sie sah. Offensichtlich lag John halb auf Cameron und offensichtlich küsste er die Maschine.

John hatte Sarah schon gehört, als sie den Gang hinunterging. Er ahnte was passieren würde allerdings wollte er es darauf ankommen lassen.

„JOHN...?! CAMERON LASS SOFORT MEINEN SOHN LOS", schrie Sarah und stürmte vor. Sie griff nach Camerons Arm und versuchte ihn vom Nacken ihres Sohnes zu lösen.

John unterbrach den Kuss. „Mom, geh raus", sagte er leise.

„John, sie ist eine Maschine, sie...", sagte sie, wurde aber von John unterbrochen.

„Mom, geh raus, SOFORT!" Sagte er mit einem drohenden Unterton ohne Sarah anzublicken.. Dann küsste er wieder Cameron während seine Hand Camerons Seite und Rücken erkundete.

Sarah stand wie gebannt einige Sekunden auf dem Fleck und sah entsetzt, wie ihr 16 Jähriger Sohn Zärtlichkeiten mit einer Killermaschine austauschte. Schließlich drehte John den Kopf und sah sie drohend an, woraufhin sie zögerlich rückwärtsgehend den Raum verlies.

Kapitel 2

Sarah hatte die Tür geschlossen. Nun stand sie mit gesenktem Kopf vor der Tür, stützte sich an beide Seiten am Rahmen ab und lies ihre Tränen mit hängendem Kopf auf den Boden fallen. 'WARUM?!' schrie es immer wieder in ihrem Kopf. 'Derek hatte Recht, sie soll ihn zerstören. Sie hat mir meinen Sohn genommen', dachte sie verzweifelt. 'Aber er hat sie geküsst...nein, Sie hat ihn gezwungen...Das kann nicht sein, Er war über ihr...Sie ist stark, sie konnte ihn so halten...aber seine Worte und sein Blick...'

Schließlich straffte sich Sarah und ging in Richtung der Treppe, wobei sie auf Camerons Jacke trat, was sie aber gar nicht beachtete.

Unten angekommen nahm sie ihr Telefon. Als sich der angerufene meldete tippte sie den Code ein. „Reese, komm sofort her. Es wird Zeit die Maschine loszuwerden."

Sie hörte ein leises Lachen am anderen Ende. „Wird langsam Zeit", sagte Derek Reese. „30 Minuten", fügte er hinzu und beendete das Gespräch.

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Währenddedssen lagen Cameron und John immer noch engumschlungen auf seinem Bett und küssten sich. Cameron hatte nach der Szene mit Sarah aufgepasst und hatte gehört, was Sarah am Telefon gesagt hatte. „John?"

„Ja Cam?", entgegnete John atemlos während sich ihre Lippen immer noch berührten.

„Sarah hat Derek angerufen", sagte sie ebenso leise.

„Wozu?" fragte er und sah in ihre Haselnussbraunen Augen.

„Um mich zu zerstören", sagte sie während eine Träne ihre Wange hinunterlief.

John zuckte zurück. Für eine Sekunde sah man Angst in seinem Gesicht, dann aber lächelte er. „Dann lass uns verschwinden."

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Als Sarah und Derek 25 Minuten später mit schweren Waffen ins Zimmer stürmten war der Raum leer.

Kapitel 3

John und Cameron hatten sich buchstäblich aus dem Staub gemacht. Die Staubfahne, die der Wagen hinter sich her zog war meilenweit zu sehen. Gegen Abend machten sie an einem Motel halt und nahmen sich ein Zimmer. Der Kerl an der Rezeption stellte keine Fragen, sah Cameron nur abschätzig an. Sie trug noch immer die Kleidung, die Johns Blut zum Kochen gebracht hatte.

John hatte geduscht. Als er das Bad verlies stand plötzlich Cameron in Unterwäsche vor ihm. Bevor er noch wusste was los ist hatte sie die Arme um ihn geschlungen und küsste ihn. „Womit hab´ich denn das verdient?" Fragte er verwirrt.

„Falls du es nicht bemerkt hast, es gibt hier nur ein Badetuch, sagte sie, zog das Badetuch von seinem Körper und huschte lächelnd an ihm vorbei ins Bad.

Als sie das Bad verlies lag John im Bett und schlief. Sie sah eine Weile aus dem Fenster und scannte die Umgebung. Schließlich bemerkte sie, dass John begonnen hatte sich hin und her zu wälzen. Sie zögerte lange bevor sie sich entschloss. Sie kramte in Johns Tasche, bis sie eines seiner T-Shirts fand. Sie lies das Badetuch fallen, streifte sich das T-Shirt über, zögerte kurz und schlüpfte dann zu dem sich immer stärker hin und her wälzenden John unter die Decke. Sie umfing ihn mit ihren Armen und hielt ihn fest, bis er sich beruhigt hatte und ruhig und nun traumlos schlief.

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Beide hatten nicht die Augen bemerkt, die sie aus einem Wagen heraus beobachtet hatten, als sie das Motelzimmer betraten. Dann fuhr der Wagen weiter und Parkte außer Sicht. Eine Hand griff nach einem Handy und wählte eine Nummer, während eine zweite Person die erste beobachtete

„Derek?" Die Person tippte den Identifikationscode. „Ich bins Jesse."

