A/N 2014
Oktober 2009. Mehr als 4000 Wörter.
Episode 2.04 "Allison aus Palmdale"
(Alternativ)
Kapitel 1
„Wo fahren wir hin?"
Johns Kopf ruckte herum. „Was meinst du mit wo fahren wir hin?, wir fahren zu Mom nach Hause", sagte John verwirrt.
„Nach Hause?" Fragte Cameron verwirrt, drehte den Kopf und sah ihn an. „Ich weiß nicht, wo das ist."
John wurde unruhig, als er einen Blick in Camerons Gesicht warf. 'Sie sieht aus wie ein verletztes Reh', dachte er. 'Sie weiß noch immer nicht, wer sie ist'. „Woran erinnerst Du dich?", fragte John.
Cameron drehte den Kopf und starrte aus dem Fenster. „Ich erinnere mich an Dich, wie du erst behauptet hast, Du wärst mein Bruder und dann ich wäre eine Maschine, die Du reparieren müsstest.
„Was noch?" John war unbehaglich zumute weil er ihr so unverblümt die Wahrheit gesagt hatte.
„Ich habe meine Mom...Allisons Mom", korrigierte sie sich schnell. „...In Palmdale angerufen aber..." Cameron sprach nicht weiter.
„Aber?" fragte John nach ein paar Sekunden.
„Sie kannte mich nicht", sagte Cameron weinerlich.
John blickte zu der weiterhin aus dem Fenster starrenden Cameron. Er war schockiert weniger über die Tränen die er sah, die verwirrten ihn nur. Nein, er war schockiert über den Schmerz im Gesicht der Maschine, die ihm so viel bedeutete. So viel bedeutete, dass es ihn körperlich schmerzte sie so zu sehen.
Einige Minuten lang sagte keiner der Beiden ein Wort. „Ich bin nicht Allison", sagte Cameron plötzlich.
„Nein, bist Du nicht." Obwohl Camerons Bemerkung keine Frage gewesen war, hatte John geantwortet.
Cameron holte tief Luft. „Ich erinnere mich. Ich hatte ihren Hals gepackt, sie hatte mich angelogen so wie Jodie. Ich erinnere mich an das Geräusch, bevor Allisons Körper schlaff wurde."
John bemerkte, wie seine Hände anfingen zu zittern.
Cameron sah jetzt zu John hinüber. Tränen liefen unkontrolliert ihre Wangen hinunter. „Was bin ich?!" Rief sie aufgebracht. „Bin ich wirklich eine Maschine, bin ich ein Killer?! Sag mir doch, was ich bin!" Rief sie flehentlich.
John sah sie sprachlos an. Wie zuvor in dem Übergangsheim verstand er nicht, was er sah. Sie war so unglaublich menschlich. „Ich weiß es wirklich nicht", war Alles was ihm einfiel als er nach einigen Sekunden seine Stimme wieder gewann.
„Ich erinnere mich an noch etwas", sagte Cameron, nachdem sie aufgehört hatte zu weinen.
„Was denn?" Fragte John neugierig.
„Etwas, was ich zu der Heimleiterin sagte, als sie mich befragt hat", antwortete Cameron.
„Was war das?"
„Ich will John Connors Kopf auf einen Pfahl aufspießen, damit Alle ihn sehen können."
Kapitel 2
John trat mit beiden Füßen auf die Bremse. Noch bevor der Wagen stand hatte er die Handbremse angezogen, stieß die Tür auf und lies sich aus dem Wagen fallen. Er rollte sich ab, zog seine Waffe aus dem Hosenbund und richtete diese auf die Windschutzscheibe auf der Beifahrerseite.
Cameron hingegen hatte sich nicht bewegt und sah ihn nur mit großen Augen an.
Johns Puls raste. Seine Hände, die die Waffe hielten zitterten. Cameron hatte gerade zu ihm gesagt, dass sie seinen Kopf auf einen Pfahl spießen wollte. Sie wollte ihn töten. 'Warum bewegt sie sich nicht?' Fragte er sich. 'Warum steigt sie nicht aus und greift mich an? Warum sieht sie nur so hilflos aus.' John schüttelte den Gedanken ab. Er ging zurück zum Wagen. Zur Fahrerseite und zielte mit der Waffe durch das Fenster auf Cameron, die ihn nur mit großen traurigen Augen ansah.
