Ludicrous Smile
Kapitel 15
„Es war gut, den Standort zu wechseln, nachdem das mit Nagini passiert ist."
„Wo seid ihr denn jetzt, Harry?"
„Im Forest of Dean. Du hast mir ja erzählt, dass du da mit deinen Eltern beim Zelten warst. Ist bestimmt ganz nett hier, wenn nicht gerade alles verschneit ist. Jetzt ist es einfach nur saukalt."
Hermine hatte sich im Stillen endlose Gedanken gemacht, nachdem Snape ihre beiden Freunde erwähnt hatte. Sie wusste, dass sie ihm nicht trauen konnte oder gar durfte, ob sie nun mit ihm schlief oder nicht. Daher war es besser, nicht weiter darauf herumzureiten. Jeglicher Streit mit ihm war eine Gefahr, der sie aus dem Weg gehen musste.
Besorgt überlegte sie dennoch, ob sie Harry irgendetwas von den neuesten Entwicklungen zwischen ihr und dem Professor erzählen konnte, entschied sich aber dagegen. Je weniger er wusste, desto weniger würde er sich darüber aufregen. Hinzu kam natürlich auch, dass sie aufpassen musste, nichts von ihrer intimeren Bekanntschaft mit ihm zu erzählen.
Es war mitten in der Nacht, als Hermine auch am nächsten Abend in seinem Bett lag und dort auf ihn wartete. Zuvor hatte sie versucht, ihn im Labor aufzusuchen. Diesmal jedoch ohne Glück: Er war unauffindbar gewesen.
Plötzlich hörte sie, wie jemand in Snapes Schlafzimmer apparierte. Verstört schreckte Hermine hoch und sah Snape höchstpersönlich vor sich stehen. Um die Schultern hatte er einen schweren schwarzen Reiseumhang, auf dem einige Schneeflocken zu erkennen waren, ehe er sie mit großen fahrigen Bewegungen seiner Hand abstreifte.
„Wo waren Sie?", fragte sie vollkommen unvermittelt.
Die Tatsache, dass er in Hogwarts einfach so apparieren konnte, überraschte sie kaum, denn immerhin war er jetzt der Schulleiter. Vielmehr musste sie sich eingestehen, dass sie sich Sorgen gemacht hatte, als er nicht aufzufinden gewesen war.
„Sie haben Feuer gemacht, Granger", stellte er ausweichend fest. „Grundgütiger. Da kommt man heim und wird gleich so herzlich empfangen."
Hermine schnaubte leise.
„Ist Ihnen noch nie aufgefallen, wie kalt es hier unten ist?"
„Offengestanden nicht in letzter Zeit", entgegnete er zynisch und schälte sich aus dem Umhang, den er, ohne ihn weiter zu beachten, über den Sessel warf. Anschließend schwebte er auf das Bett zu und baute sich mit verschränkten Armen vor ihr auf, die Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen erhoben. „Das ist nun schon das zweite Mal, dass Sie hier in meinem Bett liegen. Streng genommen sogar das dritte Mal. Aber wir wollen nicht kleinlich sein, nicht wahr?"
Hermine schielte unbeholfen zu ihm empor. Wenn er wüsste, was während seiner Abwesenheit geschehen war, würde er bestimmt nicht so reagieren.
„Gut, dass Sie das so sehen", sagte sie etwas zu überzogen für seinen Geschmack. „Ihre Einstellung macht die Sache leichter."
Snape, nun gewarnt, legte den Kopf schief und zog eine seiner Brauen in die Höhe.
„Welche Sache?"
„Die, dass Filch mich auf dem Weg hierher erwischt hat und ich ihm gesagt habe, Sie hätten mich ins Labor bestellt, um dort sauberzumachen."
Angestrengt holte er Luft und Hermine fürchtete schon, er würde vergessen, wie sich alles zwischen ihnen verändert hatte, seit sie miteinander schliefen.
„Sie haben ihn also angelogen", stellte er schlicht klar. „Und weiter?"
