Ludicrous Smile

Kapitel 31

Kaum im Zelt angelangt wurde sie von Ron in Empfang genommen, der aufgeregt um sie herumtänzelte.

"Wo hast du nur so lange gesteckt? Ich hab mir riesige Sorgen um dich gemacht, Hermine!"

"Das hättest du nicht tun sollen", sagte sie kopfschüttelnd. "Denkst du nicht, dass ich einiges mit ihm zu bereden habe? Er ist schließlich der Vater meines Babys, Ron!"

Sie funkelte ihn so zornig an, dass er abwehrend die Hände hob.

"Schon klar. Aber was wollte er hier? Wieso ist er nicht im Schloss bei Harry? Sollte er ihm nicht besser den Rücken freihalten?"

"Was glaubst du? Ich bin überzeugt davon, dass er einen Plan hatte, ihm die Carrows vom Hals zu halten. Abgesehen davon ist es vermutlich besser, wenn sich die beiden aus dem Weg gehen. Stell dir mal vor, Harry sieht ihn auf der Karte und vergisst aus lauter Hass, was er eigentlich dort tun sollte. Nein, es war gut, ihm Zeit zu geben, damit er sich auf seine Aufgabe konzentrieren kann."

"Das verstehe ich ja, Hermine. Aber was habt ihr so lange da draußen gemacht?"

Hermine klemmte ihre Lippe zwischen die Zähne.

"Geredet, Ron. Nur geredet."

Sie war so in Gedanken, dass sie nur im Unterbewusstsein merkte, wie er die Stirn runzelte, als würde er ihr nicht glauben. Wahrscheinlich stellte er sich gerade vor, wie es gewesen war, als sie und Snape in den Kerkern von Hogwarts miteinander ins Bett gehüpft waren. Aber es war ihr gleich, was er davon hielt. Snape war zu ihr gekommen. Es zeigte deutlich, dass noch längst nicht alles zwischen ihnen gesagt worden war. Es war noch nicht vorbei, es gab noch Hoffnung.

Sie seufzte.

"Wenn ich dir sage, worum es ging, musst du mir hoch und heilig versprechen, Harry nichts davon zu verraten. Ich meine das ernst, Ron."

"Meinetwegen", murrte er. "Willst du ihm erst gar nicht verraten, dass Snape hier war, um mit dir zu reden?"

"Das weiß ich noch nicht. Wenn der richtige Moment da ist, soll er es erfahren. Mal sehen, wie ich es am besten anstelle."

In knappen Sätzen fing sie an, ihm davon zu erzählen, was sie und der Professor zu bereden gehabt hatten. Als sie fertig war, gaffte er sie mit offenem Mund an.

"Er hat dich gefragt, ob du es wieder loswerden willst?"

"Sehr charmant, Ron", sagte sie fröstelnd aufgrund seiner Wortwahl.

"Entschuldige. Ich kapier das gerade nicht. Wieso – wieso tut er so etwas?"

"Keine Ahnung", sagte sie achselzuckend. "Vielleicht, weil es an die tausend Gründe gibt, die dafür sprechen, unter diesen Umständen kein Kind zu haben?"

"Das schon, aber … wie kommt er dazu, mit so einem Vorschlag hier aufzukreuzen? Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass er sich sonderlich dafür interessiert hat, oder?"

"Es fällt mir selbst schwer, aus ihm schlau zu werden, Ron. Ich glaube, im Grunde genommen war er wohl einfach der Meinung, dass ich es leichter haben könnte, als in meinem Alter mit einem Kind zurechtkommen zu müssen, das von einem Todesser stammt."

"Das fällt ihm ja reichlich früh ein! Hätte er nicht darüber nachdenken sollen, bevor er mit dir geschlafen hat?"

