A/N 2014

Juli 2010, rund 6800 Wörter. Eine weitere meiner 1.01 Versionen.


Ein Schritt voraus (Episode 1.01 v3)

Prolog

West Fork, Nebraska 23.08.1999

Als Sarah von ihrer Frühschicht im Diner nach Hause kam. Konnte sie nicht ahnen, dass dieser Tag ihr Leben verändern würde.

Später am frühen Abend machte Charley ihr einen Heiratsantrag. So kam es, dass sie zum ersten mal seit fast 16 Jahren wirklich zu Hause war.

Die Hochzeit war nicht groß aber ein Ereignis für West Fork

Zu Sarahs großem Erstaunen erschien ihr 15 jähriger Sohn mit einem Mädchen auf der Hochzeit, die er als seine Freundin Cameron vorstellte.

Zunächst war Sarah wütend, dass John so einfach Jemanden in ihre Familie einbrachte, ohne vorher mit ihr darüber gesprochen zu haben, als sie jedoch sah, wie glücklich ihr Sohn war beruhigte sie sich schnell wieder. Skynet schien besiegt, Sie waren nun eine Familie. Warum also sollte John nicht auch glücklich sein dürfen.

John hatte Cameron auf der West Fork High School kennengelernt. Sie war vor Kurzem von Red Valley New Mexico hierher umgezogen. Und er hatte sie direkt an ihrem ersten Schultag angesprochen, einfach so nach ihrem Namen gefragt.

Sonst war er immer der Zurückhaltende aber seit sie Charleys Heiratsantrag angenommen hatte hatte auch John sich verändert. Er war offener und lebenslustiger geworden.

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Die folgenden Wochen waren angefüllt mit Familienaktivitäten.

John brachte seine Freundin immer öfter mit, bis die Beiden schließlich ihre gesamte Freizeit miteinander verbrachten. Selbst an den Familienabenden mit Gesellschaftsspielen war sie nun immer dabei und Sarah sah in seinen Augen, dass John Cameron am liebsten ganz bei sich behalten hätte, da er aber erst 15 war, ging das leider nicht.

Sarah fragte sich, wie es wohl sein würde, wenn John seinen 16 Geburtstag gehabt haben würde . Vielleicht würde sie Cameron dann gar nicht mehr aus dem Haus bekommen.

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Dann kam er, Johns 16ter Geburtstag. Ein Tag, der erneut Sarahs gesamtes Leben verändern würde.

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Kapitel 1

West Fork Nebraska 14.11.1999

Sie hatte heute die Schicht getauscht und somit den ganzen Tag frei. Deshalb konnte sie in die Stadt fahren, ein passendes Geschenk für John suchen. Eine kugelsichere Weste sollte es diesmal nicht sein.

Sie betrat das Haus, in der Gewissheit, dass John und wahrscheinlich auch Cameron bereits da waren. Im Wohnzimmer waren die Beiden nicht, sonst kuschelten sie immer auf der Couch, sahen sich verliebt an oder starrten auf irgendeinen Videofilm.

'Werden wohl Draußen im Garten sein', dachte sie. Die Tasche mit dem Geschenk hatte sie in der Diele abgestellt, wollte sie ihm erst zusammen mit Charley geben, wenn dieser später kam.

Als sie die hintere Veranda betrat wunderte sie sich. Auch hier waren die Beiden nicht. Sie sah hoch zu Johns Fenster. 'Die Beiden werden doch nicht...' dachte sie verwundert. Dann schüttelte sie den Kopf und ging wieder rein. An der Treppe machte sie Halt und ergriff das Geländer von der Seite und sah daran vorbei nach Oben. Schließlich umrundete sie das Geländer und betrat die erste Stufe. Sie verharrte dort kurz, bevor sie zögernd Stufe für Stufe nach oben ging.

Vor Johns geschlossener Türe verharrte sie einen Augenblick mit der Hand am Türknauf. Sie hörte Geräusche von drinnen und überlegte einen Moment, ob sie klopfen sollte. Es war heller Tag und sie hatte tagsüber noch niemals geklopft. Schließlich fasste sie sich ein Herz, drehte den Knauf, öffnete die gut geölte Tür und trat ein.

Sarahs Blick fiel auf Johns Bett, die Worte blieben ihr im Halse stecken und sie erstarrte mit aufgerissenen Augen.

Kapitel 2

Sarah war wie im Schock. Sie sah John und Cameron. Er lag auf seinem Bett und Cameron hockte auf ihm. Gerade richtete sie sich auf, und während sie sich rhythmisch bewegte beugte sie ihren nackten Körper nach hinten und legte den Kopf in den Nacken, während John mit geschlossenen Augen, die Arme ausgestreckt, die Hände auf ihre Brüste gelegt hatte.

Es dauerte zwei Sekunden, bis Sarah sich gefangen hatte und so leise es ihr möglich war den Rückzug antrat. Glücklicherweise hatte Charley Türangeln und Schlösser immer gut geölt, so dass sie die Tür lautlos schließen konnte.

Sarah starrte noch einige Sekunden auf die Geschlossene Tür und atmete verkrampft ein und aus. Als sie schließlich John hörte, wie er Camerons Namen stöhnend ausstieß und die Geräusche des Bettes an Geschwindigkeit zunahmen, machte sie, dass sie so schnell wie möglich nach Unten kam.

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John und Cameron kamen Hand in Hand die Treppe hinabgeschlendert. Als sie die Küche betraten blieb John ruckartig stehen. Das Lachen in Johns Gesicht verlor sich schnell, als er in das ernste Gesicht seiner Mutter blickte. Cameron an Johns Arm hängend musste erst von Sarahs in Johns Gesicht blicken, um den Ernst der Situation in seinem Gesicht zu erkennen.

„Mom, was ist los?" Er wies auf die Flasche vor Sarah. „Tequila, so früh am Tag? Ist irgendwas passiert?"

Sarah nahm noch einen Schluck, dann wies sie auf die beiden Stühle ihr gegenüber. „Setzt Euch Kinder, sagte sie ernst.

John sah Cameron an und hob verwundert Augenbrauen, während Cameron nur mit den Schultern zuckte. Schließlich nahmen Beide zögernd Platz.

Sarah lächelte ein wenig, als sie sah, dass John Cameron den Stuhl hielt, während diese sich setzte. Ihre Hand hielt noch immer das Glas umklammert während sie sich zurücklehnte und die Beiden vor sich ansah.