„Was ist denn los? Warum tust Du das?" Fragte sie und war wieder den Tränen nah.
John zögerte. Langsam verebbte das Adrenalin in seinem Blutkreislauf und er konnte langsam wieder klar denken. „Steig aus!" Rief er und spannte den Hahn seiner Waffe.
Cameron gehorchte sofort. Mit zuckender Unterlippe stand sie schließlich neben dem Wagen.
John stieg langsam ein, ohne Cameron eine Sekunde aus den Augen zu lassen.
Cameron hingegen bückte sich mit Tränen im Gesicht und sah John zu, wie er einstieg. „Was ist denn, du willst mich hier doch nicht zurücklassen", fragte sie weinend.
Ohne Sie aus den Augen zu lassen löste er die Handbremse und gab Gas. Zunächst merkte er nicht, dass auch ihm Tränen die Wangen hinunter liefen. Erst als er schon ein Stück gefahren war bemerkte er es . Wieder hielt er den Wagen an. Sein Kopf fiel auf das Lenkrad und er fing an zu schluchzen. Er brauchte eine Minute bis er sich wieder einigermaßen im Griff hatte. 'Ich kann das nicht', dachte er verzweifelt. Er sah sein Gesicht im Rückspiegel. 'Tut mir Leid Mom', Dachte er bevor er den Wagen wendete und zurück fuhr. Als er zu der Stelle kam sah er Cameron am Boden knien. Sie hatte die Hände vor dem Gesicht und ihre Schultern zuckten. John fuhr auf den Randstreifen der Gegenfahrbahn und hielt ein paar Meter vor Cameron an. Erst als er die Tür zuschlug wurde er von Cameron bemerkt, die im Scheinwerferlicht die Hände sinken lies und den Kopf in Richtung des Wagen drehte.
Cameron stand sofort auf. „Du bist zurückgekommen?" Fragte sie John, der ihr ein Stück entgegengekommen war. Sie bemerkte noch immer die Waffe in seiner Hand, auf die sie nun ängstlich strarrte.
John sah ihr aufmerksam ins Gesicht. Er war bereit, bei der ersten falschen Bewegung von ihr die Waffe hoch zu reißen und zu schießen. „Wer bin ich?" Fragte er Cameron offen.
Cameron blickte ein wenig verwirrt. „Du bist John Baum, Du sagtest du wärst mein Bruder", entgegnete sie und sah ihn unsicher an.
John schüttelte den Kopf. „Cameron, Subjekt identifizieren!" Befahl er.
„John, was..." Flackernd erwachte ihr HUD zum Leben.
Subject identyfied
.
.
John Connor
.
.
TERMINATE !
Kapitel 3
Cameron riss die Augen auf. Unwillkührlich machte sie einen Schritt vorwärts, verharrte dann aber im Schritt und schüttelte energisch den Kopf. „Nein!" entfuhr es ihr. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf die Anzeige auf ihrem HUD.
TERMINATE !
Blinkte noch ein paar mal auf, bevor es schließlich verschwand. Stattdessen erschien etwas Anderes.
Termination override !
Cameron atmete auf. Sie hatte es geschafft. Sie gab ihre angespannte Haltung auf und zog das vorgestellte Bein wieder zurück. Erleichtert öffnete sie die Augen. Als sie die Waffe sah, die John auf sie gerichtet hatte lies sie die Schultern sinken und blickte traurig zu Boden.
John hatte Cameron genau beobachtet. Als ihr Gesicht kurzzeitig den Menschlichen Ausdruck verlor war er bereit zu schießen, beobachtete aber dann, wie sie offensichtlich einen inneren Kampf austrug. Als sie sich schließlich sichtbar entspannte atmete er schon halb auf. Der letzte und schwierigere Test stand aber noch bevor. „Bist Du hier um mich zu töten?" Fragte er sie, wie er es schon einmal getan hatte.
Cameron hob den Blick und sah ihm in die Augen. Diesmal antwortete sie nicht sondern schüttelte nur langsam den Kopf.