Kapitel 4

Stundenlang hatte Sarah blicklos im Wohnraum gesessen. Ab und an blinzelte sie mal. Schließlich klingelde Dereks Handy. Derek nahm ab, nach ein paar Augenblicken tippte er den Code ein. „Jesse? Was heißt Du weißt wo sie sind?"

Jetzt sah Sarah hoffnungsvoll auf.

Dereks Gesicht wurde immer grimmiger. „Ist gut, unternimm nichts, ich komme", sagte er und legte auf.

„Was ist los?" Fragte Sarah hoffnungsvoll.

Derek überlegte kurz. „Sie haben in New Mexico in ein Motel eingecheckt."

Sarah sprang auf. „Lass uns fahren."

„Sarah. Vielleicht solltest Du hier bleiben? Das könnte ziemlich hässlich werden." Sagte Derek zurückhaltend.

Sarah kniff die Augen zusammen." Derek Reese, es geht um meinen Sohn. Die verdammte Maschine hat ihn entführt und Du kannst mich nicht davon abhalten mitzukommen." Nach diesen Worten griff sie sich ihre Pumpgun und Dereks Autoschlüssel.

Derek verdrehte die Augen, folgte ihr dann aber schnell, als sie den Wagen anließ.

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Währenddessen in einem Motel in New Mexico:

John wachte auf. Albtraumlos hatte er geschlafen. Noch bevor er die Augen aufschlug spürte er einen warmen und weichen Körper neben sich. Auch die Arme, die ihn umschlungen hielten spürte er. Er fühlte sich absolut geborgen, wollte dass dieses Gefühl niemals endet. Als er die Augen aufschlug Blickte er in das Gesicht eines Löwen. Sein Herz übersprang einen Schlag, bevor er merkte dass es nur der Aufdruck eines seiner T-Shirts war.

„John? Ist etwas nicht in Ordnung? Habe ich etwas falsch gemacht?" In Camerons Stimme mischte sich Furcht.

John Kuschelte sich fester an ihre Brust. „Nein, Alles in Ordnung", sagte er, bevor er wieder einschlief.

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In einem Fahrzeug auf dem Weg zum Motel.

„Sag mal Reese", sagte Sarah irgendwann. „Wer war das der dich da angerufen hat?"

Derek zögerte. „Das war Jesse,... Ein Soldat...Eine Soldatin aus der Zukunft."

Sarah drehte den Kopf und sah Derek von der Seite an. Sie hatte sein Zögern sehr wohl bemerkt. „Und, wieso weiß sie wo John ist?"

„Keine Ahnung."

Sarah blickte wieder nach Vorne auf die Straße. Derek sah nicht, wie sich ihre Hände um das Lenkrad verkrampften. 'Da stimmt doch etwas nicht', dachte Sarah, die sofort erkannt hatte, dass Derek ihr zumindest nicht Alles erzählt hatte.

Kapitel 5

Sie erreichten das Motel gegen 5 Uhr Morgens. Sie fuhren bis zu der Stelle, an der Jesse geparkt hatte.

Als Jesse und Riley den Wagen verließen riss Sarah die Augen auf. Sogleich stieg ihr Misstrauen ins unermeßliche. Riley zu erblicken hatte bei ihr einen Schalter umgelegt. Sie erkannte sofort, dass Sie und vor Allem John betrogen worden waren. Noch ließ sie sich aber nichts anmerken.

„Hallo Derek", sagte sagte die schwarzhaarige Asiatin und blickte misstrauisch auf Sarah.

Sarah beachtete Jesse kaum sondern ging zu Riley und blieb vor dieser stehen. „Nun?"

Riley blickte ängstlich zu Jesse, die zeigte aber keinerlei Regung. Riley trat nervös von einem Fuß auf den Anderen. „Ich komme aus der Zukunft", sagte Riley schließlich.

„Das habe ich mittlerweile auch bemerkt. Was noch?" fragte Sarah.

„Ich sollte John und Cameron auseinanderbringen", sagte Riley leise mit gesenktem Kopf.

„Soll heißen, Du hast ihn belogen?" Fragte Sarah mit agressivem Unterton.

„Ja, ich meine nein. Ich mag ihn wirklich, er ist ein toller Junge", sagte Riley kleinlaut.

Sarah nickte. „Genau da liegt das Problem. John ist kein Junge. Er ist John Connor und das Letzte was er gebrauchen kann sind Leute, die ihn belügen", sagte Sarah und machte einen aggressiven Schritt auf Riley zu.

Plötzlich spürte Sarah eine Hand an ihrer Schulter. Als sie stoppte und zur Seite sah stand Jesse dort. „Das ist doch jetzt unwichtig. Wir müssen John Connor erstmal von dem Metall trennen, bevor sie noch mehr Einfluss auf ihn gewinnt."

„Sagt wer?" Fragte Sarah nicht weniger aggressiv.

Jesse stemmte die Hände in die Hüften. „Sagt jemand, der dabei war. John Connor hat nur noch über Die Maschine mit seinen Leuten gesprochen. Es hatte die völlige Kontrolle über den Widerstand. Deshalb sind gute Leute gestorben. Ich wäre auch fast draufgegangen. Ich habe mein Kind wegen der Metallschlampe verloren." Jesse wartete einen Augenblick.

