A/N 2014
August 2011. Gut 1700 Wörter. Die letzte meiner depressiven Phase.
Achtung! Deathfic
TOK 715
Prolog:
2027 verschwindet die 19 Jahre alte Widerstandskämpferin Allison Young spurlos. Nur John Connor, der Anführer des menschlichen Widerstandes und seine Tochter wussten genau welches Schicksal sie ereilt hatte. Er und seine Tochter Savannah erwarteten dass eine Maschine in Allisons Gestalt zurückkehren würde aber dies passierte nicht.
In der Folgezeit wurde John Connor von Depressionen heimgesucht. Das was er sich sehnlichst herbeigesehnt hatte traf niemals ein.
Kapitel 1
6 Jahre später
General John Connor, mittlerweile 42 Jahre alter Anführer des Widerstandes lies sich in seinen Stuhl fallen.
Es war getan. Skynet war besiegt.
Captain Savannah Connor, Adoptivtochter von John Connor sah auf ihn hinab. Sie sah, dass er erleichtert aber doch unzufrieden war.
„Muss ich mir Sorgen machen Dad?", fragte sie rundheraus.
John blickte sie fragend an.
Seine Tochter blickte demonstrativ auf die Waffe, die er vor sich auf den Tisch gelegt hatte.
John folgte ihrem Blick. Sinnierend sah er auf die Waffe. Er nahm sie in die Hand und betrachtete sie. „Mom wollte mit dieser Waffe so oft auf sie schießen". Er ließ das Magazin herausgleiten und besah sich die Patronen. Dann legte er Beides vor sich auf den Tisch.
Er drehte sich herum und sah auf die lila Lederjacke, die dort an der Wand hing. „Keine Sorge, nicht mit der Waffe meiner Mom". Er drehte sich wieder herum und wies mit dem Daumen über seine Schulter auf die Jacke. „Und nicht solange ich nicht weiß, was aus ihr geworden ist...".
Savannah seufzte. „auf der Nimitz war nichts mehr zu finden und Depot 37 wird noch untersucht. Eigentlich wissen wir aber doch gar nicht wo sie..."
„Sie hat es mir gesagt", unterbrach er Savannah.
Sie sah ihn kopfschüttelnd an. „Deine Cameron hat es Dir gesagt. Das heißt nicht, dass diese Maschine genau so entstanden ist. FALLS sie entstanden ist".
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Ein paar Tage später erhielt John Connor die Mitteilung über einige seltsame Vorgänge.
Es wurde gemeldet, dass er gesucht wurde.
Immer wieder tauchte eine junge brünette Frau irgendwo auf, schlug Soldaten bewusstlos, rührte die Zivilisten aber nicht an.
Bevor sie wieder verschwand sagte sie noch, dass man John Connor sagen sollte sie würde ihn suchen.
John Connor hatte kurz über die Schulter auf Camerons Lederjacke gesehen.
„Danke wegtreten!" Rief er dem Melder zu.
Savannah sah dem Mann zu, wie er das Büro verlies, bevor sie sich wieder ihrem Dad zuwandte. „Das ist eine Falle, das ist Dir doch klar?"
John sah sie lächelnd an. „Ich weiß aber... aber spielt das noch eine Rolle?"
„Dad ich will nicht...".
„Sav, ich bin so müde", unterbrach er sie. „Die Einzige, die ich jemals wirklich geliebt habe ist niemals aufgetaucht. Wenn diese Maschine da draußen auch nur ein bisschen so ist wie meine Cam...". Er verstummte.
„Dad, sie wird niemals Deine Cameron sein. Auch Zwillinge sind niemals gleich", sagte Savannah mitleidig.
Nach ein paar Sekunden nickte John „Ich weiß", sagte er leise, kaum hörbar. „Aber das ist Alles was mir geblieben ist".
Der furchtlose John Connor blickte auf in Savannahs Gesicht. Tränen liefen seine Wangen hinab.
„Mehr hab ich nicht mehr". Er machte eine ausholende Bewegung. „Ich hab niemals ein Leben gehabt. Es ging immer nur um Skynet und den großen John Connor".
Savannah war um den Schreibtisch herum gegangen und drückte nun den sitzenden John Connor an sich. „Ich weiß Dad".
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Savannah sah John zu, wie er sich fertig machte. Dieses Mal würde ihn seine Leibwache begleiten, nächstes Mal aber...
Sie wusste, wenn es um Cameron ging war ihr Dad unberechenbar.