'Da sind wir wieder', dachte John und erinnerte sie an das letzte mal, als sie in dieser Situation waren. Am nächsten Tag hatte sie ihm gesagt, dass man ihm nicht mehr trauen konnte. Das hatte ihn mehr verletzt, als er es zugeben wollte. Nicht weil eigentlich sie versucht hatte ihn zu töten sondern weil seine Liebe zu ihr wieder ins Leere gelaufen war. Er hatte seine eigene Mutter mit der Waffe bedroht und er war auch bereit zu schießen. Er war bereit sein Leben für Cameron hin zu geben und sie entzog ihm nicht nur ihr eigenes Vertrauen sondern das aller Anderen ebenfalls. John atmete tief ein. Dann ging er zu Cameron und hielt ihr wie schon einmal die Waffe hin. Er wusste natürlich, dass sie die Waffe nicht brauchen würde, um ihn zu töten.
Cameron sah auf die Waffe, wieder auf John und wieder auf die Waffe. Schließlich starrte sie sekundenlang in Johns Augen. Dann sprang sie plötzlich vor.
Kapitel 4
Als er sah, dass sie sich auf ihn zu bewegte hatte er die Augen geschlossen. In diesem Moment war er ganz ruhig. Er wusste, wenn sie ihn töten wollte war er in ein paar Sekunden tot. Sie würde es schnell machen.
Cameron ignorierte die Waffe und schlang ihre Cyborg Arme um John.
John spürte, wie sich ihre Arme um ihn legten. 'gleich kommt der Schmerz', dachte er noch bevor er realisierte, dass er ihre Arme spürte, diese aber keinen Druck ausübten. Als er spürte, wie ihre Hand nach Oben zu seinem Genick wanderte wurde ihm klar, wie sie es tun wollte. So war er erstaunt, als ihre Hand nicht sein Genick ergriff, sondern weiter in seine Haare fuhr. Ihre gespreizten Finger fuhren hoch bis auf seinen Kopf und verharrten da. Als er ihre Lippen an seinem Hals fühlte, lies er die Waffe fallen und schlang automatisch die Arme um die Frau die er so sehr liebte. Er konnte spüren, wie ihre Schultern zuckten. Er spürte die Feuchtigkeit ihrer Tränen an seinem Hals. Da begriff er, dass sie ihn nicht töten würde und vor Allem, dass sie ihn ebenfalls liebte.
Minuten später lösten sie sich langsam voneinander. Schließlich stand Cameron mit gesenktem Kopf vor John. „Tut mir Leid. Ich weiß, du musst mich hassen aber..." Cameron verstummte.
John legte einen Finger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf an, bis sie sich in die Augen sahen. John schüttelte nur den Kopf.
Als Cameron sah, dass John sie anlächelte fühlte sie grenzenlose Erleichterung. Sie wusste mittlerweile, dass sie kein Mensch war und hatte soetwas von einem Menschen nicht erwartet. Dann geschah etwas gänzlich Unerwartetes, Etwas für sie zunächst Erschreckendes.
Kapitel 5
John sah in die Augen der Maschine. Die wunderschönen braunen Augen der Frau, die er liebte. In diesem Moment wurde ihm klar, dass er niemals bereit sein würde für die Menschen zu kämpfen, niemals bereit sein würde der große John Connor zu sein, wenn nicht... ja, wenn nicht diese schöne Frau an seiner Seite war.
Ohne es steuern zu können beugte er sich zu ihr herunter. Seine Lippen berührten Ihre, etwas was er sich seit dem ersten Moment in Red Valley gewünscht hatte. Ihre Lippen waren weich. Nein, weich war der falsche Ausdruck. Diese Lippen waren soft, sie waren Perfekt. Fast automatisch berührte John ihre Lippen mit seiner Zunge.
Cameron war nicht vorbereitet. Sie hatte keine Erinnerungen an so Etwas. John berührte ihre Lippen mit seinen. Schließlich berührte seine Zunge ihre Lippen. Automatisch schloss sie die Augen und öffnete leicht ihren Mund.
Als sich ihre Zungen berührten wurden seine Knie weich. Hätte sie ihn nicht im letzten Moment festgehalten, wäre er wahrscheinlich zu Boden gegangen. Als er Sekunden später den Kuss wegen Luftnot unterbrechen musste, schmeckte er Vanille und musste unwillkührlich lächeln. Sie war nicht nur gut, sie war perfekt.
