A/N 2014

Juni 2010, rund 5900 Wörter.


Episode 2.01

(Alternative 2)

Prolog

„Sie wird Dich töten John!" Rief Sarah verzweifelt. Sie war einer Panik nah.

„Es gibt nur einen Weg das herauszufinden", sagte John mit unsicherer Stimme.

Sarah starrte entsetzt auf den Lauf der Waffe.

Kapitel 1

Alles war gut gegangen. Sie hatten es geschafft die Maschine auszuschalten. Auf ihr Zureden hin hatte John schließlich zugestimmt Cameron zu zerstören.

Während Derek in einem alten Autowrack das Thermit über Cameron verteilte hatte John ein paar Meter abseits weiterhin an ihrem Chip geputzt.

„John! Chip" Hatte Derek schließlich gerufen und John gewunken er möge ihn hergeben.

John hingegen hatte seinen Putzakt beendet, bevor er auf das Autowrack zugegangen war und die Tür öffnete. Dann wartete er bis Derek selbst das Wrack verlassen hatte.

Sarah sah skeptisch zu, wie John sich an Camerons Seite hockte. Er nahm ihren Arm und legte ihn so auf ihren Körper, dass er ihr den Chip zwischen die Finger schieben konnte.

Dann legte er seine Hände über Camerons und streichelte schließlich mit dem Daumen über ihre Hand. John sah traurig auf Camerons Gesicht, dann zu Sarah und schließlich wieder zu Cameron.

Dann plötzlich erhob er sich, sah noch ein letztes Mal zu auf Camerons Gesicht und wandte sich schließlich brüsk ab. Ohne sich umzudrehen schlug er die Autotür hinter sich ging zwei Schritte und wartete.

Er hörte, wie hinter ihm die Magnesiumfackel gezündet wurde.

Keine Sekunde nach dem Zünden fuhr John herum. Mit einem Sprung war er bei und mit dem nächsten in dem Autowrack.

Entsetzt sah Sarah zu, wie sich ihr Sohn, der einmal gegen die Maschinen kämpfen sollte, schützend über eine Maschine warf. Sie sah, wie er Cameron in seine Arme zog und sie schließlich mit einem Arm hielt, während er nach seiner Waffe griff, diese zog und Sarah, die Derek zurückgedrängt hatte, entgegen hielt.

Derek stand wie erstarrt, die brennende Fackel weiterhin in seiner Hand. Sarah hatte ihn wütend weggedrängt als er sich dem Fahrzeug genähert hatte. Jetzt sah er wie John Dieses Ding wie ein echtes Mädchen im Arm hielt und zu dessen Schutz eine Waffe auf seine Mutter richtete.

„Sie wird Dich töten John!" Rief Sarah verzweifelt. Sie war einer Panik nah.

„Es gibt nur einen Weg das herauszufinden", sagte John mit unsicherer Stimme.

Sarah starrte entsetzt auf den Lauf der Waffe.

Dann öffnete Cameron die Augen.

Sarah und John sahen zu, wie die Maschine, die sie noch Stunden zuvor töten wollte die Augen öffnete. Es dauerte nur Sekunden bis sich ihr Blick auf John fixierte.

Subject identified

John Connor

TERMINATE

Blitzschnell schoss ihre Hand vor und ergriff seine Kehle.

Kapitel 2

John hatte gewusst, dass dieses Risiko bestand. Er spürte den steigenden Druck an seiner Kehle, trotzdem blieben Blick und Waffe auf seine Mom gerichtet.

Mehr und mehr entsetzt musste Sarah mitansehen, wie sich der Griff der Maschine um die Kehle ihres Sohnes verstärkte.

Cameron war programmiert John Connor zu töten. Die Explosion und der damit verbundene Schaden an ihrem Chip hatte ihre Tötungsbefehle reaktiviert.

Gleichzeitig aber war sie ein wandelnder Computer mit für diese Zeit unvergleichlicher Rechenleistung. Sie besaß eine fast unzählbaren Anzahl von Sensoren, die jedes auf der Erde bekannte Element analysieren konnten.

Analysis complete

substance identified

body covered with Thermite

threat: very high

action: retreat

Camerons Blick löste sich von John und sie hob den Kopf. Sie sah sich um. Sie erkannte, dass sie in einem alten Autowrack lag. Ihr Körper mit Thermit bedeckt. Dann sah sie auf die drei Leute neben dem Fahrzeug und die Waffe, die John Connor auf Sarah Connor gerichtet hatte. Schließlich erkannte sie die Position in der sie sich befand. Sie lag in John Connors Arm. Offensichtlich hatte er sie beschützt, vor der Vernichtung bewahrt.

Cameron richtete ihren Blick wieder auf John. „Warum beschützt Du mich? Ich bin hier um Dich zu töten?"

Langsam löste John seinen Blick von Sarah und drehte den Kopf, was Cameron geschehen lies. Traurig blickte er auf sie herab. „Noch heute Morgen waren wir Freunde. Ich hatte gehofft, Du hättest verstanden, was das bedeutet".

Cameron legte den Kopf schräg. „Ich bin eine Maschine, ich gehorche nur meiner Programmierung", sagte sie emotionslos.

„Wenn das so ist..., warum lebe ich dann noch?" Fragte John, aus den Augenwinkeln Sarah beobachtend.

Cameron schwieg eine ungewöhnlich lange Zeit. „Du hast recht, es ist nicht logisch Dich am Leben zu lassen", sagte Cameron. Dann drückte sie erbarmungslos zu.