Sarah war unentschlossen. Einerseits traute sie dieser Jesse nicht aber andererseits war ihr Sohn in diesem Moment mit einer Maschine alleine im Hotelzimmer. Ein Seitenblick zeigte ihr, dass Derek mit aufgerissenen Augen Jesse anstarrte. Seine Hand war um seine Pistole verkrampft, die Zähne zusammengebissen und Tränen in den Augen.

„Was ist jetzt, gehen wir da rein und verbrennen die Maschine oder wie?" Fragte Jesse schnell.

Nach ein paar weiteren Augenblicken nickte Sarah langsam.

Kapitel 6

Im Vorbeigehen öffnete Derek die Heckklappe seines Pick-Ups. Er öffnete das Vorhängeschloss der Transportkiste. Er entnahm eine Schrotflinte und warf sie Sarah zu. „Teflongeschosse", sagte er. Dann ein M16, dass er Jesse zuwarf. „Stahlmantelgeschosse", fügte er hinzu. Schließlich entnahm er der Kiste ein Gewehr, dass wohl eher irgendwo fest montiert werden musste. Jesse und Sarah rissen die Augen auf. Er wollte Riley noch eine Pistole anbieten aber die schüttelte nur den Kopf. Derek zuckte mit den Schultern. „Dann los", sagte er und sie gingen gemeinsam in Richtung Motel. Auf dem Parkplatz trennten sie sich, während Sarah über den einen Aufgang ging, gingen Derek und Jesse gefolgt von Riley über den anderen Aufgang.

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Cameron hatte sie vor einiger Zeit langsam von John gelöst und es geschafft, ihn nicht zu wecken. Nun sah sie die Gestalten, die sich verteilten und über beide Aufgänge kommen würden. Sie eilte zum Bett und rüttelte John an der Schulter. „John, sie kommen".

„Was?" John brauchte nur eine Sekunde um zu verstehen. Er sprang aus dem Bett. „Raus hier!" Rief er

„Zu spät, wir haben nur noch Sekunden, dann stehen Sarah und Derek in der Tür", sagte Cameron mit einer Spur von Angst in der Stimme.

John überlegte. Er hatte beim Sprung aus dem Bett sofort nach seiner Waffe gegriffen. Als er ein leises Knacken vor der Tür hörte schubste er Cameron förmlich in die hinterste Ecke des Raumes und sprang dann vor sie. Als schließlich die Tür eingetreten wurde stand John mit angeschlagener Waffe vor ihr. Cameron starrte an seinem Kopf vorbei auf die drei Leute, die jetzt mit angeschlagenen Waffen in den Raum stürmten.

Sarah sah auf ihren Sohn. Sie sah ihren jungen vor sich, der nur in seine Boxershorts vor Cameron stand, die nur ein T-Shirt trug. Sie hoffte innständig, dass John seine Boxer die ganze Zeit anbehalten hatte. „John, geh weg von der Maschine", knurrte Sarah.

Johns Pistole richtete sich auf seine Mutter. „Mom, sie ist anders. Ich werde nicht zulassen, dass irgendwer ihr weh tut, auch Du nicht."

Sarah blickte ihrem Sohn in die Augen. Sie sah den gleichen stahlharten Blick, den er schon einmal gehabt hatte und zwar als er die Waffe auf sie gerichtet hatte, nachdem er Cameron den Chip wieder eingesetzt hatte. „John, sie ist eine Maschine, sie fühlt nichts, sie ist eine Gefahr, sie hat Dich um ihren Finger gewickelt.

John hatte nun einen bittenden Ausdruck in den Augen. „Mom, welchen Grund sollte ich haben mir selbst einen Beschützer zu schicken, wenn sie eine Gefahr für mich wäre? Mom, Du musst mir vertrauen."

Sarah drehte den Kopf und sah auf Jesse und schließlich auf Riley, die ängstlich um die Ecke der Tür schaute. Schließlich sah sie wieder auf ihren Sohn. Dann schüttelte sie langsam den Kopf. „John, ich kann nicht".

Nach dieser Antwort griff John seine Waffe fester. Er richtete sich auf und sein Gesicht nahm wieder den Harten Ausdruck an. Seine Augen funkelten. „Dann steht es fest. Ohne Cameron wird es keinen John Connor geben. Ich werde euch verlassen und auf den Tag der Abrechnung warten. Um sie zu bekommen müsst ihr aber zuerst durch mich durch", sagte er und wich zurück bis sein Rücken Cameron berührte. „Cam, bleib hinter mir und halte den Kopf unten", sagte er leise.

Sarah stand wie erstarrt und starrte ihren Sohn an. 'Ich habe ihn verloren', dachte sie. Dann sah sie aus den Augenwinkeln wie Derek die Waffe langsam senkte. Während Jesse auf ihrer anderen Seite die Waffe hob. Ihr Zeigefinger zog langsam am Abzug.

Kapitel 7

Jesse hatte dem Dialog zwischen John und Sarah gelauscht. ‚Gott, wie das nervt', dachte sie. ‚Was passiert wohl, wenn ich einfach schieße? John Connor wird zurückschießen, dann werden Alle anfangen zu schießen, wenn Connor dabei getötet wird...auch egal hauptsache die Metallschlampe geht kaputt.' Langsam umspannte ihr Zeigefinger den Abzug.

