A/N 2014
Oktober/November 2012. Über 9000 Wörter.
Sarah Connor's "kleiner Junge"
Kapitel 1
Als John das Haus betrat sah er das blonde Mädchen auf dem Boden liegen. „Hast Du sie umgebracht?" Fragte er die wie unbeteiligt rumstehende Cameron.
In dem Moment als er den Puls des Mädchens fühlen wollte begann Jodie zu stöhnen.
„Anscheinend nicht", entgegnete Cameron.
John untersuchte das ohnmächtige Mädchen kurz auf Verletzungen. „Cameron warum...?" Er brach ab als er aufblickte und feststellte dass sie weg war. „Fuck!"
Nach einem letzten Blick auf das sich wieder rührende Mädchen rannte er hinaus nur um festzustellen, dass Cameron bereits außer Sicht war.
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Als John schließlich den Wagen vor dem gemieteten Haus zum Stehen brachte blieb er noch einige Zeit sitzen. Seine Hände hielten das Lenkrad so stark, dass seine Knöchel weiß waren. Er versuchte krampfhaft zu überlegen, was er seiner Mom erzählen sollte aber er konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen.
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Sarah sah ihren Sohn mit gesenktem Kopf das Haus betreten. „John? Wo sind die Einkäufe? Lässt Du etwa Cameron..." Sarah stoppte, als sie sah dass er die Tür schloss. „Wo ist sie?"
John konnte seine Mutter nicht anblicken. „Sie... sie kommt nach".
Sarah erhob sich aus dem Sessel und ging zu ihm. Sie legte den Kopf auf die Seite und versuchte in sein gesenktes Gesicht zu sehen. „Was ist los? Wo ist Cameron?".
John atmete tief durch, antwortete aber nicht.
„Nun sag schon, Du weißt dass Du mich nicht anlügen kannst". Sarah wurde immer besorgter. Sie ergriff John am Arm und schob ihn in einen Sessel. Dann setzte sie sich ihm gegenüber „Was ist passiert?"
John seufzte. „Ich weiß nicht wo sie ist Mom", sagte er die Besorgnis in seiner Stimme war nicht zu überhören.
„Erzähls mir", entgegnete Sarah verständnisvoll, da sie die Tragweite seiner Besorgnis erkannt hatte.
Jetzt erst blickte John auf. „Als sie vom Einkaufen nicht wieder kam bin ich in den Laden", begann er zu erzählen.
„Und?"
„Ein Verkäufer erzählte von einem völlig verwirrten Mädchen, dass von der Polizei mitgenommen worden war. Als ich zur Polizeistation...".
„Du bist zur Polizei gegangen!?" Unterbrach Sarah ärgerlich.
„Sie... sie war nicht mehr da", setzte er fort ohne auf Sarahs Einwand zu reagieren. „Schließlich habe ich sie in einem Übergangsheim für Jugendliche wiedergefunden".
Sarah wartete einige Sekunden lang. „Was dann?" Fragte sie schließlich als er nicht weitersprach.
Er zuckte mit den Schultern. „Sie hat mich nicht erkannt...".
„Ist vielleicht besser so", erklang in diesem Moment eine Stimme von der Treppe her. „Wenn bei der Maschine ne Schraube locker ist hätte sie wieder versuchen können Dich zu killen", sagte Derek auf dem Weg in die Küche. „Wir müssen sie los werden!" Rief er vom Kühlschrank her.
„Mom", sagte John gequält. Dann hörten sie den Verschluss einer Bierdose.
Sarah reagierte nicht auf Derek, der sich die Bierdose in der Hand mit der Schulter gegen den Türrahmen fallen lies. „John, wenn sie defekt ist könnte sie zur Gefahr werden. Das letzte Mal hatten wir nur Glück, sonst...".
„Glaubst Du das wüsste ich nicht?" Unterbrach er heftig, mit Schmerz im Blick. Er hatte schließlich Alles für Cameron riskiert. „Sie hat gelacht, Mom", warf er ein.
„Was meinst Du?" Sarah schien verwirrt.
„Sie hat mit einem anderen Mädchen Kicker gespielt und schien Spaß dabei zu haben". John schien genau so verwirrt wie Sarah.
„Als ich sie ansprach... sie erkannte mich nicht, sagte ihr Name wäre Allison...". Ein Prusten unterbrach ihn.
Sarah sah zu Derek, der augenscheinlich sein Bier ausgespuckt hatte. „Das wischt Du weg", sagte sie wütend.
Derek beachtete sie gar nicht. „Wie hat sie sich genannt?"
John blickte kurz zu der ebenso irritierten Sarah. „Allison... Allison aus Palmdale".
Derek war blass geworden, nein, seine Gesichtsfarbe hatte eher einen Gräulichen Farbton angenommen.
Sarah wandte sich ihm ganz zu. „Kennst Du diese Allison?"
Derek hatte zu Boden gestarrt. Ganz kurz blickte er Sarah an und nickte, bevor er wieder zu Boden sah. „Allison", sagte er leise. „Sie war wie eine kleine Schwester für uns. Kyle und ich haben sie damals nach dem J-Day gefunden und quasi großgezogen". Nun blickte er John an, Wut glitzerte in seinen Augen. „Skynet hat sie schließlich entführt, ihr Gesicht gestohlen und Deiner heißgeliebten Maschine...".
„DEREK!" Unterbrach Sarah scharf. „Kein Grund John so anzublaffen. Das ist schließlich nicht seine Schuld".
„Es ist auch nicht Camerons Schuld", kam es fast flüsternd von John.
„Was!?" Entgegnete Derek ärgerlich. „Du verteidigst diesen Schrotthaufen...".
John sprang auf. „Ich verteidige CAMERON!" Rief er mit Betonung. „Weil ich, Mom und auch DU nicht mehr am Leben wären, wenn sie nicht gewesen wäre.
„Du scheinst eines immer wieder zu vergessen...", sagte Derek noch wütender. „...das ist KEIN MÄDCHEN. Es ist eine Maschine, ein Werkzeug und NICHTS ANDERES!"
Sarah hatte Derek angesehen, der sich nun mit John ein Blickduell lieferte, bis John schließlich zuerst wegsah und sich wieder setzte.
„John?" Sagte jetzt Sarah ungewöhnlich sanft und legte die Hand auf sein Knie woraufhin er den gequälten Blick hob. „Du hast Recht, Cameron ist es zu verdanken, dass wir Alle noch am Leben sind."
So Etwas wie Hoffnung stahl sich in Johns Blick, verschwand aber augenblicklich als Sarah weiter sprach.
„ABER... wenn sie zu einer Bedrohung wird müssen wir sie ausschalten".
Johns Blick wanderte ins Nichts bis er schließlich nickend den Blick senkte.
In diesem Moment wurde Sarah Etwas klar. Sie würde ihr Verhältnis zu John zerstören, wenn sie ihm nicht zumindest die Chance gab Cameron zu retten.
Kapitel 2
Sie waren stundenlang durch die Straßen gefahren und hatten nach ihr Ausschau gehalten. Sogar bei dem Übergangswohnheim waren sie gewesen und hatten auch das blonde Mädchen dort angetroffen. Sie wollte gerade das Gebäude verlassen, als John, Sarah und Derek dort eintrafen.
„Warte mal!" Rief John hinter ihr her.
Erschrocken wirbelte das Mädchen herum. Ihre Haltung blieb angespannt, als sie ihn erkannte. „Du? Du bist doch der, der behauptet hat der Bruder von dieser Irren zu sein". Sagte sie heiser und fasste sich an den von einem Halstuch bedeckten Hals.
„Bitte", sagte er einen flehenden Ausdruck in seiner Stimme nicht unterdrückend. „Hast Du eine Ahnung wo sie ist? Sie... wir müssen ihr ihre Medikamente geben".
Die blonde zögerte. Sie sah wohl, wie schlecht es ihm ging, denn sie sparte sich irgendwelche giftigen Kommentare. „Ich... ich hab sie seit... seit Dem nicht mehr gesehen".
John lies die Schultern sinken. „Danke", sagte er und sah zu Sarah. „Müssen wir wohl doch die Motels abklappern. Sie hatte genug Geld...".
„Ähm..." unterbrach die Blonde. „Sie... sie hat ihr Geld ….. irgend so einem Typen gegeben, der …. der uns bedroht hat".
„Echt?" Warf Derek ein. „Sie hat ihm nicht das Genick gebrochen?"
Die Blonde griff sich kurz mit geweiteten Augen an den Hals, ging dann aber wortlos, kopfschüttelnd weiter.
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Sie waren schließlich dazu übergegangen die weniger wahrscheinlichen Plätze abzusuchen. Parks und einsame Stellen, an denen sich vorzugsweise Obdachlose aufhielten.