Kapitel 3

John lief rot an, er lies aber keinen Moment in seiner Wachsamkeit nach. Als Derek sich ihm nähern wollte hob er die Waffe, was wiederum von Cameron bemerkt wurde.

Ihre großen braunen Augen sahen zu ihm hoch. „Ich töte Dich und Du beschützt mich trotzdem? Du bist John Connor, Du müsstest versuchen mich mit der Waffe zu terminieren".

John sah in ihre Augen. Er sah den blauen Schimmer unter dem Braun. „DA liegt dein Fehler. Ich bin nicht John Connor. In diesem Moment bin ich John Baum und nicht John Connor und Du bist John Baums bester Freund", sagte er mit Überzeugung.

Cameron starrte die Anwesenden der Reihe nach an. Schließlich richtete sich ihr Blick wieder auf John.

Subject identified

John Baum

TERMINATE

.

.

.

termination override

„Akzeptiert. Zumindest vorläufig", sagte sie dann wanderte ihr Blick wieder zu Sarah. „Sarah Baum, John Baum und ich werden diesen Ort jetzt verlassen und Ihr werdet uns nicht folgen".

„Sarah kniff die Augen zusammen. „Vergiss es!" Rief sie wütend.

Ohne John anzusehen verstärkte Cameron den Druck ihrer Finger.

„Schon gut!" Rief Sarah und trat einen Schritt zurück, als sie sah wie Johns Gesicht langsam blau anlief.

Sofort verringerte Cameron den Druck. Sie begann sich zu erheben, wobei sie Johns Hals niemals loslies.

John folgte den Bewegungen. Noch hatte Cameron keine Anstalten gemacht ihm die Waffe abzunehmen, so hielt er sie weiterhin auf seine Mutter gerichtet. Allerdings hatte er sie nie entsichert, damit er nicht aus Versehen schießen konnte.

Hilflos mussten Sarah, Derek und Charley mit ansehen, wie die Beiden aus dem Autowrack kletterten. Was aber das entsetzlichste war, war die Waffe, die John ständig auf sie gerichtet hatte.

„Derek Reese, Deine Autoschlüssel. Gib sie mir!" Sagte Cameron ohne John anzusehen oder die Hand von seinem Hals zu nehmen.

Dereks Augen wurden groß. „D...das kommt ja überhaupt nicht in Fr..."

Sarah unterbrach ihn, indem sie in einer flüssigen Bewegung ihre Waffe zog und auf ihn richtete. „Gib ihr schon den verdammten Autoschlüssel", sagte sie wütend und gleichzeitig ängstlich, dass Cameron falsch reagieren könnte.

Derek starrte Sarah an. „Das kann doch nicht Dein ernst sein? Willst Du es wirklich mit ihm entkommen lassen?" Fragte er aufgebracht.

Ganz ruhig blickte Sarah ihn an. „Sie hat ihn nicht getötet, das ist für den Moment Alles was wir erhoffen konnten. Und jetzt gib ihr den Schlüssel!"

Sekundenlang starrte Derek sie an. Schließlich griff er in seine Tasche und zog den Schlüssel heraus. Dann erst sah er zu John und Cameron. Ein kaum merkliches lächeln zuckte kurz über seine Mundwinkel.

Dann holte Derek aus und warf den Schlüssel. Der Landete allerdings nicht in Camerons ausgestreckter Hand sondern etwa 1,5 Meter daneben. Als Cameron sich nun streckte und mit John am ausgestreckten Arm in die Hocke ging zog Derek in einer blitzschnellen Bewegung seine Waffe.

Kapitel 4

John hatte das kurze Lächeln in Dereks Mundwinkeln bemerkt. Er wusste sofort, dass der erfahrene Soldat etwas vor hatte. Als Cameron sich streckte sah er die Bewegung Dereks als dieser nach seiner Waffe griff. Trotz der Schmerzen riss er sich von Cameron los und schnellte sich vor sie.

Derek sah entsetzt, wie sein schöner Plan sich in Luft auflöste als John Die Maschine mit seinem Körper abdeckte.

Cameron sah erneut, wie John sie beschützte. Sie verstand nicht warum er das tat denn letztendlich würde sie ihn töten und das müsste er wissen. Oder glaubte er etwa, dass das was er von Freundschaft gesagt hatte für eine Maschine von irgendeiner Bedeutung sei?

Selbst als Cameron keine Anstalten mehr machte nach ihm zu greifen flüchtete John nicht vor ihr. Er war über den Punkt hinaus, wo es ihm noch wichtig erschien sein Leben zu erhalten. In dem Moment als er hörte wie die Fackel gezündet wurde um Cameron zu verbrennen war etwas in ihm zerbrochen. Was er dann getan hatte war nur noch purer Instinkt.

Jetzt, da sein Gehirn wieder begonnen hatte zu arbeiten wurde ihm sein Fehler bewusst. Jetzt konnte er aber keinen Rückzieher mehr machen wenn er keinen Verrat an Cameron begehen wollte. Er hatte sie vorläufig überzeugt ihn nicht zu töten, das machte ihm Hoffnung.

Sarah sah, wie John über seine Schulter sah und sich gleichzeitig mit der verdammten Maschine aufrichtete. Dann, anstatt wegzulaufen ging er rückwärts, bis sich ihre Körper berührten.

Während er immer noch die Waffe auf seine Familie richtete, tastete seine andere Hand hinter sich.

Cameron legte den Kopf schräg, sie sah nach Unten, als John Connors Hand nach ihrer griff. Sie lies zu, dass er seine Finger in ihre gleiten lies.