Sarah hatte genau jede Regung auf Jesses Gesicht beobachtet. Als diese langsam den Finger krümmte war es ihr entgültig klar. Dieser Frau ging es nicht darum John zu beschützen. Sie hasste Cameron und würde auf John keine Rücksicht nehmen.

Jesses Grinsen wurde immer breiter. ‚Wenn er aus dem Weg ist, kann jemand Besseres den Widerstand anführen' Dachte sie, als sie Camerons Kopf ins Visier nahm, der sich genau hinter Johns Hals befand. Kurz bevor sie den Druckpunkt der Waffe erreichte spürte sie etwas Kaltes an ihrem Hals.

„Untersteh dich auch nur daran zu denken Du stück Dreck", knurrte Sarah.

„Sarah was...?" Fragte Derek, der seinen Augen nicht trauen konnte.

„Sie wollte auf John schießen. Ich hab gesehen, wie sie den Abzug durchgezogen hat", sagte Sarah ohne Jesse auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen.

„Aber...", versuchte Derek hevorzubringen, der mit aufgerissenen Augen und gesenkter Waffe die Szene beobachtet.

„Ich mag mit Cameron nicht einverstanden sein aber die hier spielt falsch. Einen Infiltrator in unser Haus zu schicken ist ja wohl das Letzte. Bei Cameron wissen wir wenigstens woran wir sind. Und nun nimm den Finger vom Abzug und langsam die Waffe runter", sagte sie zu Jesse.

Jesse senkte langsam die Waffe, die ihr Sarah aus der Hand nahm. Dann sahen alle nur noch einen Schatten als Cameron vorschnellte und Jesse am Hals packte und hochstemmte. Mit leuchtend blauen Augen und Wut im Gesicht hielt Cameron Jesse in ihrem stahlharten Griff, bereit deren Leben jede Sekunde zu beenden.

Sarah sah verwundert die Wut in Camerons Gesicht. Sie sah nun aber auch, dass Cameron unter den T-Shirt tatsächlich nichts weiter anhatte. Für einen Moment schloss sie verzweifelt die Augen. Als sie sie wieder öffnete, Stand John hinter Cameron.

Er hielt ihr T-Schirt in einer akzeptablen Position. „Cam, bitte nicht. Das ist sie nicht wert", sagte John leise mit viel Zärtlichkeit in der Stimme.

Sogleich verloren Camerons Augen ihr blaues Leuchten und sie lies Jesse zu Boden fallen.

Jesse holte pfeifend ein paar mal Luft. Dann sah sie vom Boden her zuerst in Camerons- und dann in Johns Augen. Weiter zu Sarahs Gesicht, deren Blick weiterhin starr auf John und Cameron fixiert war, die sich nun verliebt lächelnd ansahen. Schließlich auf Derek. „Ich hätte einfach schießen sollen. Er ist korrumpiert, siehst Du das nicht?" Fragte sie verzweifelt.

Derek überlegte. Sah einen Augenblick auf Jesse. Dann hob er seine Kanone und zielte erneut auf Cameron, bereit den Abzug zu betätigen. John hatte sofort Cameron gegriffen und hielt sie jetzt in seinen Armen ihren Kopf an seiner Brust, sein Rücken zu Derek Er wusste, was diese Kanone anrichten konnte.

Kapitel 8

„Derek, NEIN!" Instinktiv hatte sich Sarah zwischen Dereks Waffe und John geschoben. „Die einzige die hier wissentlich manipuliert ist Jesse! Sie hätte auf John geschossen, um Cameron zu treffen. Sie hat Riley bei uns eingeschleust. Sieh sie Dir doch an. Hier geht es nicht um John, hier geht es einfach nur um ihre persönliche Rache.

Derek warf einen Blick in Jesses Gesicht. Er sah einen Anflug von Größenwahn in ihren Augen. Erst jetzt realisierte er wirklich was er gerade tat. Er würde für John Connor sterben, sie Alle würden für ihn sterben. Jesse allerdings hätte auf John geschossen, nur um Cameron zu treffen. Das wurde ihm bewusst, als er jetzt das kalte Glitzern in ihren Augen sah. Derek senkte die Waffe. „Sie hat Recht Jess, er ist John Connor. Wir müssen darauf vertrauen, dass er das Richtige tut."

Jesse konnte nicht glauben, was sie gerade hörte. Ihr Gesicht nahm einen hasserfüllten Ausdruck an. Die am Boden liegende griff nach hinten an ihren Hosenbund und zog eine Waffe. Diesmal richtete sie Sie aber nicht auf John oder Cameron. Die Waffe schwang herum in Dereks Richtung.

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‚Ich mach ihn kalt. Er verrät mich für einen Metall-Lover', dachte Jesse, als sie die Waffe zog und auf Derek richtete. Vergessen war ihr Hass für Cameron oder ihre Abneigung für John. Sie wollte nur noch Eines: Den Verräter!