Gerade durchsuchten sie ein Obdachlosencamp unter einer großen Brücke. Die Meisten hatten sich große Kartons besorgt und schliefen darin. John, Sarah und Derek leuchteten in jede Ecke. Wenn es zu wütenden Ausbrüchen der teilweise stark Betrunkenen kam, reichten ein paar Dollar um denjenigen wieder zu beruhigen.
John steuerte auf eine kleine Gruppe Schlafstätten zu, hinter denen sich Unrat auftürmte. Nacheinander leuchtete er die Leute in den Kartons ab, lies seinen Blick über den Unrat schweifen und drehte sich herum. Er leuchtete gerade in den zweiten Karton auf der anderen Seite als er hinter sich in dem Stapel Unrat ein Geräusch hörte.
Er war herumgewirbelt und leuchtete den Müll ab. Hinter der letzten -Schlafstätte- sah er eine Bewegung. Einige leere Kartons und Dosen waren in Bewegung geraten. Als er die Ecke genau mit der Taschenlampe ableuchtete wurde das Licht von Etwas reflektiert. Johns Augen weiteten sich.
Schnell schob er einige Sachen mit dem Fuß zur Seite. Der nachrutschende Abfall legte das frei, wonach er gesucht hatte. „Cameron", hauchte er.
Da lag sie, Mit dem Rücken gegen einen Zaun gelehnt. Ihre Augen blickten ins Nichts. „John?"
„Cameron, was machst Du denn hier", fragte John verwirrt.
Das Mädchen vor ihm legte den Kopf schräg. Dann streckte sie einen Arm aus, als wollte sie nach ihm greifen.
„Was ist los", fragte er leicht verärgert. „Warum liegst Du hier rum und bist nicht nach Hause gekommen?"
Sie senkte den Blick. „Damit ihr mich nicht zerstört."
Er schüttelte den Kopf. „Warum sollten wir das tun? Ich...wir brauchen Dich."
Langsam schüttelte sie den Kopf. „Ich bin nutzlos".
„Warum sagst Du das? Nur weil Du ein paar Probleme mit dem Gedächtnis hast?" Er griff an ihr Bein und rüttelte daran. „Das kriegen wir schon wieder hin".
Erneut schüttelte sie den Kopf. „Du verstehst nicht", sagte sie. Ein trauriger Unterton war herauszuhören. „Ich kann nichts sehen".
„Was... was meinst Du damit", fragte er verwirrt.
Sie hob den Kopf und –sah- ihn an. „Ich bin blind".
Kapitel 3
Erneut senkte sie den Kopf. „Meine optische Baugruppe sendet noch Daten, diese werden nur nicht mehr verarbeitet. Der dazugehörige Treiber ist beschädigt und ich kann meine Wartungsprogramme nicht aufrufen. Seit meinem Gedächtnisverlust haben immer mehr Programme die Arbeit eingestellt. Wenn ich Deine Stimme nicht kennen würde hätte ich sogar Dich nicht erkannt".
John starrte sie einige Sekunden an. „Wir müssen doch Etwas tun können?"
Cameron schien nachzudenken. „Möglicherweise könnte man die Wartungsprogramme manuell aufrufen".
John sah kurz zur Seite. Er sah den Lichtschein von Dereks Taschenlampe und der seiner Mutter näher kommen.
„Was muss ich tun?" Fragte er dann leise, damit die Anderen ihn nicht hörten.
„Du brauchst den Laptop mit dem Chipadapter", sagte sie. Hoffnung schwang in der Stimme mit. „Und dann brauchen wir... Glück".
John nickte, bis ihm einfiel, dass sie das ja nicht sehen konnte. „Okay, ich komm nachher wieder her und hole Dich. Ich bringe Dich in ein Motel und dann tun wir was nötig ist damit...".
„John!" Rief in diesem Moment Sarah und leuchtete ihren Sohn im selben Moment an. „Hast Du sie gefunden!?"
John hatte die flache Hand dem Lichtschein entgegengestreckt, um seine Augen vor der grellen Helligkeit zu schützen. „Nein Mom! Hier ist nichts".
„Ich komme wieder, versprochen", sagte John schnell und flüsternd, ohne in Camerons Richtung zu sehen. Dann sprang er auf und ging schnellen Schrittes zu den wartenden Sarah und Derek.
Sarah sah ihrem Sohn entgegen, der ohne sie anzublicken vorbeiging. Dann sah sie erneut zu dem Haufen Unrat. Sie hob ihre starke Taschenlampe und sah gerade noch einen stiefelbewehrten Fuß, der zurückgezogen wurde.
Obwohl sie den Stiefel nur zu genau kannte beschloss sie abzuwarten, was ihr Sohn im Schilde führte. Sie wusste genau, dass er später hier her zurückkehren würde. Sie würde ihn im Auge behalten.
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Sarah hatte es gewusst. Sie hatte sich im Kofferraum des Wagens versteckt, nachdem sie John und Derek vorgemacht hatte zu Bett gegangen zu sein.
Nun waren sie unterwegs zu der Brücke unter der John Cameron gefunden hatte.
Sarah hatte sich davon überzeugt, dass das Kofferraumschloss von innen zu öffnen war, bevor sie die Haube über sich geschlossen hatte. Etwa 20 Sekunden, nachdem Sarah bemerkt hatte, dass John ausgestiegen war öffnete sie und sah sich um.
Zu ihrem Glück Hatte John den Wagen, wie sie es ihm beigebracht hatte, fluchtbereit abgestellt, so dass sie in die Richtung sehen konnte, aus der John und Cameron kommen mussten.
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John schlich angesichts der vielen schlafenden Obdachlosen vorsichtig zwischen den Schlafstätten hindurch. Als er den Müllhaufen erreichte wurden seine Augen groß. Die stelle wo Cameron gewesen war war... leer. Leer bis auf den flachen Haufen Unrat, der noch dort lag.
Hektisch sah er sich um. „Cameron!" Rief er flüsternd. Sich weiter umsehend leuchtete er weiter den Müllhaufen ab, wurde aber nicht fündig. Langsam rückwärtsgehend leuchtete er jeden Winkel ab und auch in die Kartons, in denen die Obdachlosen tief und fest schliefen. Tief und fest, bis auf die ältere Frau im dritten Karton auf der linken Seite. Mit ängstlich aufgerissenen Augen starrte sie ihm entgegen.
John leuchtete sie genauer an und sah auch den Grund für die Angst der Frau. Eine schlanke Hand lag von Hinten um ihre Kehle und hinderte sie offenbar daran zu Schreien oder zu entkommen.
„Cameron?" Fragte John etwas lauter, was sogleich einiges Murren um ihn herum auslöste.
„John?" Kam die Entgegnung von hinter der Frau. Camerons Kopf tauchte hinter der Frau aus dem Schatten auf. „Bist Dus wirklich?"
„Natürlich. Ich habe Dir doch versprochen Dich zu holen. Jetzt lass bitte die Frau los", sagte er und streckte die Hand aus als Cameron die Frau los lies und umhertastend den Arm ausstreckte.
John ergriff Camerons Hand und zog sie da raus. Er zog so heftig, dass Cameron geradewegs in seine Arme fiel, was angesichts des Geruchs den Cameron an sich hatte weniger -schön- ausfiel als es hätte sein sollen.
Über Camerons Schulter hinweg sah er auf die verängstigte Frau. Er griff in seine Tasche und zog einen 20 Dollar Schein daraus hervor. Den streckte er der Obdachlosen hin. „Bitte entschuldigen Sie, sie ist verängstigt und meint es nicht böse".
Die Frau starrte auf den für sie großen Geldschein. Angesichts der Summe verlor sich ihre Angst. Sie schnellte vor und schnappte den Schein aus seiner Hand und rutschte anschließend wieder in ihre Behausung.
„Komm Cam", wir sollten verschwinden", sagte John und wollte sich erheben, wurde aber von Cameron festgehalten. „Was ist?"
Cameron klammerte sich förmlich an ihn. „John, Du musst mich stützen", sagte sie leise.
„Was? Warum?" Fragte er verwirrt.
Cameron senkte den Blick. „Die... die Hydraulik in meinem linken Bein ist ausgefallen.", sagte sie leise. „Und es ist wahrscheinlich, dass ich bald komplett immobilisiert sein werde".
Reflexhaft streichelte Er Ihr über den Kopf. „Das kriegen wir schon wieder hin. Morgen bist Du wie neu.
Ihr Blick hob sich. Ein kaum merkliches Lächeln erschien in ihrem Mundwinkel. „Versprochen?"
„Versprochen", entgegnete er während seine Hand wie selbstverständlich an ihrer Wange lag.
Kapitel 4
Das nächste Mal als Sarah den Kofferraumdeckel öffnete standen sie vor einem Motel.