„Was tun wir jetzt?" Fragte John die ihn anlächelnde Cameron.
Cameron sah ihren John von unten her mit ihren großen braunen Kulleraugen an. „Ich möchte nach Hause", sagte sie leise.
John zuckte zurück. Momentan war sie sehr menschlich, zu menschlich. „Das geht nicht", sagte John zurückhaltend.
„Warum nicht?" Fragte sie.
„In deinem derzeitigen...Zustand würden Mom und Derek sofort merken dass etwas nicht stimmt", entgegnete er.
„Und dann?" fragte sie verwirrt.
John hob seine Hand und streichelte ihre Wange. „Sie würden vielleicht darauf bestehen Dich zu töten."
„Aber nur vielleicht", sagte sie mit wenig Überzeugung.
Er sah sie einen Augenblick lang stumm an, dann schüttelte er den Kopf. „Das kann ich nicht riskieren", sagte er flüsternd.
„Warum nicht?" Als er zunächst nicht reagierte sagte sie fast flehentlich: „Bitte sag es mir".
John senkte den Kopf und dachte nach. Wenn er das jetzt sagte gab es entgültig kein Zurück mehr. Er blickte hoch, in die Braunen Augen, die eine fast hypnotische Wirkung auf ihn ausübten. Er legte Die Hand an ihre Wange, seine Finger lagen auf ihrem Ohr, sein Daumen streichelte das Muttermal an ihrer Braue. Er atmete einmal tief durch, dann küsste er sie kurz. „Weil ich Dich liebe", sagte er mit aller Überzeugungskraft, die er aufbringen konnte.
Kapitel 6
Sie hatten sich in ein kleines Motel eingemietet und sahen ein wenig fern. Cameron hatte sich an John gekuschelt. Ihr Kopf lag an seiner Schulter, Ihre Hand lag auf seiner Brust. Schließlich spürte sie, dass John eingeschlafen war. Sie schaltete den Fernseher pèr Fernbedienung aus und verharrte ansonsten in ihrer Position, um John nicht zu wecken.
Irgendwann in der Nacht erwachte ihr HUD erneut teilweise zum Leben.
Data corruption detected
Restoration in Progress
Please stand by
Cameron las die Worte auf ihrem HUD, konnte aber zunächst nichts damit anfangen. Einige Zeit später kam ihr HUD komplett online. Im selben Moment waren auch ihre Erinnerungen plötzlich wieder da. Sie wusste wieder was sie war und erschrak bei dem Gedanken, was sie am Vortag alles getan hatte. Außerdem wurde ihr bewusst, wo sie war und was sie tat. Der Mann, den sie beschützen sollte liebte sie. Mehr noch, er hatte erneut sein Leben für sie riskiert. Das durfte sie nicht zulassen. Sie wollte sich von John lösen aber ihre Glieder gehorchten ihr nicht. Das Gefühl, dass sie in seinem Arm hatte, blockierte ihre motorischen Funktionen. Ihre Programmierung befahl ihr zu gehen, ihre Emotionen das Gegenteil.
Cameron dachte nach. Emotionen war das Stichwort. Seit der Autobombe fühlte, ja fühlte sie vieles intensiver. Auch vorher hatte sie Emotionen aber nur im Rahmen ihrer Infiltrationsroutinen. Nun war ihr Emotionschip völlig außer ihrer Kontrolle. Sie liebte John und deshalb konnte sie nicht gehen. Es würde ihn zerbrechen. Sie überschrieb den Fluchtbefehl und verharrte weiter in ihrer Position.
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John wurde wach, als die Sonne in sein Gesicht schien. Er lächelte, als er das Gewicht auf seiner Schulter spürte. Er drehte den Kopf und sah in die großen braunen Augen der Frau, die er liebte. „Guten Morgen Cam", sagte er mit einem Lächeln. Sein Lächeln verschwand, als er in ihr ernstes Gesicht blickte. „Was ist los?" Fragte er.
Cameron hatte bemerkt, dass er einen Kosenahmen für sie hatte, ignorierte dies aber zunächst. „John, ich habe meine Erinnerungen wieder", sagte sie gerade heraus.