Hermine entgegnete vorsichtshalber nichts darauf und zog es vor, ins Bett zu gehen. Sie wollte alleine sein und ihre Gedanken sortieren. Zudem war es zu riskant, sich in etwas zu verstricken, was Ron darauf bringen würde, dass Snape die Schwangerschaft mit Absicht gewollt hatte.

xxx

Harrys Ausflug nach Hogwarts erwies sich als größerer Erfolg, als alle zu hoffen gewagt hatten. Sichtlich zufrieden mit sich berichtete er am nächsten Morgen beim Frühstück davon, wie ihm die Idee gekommen war, im Raum der Wünsche nach etwas zu suchen, das mit Ravenclaw zu tun gehabt hatte. Dabei war ihm eingefallen, was Luna ihm einmal über Ravenclaws verschollenes Diadem erzählt hatte, als er sie zu seiner Begleitung auf Slughorns Weihnachtsparty auserkoren hatte.

"Ihr-wisst-schon-wer dachte wohl, er hätte den Raum für sich alleine entdeckt. Aber da hat er sich geirrt. Er konnte ja nicht wissen, dass noch andere in Hogwarts verzweifelt versuchen würden, etwas zu verstecken."

Hermine sah ihn verwundert an.

"Ist ihm denn nicht aufgefallen, dass schon andere vor ihm da waren?", wollte sie ungläubig wissen.

"Vermutlich nicht. Er kam gar nicht erst auf die Idee, dass noch andere Hexen oder Zauberer in der Lage sein könnten, hinter das Geheimnis des Raums zu kommen. Vielleicht hielt er ihn für ein eigenständiges, magisches Wunder. Jedenfalls hätte ich selbst nie gedacht, dass ich das verschollene Diadem in meiner Hand hielt, als ich aus lauter Panik vor Snape das Zaubertränkebuch loswerden wollte."

"Aber wenn du damals nichts gespürt hast, woher wusstest du dann jetzt, dass du das Richtige tust?", warf Ron ein.

"Ich muss wohl langsam eine Verbindung zu den Horkruxen aufgebaut haben. Außerdem war ich diesmal auch nicht auf der Flucht vor Snape."

Hermine und Ron warfen sich verstohlene Blicke zu. Auch dann, wenn der Moment vielleicht nicht der geeignetste war, wollte sie nicht länger damit warten, Harry in das einzuweihen, was während seiner Abwesenheit geschehen war.

"Wo wir schon beim Thema sind", bemerkte Hermine wie beiläufig. "Du solltest wissen, dass ich gestern Besuch von ihm hatte."

Harrys Miene verfinsterte sich schlagartig und fast tat es ihr leid, dass sie davon angefangen hatte.

"Hab mich schon gewundert, wo der Kerl steckt", sagte er grummelnd. "Auf der Karte war er nirgends zu sehen, als ich im Schloss ankam."

"Umso besser. Ich möchte nicht wissen, was du getan hättest, wenn du ihm über den Weg gelaufen wärst."

Er ging nicht darauf ein und schnaubte. "Jetzt wird mir auch klar, warum ich das Gefühl nicht loswurde, dass mich jemand beobachtet, als ich durch das Tor ging. Es schien alles zu einfach zu sein ..."

"Hattest du denn deinen Tarnumhang nicht an?", fragte Hermine vorwurfsvoll.

"Doch."

"Wie kann er dich dann beobachtet haben?"

"Das weiß ich doch nicht! Er muss gewartet haben, bis ich das Tor bewegt habe. Und dann, als ich drin war, hat er sich verdrückt, dieser Feigling!"

Wütend ballte Hermine die Hände zu Fäusten. Sie war zwar zuweilen immer noch sauer auf Snape, aber wenn es eines gab, das sie mit Sicherheit wusste, dann war es die Tatsache, dass er kein Feigling war.

"Harry, das reicht jetzt! Sei froh, dass alles nach Plan verlaufen ist. Ich möchte mir lieber nicht ausmalen, was ihr beide hättet anrichten können."

"Das musst ja gerade du sagen! Schläfst mit Snape und wirst schwanger. Klasse Leistung, Hermine!"

Hermine rang nach Luft, sämtliche Farbe wich ihr aus dem Gesicht.

"WAS?"

"Nun mach mal langsam, Alter", sagte Ron schnell, als er sah, wie Hermine immer bleicher wurde. "So was passiert eben ..."

