Ludicrous Smile

Kapitel 12

Mit deutlicher Genugtuung auf dem Gesicht beobachtete sie jede seiner Bewegungen, während er sich aus ihr zurückzog. Jetzt, nachdem es vollbracht war, wirkte er längst nicht mehr so übermächtig wie einst. Sie fühlte sich stark, weil sie wusste, dass sie einen so unnahbaren Menschen wie Snape dazu gebracht hatte, sich selbst zu vergessen. Es war ein überaus befreiendes und triumphales Gefühl, denn wie viele andere erinnerte auch Hermine sich noch gut daran, wie er sie als Kind eingeschüchtert hatte. Davon war jetzt freilich längst nichts mehr zu sehen. Im Gegensatz zu ihren waren seine Züge wie erstarrt. Nur langsam schien ihm zu dämmern, dass er ihre Absichten falsch interpretiert hatte. Das, was geschehen war, hatte er schlicht und ergreifend nicht erwartet.

Rasch glitt er von ihr und brachte seine Sachen in Ordnung. Hermine tat es ihm gleich, ließ sich dabei jedoch wesentlich mehr Zeit als er. Dann standen sie voreinander und sahen sich an. Sie wollte, dass er den Anfang machte, wollte, dass er es war, der etwas sagte. Selbst dann, wenn er sie beschimpfen würde.

„Ich hoffe, es war zu Ihrer Zufriedenheit, Granger", stieß er sarkastisch aus, doch der übliche Biss dahinter fehlte. Etwas in seinen Augen verriet ihr nur zu deutlich, dass er selbst alles andere als zufrieden mit sich war, denn jetzt, wo es vorbei war, beschäftigte es ihn, obwohl er nicht damit gerechnet hatte, dass es das tun würde.

„Es war genauso, wie ich es von Ihnen erwartet habe, Professor", entgegnete sie wahrheitsgemäß. „Wie gesagt, Sie sind ein bedauernswerter Mann. In Ihrer Position könnten Sie weitaus mehr als das haben."

Snapes Lippen kräuselten sich zu einem unheimlichen Grinsen. Beim näheren Hinsehen war ihr fast, als wäre er emotional verletzt gewesen. Aber das konnte nicht sein. Nicht Snape. Schnell verdrängte sie den Gedanken wieder. Es war nicht ihre Aufgabe, sich damit auseinanderzusetzen, was in ihm vorging. Andersherum würde er es genauso machen.

„Wollten Sie es etwa soweit kommen lassen, um mir zu zeigen, was mir entgeht? Doch wer sagt, dass ich mehr als das will, Granger? Vielleicht stehe ich ja auf schlechten Sex."

Hermine zuckte belanglos mit den Schultern und bemühte sich, seiner Bemerkung nicht allzu viel Beachtung zu schenken. Sie wusste schließlich selbst, dass die Begegnung zwischen ihnen nichts weltbewegendes gewesen war, obwohl sie keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet hatte.

„Es ist offensichtlich, dass Sie nicht viel mit anderen Menschen zusammenkommen. Man muss kein Genie sein, um das festzustellen."

Schlagartig wurde sein Gesicht ernst und Hermine realisierte, dass sie ihn nicht weiter hätte reizen sollen, denn Snape machte einen Satz auf sie zu und schubste sie grob auf das Bett nieder. Hilflos strauchelte sie zurück und blieb vor ihm sitzen. Zum ersten Mal seit geraumer Zeit erschreckte er sie mit seinem zornigen Blick.

"Wagen Sie nie wieder, so etwas zu sagen!", bellte er sie an.

Beunruhigt sah sie sein Gesicht mit den schwarzen Augen und den zerzausten Strähnen vor sich aufragen und wünschte sich, im Erdboden verschwinden zu können. Sie wollte nicht, dass er sie gänzlich von sich schob. Sie wollte sich die Option offenhalten, weiterhin auf ihn zählen zu können. Außerdem gab es auch sonst nirgendwo im Schloss einen Ort, an dem sie sich länger willkommen gefühlt hätte.

"Ich wollte nicht …"

"Bilden Sie sich nur nicht zu viel ein, Granger", unterbrach er sie mit eisiger Stimme. "Was ich tue, entscheide immer noch ich. Ich hätte Sie ebenso gut bei jeder anderen Gelegenheit zuvor nehmen können und niemand hätte sich je darum gekümmert. Ist Ihnen das überhaupt bewusst?"

