In diesem und im nächsten Kapitel findet ihr zwei weitere OC und eine neue Art der Erzählung, denn das sind zwei Briefe. Hoffentlich gefällt es euch. Das sind zwei Hufflepuffs, weil es ja zu viele Gryffindors gibt.
Eine Neuigkeit, die nicht zum Kanon gehört, ist eine Tradition, die Aqualys dem Haus gegeben hat, weil sie dachte, das würde gut zum ihrem Charakter passen. Nichts Schlimmes, ihr werdet verstehen, wenn ihr es lest.
Die Welt und die Charaktere aus Harry Potter gehören zu J.K. Rowling. Das Ereignis, das als roter Faden dieser FF dient, gehört zur Geschichte. Der Rest kommt aus Aqualys' Vorstellungskraft.
An alle, die uns träumen lassen, von den Pionieren bis zu den Autoren.
Briefaustausch
Liebe Lucy,
höre nicht darauf, was dein Bruder sagt. Ein Hufflepuff zu sein ist kein Fehler, ganz im Gegenteil! Das ist eines der vier Häuser in Hogwarts, und du hast deinen Platz dort gefunden! Bist du sicher, dass er wirklich in Ravenclaw ist? Er ist kein Adler, er ist ein Papagei! Weißt du, er wiederholt nur das, was jeder hinter unserem Rücken sagt: Die Hufflepuffs wären blöde, naive Angsthasen. Ja, was denn noch alles!? Wie einfallsreich! Sie nennen nur den Gegensatz zu den Qualitäten der anderen Häuser! Auch ich kann das tun: Die Ravenclaws sind ängstliche, naive Verräter. Einfach!
„Alle, die keiner will"? Ich sag dir was, wenn wir in Hogwarts wären, so würde ich ihm gleich einen Flederwichtbrandfluch verpassen, damit er seine Worte bedauert. Weine nicht, kleine Lucy – leugne es nicht, deine Tränen haben Wasserflecke auf deinem Brief hinterlassen. Das ist falsch, und das weißt du. Und ich wette, dass auch er es weiß. Und wenn die anderen Gründer in ihre Häuser nur jene annehmen wollten, die ihnen glichen, hat unsere gute Helga alle anderen empfangen. Dies ist unsere Stärke: Wir sind offen! Und es ist logisch, dass wir treu genannt werden, denn wir sind gleichzeitig unterschiedlich und vereint. Warum ist deiner Meinung nach unser Haus das einzige, in dem ein Patensystem existiert? Oh, ich weiß, es heißt, wir wären ohne Hilfe dazu unfähig unser erstes Jahr zu schaffen oder uns zu verteidigen. Sie haben nicht verstanden, dass es das Mittel ist, wie wir die verschiedenen Jahrgänge vereinen können. Weißt du, in den anderen Häusern sind die Schüler aus verschiedenen Jahrgängen fast nie zusammen. Frag mal deinen Bruder, ob er alle Schüler seines Hauses kennt, sei es nur mit dem Nachnamen. Ich wette, er kann sie nicht alle nennen. Du aber schon! Und du bist erst zwölf! Und auch dank dieser wunderbaren Tradition hast du das Glück, den – das kann man weder leugnen noch bestreiten – allerbesten Pate zu haben, den es auf der ganzen Welt gibt: Mich, Brandon, zukünftiger Fünftklässler, Hufflepuff und stolz darauf.
Weißt du was? Ich werde dir helfen, dich zu rächen. Wir treffen uns am Bahnhof und während der Fahrt im Hogwarts-Express bringe ich dir den Dauerfurunkelfluch bei. Er dauert nicht so lange, aber wenn du ihn richtig wirkst – und ich lasse dich nicht vom Zug weg, solange es nicht der Fall ist – kann er eine gute Woche lang anhalten, ehe die Zaubertränke der Krankenschwester sie loswerden können. Das ist eine Entdeckung von Matt, der letztes Jahr Siebtklässler war. So wirst du, wenn du deinem Bruder begegnest, ihn dafür büßen lassen, dass er dir diese Ferien unerträglich gemacht hat. Und er wird weder sagen können, dass du Viertklässler brauchst, um dich zu verteidigen, und auch nicht, dass du ein unfähiger Angsthase bist. Kannst du dir vorstellen, wie er eine Woche lang mit lila Furunkeln rumläuft? Ach ja, ich hatte vergessen, es dir zu sagen: Sie sind nämlich lila. Eine sehr schöne Lilafarbe.
So, habe ich es zumindest geschafft, dich zum Lachen zu bringen? Es tut mir Leid, dass ich nicht direkt mit dir reden kann, aber meine Eltern haben keinen Kamin, und selbst wenn sie einen hätten, so bezweifle ich sehr, dass mir das Ministerium erlauben würde ihn mit dem Flohnetzwerk zu verbinden, ehe ich volljährig bin. Kennst du das Telefon? Das ist ein Muggelgegenstand, der es erlaubt miteinander zu sprechen, selbst wenn man weit voneinander entfernt ist. Man sieht sich nicht wie mit Flohpulver, dafür kann man aber bequem sitzen! Es ist eigentlich schade, dass die beiden Netzwerke nicht verbunden sind.