Hermine hörte kaum noch hin. Sie war wie erstarrt. Alles in ihr krampfte sich schmerzhaft zusammen. Es war nicht fair, dass er das gesagt hatte. Sie konnte ja nichts dafür!

"Oh, Harry", schluchzte sie leise, "wenn du wüsstest, was du da sagst, würdest du das nicht tun."

Betreten zog sie die Nase hoch und kämpfte gegen den Drang an, ihm die Wahrheit darüber zu sagen, dass Snape sie hintergangen hatte.

"Was wollte der Kerl überhaupt hier?", setzte Harry unwirsch nach, ohne auf die Tränen zu achten, die ihr übers Gesicht liefen.

"Wir haben uns unterhalten, Harry", wimmerte sie mit erstickter Stimme.

"Und worüber?"

"Wa-was?"

"Über das Baby", sagte Ron frei heraus. "Ich kann das verstehen, Mann. Warum du nicht auch? Sie wird doch wohl noch das Recht haben, mit dem Erzeuger ihres Kindes reden zu dürfen, oder?"

Harry sah sie der Reihe nach an und wirkte alles andere als besänftigt.

"Ich hab gerade einen Horkrux zerstört", bemerkte er gängelnd. "Ist euch denn gar nicht bewusst, was das bedeutet? Wir haben es bald geschafft! Jetzt müssen wir uns nur noch darauf konzentrieren, wie wir weitermachen. Da gibt es keinen Platz für eine Familienzusammenführung mit Snape."

"Was soll das nun wieder heißen?", fragte Hermine geknickt.

"Dass er ein Todesser ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Obwohl das nicht ganz richtig ist. Ich kann nicht behaupten, dass es mir um ihn leidtäte, wenn wir ihn endlich los hätten. Nach allem, was er uns und meinen Eltern angetan hat ..."

Hermine schniefte.

"Das glaub ich jetzt nicht", flüsterte sie zutiefst getroffen. "Er hat uns geholfen, Harry! Er und Dumbledore hatten einen Plan. Und du fängst allen Ernstes mit dieser alten Geschichte an?"

"Soll ich vielleicht vergessen, wie er sie verraten hat?"

"Das ist doch so gar nicht wahr! Und du sollst es auch gar nicht vergessen. Aber mach es ihm nicht dauernd zum Vorwurf, wo er doch jahrelang dafür bezahlt hat!"

"Bezahlt?"

"Du weißt genau, was ich meine. Das Thema ist erledigt. Er hat die Prophezeiung weitergegeben, wie jeder in seiner Lage es getan hätte."

"Nein, nicht jeder, Hermine", warf er kopfschüttelnd ein. "Wir sind nämlich keine Todesser. Wir sind die Guten, schon vergessen? Wir verraten nicht Dinge an Du-weißt-schon-wen, damit der losrennen kann, um Leute umzubringen."

"Natürlich nicht! Aber ich bin überzeugt davon, dass er nicht wollte, dass so etwas geschieht. Er wusste nicht, was Du-weißt-schon-wer mit den Informationen anfangen würde. Vor allem, auch wir haben nicht immer alles richtig gemacht. Denk doch mal daran, wie oft wir ihn verdächtigt haben. Ich habe ihn sogar angezündet! Und jedes Mal ist am Ende nur dabei herausgekommen, dass er uns geholfen hat."

"Kann schon sein. Trotzdem müssen wir uns entscheiden, was wir tun wollen. Sollten wir diesen Krieg nämlich gewinnen, wird er nicht besonders gut dabei wegkommen. Vielleicht wäre es da besser, du verabschiedest dich von dem Gedanken, ihn als Vater des Kindes zu sehen, was er nie sein wird."

"Oh doch!", stieß sie erbost aus. Sie war inzwischen so wütend, dass sie ihre Trauer über seine gemeinen Aussagen darüber hinaus ganz verdrängt hatte. "Das wird er, verlass dich drauf! Ich werde ihn nicht so schnell abstempeln, wie du es von Anfang an getan hast."