„Sie waren nicht da, also habe ich mich alleine an die Arbeit gemacht. Ein Glück, dass Sie letzte Nacht so ein Chaos hinterlassen haben, Professor, sonst würde ich jetzt in ziemlichen Schwierigkeiten stecken."
Mit offenem Mund starrte er sie an. Dann lachte er bitter auf.
„Ich kann das fast nicht glauben, Granger."
Hermine biss sich auf die Lippe, als sie bemerkte, dass er offenbar große Mühe hatte, sich nicht auf sie zu stürzen. Sichtlich aufgebracht nahm er die Hände hoch und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare.
„Ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, was für Folgen Ihr Verhalten nach sich ziehen könnte? Schlimmer noch. Ich fürchte, Sie wissen genau, dass das, was Sie tun, falsch ist. Nichtsdestotrotz tun Sie es. Doch warum ist das so?"
„Das ist mir auch schon aufgefallen", sagte Hermine mit demütig gesenkter Stimme. Ihr war beinahe jedes Mittel recht, um ihn zu besänftigen. „Ich kann es mir selbst nicht erklären. Aber wenn ich ehrlich bin, erinnert es mich ein wenig an Sie."
„An mich?"
„Ja. Sie sind schließlich der, der die größten Geheimnisse mit sich herumträgt. Aber zerbrechen Sie sich darüber nicht den Kopf, Professor. Sie sagten ja bereits, dass ich in Bezug auf Ihre Ehre falsch liege. Vermutlich irre ich mich jetzt ebenfalls."
Snape sagte nichts darauf und zog es vor, im Bad zu verschwinden. Mit einem lauten Knall fiel die Tür hinter ihm ins Schloss, sodass Hermine zusammenzuckte.
Während sie in seinem Bett lag und auf seine Rückkehr wartete, überlegte sie fieberhaft, was sie tun konnte, um ihn bei Laune zu halten. Sie wollte keineswegs den Rest der Nacht in ihrem Turm verbringen. Doch noch war nicht geklärt, wie er auf sie reagieren würde, wenn er aus dem Bad käme. Außerdem fiel ihr der Anhänger mit der darin verborgenen Münze ein, den sie um den Hals hatte. Sollte Snape ihr zufällig die Klamotten vom Leib reißen (nicht dass sie damit rechnete, dass er das nach dem jüngsten Vorfall tun würde) und dahinterkommen, was es damit auf sich hatte, wäre alles Weitere in großer Gefahr.
Schnell nahm sie das Schmuckstück ab und versteckte es ganz vorne in ihrem Schuh. Dann kroch sie wieder unter die Decke und wartete. Einige Minuten später ging die Tür auf und er kam heraus, nur noch mit seiner schwarzen Hose und einem weißen Hemd bekleidet.
„Ich denke, wir sollten ein paar Kleinigkeiten klären", sagte er zwischen den Zähnen hindurch und setzte sich zu ihr aufs Bett, um seine Schuhe auszuziehen.
Hermine stützte den Kopf auf die Hände und sah ihn von der Seite her an. Es war schwer, festzustellen, was in ihm vorging. Streng genommen wusste sie selbst, dass es keinen Sinn hatte, darauf zu hoffen, dass er sie so ohne Weiteres mit dieser Lüge davonkommen lassen würde.
„Wenn Sie weiterhin Wert darauf legen", setzte er nach, „Ihre Freizeit in meiner Nähe zu verbringen, müssen wir uns an einige Vereinbarungen halten. Sie wollen doch sicher nicht auffliegen, wenn Sie das nächste Mal hier herkommen. Und ich habe keine Lust darauf, dem Personal zu erklären, was Sie in den Kerkern zu suchen haben."
Er drehte den Kopf in ihre Richtung und sah sie mit funkelnden schwarzen Augen an. Hermine wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte, wagte es aber auch nicht, zu widersprechen, wenn sie ihn nicht noch mehr verärgern wollte.
„Heißt das, Sie erteilen mir die Erlaubnis, wieder herzukommen?", fragte sie vorsichtig.
„Es heißt, Sie werden die Arbeit im Labor offiziell wieder aufnehmen, um Ihre Strafe abzubüßen."