Sichtlich belämmert blickte sie zu ihm auf. Sie hatte die ganze Zeit über versucht, den Gedanken zu verdrängen, dass er wie jeder andere Todesser auch nahezu unerschöpfliche Macht und Einfluss besaß. Nun, da er es angesprochen hatte, versetzte es ihr einen Stich.

"Ja, Sir", sagte sie leise.

Er atmete aus. "Seien Sie vorsichtig, was Sie in meiner Gegenwart tun. Sie haben mich bereits genug herausgefordert. Jeder andere in meiner Lage würde Sie dafür büßen lassen."

Da war es wieder, dieses eigenartige Gefühl, das sie jedes Mal heimsuchte, wenn er ihr eine seiner halbherzigen Offenbarungen machte. Ob es Absicht war oder nicht, dass er das tat, konnte Hermine nicht mit Sicherheit sagen. Trotzdem wagte sie es, aufzustehen.

Snape fuhr sich derweil mit zittrigen Händen durch die Haare und Hermine senkte den Blick auf seine sich unruhig hebende und senkende Brust.

"Sie haben einen gewaltigen Fehler gemacht, Granger", sagte er mit rauer Stimme.

"Vielleicht habe ich das, Professor. Aber es ist mir gleich. Die Zeiten sind hart und ungewiss. Ich lerne eben gerne dazu und möchte auf alles vorbereitet sein."

"Selbst darauf?", fragte er süffisant und mit einer hochgezogenen Braue.

"Ja. Manche Dinge, die in den Büchern stehen, haben ihre Grenzen."

"Und Sie denken, ich nicht?"

"Um das herauszufinden, kam ich zu Ihnen."

"Und jetzt sind Sie enttäuscht", murmelte er zwischen den eng aufeinanderliegenden Lippen hindurch zurück.

Vorsichtig lächelte sie zu ihm empor. "Sind wir das nicht mehr oder weniger alle, wenn unsere Erwartungen erfüllt wurden?"

Sie nahm ihre Hand und strich damit über die Knöpfe auf seiner Brust. Er versteifte sich und betrachtete sie kritisch, ohne sie auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen.

"Offensichtlich habe ich Sie unterschätzt. Man sollte meinen, Menschen wären dazu in der Lage, aus ihren Fehlern zu lernen. Doch nicht Sie. Sie hören einfach nicht auf, Granger."

Hermine antwortete nicht. Sie war zu befangen von seiner Gegenwart, als dass sie die Gelegenheit ungenutzt gelassen hätte, sich ihm ein weiteres Mal zu nähern. Angeregt durch ihre eigene Unerfahrenheit und Neugier ließ sie sich dazu verleiten, ihn zu erkunden. Ohne länger zu zögern drückte sie sich an ihn. Ihre Hand glitt an seiner Brust hinab und über seinen Bauch. Als sie seinen Unterleib erreichte, schloss sie ihre Finger um seine Männlichkeit und spürte die vielversprechende Wölbung dahinter.

Snape ließ ein kehliges Stöhnen verlauten. Seine Hände kamen hervor und packten sie an den Armen. Zugleich fühlte sie, wie er aufgrund ihrer Berührung härter wurde. Es war ein wundersames Erlebnis. Hin und hergerissen zwischen Abscheu und Bewunderung fing sie an, ihn durch seine Gewänder hindurch zu streicheln. Nicht lange darauf schob er sie vor sich her auf das Bett zu und begrub sie unter seinem Körper.

Hermines Atem ging unweigerlich schneller, während sie sich mit dem Druck seiner Männlichkeit vertraut machte, die gegen ihren Bauch stieß. Was würde er diesmal tun? Würde er es überhaupt zulassen, sich ein weiteres Mal mit ihr zu vereinen, obwohl er ahnte, dass sich irgendeine Absicht hinter ihrem Handeln verbarg?

Noch ehe sie einen klaren Gedanken gefasst hatte, bäumte er sich auf, um seine Gewänder beiseite zu schieben und seinen Gürtel und die Hose zu öffnen. Nahezu lüstern sah sie auf seinen harten Penis und wunderte sich, wie sie es nur schaffte, ihm mit diesen kleinen Gesten solche Regungen zu entlocken. Sie wusste, dass er alleine es war, der sie ihrem Ziel näher bringen sollte, den verhassten Professor an sich zu binden.

Beherzt schlang sie die Finger darum. Sogleich durchdrang ein tiefes Grollen die Mauern des Raumes, Snape beugte den Kopf zurück und stöhnte leise auf.