Harry sah sie lange an und seine Augen hinter den Brillengläsern glühten förmlich dabei.

"Schön, wie du meinst. Aber sag hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Selbst wenn das hier alles vorbei ist und Ordnung herrscht und das Ministerium die Geschichte von seiner Aktivität für Dumbledore glauben wird, war er trotzdem ein Todesser. Er hat getan, was alle von denen tun."

"Hör auf damit!", sagte sie spitz. "Niemand hat behauptet, dass er ein Unschuldiger ist."

"Mit Sicherheit nicht."

Ron schnaubte leise.

"Seid ihr jetzt endlich fertig, dass ich auch mal was sagen kann?"

Harry erwiderte nichts und verschränkte grummelnd die Arme vor der Brust. Hermine nickte.

"Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich Snape leiden kann, Hermine. Jeder weiß das. Aber wenn ich darüber nachdenke, was er für Dumbledore getan hat, geht es ihm genauso mies wie uns. Der Typ hatte die Angewohnheit, Leute dazu zu bringen, die komischsten Sachen für ihn zu tun - damit meine ich übrigens dich und die Horkruxe, Harry."

"Schon klar, Ron", maulte Harry.

"Gut. Dann musst du auch einsehen, dass Snape uns geholfen hat - jawohl, das hat er. Auch wenn es dir nicht passt. Wir sind somit alle in einer blöden Lage -"

"Du stellst dich also auf seine Seite?"

"Nein", sagte Ron entschieden. "Ich will dich nur darauf aufmerksam machen, dass die Dinge jetzt anders stehen. Wir wissen, dass er für Dumbledore arbeitet. Außerdem ist er der Vater von Hermines Baby."

"Klar", murmelte Harry zynisch, "das ändert natürlich alles."

"Und wie es das tut! Du hast nicht das Recht, ihn dafür zu verurteilen. Das ist ihre Sache."

"Aber wir reden hier von Snape, Ron! Kapierst du das nicht?"

"Ich weiß."

Harry starrte ihn verbissen an. Dann stand er auf und ging hinaus. Hermine konnte ihre Tränen kaum noch länger zurückhalten. Wenn die beiden wüssten, was Snape getan hatte, würde der Krach zwischen ihnen noch größer ausfallen.

"Es wird alles gut, du wirst sehen", sagte Ron und legte den Arm um sie. "Wenn erst mal diese ganze Anspannung von ihm abgefallen ist, kriegt er sich endlich ein für alle Mal ein."

Hermine schluckte schwer. Sie konnte nur hoffen, dass bis dahin nicht alles zu spät war.

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Es dauerte drei unendlich lange Tage, bis sie ein erstes Zeichen von Snape erhielt, wie üblich mit Hilfe von Phineas. Dass der nicht von der Idee begeistert schien, zwischen den beiden vermitteln zu dürfen, um ein Treffen zu organisieren, verstand sich von selbst. Aber auch Harry kochte vor Wut, als er davon erfuhr.

"Was spricht dagegen, wenn sich die beiden treffen, um alles zu bereden? Denk doch mal an das Kind, Mann", gab Ron zu bedenken.

"In diesem Fall ist das Kind tausendmal besser dran, wenn es nicht erfährt, wer sein Vater wirklich ist."

"Das kannst du doch gar nicht wissen! Hast du etwa vergessen, wie du dich über Lupin aufgeregt hast?"

"Er hatte es nicht anders verdient, immerhin hat er Tonks mit dem Baby im Bauch sitzen lassen."

"Sag ich doch."

"Jaah, aber hier ist die Rede von Snape. Das ist was ganz anderes."

"Das ist deine Interpretation. Wir wissen in beiden Fällen nicht, wie es wirklich abgelaufen ist, weil wir nicht dabei waren. Du hast doch selbst gehört, dass Lupin total durcheinander war."

"Das ist noch lange keine Entschuldigung für Snapes Verhalten, Ron. Es war nicht richtig von ihm, mit Hermine ins Bett zu gehen."