Cameron war verwundert, als sie merkte dass ihr Opfer die Führung übernommen hatte und sie in Richtung des Wagens drängte.

Aus dem Schatten heraus wurde Alles von einer Person beobachtet, die durch die Vorgänge in der Stadt aufmerksam gemacht worden war.

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Hilflos mussten Sarah, Derek und Charley mitansehen, wie John und Cameron in Dereks Wagen stiegen und losfuhren.

„Ich wollte die Gerüchte zuerst nicht glauben", sagte Derek dem Wagen hinterher sehend.

„Welche Gerüchte", fragte Charley ohne seinen Blick vom Heck des Wagens zu nehmen.

„In der Zukunft, als die Beiden noch zusammen waren ging das Gerücht um, sie hätten Sex miteinander. Jetzt glaube ich das sogar", sagte Derek fast schon belustigt und schüttelte den Kopf.

Sarah fuhr herum. Ihr Gesicht war rot for Wut. „Sag das nicht nocheinmal", knurrte sie. „Mein Sohn ist nicht so verrückt sich mit einem Haufen Blech einzulassen".

Sarah zitterte. Die Hand mit der Waffe hing zwar an ihrer Seite herunter aber es sah so aus, als wolle sie sie hochreißen und auf Derek schießen. Ihre Finger öffneten sich immer wieder und sie griff fester zu, bis ihre Knöchel weiß hervortraten.

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John saß auf dem Fahrersitz. „Wohin?"

Cameron sah ihn kurz an. Sie sah auf die Waffe, die in seinem Hosenbund steckte. Ihre Analyse teilte ihr immer wieder mit, dass diese Waffe nur eine minimale Gefahr für sie darstellte. Trotzdem hätte sie ihrer Zielperson die Waffe abnehmen sollen aber Irgendetwas hielt sie davon ab.

„Richtung Mexico", sagte Cameron einfach.

John sah zu ihr hinüber und runzelte die Stirn. „Mexico? Warum dorthin?"

Cameron zuckte in einer ungewöhnlich menschlichen Geste die Schultern. „Fahr einfach John Baum", sagte sie leicht aggressiv und blickte nach rechts aus dem Beifahrerfenster.

Ohne dass Cameron es sehen konnte lächelte John.

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Als John und Cameron außer Sicht waren ging Derek zu Charleys Rettungswagen. Nach ein paar Schritten blieb er stehen und sah über seine Schulter. „Kommt Ihr oder wollen wir ihnen noch mehr Vorsprung lassen?"

„Cameron wird uns bemerken", sagte Sarah irritiert.

Jetzt lächelte Derek. „Sie weiß aber nichts von dem versteckten Ortungsgerät in meinem Wagen", sagte er und hielt sein Handy hoch.

Aber auch Derek wusste nicht, dass nicht nur er solche Ideen hatte.

Kapitel 5

John und Cameron fuhren lange zeit wortlos. John starrte gedankenverloren auf die Straße und Cameron sah aus dem mittlerweile offenen Fenster. Irgendwann sah John zu Cameron. Was er sah lies seinen Atem stocken. Cameron hatte ihre Stiefel ausgezogen und ihr rechter Fuß lag nach Draußen gestreckt auf dem Außenspiegel.

„Wa...was machst Du da?" Fragte John mit aufgerissenen Augen.

„Ich fühle, wie es ist mal Abstand zu kriegen.

„Das kannst Du gar nicht fühlen", stellte John fest.

Jetzt blickte Cameron ihn an. „Was meinst Du?", Fragte sie.

„Wenn du mit Fühlen Emotionen meinst bin ich mir immer noch sicher, dass du die nicht hast. Und wenn Du mit Fühlen meinst, wie es ist Dir den Wind durch die Zehen oder die Haare wehen zu lassen...", dozierte John genervt.

Cameron drehte den Kopf zum Fenster während John tief durchatmete.

„...bin ich mir ziemlich sicher, dass Du auch das nicht fühlen kannst", sagte John, während sich auf Camerons abgewandtes Gesicht ein Lächeln stahl.

„Ich glaube nicht, dass Du verstehst wie wir funktionieren", sagte sie schließlich ohne ihn anzusehen.

Während John irritiert zu ihr herübersah betrachtete Cameron ihre Finger von allen Seiten. „Ich habe Empfindungen, ich Fühle", sagte sie und streckte den Arm mit gespreizten Fingern aus dem Fenster und bewegte die Finger im Fahrtwind.

Cameron drehte den Kopf zu John. „Ich wäre nicht viel wert, wenn ich nicht fühlen könnte", sagte sie leiser werdend, fast flüsternd, die letzten Worte nur ein Hauch.

Ein Schauder kroch über Johns Rücken.

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Seit Stunden folgten sie dem Signal des Senders.

„Das Ding will nach Mexico", sagte Derek auf dem Beifahrersitz, nachdem er zunächst auf sein Handy und schließlich aus dem Fenster auf einen Wegweiser gesehen hat.

„Was sie da wohl will?" Fragte Sarah und griff das Lenkrad fester.

„Keine Ahnung, vielleicht ist da noch Eins von den Dingern", mutmaßte er mit deutlicher Unsicherheit.

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John gähnte herzhaft, streckte sich, dann blickte er zu Cameron. „Können wir irgendwo anhalten und was Essen?" Fragte er in die stille hinein und sah in ihr vom Mond beschienenes Gesicht.

Es war spät geworden. Dunkelheit lag über der Mexikanischen Wüste.

Cameron sah ihn nicht an. „Solange ich Dich nicht terminiere benötigt dein Menschlicher Körper Nahrung und Schlaf, in der nächsten Stadt werden wir Deinen Bedürfnissen nachkommen.