John schrumpfte förmlich unter dem Blick seiner Mutter zusammen, während Cameron davon unbeeindruckt schien. Cameron ergriff Johns Hand und drückte diese beruhigend. Als ihre Blicke sich trafen war es als ob John neue Kraft durchströmte. Er richtete sich auf und dann sah er zu seiner Mom und entgegnete deren Blick nun mit erkennbarem Widerstand.

Sarah sah den stummen Austausch von Energie zwischen ihrem 16 Jährigen Sohn und dem Mädchen neben sich. Sie runzelte die Stirn als sie den stahlharten Blick in Johns Augen sah. Insgeheim war sie fasziniert, dass dieses Mädchen ihrem Sohn Kraft zu verleihen schien.

„Nun...", begann Sarah die Unterhaltung. „...heute ist Dein Geburtstag..." sagte sie ohne den Blick von ihm zu nehmen.

„Mom, was soll das?" Unterbrach John sie.

Sarah hob die Hand. „John lass mich bitte ausreden".

„Ich habe bemerkt, wie nah Ihr Beiden Euch gekommen seid. Eigentlich hatte ich gedacht, noch rechtzeitig mit dem ersten Teil Deines Geburtstagsgeschenkes zu sein aber wie ich vorhin feststellte war ich nicht rechtzeitig genug", sagte Sarah und griff in die Plastiktüte, die neben ihr auf einem Stuhl stand.

Sarah hielt ein kleines würfelförmiges Päckchen, eingewickelt in Geschenkpapier in der Hand und stellte es nun vor John auf den Tisch.

John sah seiner Mom in die Augen, dann fiel sein kritischer Blick auf das Geschenk, dass er nach einem kurzen Blick zu Cameron, die ihm zunickte zögernd ergriff.

Sarah hatte den erneuten Austausch zwischen ihrem Sohn und Cameron interessiert zur Kenntnis genommen.

Während John das Päckchen auswickelte sah Cameron jede seiner Bewegungen. Schließlich hatte John den würfelförmigen Karton ausgepackt und starrte verwirrt auf die Verpackung. Er blickte zuerst in Camerons verwirrte Augen, dann zu seiner Mom.

„Kondome?" Fragte John verlegen.

Sarah sah aus den Augenwinkel eine Bewegung Camerons, die etwas vor sie hinlegte.

Sarah sah nach Unten auf den Tisch, dann wurde sie selbst rot vor Verlegenheit, als sie von den Kondomen vor sich auf dem Tisch aufblickte in Camerons Augen, die ein belustigtes Funkeln zeigten.

Sarah brauchte einige Sekunden, um sich zu fangen. „Ah, ich sehe, so sorglos wart ihr gar nicht."

John sah von Cameron auf seine Mom. „Mom, Wieviel hast Du eigentlich mitbekommen?"

Sarah sah von Cameron zu John. „Sagen wir mal, Du hättest deine Tür abschließen sollen", sagte sie einfach.

John wurde erneut rot. „Aha, so viel dann doch", sagte er, kratzte sich am Hinterkopf und sah aus dem Fenster.

„Nun?" Fragte Sarah Cameron. „Was soll nun werden?"

Cameron legte den Kopf schräg. „Irgendwann werden wir wohl heiraten".

Sarah wollte gerade einen Schluck nehmen und hätte das Glas fast fallengelassen. „Heiraten...?" Fragte sie mit aufgerissenen Augen.

Johns Kopf war herumgeruckt und zuckte nun zwischen Cameron und seiner Mom hin und her.

„Da John und ich Sex hatten sind wir doch nun verlobt", sagte Cameron mit Überzeugung.

Sarah blickte verwirrt zu John, der wiederum zu Cameron.

„Cameron, ich...ich …. wir haben doch nie von Heiraten gesprochen", sagte er verwirrt.

Cameron löste ihren Blick von John, sie schien ehrlich verwirrt. „Aber ich dachte, wenn man sich liebt und Sex hatte wäre der nächste Schritt das Heiraten...".

Cameron verstummte. Sie blickte zu Sarah, die nur langsam den Kopf schüttelte, dann zurück zu John, der sie verwirrt ansah.

Cameron sprang förmlich auf. „Es tut mir leid", sagte sie und Tränen sammelten sich in ihren Augen. „Ich habe mich wohl geirrt", sagte sie, wirbelte herum und rannte fast aus dem Haus.

„John?" Fragte Sarah verwirrt.

John hatte Cameron hinterher gesehen. Jetzt hörten sie Camerons Wagen starten und mit durchdrehenden Rädern davonfahren.

„Willst Du ihr nicht folgen?" Fragte Sarah nach einigen Sekunden.

John blickte auf. „Mom, das würde jetzt nichts nützen. Ich kenne sie. Ich seh sie morgen in der Schule". Er stand auf. Ich... wüsste gar nicht, wo ich sie suchen sollte. Ich...war noch nie bei ihr zu Hause", sagte er zögerlich.

John saß eine Minute nur stumm da, dann erhob er sich. Mit hängendem Kopf verlies er die Küche. An der Türschwelle blieb er nochmal stehen.

„Weist Du was das Verrückteste ist?" Fragte er ohne sich umzudrehen.

Sarah antwortete nicht.

John atmete tief durch. „Ich würde sie heiraten, sobald ich könnte, hätte ich vorhin nur Zeit gehabt darüber nachzudenken", sagte er dann ging er hoch auf sein Zimmer.

Sarah starrte mit offenem Mund auf die nun leere Tür.

Kapitel 3

Charley Dixon klopfte aber John reagierte nicht. Als er trotzdem die Tür öffnete sah er ihn auf dem Bett liegen, Ohrhörer drin und Musik laut. Charley ging zum Fenster.

John sah ihn und nahm die Ohrhörer raus.

Charley sah aus dem Fenster. „Deine Mom hat mir Alles erzählt. Meintest Du das vorhin ernst?" Fragte er seinen Stiefsohn ohne ihn anzusehen.

John atmete tief durch. „Ja", sagte er leise.

Jetzt atmete Charley tief durch. „War es das erste Mal heute?" Fragte er leise.

„Charley!" John schlug die Hände vors Gesicht.

„John bitte", entgegnete Charley. „Deine Mom macht sich große Sorgen".

John sah erstaunt zu Charley. „Es waren die ersten drei Mal heute", sagte er. „Es war ein 5er Pack Kondome", sagte er auf Charleys fragenden Blick hin. Dann grinste er unverhohlen.