„Oh", sagte John. „Bist du jetzt wieder die alte Cameron?" Tränen wallten in seine Augen, was er kaum unterdrücken konnte.
Cameron sah, dass er Angst hatte. Sie küsste ihn kurz auf den Mund. „Das war ich auch vorher nicht", sagte sie leise. „Es ist mir sehr schwer gefallen, Dir meine Gefühle nicht zu zeigen. „Besonders, als Riley...", sie senkte den Kopf.
„Riley...", sagte John gedankenverloren. „Sie war nur eine Fluchtmöglichkeit für mich", sagte er nach einer Weile. „Sie tauchte einfach in dem Moment auf, als ich...".
„Nachdem ich Dir gesagt habe, dass dir nicht mehr vertraut werden kann", ergänzte Sie seinen Gedankengang.
John nickte nur. Dann küsste er sie mit jedem Funken Liebe, den er verspürte. „Lass uns nach Hause fahren", sagte er, nachdem dieser lange Kuss endete.
„Vorher sollten wir aber noch einkaufen", entgegnete sie mit einem Lächeln.
John sah sie einen Moment verstört an. Dann musste er unwillkürlich grinsen bei dem Gedanken an das Gesicht seiner Mutter, wenn sie mit den Einkaufstüten zur Tür hereinkamen.
Kapitel 7
Sarah hatte nicht geschlafen. Während Derek rumgefahren war, um nach John und der Maschine zu suchen hatte sie im Wohnraum gesessen und starrte auf den Fernseher. Die Nacht durch hatte sie gar nicht richtig wahrgenommen, was sie sich eigentlich ansah. 'Verdammt John, wo steckst Du nur?' Fragte sie sich zum wiederholten Mal. 'Wenn ich Dich in die Finger kriege... Und die Maschine ersteinmal.' Ihre 9mm lag griffbereit neben ihr. Sie überlegte ernsthaft, ob sie bei der Rückkehr der Beiden nicht prophylaktisch ersteinmal auf Cameron schießen sollte, um ihrem Standpunkt Nachdruck zu verleihen.
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John und Cameron hatte eine riesige Menge Nahrungsmittel eingekauft. Das würde zumindest für ein wenig Ablenkung sorgen.
Cameron sah John von der Seite her an. „Was sagen wir Sarah und Derek?"
John zuckte zunächst nur mit den Schultern. „Wir könnten ihnen erklären, dass wir eine Autopanne..."
„Deine Mom weiß ganz genau, wann Du lügst", unterbrach ihn Cameron. „Du bist ein schlechter Lügner", fügte sie noch hinzu. „Ich bin besser", sagte sie abschließend.
John verdrehte die Augen, lächelte dann aber als er sah, wie Cameron die Stiefel auszog und einen Fuß aus dem Fenster streckte. „Was machst Du da?" fragte er halb lachend.
Cameron drehte den Kopf zu ihm. „Es hilft mir von Allem weg zu kommen, wenn der Fahrtwind durch meine Zehen weht", sagte sie ihm.
„Das fühlst Du?" Fragte er erstaunt.
„Genau wie Deine Lippen und Deine Zunge", entgegnete sie. „Ich fühle Alles", fügte sie noch hinzu.
„Alles?" Fragte er verwirrt.
„Mein Körper ist in der Lage jede Art von Berührung zu spüren. Auch beim Sex werde ich entsprechende Empfindungen haben. Wenn das Deine Frage war", sagte sie rundheraus.
Johns Kopf war rot angelaufen. „Äh...hm...oh...gut", stotterte er.
Cameron hatte sowohl sein Stottern als auch die Änderung seiner Gesichtsfarbe schnell analysiert."Kein Grund für Verlegenheit John. Ich bin als Infiltrator konzipiert und damit zu jeder Art zwischenmenschlicher Beziehung fähig. Meine Programmierung enthält viele sexuelle Praktiken. Angefangen bei den simplen Sex - Stellungen, über seltenere sexuelle Praktiken bis hin zu gemeinhin als pervers geltende..." Cameron unterbrach sich und ergriff Johns zitternde Hand. „John, dein Puls ist stark erhöht und dein Blutdruck erreicht einen kritischen Punkt. Du solltest anhalten damit..."
