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5. Der verbotene Ausflug

Narzissa hatte gesagt, dass Alex nicht mit ihr mitkommen dürfte. „Na und?", dachte sich die Kleine, dann würde sie eben alleine gehen. So schwierig würde es schon nicht sein, sie in der Winkelgasse zu finden...

Endlich hatte es Alexandra geschafft, den großen braunen Topf zu erreichen. Ihre Fingerspitzen berührten den kühlen Ton. Doch als sie das Gefäß runter holen wollte, entglitt es ihren Fingern, weil der Behälter viel schwerer war, als sie gedacht hatte. Der Krug fiel nach unten und zersprang augenblicklich in Hunderte von Scherben.

Erschrocken blickte Alex auf den einstigen Krug. Das war anders geplant... Nervös sah das Mädchen zur Tür, doch da war noch keiner. NOCH nicht.

Jetzt gab es kein Zurück mehr. Alexandra nahm sich etwas von dem auf dem Boden verstreuten Pulver und stellte sich blitzschnell in den Kamin. Der laute Aufprall hatte sicher die Aufmerksamkeit von Lucius erregt und mit dem wollte sie jetzt ganz bestimmt nicht über ihre Interpretation von Narzissas Worten diskutieren.

„Winkelgasse", sagte sie laut und deutlich, bevor die grüne Flamme sie verschluckte und in eine Art Strudel riss. Alles ging so schnell und bald darauf stolperte sie aus einem Kamin.

Glücklich, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, rappelte sie sich wieder auf. Der Raum, in dem sie stand, war vollkommen leer. Doch vom oberen Stockwerk her drangen merkwürdige Geräusche nach unten. „Schatz, bist du das? Du musst noch den Kühlschrank holen, ich hab ihn dir in den Flur gestellt", rief auf einmal jemand nach unten.

Alexandra war sofort wie gelähmt. Was, wenn die Frau, gleich erkennen würde, dass es sich bei ihrem Besucher nicht um ihren Schatz handelte, der ihren komischen Kühldingsda holen will, sondern um ein kleines Mädchen, dass in ihre vier Wände eingedrungen war. „Hast du mich gehört?", kam es wieder von oben, doch diesmal hörte sich die Stimme näher an und im nächsten Moment waren auch schon Schritte auf der Treppe zu hören.

Alex reagierte reflexarti so schnell, dass sie selbst kaum wusste, was sie vorhatte. Wie der Blitz sauste sie aus dem Haus und knallte die Tür hinter sich zu. Sie rannte die Straße entlang und bog um die nächste Kurve, dann hielt sie jedoch plötzlich inne.

Mit den Händen in die Seite gestützt, bewunderte sie das faszinierendes Bild von Hunderten von Zauberern, die sich anscheinend alle durch diese eine Straße quetschen wollten - durch die Winkelgasse.

Mit großen Augen streifte Alexandra den Weg entlang. So viele Menschen waren hier unterwegs und wuselten umher ... und mitten drin ein Mädchen das sich neugierig umsah.

Überall hingen die verschiedensten Schilder. Seltene Trankzutaten, kostbare Bücher, besondere Kessel und kostbare Bücher über besondere Kessel. Alles war vertreten, auch eine kleine Tierhandlung gab es. Der Laden erregte sofort die Aufmerksamkeit des tierlieben Mädchens.

Freudig hüpfte sie herein und sah sich um. Zwischen all den Kröten und Eulen erblickte sie auch eine hellgrüne Schlange.

Fasziniert ging sie näher an das Glas. Alex schätzte die Schlange auf vielleicht einen Meter, aber ihre genaue Größe war schlecht auszumachen da sich das Reptil elegant um einen Ast gewickelt hatte.

Irgendwie hatte sie was von Nagini, fand Alex. Nur die Augen waren nicht wie bei dem Plüschtier pechschwarz, sondern erstrahlten bei der realen Ausgabe hier in einem tiefen Bernsteinbraun.

‚Was guckst du mich so komisch an?', fragte die Schlange auf einmal beleidigt.

Alex, welche die Schlange bestimmt 5 Minuten lang intensiv gemustert hatte, erschrak natürlich, doch sie musste einfach weiter in diese braunen Augen starren.

‚Ich wusste gar nicht, dass Schlangen sprechen können.', stammelte das Mädchen irritiert.

Lässig schlängelte sich die Schlange den Zweig hinunter.

Jetzt wurde klar, dass die Schlange deutlich über einen Meter lang war. Doch ihre Größe konnte man nicht lange bewundern, denn im nächsten Moment hatte sie sich schon wieder eingerollt.

‚Natürlich können Schlangen sprechen.', stellte das Reptil klar. ‚Nur normalerweise verstehen Deinesgleichen uns nicht.'

Die Augen des Mädchen wurden immer größer. Sie konnte also mit Schlangen sprechen.

‚Hast du schon mal mit einem anderen Menschen gesprochen?', fragte Alexandra neugierig.