Charley hatte die zwei Kondome gesehen, die noch immer auf dem Küchentisch lagen. Er starrte John an. Langsam ging er auf ihn zu. Schließlich setzte er sich zu John aufs Bett. Dann in einer langsamen Bewegung boxte er John gegen die Schulter.

„Das ist toll", sagte Charley mit verständnisvollem Lächeln.

John sah den väterlichen Freund und Stiefvater an. „Weißt Du, es war unbeschreiblich", sagte er leise. „Cam ist so toll und sie ist wunderschön und …..".

Charley hob abwehrend die Hände. „Schon gut, schon gut", sagte er lachend. „Mir musst Du sie nicht schmackhaft machen. Ich habe selbst Augen im Kopf.

John zog das Kissen unter dem Kopf weg und schlug damit nach Charley, der duckte sich, sprang auf und wich vom Bett zurück. „Sarah wartet unten, was soll ich ihr sagen?" Fragte Charley lachend.

John sah ihn einige Sekunden an „Schick sie mal bitte rauf", sagte er schließlich.

Charley blickte den plötzlich ernsten John zwei Sekunden lang an. „Mach ich Johnny, ich schick sie Dir", sagte er.

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Als Sarah Johns Zimmer betrat sah ihr John entgegen. „Schließ bitte die Tür Mom", sagte er leise.

Sarah ging zu John und setzte sich zu ihm aufs Bett. „Was ist denn mit Dir los?" Fragte sie.

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„Mom, was wäre wenn die Maschinen zurückkämen?" Fragte er Sarah plötzlich.

Sarah legte die Hände in den Schoß. „Was meinst Du?"

John stützte sich auf einen Unterarm. „Mit Charley...mit Cameron. Was würden wir tun, wenn die Maschinen zurückkämen?"

Sarah sah ihn an „Du kennst die Antwort John", war Alles was sie sagte.

John schüttelte den Kopf. „Sags mir Mom"; sagte er ungehalten. „Sags mir verdammt noch mal", wiederholte er als Sarah zögerte.

„Wir würden wegrennen", sagte Sarah ungehalten. „Wir würden wegrennen und sie zu ihrem Schutz zurücklassen".

John nickte ernst. „Genau das ist es, wir würden sie zu ihrem Schutz zurücklassen. Aber würde Charley das wollen, wenn er die Wahrheit wüsste? Sag mir Mom, würdest du für Charley entscheiden? Einfach so, ohne ihn zu fragen?"

Sarah warf frustriert die Arme in die Höhe. „Was willst Du ihm denn sagen?"

„Wie wäre es mit der Wahrheit?" Fragte John sarkastisch.

„Die Wahrheit?" Fragte Sarah verzweifelt. „Du weißt doch, was das letzte Mal passiert ist, als ich die Wahrheit gesagt habe".

„Und wenn wir es beweisen könnten?" Fragte John interessiert.

Sarah schüttelte fast verzweifelt den Kopf. „Wir haben Alle Beweise vernichtet", sagte sie eindringlich. „Wie willst du das beweisen?"

John schwieg einen Augenblick. „Lass das mal meine Sorge sein", sagte John mit Nachdruck.

Sarah sprang fast auf. „Das ist doch Blödsinn. Du wirst gefälligst keinen Unsinn machen", sagte Sarah wütend und ging zur Tür.

„Mom, ich werde Cameron heiraten sobald es geht", sagte John tonlos.

Sarah war stehengeblieben, die Hand erhoben um den Türknauf zu greifen. Jetzt drehte sie den Kopf und sah John über die Schulter hinweg an. „Darüber reden wir noch", sagte sie wütend.

Sarah war jetzt zu wütend um mit John darüber zu reden. Sie ergriff den Türknauf und öffnete die Tür.

„Sie ist eine von ihnen", sagte John in ihren Rücken.

„Was?" Fragte Sarah über ihre Schulter.

„Cameron", sagte er tonlos. „Sie ist eine von ihnen".

Sarah drehte sich herum „Was zum Teufel meinst Du verdammt nochmal!" Rief sie fast außer sich.

John lächelte. „Eine Maschine Mom, Cameron ist eine Maschine"

Sarahs Herz blieb stehen.

Kapitel 4

Cameron saß in ihrem Wagen keine hundert Meter von Johns Haus entfernt. Nachdenklich, mit Tränen in den Augen saß sie nur da, Unterarm auf die Armlehne des Pick-Up gestützt, Kinn auf ihren Handballen gestützt. Sie hatte sich geirrt. Sie hatte gedacht, dass der Sex zwischen ihr und John bedeutete, dass sie nun zusammengehörten. Dem war offensichtlich nicht so.

Cameron wusste, sie hätte mit John darüber reden sollen, stattdessen hatte ihre Verwirrtheit sie fluchtartig das Haus verlassen lassen.

Cameron hatte gedacht John würde sie genug lieben, um diesen letzten Schritt zu wagen aber offensichtlich war dem nicht so.

Ihr wurde klar, dass sie nicht bis zum nächsten Morgen warten konnte, sie musste so schnell wie möglich mit John reden, bevor sie eine endgültige Entscheidung traf.

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Sarahs Herz blieb stehen.

Aber nur für eine Sekunde. Hastig schloss sie die Tür wieder.

„Was meinst Du damit sie ist eine Maschine? Bist Du Dir darüber klar was Du da sagst? So einen Unsinn hast Du noch niemals geredet, ich frage mich ernsthaft ...". Sarah verstummte.

„Mom, komm mal wieder runter", sagte John noch immer lächelnd.

„John, Sie war jetzt so lange in unserer Gesellschaft, meinst Du nicht, das wäre mir aufgefallen?" Sagte Sara mit mütterlichem Ton.

Jetzt lachte John leise. „Ich war viel mehr mit ihr zusammen und entweder hat sie eine leichte Form von Autismus oder ihr fehlen einfach einige Informationen. Immer wieder habe ich Dinge bemerkt, die keinem Anderen aufgefallen sind. Ticks, wie das Schräglegen des Kopfes, wenn sie irgendwas nicht verstanden hat und Das rezitieren ganzer Wörterbuch- oder Lexikaeinträge". John blickte Sarah abwartend an.

„John, das alles besagt gar nichts", sagte Sarah nach einigem Überlegen. Sie hat vielleicht ein Fotografisches Gedächtnis und..."

„Dann noch ein ganz besonderer Punkt", unterbrach John Sarah. „Die kaum hörbaren aber vorhandenen Geräusche die ihre Bewegungsmechanik manchmal macht. Wenn man es nicht kennt, kann man das leicht als Einbildung abtun aber ich kenne die Geräusche, die die Hydraulik und die Servomotoren eines Terminators machen".