"Ist mir egal. Die beiden müssen das selbst ausmachen. Hermine ist verdammt klug. Sie wird schon wissen, was sie tut. Aber je mehr du ihr das mit Snape zum Vorwurf machst, umso schwerer wird es für sie werden, damit klarzukommen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie ihn irgendwie mag ..."

Obwohl Hermine bis zur Nasenspitze unter ihrer Bettdecke lag und so tat, als würde sie schlafen, bekam sie jedes Wort der nächtlichen Auseinandersetzung zwischen ihren beiden Freunden mit. Am Ende ließ Harry sich doch von Ron dazu überreden, sich vorerst aus der Angelegenheit herauszuhalten.

Am Tag, an dem das Treffen bevorstand, verschwand Harry wieder einmal spurlos im Nirgendwo, um mit sich und seinem Groll alleine zu sein. Ron hingegen redete beständig auf sie ein: "Ist wahrscheinlich besser so, wenn er nicht in der Nähe ist, sobald Snape dich abholen kommt. Er muss sich nur langsam daran gewöhnen, nicht immer derjenige zu sein, der im Mittelpunkt steht."

Hermine nickte stumm. Streng genommen wusste sie nicht, was sie von Rons Fürsorge halten sollte, führte sie aber auf den Einfluss von Molly Weasley zurück. Fest stand nur, dass es sie fast wahnsinnig machte, egal, wie gut gemeint seine Ratschläge auch waren.

"Weißt du, was er vorhat?"

Sie schüttelte den Kopf.

"Und du willst sicher nicht, dass ich mitkomme, wenn er dich holt? Ich könnte ja im Hintergrund bleiben, nur für alle Fälle ..."

"Wozu? Du denkst doch nicht etwa, dass er mich kidnappen möchte, oder? Ich versichere dir, das ist nicht nötig, Ron. Ich glaube, es tut mir gut, hier für eine Weile wegzukommen, selbst wenn es nur ein paar Stunden sind."

"Weißt du schon, wann du zurück sein wirst?"

"Ron. Hör endlich auf, dir solche Sorgen zu machen. Mir passiert schon nichts."

"Das sagst du jetzt. Aber wenn er dich erst einmal mitgenommen hat - okay, ich bin ja schon still!"

Gegen Abend, als es schon dunkel wurde, schielte sie alle paar Minuten auf die Uhr, was keineswegs dazu beitrug, die Unruhe in ihrem Inneren einzudämmen. Hermine war so nervös wie zuletzt, als sie wegen ihrer Strafarbeit mit Snape alleine in den Kerkern gewesen war.

Nicht lange nachdem die letzten Spuren des Tageslichts erloschen waren, sah sie zwischen den Bäumen den herbeigesehnten Patronus aufleuchten und verließ das Zelt.

Es war ein merkwürdiges Gefühl, als sie im Schein des erleuchteten Zauberstabs Snapes hagere, in den schwarzen Umhang gehüllte Gestalt erkannte. Er wirkte so vertraut auf sie, dass sie beinahe losgelaufen wäre und die Arme um ihn geschlungen hätte, als wäre es das normalste auf der Welt gewesen, das zu tun. Im allerletzten Moment besann sie sich jedoch eines Besseren; noch war nicht sicher, wie die Sache mit ihnen überhaupt weitergehen würde. In ihrer Euphorie gedämpft kam sie langsam näher und blieb erst unmittelbar vor ihm stehen.

„Sie sind tatsächlich hier", flüsterte Hermine leise. „Sie sind gekommen."

Snape streckte wortlos die Hand nach ihr aus und Hermine legte ihre in seine.

„Versprochen ist versprochen, Granger", sagte er mit einem flachen Lächeln auf den Lippen, das jedoch augenblicklich wieder erstarb, als sie es erwiderte. Mit eng zusammengezogenen Brauen sah er sie an. „Ich muss gestehen, dass ich mit dem Gedanken gespielt habe, es nicht zu tun. Wenn Sie also einen Rückzieher machen wollen, kann ich es Ihnen nicht übel nehmen. Andernfalls sollten wir von hier verschwinden."

„Wo werden Sie mich hinbringen?"

„Nach Hause."