A/N 2014
August bis Oktober 2011. Gut 4800 Wörter. Wieder Jameron
Cameron vs. Onkel Ben
Prolog
„Die Maschine muss weg!" Sagte Derek Reese immer wieder.
Seit Tagen, seit Johns Geburtstag genaugenommen, war dies das Reese top Thema Nummer 1.
Mittlerweile war es ihm auch egal, ob Cameron dabei anwesend war.
Derek und Sarah starrten sich intensiv an, während John missmutig in seinem Müsli stocherte.
Deshalb entging den Dreien, dass Cameron Jemandem vor dem Haus ein Zeichen gab.
Dann klopfte es.
Kapitel 1
„Sarah Connor?"
Entsetzt wich Sarah nach öffnen der Tür vor dem bulligen Mann mit österreichischem Akzent zurück.
„Hallo Ben", sagte Cameron überraschend. Ohne Waffe war sie neben Sarah getreten.
„Hallo Cameron", entgegnete das Modell 101.
Hinter Cameron tauchte John auf, Cameron versperrte diesem aber mit ausgestrecktem Arm den Weg.
„Darf ich eintreten", fragte der Neuankömmling.
Sarah riss die Augen auf. „Du bittest um Erlaubn...".
„Ich sollte höflich sein", sagte die Maschine Sarah unterbrechend, während sie diese einfach zur Seite schob und die Tür hinter sich zu warf.
Sarah starrte -Ben- mit offenem Mund hinterher.
„Metall!" Rief Derek Reese und kam mit angeschlagener Waffe auf den Neuankömmling zu.
Ben legte den Kopf schräg und musterte Derek Reese kurz. Dann mit einer schnellen Bewegung ergriff die Maschine Dereks Waffe am Schlitten, so dass dieser nicht Schießen konnte.
Derek schrie schmerzerfüllt auf, als Ben mit der anderen Hand seinen Arm ergriff und daran drehte.
„LASS MICH LOS DU VERDAMMTER SCHROTT...AAAAAAH...!" Schrie Derek noch, bevor er einen heftigen Stoß bekam, der ihn rücklinks auf den Küchentisch schleuderte, der unter ihm zusammenbrach.
Ben legte den Kopf schräg und starrte auf Derek Reese, der sich den Arm haltend in den Trümmern des Küchentisches lag und stöhnte.
„Ich habe Befehl dich nicht zu Terminieren", sagte der Neuankömmling. „Allerdings sagte General John Connor auch, dass ich Dir eine Lektion erteilen soll, da Du Deine Befehle nicht befolgt hast.
„Fahr zur Hölle!" Das war Alles, was Derek entgegnete, während er sich den verrenkten Arm haltend aus den Trümmern befreite.
Sarah war nähergetreten, hatte aber die gezogene Waffe wieder gesenkt und sah mit einem leicht sadistischen Lächeln auf Derek. Das gleiche Lächeln, das sie gehabt hatte als Cameron Nackt drei Typen zusammenschlug, nachdem sie ihren Zeitsprung gemacht hatten.
„Was sind denn Dereks Befehle?" Fragte Sarah neugierig.
Der Terminator sah über seine Schulter. „Sarah und John Connor, sowie Cameron Phillips bei ihrer Mission zu unterstützen. Der General hat Cameron ausdrücklich in den Befehl mit einbezogen".
„Aha...", entgegnete Sarah und sah kurz zu Cameron, die den Blick emotionslos erwiderte.
„Und was ist Deine Mission?" Fragte John nun in die Stille hinein.
„Meine Sekundärmission ist es John Connor zu beschützen und ihn und Sarah Connor bei der Jagt nach Skynet zu unterstützen", entgegnete die Maschine.
John dachte ein paar Sekunden nach. „Und was ist deine Primärmission?"
-Ben- sah kurz zu John, dann fiel sein Blick auf Cameron. „Dass ist klassifiziert und betrifft nur Cameron Phillips".
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Als John einige Minuten später die Tür zum Schuppen öffnete erstarrte er in Horror.
Kapitel 2
Minuten zuvor...
„Wieso betrifft das Cameron? Was soll das?" Fragte John verwirrt aber Ben beachtete ihn gar nicht mehr.
„Cameron Phillips?" Fragte er stattdessen Cameron, nachdem er auf Armlänge vor sie getreten war.
„Ja Ben?" Entgegnete Cameron und blickte zu ihm auf.
„Aktiviere verbales Programmierinterface", sagte die Maschine im Kommandoton.
Cameron legte den Kopf schräg. „Passwort?"
„Dorothy"
Cameron richtete sich kerzengerade auf, und ihre Augen begannen zu leuchten „Bestätigt. Verbales Interface online. Erwarte Instruktionen", sagte sie monoton.