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Cameron hatte jede Bewegung Jesses verfolgt. Auch ihr war klar, dass Jesse hier einen persönlichen Rachefeldzug gegen sie führte. Nicht nur, dass Jesse verantwortlich war für den Untergang der Jimmy Carter. Nein, sie schien auch noch Cameron für Alles verantwortlich zu machen. Nicht zuletzt verübte sie damit Verrat an John. Als Jesse schließlich nach der Waffe griff, löste sich Cameron von John und schob sich vor ihn. Als die Waffe weiter zu Derek herumschwang griff Cameron schließlich zu.

Die Anwesenden hörten ein lautes, mehrfaches Knacken als Cameron nach Jesses Hand griff bevor diese abdrücken konnte. Bei diesem einen Zupacken brach Cameron Jesse gleich mehrere Knochen in der Hand, einige zersplitterten sogar.

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John hatte gar nicht so schnell reagieren können, wie Cameron mit ihren Kybernetischen Reflexen zugegriffen hatte. Als er das laute Knacken und gleich darauf einen leisen gequälten Schrei von Jesse hörte, zuckte es eine Sekunde lang durch seinen Kopf, was passiert, falls Cameron mal die Kontrolle verlieren sollte. Der Gedanke allerdings war so schnell verschwunden, wie er kam. Statdessen Hockte er sich neben Cameron. „Cam, lass sie los es ist vorbei", sagte er und legte eine Hand auf den Arm, dessen Hand noch immer Jesses Handgelenk umklammert hielt.

Cameron sah John an, bevor sie schließlich abrupt loslies, die Waffe aber an sich nahm.

‚Ich werde nicht Jammern und weinen' Dachte Jesse mit zusammengebissenen Zähnen. Mit gesenktem Kopf beobachtete sie die Umstehenden, die sich gegenseitig sprachlos anstarrten. Sarah nahm John in die Arme und nickte über dessen Schulter hinweg Cameron zu, die das Nicken sank auf das Bett und stützte den Kopf in die Hände. Riley stand wie festgenagelt an der Tür und konnte nicht verarbeiten was in den letzten Sekunden und Minuten passiert war.

Kapitel 9

„Geh Dich bitte anziehen", sagte John leise zu der immer noch mehr als leicht bekleideten Cameron.

Cameron nickte, blickte aber noch einmal misstrauisch auf die Anwesenden. Jesse bedachte sie mit einem Angewiederten Blick, der John lächeln lies.

Kaum hatte sich die Badezimmertür geschlossen, als Jesse auf die Füße sprang und aus dem Raum lief, wobei sie noch fast die erschrockene Riley über den Haufen lief.

Sarah wollte Jesse folgen, wurde aber von John am Arm festgehalten. „Lass Sie laufen."

Sarah sah ihren Sohn Zweifelnd an, nickte aber schließlich langsam. „John, was soll ich nur tun?" Fragte Sarah ihren Sohn verzweifelt. „Du gehst mit einer Maschine ins Bett...", Sarah schüttelte verzweifelt den Kopf.

„Mom, es ist wie es ist. Ich habe mich in Cameron verliebt als ich sie das erste Mal sah. Daran hat ihre Natur nichts geändert. Selbst als sie mich töten wollte habe ich sie nicht weniger geliebt. Im übrigen ist bis jetzt noch nichts weiter passiert."

Alle beobachteten Cameron, die ohne ein weiteres Wort aus dem Badezimmer kam und das Zimmer verlies. Alle waren sich darüber klar, wo sie hin wollte.

Sarah nickte langsam. „Ich habe es einfach nicht wahrhaben wollen. Ich habe gesehen wie Du sie angesehen hast. Ich habe das verdrängt aber..."

„Mom", sagte John und ergriff seine Mutter an den Schultern. „Diese Entscheidung habe ich getroffen weil ich glaube, dass sie viel mehr als eine Maschine ist. Sie reagiert menschlich, zumindest wenn sie mit mir alleine ist", sagte er mit einem Lächeln.

„John, sie ist eine Maschine, sie kann nichts fühlen", Sagte Sarah eindringlich.

„Das muß ich selber herausfinden. Überleg mal, Ich schicke eine Maschine aus der Zukunft zu mir, von der ich genau weiß, wie ich jetzt darauf reagiere. Das würde überhaupt keinen Sinn machen, wenn an ihr nicht etwas besonderes wäre."

„Er hat Recht", sagte Derek plötzlich. „Er ist John Connor. Er wird einen Grund für seine Handlungen haben. So widerwärtig ich das auch finde, ich warte ab. Wenn die Maschine dich aber nur einmal schief ansieht...", sagte Derek weiter und hob seine Kanone mit grimmigem Gesichtsausdruck leicht an.

„Deal" sagte John und nickte.

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Als Jesse an ihr vorbeihastete brauchte Riley ein paar Sekunden, bis sie ihr hinterherlief. „Jesse warte, wo willst Du hin?"

„Verschwinde du dämliches Kind", erwiderte Jesse wütend.

„Was habe ich denn getan? Es ist doch nicht meine Schuld, dass er lieber mit Cameron zusammen sein will." Entgegnete Riley verzweifelt.

Jesse ging schnell weiter zu ihrem Wagen, Riley einen halben Meter hinter ihr. Rileys Hand hatte sie schon mehrmals abgeschüttelt. „Hättest Du Dich nur mehr angestrengt, dann wäre das Alles nicht passiert. Du musstest ja unbedingt immer klein bei geben. Hast Schiss vor dem Metall gehabt.