Es war nicht weiter schwer für Hermine, zu wissen, was sie tun musste. Trotz ihrer Unerfahrenheit fing sie an, seinen Schaft in der Mitte ihrer Hand rauf und runter zu streichen. Zuerst zögerlich, dann immer fester. Snape ließ sie gewähren, bis sie sich an das befremdliche Gefühl und die leisen Geräusche, die ihre Bewegungen verursachten, gewöhnt hatte. Nicht lange darauf sah sie eine glitzernde Flüssigkeit aus seiner Spitze hervortreten und fuhr interessiert mit dem Finger darüber.

Snape schien es zu gefallen, denn als sie aufblickte, hatte er die Augen fast gänzlich geschlossen. Seine Arme stützten angespannt seinen Oberkörper, dennoch wirkte er fast friedfertig in dieser Position, als er so auf ihr saß und ihm die Strähnen platt zu beiden Seiten des Gesichts hinabfielen.

Erst jetzt, als ihre Bewegung stoppte, sahen sie sich an. Einen Moment lang fühlte Hermine sich versucht, seine Haare zurückzuschieben. Sie hatte noch nie zuvor richtig seine Ohren oder seinen Hals gesehen. Snape aber hatte anderes im Sinn. Er nahm seine Hand und legte sie auf ihre, um ihr zu Hilfe zu kommen. Seine langen Finger waren längst nicht so kalt wie gewöhnlich. Im Gegenteil, denn eine seltsame Hitze ging nun von ihm aus. Selbst einige Schweißperlen benetzten seine Schläfen.

Eine Weile führte er ihre Hand und zeigte ihr, wie er berührt werden wollte, bis er sich zweifelsohne dem Höhepunkt näherte. Plötzlich reckte er wie vom Blitz getroffen die Hüften nach vorn und pumpte am ganzen Körper bebend seinen Samen aus sich hinaus, der sich milchig-weiß auf Hermines dunkler Strickjacke ergoss.

Schwer atmend sackte er vornüber und blieb auf ihr liegen. Doch nur für einen kurzen Moment, dann hatte er sich wieder gefasst. Er rollte sich von ihr, fiel dumpf neben Hermine auf die Matratze und strich sich mit den Fingern die verschwitzten Strähnen aus dem Gesicht.

Hermine sah seinen Brustkorb neben sich aufragen, der sich ebenso wie zuvor schnell hob und senkte. Der Anblick ließ sie frösteln, zumal sie nicht wusste, was in ihm vorging. Sie richtete sich auf und zog die Strickjacke aus. Achtlos warf sie sie auf den Boden. Der Geruch seines Ejakulats aus der Nähe war verstörend gewesen.

Snape reckte den Oberkörper empor und setzte sich auf. Eindringlich sah er sie an.

„Das nächste Mal, wenn Sie jemanden verführen wollen, sollten Sie ihn nicht merken lassen, dass Sie nichts für ihn übrig haben, Granger. Benutzen Sie um Himmelswillen einen Zauber, um Ihre Kleidung zu säubern, das ist eine altbewährte, unauffällige Methode."

Hermine blinzelte. Sie ahnte bereits, dass ihre Wangen knallrot angelaufen waren und wusste nicht so recht, wo sie hinsehen sollte. Sein Gesicht war ihr zuwider und seine Hose stand immer noch offen, weswegen sie es nicht wagte, den Blick zu senken.

„Es ist nicht nötig, dass Sie mir das sagen, Professor", entgegnete sie kühl.

Er zog die Brauen in die Höhe. „Ach nein? Kamen Sie nicht zu mir, um etwas von mir zu lernen?"

Hermine unterdrückte ein Augenrollen. „Unter anderem."

„Dann täten Sie gut daran, meine Ratschläge zu beherzigen. Sie wollten doch auf alles vorbereitet sein, nicht wahr?"

Einer seiner Mundwinkel rutschte sanft nach oben und Hermine hätte ihm am liebsten eine dafür geknallt. Snape aber kam ihr zuvor.

„Wir sind fertig für heute, denke ich. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen, ich möchte unter die Dusche und mir Ihren Geruch abwaschen. Guten Abend, Granger."

Er kam schwerfällig auf die Füße und ging auf eine Tür zu, die zu seinem Badezimmer führte.

Verdutzt blieb Hermine sitzen und blickte ihm nach, bis er darin verschwunden war. Erst dann schnappte sie sich ihre Strickjacke, knüllte sie zusammen und suchte das Weite.