Hier ist also der versprochene Artikel. Diese Beatrix Feder mag ich gerne, sie scheint einen offenen Geist zu haben. Falls ihr ihren Artikel mögt, könnt ihr mir gerne eine PM oder eine Review schreiben, die werde ich ihr weiterleiten.
Ich habe aber den Eindruck, dass Professor Stone irgendwie reingelegt wurde. Ich frage mich, was inzwischen aus ihr geworden ist. Profigelackmeierte, vielleicht?
Blablabla J.K. Rowling. Blablabla NASA. Ihr wisst ja schon Bescheid.
An alle, die uns träumen lassen, von den Pionieren bis zu den Autoren.
Der Klitterer
22. Juli 1969
Die Muggel, unsere Nachbarn
Muggel auf dem Mond
Gestern früh sind Muggel auf dem Mond gegangen. Das behaupten sie zumindest. Falls das ein Scherz ist, glauben unsere Nachbarn in allen Ländern fest daran. Seit gestern ist es das Lieblingsthema in allen Gesprächen. Ich schlage vor, Ihnen die Lage mithilfe der Antwort auf vier Fragen zu erklären. Die folgenden Erklärungen sowie die gezeigten Fotoaufnahmen kommen aus Muggelmedien.
Wie Sie vielleicht schon wissen sind Muggelfotoaufnahmen unbeweglich. Sie schaffen es jedoch bewegliche Bilder aufzunehmen, die auf Fernseher genannten, würfelförmigen Gegenständen erscheinen. Diese Geräte erlauben auch – wie im Radio – die Personen auf dem Bild zu hören. Fernseher können sehr weite Bilder und Töne live übertragen. Sie sind ziemlich teuer, so dass nicht alle Muggel einen besitzen. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli haben viele Muggel einen benutzt, um dank eines speziellen Fotoapparats live zu erleben, wie einer von ihnen zum ersten Mal auf dem Mond ging. Diesen Fotoapparat hatte einer von ihnen nach oben mitgenommen. Die beweglichen Bilder, die Sie auf diesen Seiten sehen, wurden aus jenen Bildern mit einem magischen Fotoapparat aufgenommen. Aus diesem Grund wiederholt sich die Bewegung ständig, statt wie auf einem normalen Foto flüssig zu sein.
Warum wollen die Muggel zum Mond gelangen?
Um die Gründe der Muggel zu verstehen, muss man ihre Politik verstehen. Nach dem zweiten Weltkrieg, der zur gleichen Zeit endete wie der Krieg gegen Grindelwald, wurden die beiden Siegesländer bei den Muggeln zu „Mächten". Das heißt Länder, die wirtschaftlich und politisch Einfluss haben. Diese Länder sind die UdSSR und die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Gesellschaft in beiden Ländern ist sehr unterschiedlich, so dass zwischen beiden Regierungen Reibereien existieren. Jeder will seine Überlegenheit dem Anderen gegenüber zeigen. Statt in den Krieg zu ziehen, drücken diese beiden Mächte ihre Feindschaft allerdings mit einem Rennen aus, was mehr nach zivilisierten Ländern klingt. Dem Weltallrennen.
Das Ziel? Gegenstände oder Menschen ins Weltall zu schicken, dann zum Mond und natürlich vor dem Anderen. Das verlangt riesige finanzielle und materielle Mittel sowie große Kenntnisse, die fast an die Grenzen der Muggeltechnologie stoßen. Ich erinnere die Leser, die mit ihrer Welt nicht vertraut sind, daran, dass die Muggel ihre Technologie entwickelten, um ihren Mangel an Magie dadurch auszugleichen, und dass sie diese in sehr verschiedenen Gebieten benutzen, von der Wäsche bis hin zu den Kommunikationsmitteln. So wird das „Siegerland" zeigen, dass es das mächtigere, das reichere von den beiden ist und technologisch besser entwickelt ist – man könnte auch intelligenter sagen: Jenes, das Dinge kennt, die der andere ignoriert.
Bemerkenswert ist, dass die Muggel es zwar wegen dieses Rennens eilig haben, auf die Menschen jedoch gut aufpassen, die sie ins All schicken, und das Ziel haben, sie lebendig und gesund wieder herunterkommen zu lassen.