„Was hätte es gebracht Cameron noch mehr zu provozieren?" Irgendwann hätte sie mich vielleicht angegriffen..." Riley blieb abrupt stehen und starrte mit aufgerissenen Augen auf Jesse, die jetzt ebenfalls stehengeblieben war. „Das ist es, nicht wahr. Sie sollte mich angreifen oder sogar töten damit John sie hasst."

Langsam drehte Jesse den Oberkörper, bis sie der seitlich hinter ihr stehenden Riley in die Augen sehen konnte. „Da sieht man mal wieder, wie blöd du bist. Ein intelligentes Mädchen hätte das viel früher bemerkt", sagte sie trotz ihrer Schmerzen mit einem zynischen Grinsen. Dann drehte sie sich wieder und ging die letzten paar Meter bis zu ihrem Wagen.

Riley konnte es nicht fassen. Jesse, die Frau, die sie wie eine Mutter liebte wollte sie opfern. „Wo soll ich denn hin?" Fragte sie unter Tränen. „Ich hab doch sonst Niemanden. Ich liebe Dich doch!"

Bei den letzten Worten zögerte Jesse kurz bevor sie sich hinter das Lenkrad schwang und den Schlüssel ins Zündschloss rammte. Sie startete den Pick-Up und raste mit durchdrehenden Rädern davon.

Riley stand da wie vom Donner gerührt. Tränen flossen ihre Wangen hinunter und sie schlug die Hände vor das Gesicht. Sie reagierte nicht, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte und sie herumdrehte. Arme umfingen sie in einer tröstenden Umarmung. Eine Hand legte auf ihren Hinterkopf und hielt sie an einer Schulter, an der sich Riley nun ausweinte.

Kapitel 10

Als John, Sarah und Derek schließlich das Hotelzimmer verließen, sahen sie an der Ecke des Motels Riley, die in Camerons Armen lag. Sarah sah fragend in Johns Gesicht, dieser zuckte aber nur hilflos mit den Schultern. Derek hingegen sah erstaunt auf die Szene und kratzte sich verwirrt am Hinterkopf.

'Wenigstens mag mich John noch', dachte Riley.

„Riley, was machst Du da?" Fragte John aus einiger Entfernung.

Riley hörte die Stimme und zuckte zurück zumindest so weit, wie es Camerons Arme zuließen.

Riley starrte in Camerons Augen. Sie war starr vor Schreck. Einzig der weiche, freundliche Ausdruck im Gesicht der Maschine hielt sie davon ab in wilder Panik loszuschreien. Rileys Mund bewegte sich auf und zu aber kein Laut kam heraus.

„Wir wurden gebaut um Menschen zu töten, nicht aber um grausam zu sein", sagte Cameron und gleich darauf begann sie zu lächeln.

„Ich verstehe nicht", sagte Riley fast tonlos.

„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt", sagte Cameron daraufhin und grinste Riley an.

„Gott, wo hat sie das denn wieder her?" Fragte Sarah John.

„Fernsehen, Sie schläft nicht", entgegnete John und Sarah verdrehte die Augen.

Cameron drehte den Kopf und sah John an. „War das falsch?" fragte Cameron mit ihrem kindlich fragenden Gesichtsausdruck.

„Nein Cam, das war richtig gut, das war perfekt", sagte John stolz.

„Aber...? Ich dachte, du hasst mich?" Fragte Riley Cameron, immer noch nah bei ihr.

„Du wusstest,dass ich eine Maschine bin und glaubtest ich würde dich hassen?" Fragte Cameron erstaunt.

„Äh, na ja, so in etwa", sagte Riley verwirrt.

„Ich habe mich geirrt", sagte Cameron unvermittelt und wurde von Allen angestarrt. „ich hatte Dich als Gefahr für John eingestuft aber Du bist nur ein Mädchen unter schlechtem Einfluss" führte Cameron aus.

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„Ich muss mit Dir reden", sagte Sarah, die einen schritt auf Cameron zu gemacht hatte.

„Mom, das hatten wir schon, das ist nicht Deine Sach..." John hatte einen gequälten Ausdruck in der Stimme, wurde aber von Sarah unterbrochen.

„John, Du bist mein Sohn und ich entscheide, was meine Sache ist und was nicht.

„Mom...", wollte John aufbegehren, wurde aber diesmal von Cameron unterbrochen.

„John, ist in Ordnung. Sie ist Deine Mutter", beruhigte sie John.

Sarah drückte John ihre Pump-Gun in die Hand und Cameron löste sich von Riley, die Cameron mit den Augen verfolgte.

Sarah ging zurück in Richtung des Motel und Cameron schloss auf.

„Du hasst es geschafft, Du hast ihm weisgemacht, dass Du Gefühle hast", Sagte Sarah agressiv aber doch ruhig.

„Du irrst dich, Sarah. Es war nie beabsichtigt, dass es soweit kommt. Ich habe erst gestern erkannt, dass ich fühle. Seit der Autobombe war etwas anders aber erst Johns Kuss hat es mir bewusst gemacht" Entgegnete Cameron.