Sie lies sich vorsichtig aus dem Kofferraum -gleiten- und sah in einiger Entfernung John, der wie zuvor an der Brücke Cameron stützte, die ihr offenbar defektes Bein hinter sich her zog.
Die Beiden gingen eine Treppe hoch. Sarah hatte den Eindruck, dass es immer schwerer für John wurde.
Den gleichen Eindruck hatte auch John, er schwieg aber weil er ahnte, dass ihm Camerons Antwort auf diese Frage nicht gefallen würde.
Fast direkt vor der Zimmertür passierte es dann, Camerons zweites Bein versagte den Dienst und sie sackte haltlos in die Knie.
John, obwohl er so Etwas befürchtet hatte ging mit zu Boden. „Cam!"
„Das zweite Bein hat seine Funktion eingestellt. Ich werde in das Zimmer kriechen", sagte sie zuversichtlich.
„Das... das kommt überhaupt nicht in Frage, sagte John und erhob sich. Er öffnete die Zimmertür, sah sich kurz um, Dann ging in die Knie und schob die Arme unter das -Mädchen.-
„John, ich bin zu schwer", sagte Cameron, schwieg aber dann, als er sie wortlos mit einem Grunzen vom Boden Hob.
Sarah sah irritiert, dass der Körper der Maschine weiter zu versagen schien. ‚Was ist nur los mit... ihr?'
John warf die Tür mit dem Fuß hinter sich zu und stolperte fast zum Bett. Noch ein Schritt und er hatte es geschafft. In diesem Moment fielen Camerons Arme, die um seinen Hals gelegen hatten kraftlos nach unten und sie kippte zur Seite.
Schnell hatte er noch einen Schritt gemacht, so dass Sie aus seinen Armen auf das Bett rollte.
„Cam?" Was ist los?
„Die komplette motorische Kontrolle versagt. Wir müssen uns beeilen", sagte Cameron hastig.
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Sarah schlich auf Zehenspitzen zu dem Motelzimmer im ersten Stock. John hatte die Vorhänge zugezogen aber zum Glück war eine Lücke vorhanden, durch die sie hindurchsehen konnte.
Was sie sah war genau das, was sie erwartet hatte. Ihr Sohn saß auf dem Bett und hielt die Hand der Maschine. Offenbar hatte er ihr die Jacke abgestreift. Dann rückte er höher und setzte das Messer an.
Bevor er den Chip entriegelte sagte er noch Etwas zu Cameron und streichelte ihr über die Wange. Dann schloss die Maschine die Augen.
John entriegelte den Chip und zog ihn vorsichtig heraus. Cameron hatte ihm kurz erklärt wo nach er suchen musste. Während der Erklärung war ihre Kieferhydraulik ausgefallen, so dass die Worte aus ihrem halboffenen Mund kamen ohne dass dieser sich bewegte.
Statt zu erschrecken, hatte er nur noch mehr Angst um Cameron.
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Sarah saß auf der Fensterbank vor dem Motelzimmer und starrte durch die Lücke im Vorhang. Seit Stunden saß John vor dem Laptop. Sie sah, wie er sich immer wieder verzweifelt die Haare raufte, nur um danach mit den Fingerspitzen vorsichtig über den Chip zu streicheln, der vor ihm im Sockel steckte.
Sie sah aber auch, wie er jedes Mal nach dieser Zärtlichkeit die Fäuste ballte und sich erneut an die Arbeit machte.
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John war immer wieder kurz vor dem Verzweifeln. Er fand einfach nicht, wo nach er suchte.
Aber immer wieder, wenn er Camerons Chip berührte kam ihm eine neue Idee.
Trotzdem kam er nicht weiter. Er hatte es geschafft bis in die Betriebssystemebene vorzudringen aber er fand die Dienstprogramme für Diagnose und Wartung nicht. Erschwerend kam hinzu, dass es keine unterschiedlichen Dateiformate gab und die Bezeichnungen zwar nicht Kryptisch aber doch meistens abgekürzt waren.
Dann hatte er noch ein weiteres Problem. Irgendwann am Morgen würde seine Mom und Derek anfangen nach ihm zu suchen. Er konnte Camerons Chip zwar mitnehmen und nach Hause Fahren aber es keinesfalls riskieren Camerons Körper zurückzulassen weil die Gefahr bestand dass irgendjemand das Zimmer betrat.
Also beschloss er da zu bleiben.
Gegen 4 Uhr nachts sah Sarah, wie John den Laptop herunterfuhr und sich nach kurzem Zögern auf das einzige Bett, neben die Maschine, legte.
Sarah selbst kehrte zu ihrem Wagen zurück, in der Hoffnung, dass sie weniger lang schlafen würde als ihr Sohn, was zumindest wahrscheinlich war. Gottseidank hatte sie den Ersatzschlüssel eingesteckt. Sollte John wieder Erwarten in der Nacht zum Wagen zurückkehren, hatte sie halt Pech gehabt und er würde einiges erklären müssen.
John hingegen lag noch wach und hatte Cameron den Rücken zugedreht. Trotzdem er ihr ihre verdreckte Jacke ausgezogen hatte roch sie immer noch unangenehm. Er traute sich nicht ihr die Hose auszuziehen. Zwischendurch hatte er zwar ihr Gesicht abgewischt aber sie hatte in dem Unrat gesessen. Er bekam aber schon Herzklopfen bei dem Gedanken auch nur ihren Hosenknopf zu öffnen.
So lag er also mit dem Rücken zu ihr auf der Decke und nach einigem Zögern presste er sich gegen Cameron. Erstaunlich schnell schlief er schließlich ein.
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Drei Stunden Später wurde Sarah mit schmerzendem Rücken und nach üblichem Albtraum wach.
Als Erstes tastete sie nach ihrem Handy.
„Derek?" Fragte sie nachdem am anderen Ende abgenommen wurde. Hastig tippte sie den ID-Code ein.
„Wasn los Connor? Warum weckst Du mich? Wo steckst Du überhaupt?" Gab ein schläfriger Derek Reese am anderen Ende brummig von sich.
„John hat Cameron gefunden.", sagte Sarah ruhig.
„Ich pack die schweren Waffen und das Thermit. Wo steckst Du?" Entgegnete er hastig.
Sarah verdrehte die Augen. „Ich sitz im Wagen vor dem Desert Palm Motel. Bring Kaffee und was zum Frühstück".
„Und was will John?"
Sarah wischte sich über die Augen. „Ich werde nicht in das Zimmer der Beiden gehen und ihn fragen".
„Soll das etwa heißen...?"
Mit einem Grunzen beendete Sarah die Verbindung, ohne Derek seine sinnlose Frage zu Ende stellen zu lassen.
23 Minuten später öffnete sich die Beifahrertür. Derek blickte beim Einsteigen in die Mündung von Sarahs Waffe. „Ich bins nur".
Wortlos steckte Sarah die Waffe weg und griff nach dem Coffee to go.
„Also, sagst Du mir, was hier los..."
„Uahhh!", rief Sarah und verzog das Gesicht. „Wo hast Du denn diese Brühe her?"
„Sarah!"
Sarah lies den Becher sinken. „John hat sie gefunden. Er hat sich letzte Nacht rausgeschlichen, sie geholt und sich dann mit ihr in diesem Motel einquartiert".
„Meinst Du, er und die Maschine..." Derek verstummte, weil er nicht die richtigen Worte fand.
Sarah schüttelte den Kopf ohne ihn anzusehen. „Er versucht sie zu reparieren. Anscheinend kann sie nicht mehr richtig laufen und irgendwas scheint auch mit ihren Augen nicht zu stimmen". Nun blickte sie zu Derek. „Auf jeden Fall hat sie ihn ihren Chip herausnehmen lassen".
„Sie ist offline?" Fragte Derek mit plötzlicher Aufregung.
Sarah nickte nur.
„Ich hab Thermit dabei", sagte er und wollte aussteigen.
Sarah hielt ihn am Arm fest. „Das können wir nicht tun".
Dereks Augen wurden groß. „Das ist genau die Chance die wir brauchen. John wird hinterher schon einsehen...".
„Ich werde John verlieren wenn wir das tun", entgegnete Sarah eindringlich. „Du weißt was beim letzten Mal passiert ist als wir versucht haben sie ihm wegzunehmen".
„Sarah..., wie oft muss ich Dir noch klarmachen, dass das ein Killer ist. Das ist kein Mädchen", sagte Derek energisch.
Sarah sah nochmals zum Zimmer hoch. Dann schüttelte sie den Kopf. „Nicht für ihn. Er... er liebt sie, auch wenn ihm das vielleicht selbst noch nicht klar ist".
Derek legte die Hand auf ihren Arm. „Noch ein Grund mehr die Beiden zu trennen".
