Ich weiß es ist wirklich lange her. Ich habe allerdings noch ein paar Kapitel für euch falls diese Story nach so einer langen Zeit noch von jemanden gelsen wird :-D

Viel Spaß!

13. Mitternachtsmahl im Manor

Alex war in den Tropen. Sie hatte zwar keine Ahnung wie sie dort hingekommen war, aber es war ihr auch egal. Es kam ihr gar nicht in den Sinn zu versuchen sich daran zu erinnern. Dafür war sie gerade viel zu glücklich. Bunte Schmetterlinge tanzten um sie herum und flogen gen Himmel. Überall blühten Pflanzen in prachtvollen Farben.

***** ein paar Stunden vorher *********

Der weitere Tag verlief relativ ruhig. Alex musste weiterhin auf ihrem Zimmer bleiben und Voldemord hatte sich ebenfalls zurückgezogen. Als am Abend Lucius nach Hause kam, wurde er erst mal überrollt von den ganzen Ereignissen. Unglaublich, was ein Kind an einem Tag alles fabrizieren konnte...

Das Abendessen verlief sehr schweigsam, keiner im Raum wechselte auch nur ein Wort. Die Malfoys waren sowieso still, wenn der dunkle Lord anwesend war und Alex, die keine Lust hatte, noch mal angeschrien zu werden, schmollte vor sich hin… und Voldemord war sowieso nicht der große Unterhalter.

So verging das Essen und danach musste Alex auch gleich ins Bett, was sie nur mit ärgerlicher Miene über sich ergehen ließ.

Alex wurde von Narzissa gewaschen und bettfertig gemacht. Das führte dazu, dass sie schon um sieben unter ihrer flauschigen Bettdecke lag und deprimiert auf den dunkelblauen Baldachin über ihr starrte.

„Ich bin aber noch nicht müde, Zissy", klagte das Mädchen und dreht sich zu der Frau um, die am Fenster stand und jetzt auch den letzten schweren Vorhang per Magie zuzog.

„Du weißt was dein Vater gesagt hat, Schatz", erinnerte die Frau und kam auf das Bett zu.
Alex grummelte etwas Unverständliches vor sich hin. Warum musste ihr Dad auch immer so streng sein?!

„Ich will aber noch nicht schlafen, Narzissa. Bitte. Bitte. BITTE!", quengelte das Mädchen und zog an dem Kleid der Blonden.

„Alex!", meinte Mrs. Malfoy mahnend. „Soll ich etwa deinen Vater hochhohlen damit du das mit ihm diskutieren kannst?"

„Hmpf!", stieß Alex beleidigt aus. Ihr liebes Grinsen war wie weggewischt. Dafür lag sie jetzt mit einem zornigen Blick in ihrem Bett und schaute demonstrativ an Narzissa vorbei.

Sie war so wütend! Sie einfach so ins Bett zu schicken, als wäre sie gerade mal fünf...

„Schlaf gut, Alex", flüsterte die Frau liebevoll und strich dem Mädchen zärtlich über das Haar. Eine Geste, die geflissentlich mit Nichtachtung quittiert wurde.

„Gute Nacht", presste Alexandra hervor und zog sich dann die Bettdecke über den Kopf. Narzissa sollte ruhig merken, dass sie sauer war. Nur weil sie klein war, hieß es ja nicht, dass sie alles mit sich machen ließ!

Die Blonde gab allerdings nicht nach und verschwand mit einem letzten traurigen und prüfenden Blick aus dem Zimmer.

Sofort als die Tür zuging, klappte Alex ihre Bettdecke weg um besser Luft zu bekommen. Es war dämmrig im Zimmer und man konnte nur die Umrisse erkennen.

In dem kleinen Köpfchen ratterte es. Ihr Dad hatte ausdrücklich befohlen, das sie heute eher ins Bett gehen sollte und sie traute es ihm zu in einer halben Stunde noch mal vorbei zu kommen.