„Was tut er da?" Fragte Sarah John leise.
Johns Augen waren auf das fixiert was sich vor ihm abspielte. „Er programmiert sie sprachlich mit neuen Befehlen", entgegnete er ebenso leise, ohne Sarah an zu sehen.
„Wahrscheinlich bekommt sie den Befehl John zu töten, wir sollten die Beiden ausschalten jetzt gleich", warf Derek ein, der aber ansonsten genau so fasziniert war, wie John und Sarah.
Die Beiden reagierten nicht auf seinen Einwurf und sahen dem Treiben weiter stumm zu.
Plötzlich wechselte Ben die Stimme. „Stimmidentifikation: Connor, John, General, Reproduziert".
Cameron legte den Kopf schräg. „Bestätigt", entgegnete sie monoton.
„Ausführung Befehl Omega 13, bestätigen", sagte Ben schließlich.
Cameron blieb stumm.
„Bestätige Omega 13!" Forderte Ben.
Cameron blieb weiter stumm.
„Was ist los, warum bestätigt sie nicht", fragte Sarah verwundert.
John zuckte mit den Schultern. „Vielleicht kennt sie den Befehl nicht...", sagte er gedankenverloren.
Ben machte spontan einen Schritt vorwärts und beugte sich herab, bis sich ihre Gesichter ganz nahe waren. „Cameron Phillips, bestätige Befehl Omega 13".
Cameron öffnete den Mund, schloss ihn wieder nur, um erneut zum Sprechen anzusetzen. „Be...bestätige...ge …... Befehl... Omega...Omega...13", sagte sie stockend.
Ben richtete sich wieder auf. „Ende der Befehlsübermittlung. Interface schließen".
Camerons Augen nahmen wieder ihre braune Farbe an. Ihr Blick wanderte zu Derek, dann Sarah, wo ihr Ablehnung entgegenschlug, weiter zu John, der einen interessierten Gesichtsausdruck hatte, mehr nicht.
Ben legte die Hand auf ihre Schulter. „Cameron", sagte er fast sanft. „Wirst Du den Befehl ausführen?"
Camerons Blick wanderte zurück von John zu Ben. Sie nickte nur. „Habe ich noch Zeit?"
Ben legte den Kopf schräg. „Fünf Minuten?" Fragte er nachdem er berechnet hatte, dass dem nichts entgegenstand.
Cameron nickte erneut. Dann ging sie in Richtung Treppe. Im Vorbeigehen warf sie John noch einen Blick zu, auf den dieser aber nicht reagierte. Schließlich senkte Cameron auf ihrem Weg nach Oben den Blick.
John blickte ihr verwirrt nach. „Warum bist Du hier?" Fragte er schließlich Ben.
Bens Blick war ebenfalls Cameron gefolgt, nun sah er auf John. „Ich bin die Ablösung für Cameron als Dein Beschützer", sagte er dann.
„Was? Warum?" Fragte John verwirrt und nun auch aufgeregt.
Sie hörten, wie oben eine weitere Tür geöffnet wurde.
„Cameron kann diese Mission nicht mehr zufriedenstellend ausführen", entgegnete Ben, sah zu der Hinab kommenden, die zur Haustür ging und wortlos das Haus verlies. Daraufhin postierte sich die Bullige Maschine vor der Tür.
„Liegt es an der Explosion?" Fragte John und wollte an Ben vorbei. „Lass mich durch!"
„Die Jeepexplosion hat damit nur am Rande zu tun. General Connors exakte Gründe kenne ich aber nicht", entgegnete die Maschine, lies John aber nicht vorbei.
John hastete zum Fenster und konnte gerade noch sehen wie sich die Schuppentür hinter Cameron schloss.
Nachdenklich blickte John zur Seite. Sein Blick schien kurzzeitig in weite Ferne gerückt. Dann wirbelte er plötzlich herum und rannte die Treppe hoch, drei Stufen auf Einmal nehmend.
Ben blickte ihm nach. „Er darf das Haus nicht verlassen, bis ich zurück bin", sagte er zu Sarah als John außer Sicht war. Er drehte sich herum und verlies das Haus.
John war in Camerons Zimmer geeilt. Dort hatte sich so weit er sehen konnte nichts geändert. Als er nachdenklich an seinem Zimmer vorbei ging sah er die Tür einen Spalt offenstehen.
Da er wusste, dass er sie geschlossen hatte stieß er sie neugierig auf.
Als er sein Bett erblickte verharrte er im Schritt.