„Nur wenn wir ihn zu einem verbitterten, hasserfüllten Mann machen wollen". Sie seufzte. „Wenn er sieht, dass die Menschen, denen er am meisten vertraut ihm das nehmen, was er am Meisten liebt...". Sie verstummte, Tränen in den Augen. Dann sah sie ihm tief in die Augen. „Vielleicht wendet er sich dann nicht nur von uns ab".
Dereks Augen wurden groß. Er dachte einige Sekunden nach. „Dann machen wir es so, dass er es nicht herausbekommt"...
„Nein", unterbrach Sarah leise. „Die Gefahr dass er es herausbekommt ist zu groß. Das muss seine Entscheidung sein. Hoffentlich erkennt er, dass... dass es falsch ist".
Derek lies sich zurücksinken. „Hoffentlich".
Sarahs Gedankengänge waren ähnlich, nur hoffte sie dass ihr Sohn nicht zu sehr verletzt wurde. Ihr war ihr Sohn mit intakter Seele und Cameron lieber als wenn er beides verlieren würde.
Kapitel 5
John erwachte mit einem fiesen Geruch in der Nase. Allerdings lag er mit eben dieser Nase auf dem Top an Camerons linker Brust, so dass er ersteinmal noch liegen blieb und sich fragte ob er träumte.
Schließlich stemmte er sich auf einen Arm und sah auf Cameron hinab. Seufzend erhob er sich dann und ging ins Bad.
Als er nach einigen Minuten sich die Haare abtrocknend wieder herauskam ging er zu der Kommode, in der er den Chip versteckt hatte. Nach einem letzten Blick auf Camerons Körper schob er den Chip in den Sockel und schaltete den Laptop ein. Dann setzte seine Arbeit fort oder er fing von Vorne an, ganz so wie man es sah.
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„Und?"
„Er ist wach und macht weiter", sagte Sarah, die kurz zum Zimmer hoch geschlichen und zurückgekommen war, um Derek zu berichten, der sich das Kinn hielt.
Derek hatte drauf beharrt, selbst mit nach Oben zu gehen und nachzusehen.
Sarah hatte kategorisch abgelehnt.
Derek hatte weiterhin damit argumentiert, dass er es von seinen Spähereinsätzen gewohnt war sich lautlos zu bewegen.
Sarah hatte kategorisch abgelehnt.
Derek hatte versucht ihr begreiflich zu machen, dass sie jede Hilfe brauchen würde, falls die Maschine angriff.
Sarah hatte kategorisch abgelehnt.
Derek nannte sie daraufhin -dickköpfig- und -verantwortungslos-.
Sarah hatte zugeschlagen, war ausgestiegen und dann zum Zimmer hoch geschlichen.
Alles was sie hatte sehen können war John, der erneut brütend über dem Laptop hockte.
„Ok, also was machen wir?" Fragte Derek, der immer noch seinen schmerzenden Kiefer bewegte.
Sarah seufzte. „Abwarten und vielleicht hoffen, dass er Cameron nicht reparieren kann".
Derek grunzte zustimmend. Wenn er aber geahnt hätte was Sarah wirklich dachte...
Sarah selbst hoffte, dass John es schaffte. Sie konnte sich nicht vorstellen was passierte falls John Camerons Zerstörung miterleben würde. Sie glaubte nicht dass seine... Seele das unbeschadet überstehen würde. Mit Schaudern dachte sie an -Onkel Bob-.
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Stundenlang hatte John sich weiterhin die Haare gerauft. Sein Vorrat an Schokoriegeln aus dem Automaten am Ende des Ganges schrumpfte deutlich zusammen.
Dann nachdem er 10 Minuten Lang auf Camerons Körper gestarrt hatte, hatte er eine Idee.
Anstatt Camerons Chip wie einen Speicher zu behandeln wollte er etwas versuchen, was ihm normalerweise nicht in den Sinn gekommen wäre.
Er hatte die Primärsoftware schon gefunden. Er startete Camerons HUD. Mit den Angaben auf dem Display konnte er wenig anfangen, zumal alle Anzeigen auf Null waren.
Dann versuchte er einige andere Programme bis er schließlich eine Art Eingabekonsole vor sich hatte. Nach einigem rumprobieren fand er dann das richtige Kommando für die Dateiüberprüfung.
Die Fehlermeldung die er daraufhin bekam führte ihn zu einem Verzeichnis, in dem die Dienstprogramme sein sollten. Nur gab es dieses Verzeichnis nicht.
John sprang auf. Sich an den Bartstoppeln kratzend lief er auf und ab. Schließlich kam ihm die Idee nach Verzeichnissen zu suchen, die einen ähnlichen Namen hatten. Er brauchte über eine Stunde überhaupt herauszufinden, wie er nach Dateien suchen konnte.
Camerons Betriebssystem auf dieser Ebene glich dem alten Dos-System, war aber auch wieder ganz anders. Allerdings hätte er ohne seine Computerkenntnisse gleich aufgeben können.
Zu Gute kam ihm, dass das Betriebssystem in seinen Grundzügen von Menschen konzipiert worden war. Deshalb gab es auch eine Eingabekonsole, die Cameron naturgemäß nicht nutzte.
Vielleicht hätte man ihr selbst Zugriff auf die Konsole geben können aber John mutmaßte, dass sie durch Future John eventuell Kenntnis aber trotzdem keinen Zugriff darauf hatte. Warum sollte man einer Maschine auch Zugriff auf etwas geben, was sie nicht benötigte. Etwas, das sie sogar hätte nutzen können ihre Programmierung zu verändern.
John suchte eine Stunde lang bis er ein Verzeichnis fand, dessen Name ähnlich war aber ein paar kryptische Zeichen enthielt. Als er es öffnete fand er einige Programme, die genau Die zu sein schienen, nach denen er suchte. Er notierte sich den Aktuellen Namen genau. Dann atmete er tief durch, bevor er den Namen in den änderte, den er in der Fehlermeldung bekommen hatte. Erneut startete er das Dateiüberprüfungsprogramm.
Seine Hand schwebte sekundenlang über der -Escape- Taste als eine ganze Liste mit Dateien über den Bildschirm lief, er wusste aber dass es ein Fehler sein konnte wenn er eingriff. So lies er resignierend die Hand auf seinen Oberschenkel fallen und lehnte sich zurück.
Vor Angst zitterte er am ganzen Körper, konnte aber nur mit tränenden Augen auf den Monitor starren während eine defekte Datei nach der anderen gefunden und repariert wurde.
Den Gedanken, was passieren würde sollte dieses Programm ihre Skynet Programmierung wiederherstellen, schob er beiseite. Er war schon zu weit gegangen sich darüber noch Gedanken zu machen.
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John schreckte hoch, als ihn ein lautes Piepen aus einem Traum riss, in dem er gerne länger verweilt wäre.
Auf dem Monitor stand eine Meldung. Er wurde darin aufgefordert seine Zustimmung zur Änderung geschützter Dateien zu geben.
Dazu war er nach kurzem Überlegen nicht bereit denn dazu gehörte wahrscheinlich auch die Reprogrammierung des Widerstandes.
Als sich der Rechner dann kurze Zeit später erneut meldete hatte John sein Kinn auf die flach auf dem Tisch liegenden Hände gestützt.
Dieses Mal wurde er dazu aufgefordert seine Zustimmung zu einem Neustart zu geben.
Lange schwebte sein Finger über der -Y- Taste bevor er nach einem tiefen Atemzug den Finger darauf presste und anschließend auf -ENTER- hämmerte.
In der Folge startete Camerons Chip neu, allerdings mangels Spannung natürlich wieder nicht die höheren Funktionen. John hatte Cameron vorgeschlagen sie hochzufahren, damit sie ihm helfen konnte aber angesichts der Funktionsstörungen hatte sie davon abgeraten.
Da er nach einigem Rumprobieren überzeugt war an dieser Stelle nichts mehr tun zu können, fuhr er den Rechner schließlich herunter. Er entnahm den Chip und ging zum Bett. Er sah auf sie hinab, genau so wie er es schoneinmal getan hatte... Vor einer Ewigkeit, wie es Ihm schien.
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Sarah hatte dies Alles beobachtet. Nun wartete sie wie auf glühenden Kohlen, dass er die Maschine reaktivierte. Sie sah zu, wie er den Chip zurückschob.
Eine, wie es schien, Ewigkeit später ruckte Camerons Kopf und eine Sekunde später fixierte sie ihren Blick auf John. Wortlos starrte sie ihn an, bis sie sich plötzlich aufrichtete.
John, der mehr oder weniger über ihr gehockt hatte war vor ihr zurückgezuckt als sie sich aufrichtete.