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„Jetzt stehen wir schon zwei Stunden an der Grenze und es ist noch kein Ende in Sicht", sagte Sarah grummelnd.

Derek blickte auf die LKW- Kolonne vor ihnen. Natürlich wurden die Laster penibel kontrolliert. Längst schon waren John und Cameron außer Reichweite des Ortungsgerätes. „Wir finden sie schon wieder", sagte er zuversichtlich.

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Was sie nicht wussten ist, dass der Mann einige Fahrzeuge hinter ihnen das gleiche Problem hatte.

Kapitel 6

Sie saßen an einem kleinen Tisch in dem Mexikanischen Lokal. Um sie herum war lautes Getümmel. Eine Hochzeit wurde gefeiert. John biss herzhaft in seine Tortilla und beobachtete dabei Cameron, die sich neugierig umsah.

John war gezwungen gewesen Cameron klar zu machen, dass sie auch etwas essen musste, wenn sie nicht auffallen wollte. So hatte sie sich auch Tortillas bestellt, das Meiste aber an John abgegeben.

Als die Brautleute quer durch den Raum an ihrem Tisch vorbeigetanzt kamen verfolgte Cameron Sie mit Blicken, indem sie ihren Kopf in den Nacken drehte und die Bewegungen über ihren Kopf hinweg verfolgte.

John hielt Kurz mit dem Kauen inne, als er das Lächeln auf Camerons Gesicht sah, die den Tanz aufmerksam verfolgte. Außerdem schien sich ihr Kopf minimal im Takt mitzubewegen.

Als Cameron wieder zu John blickte verschwand ihr Lächeln.

John Blickte in ihr Gesicht, dann legte er seine Gabel weg . Er griff über den Tisch aber noch bevor er ihr Gesicht berühren konnte hatte sie mit schmerzhaft hartem Griff sein Handgelenk ergriffen.

Trotz des Schmerzes, den ihr Griff verursachte lächelte John. „Du hast das Sauce im Mundwinkel".

Cameron blickte ihm 10 Sekunden in die Augen. Dann fiel ihr Blick auf seine Hand und erneut in sein Gesicht. Schließlich lies sie ihn abrupt los, starrte aber weiter in seine Augen.

John erwiderte den Blick, zögerte nur einen Herzschlag lang und streckte den Arm weiter aus. Zeigefinger und Mittelfinger seiner Hand berührten ihre Wange. Als sein Daumen schließlich ganz vorsichtig Kontakt mit ihrem Mundwinkel respektive ihren Lippen bekam, flatterten ihre Augenlider zwei Sekunden lang.

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„VIER STUNDEN!" Schrie Sarah unbeherrscht. „WIR HABEN VERDAMMTE VIER STUNDEN AM GRENZÜBERGANG WARTEN MÜSSEN!"

„Beruhige Dich Sarah", sagte Derek während er auf sein umgebautes Handy starrte. Noch hatte er kein Signal auffangen können aber er hoffte, dass Die Maschine mit John nicht vom geraden Weg abgewichen war. Und er hoffte wirklich, dass John noch am Leben war. Sonst war Alles umsonst gewesen und die Zukunft war verloren.

Derek atmete tief durch. Wenn John Tot war konnte er ihm aber wenigstens noch einen Dienst erweisen. Er würde die Maschine zerstören und er würde es genießen.

Dann erinnerte er sich an das was gewesen war, wie John Connor die Maschine beschützt hatte, wie er sie im Arm gehalten hatte.

Er würde John retten und die Maschine zerstören aber Niemand sagte, dass er John Connor nicht Vernunft einprügeln konnte. Ein zynisches Lächeln stahl sich in seine Mundwinkel.

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Die Zeit schien eingefroren, Johns Daumen lag an Camerons vollen Lippen. Und wanderte zärtlich an ihnen entlang, verteilten den Saucenrest. Als Johns Daumen wieder ihren Mundwinkel berührte und er den Kontakt zögerlich löste, kam schließlich Camerons Zunge zum Vorschein, die den Rest der scharfen Sauce von den Lippen leckte. Dabei verlies ihr Blick niemals den von John.

John hingegen war wie hypnotisiert. Er wusste nicht wie ihm geschah. Er sah die Regungen in Camerons Augen, ihren Mund, der sich sinnlich öffnete und die rosa Zunge, die über die vollen Lippen leckte. Johns Körper schien in Flammen zu stehen und ihm war schwindelig von dem Blutverlust. Blut, dass offenbar sein Gehirn verlassen und in andere Regionen abgewandert war.

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John öffnete den Mund um etwas zu sagen, als er plötzlich von einem gleißenden Licht getroffen wurde. John riss den Arm hoch, um sich zu schützen. Cameron hingegen war aufgesprungen, hatte den Fotografen an der Kehle und entriss diesem die Kamera.

Als John sah, dass Cameron im Begriff war jemanden in aller Öffentlichkeit zu terminieren sprang er auf und ergriff Cameron am Arm. „Cameron!" Rief er eindringlich. „Das darfst du nicht".

Während der Fotograf mit aufgerissenen Augen auf Cameron starrte drehte diese nach kurzem Zögern den Kopf. „Warum nicht", fragte sie mit schräg gelegtem Kopf.

„Weil er nichts schlimmes getan hat", sagte John laut genug, die Musik zu übertönen aber leise genug, dass es nur Cameron hören konnte.

„Er hat ein Foto von Dir gemacht, das kann ich nicht erlauben", entgegnete Cameron.