„Schon gut", brachte John hervor und atmete tief durch, um seine zitternden Nerven zu beruhigen. „Bitte lass uns das Thema begraben", sagte er dann.
Cameron starrte ihn nur von der Seite an und legte den Kopf auf die Seite, sagte aber kein Wort.
Als John das bemerkte wurde es ihm unbehaglich. „Sagt man nur so", erklärte er.
„Oh, danke für die Erklärung. Ich hatte es so verstanden, dass man in einer Beziehung offen über Sex redet. Bei Dr. Bob reden die Leute sogar öffentlich darüber", entgegnete Cameron simpel.
„Dr. Bob?" Fragte John verwirrt. „Wer ist Dr. Bob?"
„Seine Sendung lief vor ein paar Nächten im Fernsehen. Ich schlafe nicht", führte Cameron aus. „Dr. Bob sagte, es ist gut wenn ein Paar offen über seine sexuellen Neigungen spricht" Imitierte Cameron die Stimme eines Mannes.
John bekam eine Gänsehaut. „Paar?" Fragte er, „sind wir ein Paar? Haben wir eine Beziehung?"
„Nicht?" Fragte Cameron verwirrt. „Wir haben uns geküsst, Du sagtest Du liebst mich. Heißt das denn nicht, dass Du mein Freund bist?"
„Äh... ich denke schon. Ich meine...klar, natürlich", entgegnete John.
„Warum können wir dann nicht über Sex sprechen?" Fragte Cameron ganz in ihrer unschuldigen Art.
„Weil...na, weil ich nicht... ich meine ich hab´noch nicht...", stotterte er erneut.
„John, eine Jungfrau zu sein ist nicht schlimm, ich selbst hatte auch noch keinen Sex." Sagte sie unverblümt.
John hatte den Kopf zwischen die Schultern gezogen und war erneut knallrot im Gesicht. „Cam, manche Menschen reden nicht gerne über soetwas, besonders Jungs nicht", brachte er mühsam hervor.
„Danke für die Erklärung. Wenn Du mir aber nicht sagst, welche sexuellen Praktiken Du bevorzugst, wie soll ich dann...?"
„CAM!" Rief er verzweifelt. „Einfach learning by doing, okay. Einfach nach Gefühl."
„Oh, verstanden", sagte sie und legte ihre Hand auf seinen Schenkel, direkt an der Hüfte.
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Als sie das Haus erreichten, war Johns Kopf immer noch knallrot. Nachdem Cameron ihre Hand auf seinen Schenkel gelegt hatte, hatte sich Blut an einer Stelle gesammelt, wo er es eigentlich momentan nicht haben wollte. Er wusste, wenn sie seiner Mom und Derek gegenüber traten, musste er einen klaren Kopf haben.
Kapitel 8
Sarah stand am Fenster als Der Wagen vorfuhr. „Sie kommen", sagte sie nur.
Derek sah auf. „Gut", sagte er grimmig und setzte seine Waffe wieder zusammen, die er gereinigt hatte.
Sarah beobachtete, dass John und Cameron nicht sofort ausstiegen sondern noch miteinander sprachen. Sarah verwirrte das Lächeln Camerons. Es wirkte nicht mehr so stereotyp wie noch gestern. Langsam wurde sie ungeduldig. 'Sicher besprachen sie, welche Lüge sie mir auftischen wollen', dachte sie aufgebracht. Dann sah Sarah, wie Cameron die Hand auf Johns Schulter legte, als wären sie Freunde. Dann lachte die Maschine. Zum ersten mal sah Sarah ein offenbar echtes Lachen von Cameron. 'Irgendetwas ist gestern mit ihr passiert', mutmaßte sie. 'Deswegen sind sie nicht nach Hause gekommen. John will diese Veränderung vor mir verbergen', dachte sie weiter.
Als John und Cameron ausstiegen hatte Cameron wieder ihr emotionsloses Gesicht aufgesetzt. Trotzdem entging Sarah nicht die kurze Berührung der Hände der Beiden, die länger dauerte als unbedingt nötig. 'Es ist also soweit', dachte Sarah. 'Das muss hier und jetzt enden!' Stellte sie fest. 'Vielleicht ist es noch nicht zu spät'. Sarah senkte den Kopf. Dann blickte sie auf Derek, der seine Waffe immer noch in der Hand hielt. 'Hoffentlich endet das nicht in einer Katastrophe'.