Ein letztes Mal sah Cameron ihn an, bevor sie einen kurzen Blick in die Runde warf. Schließlich schwang sie die Beine aus dem Bett und erhob sich. Ohne ein Wort ging sie zum Bad und schloss die Tür.
Einige Sekunden später hörte er, wie die Dusche aufgedreht wurde. Er hatte sich gedacht, dass Cameron sich würde reinigen wollen aber dass sie einfach kommentarlos ins Bad gegangen war, damit hatte er nicht gerechnet.
Sarah war nicht weniger verwirrt als John. Das Verhalten der Maschine war ungewöhnlich aber zumindest hatte sie ihrem Sohn gegenüber keine bedrohliche Haltung eingenommen.
John starrte einige Zeit auf die Tür, bis ihm erneut der unangenehme Geruch auffiel, der diesmal von der Bettwäsche ausging. Augenblicklich sprang er auf und begann das Bett neu zu beziehen, nur für den Fall, dass sie eine weitere Nacht hier verbringen würden.
Hierbei war natürlich der Wunsch der Vater des Gedanken. Allerdings machte ihm Camerons Verhalten Kopfzerbrechen. Wortlos hatte sie ihn angesehen, ohne einen Funken des Erkennens.
Nachdem John fertig war mit dem Bett sah er sich noch kurz im Raum um, bevor er sich auf die Bettkante setzte und wartete. Ziemlich lange wartete. Schließlich lies er sich auf das Bett sinken.
Nach mehr als 10 Minuten wurde die Dusche abgestellt. Weitere Minuten vergingen. John hatte Cameron frische Sachen im Bad bereitgelegt. Sarah hatte gesehen, wie er die Sachen ins Bad brachte, deshalb war sie erstaunt, als sich schließlich die Tür öffnete und Cameron mit einem Bademantel des Motels bekleidet heraus kam.
John sprang nicht auf, er bewegte sich nichteinmal. Seine Augen waren geschlossen und das ruhige heben und senken des Brustkorbes verriet Sarah, dass er eingeschlafen war.
Sarah beobachtete Cameron, wie sie im Türramen stand. Ihre Haare waren nass aber ihr Gesicht wirkte so Sauber wie gewohnt. Der Frottee Bademantel lies nicht viel erkennen aber unten heraus herausschauend konnte sie samtbraune Unterschenkel und zwei Schlanke Füße sehen. Ihr Blick schnappte hoch zu Camerons ausdruckslos erscheinenden Gesicht.
Sarah sah nun zu, wie Cameron zwei Schritte machte und mitten zwischen Badezimmer und Bett stehen blieb und den Kopf in dieser Für Sarah albernen Weise schräg legte und ihren Sohn betrachtete.
Cameron hingegen machte nun zwei weitere Schritte, hockte sich vor den Schlafenden und zog ihm die Stiefel aus. Dann nam sie ihn vorsichtig auf ihre Arme und legte ihn richtig auf das Bett. Schließlich breitete sie die dünne Decke über ihm aus.
Was dann kam lies Sarah fast die Tür des Zimmers eintreten. Reflexhaft griff sie zur Waffe, als Cameron nach einigem Überlegen nun den Bademantel abstreifte, einige Sekunden nur In BH und Panty da stand, um dann schließlich die Decke anzuheben und unter dieselbe zu schlüpfen. Dann kuschelte sich die Maschine an ihren Sohn und legte den Kopf auf seine Brust.
Sarah atmete tief durch und trat mit Angst im Hinterkopf den Rückzug an, bevor sie etwas Dummes tat. Für Geschrei und andere Maßnahmen war noch am Morgen Zeit, wenn John ausgeschlafen war. Sie würde auch ein ernstes Wort unter vier Augen mit der Maschine reden.
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John wusste nicht wie ihm geschah als er erwachte und Cameron ihn fast augenblicklich küsste. Seine Augen schnappten auf, schlossen sich dann aber flatternd wieder. Als Cameron den Kuss nach Sekunden beendete öffnete er seine Augen nur widerwilig.
Camerons Blick war fragend und Johns Antwort war ein Lächeln.
Cameron schwang sich auf John, griff nach hinten an den Verschluss ihres BH und streifte ihn sich unter seinem verlegenen Blick von den Schultern.
„Cameron?" Brachte John noch hervor, bevor sie sich vorbeugte und seine klaren Gedanken mit einem glühenden Kuss hinwegschwemmte.
Kapitel 6
Cameron, deren nackter Körper von hinten gegen John gepresst war fühlte sich zum ersten Mal in ihrer Existenz absolut zufrieden. Endlich war Alles wie es sein sollte. Sie war da, wo sie hingehörte, das -fühlte- sie.
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Als John später in der Nacht aus seinem Erschöpfungsschlaf erwachte schossen ihm Erinnerungen an die letzten Stunden durch den Kopf. Eigentlich hatte er den schönsten Abend seines Lebens hinter sich. Nach einer weile Küssen hatte er den ersten und besten Sex gehabt, den er sich vorstellen konnte. Als sich das Mädchen hinter ihm in Extase aufgebäumt hatte hatte er geglaubt, das Universum aus den Angeln heben zu können.
Jetzt, Stunden später wurde ihm bewusst, das Alles eine Lüge gewesen war. Das warme, weiche Geschöpf hinter ihm, dass mit einer Hand seine Brust streichelte war kein Mädchen, es war eine seelenlose Maschine.
Cameron spürte, dass der junge Mann vor ihr wieder erwacht war. Sie drückte ihn fester an sich. Was sie nicht bemerkte waren die Tränen der Verzweiflung in seinen Augen. Irgendwann schlief er wieder ein.
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Als John erneut erwachte, als am Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch den Spalt zwischen den Vorhängen in sein Gesicht fielen waren alle Erinnerungen schlagartig wieder da.
„Guten Morgen mein John", sagte Cameron enthusiastisch.
John, der ganz genau zu wissen glaubte, dass auch dieser Enthusiasmus nur gespielt war fühlte sich leer. Er setzte sich auf und wischte sich mit der Hand durchs Gesicht.
Hinter John richtete sich Cameron auf. Die Bettdecke rutschte von ihrem Oberkörper und gab den Blick auf wohlproportionierte Brüste frei, die im ersten Sonnenlicht golden schimmerten. Dann schmiegte Sie sich von hinten gegen ihn.
Das verhärteten Nippel nahm er allerdings nicht wahr, da er sofort aufsprang und begann sich wortlos anzukleiden.
Cameron sah verwirrt auf seinen Hinterkopf. „Was ist denn", fragte sie verwirrt, während er seine Boxershorts überstreifte, nachdem er sich hüpfend die Socken übergestreift hatte.
Cameron kletterte nackt aus dem Bett und näherte sich ihm von Hinten. Sie streckte vorsichtig die Hand aus. „Hab ich etwas falsch gemacht?"
John machte einen weiteren Schritt, als ihre Hand sie berührte. „Nein", sagte er die Jeans schließend. „Ich hab etwas falsch gemacht", fügte er kratzig hinzu.
„Ich verstehe nicht".
„Ich weiß", sagte er seufzend. „Wie solltest Du auch".
John sah vor sich auf dem Boden Camerons Panty liegen. Er bückte sich und ergriff das schwarze Spitzenhöschen. Mit einer Gänsehaut reichte er es hinter sich ohne hin zu sehen.
Während Cameron begann sich anzukleiden erinnerte sich John, wie er ihr das Panty abgestreift hatte. Er erinnerte sich an die Wärme, die ihre fast unbehaarte Weiblichkeit abgestrahlt und das feuchte Glitzern, das er darin gesehen hatte.
Er hatte sich wie ein Mann gefühlt und nun... nun fühlte er sich elend.
Er hatte gedacht sie in Extase versetzt zu haben als sie sich stöhnend aufbäumte während er nach Luft schnappend erneut sein Gesicht in ihrem Schoß vergraben hatte.
Danach hatte sie sich auf ihn gerollt und ihn langsam in sich geleitet. Nachdem sie schließlich annähernd gemeinsam ihren Höhepunkt erreicht hatten war sie schwer atmend über ihm zusammengesunken. So war er dann eingeschlafen.
Nun machte sich Übelkeit in ihm breit. Er machte der Maschine keinen Vorwurf, denn so war sie Programmiert. Er machte sich selbst Vorwürfe, dass er seinen Hormonen nicht hatte Einhalt gebieten können.
„Wir... wir müssen gestern Abend und die letzte Nacht vergessen", sagte er leise.
Hinter ihm hielt Cameron, die gerade ihren BH geschlossen hatte, inne.
„Du... Du bist nicht schuld. Es ist mein Fehler, dass es soweit gekommen ist", sagte er mit gesenktem Kopf. „Es... es hat hat keine Bedeutung".