Sarah war sprachlos. Der letzte Punkt war unwiderlegbar. Wenn Cameron tatsächlich diese Geräusche von sich gab musste sie eine Maschine sein. Nichts an einem Menschen, keine Prothese oder ähnliches produzierte dieses Surren und die Gleitgeräusche. In diesem Punkt konnte sie ihrem Sohn vertrauen.

„Seit wann weißt Du das?" Fragte Sarah plötzlich nervös.

John kratzte sich verlegen am Hinterkopf dann fing er an an seinen Fingernägeln zu Knibeln. „Seit einigen Wochen", bekannte er dann leise.

Sarah starrte ihn mit aufgerissenen Augen an. „Heißt das...heißt das Etwa, du hattest Sex mit ihr, obwohl du wusstest, dass sie ein...EIN DING IST?!"

Sarahs Worte waren immer lauter und immer wütender geworden die letzten hatte sie sogar geschrien.

John hingegen war auf die Reaktion vorbereitet, bei dem Wort Ding war er aber sichtlich zusammengefahren. „Mom...", begann er gequält.

„John Connor!" Unterbrach Sarah ihn. „Untersteh dich eine scheinheilige Ausrede für Dein Verhalten zu suchen und erklär mir sofort, was zum Teufel Du Dir dabei gedacht hast", sagte sie wütend. „Und hör mit dem verdammten Geknibbel auf", fügte sie ungehalten gestikulierend hinzu.

John sah noch einen Augenblick auf seine Hände. Das Knibbeln hatte er sofort eingestellt. Dann sah er kurz zum Fußende des Bettes bevor er den Kopf drehte und Sarah in die zusammengekniffenen Augen sah.

„Was habe ich Dir vorhin gesagt, als ich die Küche verlassen hab", fragte er sie.

Sarah dachte einen Moment lang nach, kam aber in der Aufregung nicht darauf. Verzweifelt warf sie die Arme in die Luft. „Keine Ahnung, das ist doch jetzt nicht wichtig. Viel wichtiger ist doch, was wir jetzt mit diesem Ding machen!"

„Mom", sagte er ganz ruhig, ganz leise aber mit einem Unterton der Sarah aufhorchen lies „Hör bitte auf meine zukünftige Frau ein Ding zu nennen".

Sarah fiel die Kinnlade runter. Mit offenem Mund und aufgerissenen Augen starrte sie ihren Sohn an, als ob sie ihn nicht kennen würde. „Du bist ja völlig durchgeknallt. Nur weil du Heute ein Mal mit dem Ding..." Sarah verstummte kurz, als sie ein kaltes Glitzern in Johns Augen erblickte. „...mit Cameron Sex hattest, musst Du sie nicht gleich Heir...".

„Drei Mal", unterbrach John seine Mutter.

„Was...?" Sarahs Gesicht war ein einziges Fragezeichen.

„Wir hatten heute drei Mal Sex. Die ersten drei Mal meines Lebens und soll ich Dir was sagen Mom?" Fragte er und beugte sich vor.

Sarah starrte ihn immer noch an. Jetzt nickte sie langsam.

„Es war toll!" Rief er. „Einfach mega gigantisch!" Fügte er noch hinzu.

Sarah wusste nicht, was sie sagen sollte. Ekelgefühle drängten an die Oberfläche ihres Bewusstseins. Immer stärker wurde der Drang, in das lächelnde Gesicht vor ihr zu schlagen. Unbewusst ballte sie die Fäuste. Erinnerungen an Kyle drängten an die Oberfläche. Schließlich setzte ihr Verstand aus.

Mit aller Kraft schlug Sarah zu.

Kapitel 5

Cameron war zum Dixon Haus zurückgefahren. Minutenlang saß sie einfach nur so da, Hände am Lenkrad und starrte auf die Haustüre.

Dann sah sie Johns Stiefvater Charley, der am Fenster stand und ihr zuwinkte. Sie atmete tief durch und verlies den Wagen. Zögerlich ging sie auf die Haustüre zu.

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Charley hatte zufällig aus dem Fenster gesehen. Als er Cameron entdeckte zog er den Vorhang zurück und winkte dem netten Mädchen zu. Er mochte Cameron. Und er glaubte dass das Mädchen die Richtige für John war.

Charley hatte die Streitereien oben gehört, maß dem aber nicht besonders viel Beachtung zu. Sarah und John hatten beide ein hitziges Temperament aber sicherlich würde Camerons Rückkehr das Ganze augenblicklich beruhigen.

„Geh nach oben, Er wartet sicher nur darauf", sagte Charley zu Cameron als er sie an der Haustüre, die er geöffnet hatte in Empfang nahm. „Die Beiden haben mal wieder Streit", fügte Charley noch hinzu und verdrehte lächelnd die Augen.

Cameron strich sich die Haare hinters Ohr und lächelte Charley schüchtern an. Dann nickte sie Dankbar und ging zur Treppe.

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Sarahs Schlag ging ins Leere. John hatte sich blitzschnell vom Bett gerollt und war dem Schlag, den er hatte kommen sehen so ausgewichen.

Sarah, die vom eigenen Schwung getragen Bäuchlings auf Johns Bett gefallen war. Stieß ein grollendes Knurren aus. Noch immer auf dem Bett liegend riss Sarah den Kopf hoch und erblickte John, der sie offen anfeixte.

„Du findest das auch noch lustig?!" Fragte Sarah außer sich vor Wut.

John mochte zwar nicht so kampferfahren sein aber er war auch nicht ohne. „Komm schon Mom, lass uns drüber reden", sagte er versöhnlich, konnte aber seine Amüsiertheit nicht völlig verbergen.

Sarah war mit einem Satz auf und über das Bett gesprungen und versuchte ihren feixenden Sohn zu erwischen. Stattdessen lies sie ihr eigener Schwung gegen den Kleiderschrank krachen. John war mittlerweile um das Bett herumgehuscht und stand nun auf der anderen Seite.

Sarah war herumgewirbelt und fixierte ihren Sohn. „Ich krieg Dich", sagte sie knurrend durch die zusammengebissenen Zähne.

Sarah nahm Anlauf und sprang fast in einem Satz über das Bett. John lies sie kommen, machte im letzten Moment einen Schritt zur Seite und Sarah stolperte an ihm vorbei.

Als John sich grimmig lächelnd seiner Mutter zuwandte, kam diese bereits auf ihn zugestürmt, rannte in ihn rein und Krachte förmlich mit ihm auf das Bett, dass knirschend und berstend unter ihnen zusammenbrach.

