Ludicrous Smile

Kapitel 18

Nicht lange nach ihrem sexuellen Aufeinandertreffen hatten sie das Labor verlassen. Die Gesichter zueinander gewandt lagen sie Seite an Seite in seinem Bett und sahen sich an. Hermine wollte so gerne mehr darüber wissen, was vor sich ging, wusste aber nicht, wie sie die Sache zur Sprache bringen sollte, ohne dabei wieder zu riskieren, dass er auf Abstand ging. Sie war ungeheuer erleichtert darüber, nun eine Berechtigung gefunden zu haben, die es ihr endgültig erlaubte, den angestauten Hass auf ihn auf Eis zu legen.

In Gedanken ging sie noch einmal die Ereignisse und Gespräche der letzten Wochen durch und kam zu dem Schluss, dass ihre Instinkte sie genau in die richtige Richtung geführt hatten. Fast schon übermütig aufgrund dessen reckte sie sich ihm entgegen und drückte einen flüchtigen Kuss auf seine Lippen.

Snape runzelte die Stirn, reagierte aber nicht weiter darauf. Allem Anschein nach wollte er abwarten, was ihr diesmal im Kopf herumschwirrte, ehe er sich dazu herabließ, ihr entgegenzukommen.

Hermine ließ sich davon nicht beirren. Sie war so Feuer und Flamme für ihn, dass sie nicht länger darüber nachdenken wollte. Sie legte ihre Hand auf seine Brust und strich wie selbstverständlich mit den Fingern über die schwarzen Knöpfe. Als er sie nicht davon abhielt, fing sie an, einen nach dem anderen zu öffnen. Im Anschluss folgte sein Hemd. Begierig zog sie es aus seiner Hose und schob sein Unterhemd nach oben.

Er schloss die Augen. Sie wusste, dass es ihm nicht behagte, sie das tun zu lassen, sah aber auch keinen Grund, warum sie jetzt einen Rückzieher machen sollte. Wenn er sich das Recht herausnahm, sie so freizügig zu vögeln, war es doch das Mindeste, dass sie eine Gegenleistung erhielt.

Vorsichtig setzte sie mit den Fingerspitzen ihr Vorhaben fort, erkundete zum ersten Mal überhaupt bewusst seinen Körper, sah die Narben und Striemen, die die Flüche Voldemorts und seiner Todesser in seine Haut getrieben hatten, genauso wie sie es befürchtet hatte. Es versetzte ihr einen Stich, wobei der Umstand, ob es nun im Kampf oder in Demut vor seinem Herrn geschehen war, nebensächlich wirkte. Die Vorstellung an sich, einen Menschen niederknien zu lassen, um ihn so zu verletzen, war barbarisch. Schnell steigerte sich Hermines anfängliche Faszination für ihn in Unverständnis und Wut, am Ende sogar Scham. Hatte sie nicht selbst den Wunsch gehegt, ihn für seine Vergehen bluten zu lassen?

Irgendwann öffnete er die Augen und fasste nach ihrer Hand. Es war keine bedrohliche Geste, die nun dahintersteckte, so wie es oft zuvor der Fall gewesen war. Abwägend sahen sie sich an und in ihr überschlug sich alles. Harry hatte ihr erzählt, was damals auf dem Friedhof passiert war, als Cedric gestorben war; wie die Todesser untertänig vor der wieder zum Leben erweckten Macht Voldemorts auf der Erde gekauert hatten, in dem Bewusstsein, dass sein Zorn sie jeden Augenblick treffen könnte. Wie eigenartig war es da, sich in Snapes Lage zu versetzen, wo doch seine Rolle noch immer nicht endgültig geklärt war. Das Einzige, was sie mit Sicherheit sagen konnte, war, dass er im Verborgenen Dinge tat, die ihn mit großer Wahrscheinlichkeit den Kopf kosten könnten, wenn jemand davon wüsste.

Hermine verdrängte den Gedanken wieder. Er musste nicht erfahren, was in ihr vorging. Entschieden rollte sie sich auf ihn, wobei sie ihn unter sich auf das Bett niederdrückte. Er ließ sie gewähren.

Seine Hände kamen hervor und fingen an, sie obenrum auszuziehen. Er strich ihre Locken beiseite und berührte sanft ihre entblößten Brüste.

Hermine genoss das Gefühl. Es war so prickelnd, so erregend, dass sie sich ohne lange zu zögern aus ihren restlichen Sachen befreite. Nackt saß sie auf ihm und ließ sich von ihm ansehen.

Seine langen Finger glitten über ihre Haut, gefolgt von seinen schwarzen Augen, die sie bewundernd betrachteten.

„Jetzt sind Sie an der Reihe, Professor", sagte sie mit einem verlegenen Lächeln auf den roten Lippen.

Sie glitt von ihm und legte sich neben ihn, den Kopf auf die Hand gestützt.

Snape zögerte. Es war nicht seine Art, sich nackt vor jemandem zu zeigen. Wenn er Sex hatte, war der Akt stets auf den rein körperlichen Part beschränkt. Für Emotionen oder sonstige Spielchen war da kein Platz. Er hatte sich noch nie dafür interessiert, ob außer ihm noch jemand zum Zug gekommen war oder nicht.