Lassen Sie mich diesen Wettkampf chronologisch erzählen. 1957 fängt die UdSSR an, als sie den ersten Gegenstand ins All schickt. Hier möchte ich Ihnen präzisieren, dass die Gegenstände, die die Muggel ins All schicken, um die Planeten herumfliegen, etwa so wie der Mond um die Erde. Die Sowjets waren also die ersten, die einen technologischen Gegenstand – einen Satelliten, wie sie das nennen – um die Erde schickten. Die Amerikaner sahen es und mussten ihre Niederlage eingestehen. Die Vereinigten Staaten folgten gleich und jedes Land schickte zahlreiche Satelliten ins All, jedes Mal mit kleinen Verbesserungen. 1960 schicken die Sowjets Tiere ins All und bringen sie lebendig und gesund zurück. Das nächste Jahr ist es ein Muggelsowjet mit Namen Yuri Gagarin, der kurz im All bleibt. Die Muggel haben ein Wort für jene unter ihnen, die ins All kommen: Astronauten. Diese werden in ihrem Land wie Kriegshelden bejubelt. Die Amerikaner, die von ihren Niederlagen nicht erfreut sind, kündigen an, dass sie bis zum Ende des Jahrzents einen von ihnen auf den Mond hochschicken wollen. Ihre Wette ist also gewonnen und das ist für sie ein sehr wichtiger Sieg.
Wie sind sie gereist?
Die Muggel brauchten zehn Jahre, ehe sie zum Mond hochfliegen konnten. Warum? Sie müssen wissen, dass eine muggeltechnologische Maschine zu erschaffen genauso ist wie einen neuen Zaubertrank aus dem Nichts zu erschaffen. Man muss die Zutaten sorgfältig auswählen, binäre oder tertiäre Mischungen probieren... das ist ein sehr langer und schwieriger Prozess. Das gleiche gilt für die Muggel. Sie hatten alle Zutaten, basische Technologiestücke, aber es dauerte lange, die Maschine zu kreieren, die es erlauben würde, Menschen zum Mond hochfliegen zu lassen. Sie haben auch im All zahlreiche gefährliche Manöver, gleich wie ein Quidditchspieler, der eine Schraube oder einen Sturzflug viele Male trainieren würde, ehe er sie im Laufe des Spiels versucht.
Letzten Dezember flogen drei amerikanische Astronauten um den Mond herum, ohne darauf zu landen. Sie nahmen wunderschöne Fotos der Erde auf, wie sie vom Mond zu sehen ist, wie das nebenstehende Foto. Auf diese Weise haben sie einen Teil der Technologie erfolgreich erprobt, die es erlauben sollte, zum Mond hochzufliegen, so wie man einen Zaubertrank vor einer Marktgenehmigung proben würde.
Vor einigen Tagen flogen die Astronauten ab, die auf dem Mond gehen sollten. Sie heißen Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins. Die ersten beide gingen gestern auf dem Mond.
Sie wurden dorthin von einer Rakete hochgeschickt, einer Art Riesenbesen. Auf dem nebenstehenden Foto sehen Sie die Rakete und die drei Muggel, die zu ihr gehen – herzlichen Dank an Mr Smith aus Cape Kennedy, USA, der dieses Foto aufnahm und sie unserer Zeitung zuschickte. Die Muggel sitzen in einer kleinen Schachtel ganz oben in der Rakete. Das ist eine Art Hütte, in der alles steht, was sie brauchen, um während ihrer Reise zu überleben. Die Rakete geht von der Schachtel auseinander, wenn sie diese hoch genug geflogen hat. Eigentlich gibt es zwei zusammengefügte Schachteln: Eine, die um den Mond fliegen und von einem Astronauten bewohnt bleiben soll, und die andere stellt sich während einiger Tage auf die Mondoberfläche und beinhaltet zwei Astronauten. Zur Information: Im All gibt es weder Wasser noch Luft, so dass die Muggel alles von der Erde mitnehmen müssen. Es ist auch sehr kalt, aber sie besitzen eine Technologie, die ihnen erlaubt sich zu wärmen, ohne einen Feuer anzünden zu müssen.
Was tun sie vor Ort?
Die beiden Muggel auf dem Mond werden nur einige Tage lang bleiben. Sie haben vor, die Umgebung zu erforschen und für ihre Wissenschaftler einige Experimente durchzuführen. Sie werden auch Mondgesteine zur Erde zurückbringen, um zu beweisen, dass sie dort waren, und um allen zu zeigen, wie der Mondboden aussieht.
Die Muggel haben ermittelt, dass es auf dem Mond keine Luft gibt. Wie unter Wasser brauchen sie also ein Gerät, um atmen zu können. Da sie keine Zauberei ausüben können, haben sie Kleidung erschaffen, den Raumanzug, der wie ein Kopfblasenzauber auf dem ganzen Körper wirkt. Den kann man auf dem nebenstehenden Bild sehen, wo ein Astronaut den Zuschauer grüßt. Der wie ein Spiegel reflektierende Teil des Helms ist eigentlich transparent und erlaubt dem Muggel im Raumanzug seine Umgebung zu sehen.