John musste ein wenig Gewalt anwenden, bevor er seine Mutter von sich heruntergeschoben hatte. Er sprang auf und lief bis zur gegenüberliegenden Raumecke.

Sarah hatte sich ein wenig in Johns Bettdecke verfangen und brauchte ein paar Sekunden bis auch sie wieder stand.

Mit gesenktem Kopf standen sich die beiden Kontrahenten schwer atmend gegenüber bevor sie wieder aufeinander losgingen und der stumme Ringkampf weiterging. Der Schwerere und auch kräftigere John gegen die kampferfahrenere Sarah.

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Als Cameron an Johns Tür anlangte hörte sie von Drinnen Gepolter, Gestöhne und das Ächzen von John und seiner Mutter. Cameron ergriff den Knauf und öffnete die Tür. Ihre Augen wurden groß, als sie die wütende Sarah am Boden auf John hocken sah, der sich wild zappelnd wehrte aber zu unterliegen schien.

Cameron stürzte vor und ergriff Sarah am Arm. „Sarah, aufhören!" rief sie.

Sarahs Kopf ruckte in Camerons Richtung. „FASS MICH NICHT AN MASCHINE!" schrie sie und wand ihren Arm aus Camerons Griff. Dann schlug sie zu.

Kapitel 6

„MOM!" Schrie John noch aber es war bereits zu spät.

Sarahs Faust traf exakt Camerons Kinn. Deren Kopf ruckte leicht zur Seite, dann stolperte sie rückwärts und fiel hin. Sie hatte die Hand an ihr Kinn gelegt und starrte schockiert auf Sarah. Tränen bildeten sich und liefen Camerons Wangen hinab.

Cameron sprang auf und mit einem letzten Blick zu John stürmte sie aus dem Zimmer.

John sah ihr nur eine Sekunde nach, dann warf er Sarah mit aller Gewalt von sich, sprang auf und lief Cameron hinterher. Kurz vor ihrem Wagen hielt er sie auf.

„Ist schon gut Cam. Mom und ich wissen was Du bist, ich bin Dir einen Schritt voraus", sagte er lächelnd, nachdem er sie am Arm festgehalten und zu sich herumgedreht hatte.

Cameron schniefte vernehmlich, dann hob sie den Blick. „Was wisst ihr von mir?" Wieso bist Du mir einen Schritt voraus? Ich verstehe Dich nicht!" Rief sie weinerlich.

John war ein wenig verwirrt. „Ich weiß, dass Du eine Maschine bist", sagte er irritiert.

Camerons Augen wurden groß. Sie wischte sich mit dem Handrücken undamenhaft schniefend über die Oberlippe. „Eine Maschine?" Fragte sie nun völlig verwirrt. „Wie kommst Du nur darauf Soetwas zu mir zu sagen?" Fragte sie, während ihre braunen Augen erneut in Tränen schwammen.

John war verstummt und selbst Sarah, die den Beiden gefolgt war stand einige Meter zurück und starrte die Szene vor ihr mit völligem Nichtbegreifen an.

Nach einiger Zeit versiegten schließlich Camerons Tränen.

„Ich glaube ich verstehe jetzt", sagte sie dann mit leicht wütendem Unterton. „Der gnädige Herr John Dixon hat seinen Spaß mit dem dummen Mädchen gehabt und will sie nun loswerden". Sie zögerte kurz. „Weißt Du eigentlich dass ich Dir meine Jungfräulichkeit geopfert habe?!" Rief sie und diesmal stiegen Tränen der Wut in ihre Augen.

John brachte noch immer kein Wort hervor und Sarah war erstarrt, nur ihre Augen bewegten sich..

Cameron riss ruckartig ihre von John umklammerten Ellbogen los und wirbelte herum. Sich mit den Ärmeln durch das Gesicht wischend wollte sie wieder in ihren Wagen steigen als John endlich wieder Herr seines Körpers wurde.

„So warte doch Cameron!" Rief er verzweifelt und ergriff ihr Handgelenk.

Mit Wut im Gesicht wirbelte Cameron herum, sie riss ihr Handgelenk los. „LASS MICH SOFORT LOS DU MIESES SCHWEIN!" Schrie sie. Dann versetzte sie John mit beiden Händen einen Schubs.

Kapitel 7

Entsetzt sahen Sarah, Charley und auch Cameron, wie John in hohem Bogen durch die Luft flog und mit dem Rücken zuerst in der Windschutzscheibe von Sarahs Wagen krachte, wobei die Scheibe in tausende kleine Splitter zerbrach.

„JOHN!" Schrie Sarah und lief zu ihrem Sohn.

Cameron stand wie erstarrt. Sie hatte die Augen aufgerissen und starrte zu John. Dann sah sie auf ihre schlanken Hände. Als sie wieder aufsah blickte sie in Sarahs vor Wut verzerrtes Gesicht

„Das wollte ich nicht!" Rief Cameron und schüttelte mit Tränen und verzweifelt verzerrtem Gesicht den Kopf.

Charley stand wie von Donner gerührt an der Haustür und blickte abwechselnd auf John, der sich gerade hustend aus der Windschutzscheibe befreite und Cameron, die weinend herumwirbelte und quasi in ihren Wagen sprang.

Cameron rammte den Schlüssel ins Zündschloss, startete den Motor, knüppelte den Gang rein und gab Vollgas.

Als Camerons Wagen anfuhr befreite sich John mit Sarahs Hilfe gerade. „Cam!" Rief er ihr zu.

John sprang von der Motorhaube „CAMERON!" Schrie er dem Wagen hinterher, als er vor Schmerz in die Knie sackte. „Cam", sagte er verzweifelt, und hielt sich die hoffentlich nur geprellte Seite.

Alle Drei sahen dem davonrasenden Wagen nach.

Sarah sah von der Seite auf Johns Gesicht. Sie sah die Tränen in seinen Augen, während sie und der herangeeilte Charley John an den Armen ergriffen hatten und ihm auf die Beine halfen.

Dann sah Sarah an John vorbei auf Charley, der sie fragend anblickte. „Wir erklären Dir Alles aber lass ihn uns erstmal reinbringen", sagte Sarah nach einem Seufzer.

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Mehr als eine Stunde später:

„Skynet? Roboter aus der Zukunft?" Fragte Charley zur Sicherheit.

Sarah und John hatten Charley die ganze Geschichte erzählt, nachdem Charley John einen Verband um die geprellten Rippen gelegt hatte.