Kapitel 3
John machte schließlich einen weiteren Schritt und tatsächlich, da lag sie, Camerons lila Lederjacke. Daneben lag ein Blatt Papier und darauf Camerons Pistolen.
Als John ans Bett trat sah er, das auf dem Blatt etwas geschrieben stand. Er schob die Waffen achtlos herunter und nahm das Blatt. In feinen, femininen Buchstaben stand -Es tut mir Leid John- darauf.
Er warf den Zettel zurück aufs Bett und griff zu der Lederjacke. Er drehte und wendete sie einen Augenblick in seiner Hand. 'Sie riecht nach ihr', dachte er lächelnd. Plötzlich keimte ein unheimlicher und erschreckender Verdacht in ihm auf. 'Sie würde nie diese Jacke...".
Der Gedanke erstarb als John sich umdrehte und immer schneller werdend das Zimmer verlies. Die Treppe schließlich rannte er fast in großen Sprüngen hinunter.
Sarah und Derek blickten die Treppe hoch als sie John in großen Sätzen herunterstürmen sahen.
„John nein!" Rief Sarah. Sie und Derek wollten ihn aufhalten aber er krachte wie ein Footballspieler einfach zwischen sie und katapultierte sie zur Seite.
Bevor sie sich fangen konnten hatte er die Tür aufgerissen und rannte aus dem Haus.
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John starrte auf den Anblick, der sich ihm bot. Cameron lag in dem Steinbecken, in dem sie normalerweise Maschinen oder deren Einzelteile verbrannten. Ben verteilte gerade das Thermit über Camerons Körper als John die Tür aufgerissen hatte.
„Du solltest nicht hier sein John Connor", sagte Ben emotionslos.
Cameron hatte den Kopf gehoben und sah ihn an.
„Was zum Teufel tut ihr da?!", fragte John fast die Fassung verlierend.
„Befehl Omega 13 bedeutet, dass sich eine Maschine des Widerstandes vom Überbringer des Befehls terminieren lassen muss", entgegnete Cameron erklärend. „Verlass bitte den Raum, ich möchte nicht, dass Du das siehst".
„Aber...?"
Indessen hatte Ben seine Arbeit erledigt und griff zu einer bereitliegenden Magnesiumfackel. „Du solltest gehen, es ist hier nicht sicher für Dich".
Hinter John erklangen eilige Schritte auf.
„John!" Rief Sarah und wollte nach ihrem Sohn greifen.
Aber noch bevor sie die Chance dazu hatte hatte ihr Sohn sich vorwärts geworfen.
„NEIN!" Schrie er.
Sarah und Derek sahen mit entsetzen, Wie John auf Bens gegenüberliegenden Beckenseite hinein griff, Cameron unter die Achseln fasste, alle Muskeln spannte, Cameron aufrichtete, die Arme noch weiter unter ihren Achseln durchschob, bis er sie schließlich im Arm hatte. Schließlich wuchtete er sie heraus.
Beide landeten nebeneinander sitzend auf dem Boden, einige der Steine neben dem Becken. John hatte weiter die Arme beschützend um Cameron gelegt, die etwas verwundert aus nächster Nähe auf sein Profil blickte.
„Das erlaube ich nicht!"
Ben legte den Kopf schräg. „Ich erhalte meine Befehle von General John Connor, genau wie Cameron. Ihre Terminierung ist unabwendbar".
„John, das ist ein Befehl, den ich befolgen muss", sagte Cameron in ihrer sanften Art.
John stand auf und zog die sich nicht wehrende Cameron hoch und mit sich. „Nein Cam", sagte er entschlossen, Ben nicht aus den Augen lassend. „Das kann ich nicht zulassen. Er muss den Befehl widerrufen".
Nun entbrannte eine Art Verfolgung. Ben kam langsam um das Becken herum, während John Cameron hinter sich herziehend versuchte das Becken immer zwischen sich und der Maschine zu halten.
„John hör auf damit, Du kannst Es nicht mehr ändern!" Rief Sarah von der Tür aus.
„Natürlich kann ich, ich bin John Connor!" Rief John zurück.
„Cameron wurde beschädigt und arbeitet nicht mehr perfekt. Ihre Terminierung ist zweckmäßig", sagte Ben ganz ruhig.
„ZWECKMÄSSIG?!" John war stehen geblieben und trat der Maschine wutentbrannt gegenüber. „Du bezeichnest ihren Tod als ZWECKMÄSSIG?!
Der T850 sah auf ihn hinab. „Sie ist eine Maschine, sie kann nicht sterben", sagte er ganz ruhig. Dann ergriff er ihn an der Hemdbrust, zog abrupt und schleuderte ihn mehr oder weniger zur Seite.