Hermine lächelte. Sie war so erleichtert, dass sie sich einfach nach vorne warf und die Arme um seinen Leib legte. Snape hingegen runzelte abschätzig die Stirn. Er hatte sich schon lange nicht mehr so verletzlich gefühlt wie in diesem Moment, als er sich eingestehen musste, dass sie es geschafft hatte, ihn um den Finger zu wickeln.
Befreit klammerte sie sich an ihn und drückte ihren Kopf an die Mulde zwischen seinem Hals und seiner Schulter. Sie wusste, dass er dem nur zugestimmt hatte, um ihr einen Vorwand zu liefern, am Abend bei ihm sein zu können; warum auch immer, blieb eine Sache, die offenbar keiner von beiden auszusprechen wagte. Der Hauptgrund war wohl die sexuelle Lust, die sie beide für sich entdeckt hatten. Hermine hatte ohnehin nichts dagegen, ihm weiterhin zu assistieren, solange sie sich nur nicht wieder so einsam und verloren fühlen musste, wie es damals der Fall gewesen war, als sie sich auf den Astronomieturm geflüchtet hatte.
Angeregt durch die Nähe zu ihm fing sie an, ihre Nase an seinem freigelegten Hals zu reiben. Nie zuvor hätte sie gedacht, dass sich seine unter den üblichen Gewändern, die er tagein tagaus trug, nahezu schon unnatürlich blasse Haut so gut anfühlen würde. Sie war fest und sanft zugleich. Zudem roch er so verführerisch nach Mann, dass ihr dabei ganz schummrig wurde.
Mit gespitzten Lippen drückte sie kleine Küsse auf seine Kehle, die ihn schaudern ließen, ehe ihre Zunge hervorschoss und die Erkundungstour fortsetzte.
Snape atmete scharf aus. Sein Brustkorb hob und senkte sich mit einem Mal schneller. Plötzlich umfasste er mit den Händen ihre Hüften und zog sie zu sich auf seinen Schoß. Hermine zögerte nicht lange und kam ihm entgegen. Sie setzte sich auf ihn, sodass sich ihre Gesichter ungehindert gegenüber waren. Wortlos lehnte sie dann ihre Stirn an seine und versenkte ihre Hände in seinen langen Strähnen. So sahen sie sich einfach nur an.
Auf einmal legte Snape die Arme um ihre Schultern und presste ihren Körper so begierig an sich, dass sie kaum noch Luft bekam. Überdeutlich konnte sie die Erregung spüren, die durch seine Hose hindurch gegen ihren Unterleib stieß.
Ein tiefes Stöhnen entfuhr ihm und Hermine genoss es, als sich das Geräusch bis weit in ihre Mitte auszubreiten schien. Sein Mund war nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt und sie fühlte ihre Wangen förmlich glühen. Seit einer Weile schon hatte sie sich gefragt, ob er sie jemals küssen würde, obwohl es absurd gewesen war, darüber nachzudenken. Snape war zwar zum Sex bereit gewesen, ein Kuss aber bedeutete etwas ganz anderes. Er konnte so viel Gefühl in sich bergen, dass sie kaum über die wahre Bedeutung dahinter nachzudenken wagte. Außerdem wusste sie selbst nicht, ob sie überhaupt gewillt war, diesen Schritt zu wagen. Die Küsse mit Victor waren in ihren Augen viel zu schnell passiert, um eine tiefere Bedeutung hinterlassen zu haben. Die Vorstellung, Snape zu küssen, war dagegen einfach nur aufregend wie kaum etwas anderes.
In diesem Moment, als sich sein Blick tief in ihre braunen Augen bohrte, wusste sie, dass er denselben Gedanken gehabt hatte wie sie. Und dann geschah es.