„Und Cameron ist ein..." Fügte er noch hinzu ohne den Satz zu vollenden.

„Ist sie", bestätigte John nickend und hielt sich verzerrt grinsend die geprellten Rippen.

Charley hatte nachdenklich sein Kinn ergriffen. „Ich brauche...".

„Einen Drink?" Unterbrach Sarah ihn mit leichtem Lächeln.

„Ich wollte eigentlich sagen eine Pause aber ein Drink tuts auch", sagte er. Die Zweifel in seiner Stimme konnte er nicht verbergen aber er hatte gesehen, was das zierliche Mädchen getan hatte.

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Kurz nachdem Charley den ersten Schluck Bier getrunken hatte hörten sie einen Wagen vorfahren

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„Das ist Sie", sagte Charley, der mit der Bierflasche in der Hand einen Blick aus dem Fenster geworfen hatte.

Mittlerweile war es fast dunkel draußen aber die Leuchte über der Eingangstüre beleuchtete den Platz vor dem Haus.

„Was tut sie?" Fragte Sarah, während sie unter die Couch griff und zu Charleys Entsetzen eine Pistole.

„Nichts", antwortete Charley nach einem erneuten Blick hinaus. „Sie stehlt noch am Wagen, die offene Tür in der Hand und starrt ins nichts.

„Da, jetzt steigt sie wieder ein", sagte Charley verwundert.

Sarah trat nun ebenfalls an ein Fenster. Sie sah ein anscheinend verzweifeltes Mädchen in dem Pick-Up sitzen. Cameron hielt das Lenkrad umklammert und hatte die Stirn gegen den oberen Bogen des Selbigen gelegt.

„Was ist nur los mit ihr?" Fragte Sarah verwirrt. Es ist fast so, als ob sie nicht wüsste, dass sie eine Masch...ine ist", sagte Sarah zögerlich und drehte sich zu John herum. „Ist das mögl..."

Sarah unterbrach sich als sie sah, dass John nicht mehr auf seinem Platz saß. Dann hörte sie, wie die Haustür geöffnet wurde. „John!" Rief sie noch aber als sie wieder aus dem Fenster sah, sah sie ihren Sohn, der das Haus bereits verlassen hatte und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf Camerons Wagen zuhumpelte.

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„Cam?" Fragte er leise, als er nur noch einen Meter von ihr entfernt war. „Cameron, bitte lauf nicht vor mir weg. Ich liebe Dich und wir können über alles reden".

Cameron hob den Kopf und sah ihn an. „Ich verstehe gar nichts mehr. Wie ist das Alles möglich?" Fragte sie verzweifelt.

„Cam, wir schaffen das. Lass uns ins Haus gehen, ja?" John hob langsam die Hand. „Komm mit mir, wenn Du leben willst", sagte er leise mit viel Zärtlichkeit in der Stimme.

Cameron blickte ihn lange an. Schließlich ergriff sie seine Hand und lies sich aus dem Wagen helfen.

„Tu mir bitte nur einen Gefallen", sagte John und lächelte sie von der Seite an. „Schmeiß mich bitte nicht wieder durch die Gegend".

Zum ersten Mal seit Stunden lächelte Cameron wieder ein wenn auch eingeschüchtertes Lächeln.. „Sorry. Ich werd mir Mühe geben".

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Sarah hielt eine Kaliber 12 in der Hand, als John und Cameron Hand in Hand das Haus betraten. „John bitte", sagte sie lediglich.

Sarah wollte, dass John von Cameron wegtrat und sie wusste, dass John sie verstand.

John, der Cameron keine Sekunde aus den Augen gelassen hatte sah nun Sarah an. „Nein Mom. Maschine oder nicht. Ich liebe Cameron", Sagte er mit Ernsthaftigkeit.

Sarahs Schultern sackten nach unten. Sie war fast soweit aufzugeben. Noch klammerte sie sich aber an die Waffe, die sie zu Charleys Entsetzen aus einem Versteck in einer Wand gezogen hatte.

Cameron hatte nur kurz verängstigt zu dem Gewehr geblickt, dann aber wieder den Kopf zwischen die Schultern gezogen. Nur Johns Hand in ihrer hielt sie davon ab sich in einer Ecke zu verkriechen oder wegzurennen.

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John wandte sich an Cameron und ergriff noch ihre andere Hand. „Wenn Du etwas fragen möchtest, dann frag bitte. Wir werden Dir alles erklären.

Cameron blickte ihn von unten her an. Da ist schon etwas...", begann sie, sah dann aber zuerst zu Charley.

„Nur zu", sagte John lächelnd. „Charley weiß Bescheid". John war Camerons Blick gefolgt.

Cameron zögerte. Seit... seit ich dich gestoßen habe sehe und höre ich so merkwürdige Sachen...", sie verstummte.

Johns lächeln wurde breiter. „Du meinst Pieptöne und Soetwas wie einen Kompass und andere Anzeigen? Wie bei einem Flugzeugkokpit?"

Langsam nickte Cameron. „Ja". Das Wort war kaum hörbar.

„Das ist dein HUD", sagte er. „Dein Head Up Display", ergänzte er, als Cameron verwirrt den Kopf schräg legte. „Dein HUD gibt Dir Informationen aus deinem Datenspeicher und von deinen Sensoren", führte er aus.

„Als ich Dich vorhin angesehen habe zeigte sich eine Schrift", sagte sie leise. „Subject identifiziert, John Connor", erklärte sie.

John nickte. „Das ist Deine Identifizierungssoftware", erklärte er ihr. „Hm..." fügte er noch hinzu. „War da noch mehr".

Cameron wand sich unbehaglich in den Schultern und nickte mit gesenktem Kopf. „Seit Dem blinkt da ständig etwas rot auf und ein Signal ertönt".

Johns Augen wurden zu schlitzen. „Und Was?" fragte er vorsichtig.

Cameron schwieg einige Sekunden, Ihr Blick irrte umher. Schließlich hob sie den Kopf. „Terminieren!" Rief sie und schnellte vor.

Sarah riss die Waffe hoch und lud durch.

Kapitel 8

Sarah senkte die Waffe langsam wieder, als sie sah, dass Cameron John nicht angriff, sondern sie sich lediglich an seine Brust geworfen hatte.

Nach kurzem zögern legte John die Arme um Cameron.

„Ich habe Angst", Murmelte Cameron leise und schloss die Augen.