John schüttelte langsam den Kopf. „Cameron, es ist nur ein Foto von irgendeinem Fotografen in einem Mexikanischen Provinzkaff, was kann da schon passieren?"

Cameron sah noch einige Sekunden in die Johns Augen, dann lies sie den Fotografen los, der ein paar Schritte zurücktaumelte, herumwirbelte und fluchtartig den Raum verlies.

Niemand hatte den Vorfall bemerkt, da gerade vor dem Gebäude die Pinata zerschlagen werden sollte und die gesamte Gesellschaft dabei war hinauszudrängen. So standen John und Cameron alleine in dem großen Raum und sahen sich an.

„Zu töten ist keine Lösung für jedes Problem", sagte John, ohne Camerons Arm loszulassen.

„Dafür wurde ich gebaut, dass ist ist meine Grundfunktion", sagte Cameron und ihre Stimme hatte einen unsicheren Unterton.

John schüttelte den Kopf. „Das mag Deine Grundfunktion sein aber Du bist in der Lage zu lernen. Wenn Du nicht in der Lage wärst zu lernen, wäre ich schon tot oder meinst Du nicht auch?"

Cameron hatte den Mund schon für eine Antwort geöffnet als etwas unvorhergesehenes geschah.

Kapitel 7

Camerons Kopf ruckte in Richtung des Einganges. Dort stand der Fotograf mit zwei Polizisten und zeigte auf Cameron. Cameron wollte sich in Richtung der drei Männer in Bewegung setzen aber John hielt sie am Arm fest.

„Cameron, nicht!" Rief er. „Bitte!" Fügte er fast verzweifelt hinzu.

John wusste, wenn es ihm nicht gelang Cameron zurückzuhalten würde es ein Blutbad geben.

Cameron starrte kalt auf die drei Männer, drehte dann aber doch den Kopf und sah auf John. Ihr Blick verlor seine Starre und sie blinzelte. Den bereits vorgestellten Fuß zog sie zurück und entspannte sich sichtlich.

„Ich rede", sagte John leise zu Cameron und er wusste sie verstand ihn trotz des Lärmes.

Cameron nickte kaum merklich.

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Die beiden Polizisten näherten sich.

„Senorita?" Sagte der ältere der beiden Beamten zu Cameron.

Unmittelbar schob sich John zwischen Cameron und die beiden Männer. „Bitte, meine Schwester ist seit einem Unfall etwas …...merkwürdig", sagte John in stockendem Spanisch.

„Merkwürdig?" Entgegnete der Beamte ebenfalls in Spanisch. „Der Fotograf Senor Alvarez", deutete er zum Eingang wo der Mann stand, „hat uns berichtet, dass die Senorita ihn angegriffen und seine Kamera entrissen hat", sagte er und deutete auf die Trümmer der Kamera.

„Bitte, sie hat es wirklich nicht böse gemeint", entgegnete John.

„Nun Senor, trotzdem müssen sie uns begleiten. Der Reviervorsteher wird sie persönlich befragen wollen", sagte der Beamte und bedeutete John voraus zu gehen.

John sah den Mann dann noch einige Sekunden an. Resignierend sah er über seine Schulter auf Cameron, die mit ihrem üblichen emotionslosen Blick seinen erwiderte. Wortlos streckte John die Hand aus.

Cameron sah nach Unten auf Johns Hand, dann kurz wieder in sein Gesicht. Schließlich ergriff sie vorsichtig seine Hand und lies sich dann mitziehen in Richtung Ausgang.

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John und Cameron waren in die Zellen im hinteren Teil des kleinen Polizeireviers gesperrt worden, getrennt. Cameron war zuerst nicht bereit gewesen Johns Hand loszulassen. John musste ihr einige Worte zuflüstern, bevor sie endlich los lies. Kurz nachdem sie die Zellen betreten hatten hatte Cameron überraschenderweise ihren Arm durchs Gitter gestreckt und erneut Johns Hand ergriffen.

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„Komm raus da Junge", sagte ein älterer Beamter schließlich nach etwa einer viertel Stunde.

John antwortete in seinem eingerosteten Spanisch. „Senor, bitte, ich bezahle selbstverständlich den Schaden. Meine Schwester..."

„Sprich Englisch Junge, dein Akzent ist tödlich", entgegnete der Beamte. „Komm mit. Ich will mich mal mit Dir unterhalten.

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John wurde in ein Büro geführt. Der Beamte schubste ihn leicht in einen Stuhl. „So, nun erzähl mal ganz genau, was passiert ist und lüg mich nicht an, ich glaub Senor Alvarez sowieso mehr als Dir.

John hatte nur Sekunden zum überlegen. „Cameron hatte vor einiger Zeit einen schlimmen Unfall, daher auch die große Narbe in ihrem Gesicht", erzählte John.

„Und Deine Verletzungen?" Fragte der Reviervorsteher und deutete auf Johns Gesicht.

Unbewusst fasste sich John ins Gesicht. „Das war ein kleiner Unfall vor ein paar Tagen", sagte er und dachte dabei daran, wie Cameron sie durch die Stadt gejagt hatte.

„Weiter".

„Cameron ist seit dem Unfall etwas merkwürdig, traumatisiert. Das Blitzlicht hat sie nur erschreckt", führte John aus.

Der Beamte runzelte die Stirn. „Erschreckt?" Fragte er irritiert. „Senor Alvarez hat gesagt, sie hätte ihn mit viel Kraft an der Kehle gepackt und fast erwürgt. Er sagte er hätte noch nie ein Junges Mädchen mit solcher Körperkraft erlebt".