Alexandra wollte sich nicht vorstellen was passiert, wenn er sie außerhalb ihres Bettes erwischt. Er würde definitiv nicht begeistert sein und nur wieder rumschimpfen oder sie bestrafen.

Sie würde sowieso nicht ruhig spielen können, wenn sie immer Angst haben müsste, dass gleich jemand durch die Tür kommt, gestand sich Alex ein.

Das Ergebnis ihrer Überlegungen war ernüchternd, aber eindeutig. Sie würde sich wohl oder über geschlagen geben müssen. Wie Alex das hasste!

Sie strampelte in ihre Bettdecke und wickelte sich dann darin ein. Sie würde nicht einschlafen! Und wenn sie die ganze Nacht lang wach bliebe. In Alex war so eine furchtbare Wut und sie fühlte sich ungerecht behandelt.

Sie würde standhaft bleiben, sie würde den Erwachsenen zeigen, dass sie nicht alles mit sich machen lässt, sie würde definitiv wach bleiben, sie schlief ein.

Eine Stunde später stand ihr Dad in der Tür. Vorsichtig drückte Tom sie auf und huschte hinein. Der dunkle Lord konnte schleichen wie eine Katze und glitt geräuschlos an das Bett seiner Tochter. Sie schlief.

Ihre Gesichtszüge waren absolut entspannt und so wirkte sie wie ein keiner Engel fand Tom. Na ja ‚Engel' war vielleicht wirklich nicht das passende Wort für seinen Kleinen Wirbelwind. Aber er selbst war ja auch nicht gerade ein Moralapostel gewesen, erinnerte sich der Magier.

Nein, Alex war ein wunderbares Mädchen, nur anstrengend. Aber das waren wahrscheinlich alle Kinder, überlegte Tom. Er hatte es sich einfacher vorgestellt. Er wusste nichts über Väter. Woher auch! Es gab ja nicht mal männliche Erzieher in seinem Waisenhaus.

Doch er würde für seine Tochter da sein, so gut es eben ging. Er würde vielleicht nie ein perfekter Dad werden, aber im Gegensatz zu seinem Erzeuger, würde er es versuchen!

Das hatte Tom sich vorgenommen, vor reichlichen sechs Jahren und was sich ein Lord Voldemord in den Kopf setzte, zog er auch durch.

Ein schwaches Lächeln schlich auf das Gesicht des Lords und ganz kurz berührte seine Hand die blonden Haare seiner Tochter. „Träum schön, Alex" und mit diesen Worten verschwand er aus ihrem Zimmer.

Es wurde still im Malfoy Manor.

sssSSSsss

Alex war in den Tropen. Sie hatte zwar keine Ahnung wie sie dort hingekommen war, aber es war ihr auch egal. Es kam ihr gar nicht in den Sinn zu versuchen sich daran zu erinnern. Dafür war sie gerade viel zu glücklich. Bunte Schmetterlinge tanzten um sie herum und flogen gen Himmel. Überall blühten Pflanzen in prachtvollen Farben.

Nur ein schwarzer Fleck hob sich von dem bunten Rest ab. Es war ihr Vater, der glücklich hinter ihr stand und ihr begeistert beim Toben zuschaute. Vor ihr lag Lennart eingerollt auf einem Stein. Auf einmal bemerkte Alex, dass die Schlange gar nicht glücklich aussah. Das Mädchen ging auf das Tier zu, um es zu fragen was los sei.

Sie machte nur drei Schritte, doch der schöne Dschungel hatte sich bereits etliche Meter von ihr entfernt. Alex drehte sich erschrocken nach hinten um, aber sie konnte ihren Vater nicht mehr erkennen. Plötzlich war sie in einem Käfig.