‚Selbstverständlich! Ich versuche ihnen andauernd klar zu machen, dass sie mich nicht angaffen sollen. Deswegen rolle ich mich nur noch wie ein Stein zusammen und hoffe, dass sie mich so ganz einfach übersehen.', erklärte die Schlange resigniert.

Müde räkelte sie sich. Alex hatte jedes Wort aufmerksam aufgesogen

‚Du bist allerdings der erste Mensch, der mir antwortet.', ergänzte das Tier noch.

‚Wie heißt du?', fragte das Mädchen, die den Schock endlich überwunden hatte und nun vollkommen vergaß, dass sie hier mit einem Reptil redete.

‚Lennart.', antwortete die giftgrüne, exotische Schlange. Überrascht musterte die kleine Riddle das Kriechtier, doch der Name Lennart wollte einfach nicht zu diesem Tier passen...

‚Ich heiße Alexandra', verkündete die Blonde freundlich. Beinahe hätte sie ihm aus Gewohnheit die Hand hingereicht um ihn zu begrüßen...

‚Wohnst du schon immer in diesem Käfig?', fragte Alex interessiert.

Plötzlich ging Lennarts Blick ins Leere und seine Augen bekamen ein seltsames Funkeln.‚Oh nein.', begann er und seine Stimme klang nicht länger unfreundlich, sondern hatte etwas Schwärmerisches angenommen. ,Als ich noch klein war lebte ich in einem tropischen Regenwald. Die Luft dort war immer erfüllt von einer frischen berauschenden Nässe und die Bäume waren etliche Meter hoch. Überall wuchsen Pflanzen. Alles war herrlich grün oder in freundliche Farben getaucht. Zahlreiche Tiere lebten dort. Viele hatten Angst vor mir, auch wenn ich damals noch gar nicht so bedrohlich war. Doch sie fürchteten sich vor meinem Gift. Auch meine Mutter lebte im Regenwald. Aber sie wurde von Menschen getötet. Sie war riesig, aber gegen die Gewähre hatte sie keine Chance. Seitdem beiße ich jeden Menschen, der versucht, mir zu Nahe zu kommen. Trotzdem bin ich hier gelandet und muss nun vor mich hingammeln, warten, dass mich einer von diesen Menschen füttert oder endlich mal kauft – so, als ob ich lediglich ein lebloses Stück Holz wäre. Jeden Tag muss ich mich wie ein Spielzeug von kleinen Kindern begaffen lassen.', seine Stimme erstarb. Schon längst hatte er nicht mehr sanft und verträumt geredet, nein, zum Schluss war es die pure Verbitterung die aus ihm gesprochen hatte.

Alex hatte Mitleid mit der Schlange. Sie wollte ihr helfen, doch sie wusste nicht wie...

‚Meine Mum ist auch tot.', begann sie leise. ‚Ich habe sie nie kennengelernt. Daddy sagt, sie ist bei meiner Geburt gestorben, aber er redet nicht gerne über sie...'

Lennart schielte zu dem kleinen Mädchen, das traurig nach unten blickte. Auch er wollte sie trösten, doch er wusste nicht wie.

Aber plötzlich hob die Blonde den Kopf ‚Ich kann ja mal meine Dad fragen, ob er dich kauft, dann können wir dich wieder zurück nach Hause bringen!', ihre Augen glänzten und auch die Schlitze der Schlange hatten sich geweitet.

‚Glaubst du, dass er das machen würde?', fragte er vorsichtig nach. Bis jetzt hatte er nie gute Erfahrungen mit Menschen gemacht und war dementsprechend misstrauisch dem Plan gegenüber. Was wusste er denn schon von diesem "Daddy". Das Mädchen schien ja relativ vertraulich zu sein, wie er sich eingestehen musste.

‚Ich denke schon! Er mag Schlangen. Ich kann ihn bestimmt überreden', versprach die Kleine euphorisch.

‚Wenn ich könnte, würde ich lächeln', sagte das Reptil gerührt.

Dafür strahlte seine Gesprächspartnerin umso mehr.

‚Ich mach das schon. Ich finde es furchtbar, dass du hier eingesperrt bist. Ich komme zwar auch nicht so oft Raus, aber das ist Nichts im Vergleich zu dir.', verkündete Alex.

Mit einem freundlichen Winken verabschiedete sie sich von Lennart.

Die Schlange zuckte unbeholfen mit dem Schwanz. ,Stell dir einfach vor, ich würde winken', sagte sie zur Erklärung der seltsamen Bewegungen, die wohl Alex' nachahmen sollten.

Als Alexandra den Laden wieder verließ, blieb sie überrascht stehen. Die große Uhr vor dem Laden verriet ihr, dass sie sich ganze 2 Stunden bei Lennart aufgehalten hatte.

Armer Lennart, dachte das Mädchen, er konnte nicht einfach durch diese Tür gehen. Sie nahm sich fest vor, ihrem Vater, sobald er heute nach Hause kommen würde, von dem tragischem Schicksal der Schlange zu berichten.