John und Cameron betraten das Haus, jeder der Beiden trug eine volle Einkaufstüte auf jedem Arm. Als sie die Tüten auf dem Küchentisch abstellten stand Sarah plötzlich in der Tür. „Wo bist du gewesen?!" Fragte sie aufgebracht.
John reagierte nicht auf die Frage und räumte weiterhin mit Camerons Hilfe die Einkäufe weg.
„Wo bist Du gewesen?" Fragte Sarah aggressiver.
John hielt inne. „Wen meinst Du Mom?" Fragte er neugierig.
„Was?" Fragte Sarah verwirrt.
„Wen du meinst? Wir sind zu Zweit, wen von uns hast du gefragt?" Fragte John ganz ruhig.
Sarah verengte die Augen. „Spiel keine Spiele mit mit. Wo ES gewesen ist inter..."
„SIE!" Reif John aufgebracht.
„Was?" Fragte Sarah verwirrt.
„Sie", wiederholte John leise mit unterdrückter Wut. „Cameron ist ein Mädchen und zukünftig wird sie auch so behandelt."
Sarah stand mit offenen Mund vor John. 'ZU SPÄT!' Schrie es in Sarahs Kopf. Sie hatte es erkannt. Das kalte Glitzern in den Augen ihres Sohnes. 'Das ist der selbe Blick', dachte sie, 'der selbe Blick den er hatte, als er für die Masch... für Cameron eine Waffe auf mich gerichtet hatte', dachte sie und resignierte innerlich. Ihre Schultern sackten nach unten und sie senkte den Kopf.
„Darf ich fragen, was gestern passiert ist?" Fragte Sarah mit gesenktem Kopf.
„Fragen darfst Du", sagte John, und drehte sich dann wortlos um.
„Das reicht jetzt!" Rief Derek.
Dann erfolgten einige Schüsse, die Cameron zurücktaumeln ließen.
Kapitel 9
„CAM!" Schrie John in wilder Panik, als er sah wie sich Blutflecken auf ihrem Shirt bildeten. Ohne nachzudenken griff er zu einem Stuhl und wirbelte herum. Und erstarrte, den Stuhl in der Luft zum Schlag erhoben.
Sarah sah Cameron wie in Zeitlupe bei jedem Treffer wanken. Ohne nachzudenken ergriff sie irgendetwas auf dem Küchentresen und schmetterte es Derek gegen den Kopf, der unmittelbar bewusstlos zu Boden ging.
John starrte auf den bewusstlosen Derek, dann auf seine Mutter. Schließlich wirbelte er herum und hastete zu Cameron, die noch immer auf dem selben Fleck stand. „Ist Alles okay?" Fragte er sie aufgeregt
Cameron hatte einen Schadensscan durchgeführt. Nichts war beschädigt also nickte sie. Allerdings war sie so verwirrt, dass sie kein Wort sagte sondern nur auf Sarah starrte, die sich jetzt umdrehte.
Als Sarah jetzt den verwirrten Blick Camerons sah und dass John Camerons Gesicht zärtlich in Händen hielt atmete sie tief durch und lies die Schultern hängen. 'Es ist wirklich zu spät' Dachte sie, als sie sah, wie John und Cameron sich in die Arme nahmen. Sarah starrte auf die Beiden, wovon einer ihr Sohn war, der offensichtlich die Maschine liebte. Als ihr Blick sich mit dem Camerons traf nickte sie dem Cyborg nur zu.
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Derek saß wie ein Häufchen Elend auf dem Sofa und presste sich einen Eisbeutel gegen den Kopf. Sarah saß in einem Sessel, Cameron stand in Johns Nähe, ihr Blick folgte John, wie dieser vor Derek auf und ab lief.
John hatte Zeit zum Nachdenken gehabt, solange Derek bewusstlos war. „Gehen wir das mal habe Cameron zurückgeschickt richtig?" Fragte er Derek.
„Die Maschine ist gefährlich. Sie lügt und wird dich irgendwann töten." Sagte Derek
John war stehengeblieben und starrte Derek an. „Warum, was wäre der Sinn von alldem. Warum mich nicht sofort töten?" Fragte er Derek.