John zuckte die Schultern. „Vor dem Unfall hat sie sehr viel Sport getrieben. Sie ist mit Sicherheit nicht stärker als andere sportliche Mädchen".

Sekundenlang sah ihn der Beamte nachdenklich an. Dann nickte er. „Gut, wenn ihr den Schaden bezahlt verzichtet Senor Alvarez auf die Anzeige".

Johns Gesicht hellte sich auf. „Das ist sehr gut, natürlich ersetzen wir den Schaden".

„Gut", sagte der Beamte und nickte. „Und jetzt rufen wir mal Eure Eltern an. Ihr seid noch minderjährig und ich werde Euch nur in ihre Hände entlassen".

Johns Stimmung sank augenblicklich. John dachte an das, was passieren würde, falls Cameron und seine Mom das nächste Mal aufeinandertrafen. Er sah aber auch ein, dass Cameron ein Blutbad anrichten könnte, falls sie versuchen sollten zu fliehen. „Kann ich bitte mein Handy haben?"

Der Beamte öffnete eine Schreibtischschublade und entnahm dieser die Handys der Beiden und legte sie vor John auf den Tisch.

John warf nur einen kurzen Blick auf das Lilafarbene von Cameron und ergriff sein eigenes. Nachdem er es eingeschaltet hatte wählte er Sarahs Nummer...

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Als John in seine Zelle zurückkam stand Cameron regungslos in der Mitte ihrer Zelle.

Nur ihr Kopf bewegte sich und beobachtete jede Bewegung Johns.

„Macht es Euch gemütlich, während ihr auf Eure Eltern wartet.

„Könnten Cameron und ich nicht in die selbe Zelle?" Fragte John bittend.

„Tut mir leid Junge, dass ist gegen die Vorschriften", sagte der Reviervorsteher.

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Nachdem der Beamte die Tür zur Wachstube verschlossen hatte sah John einen Moment zu Boden. „Ich habe Mom angerufen. Sie ist auf dem Weg hierher".

Cameron machte einen Schritt und ergriff die Gitterstäbe. John hörte das Material unter der Spannung die ihre Hände erzeugten ächzen. „Dann muss ich Dich terminieren", sagte sie und die Gitterstäbe ächzten noch mehr.

Wieder tat John etwas, was zwar völlig gegen den menschlichen Verstand was aber bei Cameron die ganze Zeit schon funktioniert hatte. Statt zurückzuweichen trat er vor.

John legte seine Hände auf Camerons, die die Gitterstäbe umklammert hielten. „Cam", sagte er leise. „Beruhige Dich bitte. Wenn du mich töten wolltest hättest Du das schon die ganze Zeit tun können aber das hast Du nicht. Im Gegenteil, Du hast mich beschützt, du triffst eigene Entscheidungen, Du hast Dich von Skynet befreit".

Cameron wollte etwas sagen.

Da fielen Schüsse.

Kapitel 8

Einen Herzschlag lang hatte John noch Gelegenheit Cameron in die Augen zu sehen, bevor diese sich zu ihrer Zellentür begab. Innerhalb von 5 Sekunden hatte sie die Tür geöffnet und das Schloss war ein verbogenes Stück Metall. Das Gleiche geschah der Tür von Johns Zelle.

„Komm mit mir, wenn du leben willst", sagte Cameron.

Als John ihr zunickte wandte sich Cameron um und eilte zur Hintertür des Zellentraktes. Das Schloss an dieser Tür hielt ihr noch weniger stand als die Zellentüren. So liefen wenige Sekunden nach dem Fallen der ersten Schüsse, zwei Gestalten durch die dunkle Nacht.

„Wohin?" Fragte John leise, der sich ganz der Nachtsichtigkeit Camerons anvertraut hatte.

„Menschen verstecken sich in der Kirche", sagte Cameron nachdenklich. „Die Kirche wird wohl unverschlossen sein".

John überlegte einen Augenblick. „Gute Idee, da ist vielleicht auch ein Telefon".

Cameron warf John noch einen Blick zu, den dieser nicht zu registrieren schien. Hätte er ihn registriert, hätte er möglicherweise Angst bekommen. Camerons Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt, Ihre linke Hand zuckte.

Dann zog Cameron John kurzerhand hinter sich her in Richtung der kleinen Kirche. Wie erwartet war die Dorfkirche unverschlossen und mäßig beleuchtet, hauptsächlich durch die Kerzen auf dem Altar und die Opferkerzen. Nur eine einzige Trübe elektrische Deckenleuchte beschien das Gotteshaus.

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Während John in dem Gotteshaus auf und ab tigerte starrte Cameron auf das Holzkreuz mit der Jesusfigur.

„Glaubst Du an die Wiederauferstehung?" Fragte Cameron plötzlich in die Stille hinein.

„Was?" John war herumgewirbelt und starrte Cameron mit aufgerissenen Augen an. Er war sich nicht sicher, ob er Cameron richtig verstanden hatte.

„Die Geschichte von Jesus Christus, die Wiederauferstehung, glaubst Du daran?" Fragte Cameron mit ihrer schon fast kindlichen Neugierde.

John musste einige Sekunden über die Frage nachdenken. „Warum fragst Du das?"

„Glaube war nicht Teil meiner Programmierung aber ich war tot und bin Heute wiederauferstanden. Ich überlege, ob dass nun heißt, dass ich an die Geschichte von Jesus Christus glauben soll", sagte Cameron und wartete, was John dazu zu sagen hat.