Wäre John nicht so mit seinen Gedanken beschäftigt gewesen hätte er die Geräusche bemerkt, die Camerons völlig verkrampfter Körper von sich gab. Ihre Kiefer waren aufeinandergepresst, die Fäuste geballt. Ihre Augen zeigten ein unheilvolles, dumpfes Glühen.
Das nächste was John registrierte war der Aufprall gegen die Wand. Cameron hatte ihn hinten an der Jacke ergriffen und wie eine Puppe quer durch den Raum geschleudert.
Vielleicht war es nur Zufall, vielleicht auch ein unbewusster Reflex Camerons, dass er alle Einrichtungsgegenstände, die ihn hätten verletzen können verfehlte und lediglich wie ein nasser Sack zu Boden plumpste.
Als er sich nach Luft schnappend, aus seiner Rückenlage aufrichten wollte wurde er von ihrem nackten Fuß auf den Boden genagelt.
John hatte die Augen aufgerissen. Sein Blick wanderte an ihrem Schenkel entlang den Körper nach oben. Als er die Tränen auf ihren Wangen und in ihren Augen sah wusste er dass er einen riesigen Fehler gemacht hatte. Das waren nicht die leblosen Augen einer Maschine, dass waren die Augen einer zu tiefst verletzten Jungen Frau.
Bevor er noch Etwas sagen konnte begann sie zu sprechen.
„Das wichtigste Ereignis seit meiner Entstehung", sagte sie weitere Tränen vergießend. „Endlich da wo ich immer sein wollte und dann...dann HAT ES FÜR DICH KEINE BEDEUTUNG!" Ihr Gesicht verzerrte sich vor Schmerz und grenzenlosem Zorn.
John blieb die Luft weg. Nicht angesichts des Fußes auf seiner Brust sondern, weil er endlich die Wahrheit erkannte.
John holte tief Luft als sie den Fuß herunter nahm allerdings blieb sie ihm erneut weg, als sie ihn wie einen Sack Federn vom Boden -pflückte- und zu sich heranzog. Ganz nahe waren sich ihre Gesichter.
„Future John hatte mir gesagt, dass er ein Rebellischer Teenager gewesen war, dass er keine Ahnung von Frauen gehabt hatte", sagte sie zischend. „Er hat mir aber verschwiegen, dass er ein kompletter ...", sie legte den Kopf schräg. „... Widerling gewesen war".
John musste schlucken. „Cam, bitte...".
„Nenn mich nicht so!" Knurrte Cameron ihn an. „Das Recht mich so zu nennen hast Du nicht!"
Bevor John noch Etwas sagen konnte flog krachend die Tür auf.
Ohne den Nachteil einer Schrecksekunde reagierte Cameron sofort. Bevor Sarah und Derek ihre Waffen in Anschlag bringen konnten Flog ihnen John entgegen.
Dann wirbelte Cameron herum und rannte los. In Unterwäsche brach sie durch die dünne Wand neben dem Bett. Sie rannte durch die Tür des dritten Zimmers, nachdem sie zwei weitere Wände zerfetzt hatte, noch bevor sich John und die beiden Anderen aufgerappelt und das Zimmer durch die Tür verlassen hatten.
Sie sahen die halbnackte Cameron noch einen Grashügel hinter dem Motel hoch laufen, bevor sie im Wald verschwand.
Derek lief hinter ihr her, obwohl kaum Aussicht bestand, dass er sie einholte.
„Fuck!" Rief Sarah. „Fast wäre ich zu langsam gewesen. Das Ding hätte Dich fast...".
„Nein Mom", unterbrach John. „Nicht die Maschine hat mich angegriffen."
Sarah war außer sich. „Such nicht immer Entschuldigungen für Sie".
„Das tu ich gar nicht. Es war wirklich nicht die Maschine die mich angegriffen hat", sagte er mit Überzeugung. Dann sah er wieder zu der Stelle, an der er Cameron das letzte Mal gesehen hatte.
Sarah zeigte in das Zimmer. „Wer denn sonst?"
John seufzte. „Ich war so dumm, die ganze Zeit so blind. Ich hab etwas sehr verletzendes zu dem Mädchen Cameron gesagt".
Sarah schob John in den Raum, schnell die Sachen zu packen, damit sie verschwinden konnten bevor jemand kam. „Wie meinst Du das? Was hast Du gesagt, das Cameron verletzen könnte? Nicht dass ich glaube, dass das überhaupt möglich wäre."
John hielt inne. Dann drehte er den Kopf und sah sie an. „Ich habe dem Mädchen das...". Er musste schlucken und sah zu Boden. „...dem Mädchen das ich liebe gesagt, dass die schönste Nacht meines Lebens... unseres Lebens keine Bedeutung besitzt.
Sarah sagte nichts, sie versuchte zu verarbeiten was ihr Sohn gesagt hatte.
Mit Tränen in den Augen sah Er Sie wieder an. „Sie war so verletzt Mom... Sie war verletzt und grenzenlos wütend.
Sarah sah, wie ihm Tränen die Wange hinunterliefen . „Habt... habt Ihr Beide... miteinander... ich meine...". Ihr versagte die Stimme.
John hatte wieder angefangen zu packen, er stopfte gerade den Laptop in den Rucksack und hielt inne. Dann nickte er wortlos und packte weiter.
Während Sarah ihn entsetzt beobachtete schob er sich an ihr vorbei und ging. Dann folgte sie ihm hastig.
Derek sahen sie von Weitem. Er hatte aber nur mit den Schultern gezuckt und ging nun zu seinem Wagen.
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Ohne sich abzumelden hatten sie das Motel verlassen. Diesmal fuhr Sarah, während John aus dem Fenster starrte.
Sarah atmete tief durch. „Willst Du mir sagen, dass irgendwo in der ….. in Cameron ein Mädchen steckt".
John dachte einige Sekunden nach, dann schüttelte er langsam den Kopf. „Ich glaube Cameron IST das Mädchen. Damals in New Mexico sagte sie mir, dass sie anders ist und ich fange erst jetzt an zu verstehen, was das bedeutet".
Einige Minuten vergingen in denen John kein Wort sagte.
„Was genau willst Du damit sagen?" Fragte Sarah schließlich.
John drehte kurz den Kopf und sah sie an. „Emotionen Mom", sagte er und sah wieder aus dem Seitenfenster. „Jedes Mal wenn einer von uns etwas Gemeines zu ihr gesagt hat hat sie das gefühlt", erklärte er schuldbewusst.
„Aber sie hat nie etwas gesagt...oder gezeigt", sagte Sarah ungläubig.
John lachte auf und sah zu ihr. „Hättest Du ihr geglaubt?" Wieder sah er aus dem Seitenfenster. „Hätte ich ihr geglaubt?" Fragte er leise, mehr sich selbst.
„Nrrrrrrrrrh", machte Sarah plötzlich. „DAS ist ES!"
Johns Kopf war erschrocken herumgefahren. „Was?"
Sarah sah ihn an. „Warum Cameron?"
John blickte sie verwirrt an.
Ihr blick zuckte nur kurz zu ihm und dann wieder auf die Straße. „Na, warum Cameron?" Wiederholte sie die Frage. „Das ist Das, was ich mich schon immer gefragt habe. Warum hat Future John ausgerechnet Cameron hier her geschickt?"
„Ich weiß es nicht", entgegnete er.
„Na, um sie zu schützen", sagte Sie. „In der Zukunft mit all dem Hass gegen die Maschinen gab es keine Zukunft für Cameron. Hier aber, noch vor dem Krieg, an..."sie sah ihn an. „... an Deiner Seite...".
Kapitel 7
Wochen vergingen. John hatte Riley klar gemacht, dass sie Freunde sein konnten, nicht mehr. Schließlich hatte Er Sie mit einigen Dingen konfrontiert, mit Merkwürdigkeiten. Sie war einfach verschwunden.
Als er sie das nächste Mal sah lag sie mit einer Kugel in der Brust im Leichenschauhaus Wieder ein Toter mehr auf seinem Konto.
Da konnte er auch gleich noch eine weitere Rechnung begleichen und die Frau töten, die Riley als Schachfigur benutzt und dann getötet hatte.
In dem Punkt allerdings kam ihm Derek zuvor.
Dann eines Morgens, lange nachdem sie erneut umgezogen waren, passierte Etwas was John aus der Lethargie riss in die er verfallen war.
Sie saßen am Frühstückstisch, als Sarahs Handy klingelte.
„Ja?" Fragte Sarah den Anruf entgegennehmend... „Kacy, schön...Cameron? Nein keine Ahnung...", sagte Sie und machte zu dem hellhörig gewordenen John ein verwirrtes Gesicht.
John hatte sich kerzengerade aufgerichtet, als Camerons Name fiel. „Mom, was...?"