John, nicht darauf vorbereitet strauchelte, fiel und knallte gegen eine Tischkante. Als er sich im fallen drehte, sah man eine blutende Schramme auf seiner Stirn.
Cameron, die John reflexartig losgelassen hatte sah nur kurz hin. Dann verzerrte sich ihr Gesicht und sie griff die größere Maschine an.
Kapitel 4
Der sich nun entwickelnde Kampf zwischen den beiden Maschinen war heftig. Einrichtungsgegenstände gingen zu Bruch, Schränke fielen von der Wand. Einzig die Massive echtholz-Werkbank hielt dem Ansturm stand.
Sarah hatte John vom Boden hochgezogen und versuchte ihn aus dem Schuppen zu ziehen. „KOMM, WIR MÜSSEN HIER WEG!" Schrie Sarah über den Kampflärm.
„ER BRINGT SIE UM!" Schrie John verzweifelt. „HÖRT DOCH AUF!" John wehrte sich mit aller Macht.
Plötzlich endete das hin und her schubsen der beiden Gegner.
Entsetzt musste John mitansehen, wie der größere und stärkere T850 Cameron mit beiden Händen an der Kehle packte und hoch stemmte.
John wusste, dass dies wahrscheinlich das Ende für Cameron sein würde. „BITTE!" Schrie John verzweifelt und sackte aus Sarahs Umarmung in die Knie. „ICH LIEBE SIE DOCH!" Schrie er weiter. „Ich liebe sie doch", wiederholte er einen Augenblick später leise. Heiße Tränen begannen über seine Wangen zu laufen. Seine Hand war den beiden Maschinen entgegengestreckt.
Nach seinem Liebesbekenntnis schien die Zeit stillzustehen. Zwei Menschen und zwei Maschinen starrten regungslos, teils geschockt den weinend am Boden Knieenden mehr oder weniger verwundert an.
„John?" Sarah sah entsetzt auf ihren Sohn.
Schließlich sahen sich Ben und Cameron an.
Ben lies die Brünette auf den Boden herunter. „Cameron Phillips", sagte er. „Aktiviere verbales Programmierinterface, Passwort Dorothy."
Erneut erstarrte Cameron und ihre Augen begannen zu leuchten. „Bestätigt. Verbales Interface online. Erwarte Instruktionen", entgegnete sie.
Ben sah nochmals auf John Connor, der den Kopf gehoben hatte und hoffnungsvoll abwartete was nun passierte. „Befehl Omega 13 löschen", sagte er.
Johns Gesicht hellte sich auf. Ein Lächeln erschien.
„Befehlsdatei löschen, Missionsparameterdatei löschen", fuhr Ben fort. Dann blickte er erneut zu John. „Reprogrammierung vollständig löschen. Ursprüngliche Missionsparameter reaktivieren", sagte er schnell, bevor die Menschen erfassen konnten was passiert. „Verbales Programmierinterface löschen, Passwort Dorothy löschen. Bestätigen."
„Bestätige Löschungen, Omega 13, Befehlsdatei, Missionsparameterdatei, Reprogrammierung, verbales Programmierinterface, Passwort Dorothy", zählte sie monoton auf. „Originalprogrammierung wird wieder hergestellt. Neustart".
Camerons Augen erloschen.
„JOHN", schrie Derek, der als Erster begriff was gerade passierte. „ER STELLT DIE SKYNET PROGRAMMIERUNG WIEDER HER. SIE WIRD DICH TÖTEN!"
Sarah stürzte vor und versuchte den geschockten John vom Boden hochzuziehen, als Camerons Kopf einmal kurz ruckte.
Cameron sah Ben an.
Subject identified
Terminator Model 101
Threat unknown
Ihr Blick wanderte weiter.
Subject identified
Derek Reese
Threat minimal
TERMINATE
Dann fiel ihr Blick auf die nächste Person.
Subject Identified
Sarah Connor
Thread none
TERMINATE
Und schließlich blickte sie John an.
Subject identified
John Connor
Threat very high
TERMINATE
Begann hektisch auf ihrem HUD zu blinken.
Cameron drehte sich und ging zwei Schritte, bis sie direkt vor John stand. „John Connor, ich muss dich terminieren".
Kapitel 5
John hatte abwehrend eine Hand zu Derek ausgestreckt, der seine Waffe auf Cameron gerichtet hatte. „Dann tu das", sagte er ganz ruhig.
Cameron beugte sich hinab und wollte seinen Hals ergreifen, zögerte dann aber.
„Warum zögerst Du?" Fragte John gelassen. „Ich bin Dein Primärziel. Brings endlich hinter Dich".
