A/N 2014

April 2011. Gut 1100 Wörter. Eine weitere Story aus meiner eher depressiveren Ecke.

Achtung! DEATHFIC


Das Schicksal John Connors

Prolog:

Fünf Jahre nach Ende des Krieges beschloss das Parlament unter Führung von Präsident John Connor, dass die selbstständigen und reprogrammierten Maschinen des Widerstandes die Bürgerrechte beantragen konnten.

Nur wenige der Maschinen taten dies.

Kapitel 1

Cameron Phillips, ihres Zeichens Terminator Modell TOK 715 und ältestes Mitglied der Leibwache des Präsidenten saß im Vorzimmer von John Connor, der sie entgegen seiner sonstigen Gewohnheit warten lies.

Bridget Miller, die Sekretärin des Präsidenten sah Cameron immer wieder heimlich an.

Sie, die von der Natur der jungen Frau wusste fand diese ungewöhnlich nervös.

Bridget, schicken sie Miss Phillips herein", erklang plötzlich die Stimmen des Präsidenten über die Sprechanlage.

Bridget war einen Augenblick genau so erstaunt wie Cameron. Die Beiden blickten sich verwundert an.

Präsident Connor hatte Cameron niemals zuvor -Miss Phillips- genannt.

Bridget?" Die Stimme von John Connor klang ärgerlich.

„Sofort Sir", entgegnete die Sekretärin eilig und nickte Cameron zu.

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Als Cameron das Büro betrat fiel ihr sofort Präsident Connor auf, der ungewöhnlicherweise brütend über einigen Akten saß und sie nicht wie früher mit einem Lächeln begrüßte.

Cameron trat wie gewöhnlich bis vor den Schreibtisch.

„Was wollen Sie Miss Phillips", fragte John Connor ziemlich barsch.

Cameron war sprachlos. John Connor war niemals so unpersönlich zu ihr ihnen bestand eine Jahrzehntelange Freundschaft, so dachte sie zumindest.

John Connor sah zu ihr auf. Kalt blickten seine Augen.

Cameron war sich unsicher. „Du hast mich seit Tagen nicht mehr angefordert, deshalb..."

„Das werde ich auch nicht mehr tun", unterbrach er sie ärgerlich.

Cameron hatte die Augen aufgerissen. „Aber..."

„Kein -Aber-!" Unterbrach er sie erneut, diesmal noch heftiger.

Der mittlerweile 58 Jahre alte Präsident sprang auf. „Weißt Du was einen Menschen aufrecht hält, wenn es im Leben schwierig wird", fragte er sie ärgerlich.

Cameron überlegte.

„Gib Dir keine Mühe, das verstehst Du nicht!" Sagte er heftig. „Ich werd es Dir sagen... Hoffnung ist es, was uns aufrecht hält". Er ging zum Fenster und sah hinaus.

„Ich hatte Hoffnung. Hoffnung auf eine einzige Sache. Das Einzige in meinem Leben, dass mir mein Schicksal, meine Mom und Du nicht weggenommen haben.

„Was ist es?" Fragte Cameron obwohl sie vermutete, dass John es ihr ohnehin sagen würde.

Er drehte sich vom Fenster weg und sah sie an. „Es WAR die Hoffnung auf die Liebe einer Frau", entgegnete er.

Cameron überlegte erfolglos von wem er sprach. „Was ist passiert?"

John Connor seufzte schwer. Er ging zu seinem Stuhl und lies sich schwer in die Polster sinken. In diesem Moment wirkte er sehr müde auf Cameron.

„Vor ein paar Tagen kam ein junger Mann zu mir und zerstörte meine Hoffnung", sagte er dann und starrte auf die Papiere auf seinem Schreibtisch. „Er...er bat mich darum, die Bürgerrechte der Frau die er liebt anzuerkennen".

Cameron erkannte nun wer gemeint war. „John...".

John blickte auf. „Nein Cameron. Mir hast Du nie gesagt, dass du Emotionen hast, ich hätte doch ganz anders..."

„Das war nicht möglich", unterbrach Cameron. „Future John...".

„Wieder Future John", unterbrach Er. „Es ist immer Future John. Weißt Du eigentlich wie ironisch das ist? Ich wurde erzogen, tausende von Soldaten zu befehligen und wenn nötig in den Tod zu schicken aber ich durfte nicht ein einziges Mal selbst über mein Leben entscheiden".