Nach einigen Tagen auf dem Mond wird die Schachtel am Boden abfliegen und die Muggel werden sie steuern, damit sie dem Weg der anderen Schachtel begegnet, die weiter um den Mond herumgeflogen ist. Dann werden sie ihren darin gebliebenen Kollege treffen und alle drei werden zur Erde zurückkehren. Sie werden dank eines Systems, das ihren Fall verlangsamt, gefahrlos landen.
Was wollen sie nachher tun?
Ich errate schon, wie Ihre Frage lauten wird: Haben die Muggel vor, auf dem Mond zu bleiben? Laut ihrer Regierenden, nein. Das Ziel war nur zu beweisen, dass sie dort hochfliegen und Experimente durchführen konnten. Es scheint eigentlich, dass die Muggel eher nur sehr wenige unter ihnen für kurze Aufenthalte ins All und auf den Mond zu schicken. Das interessiert sie wegen ihrer Recherchen. Sie möchten auch Satelliten dort anbringen; manche für Experimente, andere für technologische Anwendungen. Zum Beispiel haben die Muggel vor, Satelliten zu benutzen, um einfacher über größere Distanzen miteinander zu kommunizieren – sie besitzen keine internationalen Kamine – oder das Wetter der nächsten Tage vorauszusehen – ihre Frösche tun es nicht. Sie möchten auch ein nahes Foto von den Planeten des Sonnensystems, um sie besser zu sehen als durch eine astronomische Brille.
Manche könnten sich fürchten, dass die Muggel das All und den Mond für militärische Zwecke benutzen. Einige erinnern sich vielleicht an die Schäden, die ihre Waffen 1945 im Muggeljapan verursachten. Dabei sollten sie sich beruhigen: Die Muggel scheinen vernünftiger zu sein als damals. Die einzigen Regierungen, die bei den Muggeln Menschen ins All schicken können, sind die UdSSR und die Vereinigten Staaten und beide haben vor einigen Jahren ein Abkommen ratifiziert, laut dem sie solche gefährlichen Waffen nicht ins All hochbringen dürfen. Darüber hinaus haben sie versprochen, den Mond weder sich anzueignen noch für militärische Zwecken zu benutzen. Wir können ihnen dabei nur zustimmen.
Muggel auf Mars, Venus oder Jupiter werden nicht gleich kommen. Statt Menschen möchten sie Weltraumkapsel hochschicken, die weniger kosten und einfacher zu benutzen sind. Die Weltraumkapsel sind sehr komplexe technologische Gegenstände, die sich im Weltraum bewegen und dort Messungen durchführen, Fotos aufnehmen und sie zur Erde schicken. Sie sind nicht unabhängig, sondern darauf angewiesen, dass Muggel ihnen deutliche Befehle geben, was sie entweder vor dem Abflug oder während der Reise im All tun.
Vielleicht könnten eines Tages einige Informationen, die die Muggel im All finden werden, den Wissenschaftlern unter den Zauberern in verschiedenen Gebieten nützlich sein, von den Heilern bis hin zu den Zaubertrankmeistern. Jedenfalls sind die Fotos, die sie im All aufnehmen, zwar unbeweglich aber sehr schön. Das nebenstehende Foto zeigt Europa, wie es aus dem All zu sehen ist.
Beatrix Feder, Sonderberichterstatterin bei den Muggeln.
Der Dahu, ein verkanntes Tier
Professor Stone, Forscherin im Gebiet der magischen Geschöpfe, trug gestern im Laufe des Kolloquiums der Geschöpfe in Sidney ihre Studie zum Dahu vor, einer Muggelspezies, die laut ihr zur gleichen Tierart gehört wie der Schrumpfhörnige Schnarchkackler. Hier unten können Sie eine Zusammenfassung ihres Vortrags lesen.
Der Dahu ist ein seltenes und scheues Muggeltier und ist daher schwierig zu beobachten. Man sieht ihn meistens in Frankreich, aber er soll auch in der Schweiz und in den nördlichen Gegenden Italiens beobachtet worden sein. Er lebt auf Bergen mit steilen Abhängen, ein Umfeld, an dem er perfekt angepasst ist: Die Beine des Dahus sind kürzer auf einer Seite als auf der anderen. Aus diesem Grund kann ein Dahu nicht umkehren und muss immer in die gleiche Richtung laufen. Es geben also zwei Unterspezies: Der dahutus dextrogyrus, dessen rechte Beine kürzer sind, und der dahutus levogyrus, dessen linke Beine kürzer sind. Sie vermehren sich selten untereinander, denn sie bewegen sich natürlich in gegenlaufenden Richtungen.
Mit Hilfe von Muggelbergbewohnern machte sich Professor Stone ein Jahr lang auf die Suche nach diesem Tier in den französischen Alpen, und schloss nach ihren Beobachtungen, dass es dem Schnarchkackler sehr ähnelt. Der Dahu zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass...