Ganz langsam wich er zurück, legte den Kopf schief und brachte seine Lippen auf ihre nieder. Bereits damals, als sie überschäumend vor lauter Emotionen dasselbe bei ihm getan hatte und dann einfach davongelaufen war, hatte sie diese Art der Berührung als überaus sinnlich empfunden, ohne so recht zu wissen, was das zu bedeuten hatte. Nun war alles noch weitaus komplizierter geworden. Der anfänglich raue Sex, den sie mit ihm gehabt hatte, warf einen dunklen Schatten auf die eigentümliche Beziehung zwischen ihnen. Aber da war sie: Eine völlig neue Seite an Snape, sanft und verunsichert. Sie konnte zweifellos die Nervosität spüren, die in ihm steckte. Es war ebenso unbeschreiblich wie untypisch für ihn, so zu reagieren.
Schier überwältigt von dieser Erkenntnis ließ sie ihn fortfahren; ließ zu, dass er sie mit seinen dünnen weichen Lippen erkunden konnte. Dabei war ihr Snape bei näherer Überlegung nie als empfindsamer oder gar zärtlicher Mann erschienen. Erst jetzt, wo er es erlaubte, dass sie so ungezwungen und willig auf ihm saß, realisierte sie, wie wenig sie eigentlich über ihn wusste.
Als seine Lippen dann auseinanderdrifteten und seine Zunge gegen ihre stieß, konnte sie sich nicht mehr länger zurücknehmen. Begierig öffnete sie den Mund und ließ ihn ein. Ihre Zungen trafen sich, umkreisten und liebkosten einander.
Ermutigt drückte Hermine sich so fest sie konnte an ihn und begann, ungestüm mit den Fingern seine Haare zu durchforsten. Er stöhnte leise auf, hatte irgendwann im Laufe des Vorgangs die Lider herabgesenkt.
Langsam ließ er sich nach hinten auf die Matratze fallen und zog sie mit sich auf das Bett nieder. Dort hockte sie auf ihm und konnte nicht aufhören, ihn zu küssen. Sie fing an, sich auf ihm zu bewegen und rieb ihren Unterleib an seinem. Es war das erste Mal, dass sie so auf ihm kauerte und Hermine musste nicht lange überlegen, um zu wissen, dass sie diese Position gut leiden konnte. Es hatte etwas zutiefst Erregendes an sich, ihn unter sich zu spüren. Zugleich gab es ihr jegliche Freiheit, ihre eigenen Fantasien und Sehnsüchte auszuleben, denn seine Männlichkeit zwischen ihren zitternden Schenkeln war so heiß, dass sie glaubte, ihr Unterleib würde jeden Moment auf ihm zerfließen.
Wie zwei fesselnde Bänder spürte sie seine Arme, die sie an ihn drückten. Seine Hände glitten ihren Rücken hinab und zogen und zerrten an ihrer Bluse, ehe sie darunter fuhren und mit den langen Fingern ihre nackte Haut erkundeten.
So paradox es immer noch war, auch Hermine spürte den Drang, ihn aus seinen Sachen zu befreien.
Sie löste sich von der Faszination los, die seine zerwühlten Strähnen ihr bescherten und widmete sich den Knöpfen seines Hemds. Ungeduldig fingerte sie daran herum, bis sie endlich seine Brust freigelegt hatte. Sie sah das Unterhemd darunter zum Vorschein kommen und schob Ihre Finger an den Seiten daran vorbei bis hin zu seinen Brustwarzen. Interessiert stellte sie fest, dass die Haut ihres Professors nur spärlich von Härchen durchzogen war und spürte jeden seiner darunterliegenden Rippenbögen arbeiten, während er wild atmend damit beschäftigt war, unterhalb ihrer Bluse ihren BH zu öffnen.
Bereits jetzt konnte sie sagen, dass er eher zäh als muskulös gebaut war, doch es spielte keine Rolle für sie. Sie hatte es aufgrund seiner hageren Statur nicht anders erwartet und wollte endlich wissen, was sich unter seinen Hüllen verbarg. Sie wollte ihn mit ihren eigenen Augen sehen, den Körper des Mannes, der sie so an sich gefesselt hatte, dass sie dabei jegliche Vernunft abgelegt hatte.