Die massiven Wände kamen ihr immer näher und sie hatte furchtbare Angst zerquetscht zu werden. „Ich dachte du wolltest mich retten?!" fragte Lennart auf einmal traurig. Das Mädchen sah zu der Schlange, die ganz matt auf dem Stein lag und sie anklagend ansah „du hast es mir doch versprochen!" Der Käfig wurde immer kleiner. Alex bekam keine Luft mehr. Voller Panik stolperte sie nach hinten, doch in Wirklichkeit fuhr sie nach oben.

Auch wenn sie aus dem einengenden Käfig entflohen war, atmete sie immer noch unregelmäßig. Sie fuhr mit der Hand über die kleine Kerze, die auf ihrem Nachttisch stand, und sofort erhellte ein warmes Licht den Raum.

Augenblicklich fühlte sich Alex sicherer. Sie war in ihrem Zimmer und ihr Gefängnis war nur ein Alptraum gewesen. Das Versprechen Lennart gegenüber war allerdings echt und so schwor sie sich in diesem Moment, dass sie es schaffen würde, ihren Freund nach Hause zu bringen.

Im Augenblick war Alex ganz einfach viel zu aufgewühlt um weiterzuschlafen. Außerdem hatte sie auch ein wenig Angst, wieder diesen Alptraum zu bekommen, auch wenn sie jetzt wusste, dass sich das alles nur in ihrem Kopf abgespielt hatte. Sobald sie ihre Augen zumachte, wirkten die ganzen Umstände wieder sehr real.

Das Fazit daraus war, dass sie erst mal aufstand. Sie machte das große Licht in ihrem Zimmer an und fast im selben Moment war sie auch schon putzmunter. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr aber, dass es gerade mal halb drei war. Das heißt zu spät, als dass noch jemand wach wäre und zu früh, als dass schon jemand aufgestanden wäre.

Als sie ihre Plüschtiere beobachtete, kam ihr auf einmal eine geniale Idee, was sie machen könnte. Ein Mitternachtspicknick! Das Mädchen fühlte sich wie elektrisiert von ihrem eigenen Einfall. Genügend Plüschtiere…, ähm, ich meine Gäste, hatte sie ja.

Alles was sie jetzt unbedingt noch brauchte war Proviant. An der Sache gab es allerdings einen kleinen Haken. Die Hauselfen durften ihr kein Essen mehr auf ihr Zimmer bringen. Nicht, dass sie es nicht trotzdem das ein oder andere mal versucht hätte, aber jeder Elfe tat sich nun mal verdammt schwer, den Befehl seines Meisters zu missachten , egal wie süß das kleine Mädchen dreinschaute. Ja, vielleicht hatte sie es das eine mal auch wirklich übertrieben mit ihrer Süßigkeiten Party…, aber die Naschereien waren ja nicht nur für sie, sondern auch für Nagini, ihr Einhorn, Mr. Teddy von Bär und Penelope Püppchen gewesen.

Die Malfoys hatten mal wieder total überreagiert und ihr sofort jeglichen unangemeldeten Süßigkeiten Konsum verboten. Vollkommen unpraktisch fand Alex, denn so musste sie nur mit ihrer kleinen Kerze durch das große Manor wandern. Auf ihrem Rücken trug sie ihren pinken Hello Hippo Rucksack (A/N *lol* Hello Hippo ist eine Mischung aus Hello Kitty und Hippo Greif xD).

Mit dieser Ausrüstung pirschte sie sich durch die einsame Villa. Zwischendurch hatte sie schon vor umzukehren, denn die Kerze in ihrer Hand verursachten schaurige Schatten, die sie durchs ganze Haus verfolgten.

Doch irgendwann ist man auch durchs größte Haus gelaufen und kommt schließlich in der Küche an. Die Elfen schliefen natürlich nicht hier, sondern eine Etage weiter unten.