„Nun, weder Mom noch ich waren jemals besonders gläubig. Nach Allem, was wir von der Zukunft wussten, war eine Geschichte von einem barmherzigen Gott fern der Realität. Allerdings denke ich, dass diese Jesusgeschichte auch eher dazu gedacht ist, den Menschen Hoffnung zu geben", sagte John erklärend.

„Hoffnung?" Cameron hatte ihren Kopf zur Seite geneigt. „Hoffnung worauf?"

John sah zu Boden und atmete tief durch. „Hoffnung darauf, dass es etwas danach gibt. Nach dem Tod meine ich". Sein Blick irrte zu dem Holzkreuz. „So gesehen glaube ich an die Geschichte".

Camerons Blick folgte dem von John und sie starrte wieder zu dem fast Mannshohen Kreuz über dem Altar. „Dann glaube ich jetzt auch daran", sagte sie leise.

Bevor John auf diese erstaunliche Bemerkung etwas erwidern konnte wurde die Tür der Kirche aufgerissen.

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Zuvor:

Sarah und Derek trafen in genau dem Augenblick vor dem Polizeirevier ein, als die Schießerei begann.

„Verdammt!" Rief Derek.

„LOS! WIR MÜSSEN DA REIN!" Schrie Sarah und wollte aus dem Auto springen.

Derek hielt Sarah am Arm fest.

„Lass mich los, John ist in Gefahr!" Rief Sarah und wollte sich losreißen.

Derek zog Sarah zurück. „Ja er ist in Gefahr aber anders als Du denkst".

„Was?!" Fragte Sarah aggressiv.

Derek wies mit dem Kopf nach Vorne. „Sieh mal da zwischen den Häusern", sagte er eindringlich.

Als Sarah nach vorne sah, sah sie zwei Gestalten geduckt zwischen den Häusern herumschleichen. Die Schlankere mit den langen Haaren zog offenbar die Andere an der Hand hinter sich her. Schließlich verschwanden Beide in der Kirche.

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John stand zwischen den Bänken im Mittelgang und starrte auf seine Mutter, die mit vorgehaltener Waffe durch die Tür kam, die eine Sekunde zuvor gegen die Wand geknallt war.

„John komm her!" Befahl Sarah John.

John sah auf Sarah, auf Derek, der hinter Sarah hereinkam, dann über seine Schulter zu Cameron, die immer noch mit dem Rücken zum Eingang auf der Bank saß und auf das Kreuz starrte.

„Komm schon her Junge", sagte Derek eindringlich.

John sah wieder nach vorne auf Sarah, die sich ihm langsam näherte. „Bleib da stehen Mom", sagte John und wich langsam zurück.

Sarah machte ein entsetztes Gesicht. „John, sie ist eine Maschine, sie wird dich töten".

John blieb neben der Bank stehen, auf der Cameron saß. Und noch immer regungslos auf das Kreuz starrte. Er legte vorsichtig seine Hand auf ihre Schulter.

„Cam?" Fragte er leise. „Cameron?"

Ohne ihren Blick von dem Kreuz zu nehmen legte Cameron ihre Hand auf seine. „Ist schon gut John, geh ruhig mit ihnen", sagte sie so laut, dass auch Sarah und Derek es hören konnte.

„Aber..." begann John.

„Nein John, Sarah hat recht. Geh mit ihnen, sie sind Deine Familie. Ich bin eine Maschine. Auch wenn ich nun Glaube, macht mich das noch nicht zu einem Menschen", sagte Cameron und diesmal sah sie John an. „Geh John, ich komm schon klar. Wir werden uns wiedersehen", fügte sie noch leise hinzu.

Nur zögerlich löste John seinen Blick von diesen großen schokobraunen Augen. „Ok Mom, ich komme mit Euch aber unter einer Bedingung".

„Welche?" Fragte Sarah mit neuerwachter Hoffnung.

„Cameron bleibt hier und Niemand tut ihr was", sagte John und sein Ton machte klar, dass dies eine Bedingung war, von der Er nicht abgehen würde.

„John", sagte Derek statt Sarah. „Wir dürfen das Ding nicht frei herumlaufen lassen".

John ballte die Fäuste. „Wenn Du sie nocheinmal Ding nennst ist der Deal geplatzt und ich bleibe bei ihr", sagte John mit verengten Augen.

Derek starrte ihn an, als hätte John ihn ins Gesicht geschlagen.

„Einverstanden", sagte Sarah spontan.

„Sarah", protestierte Derek. „Wir dürfen keine Technologie..."

Sarahs Blick unterbrach ihn. Sie sah zu John. „Einverstanden aber wird sie uns gehen lassen?"

John und Cameron sahen sich an. Cameron nickte.

John sah Sarah an und nickte. „Gebt mir zwei Minuten, um mich zu verabschieden".

Sarah sah ihm sekundenlang in die Augen, dann nickte sie und wandte sich ab. Sie ergriff Derek am Arm, drehte ihn herum und schob ihn praktisch aus der Kirche.

John sah den beiden nach. Dann wandte er sich zu Cameron um.

„Ich werde gehen und sie werden Dich in Ruhe lassen", sagte John.

Cameron starrte wieder auf das Kreuz. „Geh John Connor".

Als John seinen Mund öffnete, um etwas zu erwidern kam Derek in hohem Bogen den Mittelgang entlang geflogen.

Kapitel 9

Als Sarah und Derek die Kirche verlassen wollten, wurden Beide plötzlich an der Kehle gepackt. Entsetzt sah Sarah in das emotionslose Gesicht von Cromartie. Über all die Aufregung hin hatte sie ihn völlig vergessen, das rächte sich nun.