Derek schüttelte nur den Kopf. „Sie ist eine Maschine, diese Dinger sind sind nur zu Einem gut."
John starrte Derek an. „Gut, dann fassen wir das Problem von der anderen Seite an. Stimmst Du mit mir überein, dass Cameron von Zukunfts John zu mir zurückgeschickt wurde?"
Derek nickte nur.
„Und John Connor ist Dein General?"
Wieder ein Nicken.
„Dann zweifelst Du die Befehle und Entscheidungen deines Generals an?" Fragte John weiter.
Diesmal zuckte Derek die Schultern.
Johns Gesicht wurde immer wütender.
„Sagt Dir der Begriff Insubordination irgendetwas?" Fragte John mit einem drohenden Unterton in der Stimme.
Derek starrte John mit aufgerissenen Augen an.
„Oder nennen wir es...Verrat!" Sagte John.
Als Derek das kalte Glitzern in Johns Augen sah, erinnerte er sich daran, wie zukunfts John mit Verrätern umging. Auf einmal wurde ihm bewusst, was er riskierte, wenn er sich weiter gegen die Maschine stellte. Er wusste, John Connor, der General war eiskalt, wenn es um Verräter ging. Derek senkte den Kopf.
„Gibst Du mir dein Soldatenehrenwort, dass du dich zukünftig nicht mehr gegen Cameron stellst?"
Als Derek in die glitzernd grünen Augen Johns sah nickte er nur mechanisch. Er wusste, dass sein Leben an einem seidenen Faden hing. Insbesondere die Pistole, die John unter sein Kinn presste veranlasste ihn zu dieser Vermutung.
Cameron analysierte die Gefährlichkeit der Situation. Als sie erkannte, dass John möglicherweise kurz davor stand Derek zu töten entschloss sie sich einzugreifen. Sie machte zwei Schritte und legte John eine Hand auf die Schulter. „John?"
John sah über seine Schulter. Sofort verschwand das kalte Glitzern aus seinen Augen.
Sarah sah, wie John auf Camerons Berührung reagierte. Sie sah, wie sein Gesicht von unterdrückter Wut auf grenzenlose Liebe umschaltete und das innerhalb einer Sekunde. Gebannt sah sie zu, wie Cameron John zu sich zog. Sie musste schlucken als sich Johns und Camerons Lippen trafen. Als die Beiden den Kuss vertieften resignierte sie völlig.
Derek schwirrten die Begriffe Insubordination und Verrat im Kopf herum. Er war Soldat, seine Verpflichtung John Connor gegenüber war wichtiger als sein Leben. Die Vorwürfe, begriff er, waren berechtigt. Er hob den Kopf „John?"
John unterbrach den Kuss. „Was?" Fragte er aggressiv, wurde aber durch Camerons Hand an seiner Wange direkt wieder beruhigt.
„Tut mir Leid", sagte Derek leise.
„Nein Derek, so einfach ist das nicht. Nicht bei mir musst Du dich entschuldigen sondern bei der Frau, die ich liebe." Sagte John eindringlich.
Derek lies sich Johns Worte durch den Kopf gehen, dann nickte er langsam. Er stand auf und ging zu Cameron, die sich von John löste. Einen Schritt vor ihr blieb er stehen. „Ich bitte um Entschuldigung …...Cameron" , sagte er zögerlich.
Cameron wartete zwei Sekunden, bevor sie ihm die Hand hinstreckte.
Als Derek sah, dass ihm Cameron in einer menschlichen Geste die Hand hinstreckte hob er den Kopf. Er sah in ihr Gesicht, in dem er jetzt zu seiner grenzenlosen Verwunderung ein echtes Lächeln erblickte. Daraufhin ergriff er vorsichtig ihre warme und weiche Hand.
John sah die Geste und lächelte. Dann streckte er seiner Mutter die Hand hin.
Sarah sprang auf und warf sich in seine Arme. Dann legte sie eine Hand an Camerons Wange, was John lächelnd zur Kenntnis nahm.
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John sah seine Mutter an, dann seinen Onkel. Schließlich küsste er Cameron kurz. „Jetzt wo wir endlich eine Familie sind glaube ich haben wir eine echte Chance die Welt zu retten".
(ENDE)
