Terminator: S.C.C.

Dem Zeitplan voraus

Kapitel 1

Es war Dunkel, mitten in der Nacht. Im Schuppen war es noch dunkler als Draußen aber trotzdem wartete die Person schon seit mehr als einer Stunde. Die Person wusste, die Maschine würde irgendwann auch den Schuppen kontrollieren.

Die Person hockte hinter dem Kühlschrank, um seine Hitzesignatur vor den Infrarot empfindlichen Augen der Maschine zu schützen. Die Person verharrte in fast regungsloser Entschlossenheit. 'Ich werde es rückgängig machen', dachte die Person grimmig. 'Es darf nicht sein, dass eine Maschine John Connor seinen freien Willen nimmt', war der nächste Gedanke.

Schließlich hörte die Gestalt in der dunklen Ecke Schritte draußen auf dem Kieß. Die knirschenden Geräusche näherten sich dem Schuppen und stoppten schließlich vor der Tür. Die Gestalt in der Ecke wagte kaum zu atmen als sich schließlich die Tür öffnete. Im fahlen Mondlicht wurde eine Person erkennbar.

'Da ist Sie', dachte der Mensch in der Ecke hinter dem Kühlschrank noch, bevor die Maschine den Schuppen betrat. Als die Maschine nun wirklich in den Schuppen eindrang, ruckte die Gestalt in der Ecke an einem Seil.

Die Maschine sah noch nach oben, als das grobmaschige Netz auch schon über sie fiel. Dann sah man Funken sprühen und die Maschine begann zu zucken. Schließlich fiel der nun bewegungslose Körper wie eine Statue um und die Maschine krachte zu Boden, nachdem die Gestalt in der Ecke den Strom abgestellt hatte.

Die Person erhob sich aus dem Schatten und lief zu der Gefallenen Gestalt, schnitt mit einem Teppichmesser hinten rechts oben in den Schädel, hebelte den Deckel des Chipportes auf, nahm die bereitgelegte Zange und griff zu. Nach einer beherzten viertel Umdrehung nach links zog die Person den Chip der Maschine aufatmend aus dem Schädel. Erst dann sah die Gestalt in das Gesicht von Cameron Phillips.

Kapitel 2

Nach einem Blick in Richtung des Wohnhauses, der die Gestalt davon überzeugt hatte, dass die Bewohner nichts von dem was passiert war mitbekommen hatten zog sie den leblosen Cyborg von der Tür weg, verschloss diese leise und sorgfältig, verhängte die Fenster des Schuppens mit Tüchern und schaltete eine Schreibtischleuchte ein. In dem Spärlichen Licht wurde die Maschine zu dem Tisch an der Seite des Schuppens gezerrt und mit ein wenig Mühe darauf gewuchtet. Die Gestalt atmete ein paar mal tief durch, bevor sie sich an ihr Werk machte.

Zunächst leuchtete die Gestalt mit einer Taschenlampe in die Öffnung des Chipportes, dann drumherum den Schädel ab. Schließlich legte sie die Taschenlampe zur Seite und begann systematisch den Kopf der Maschine ab zu tasten. Unbefriedigt über das Ergebnis ihrer bisherigen Bemühungen richtete sich die Gestalt auf. Nachdenklich am Kopf kratzend stand die Person Minutenlang über der reglosen Maschine und dachte nach. 'Verdammt, wo ist die Öffnung? Irgendwo muss der Schädel doch zu öffnen sein', dachte die Gestalt verzweifelnd.

Schließlich schien die Person eine Eingebung zu haben. Sie umrundete den Kopf der Maschine und nahm erneut die Taschenlampe zur Hand. Dann leuchtete sie in den Mund der Maschine, den sie mit einiger Mühe aufgedrückt hatte.

Verblüffender Weise sah es dort aus, wie im Mund eines Menschen. Fast perfekte Zähne, eine Zunge ja sogar das Zäpfchen war vorhanden. Die Gestalt zögerte einen Augenblick bevor sie mit der Hand in den Mund hineingriff und begann den Gaumen abzutasten. Aber auch an dieser Stelle führte die Suche zu keinem Ergebnis. Einzig die Berührung der Finger mit Lippen und Zunge von Cameron Phillips schien das Interesse der Person zu wecken.