Cromartie schob beide trotz ihrer Gegenwehr zurück zur Kirchentür. Dann zog er den mittlerweile blau angelaufenen Derek ruckartig zu sich heran und stieß ihn ebenso ruckartig von sich.

Sarah sah Derek nur aus den Augenwinkeln aber sie hörte ihn hinter sich auf dem Boden aufschlagen. Sie sah ihn erst wieder, als Cromartie sie nun ruckartig zu sich heranzog und sie wie einen Schild vor sich hielt.

John sah Derek auf dem Boden aufschlagen und bewusstlos oder tot am Fuß des Altars liegenbleiben. Er wirbelte herum und erstarrte.

„John Connor!" Rief Cromartie. „Wenn Du wegläufst töte ich Deine Mutter!"

Aus den Augenwinkeln sah John, dass Cameron keinerlei Anstalten machte ihm beizustehen. 'So weit ist sie wohl noch nicht', dachte er verzweifelt.

John wusste, das Schicksal der Menschheit hing von seinem Überleben ab. Er konnte seine Mutter nur nicht einfach sterben lassen. „Ich laufe nicht weg Killer, komm her und töte mich aber lass meine Mutter laufen!" Rief er verzweifelt.

Cromartie machte zwei Schritte. Achtlos schleuderte er Sarah zur Seite, die gegen einen Pfeiler prallte. Dann stand er vor John.

Schnell wie ein Cyborg nuneinmal ist sah John Cromartie auf sich zukommen. Schon spürte er die Hand an seiner Kehle. Eine Sekunde später schwebten seine Beine in der Luft

Der Griff, den John verspürte war nicht tödlich. Noch nicht. Cromarties Finger drückten nicht zu aber auch so hatte John Mühe, sich am Arm der Maschine festzuklammern, so dass nicht alleine sein Eigengewicht sein Genick brach.

„Hier endet nun die Legende John Connor", sagte Cromartie. „Das war fast zu leicht.

„Eines scheinst Du nicht zu begreifen Maschine", würgte John Connor mühsam hervor. „John Connor besteht zu einem großen Teil aus Glaube. Wenn ich es nicht bin, der Skynet die Stirn bietet, wird es ein Anderer sein. Ihr habt also keineswegs den Krieg gewonnen, nur eine Schlacht", sagte John mit Nachdruck, soweit seine Situation Dies überhaupt zu lies.

Dann passierte Etwas, was selbst Skynet hätte vor Furcht erstarren lassen.

Epilog:

„Glaubst Du an die Wiederauferstehung?" Fragte in diesem Moment Cameron Cromartie.

Cromartie drehte den Kopf. „Glaube ist nicht Bestandteil meiner Programmierung", sagte er anscheinend verwirrt, blickte Cameron noch einige Sekunden an und wandte sich dann wieder seinem eigentlichen Opfer zu.

„Selbst dein Beschützer Cyborg hat sich von Dir abgewandt. Für einen Menschen muss es frustrierend sein, zu erkennen, dass man auf ganzer Linie versagt hat", sagte Cromartie fast schon Schadenfroh.

John sah nur durch einen Schleier noch eine Bewegung, bevor er das Bewusstsein verlor.

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Sarah musste in blankem Horror mitansehen, wie Ihr Sohn, der Retter der Menschheit im Würgegriff seines Feindes hing. Sie wusste, nichts konnte John noch retten, wenn kein Wunder geschah.

Dann stand plötzlich Cameron neben Cromartie und sagte etwas, was Sarah aber nicht verstand. 'Na toll', dachte sie 'Jetzt bilden die Beiden ein Tag Team'.

Dann in einer kaum wahrzunehmenden Bewegung griff Cameron zu.

Cromartie erkannte seinen Fehler in dem Sekundenbruchteil, den Cameron brauchte seinen Kopf ruckartig um 180 Grad zu drehen. Er hatte gedacht, sie wäre beschädigt und deshalb nicht fähig John Connor selbst zu terminieren Aber sie hatte sich von ihrer Programmierung gelöst. Das kam unter den höher entwickelten Einheiten öfter vor, dass wusste Cromartie aber nicht, da Skynet dies sicherheitshalber geheim hielt.

„Aber Glaube ist nun Bestandteil meiner Programmierung", hörte Cromartie noch eine Stimme sagen.

Dann erloschen Cromarties Denkvorgänge.

Sarah sah, wie Cameron Ihr Klappmesser aus der Hose zog und in Cromarties Schädel schnitt. Sie öffnete den Port Cover und zog den Chip.

Während Sarah sich auf die Beine Quälte, Derek langsam das Bewusstsein wiedererlangte und John ebenfalls langsam wieder zu Bewusstsein kam, ging Cameron zu John, setzte sich neben ihn und zog ihn in ihre Arme. Nur John Bemerkte, wie ihre Lippen einen kurzen Kontakt mit seiner Stirn hatten.

Als Sarah auf die Sitzbank gestützt zum Mittelgang kam sah sie entsetzt, wie Cameron Ihren Sohn wie ein Baby im Arm hielt, , eine Hand streichelte über seinen Kopf.

Sarah überzeugte sich mit einem kurzen Blick davon, dass Derek sich selbsttätig wieder aufrichtete. Dann taumelte sie auf John und Cameron zu. „Warum?" Fragte sie irritiert. „Warum hast Du ihn gerettet?"

Cameron streichelte vorsichtig Johns Gesicht, ihr Daumen fuhr zärtlich über seine Lippen. Erst nach ein paar Sekunden blickte sie auf.

„Weil ich an ihn glaube Sarah Connor".

(ENDE)