„Schhhhh", sagte John, während er ihr zärtlich mit den Fingern durch die Haare fuhr. „Es wird Alles wieder gut". Er Küsste sanft die Oberseite ihres Kopfes.

„Du liebst mich trotzdem?" Fragte sie leise, mit geschlossenen Augen.

„Nichts wird uns jemals trennen", sagte er ohne zu zögern. „Nichteinmal meine Mutter". Bestimmtheit lag in seiner Stimme. „Ich liebe Dich".

Sekunden später spürte John, wie Cameron plötzlich in seinen Armen steif wurde und sich aufrichtete.

Sarah sah entsetzt, Wie Cameron die Augen öffnete und Blaues licht aus aus ihnen in den halbdunklen Raum fiel. Sie hob die Waffe erneut.

Cameron stand stocksteif und gerade, bis sie plötzlich den Mund öffnete.

Hallo little John", war eine männliche Stimme zu vernehmen. „Guck nicht so dämlich. Ich bins...General John oder Future John, wenn du so willst."

In Johns Gesicht zuckte es, bis ihm einfiel, dass Future John das mit dem dämlich gucken wahrscheinlich nur geraten hat.

Eines vorweg. Diese Nachricht kann nicht wiederholt werden. Wenn ihr eine Pause braucht, muss John nur Nachricht Pause beziehungsweise Nachricht fortsetzen sagen." Sagte die Stimme wieder.

„Nachricht Pause!" Rief John augenblicklich.

„Wow, eine Nachricht von mir aus der Zukunft", sagte John mit aufgerissenen Augen.

„Findet das hier Noch jemand total verrückt?" Fragte in diesem Moment Charley.

John und Sarah blickten zu ihm. „Nö", sagte John.

„Keine Spur", fügte Sarah hinzu.

„Mom?" Fragte John.

Sarah stellte die Waffe zur Seite und setzte sich. „Mach weiter", sagte sie und winkte jovial.

John wandte sich wieder zu Cameron. „Nachricht fortsetzen".

So, dann wollen wir mal einiges klarstellen. Dies ist ganz wichtig insbesondere für Mom. Cameron ist ein Geschenk für MICH", sagte die Stimme mit Betonung.

John Connor zu sein ist einsam, Mom und vor Allem schmerzhaft. Alle Menschen die ich geliebt habe einschließlich Dir sind gestorben. Zwar habe ich geheiratet und Kate ist ein guter Kumpel aber wir lieben uns nicht wirklich. Wir..."

„Nachricht Pause!" John hatte nachdenklich sein Kinn ergriffen. „Er meint hoffentlich nicht Kate Brewster". Sagte er zu Sarah, die zuckte nur mit den Schultern. John hatte ihr von Kate erzählt. Das war zu der Zeit als sie in Pescadero war. Kurz bevor der T1000 sie angegriffen hatte.

„Nachricht fortsetzen".

...haben leider auch keine Kinder, hat sich nicht ergeben. Ist sowieso nur ne Zweckehe, um mich vor den Nachstellung der Frauen hier zu schützen".

Jetzt war ein leises Lachen zu hören.

John sah seine Mutter stirnrunzelnd an, die schüttelte nur verzweifelt den Kopf.

Aber ich fange wohl besser von Vorne an. Kurz nach dem Tag der Abrechnung, der sich im Übrigen durch unser Cyberdyne Kabinettsstückchen auf 2011 verschoben hat, fanden Kate und Ich in den Tunneln unter LA einige Kinder. Darunter auch zwei Brüder. Derek und sein jüngerer Bruder Kyle Reese".

Sarah beugte sich konzentriert vor.

Und da war noch ein kleines Mädchen. Ihr Name war Allison. Haselnussbraune Augen, Braune lange Haare und ein süßes Muttermal an der linken Augenbraue".

Automatisch fielen alle Blicke auf Cameron.

Jup, ihr vermutet richtig. Nachdem Kate und ich Allison wie unsere eigene Tochter aufgezogen hatten und sie eine ziemlich gute Widerstandskämpferin geworden war wurde Skynet ihrer habhaft."

Als Allison schließlich zurückkehrte war sie nicht mehr Allison, sie war Cameron. Skynet hatte einen Chip erschaffen, der es ermöglichte Menschliches Verhalten perfekt zu imitieren."

Kaum zu glauben aber Cameron versuchte nichteinmal Allison zu imitieren, um mich zu töten."

Sie zeigte mir sofort, dass sie eine Maschine ist und erklärte, dass sie gegen Skynet arbeiteten wolle".

Als sie dann erklärte, dass sie Allison getötet hatte, war ich versucht sie zu zerstören aber Ich konnte es nicht. Vor Allem, weil Cameron mir gegenüber echte Gefühle, echtes Bedauern über Allisons Tod zeigte."

Ja Mom, dass heißt tatsächlich, dass Cameron Gefühle hat. Ihr Chip ist der fortschrittlichste, den Skynet jemals entwickelt hat. Wenn sie Little John gegenüber Gefühle zeigt und da ich mich kenne weiß ich dass er die Gefühle sicherlich erwidert, dann ist das echt."

Wir beide hatten keine Körperliche Beziehung, was allerdings trotzdem von Vielen angenommen wurde. Cameron war meine Leibwächterin und Adjutant."

Leider wurden ihre Gefühle für mich immer stärker. Ich sah in ihren Augen, dass sie sich quälte und beschloss schließlich, sie zu mir selbst in die Vergangenheit zu schicken. Zu einer Zeit, wo ich am einsamsten war, zu einem John, der sie lieben würde ."

Sie hat noch alle ihre Erinnerungen und auch den Wunsch und die Programmierung Dich zu beschützen. Allerdings war es ihre Idee, ihr Infiltrationsprotokoll so zu modifizieren, dass sie wie ein echtes Mädchen denken fühlen und handeln würde."

Falls nötig, wird sie zu Deinem Schutz automatisch ihre Erinnerungen zurückerhalten, Allerdings wird sie sie dann auch behalten. Sie wird vielleicht etwas mechanischer und manchmal auch auf eine süß roboterhafte Art reagieren aber sie wird sie selbst sein, mehr als sie es bis jetzt war."

Wenn diese Nachricht beendet ist wird Cameron auf das Kommando Infiltrationsprotokoll starten! hin wieder wie vorher. Sie wird die letzten Ereignisse bezüglich ihrer Natur vergessen haben.