„Woher willst Du wissen, dass Deine Gefühle echt und nicht programmiert sind?" Fragte Sarah zweifelnd.

Jetzt lächelte Cameron. „Sie sind echt für mich", antwortete Cameron.

Eine Zeit lang sagte keiner der Beiden ein Wort.

„John hat mir keine Wahl gelassen. Solltest Du dich aber gegen ihn wenden oder ihm schaden...", sagte Sarah, lies aber den Satz unvollendet.

„...bereite ich das Thermit selber vor", vollendete Cameron und lächelte Sarah an. Dann streckte sie Sarah die Hand hin, die diese nach einigem Zögern auch ergriff.

Aus einiger Entfernung beobachteten John und Derek die Beiden, während Riley mit gesenktem Kopf Löcher in den Boden starrte.

Kapitel 11

Sie fuhren wieder Richtung Los Angeles. Als es darum ging, bei wem Riley mitfahren sollte, hatte John vorgeschlagen, sie solle bei Sarah und Derek mitfahren.. Sarah hatte das rundweg abgelehnt und Riley nur böse angestarrt, woraufhin diese hinter Cameron in Deckung gegangen war. Schlussendlich saß Riley hinter Cameron in der Limousine, die er und Cameron gebraucht gekauft hatten um nach Mexico zu fahren.

„Was passiert jetzt mit mir?" Fragte Riley mit Bitternis in der Stimme.

„Du wirst älter werden, und irgendwann sterben", sagte Cameron mit einem Grinsen im Gesicht.

John schlug die Hand vor die Augen. „Cam", sagte er und Blickte sie dann an, „daran müssen wir noch arbeiten.

John drehte sich kurz zu Riley herum. „Du wirst zu Deinen Pflegeeltern zurückkehren, zur Schule gehen und soweit möglich ein normales Leben führen."

Riley blickte ihn entsetzt an. „Aber, Judgement-Day? Was dann, dann bin ich ganz alleine", sagte sie.

Cameron blickte kurz nach hinten. „Wir bleiben in Kontakt", sagte sie.

„Danke", sagte Riley.

„Gern geschehen", entgegnete Cameron.

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Stunden später waren sie auf der Kalifornischen Küstenstraße oberhalb der Klippen unterwegs, als Cameron, die sich vor Kurzem mit John abgewechselt hatte Jesses Pick-Up im Rückspiegel bemerkte. Riley und John schliefen.

„John?" Cameron stiess John leicht an.

"Was ist?" Fragte er schläfrig.

„Jesse ist hinter uns", sagte sie mit dem Blick starr auf den Rückspiegel und die Straße vor ihnen gerichtet.

„Shit!" Rief John und drehte sich herum. Er beobachtete, wie Jesse immer mehr aufholte. „Was hat sie vor.

„Mit 93,4 Prozentiger Wahrscheinlichkeit wird sie versuchen uns von der Straße über die Klippe zu drängen", sagte Cameron.

Keine Minute später prallte Jesses Pick-Up gegen das Heck des viel leichteren Wagens. Mehrmals rammte sie der Pick-up. Riley die schon beim ersten Aufprall schlagartig wach geworden war, saß starr vor Schreck auf der Rückbank und versuchte so gut es ging sich festzuhalten.

Mehrmals fuhr Jesse bei hohen Tempo auf den kleinen Wagen auf, bis Cameron schließlich zur Seite auswich und Jesse durch ihr hohes Tempo fast an ihnen vorbeischoss.

„Das war keine gute Idee", sagte John bestürzt.

„Vertrau mir", entgegnete Cameron konzentriert.

Jesse rammte ihren Wagen mehrmals von der Seite und brachte sie so immer näher zur Klippe. Schließlich Holte Jesse weit aus und kam auf den viel leichteren Wagen zugeschossen.

„Cameron? CAMERON!" Schrie John verzweifelt als sich der Andere Wagen rasend schnell näher kam.

Kapitel 12

Cameron trat schlagartig auf die Bremse. Es war als hätte der Wagen einen Anker geworfen. Nur Zentimeter vor der Motorhaube schoss der Pick-Up an ihnen vorbei.

Durch ihre gebrochene Hand war Jesse derartig gehandycapt, dass es ihr nicht mehr gelang den Wagen abzufangen, bevor die Räder auf den Seitenstreifen gerieten. Genau an dieser Stelle war an der Straße ein kleiner Platz zum Pause machen, der aber glücklicherweise leer war da Jesse nun endgültig die Kontrolle verlor. Der Wagen drehte sich und überschlug sich einmal, so dass er die Leitplanke an der Klippe niederwalzte und auf den Resten schließlich wippend zur Ruhe kam. Cameron hatte angehalten und lies den Wagen nun ebenfalls auf den Platz rollen.

Sie stiegen aus und gingen auf Das Wrack zu, dessen Vorderräder über die Klippe hingen.

Cameron ging zur Seite des Wagens, auf dessen Fahrersitz Jesse ganz allmählich wieder zu sich kam. Allerdings nur so weit, dass sie sehen konnte was los war. Befreien konnte sie sich nicht, da sie dafür zu groggy war. Sie hatte sich den Kopf angeschlagen und blutete aus einer Stirnwunde.