Bis zuletzt hatte er sie nie so weit voranschreiten lassen. Das erste Mal, als sie versucht hatte, sein Hemd aufzuknöpfen, waren ihr blitzschnell seine Hände zuvorgekommen und Hermines Exkursion hatte unmittelbar bei seinem schwarzen Frack geendet. Damit war dann Schluss gewesen.
Nicht so diesmal. Irgendwie wurde Hermine das Gefühl nicht los, dass er wollte, dass sie weitermachte, obwohl es ihm missfiel, sich vor ihr zu entblößen. Was genau es damit auf sich hatte, konnte sie wie so oft, wenn es um ihn ging, nicht feststellen. Vermutlich hatte er selbst Schwierigkeiten, sich dieses Verhalten zu erklären. Oder es hing mit seiner jahrelangen Isolation zusammen, die er hier in den Kerkern erfahren hatte.
Nach Luft ringend setzte sie sich auf und stürzte sich auf die restlichen Knöpfe seines Hemds. Etwas weiter unten, bei seiner Hose angelangt, überlegte sie kurz, ob sie es wagen konnte, fortzufahren. Ein Blick nach oben ließ sie neuen Mut schöpfen. Sie wusste, was sie in ihm geweckt hatte und würde darum kämpfen, es auszubauen.
Snape stöhnte mit geöffnetem Mund auf, als sie seinen harten Schaft herausholte. Lüstern hielt sie ihn in ihrer Hand und bearbeitete ihn beinahe spielerisch mit den Händen. Es dauerte nicht lange, dann erreichte er den Höhepunkt, ungeduldig und viel schneller als sie es erwartet hätte. Dennoch war es ein unvergessliches Erlebnis für sie gewesen, ihn dabei zu beobachten.
Er war noch nicht einmal richtig erschlafft, da kam er wieder zu sich und rollte sich mit ihr herum, sodass sie unter ihm lag.
Mit unverwechselbarer Härte in den Augen sah er sie an und Hermine schoss durch den Kopf, wie er in der Vergangenheit selbst über Dumbledore eine gewisse Macht in den Händen gehabt hatte, als er sich geweigert hatte, Harry weiter in Okklumentik zu unterrichten. Verwundert fragte sie sich nach dem Warum des Ganzen. Warum hatte er all die Dinge getan, die er zu verantworten hatte? Warum hatte er sie nicht zurückgehalten, um sich mit ihr zu vereinen? Warum war sie jedes Mal eifersüchtig, wenn sie ihn nicht voll und ganz zu spüren bekam? Warum musste er jedes Mal, wenn sie anfing, etwas forscher zu werden, die Oberhand zurückerobern? Es kam ihr eigenartig vor, nach allem, was inzwischen geschehen war, wieder daran erinnert zu werden, wer er leibhaftig war. Zwar schien er es zu mögen, sich langsam mit ihr auszutauschen, wollte dabei aber nie alles von sich offenbaren.
Snape senkte den Kopf und lehnte ihn schwer atmend an ihre Stirn, als er auf ihr lag. Ein Schauder jagte durch seinen Körper, wie um die letzten Wellen der versiegenden Lust auszukosten, ehe er vollends in die Realität zurückkehrte.
Zutiefst ergriffen wollte Hermine etwas sagen, doch er schüttelte den Kopf und sie blieb stumm. Wieder einmal hingen ihm seine langen Strähnen ins Gesicht und machten es ihr schier unmöglich, den Ausdruck dahinter zu entziffern. Alles, was sie zu sehen glaubte, war Schmerz.
Er öffnete den Mund und sagte mit rauer Stimme: „Bleiben Sie hier, Granger. Aber warten Sie nicht auf mich."
Erst jetzt, als er sich von ihr wälzte und seine Sachen in Ordnung brachte, begriff sie, dass er dabei war, sie zu verlassen. Sein ungestümes Verhalten und der Schmerz ergaben endlich einen Sinn. Wie so oft zuvor hatte sie es verdrängen wollen. Das Warum zählte nicht für einen Menschen wie ihn. Er gehörte nicht ihr. Er gehörte Voldemort.