Jetzt hör mir genau zu Little John, das ist jetzt sehr wichtig. Du kannst ihr Infiltrationsprotokoll beenden aber nur ein einziges Mal. Der Befehl ist endgültig. Das Kommando Infiltrationsprotokoll beenden! wird sie wieder zu dem machen, was sie eigentlich ist. Ein Terminator mit Gefühlen, mit starken Gefühlen. Ich war dagegen sie zu einem Menschen zu machen aber Cameron war der Meinung, Du würdest sie so lieber haben."

„Nachricht Pause!" Sagte John und starrte auf Cameron, die sich die ganze Zeit noch nicht bewegt hatte. Nur ihre Lippen hatten sich entsprechend der Worte bewegt, was aber auch nicht nötig gewesen wäre.

„John, was ist? Willst Du nicht auch noch den Rest hören?" Fragte Sarah in die Stille hinein. Sie hoffte noch etwas über Derek und Kyle Reese zu erfahren.

„Gleich Mom", entgegnete John nachdenklich. „Nachricht fortsetzen", sagte er schließlich mit einem leichten Lächeln.

Mom, das ist jetzt Dein Part. Beschütze Cameron. Ja,Du hast richtig gehört. Du sollst eine verdammte Maschine beschützen".

Hier machte Future John eine Kunstpause, während Sarah mit offenem Mund auf Cameron starrte, grinste John sie offen an.

Cameron ist ein besserer Mensch, als die meisten echten Menschen es jemals sein werden. „

Irgendwann 2007 werdet ihr auf Kyles Bruder Derek treffen. Ich habe ihn zu Eurer Unterstützung mit drei seiner treuesten Kameraden zurückgeschickt, damit er Euch kurz vor dem Tag der Abrechnung unterstützen kann. Er ist einer der besten Soldaten die ich kenne. Er ist mir gegenüber 100% loyal. Da gibt es nur ein Problem. Er hasst Cameron aus der tiefe seines Herzens".

Derek, Kyle und Allison waren eine Zeit lang wie Geschwister und als Allison starb und Cameron auftauchte besorgte sich Derek einen Granatwerfer und wollte Cameron auf der Stelle zerstören".

Nur mit Mühe konnte ich ihn zurückhalten. Deine Aufgabe Mom wird es sein ihn im Zaum zu halten. Du bist die Einzige Person außer mir, vor der er Sowas wie Respekt haben wird".

Er wird Cameron beschimpfen und ihr misstrauen aber das liegt in seiner Natur".

Ach ja, er weiß übrigens nicht, dass Ich sein Neffe bin".

Da durch diese Eingriffe meine Vergangenheit massiv verändert wurde sind dies gleichzeitig Sowas wie meine letzten Worte".

Ein Kichern von Future John unterbrach seinen Redefluss.

John und Sarah sahen sich nur stirnrunzelnd an, während Charley sich gerade etwas Stärkeres als Bier einverleibte.

Dieses Ding mit der Veränderung der Zeitlinie könnte einen Wahnsinnig machen, wenn man länger drüber nachdenkt".

Tja, eigentlich war es das jetzt. Mehr habe ich nicht zu sagen. Johnny, es ist jetzt Deine Entscheidung was weiter passiert. Du weißt was ich meine. Zwinker, zwinker".

Jetzt brach Future John in schallendes Gelächter aus, dass nach einigen Sekunden in einem Hustenanfall endete.

So, dann hoffe ich, dass ihr es diesmal mit Camerons Hilfe besser macht als ich. Sie hat viele notwendige und brauchbare Informationen in ihrem Speicher".

Ich wünsche Euch viel Glück und Mom...Ich liebe Dich".

Die Stimme aus Camerons Mund verstummte. Die Botschaft war zu Ende. Stocksteif saß Sarah an ihrem Platz und starrte die Maschine an, die sie zu ihrem Entsetzen beschützen sollte.

Während Cameron weiterhin unbeweglich mit leuchtenden Augen auf ihrem Platz stand wandte sich John zögerlich zu Sarah um.

„Mom?"

Keine Reaktion.

„Mom!" rief John lauter.

Sarah zuckte zusammen und löste ihren Blick zögerlich von Cameron.

„Mom, ich liebe Cameron", sagte John einfach nur.

Sarahs Gesicht verzerrte sich vor Wut und sie ergriff die Kaliber 12.

Epilog:

John sah zu, wie Sarah die Kaliber 12 ergriff, aufsprang, die Waffe herumschwang und mit einem Fluch wieder in ihr Versteck in der Wand schob.

Als sie sich umdrehte erblickte sie Charley und John, die sie verwundert anstarrten. „Was?" Fragte sie ärgerlich und schob die Pistole hinten in den Hosenbund.

Sarah ließ sich mit einem Aufstöhnen auf die Couch fallen und bedeckte ihre Augen mit einer Hand. Nach einigen Sekunden lies sie diese Hand in ihren Schoß fallen und blickte auf zu John.

„Worauf wartest Du", sagte sie immer noch mit Wut in der Stimme. „Weck Deine Freundin schon auf!"

„Mom, Du wirst doch nicht...?" Fragte John irritiert.

Sarah seufzte. „Keine Sorge, ich weiß worum es geht und nun weck die verdammte Schaufensterpuppe schon auf", sagte sie drängend.

John starrte Sarah noch fünf Sekunden an, sah kurz zu Charley, der hilflos mit den Schultern zuckte und drehte sich dann wieder zu Cameron herum. John trat auf Cameron zu, ergriff ihre Hände und hielt diese zwischen sich und den Cyborg mit den blau leuchtenden Augen.

„Infiltrationsprotokoll starten", sagte er mit leicht brüchiger Stimme.

John dachte schon es hätte nicht geklappt als Camerons Augen nach 15 Sekunden schließlich aufhörten zu leuchten. Sie blinzelte 2 mal, bevor sie ihren Blick auf John fokussierte.

„John?" Fragte sie verwirrt. „Was ist passiert?"

John hielt weiterhin ihre Hände. „Wir haben beschlossen irgendwann zu heiraten", sagte er.

Sarah grunzte nur durch die Nase.

„Ist das wahr?" Fragte Cameron glücklich lächelnd.

„Und wie", sagte John, zog Camerons Arme um sich und schon waren ihre Lippen aufeinander.

Irgendwann räusperte sich Sarah vernehmlich und unterbrach den zärtlichen Kuss.

Johns sah Cameron in die Augen. Ihre Gesichter waren keine 20 Zentimeter voneinander entfernt.

„Ich liebe Dich für immer", sagte John und Cameron lächelte ihr süßestes Lächeln.

„Infiltrationsprotokoll beenden!"

(ENDE)