Sarah hob Stille gebietend die Hand und hörte weiter zu... „Natürlich haben wir mit der Polizei gesprochen aber ich musste John wegbringen. Er war total fertig nach Rileys Tod...". Wieder hörte sie zu. „Cameron ist weggelaufen als ich ihr sagte wir würden umziehen... Die Adresse?... wäre schön. Sie hat sich lange nicht gemeldet. Wie rebellische Teenager eben sind,
Derek und John sahen zu, wie Sarah sich Zettel und Stift nahm und etwas notierte.
„Ja danke. Grüß mir Trevor und das Baby...". Sarah hielt John den Zettel hin. „Ja, ich melde mich wenn wir sie gesehen haben, bye".
John sah seine Mutter zweifelnd an. „Ein Kindergarten?" Fragte er verwirrt. „Was macht Cameron in einem Kindergarten?"
„Sie arbeitet da", entgegnete seine Mom. „Kacy und Trevor haben den Kleinen da angemeldet. In einem der Räume haben sie Cameron gesehen, wie sie mit den Kindern gespielt hat".
Derek verlies wortlos die Küche. Als er zurückkehrte hatte er zwei Pumpguns in den Händen, von denen er eine Sarah in die Hand drückte. „Also los, tun wir was zu tun ist", sagte er und war aus der Tür, bevor die Anderen etwas entgegnen konnten.
Sarah und John blickten sich an. Sie ihn kritisch und er sie flehentlich.
Schließlich nickte sie und er dankte ihr mit einem schmalen Lächeln bevor sie Beide hinter Derek her liefen, der mittlerweile schon mit laufendem Motor vor dem Haus stand.
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„Bleib gefälligst sitzen!" Rief Sarah energisch und hielt Derek am Arm fest, als dieser aussteigen wollte.
„Was soll das?" Fragte er ärgerlich. „Wir...".
„...werden da auf keinen Fall reingehen, solange die ganzen Kinder noch drin sind", sagte sie ärgerlich über Dereks Unbesonnenheit. Sie wusste nur zu genau, dass er dazu neigte überhastete Entscheidungen zu treffen.
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Sarah war kurz am Eingang gewesen und hatte nachgesehen, wann Schluss war im Kindergarten.
Nun sahen sie den heraus strömenden Kindern zu, die auf dem Parkplatz von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.
Einige Minuten später versiegte der Strom an Kleinkindern.
Fragend sah Derek zu Sarah. „Jetzt?"
Sarah sah kurz zu John und verdrehte die Augen. „Ja jetzt", sagte sie dann zu Derek.
Derek schlich zum Hintereingang, während John und Sarah offen durch den Vordereingang gingen.
„Kann ich ihnen helfen?!" Rief ihnen eine Frau Mitte 40 zu, die gerade einen Raum betreten wollte, ein paar Dokumente in der Hand.
Sarah hatte naturgemäß eine kurze Schrecksekunde „Wir suchen Cameron", entgegnete sie mehr oder weniger spontan.
Die Frau blickte misstrauisch. „Was wollen Sie denn von Ihr?"
„Sie ist meine Freundin", sagte John schnell, bevor Sarah, die schon den Mund geöffnet hatte etwas anderes sagen konnte. Nur kurz war ihr Blick erstaunt auf ihren Sohn gerichtet, bevor sie jovial lächelnd wieder zu der Frau blickte.
Diese sah John einen Augenblick misstrauisch an, dann nickte sie. „Du hast ehrliche Augen". Dann zeigte den Gang entlang. „Letztes Zimmer auf der rechten Seite. Nummer 8", sagte sie und ging nach einem letzten kritischen Blick zu John und Sarah weiter.
Die Connors sahen sich kurz an und gingen dann weiter bis zu der besagten Türe. Als sie durch das Fenster sahen hockte Cameron am Boden und sammelte gerade Spielsachen ein, die sie in einer Kiste verstaute.
Sarah wollte die Tür öffnen, als John sie am Arm ergriff. „Bist Du sicher?" Fragte sie auf seinen bittenden Blick hin.
„Vertrau mir", flehte er leise.
Sarah musterte ihn zwei Sekunden, dann nickte sie und trat zur Seite.
Cameron, die die Beiden bereits gehört hatte als sie mit ihrer Kollegin sprachen, hatte bei Sarahs Frage an John den Kopf gehoben. Als John nun den Raum betrat, sah sie ihm bereits entgegen.
John stand mit dem Türknauf in der Hand da und sah sie an. Dann drehte er sich langsam herum und schloss die Tür mit einem letzten Blick zu seiner Mom.
Sarah hatte auf die emotionslos blickende Cameron gesehen und blickte dann weiter durch das Fenster in der geschlossenen Türe. Sie wusste, es war gefährlich was John tat, sie wusste aber auch genau, dass sie ihn hier und jetzt seinen Weg gehen lassen musste.
John sah Cameron an. Genaugenommen starrte Er Sie an während Sie keine Gefühlsregung zeigte.
Schließlich senkte John den Blick. Verlegen mit dem Fuß scharrend kratzte er sich am Hinterkopf. „Uhm Cam... ich meine Cameron...".Er verstum,te, da ihm nicht die richtigen Worte einfielen.
Wochenlang hatte er sich ausgemalt, was er zu ihr sagen würde. Er hatte ganze Reden entworfen und wieder verworfen und jetzt, da es darauf ankam war sein Hirn völlig leer.
Sarah Connor sah, wie der emotionslose Ausdruck im Gesicht der Maschine verschwand. Sie konnte nicht genau sagen, was für einen Ausdruck Camerons Gesicht annahm aber es schien irgendwie traurig zu sein, als sie nun auf ihren Sohn John zuging und dicht vor ihm stehenblieb.
Als John sich ihrer Nähe bewusst wurde hob er ruckartig den Kopf. „Cameron Ich... Es...".
Cameron brachte ihn mitten im Satz zum verstummen, in dem sie ihm drei Finger auf die Lippen legte. „Ich bin eine Maschine John, Ich verstehe, dass wir nicht zusammen sein können. Auch wenn ich mir immer wieder gewünscht habe in Deinen Armen zu liegen verstehe ich, dass es einfach nicht sein darf.
Sarah sah mit mildem Entsetzen Tränen die Wangen Camerons hinablaufen. Sie verstand und glaubte John nun jedes Wort. Das da vor ihrem Sohn war keine Emotionslose Maschine, das war ein Mädchen. Ein sehr gefährliches Mädchen aber trotzdem keine seelenlose Maschine.
John sah die Tränen, traute sich aber nicht sie in seine Arme zu ziehen. Stattdessen versuchte er wieder sich zu entschuldigen. „Cameron...".
Wieder unterbrach sie ihn auf die gleiche Weise. „Ich bin nicht mehr wütend. Ich habe begriffen, dass Du mit deinen Worten etwas anderes ausdrücken wolltest als ich zunächst gedacht hatte".
John konnte nur nicken.
„Ich weiß aber mittlerweile auch, dass diese Nacht für mich nicht bedeutungslos war und dass ich vielleicht lieber... lieber zerstört werden möchte, als ohne Dich zu sein", sagte sie eindringlich.
Sarah hatte jedes Wort verstehen können. In ihren Augen standen nun ebenfalls Tränen als sie zusah, wie eine Zierliche aber unendlich kraftvolle Hand ihren Sohn an der Brust ergriff und gegen die Wand schob. Dann presste das Mädchen ihre Lippen auf die ihres Sohnes und lies ihren Körper gegen ihn sinken.
In diesem Moment wurde Sarah von einer starken Hand zur Seite geschoben.
Camerons Blick zuckte zur Tür als diese aufgerissen wurde. Gedankenschnell wirbelte sie herum und war mit zwei weiten Sprüngen aus dem offenen Fenster.
Derek hatte Seine Waffe hochgerissen aber war nicht mehr zum Schuss gekommen. Nun folgte er ihr, brauchte aber länger um aus dem Fenster zu kommen. Während Cameron Kopf voran hinausgesprungen und mit einer eleganten Rolle auf der Wiese aufgekommen war, schwang sich Derek über die Fensterbank.
Sarah rieb sich genervt über die Stirn. Sie hatte gehofft die Angelegenheit hier und jetzt beenden zu können aber Dereks ungestümes Verhalten hatte alles zunichte gemacht.
Sie sah zu John und seufzte er stand noch immer an der Wand und hatte glasige Augen. Er war Cameron mit seinem Blick gefolgt. Hatte noch die Hand ausgestreckt als sie weglief, war aber nicht mehr in der Lage gewesen sie festzuhalten. Nun sah er seine Mutter an und eine einsame Träne löste sich aus einem Auge.