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Sie waren stundenlang durch die Trümmerwüste marschiert. John verband diesen Trip mit der Inspektion der Aufräumarbeiten. Immer wieder sprach er den Leuten sein Lob aus, musste aber auch einige Male strenge Worte anbringen, wenn Leute über Nichtigkeiten in Streit geraten waren.
Schließlich zwischen den Ruinen einiger höherer Häuser passierte es.
Etwas traf mit unglaublicher Wucht seinen Brustpanzer und schleuderte ihn zu Boden.
Kapitel 2
Seine Leibwache wollte schon das Feuer erwidern, die Männer sahen aber nur in einiger Entfernung eine junge Frau stehen. Unbewaffnet und regungslos.
„Nicht schießen!" Rief John, während er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Brust haltend aufrappelte.
„Was hat sie getroffen Sir?" Fragte einer der Männer verwirrt.
John ächzte. „Ich vermute mal ein Stein", entgegnete er.
„Ein Stein? Wo soll der her gekommen sein und wer kann einen Stein mit so viel Wucht werfen?" Fragte ein zweiter Soldat verwundert.
John starrte auf die lächelnde junge Frau in etwa 20 Metern Entfernung. „715 Mal dürfen sie raten Sergeant", sagte er ohne den Blick von ihr abzuwenden.
Die Rädchen begannen sich in dem Kopf des Mannes zu drehen. Alle Mitglieder des Widerstandes hatte vor Jahren die Anweisung erhalten, nach Skynet Technologie mit der Bezeichnung TOK 715 Ausschau zu halten. Aber erst seit Kurzem war das Thema wieder aktuell.
Der Sergeant riss die Augen auf. „Sie meinen...das ist eine Maschine?"
Bei dem Wort Maschine rissen die Männer die Waffen hoch und zielten in Richtung der jungen Frau.
„Nicht schießen!" Rief John, da war sie aber bereits zwischen den Ruinen verschwunden.
„War das...?" Fragte ein weiterer Soldat.
„Das war die Maschine mit der Bezeichnung TOK 715", sagte John. „Cameron" fügte er flüsternd hinzu.
Die Männer sahen sich bedeutungsvoll an.
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„Du hast Sie also gesehen?" Fragte Savannah, als sie am Abend von ihrer Schicht zurückkehrte. Man hatte ihr natürlich erzählt, was passiert war.
John nickte. „Sie ist so schön, wie ich sie in Erinnerung habe. Ihr Lächeln ist noch genau so bezaubernd wie damals", sagte er verträumt.
Savannah wischte mit der Hand über ihr Gesicht. Sie sah das Glänzen in seinen Augen. „Du hast Sie noch niemals lächeln sehen", sagte Savannah eindringlich.
„Sie ist so schlank wie eh und jeh und weißt Du was...? Sie läuft da draußen zwischen den Trümmern im Minirock herum", sagte er als hätte Savannah nichts gesagt.
Savannah sah ihm an, dass er vor sich hin träumte. Sie schüttelte den Kopf.
Leise setzte sie sich ihrem Adoptivvater gegenüber hin und hoffte, dass dieser irgendwann aus seinem Tagtraum aufwachen würde.
Lächelnd, auf seinem Stuhl zurückgelehnt starrte John Connor auf die Lederjacke der Frau, die er als Einzige jemals geliebt hatte.
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Stunden später schreckte Savannah hoch. 'Verdammt, bin wohl eingenickt'
Dann sah sie alarmiert, dass ihr Dad nicht mehr da war. Alarmiert deshalb, weil die lila Lederjacke ebenfalls nicht mehr an ihrem Platz hing.
„Verdammt!" Rief sie und lief so schnell wie möglich zu seinem Quartier.
„WO IST ER?!" Schrie sie den beiden Soldaten seiner Leibwache zu.
Die beiden Männer, die John Connors Quartier bewachten zuckten nur hilflos mit den Schultern.
Savannah schwante fürchterliches. Sie rannte an den Männern vorbei zum Ausgang.
An der Schleuse stoppte sie im Schritt. Die Leibwache ihres Vaters war vollzählig versammelt.
„Er wollte nicht, dass wir mitgehen", sagte ein Sergeant mit abwehrend erhobenen Händen als er Savannahs wütenden Gesichtsausdruck sah.
Nur eine Sekunde zögerte Savannah. „Folgt mir!" Rief sie und stürmte zur Tür.
