A/N 2014

Juni 2011. Eine weitere aus meiner depressiven Phase. Gut 1500 Wörter.

Achtung ! Deathfic


Für Immer

John Connor, Führer des Widerstandes gegen die Menschheit und nach Zerstörung Skynets kommissarischer Führer der Welt stand am Fenster und sah hinaus, als Cameron Phillips, Terminator und Leibwache des selbigen den Raum betrat.

John blickte sich nicht um. „Hallo Cameron".

Cameron sah John nur schräg von Hinten. Sie sah eine kleine Sauerstoffflasche neben ihm stehen und auch den Sauerstoffschlauch, der zu John Connors Nase führte.

„John, ist alles in Ordnung?" Fragte Cameron mit schräggelegtem Kopf.

John griff sich gedankenverloren an den Nasenschlauch. „Lungenkrebs, inoperabel", sagte er, als würde er eine Bestellung für Essen aufgeben.

Cameron trat neben ihn. „Kann ich helfen?"

John drehte den Kopf und sah sie an. Er hob die Hand und legte sie an Camerons Wange. „Nein meine süße Beschützerin, diesmal kannst auch Du mir nicht helfen".

Camerons Blick wanderte Johns Arm entlang bis zu seinem Gesicht, dann schließlich senkte sie den Blick und sah auf Johns Hemd, über dem eine Halskette baumelte. „Es tut mir Leid", entgegnete sie erst dann.

Jetzt lächelte der Mensch die Maschine an. „Ich weiß, das würde es", sagte er fast in Gedanken. Dann löste er die Berührung und ging langsam zu seinem Bürostuhl und setzte sich, immer bedacht den Schlauch nicht herauszuziehen.

Cameron hatte ob seiner Antwort den Kopf schräg gelegt, was John schmunzeln lies.

Schließlich nach einigen Sekunden erstarb das Schmunzeln. „Erinnerst Du dich, bevor wir damals meine Mom aus dem Gefängnis befreit haben? Im Hotelzimmer, als Du mich Deine Energiezelle hast kontrollieren lassen?"

Als Sie den Mund öffnete um zu antworten, hob Er die Hand. „Natürlich erinnerst Du Dich. Das war eine rhetorische Frage".

Cameron schloss den Mund wieder.

„Ich wollte Dich damals Küssen, ich wollte das so sehr...", sagte er leise.

Cameron trat einen Schritt näher. „Warum hast Du nicht?" Fragte sie leichthin. „Ich hätte mich nicht gewehrt".

John musterte Cameron eingehend. „Hätte es für Dich irgendeine Bedeutung gehabt?" Fragte er schließlich. „Hättest Du irgendwas gefühlt?"

Cameron brauchte zwei Sekunden zum überlegen. „Außer dem physischen Kontakt?"

John nickte langsam. Er wusste bereits, wie die Antwort ausfallen würde.

Camerons Blick schweifte eine Sekunde ab, bevor sie John erneut in die Augen sah. „Nein".

John unterbrach den Blickkontakt, nickte aber weiter. „Genau deshalb wäre es falsch gewesen".

In diesem Moment klingelte das Telefon. John drehte sich mit seinem Stuhl herum und nahm den Anruf entgegen.

Cameron ging langsam zur John gegenüberliegenden Seite des Schreibtisches und wartete stoisch, bis er das Gespräch beendet hatte.

xxxxx

„All die Jahre hattest Du nie Sex mit einer Frau?" Fragte Cameron in ihrer direkten Art.

John blickte auf. Normalerweise wurde er von Untergebenen erst gefragt, ob diese eine Frage stellen durften. Camerons direkte Art hatte er immer sehr geschätzt.

„Nein, hatte ich nicht", entgegnete er ohne Scham.

„Du hättest mit mir Sex haben können, ich hätte mich auch dagegen nicht gewehrt", entgegnete sie

„Das wäre genau so falsch gewesen, wie Dich zu küssen", erwiderte er ernst.

Cameron legte den Kopf schräg. „Warum?"

Er seufzte. „Weil ich damit die Frau die ich liebe ausgenutzt hätte".