Warum sie sich den kalten, muffigen Keller antaten verstand Alex keine Spur, vor allen Dingen, weil das Anwesen doch wirklich groß genug war. Aber das war im Moment nicht ihr Problem. Sie war auf Nahrungssuche. Am liebsten hätte sie das große Licht angemacht, aber sie hatte auch furchtbare Angst, dass dadurch irgendjemand von den Erwachsenen auf sie aufmerksam werden würde. Und es war klar, dass es dann so richtig Ärger geben würde.

Alex stellte sich daher lieber vor, dass sie auf Schatzsuche war. Alleine auf einer tropischen Insel ohne Karte und jetzt musste sie sich etwas zu essen besorgen, um hier zu überleben. Wie ein Äffchen kletterte sie auf einen Baum, öhm, ich meine Stuhl, und von dort aus ging es weiter auf den berüchtigten Mount Küchentheke. Vorbei am tosenden Wasserfall „Tropf Tropf", die glatten Wanderwege entlang, bis hin zum ersehnten Süßigkeitenschrank..., oder, wie es die Einheimischen nannten, „die Schatztruhe".

Glücklich streckte die kleine ihre Hand aus, aber es gab ein Problem: es lagen noch gute 10 Zentimeter zwischen ihrer Hand und dem Griff des Schrankes. Läppische 10 Zentimeter, aber in diesem Fall waren sie enorm wichtig.

Doch wie so oft in der Wildnis, war man gezwungen zu improvisieren, sofern man nicht verhungern wollte. Also angelte sich die kleine Riddle eine Suppenkelle, um mit deren Griff nach der ersehnten Tür zu angeln. Dank der gebogenen Endung war das auch nicht sonderlich schwer. Sie hakte den Griff ein und zog die hölzerne Platte nach vorne bis sie von selbst nach hinten klappte.

Alex sah aus ihrer Perspektive natürlich nicht was sich im Schrank befand, also dreht sie ihre Kelle um, damit sie den Inhalt "herausschöpfen" konnte. Tatsächlich ertastete sie etwas und nach wenigen Minuten war die erste Schokolade zum Greifen nahe. Mit viel Mühe kam sie an das gute Stück ran und verstaute es in ihrem Rucksack. Der Schokolade folgten noch eine Packung Schokokessel und eine Tüte Gummikatzen. Mehr konnte sie leider noch nicht erhaschen.

Oh wie sehr sehnte sich Alex doch den Tag herbei, an dem sie endlich groß genug sein würde, um auch in die letzte Ecke des Schrankes tasten zu können. Doch bis dahin musste die kleine Blondine eben noch ein paar Tricks anwenden.

Das alles wäre sehr viel leichter gegangen, wenn ihr Dad ihr nicht ihren Zauberstab entwendet hätte, dachte sich Alex, doch es soll ja tatsächlich Menschen geben, die immer ohne Zauberstab überleben konnten. Furchtbare Vorstellung, überlegt Alexandra, während sie wieder zurück in ihr Zimmer tippelte.

Ein übermütiges Glucksen entfuhr ihrer Kehle, als sie zurück in ihrem Zimmer ihren Rucksack entleerte. Auf ihrem Bett richtete sie sich ihre kleine Teeparty ein und sämtliche Süßigkeiten wurden in der Mitte des Bettes aufgetürmt. Besonders faszinierend waren die Gummikatzen, deren Geleeaugen im Dunkeln so lustig funkelten.

Diese Fähigkeit rettet sie aber nicht davor, im Mund eines gewissen Mädchens zu verschwinden. Alle Naschereien wurden wild durcheinander gefuttert, hauptsächlich natürlich von Alex, denn ihre Plüschfreunde hielten sich erstaunlich zurück. Alexandra war so ins Spielen vertieft, dass sie gar nicht merkte, wie die Zeit verging. Mittlerweile war es schon halb fünf, aber das Mädchen dachte gar nicht daran schlafen zu gehen, immerhin hatte sie gerade so viel Spaß mit ihrem Mitternachtsmahl im Manor!