Ich bin letzte Woche vom Haus meiner Großeltern zurückgekehrt. Es hat mir gefallen, all meine Cousins wiederzusehen, auch wenn es ein bisschen schade war, nicht von Zauberei mit ihnen reden zu können. Wir haben ihnen nur gesagt, dass ich in einer angesehenen schottischen Schule lerne. Zumindest brauche ich nicht zu lügen, was das Wetter betrifft! Ich habe ihnen sogar vom See, vom Park und vom Schloss selbst erzählt – natürlich habe ich aufgepasst, nicht zu viel zu sagen. Ich glaube, meine Cousine Beth ist neidisch auf die Bibliothek. Wäre sie eine Hexe gewesen, dann würde sie bestimmt in Ravenclaw sein! Wir werden nächstes Jahr weiter schreiben und das beruhigt mich ein bisschen. Ich fürchtete mich davor, dass mich die Tatsache, dass ich ein Zauberer bin, von meiner Familie entfernt, aber das ist eigentlich genauso, als wäre ich in einem Muggelinternat eingeschult.
Ich bin mit meinen Hausaufgaben beinahe fertig. Mach dir keine Sorgen, ich werde kein Ravenclaw, ich will sie einfach so schnell wie möglich loswerden. Die Lehrer sind verrückt: Unter dem Vorwand, dass wir nächstes Jahr unsere ZAGs schreiben, behaupten sie, es wäre notwendig, uns während der Ferien Arbeit zu geben! Ferien sind dafür da, sich zu erholen, oder? Ich habe aber Dumbledore sowieso immer für etwas verrückt gehalten. Auch wenn jemand, der Zitronenbonbons so sehr mag, nicht böse sein kann. Jetzt weiß ich, dass du lachst. Aber ich mag Zitronenbonbons so sehr! Du weißt einfach nicht, was gut ist.
Oh, morgen wird etwas Wichtiges geschehen! Nein, ich gehe nicht mit Lauren aus. Übrigens hat sie auf meinen Brief geantwortet! Ich war so froh, dass ich ihr gleich zurückgeschrieben habe. Aber du wirst mir erklären müssen, warum sie parfümiertes Papier für ihre Briefe benutzt. Es riecht gut, das ist kein Problem, aber soll das irgendetwas bedeuten? Tja, ich höre auf über Lauren zu sprechen, sonst wirst du keinen Brief bekommen sondern einen Roman. Und du wirst noch über mich spotten. Man spottet nie über den Pate, junges Mädchen, das ist verboten!
So, wie gesagt wird morgen Abend etwas Wichtiges in der Muggelwelt geschehen. Ja, in der ganzen Welt! Achtung, hör gut zu: Die Amerikaner werden Menschen schicken, die auf dem Mond landen werden! Gut, da du aus einer Zaubererfamilie kommst, vermute ich, dass diese Idee für dich seltsam klingen mag. Aber ich versichere dir, dass es richtig ist. Das ist eigentlich keine wirkliche Überraschung, das ist schon längst vorgesehen und, weißt du, sie haben das etappenweise getan: Erst haben sie Gegenstände ins All um die Erde geschickt, dann Menschen, dann Gegenstände um den Mond, dann Gegenstände, die auf den Mond gelandet sind, und dann Menschen um den Mond herum. Und jetzt kommen sie zur Schlussetappe: Menschen auf dem Mond landen zu lassen!
Es ist seltsam, dass Zauberer nicht darüber reden. Hier ist es DAS Gesprächsthema. Das ist wie eine große Entdeckung und jeder wartet ungeduldig darauf, dass es geschieht. Und außerdem werden beide amerikanische Astronauten (das ist der Name, den man jenen gibt, die ins All hochfliegen) live im Fernseher reden, wenn sie auf dem Mond sind. Judy hat dir den Fernseher gezeigt, als du Anfang des Monats bei ihr gewesen bist, oder? Sie hatte mir gesagt, dass ihre Eltern einen besitzen. Wir haben keinen, aber unsere Nachbarn haben uns eingeladen, also können wir bei ihnen zu Hause schauen. Kannst du das fassen? Den ersten Menschen in der Muggel- und Zauberergeschichte sehen, der auf dem Mond geht? Ich kann es kaum erwarten. Das Problem ist, dass es mitten in der Nacht sein wird. Aber mein Vater hat mir gesagt, dass es nicht schlimm sei, wenn ich in dieser Nacht wenig schlafe.
Er hat mir genau erklärt, was ich in den letzten Monaten verpasst habe, er hatte die Zeitungsartikel behalten, die von den Erfolgen der Amerikanern und der Sowjets im All berichteten. Ich glaube, dass er froh ist zu sehen, dass ich mich dafür interessiere, weil das etwas Muggel ist. Manchmal habe ich den Eindruck, dass er sich fürchtet, mich zu verlieren, seit ich ein Zauberer bin. Es stimmt zwar, dass ich nicht mehr zu seiner Welt gehöre, aber er ist ja immer noch mein Vater.
Übrigens muss ich dich jetzt verlassen, er ruft mich zum Abendessen.
Mach dir keine Sorgen um deinen Bruder und genieß deine Ferien! Ich warne dich, das zweite Jahr ist keine Spielerei, es kommt nicht mehr in Frage, dass du im Unterricht schläfst.
Liebe Grüße
Dein Brandon