Cameron sah auf seine Hände, die flach auf der Tischplatte lagen. „Du liebst mich wirklich?"

John senkte den Kopf. „Vom ersten Moment an", antwortete er leise.

„Aber warum, ich habe keine Emotionen. Warum mich lieben, wenn es doch menschliche Frauen genügend gab?" Fragte sie. Sie machte einen verwirrten Eindruck

Er lachte leise. „Cameron, Liebe lässt sich nicht steuern. Du kannst nicht sagen, -so, ich liebe jetzt Cameron nicht mehr, dafür liebe ich eine Andere-. So funktionieren Emotionen einfach nicht.

„Ich verstehe, danke für die Erklärung".

John sah sie einen Moment nachdenklich an. „Was wirst Du tun? Ich meine, wenn ich tot bin. Was wird dann aus Dir?"

„Normalerweise kehrt ein Terminator nach Beendigung seiner Mission, ob erfolgreich oder nicht, in ein Skynet Depot zurück und geht dort solange in den Standby, bis er neue Befehle erhält", erklärte sie emotionslos.

„Normalerweise?" Fragte er neugierig.

„Wir reprogrammierten Maschinen tun das selbstverständlich nicht. Wir stellen unsere Funktion an Ort und Stelle ein oder kehren zu der Basis zurück, wo unsere Mission begann, da bei uns der Befehl zur Rückkehr in ein Skynet Depot überschrieben wurde", erklärte sie weiter.

John schüttelte den Kopf. „Ich möchte, dass Du weiter existierst, so wie Du jetzt bist. Verschwinde aus der Stadt... aus dem Land und lebe irgendwo ein Leben, wie es Dir gefällt".

„Nein", entgegnete sie emotionslos. „Wenn ich darauf programmiert werde dies zu tun, würde ich es tun. Ich würde es aber vorziehen wie Du meine Funktion einzustellen.

„Warum Das?" Fragte er verwundert.

„Ich wurde nur zu dem Zweck gebaut Dich zu töten und reprogrammiert, dich zu beschützen. Wenn Du nicht mehr bist ist es nur logisch, dass auch ich aufhöre zu existieren", führte sie aus.

„Ich kann Dich in dem Punkt sicher nicht umstimmen?" Fragte er ein wenig enttäuscht.

„Nein".

„Du wärst für den neuen Präsidenten eine wertvolle Hilfe. Du könntest ihn genauso gut beschützen wie mich", sagte er und glaubte dies für eine Sekunde selbst.

Cameron schüttelte den Kopf. „Ich war bei jedem Gespräch anwesend. Ein Teil der Kandidaten hat mich mit offenen Hass betrachtet, der Rest hatte einen mehr lüsternen Ausdruck. Ich kann mir vorstellen, wie ich zu deren Vergnügen reprogrammiert würde und möchte lieber darauf verzichten.

Jetzt nickte er wissend. Er hatte die Blicke selbst bemerkt.

„Nun denn, ich habe fast mit dieser Antwort gerechnet", sagte er aufblickend. „Hast Du eigentlich noch den Sprengsatz in deinem Schädel? Der, der mit dieser Taschenuhr gezündet wird?" Fragte er und deutete auf die Halskette, die vor seiner Brust hing.

Cameron nickte nur.

„Was Du nicht weißt ist, dass ich seit einigen Monaten bereits einen Herzschrittmacher trage".

Cameron riss die Augen auf, das hatte sie tatsächlich nicht gewusst.

John nickte. „Allerdings ist das ein besonderer Schrittmacher. Nicht nur, dass er mein Herz im Tritt hält, es ist auch noch ein spezieller Sender eingebaut. Dieser Sender muss nur noch aktiviert werden. Er arbeitet mit dem selben Signal, das auch die Taschenuhr aussendet. John-Henry hat diesen Schrittmacher auf meine...Bitte hin konstruiert".

Cameron wirkte nachdenklich. „Ich werde also …...sterben, wenn Du stirbst?"

John war einige Sekunden ruhig. „Nur wenn Du das wirklich möchtest".

Cameron nickte ohne zu zögern.