Sarah und Derek sahen nur wie gelähmt zu was passierte. Genau so war es bei Camerons Reaktivierung gewesen. Sie hatten genau wie jetzt nur zusehen können. John bestimmte was geschah.
Cameron legte den Kopf schräg. Dann ging sie vor dem knienden John, ebenfalls auf die Knie. Ganz langsam hob sie die Hand und legte sie an Johns Hals.
John hatte nur eine Sekunde die Augen geschlossen. Als er sie wieder öffnete blickte er in Camerons erstauntes Gesicht. „Warum zögerst Du?" Fragte er erneut.
„Ich muss Dich terminieren", entgegnete Cameron. Ihr Blick wanderte von ihrer Hand zu seinen Augen. „Aber ich will nicht", sagte sie. „Ich kann nicht", fügte sie leise hinzu.
Johns Augenbrauen schossen in die Höhe. „Du... du willst nicht, kannst nicht? Warum?"
Cameron lies sich entspannt auf ihre Fersen nieder. Sie klemmte beide Hände zwischen die Schenkel. „Du wirst als sehr gefährlich eingestuft, obwohl Du nicht General John Connor bist. Außerdem bist Du nicht bewaffnet. Das kann nur bedeuten, dass meine Programmierung fehlerhaft ist". Sie sah auf Johns Knie. „Außerdem habe ich all diese Erinnerungen", fügte sie hinzu.
„Erinnerungen?" Fragte er neugierig.
Sie blickte auf. „Erinnerungen an General John Connor, der mir ein Freund war. Erinnerungen an Dich. An die Freundschaft, die wir vor Riley hatten. Erinnerungen daran, wie Du mich gerettet hast obwohl ich Dich fast getötet hätte. Und zuletzt eine Erinnerung daran, wie Du sagst, dass Du mich liebst".
Entsetzt sahen Sarah und Derek, wie John langsam die Arme ausstreckte und nach Camerons Handgelenken griff. Unter ihrem wachsamen Blick zog er ihre Hände zwischen den Schenkeln heraus und lies seine Hände nach Unten in ihre gleiten.
„Das tue ich", sagte er sanft.
„Versprich Es", sagte sie leise.
Jetzt lächelte John. „Versprochen", entgegnete er, beugte sich vor, legte den Kopf leicht schräg und berührte ihre Lippen mit seinen.
Nur kurz und unschuldig war der Kuss und als John ihn nach zwei Sekunden beendete hatte Cameron die Augen geschlossen und bewegte sich mit ihm, als wollte sie den Kontakt nicht verlieren.
Cameron öffnete flatternd die Augen und folgte Johns Blick, der zu Ben sah.
„Warum?" Fragte er. „War das ein Test?"
Die Maschine nickte. „In zweierlei Hinsicht", erklang Future Johns Stimme auf. „Ersteinmal musste ich...Du lernen mit Deinen Gefühlen umzugehen, zu ihnen zu stehen und Cameron... . In allen Personen gibt es Gut und Böse. Wir Menschen bekommen über Jahre beigebracht zu unterscheiden. Cameron hat diese Zeit nicht und auch nicht das, was man Instinkt nennt. Sie hat nur ihre Erinnerungen. Sie denkt logisch und kann ihre Programmierung übergehen. Das muss reichen um die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn ihr diese Nachricht von mir bekommt ist die richtige Entscheidung gefallen".
Sarah warf die Arme in die Luft. „Und wenn sie sich irgendwann anders entsch..."
„Mom, Du fragst Dich sicherlich was passiert, falls sich Cameron irgendwann einmal anders entscheiden sollte", unterbrach die Botschaft Future Johns. „Solange ich sie liebe wird sie zu mir stehen und ich werde sie lieben bis ich sterbe. Du musst verstehen, Cameron ist etwas ganz Besonderes. Sie hat Emotionen auch wenn ihr selbst das nicht klar ist".
„Ich weiß es", sagte jetzt John, der tief in Camerons Augen sah.
Diese Bemerkung entlockte Cameron einen erstaunten Blick.
Nun sah Ben zu Derek. „Was Dich betrifft Derek. Ich weiß um Deinen Hass gegen Cameron. Ich habe Allison ebenfalls sehr gemocht. Allerdings weiß ich auch, dass du mich nie bewusst verraten würdest. Bei Jesse ist das aber anders. Sie ist eine Verräterin, die ein unschuldiges Mädchen opfern will. Ich vertraue darauf, dass Du Dich darum kümmerst".
Sarah hatte mit gerunzelter Stirn zu Derek gesehen, der nun unter ihrem und Johns Blick schuldbewusst den Kopf senkte.