„Ich durfte Dir nicht sagen, dass ich Emotionen habe. Hätte ich das getan hätte ich wohlmöglich die Person General John Connor kompromittiert. Future John war in diesem Punkt sehr genau. Ich durfte meine weiblichen Attribute einsetzen um Dich zu beeinflussen aber ich durfte niemals zulassen, dass es zwischen uns mehr als Freundschaft gibt", versuchte Cameron verzweifelt zu erklären.

„Die Person General John Connor?!" Rief er unbeherrscht. „Weißt Du eigentlich wie egal mir der General oder der Präsident sind?!"

Cameron zog den Kopf zwischen die Schultern „John...".

„Nein!". Rief er. „Ich kann weder Future John noch meine Mom dafür bestrafen, was sie mir angetan haben aber Dich schon! Du bist ab sofort nicht mehr Mitglied meiner Leibwache. Wenn Du Deine Sachen gepackt und das Gebäude verlassen hast darfst du es nicht mehr betreten!"

Cameron war geschockt. „John bitte...".

Präsident John Connor stoppte seine ehemalige Leibwächterin mit einer wütenden Handbewegung. Er stand auf, beugte sich über seinen Schreibtisch und sah ihr in die Augen.

„Du erhältst die Staatsbürgerschaft nur über meine Leiche", sagte er knurrend. „Frühestens an dem Tag, an dem ich sterbe darfst Du offiziell mit Deinem -Freund- zusammen sein.

Cameron schwieg. Sie wusste es war sinnlos noch Etwas zu sagen.

„Und jetzt geh mir aus den Augen", sagte er sich setzend. Bevor er wieder anfing in seinen Papieren zu blättern.

Cameron zögerte noch einige Sekunden, dann drehte sie sich herum und ging zur Tür. Während sie die Tür öffnete blickte sie über ihre Schulter. Tränen liefen ihre Wangen hinab.

Bridget blickte verwundert in das traurige Gesicht des Cyborgs. Sie war so abgelenkt durch Camerons Tränen, dass sie fast etwas vergessen hätte.

„Cameron!" Rief sie in dem Moment, als diese das Büro verlassen wollte.

Cameron stoppte noch einmal und sah zum Schreibtisch. „Ja Bridget?"

Die Sekretärin streckte ihr einen Umschlag entgegen.

Cameron nahm den Umschlag und blickte auf das Präsidentensiegel. Dann richtete sie einen Fragenden Blick auf die Sekretärin, die aber nur hilflos mit den Schultern zuckte.

Cameron öffnete den Umschlag und entnahm den Inhalt. Sie hielt einen Ausweis in der Hand und ein Blatt Papier. Sie runzelte verwirrt die Stirn. Als Cameron das gefaltete Blatt auseinanderklappte sah sie sofort dessen Bedeutung.

Bridget sah zu Cameron, deren Gesichtsausdruck jäh von verwundert in entsetzt umschlug.

Cameron wirbelte so schnell herum, dass die Sekretärin den Bewegungen nicht folgen konnte. Nur am Rande hörte sie einen dumpfen Knall kurz bevor Cameron durch die Tür zum Präsidentenbüro brach.

Als die Staatsbürgerurkunde vor Bridgets Schreibtisch den Boden berührte stand Cameron bereits vor John Connors Schreibtisch und starrte hinab auf den leblosen, über den Papieren zusammengesunkenen Körper des Mannes, der die rauchende Waffe noch in der Hand hielt.

Epilog:

Drei Tage nach dem offiziell -tragischen Herztod- des Präsidenten wurde dieser mit allen Ehren bei einem Staatsbegräbnis zu Grabe getragen.

Anwesend war auch seine ehemalige Leibwächterin, die Bürgerin Cameron Phillips, begleitet von einem Jungen Mann.

Nach dem Begräbnis lies Cameron den verwirrten Mann einfach stehen und velies den Friedhof wortlos.

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Als am nächsten Morgen der Friedhofsgärtner seine Runde machte fand er den zusammengerollten Körper von Cameron auf dem zugeschaufelten Grab des Präsidenten.

Untersuchungen ergaben, dass ihr Chip durch einen Energiestoß zerstört worden war.

Viel konnten die Ermittler bei der Untersuchung der wenigen noch intakten Schaltkreise nicht feststellen. Es schien als hätte Cameron selbst eine Möglichkeit gefunden ihre Selbstterminierungssperre zu umgehen und ihre Energiezelle zu einer Überladung zu veranlassen.

Die Bürgerin Cameron Phillips wurde als Heldin des Widerstandes und langjährige Leibwächterin des Präsidenten unmittelbar neben diesem zu Grabe getragen.

Nur wenige Trauernde waren gekommen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

(ENDE)