In diesem Moment hörte Sarah eine Tür schließen. Sie sah die ältere Frau in ihre Richtung kommen. Schnell ging sie zu John und gab ihm einen Klaps auf die Backe. „Es kommt Jemand!" Rief sie gepresst. Dann ging sie zum Fenster und schloss es.
„Nanu? Ist sie nicht mehr da?" Fragte die Frau als sie die Tür erreichte.
Sarah hatte gerade noch John erreicht und schirmte ihn gegen den Blick der Frau ab, da er noch immer nicht wieder bei Verstand schien. „Wohl nicht", entgegnete sie leichthin.
Die Frau sah sich im Raum um. „Seltsam...", sagte sie nachdenklich. „Cameron ist sonst immer korrekt und verlässt den Kindergarten erst, wenn sie den Raum ihrer Gruppe völlig aufgeräumt hat". Sie blickte lächelnd zu Sarah. „Die Kolleginnen machen schon Witze darüber".
Sarah erwiderte das Lächeln. „Ja, so ist sie", entgegnete Sarah ehrlich und schob John aus dem Raum. „Vielen Dank und auf Wiedersehen", sagte sie im Hinausgehen.
Die Frau wollte noch Etwas sagen, sah sich stattdessen nur noch einmal kopfschüttelnd im Raum um.
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Sarah blickte gerade nach Hinten zu John als Derek die Fahrertür öffnete und sich in den Wagen schob.
„Was hast Du dir nur gedacht...?", Fragte Derek wütend, verstummte aber sofort, als er den Blick in Sarahs Augen sah.
„Tu niemals wieder Etwas über meinen Kopf hinweg", sagte Sarah gefährlich leise. „Und wag es nicht mich nochmal einfach aus dem Weg zu schieben sonst erschlag ich Dich".
Derek schrumpfte sichtlich zusammen. Er hatte tatsächlich Angst vor Sarah Connor. „Aber die Maschine...".
„Hätte John nichts getan und...", sie beugte sich vor „... wäre vor allem NICHT WIEDER WEGGELAUFEN!" Die letzten Worte schrie sie ihm ins Gesicht.
„Sie hatte ihn an die Wand...".
„... gedrückt und geküsst!" Rief Sarah unterbrechend. „Nichts davon ist so schlimm wie Dein dämliches Reinstürmen und sie verjagen!"
Jetzt ballte Derek die Fäuste. „ES! Es ist ein ES!" Schrie er.
„Du weißt gar nicht wie falsch Du liegst", murmelte John.
„Siehst DU!" Rief Derek. „Das ist genau das wofür das Ding gebaut wurde, Anderen was vorzumachen!"
Sarah sah aus den Augenwinkeln wie John am Sicherungshebel seiner Waffe spielte und dabei auf Derek sah.
„Was mit Cameron geschieht ist nicht DEINE Entscheidung!" Entgegnete Sarah. „John ist der Meinung, dass an Cameron mehr dran ist als eine bloße Maschine und ich glaube ihm".
Derek war sprachlos und dachte lange nach. „Gut", sagte er schließlich. „Wir machen es auf Eure Art aber wenn sie ihn auch nur einmal falsch ansieht mach ich einen Haufen Altmetall aus dem Ding und auch DU wirst mich nicht daran hindern können.
Kapitel 8
Sie hatten herausbekommen wo Cameron wohnt, das war in den Unterlagen des Kindergartens vermerkt, in den sie eingebrochen waren, nachdem auch die letzte Person ihn verlassen hatte..
Zwar war es unwahrscheinlich, dass sie immer noch dort war oder dass die Adresse überhaupt stimmte aber vielleicht fanden sie ja irgendwelche Spuren.
Es handelte sich um ein heruntergekommenes Appartementhaus. In den Fluren fielen schon die Tapeten von den Wänden und die meisten Deckenleuchten waren defekt.
Auch einige Sprayer hatten sich hier verewigt. Obszöne Sprüche sogar quer über einige Türen geschrieben.
Ein kleines Mädchen sah sie neugierig an, wurde aber eiligst in die Wohnung zurückgezogen und die Tür mit einem Knall geschlossen.
Schließlich erreichten sie die Tür zu Camerons Wohnung. Seltsamerweise stand die Tür einen Spalt breit offen, was sie in der Gewissheit bestärkte, dass die Maschine bereits über alle Berge war.
Sarah gab einige Handzeichen, dann schob sie die Tür lautlos auf. Sie machte zwei schnelle Schritte und erstarrte.
Derek sah die Brünette ebenfalls mit dem Rücken zu ihnen auf der Bettkante sitzen. Er hob die Waffe.
„Mom bitte", sagte John in diesem Moment flehentlich.
Sarah legte schnell die Hand auf Dereks mit DU Geschossen geladene Schrotflinte.
Wütend sah er die Schwarzhaarige an, die aber schüttelte nur mit dem Kopf. Dann lies sie John vorbei, der, die Waffe in der herabbaumelnden Hand haltend, zwischen ihnen hindurchtrat.
„Cameron?" Fragte John nähertretend.
„Bist Du hier um mich zu töten John?" Fragte sie. Resignation schwang in ihrer Stimme mit.
John umging das Bett und hockte sich vor Sie. „Nein", sagte er sanft.
Jetzt erst blickte sie ihn an. „Versprich es".
John begann zu lächeln. „Versprochen", sagte er und strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr. „Bist Du hier um mich zu töten?" Entgegnete er dann".
Sie schüttelte den Kopf. „Nein", sagte sie mit Bestimmtheit.
Statt etwas zu sagen fasste er seine Waffe am Lauf und reichte sie ihr an.
Cameron nahm die Waffe zögerlich. Sie blickte ihm in die Augen, während sie das für ihn viel gefährlichere Mordinstrument auf ihn gerichtet hielt.
„Da ist er wieder", sagte sie leise.
„Der Terminate John Connor Befehl?" Fragte er lächelnd.
„John!?" Rief Sarah entsetzt. Ihr Sohn hob aber nur abwehrend die Hand.
Cameron hingegen legte den Kopf schräg. „Woher weißt Du?"
Er lachte leise. „Ich bin als ich Dich repariert habe darauf gestoßen. Die Aufzeichnung von meinem Geburtstag meine ich".
Cameron nickte und sah hinab auf die Waffe. Die sie noch immer auf ihn gerichtet hielt. „Vielleicht töte ich Dich...", erneut hob sie den Blick., „... eines Tages".
Sein Lächeln vertiefte sich. „Nein, niemals", sagte er mit Zuversicht.
„Woher weißt Du das? Der Befehl ist da und kann nicht entfernt werden". Erneut senkte sie den Kopf. „Du solltest mich terminieren".
John schüttelte langsam den Kopf. „Nein", sagte er bestimmt. Dann legte er den Zeigefinger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf an, so dass sie ihm in die Augen sehen musste.
„Warum glaubst Du an mich?" Fragte Cameron, ein Zittern in ihrer Stimme war nicht zu überhören.
Sein Gesicht wurde ernst. „Weil ich...", er blickte kurz zu seiner Mom, die ihm wissend aber nicht ablehnend kaum merklich zunickte. „... weil ich Dich liebe".
Cameron riss die Augen auf. Die gesicherte Waffe entfiel ihr, als hätte sie auf einmal jede Kraft verloren. Ihre Unterlippe begann zu zucken, bevor sie den Mund mit der Hand bedeckte, um schluchzende Geräusche zu unterdrücken. Mit bebenden Schultern saß sie dann da, Tränen begannen ihre Wangen hinab zu strömen. Sie rutschte vom Bett auf ihre Knie
John ergriff Cameron und zog sie zu sich. Dann hielt er das weinende Mädchen tröstend in den Armen.
Derek hingegen stand wie gelähmt da. Sein Mund bewegte sich auf und zu aber kein Wort kam heraus.
Sarah senkte kurz den Blick, bevor sie Derek am Arm ergriff. Sie gab ihm mit dem Kopf einen Wink das Zimmer zu verlassen, musste ihn aber doch mehr oder weniger hinausschieben.
Bevor John Connors Mutter die Tür schloss sah sie noch kurz zurück zu ihrem Sohn, der gerade zärtlich das Mädchen küsste, dass er liebte.
'Du gehst ja nie den leichten Weg', dachte sie noch bevor sie die Tür zu ihrem –kleinen Jungen- für immer schloss.
(ENDE)
A/N
Zu diesem Zeitpunkt (21.09.14) ist dies die vorerst letzte meiner "Kurzgeschichten".
Ich werde also ab nächster Woche entweder meine neueste Solostory präsentieren ODER ich veröffentliche meine "Season 6".
Sollte ich wieder eine Kurzgeschichte schreiben ist hier natürlich der Platz dafür.
Bis dahin aber danke ich allen Lesern und vor Allem denen, die sich die Zeit genommen haben eine Review zu schreiben.
olischulu