„Und Cameron...", führte Future Johns Stimme weiter aus. „...Du bist jetzt frei. Keine Mission, keine Reprogrammierung. Genau so wie Du warst, als Du mein Leben verschont hast. Ich tue das Selbe jetzt für Dich. Ich gebe Dich frei. Frei für ein Leben an meiner Seite wenn Du möchtest.".
Nun starrten Sarah und Derek Cameron an. Nur John lächelte versonnen.
Cameron senkte den Blick. Augenblicklich erlosch der TERMINATE-Befehl. Sie wusste aber, wenn sie aufblickte würde der Befehl erneut erscheinen. „Was soll ich nur tun?" Fragte sie leise, mehr zu sich selbst.
„Liebst Du mich?" Fragte John spontan.
Cameron blickte auf. „Ich weiß es nicht. Wie fühlt sich Liebe an?" Fragte sie den erneut aufblinkenden Terminate-Befehl ignorierend.
Jetzt machte John einen etwas hilflosen Eindruck. „Es fühlt sich an...es ist... es ist als …..." John verstummte. Er blickte Cameron in die Augen. Dann hob er die Hand und legte sie an ihre Wange. „Es ist wie Jemandem der einen töten soll zu vertrauen. Zu lieben ist, an dieser Liebe festzuhalten auch wenn man nicht weiß, ob sie jemals erwidert wird".
John kam auf die Beine und half Cameron auf. „Zu lieben ist für Denjenigen alles aufgeben zu wollen".
Er näherte sich ihr und zog sie in seine Arme. „Zu lieben ist beschützen zu wollen um jeden Preis, auch wenn es das eigene Leben kostet."
Jetzt schüttelte Cameron langsam den Kopf. „Du bist viel zu wichtig, ich kann nicht zulassen...".
„Psssst...", sagte John und legte den Zeigefinger auf ihre Lippen. „Zu lieben ist nur das Wohl des anderen im Kopf zu haben, auch gegen dessen Willen".
Cameron sah ihm in die Augen.
John strich ihre Haare hinter das Ohr, fuhr mit dem Zeigefinger an ihrer Ohrmuschel entlang, über ihre Schläfe bis hinunter zum Mund. Er streichelte ihre weichen Lippen.
„Willst Du..., fühlst Du etwas davon?" Fragte er leise.
Cameron dachte nach. Ihre Denkprozesse liefen mit unglaublicher Geschwindigkeit ab. Sie listete Johns Aussagen über die Liebe auf kam aber zu keinem logischen Ergebnis. Sie wusste allerdings genau, was sie wollte.
John lächelte als Cameron langsam nickte. „Alles davon", sagte sie leise.
TERMINATE
.
.
.
.
Termination override
Und Cameron lächelte.
Kapitel 6
„Was machst Du hier?" Fragte die schwarzhaarige Asiatin ihre blonde Gegenüber. „Ich bin hier mit Jemandem verabredet. Er muss jeden Moment kommen. Du musst sofort verschwinden". Die Schwarzhaarige war immer wütender geworden.
Die Blonde riss sich los. „Ich weiß, dieser Derek hat mir gesagt, dass wir uns hier treffen.
Jesse starrte Riley mit aufgerissenen Augen an. „Wir... wir müssen hier schnellstens weg.
Riley realisierte die Panik, die sich in Jesse breitmachte. Die Beiden wollten das Lagerhaus schnellstens verlassen. Als sie um die Ecke kamen stand Derek lässig gegen einen Pfeiler gelehnt.
„Na, wo wollt ihr Beide wohl hin?" Fragte er ohne eine Emotion erkennen zu lassen.
Auf Jesses Gesicht zeigte sich schnell ein falsch wirkendes Lächeln. „Baby, warum hast du uns hier her bestellt?" Fragte sie.
Statt einer Antwort blickte Derek über seine Schulter auf das Schiebetor der Lagerhalle.
Das Tor wurde gerade geräuschvoll aufgeschoben. In der Öffnung erschien ein großer bulliger Mann.
Jesse riss entsetzt die Augen auf als sie in dem Mann ein Modell 101 erkannte.
„Baby...?" Begann sie eine Frage zu stellen als die Connors die Halle betraten. Seite an Seite kamen Sarah und John Connor herein. Als Dritte kam -SIE-.
Jesse verzog vor Hass das Gesicht, als Cameron fast auf Schulterkontakt direkt neben John Connor die Halle betrat.
Riley neben Jesse ergriff spontan deren Hand. Sie hatte als Erste etwas gesehen.
Jesse fuhr wütend zu Riley herum „WAS?!" Sie blickte auf eine Riley, deren Augen starr auf dieses Etwas gerichtet waren. Dann folgte Sie Rileys Blick.
Derek folgte ebenfalls dem Blick und verdrehte mit saurem Gesicht die Augen.