Ziellos ging sie weiter die Straße entlang, bis sie zu einem großen Spielzeuggeschäft kam. Der Versuchung konnte sie einfach nicht widerstehen!

Und genauso kunterbunt wie das Geschäft von außen aussah, war es auch von innen. Überall türmten sich die knalligen, lustigen Spielsachen. Hüpfende Bälle, Puppen, Reifen die von selber rollten, Drachen, die kaltes Feuer spuckten, Nymphenfiguren, die sich selbst in eine große Wanne tauchten, Kreisel, die sich wie wild drehten und dabei ihre Form veränderten, mal wurden sie ganz platt und dann zogen sie sich wieder nach oben. Das Highlight war ein Plüscheinhorn, welches ungefähr einen Meter hoch war. Es tobte fröhlich im Kreis und lies abwechselnd Kinder auf seinem Rücken reiten.

Natürlich gab es auch etliche andere bunte Sachen wie künstliche Zauberstäbe, Stifte die nur auf Papier sichtbar werden (hä? Das musst du mir mal erklären) und vieles mehr. In jeder Ecke zischte und brodelte es anders. Und zwischendurch ertönte immer wieder schrilles Kinderlachen.

Alex schlenderte gebannt durch den Laden, bis ihr auf einmal ein braunhaariger Junge ein Trickzauberstab vor die Nase hielt. Zuerst war sie erschrocken und blieb wie angewurzelt stehen. „Ha ha, jetzt habe ich dich", verkündete der Brünette triumphierend. Doch Alex belächelte ihn nur und streckte ihm ihre Zunge entgegen „Bäh, ich habe einen echten Zauberstab", erwiderte sie etwas eingebildet.

„Das glaub ich dir nicht", meinte der Junge trotzig.

„Doch, das stimmt", erklärte das Mädchen genauso starrsinnig. Zum Beweis zog sie einen länglichen Gegenstand aus ihrer Tasche. Die Augen des Brünetten weiteten sich vor Erstaunen, als er das Utensil erkannte.

Alex genoss sein Verwunderung und schwenkte ihn hin und her. Sofort kamen rote Funken aus der Spitze gestoben. Der Junge war begeistert „Ich heiße Daniel und du?"

„Ich bin Alexandra.", stellte sich die Andere vor und steckte ihren Zauberstab wieder weg.

„Kannst du damit richtig zaubern", fragte der Junge neugierig und deutete auf die Tasche, in die der Stab gerade verschwunden war.

„Ja... das heißt ein bisschen. Manchmal kann ich nämlich Dinge richtig schweben lassen.", erklärte sie voller Stolz.

„Ist ja cool und warum hast du jetzt schon einen Zauberstab? Ich dachte, den bekommt man erst mit 11?", fragte der Junge weiter.

„Hm, weiß nicht. Mein Dad wollte mir schon vorher einen schenken, also hab ich jetzt schon einen bekommen.", antwortete sie schulterzuckend.

Eine Minute herrschte Schweigen, bevor der Junge etwas schüchtern wieder das Wort ergriff: „ Hast du Lust zu spielen?" „Klar.", war die schlichte Antwort von Alex und sofort wurde sie mit zu den Drachenfiguren geschliffen.

...

Die beide spielten und spielten. Längst hatten sie den Überblick verloren, wer denn nun welchen Drachen erledigt hatte. Die beiden lachten lauthals los, als einer der Drache in einem theatralischen Anfall zwei Schritte nach hinten stolperte, bevor er schließlich die Kralle an den Kopf legte und ohnmächtig nach hinten sackte. Dann holte er eine weiße Fahne hervor, die er erschöpft hin und her schwenkte.

Doch plötzlich wurde die ausgelassen Stimmung unterbrochen. Der Auslöser dafür war ein Ruf, der die Kinderohren erreichte.

„Alexandra? Alexandra?" rief jemand. Es war eine Mischung aus hysterischem Flüstern und aufgeregtem Schreien. Man merkte die Panik und Eile des Mannes , aber gleichzeitig wollte der Betroffene auch so unauffällig wie möglich sein.

Alex' Magen zog sich zusammen. Sie wusste ganz genau, wer sie suchte. Nämlich der selbe jemand, dem sie jetzt unter gar keinen Umständen gegenüber treten wollte. Und auf einmal wirkte kleine Drache vor ihr nur noch halb so komisch.

Die Stimme jedoch wurde indes immer lauter bis..

TBC.

Muhahhaha was für ein Cut ;D

Ich hoffe ihr mögt mich und meine Story trotzdem noch. Also wenn ihr die Auflösung hören wollt müsst ihr mir nur ein paar Reviews schicken ;P

PS Bevor ich hundert Beschwerden bekomme. Der Kühlschrank ist magisch, ok? Einfach ein Magisches Utensil um Lebensmittel zu kühlen ;)

Das war's auch schon wieder von!

Bis dann SeetyTweety