John Connor klappte unter Camerons wachsamen Auge die Taschenuhr auf, dessen Inneres verändert war. Lediglich ein blauer Taster befand sich dort.

John blickte Cameron noch einmal tief in die Augen bevor er ohne hin zu sehen auf den Taster drückte.

„Der Sender im Schrittmacher ist jetzt aktiviert. Fünf Minuten nachdem mein Herz stehengeblieben ist wird der Zündimpuls ausgestrahlt. Er läuft über einen externen Verstärker, damit er Dich in jedem Fall erreicht. Gleichzeitig wird eine Dosis Gift freigesetzt, die garantiert, dass ich nicht als Pflegefall ende.

Cameron nickte. „Ich danke für Dein Verständnis... für Deine Liebe".

John lächelte als er sich erhob. Er ging auf Cameron zu und nahm die Maschine in die Arme.

Wenige Sekunden später, nachdem Cameron die Umarmung erwidert hatte löste er diese schnell wieder, bevor ihn seine Gefühle übermannen konnten.

„Du musst mir nicht Danken. Ich hätte Alles aufgegeben für Dich", sagte er ohne sie anzusehen, da er ansonsten in Tränen ausgebrochen wäre.

„Ich verstehe, danke für die Erklärung".

Epilog

Einige Wochen später ging es zu ende. John Connor, Retter der Menschheit bekam kaum noch Luft und seine Lunge füllte sich allmählich mit Blut.

Mit der wenigen Kraft die ihm geblieben war schob er den Arzt zur Seite und hob den Kopf ein Stück. Er zog die Sauerstoffmaske von seinem Gesicht. „Cameron", rief er kaum vernehmbar.

Aus dem Schatten der Raumecke näherte sich eine junge Frau.

John streckte die Hand nach ihr aus und die Schwestern wichen vor dem kalten Blick der Maschine furchtsam zurück.

Cameron ergriff Johns Hand.

„Es ist bald... soweit", sagte er atemlos.

Cameron nickte, sie wusste es.

„Wir... werden zusammen …. gehen", sagte er und musste husten.

Cameron schob die Sauerstoffmaske über sein Gesicht und sein Atem beruhigte sich wieder.

Erneut schob John die Maske weg. „Ich möchte eine... schöne Erinnerung mit...nehmen. Wo immer ich... gleich auch... hingehe. Nur eine..."

Cameron unterbrach seine Rede, indem sie einen Finger auf seine Lippen legte. Dem Finger lies sie ihre Lippen folgen.

Der Arzt und auch die beiden Krankenschwestern sahen dem sprachlos zu.

Leider hatte John nicht genügend Luft für einen längeren Kuss. Als Cameron den Kontakt unterbrach lächelte John sie hustend an, verdrehte die Augen und wurde bewusstlos.

„Herzstillstand!" Rief der Arzt zwei Sekunden später als der Überwachungsmonitor ein schrilles Piepen ausstieß.

Cameron trat drei Schritte zurück. Während der Wiederbelebungsmaßnahmen verlies ihr Blick nie das Gesicht von John. Auf ihrem HUD lief ein 5 Minuten Countdown. In ihrem Gesicht lag ein leichtes Lächeln. Das selbe Lächeln, dass sie 1999 In einer kleinen Highschool in New Mexico einem jungen Schüler geschenkt hatte.

Nachdem 4 Minuten und 30 Sekunden vergangen waren trat Cameron vor. Sie schob den Arzt einfach beiseite, der verwirrt zurück stolperte, dann aber hilflos die Arme sinken lies und beobachtete wie sich Cameron zu John Connor auf die Bettkante setzte und seine Hand ergriff.

Die herbeigerufenen Wachen kamen zu spät.

Nach einem dumpfen Knall sackte Cameron Philips über dem toten John Connor zusammen.

xxxxx

Catherine Weaver wagte nicht eine gemeinsame Beisetzung von John Connor und Cameron Phillips zu verlangen. Immerhin gelang es ihr die Überreste von Camerons Chip mit ihm bestatten zu lassen.

Nun waren Beide für immer vereint.

(ENDE)