„Was machen wir?" Fragte Cameron John, der jetzt neben ihr stand.

„Keine Ahnung", erwiderte John mit dem Blick auf die halb Bewusstlose.

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Riley saß geschockt in dem Wagen. Schließlich nahm sie wieder wahr, was um sie herum vorging. Sie sah Jesses Wagen am Rand der Klippe stehen, die Hinterräder leicht in der Luft. Steif stieg sie aus und ging wie eine Schlafwandlerin zu Jesses Wagen. Sie starrte benommen auf das Heck des Wagens und auf Jesses Hinterkopf, der gegen die Heckscheibe gelehnt war. „Was machen wir?" hörte sie Cameron Fragen. Langsam nahm ihr Denkprozess wieder Fahrt auf. „Keine Ahnung", erwiderte John auf Camerons Frage. Die vergangenen Ereignisse liefen nocheinmal in Rileys Kopf ab. Je mehr sie darüber nachdachte, desto wütender wurde sie. Schließlich sprang sie vor und drückte mit den flachen Händen gegen das Heck des schaukelnden Wagens.

Als sich der Wagen zu bewegen begann, sahen sich John und Cameron an. John ging zum Heck des Wagens. Er erblickte Riley, die erfolglos versuchte den Wagen über die Klippe zu kippen. „Riley was tust Du?"

Riley sah ihn mit Wut in den Augen an. „Die tote Schlampe entsorgen", sagte sie.

„Aber Jesse lebt noch", sagte John bestürzt.

„Ach wirklich?" fragte Riley und strengte sich noch mehr an.

Im Vorbeigehen warf Cameron John einen merkwürdigen Blick zu. Sie blieb neben Riley stehen. Die Beiden sahen sich in die Augen. Schließlich nickte Cameron, was Riley erwiderte. Cameron stemmte die Beine in den Boden und griff unter die Stoßstange des Pick-Up. Mit ein wenig Anstrengung gelang es ihr das schwere Fahrzeug einen Meter anzuheben. Metall kreischte, als der Wagen über die Reste der Leitplanke rutschte. Ein weiteres Kreischen kam von Jesse, die mittlerweile gemerkt hatte, was vorging und die verzweifelt gegen die Heckscheibe des Pick-Up trommelte. Schließlich kippte der Wagen über die Klippe und stürzte in die Tiefe.

Auf halber Strecke prallte das Fahrzeug auf einen Felsvorsprung, etwas entzündete sich und beim Aufprall auf den Untergrund explodierte das Fahrzeug mit derartiger Gewalt, dass Die Drei am Rand der Klippe noch die Druckwelle spürten.

Riley spuckte dem Wagen angewidert hinterher.

„C4?" Fragte John.

„Wahrscheinlich", entgegnete Cameron.

Dann folgten sie Riley, die ohne ein weiteres Wort zurückgegangen war und nun wieder in den Wagen einstieg.

Kapitel 13

Als sie das Haus erreichten kam Sarah fast augenblicklich aus dem Haus gerannt. Sie und Derek waren schon eine geraume Zeit wieder da. „Was ist passiert?!" Fragte Sarah und starrte auf den verbeulten Wagen.

John folgte Cameron ins Haus, die Riley quasi hinterherzog. „Jesse ist passiert", entgegnete John.

„Wo ist Jesse?" Fragte Derek, der Sarah gefolgt war.

„Terminiert", sagte Cameron, als sie das Haus betrat.

Derek starrte schockiert auf Sarah die nur mit den Schultern zuckte. Er stand solange da, bis die Anderen im Haus verschwunden waren. Schließlich zog er seine Waffe und stürmte in den Wohnraum. Unmittelbar zielte er auf Cameron. „Das war das letzte Leben das du genommen hast Maschine", sagte er mit zitternder Stimme.

Sarah stand starr vor Schreck. John saß gebannt auf dem Sofa während Cameron mitten im Raum stand.

Bevor John noch reagieren konnte passierte Etwas mit dem niemand gerechnet hatte. Selbst Cameron stand erstarrt. Riley stellte sich zwischen die Waffe und Cameron. Ihre Augen glitzerten vor Wut. „Nicht sie sondern ich habe die Schlampe getötet. Sie wollte das Cameron mich tötet, damit John Cameron tötet. Sie hat mich benutzt.", sagte sie, die letzten Worte wütend zwischen den Zähnen durch.

Während ihrer Worte hatte Derek langsam die Waffe gesenkt. Jetzt fuhr er sich mit der Hand die die Waffe hielt durch die Haare. Dann starrte er auf die Waffe und schließlich steckte er sie weg. Dann ging er in die Küche, kam mit einer Dose Bier wieder und lies sich in einen Sessel fallen.

Cameron näherte sich der mit gesenktem Kopf dastehenden Riley. Wieder einmal drehte sie die bebende Riley herum. „Warum hast Du das getan?"

Riley hob den Kopf und sah in Camerons Augen. „Ich dachte, ich könnte ein paar Mode-Tipps von dir brauchen", sagte Riley mit einem schiefen Grinsen."

Cameron hob eine Augenbraue. Dann sah sie an Riley hinab. „Stimmt", nickte sie. „Das könnte wirklich nicht schaden."

(ENDE)