Schließlich gab die Person die Suche entnervt auf. Beide Hände auf den Tisch gestützt starrte die Person hinunter auf das Gesicht der Maschine. Auf den Mund, die Nase und und schließlich auf die offenen Augen.

Dann nach einer Weile fiel es der Gestalt wie Schuppen aus den Augen. 'Die Augen! Das ist des Rätsels Lösung", dachte die Person.

Langsam und systematisch begann die Person den Bereich rund um das rechte Auge der Maschine abzutasten. Schließlich schob sie die Augenlider mit einer Hand so weit auseinander, dass es möglich war das Auge von der darunter liegenden Optik zu lösen. Befriedigt über diesen ersten Schritt der Demontage lächelte die Gestalt vor sich hin.

'Hab ich Dich', dachte die Gestalt, bevor sie das Werkzeug näher zu sich heranzog.

Kapitel 3

Tief durchatmend nahm die Gestalt eine Zange und begann vorsichtig mit der Demontage der optischen Baugruppe.

Die Linse samt Sockel, die Teile der Bewegungsmechanik, Kontaktstifte und zuletzt die Halterung des Ganzen mit den Erschütterungsdämpfern. Als die Person alles sorgfältig zur Seite gelegt hatte sah sie wieder mit der Taschenlampe in den Schädel und war enttäuscht. Der Chipsockel war von einer massiven Coltan Ummantelung umgeben. Lediglich die Kabelverbindungen waren erkennbar aber auch diese waren relativ geschützt.

Schließlich raufte sich die Gestalt die Haare als ihr Blick auf die Einzelteile der optischen Baugruppe fiel. 'Was habe ich nur getan?' Fragte sich die Gestalt. Sie besah sich die Einzelteile als ihr Blick auf die Rückseite der Halterung fiel. Ein breites Grinsen zeigte sich kurz, dann begann der Zusammenbau.

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Als die Gestalt den Chip schließlich wieder in der Hand hielt haderte die Person mit sich selbst, bevor sie den Chip wieder in den Port schob.

Kurz vor Ablauf der 120 Sekunden beugte sich die Gestalt hastig über Cameron und küsste sie kurz aber zärtlich auf die Lippen.

Schließlich zuckte Camerons Kopf kurz, dann fokussierte sich ihr Blick auf die Gestalt über ihr. „Hallo John", sagte sie emotionslos.

„Hallo Cameron, willkommen zurück", sagte John genau so emotionslos. Dann hielt er eine Münzgroße Scheibe C4 hoch, an der ein Empfänger mit Zündkapsel befestigt war.

Cameron Blickte auf den Mini-Sprengsatz. Dann sah sie wieder John in die Augen. „Erneut bist du dem Zeitplan voraus", sagte Cameron, diesmal mit einem Lächeln.

John zuckte zurück. „Das war eine Lektion?" Fragte er ärgerlich werdend. „Der Sprengsatz ist eine Attrappe?" Johns Gesicht hatte einen ärgerlichen Ausdruck angenommen.

Camerons lächeln verschwand. „Ja und nein", sagte sie. „Ja, es war eine Lektion und nein, es ist keine Attrappe", führte sie aus, als sie seinen fragenden Gesichtsausdruck bemerkte.

John kniff ärgerlich die Augen zusammen. „Was macht dein Auge, alles richtig zusammengebaut?"

„Danke, funktioniert alles perfekt", entgegnete sie nach einer kurzen Diagnose.

„Na denn", sagte John, drehte sich herum und wollte gehen.

Nach zwei Schritten hielt ihn Camerons stimme auf. „Du weist immer noch nicht wie wir funktionieren", sagte sie als sie sich aufrichtete.

„So?" Fragte er ohne sich herumzudrehen.

Cameron sprang zu Boden und ging zu John. Erinnerst Du dich, als Du mich nach Sabotage des A.R.T.I – Systems reaktiviert hast?" Du fragtest mich, was ich gesehen habe und ich antwortete, ich hätte Alles gesehen", führte sie aus, nachdem er nickte. „Meine Motorik benötigt 120 Sekunden um online zu gehen".

Jetzt drehte sich John um und blickte Cameron an. „Und?"

„Mein Chip und die sensorischen Systeme sind schon 5 Sekunden früher online", sagte sie und griff nach seinem T-Shirt.

John riss die Augen auf.

„Ich habe ALLES gesehen", hauchte sie, zog ihn zu sich heran und dieses Mal gab es kein Entkommen.

(ENDE)