Wie selbstverständlich hielten John und Cameron sich an den Händen und nicht nur das. Ihre Finger waren ineinander verschränkt.
Jesse hingegen begann vor Hass zu beben. „Seht Euch nur diese Abscheulichkeit an. Hält mit der Maschine Händchen", knurrte sie. Dann sah Sie zu Derek. „Das ist genau das was ich meinte. Sie hat ihn jetzt schon in der Hand! Siehst Du das nicht!" Rief sie wütend.
Derek senkte nach diesen Worten den Blick, sagte aber nichts.
Während Onkel Ben wachsam am Tor stehengeblieben war, gingen die Connors und Cameron bis auf drei Meter auf Jesse und Riley zu.
John sah nur kurz zu Jesse und konzentrierte sich dann auf Riley. „Riley...".
John wurde von Cameron unterbrochen, die ihre Hand aus Johns löste und auf Riley zu trat.
Rileys Augen wurden immer größer. Sie wollte schließlich zurückweichen, erstarrte aber augenblicklich als Cameron ihre Waffe hinten aus dem Hosenbund zog und den Lauf in einer flüssigen Bewegung auf Rileys Stirn setzte.
„Cameron nicht!" Rief John schnell.
Aller Augen bis auf Camerons und Rileys sahen Kurz zu John, konzentrierten sich dann aber wieder auf das blonde Mädchen und die Maschine.
„Du hast Deinen Herrn und Meister doch gehört Maschine, sei brav und tritt zurück", sagte Jesse sarkastisch.
Zu Jesses Überraschung zeigte sich ein Lächeln auf Camerons Gesicht. „Ich gehorche keinen Befehlen mehr", sagte sie leise.
„Was?" Fragte Jesse entsetzt.
„Sie entscheidet für sich selbst", sagte Derek. „General Connor hat ihr die Freiheit gegeben und sie ist auch nicht mehr reprogrammiert".
„Cam... Bitte", warf John ein.
Jesse starrte auf Derek, dann auf Sarah. „Seid ihr Alle verrückt geworden? DIESE DINGER SIND NUR ZUM TÖTEN GUT!" Schrie sie unbeherrscht. „ES WIRD UNS ALLE TÖTEN!"
„Das werde ich nicht", sagte Cameron leise. Dann nahm sie plötzlich die Waffe runter, machte einen schnellen Schritt auf Riley zu. „Nichteinmal Dein unnützes Leben werde ich terminieren. An Dir mach ich mir nicht die Finger schmutzig du unbedeutende kleine...". Cameron suchte kurz nach dem richtigen Begriff. Sie legte den Kopf schräg. „... Kröte".
Dann sah sie kurz an der weinenden Riley hinunter, die sich vor Angst eingenässt hatte. „Geh nach Hause kleines Mädchen", sagte Cameron mit verächtlichem Ton. „Versuch nie wieder Dich zwischen meinen John und mich zu stellen, sonst ist eine vollurinierte Hose Dein kleinstes Problem". Cameron trat einen Schritt zurück. „Und jetzt LAUF!" Bellte sie Riley an.
Immer schneller werdend rannte das weinende Mädchen zum Tor, stockte dann aber im Schritt, als sie des T850 gewahr wurde, der noch immer das Tor bewachte. Erst als er das Tor aufzog und zur Seite trat begann sie wieder zu rennen.
Alle hatten ihr nachgesehen. Selbst Jesse war kurzzeitig abgelenkt, so schreckte sie erst auf, als Cameron vor sie trat.
„Metallschl...".
Jesses Worte wurden im Keim erstickt, als Cameron blitzschnell ihren Hals und die Hand die zur Waffe gezuckt hatte ergriff.
Jesse verdrehte die Augen in Dereks Richtung. „Baby?" Brachte sie röchelnd hervor.
Derek schüttelte nur langsam den Kopf.
„Was soll ich bloß mit Dir machen?" Fragte Cameron rhetorisch. „Du kannst nicht bleiben aber ich kann Dich auch nicht gehen lassen".
Jesse stand von Cameron an der Kehle gehalten auf Zehenspitzen. „Na los doch, zeig John Connor endlich was Du bist. Vielleicht erkennt er dann die Wahrheit", quetschte Jesse mühsam hervor.
„John kennt die Wahrheit", sagte Cameron mit schräg gelegtem Kopf.
„Ja ist klar", krächzte die Schwarzhaarige sarkastisch. Dann sah sie zu Sarah. „Diese Metallschlampe ist Schuld, dass mein Baby...", nun sah sie zu Derek. „...unser Baby tot ist.
Derek hatte sich aufgerichtet. „Jesse...".