„Ich bestehe darauf", sagte sie auffordernd und streckte die Hand nach ihm aus, um seinen Gürtel zu öffnen.

Barsch schob er sie fort.

„Sie haben mir nichts zu befehlen, Granger", knurrte er sie an.

„Vielleicht ist das so. Aber wenn Sie ehrlich sind, hat es Ihnen gefallen, mit mir zu schlafen. Und wenn wir es wieder tun, möchte ich Sie voll und ganz dabei spüren. Ich bin mir sicher, dass Sie es nicht bereuen werden."

Er grummelte leise vor sich hin und zog sich aus. Hermines Herz klopfte ihr derweil bis zum Hals. Nicht weil sei neugierig war, sondern weil sie wusste, dass es riskant war, sich gegen ihn zu behaupten. Wenn er gewollt hätte, hätte er sie jederzeit mühelos überwältigen können, genauso wie er es damals gesagt hatte.

Zum Glück war seine Stimmung nicht ganz so schlecht, wie er sie glauben lassen wollte, denn kurz nachdem er nackt neben ihr lag, schien ihn seine eigene Kuriosität eines Besseren zu belehren.

Er rollte sich auf sie und fing an, mit seinen Lippen ihren Hals und ihre Brüste zu bearbeiten.

Hermine stöhnte leise auf. Das Gefühl, ihn nackt auf sich zu haben, war schier überwältigend. Nicht lange darauf spürte sie deutlich die Härte seiner Männlichkeit gegen ihren Bauch stoßen, zweifelsohne ein Zeichen dafür, dass es ihm gefiel, sie zu erkunden.

Zutiefst bewegt von den neuesten Entwicklungen nahm sie sein Gesicht in ihre Hände und brachte ihn dazu, sie anzusehen. Sanft strich sie ihm die Strähnen beiseite, reckte den Kopf in die Höhe und drückte ihre Lippen auf seine. Ihre Arme und Beine schlangen sich um ihn, um ihn so fest wie möglich an sich zu drücken.

Snape schauderte. Er hatte das nicht erwartet. Er hatte ja keine Ahnung, wie es sich anfühlte, jemanden so innig bei sich zu spüren, nackt, Haut an Haut.

Während er sich widerspenstig von ihr dazu hinreißen ließ, sich fallenzulassen, überkamen ihn all die unbekannten Gefühle, mit denen er nichts anzufangen wusste. Er konnte spüren, wie sie sich unter ihm wand, wusste, dass sein Penis nur wenige Zentimeter davon entfernt war, sie zu erobern.

Mit einem gezielten Griff zwischen ihre Körper führte er ihn in sie ein und tauchte in die wärmende Höhle, die ihn so begierig wie nie zuvor Willkommen hieß. Der verbotene Ort, von dem er wusste, dass er alleine es war, der ihn je erkundet hatte.

Der Gedanke ließ ihn frösteln. Seit Beginn an hatte er ihn verdrängt, hatte versucht, sich einzureden, dass es keine Rolle spielte, obwohl er tief in seinem Inneren wusste, dass das nicht wahr war. Sie hatte verzweifelt versucht, zu ihm vorzudringen, warum war ihm selbst ein Rätsel gewesen. Ob sie tatsächlich nur gehofft hatte, etwas aus ihm herauszubringen, um ihren Freunden heikle Informationen verraten zu können? Es war ihm gleich. Im Moment hatte er andere Dinge, die ihn beschäftigten, so wie ihren willigen Körper, der sich ihm im Einklang mit seinem entgegen reckte. Das, was er nie für möglich gehalten hätte, holte ihn ein. Die Sehnsucht, sich einem Menschen nahe zu fühlen, nagte schmerzhaft an seinem harten Schwanz, ebenso wie sein quälendes Gewissen.

Zum ersten Mal überhaupt bewegte er sich langsam und mit Bedacht, kostete jede ihrer Regungen aus, als er in sie glitt und wieder hinaus.

Zitternd lehnte er sein Gewicht auf seine Unterarme und näherte sich mit seinen Lippen den ihren, um sie mit der Zunge zu liebkosen.

Er hörte ihr leises Stöhnen in seinem Mund widerhallen, fühlte wie ihre Finger seine arbeitende Muskulatur am Rücken ertasteten.

Sie forderte mehr, brachte ihn dazu, sich schneller zu bewegen, während sie zeitgleich ihre Hände in seinen langen Strähnen im Nacken versenkte.

Es hatte etwas Sinnliches an sich, als er ihr junges Gesicht betrachtete, wohl wissend, dass sie sich dem Höhepunkt näherte. Dann geschah es: Wie eine erlösende Welle brach die Lust aus ihr heraus, laut, spürbar bis in die Tiefen ihres Seins hinein.

Er konnte den Blick nicht von ihr nehmen. Selbst jetzt, als er sich ebenfalls gehen ließ, um sich bis in die kleinste Pore hinein mit ihr zu vereinen, musste er sie ansehen. Es war wie eine Erlösung, zu wissen, dass er das erfahren durfte. Ihr junger Körper war sein. Und so sollte es bleiben.