Die Männer, die normalerweise nur John Connor gehorchten zögerten nicht. Sie wussten, wenn Connors Tochter so sprach war keine Zeit zu verlieren.
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John wusste wohin er gehen musste. Genau zu der Stelle, an der er sie das letzte Mal gesehen hatte.
Er musste alle Willenskraft aufbringen um nicht zu rennen wie ein Besessener.
Tief in seinem Inneren wusste er, dass dies wohl möglich sein letzter Weg sein würde. An der Oberfläche des Bewusstseins aber wähnte er sich in Camerons Armen.
Als er die Ruinen erreichte kletterte er auf einen kleinen Schuttberg und sah sich um.
Er sah sie nicht und den Knall nahm er auch erst wahr, als sein Bein unter ihm wegknickte und beißender Schmerz hindurch fuhr.
Hilflos kullerte er den Schuttberg hinab. Als er mit zusammengebissenen Zähnen aufblickte sah er zwei schlanke Beine neben sich. Am Ende der Beine konnte er noch ein Höschen sehen. Er fragte sich allen Ernstes, wo die rote Spitze her kam.
„Cameron", sagte er leise.
„Nein John Connor, ich bin nicht Dein Kybernetischer Organismus", entgegnete die Brünette.
John griff zu der Lederjacke, die noch immer über seinem Unterarm hing. Er streckte ihr die Jacke entgegen.
Die Maschine legte den Kopf schräg und blickte auf die Jacke. „Die gehörte ihr nicht wahr?"
„Es ist Deine", sagte er den Schmerz ignorierend.
Sie griff danach und besah sie sich genauer. Dann warf sie sie achtlos zur Seite. „Schreckliche Farbe. Wenn sie rot wäre..."
John hatte dem Kleidungsstück hinterhergesehen. „Du hast die Jacke geliebt", sagte er vorwurfsvoll.
„Was hat Dich mit Ihr verbunden? Warum hast Du sie geliebt?" Fragte die Maschine interessiert.
„Weil Du einzigartig bist. Es gibt keinen Grund für mich Dich zu lieben, ich tu es einfach", sagte er ehrlich.
Sie schüttelte den Kopf. „Ihr Menschen macht dämliche Sachen, es würde mir helfen zu verstehen warum".
John verstummte einige Sekunden. „Das hast Du schon früher einmal zu mir gesagt", erklärte er dann.
Selbst die Maschine begriff endgültig, dass irgendetwas mit John Connor nicht zu stimmen schien. Immer wieder sprach er sie an, als wäre sie die andere. Ihr kamen Zweifel an seiner geistigen Verfassung.
„Komm mit mir", sagte er plötzlich. „Bei mir bist Du sicher".
Sie schüttelte den Kopf. „Ich suche keine Sicherheit. Ich habe eine Mission zu erfüllen".
„Aber Skynet ist zerstört. Er kann mir nichts mehr tun", sagte er verwirrt.
Sie sah ihn lange an. „Doch, das kann er", sagte sie mit Überzeugung. „Glaubst Du an die Wiederauferstehung?"
Epilog:
Die Maschine hatte sich einfach abgewandt und lies John Connor zurück.
Sein Blick war auf ihren Rücken gerichtet während sie sich von ihm entfernte.
„HALT! NICHT FEUERN!" Ertönte in diesem Moment der Befehl einer rothaarigen Frau.
Sie war mit ihren Männern zwischen den Trümmern aufgetaucht, als die Maschine diese passieren wollte.
Die beiden Frauen musterten sich gegenseitig. Die Maschine stand regungslos mit ruhig herabhängenden Armen da und sah auf die Männer, die sie mit ihren vernichtenden Plasmawaffen im Visier hatten
„Warum?" Fragte Savannah traurig. „Er hätte Dich beschützt, Dich sogar geliebt".
Die Allison Young Imitation blickte über ihre Schulter zu John. „Skynet wusste um seine Cameron. Ich war nur Skynets letzter Schachzug. Und Egal wie fortschrittlich ich auch bin...", sie blickte wieder zu Savannah. „...am Ende des Tages bin ich immer noch eine Maschine".
Savannah blickt zu ihrem Vater.
„Feuer!" Rief Diese leise ohne hinzusehen.
Wie eine einzelne Träne hatte sich ein blutroter Tropfen seinen Weg über seine Wange gesucht. Das kleine rote Loch auf seiner Stirn starrte wie ein drittes Auge traurig auf den im Plasmafeuer vergehenden Sinn seines Lebens.
(ENDE)