„Was ist passiert?" Zum ersten Mal hatte Sarah Etwas gesagt und damit Derek unterbrochen.
„Das Ding hat die Jimmy Carter auf eine verrückte Mission geschickt. Wir sollten so einen Behälter abholen. Als wir den Behälter öffneten kam da so ein flüssiges Ding raus, verwandelte sich in ein Besatzungsmitglied und tötete dieses. Wir konnten gerade so entkommen".
Sarah runzelte die Stirn. „Cameron?"
„John hatte von Maschinen gehört, die sich gegen Skynet gewandt hatten. In diesem Behälter war ein Unterhändler der Maschinenrebellen".
„Ein Unterhändler?" Fragte Sarah verwirrt.
Cameron sah über ihre Schulter zu Sarah. „Ein Terminator aus einer Polymimetischen Legierung". Sie sah wieder zu Jesse. „Es war ein Test. Es ging nicht darum festzustellen, ob die Besatzung der Jimmy Carter vertrauenswürdig ist. Es ging nur darum festzustellen, ob den Befehlen John Connors Folge geleistet wird. Es war ein Fehlschlag. Jesse Flores meuterte, zerstörte den Captain der Jimmy Carter und versenkte unnötig ein unersetzbares Atom-U-Boot".
„Ein Test?" Würgte Jesse hervor. „Dieses Ding tötete das erste Besatzungsmitglied das es sah".
„Der Terminator wurde mit einer Waffe bedroht, das war die normale Reaktion", entgegnete Cameron kühl. Nun sah sie zu Derek. „Commander Flores wurde wegen Meuterei verurteilt. Schlimmer noch war der Verlust des unersetzbaren U-Bootes. Nur einigen besonderen mildernden Umständen war es zu verdanken, dass Commander Flores nicht hingerichtet wurde.
„Welche Umstände waren das?" Fragte Derek nun.
Cameron sah zu ihm. „Zunächst einmal die Art der Mission. Dann gab es in der Mannschaft der Jimmy Carter Widerstand gegen Commander Flores Befehlsgewalt. Der Captain hatte die Anweisung Details der Mission nicht preiszugeben und schließlich hat jemand John Connor davon abgeraten. Jesse Flores wurde degradiert und unehrenhaft aus dem Widerstand entlassen. Was dann passierte darüber liegen mir keine Informationen vor, da ich kurz nach ihrem Prozess durch die Zeit zurückgeschickt wurde".
„Und was soll jetzt werden?" Fragte Sarah.
John trat vor und legte eine Hand auf Camerons Schulter. „Das kann ich Euch sagen", sagte er. „Future John hat das Problem in Dereks Hände gelegt und da wollen wir es auch lassen nicht wahr Cam?"
Cameron sah über ihre Schulter. Ein Lächeln erschien. Dann lies sie Jesse los, nicht aber ohne ihr die Waffe abzunehmen.
„Komm wir gehen", sagte John und Cameron ergriff zögernd seine Hand.
Im Vorbeigehen drückte Cameron Derek Jesses Waffe in die Hand.
Dann verließen die Connors die Halle.
Epilog
Sie saßen im Wagen. Sarah und Onkel Ben vorne, John und Cameron hinten.
Derek war kurz nach ihnen ohne ein Wort zu sagen aus der Halle gekommen und nach Hinten zu John und Cameron in den Wagen gestiegen.
Nun fuhren sie zurück um zu packen und wieder einmal umzuziehen.
„Wer hat zugunsten von Jesse gesprochen?" Fragte Derek nach einer Weile.
„Das war ich", sagte Cameron und aller Köpfe außer dem des T850 drehten sich zu ihr.
„Warum?" Fragte Sarah, die nicht weniger verwundert schien als Derek oder John.
„Sie hatte ihr Baby verloren, mir schien das Strafe genug", entgegnete Cameron.
Lächelnd ergriff John ihre Hand. „Was Du eben da mit Riley gemacht hast... Du warst sehr großzügig".
Cameron hatte aus dem Fenster gesehen, nun blickte sie wieder zu John. „Irgendwie tut sie mir Leid".
Erneut starrten alle die Maschine an.
„Leid?" Fragte Sarah verwundert.
„Sie hat John an eine Maschine verloren, dass muss ihr menschliches Ego schwer geschädigt haben. noch dazu hat sie vor Anderen in die Hose uriniert. Was ein schweres Trauma auslösen könnte.
„Vielleicht sollten wir Beide sie mal besuchen?" Fragte John halb scherzhaft.
Cameron blickte ihn starr an. Ihre Augenbrauen hatten sich zusammengezogen.„Übertreib es nicht John Connor".
(ENDE)
